giraffenmog schrieb:Darüber hinaus werden die Symptome durch die Prophylaxe abgeschwächt und die Malaria ist schwerer zu diagnostizieren - was wiederum zu einer verspäteten Behandlung führen kann.... was sich durch die abgeschwächten Symptome wieder ausgleichen dürfte.
Was die Medikamente bei einer akuten Malaria bekämpfen, sind die Folgen der Erreger im Blut. Weniger Erreger, weniger Symptome, weniger Probleme, mehr Zeit zum Reagieren.
Umgekehrt mehr mögliche Resistenzen, mehr Last auf der Leber (im Falle einer Nicht-Infektion). Im Falle einer Infektion sieht die Bilanz wieder andersrum aus.
Ich entscheide mich je nach Reiseregion und der dort herrschenden medizinischen Situation (ich habe Krankenäuser in diversen afrikanischen Ländern von innen gesehen) für oder gegen Prophylaxe.
Natürlich hat die “Stand bye“Lösung ebenfalls Nachteile - aber es gibt Reisende, die die Prioritäten zu diesem Thema eben anders setzen als Du, Beate.Stand-by hat fast immer Nachteile. Hier schluckt der Selbstbehandelnde nämlich auf Verdacht Medikamente gegen Malaria (in der Notfalldosierung) und hat evtl. Dengue, Gelbfieber, Chikungunya oder eine der zahlreichen anderen, preiswert zu erwerbenden Krankheiten und lässt diese unbehandelt, während er die nun sinnlose Notfalldosierung gegen Malaria einwirft. Im Falle eines Verdachts gehört man in ärztliche Hände und sollte keinesfalls seine Stand-by-Medikamente einfach so einwerfen.
Ob Prophylaxe oder nicht, aber auf keinen Fall im Zweifel eine Malaria behandeln, die man gar nicht hat, wenn man einen Arzt aufsuchen kann.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...