Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013)

Reisebericht 291 Antworten · 74,1k Aufrufe · gestartet 18. Okt. 2013 von Topobär
1’130 Beiträge · seit 201112. Nov. 2013 ·
Hallo Topobaer,

was für faszinierende Landschaften, diese Weite und die Erdmännchen in der flimmernden Sonne, wirklich genial.
Reizen würde mich so eine Tour wie Ihr sie gemacht habt auch, aber ich fürchte, das ist mir alles doch ein bisschen"zu sehr ab vom Schuss", da fehlt mir dann doch ein wenig die Traute 🙁 . Von daher reise ich aber weiterhin gerne bei Euch mit.

Viele Grüße

Susi
Reisebericht SA 2013 Viel Krüger und noch'n bisschen was anderes Reisebericht SA 2014
Themenstarter5’484 Beiträge · seit 200912. Nov. 2013 ·
So viele liebe Kommentare und so viele Dankebutton-Drücker. Ich bin überwältigt. 🤩 🤩
Das macht einen schon stolz, ist aber vor allem Motivation und Ansporn, denn so ein Reisebericht ist schon ziemlich zeitaufwendig. Bin nicht so eloquent, dass mir die Texte nur so aus der Feder fließen.

@Berg-Eule:
Vielen Dank für die Info. Das hört sich sehr plausibel an.

@Bianka:
Berichte mal. 🙂

@Susi:
Ich glaube für solch eine Tour ist nicht unbedingt besondere Afrika-Erfahrung notwendig, sondern allgemeine Outdoor-Kentnisse und Naturverbundenheit. Wenn das bei Dir der Fall ist - trau Dich. Abgesehen davon waren wir nie mehr als 80km von einer menschlichen Ansiedlung entfernt. Da waren wir schon in viel einsamere Gegenden.

@Guggu:
"off the beaten tracks" hatten ich auch in der engeren Wahl für den Titel des Reiseberichts.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 12. Nov. 2013
1’559 Beiträge · seit 201112. Nov. 2013 ·
Hallo Topobär,
in Begleitung von zwei Frauen fühlt MANN sich stark und wagt sich auch in die Einsamkeit. 😈 Ich bin immer ein bisschen ängstlich, wenn es zu einsam wird, denn es könnte ja eine Panne geben... und dann? . 😐 Ohne Satellitentelefon ist man echt einsam!

Eine tolle Tour, die ihr da hinter euch gebracht habt --- super, bin gespannt, wie es weiter geht.? Vielen Dank, dass du uns an deiner Reise teilhaben lässt. 😉

Biggi
Meine Reiseberichte
Themenstarter5’484 Beiträge · seit 200912. Nov. 2013 ·
Hallo Biggi,

die meisten Strecken bin ich schon früher gefahren. Bislang immer zu zweit und erstmals 1996, als es so etwas wie Navi und Sat.Fon noch gar nicht gab. Wenn Freunde mit dabei sind bin ich eher sogar vorsichtiger, da die Verantwortung größer ist. Diesmal hatten wir selbstverständlich ein Satelliten-Telefon dabei.

Das entscheidende bei solchen Touren ist, dass man sich nicht völlig in die Abhängigkeit moderner Technik begibt. Auch bei Ausfall von Auto und Sat.Fon hätten wir das überstanden. Wir waren nirgends, wo nicht 1-2 Mal die Woche ein Auto vorbei kommt, oder man nicht innerhalb eines Tagesmarsches Menschen erreicht hätte.

Kathrin & ich haben schon wildere Sachen gemacht, als unsere Touren durchs südliche und östliche Afrika. 😎
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2’780 Beiträge · seit 200713. Nov. 2013 ·
Topobär, dein 7. Reisetag ist für mich das a und o von Damaraland, deine Fotos entführen mich abermals dorthin. Danke vielmals, ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
herzlich leona
Gruss Leona
Themenstarter5’484 Beiträge · seit 200913. Nov. 2013 ·
8.Tag (Freitag 27.09.2013)
Ganamub-Canyon – Purros
178km

In der warmen Morgensonne genießen wir das Frühstück. Von gestern Abend ist noch ausreichend Glut in der Feuerstelle, so dass wir Kaffee und heißes Wasser dort kochen können. Das ist gleich noch viel outdoor-mäßiger und leiser, als auf dem Gaskocher.

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Wir starten Richtung Norden zur D3707. Der Ganamub-Canyon zeigt sich in atemberaubender Schönheit. Auf den nächsten Kilometern entdecken wir noch etliche schöne Plätze, wo man die Nacht hätte verbringen können. Die Gegend ist ein Traum zum wild campen. Tiere sehen wir diesmal aber im ganzen Canyon nicht.

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Beim Brunnen von Ganamub erreichen wir die D3707. Riesige Rinder- und Ziegenherden bevölkern die Umgebung dieser einzigen Wasserstelle im weiten Umkreis. Soweit man schaut ist alles kahl gefressen. Der Viehbestand im Kaokovelt ist eindeutig zu hoch.

Wir fahren nur wenige Kilometer auf dem Pad, dann weitet sich die Landschaft. Wir haben die Giribes-Plains erreicht. Nach der Regenzeit ein riesiges Grasmeer, doch jetzt finden sich nur noch wenige vertrocknete Halme. Hier verlassen wir die Piste schon wieder und fahren eine Fahrspur über die Plains in Richtung Süden, zurück zum Hoanib.

Mitten auf den Giribes-Plains steht ein einsamer Felsen. Hier haben wir schon oft Pause gemacht, denn von dort oben erschließt sich einem die Ebene mit ihren unzähligen Feenkreisen erst in Gänze.

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Zurück im Hoanib hoffen wir auf unserer Fahrt nach Westen die gestrigen Elefanten wieder zu treffen und werden auch bald fündig. Zuerst treffen wir die größere Guppe, welche uns entgegen kommt.

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Selbstverständlich sind nicht nur Elefanten zu sehen. Kathrin freut sich zum Beispiel über jede Giraffe – Ihre Lieblingstiere.

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Am Mudorib-Wasserloch finden wir diesmal keine Elefanten, sondern massenhaft Strauße. Die Männchen sind alle wie wild am balzen, was die Frauen aber nicht allzu sehr beeindrucken scheint. Als wir uns auf Fotoentfernung nähern wollen, rennen die Vögel leider alle weg. Strauße in Highspeed sind aber auch sehr sehenswert.

Kurze Zeit später finden wir auch die beiden Elefantenkühe mit den noch sehr kleinen Babys. Sie machen in der Mittagshitze Siesta im Schatten der großen Bäume. Während die Kleinen zu ihren Füßen schlafen, lutschen die Muttis genüsslich auf einem dicken Ast herum. Der scheint echt lecker zu sein, denn sie sind die ganze Zeit, während wir dabei standen, damit beschäftigt. Dieses Verhalten hatte ich bislang noch nie bei Elefanten gesehen.

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Richtung Amspoort treten die Berge immer mehr zurück und als wir den Hoanib via Tsuxub verlassen ist er nur noch ein grünes Band, welches sich durch das Sandmeer in Richtung Skelettküste schlängelt.

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Die Strecke zum Hoarusib weist keine Schwierigkeiten, dafür aber kräftiges Wellblech auf. Wir treffen hier mehr Fahrzeuge als alle vorherigen Tage zusammen. Mehrere große Südafrikaner-Gruppen kommen uns entgegen.

Oben auf der Hochebene angekommen, wähnt man sich „in the middle of nowhere“ .

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Die Strecke führt uns zum Purros-Canyon. Hier mussten wir bei unserer letzten Tour wegen zuviel Wasser umdrehen. Auch jetzt ist noch Wasser im Canyon, aber in einem Maße, dass die Befahrung möglich ist. Ich bin ehrlich erstaunt, dass der Hoarusib trotz der Dürre noch den gesamten Purros-Canyon fließt. Damit hätte ich nie gerechnet.

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Glücklicherweise trägt der Boden aber überall und es gibt auch keinen Schlamm – nur Sand. Nach unseren Erlebnissen in Tansania hatte ich da zunächst Bedenken, die sich aber rach zerschlagen.

Bedingt durch das viele Wasser gibt es auch viele Furten zu durchqueren. Bei den meisten werden noch nicht einmal die Felgen nass, es gibt aber auch die eine oder andere, bei der ein wenig Action angesagt ist und sich ein Foto lohnt.

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Inmitten des trockenen Kaokovelts kommt mir der Purros-Canyon vor, wie ein grüner Garten Eden. Das ich diesen schönen Flecken Erde erst jetzt kennenlerne…

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Im Garten Eden dürfen natürlich auch die Tiere nicht fehlen. Besonders häufig sehen wir Oryx. Nur weil sie so gut an die extremen Bedingungen der Wüste angepasst sind, scheint dies nicht zu bedeuten, dass sie Wasser und saftiges Futter nicht zu schätzen wissen.

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Die Strecke in der Schlucht ist oftmals sehr unübersichtlich. Wir kommen um eine Kurve und sehen uns plötzlich einer Gruppe Elefanten gegenüber, die uns entgegen kommen. Die Schlucht ist viel enger als der Hoanib und so müssen wir mehrmals zurücksetzen bis sich die Gelegenheit ergibt an den Tieren vorbei zu kommen. Elefanten wandern gerne auf den Fahrspuren. Kurze Zeit später wiederholt sich das Spiel noch einmal.

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Viel zu schnell haben wir das Ende der Schlucht erreicht. Der Purros-Canyon war mein bisheriges Highlight dieser Reise, aber es kommt ja noch einiges.

Bei der Ortschaft Purros verwandelt sich der Hoarusib in ein weites Tal. Ein radikaler Wechsel der Landschaft. Nach wenigen Kilometern haben wir unser heutiges Ziel erreicht, die Purros Community Campsite. An der Rezeption erfahren wir, dass die Campsite komplett ausgebucht ist. Wir können uns aber eine reservierte Campsite mit den dort noch erwarteten Gästen teilen. Die Campsite zu der wir gebracht werden ist riesig. Das wird sicher kein Problem, sich die Campsite zu teilen.

Das Camp liegt im Flussbett des Hoarusib unter riesigen Bäumen. Jede Campsite hat eigene Dusche, WC Feuerstelle und Spülbecken. Alles toll in die Bäume integriert und sehr sauber.

Ich kenne in der Nähe einen schönen Hügel, der das Flussbett überragt. Ein perfekter Platz für unseren Sundowner. Nach der steilen Auffahrt genießen wir den Blick.

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An diesem exponierten Platz ist es sehr windig, aber dass nehmen wir gerne auf uns und mit einem Windstopper lässt es sich auch gut aushalten.

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Langsam verschwindet die Sonne hinter den gegenüber liegenden Bergen. Nur einzelne Sonnenstrahlen finden noch eine Lücke und schicken einen letzten Gruß ins Tal.

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Zurück auf der Campsite finden wir unseren Platz leer vor. Da haben wir wohl Glück gehabt und die Reservierung wurde nicht wahrgenommen.

Schnell das Lagerfeuer entzündet und mit der Zubereitung für das Abendessen begonnen. Den Gemsquash musste ich dabei zweimal waschen. Da ein Ameisenstaat in der Wasserleitung der Spüle wohnte ging das erste Auffüllen des Kochtopfes nach hinten los. 🤢

Dazu gibt es gegrillten Kudu – für uns alle der Favorit bei den Fleischsorten.

Entgegen unseren Befürchtungen war der Abend dann recht mild. Der Wind hatte sich gelegt und der Sand die Hitze des Tages gespeichert. In der Ferne sahen wir das eine oder andere Lagerfeuer durch die Büsche scheinen. Ansonsten bekam man von den Campnachbarn nicht viel mit.
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zuletzt bearbeitet 14. Nov. 2013
4’132 Beiträge · seit 200813. Nov. 2013 ·
Hallo, Topobär!

Vielen Dank für die schönen Bilder und deinen ausführlichen Reisebericht!
Beinahe wäre er uns durchgerutscht.
Es ist hochinteressant, wie unterschiedlich das Kaokoveld und Damaraland durchfahren werden und die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt werden. Es gab ja in der letzten Zeit einige Berichte und in jedem sieht man eine andere Facette. Klasse.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Gast13. Nov. 2013 ·
Hallo,
Topobär schrieb:
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Interessant. Offenbar ist an der Engstelle im Hoarusib Canyon jetzt nach 2 Jahren Dürre deutlich mehr Wasser als im Mai 2012 nach knapp einem Jahr Dürre. Damals gab es da nur ein dünnes Rinnsal. Hat da jemand eine Erklärung für? Das Wasser kommt zwar von weit her herbei gelaufen, aber da im Norden war es ja überall seit 2 Jahren ziemlich trocken? Oder haben sich da vielleicht "Sandbänke" verschoben, so dass sich das Wasser da nun zufällig gerade etwas staut?
Topobär schrieb:Ich kenne in der Nähe einen schönen Hügel, der das Flussbett überragt. Ein perfekter Platz für unseren Sundowner. Nach der steilen Auffahrt genießen wir den Blick.

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Hach, Den Hügel kenne ich auch 😎
Die Aussicht ist grandios und wenn unten noch ein paar Tiere vorbeilaufen, kann es kaum einen schöneren Platz geben.
Die Stelle gehört auch zu meinen absoluten Lieblingsplätzen in Namibia.


Beste Grüße

Guido
Themenstarter5’484 Beiträge · seit 200913. Nov. 2013 ·
Hallo Guido,

sind Deine beiden Fotos aus dem selben Jahr?
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Gast13. Nov. 2013 ·
Hallo Topobär,

nein, das obere Foto ist von Mai 2012 und das untere von Juni 2011. Da war der Hoarusib während der Jahrhundertregenzeit wochenlang gelaufen und hatte im Juni nördlich von Purros noch viele feuchten Stellen. Südlich von Purros haben wir uns da im Hoarusib ganz professionell festgefahren - als wir (ich) auch mal so ein cooles Foto von einer Wasserdurchfahrt machen wollten. 🤪

Beste Grüße

Guido
3’388 Beiträge · seit 200913. Nov. 2013 ·
Mensch, Topobär, Du hast hier vielleicht tolle Bilder vom Purros-Cayon reingestellt.

Wenn das so weitergeht, werde ich irgendwann mal zum Camper. Allerdings müsste ich dann bei Dir noch in die Lehre gehen ...

Eines hab ich mir aber gemerkt: nach dem grillen wird der Abwasch von den Damen übernommen. Das ist schon mal ein guter Ansatz. 🙂

Viele Grüße
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
1’559 Beiträge · seit 201113. Nov. 2013 ·
Hallo Topobär,
deine Tour macht Mut und nachdem wir von Puros aus in den Canyon gefahren sind, träumen wir von einer Durchquerung bis zur Skelettonküste. Leider sind wir dieses Jahr auch wieder nach Puros zurückgekehrt, wir haben so zu sagen erst einmal die Lage gecheckt. 😏 Nun könnten wir auch eure Tour in umgedrehter Richtung unternehmen.
Vielleicht in zwei Jahren???
Deine super schönen Bilder steigern das Fernweh ... 😈 Nur weiter so.

Liebe Grüße
Biggi
Meine Reiseberichte
1’674 Beiträge · seit 201213. Nov. 2013 ·
Hallo Topobär,

vielen Dank für den informative Bericht und die wunderschönen Bilder.
Auch wir lieben solche Landschaften und mit den von dir gegebenen Informationen wird die Planung für diesen Teil Namibias schon wieder ein Stückchen einfacher.

Nächstes Jahr werden wir uns zum ersten Mal im südlichen Afrika als Camper versuchen und dann sehen wir weiter .....

Hab mir deinen Bericht schon mal unter Favoriten abgelegt. 🙂

Bin gespannt wie es weiter geht.

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
45 Beiträge · seit 200814. Nov. 2013 ·
Hallo Topobär! Unsere Reise war nicht so spektakulär wie Deine...Wir waren mit dem Flieger am Kunene in der Okahirongo-Riverlodge und nach 5 Tagen und einer Stunde Flug in der Okahirongo-Elephantlodge bei Purros..
Über die grünen Landschaften im Huarusibtal war ich auch sehr erstaunt...das hatte ich nicht erwartet, genauso wenig die vielen Tiere...es flogen sogar Malachite umher...Und daß die Gegend durch ihre Rauhheit, Abwechslungsreichtum,Weite und Stille spektakulär ist, macht sie so besonders.....Wir haben alles sehr genossen...Bin gespannt, wies bei Dir weiter geht. Viele Grüße.Bianka.
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zuletzt bearbeitet 14. Nov. 2013
Themenstarter5’484 Beiträge · seit 200914. Nov. 2013 ·
@ Bayern Schorsch:
Durch mich haben schon so einige mit dem Campen angefangen, z.B. meine Frau. 🙂
Bei der heutigen modernen Campingausrüstung ist das Ganze auch sehr bequem. Es gibt sogar schon Kingsize-Luftbetten für's Zelt.

@Biggi:
Der Purros-Canyon ist der schwierigste Teil der Strecke. Danach Richtung Süden wirds einfacher.

@Dagmar:
Ich hoffe, das Campen wird Euch gefallen. Wir haben schon 2 Lodge-Rundreisen in Afrika gemacht, sind dann aber zum Campen zurück gekehrt. Hin und wieder eine schöne Lodge zum Relaxen darf aber gerne sein.

@Carsten:
Wenn es auf der Karte Eurer Reise-Route richtig erkenne, seit Ihr ja auch durch den Purros-Canyon zum Hoanib gefahren. Auf den Teil des Reiseberichts freue ich mich ganz besonders.

@Bianka:
In der Okahirongo Elephant Lodge waren wir vor ein paar Jahren auch. Ist eine der besten Lodges, die ich im südlichen Afrika kenne.
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zuletzt bearbeitet 14. Nov. 2013
447 Beiträge · seit 201114. Nov. 2013 ·
Hallo Topobär,
wunderschöne Bilder aus dem Hoanib und Hoarusib! Zu deiner Aussage: "Glücklicherweise trägt der Boden aber überall und es gibt auch keinen Schlamm..."hier ein paar Bilder von Besuchen im Hoarusib in der Vergangenheit:
Erster Besuch 1993 im August:


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dann 2001, wieder im August

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und 2007 auch Juli/August, endlich mal mit etwas weniger Wasser.
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Fazit: vielleicht lag es ja an uns, wir hatten bei den länger zurückliegenden Besuchen jedenfalls viel Arbeit.
Gruß Wilfried
zuletzt bearbeitet 14. Nov. 2013
Themenstarter5’484 Beiträge · seit 200914. Nov. 2013 ·
Hallo Wilfried,

auf Deinen Bildern ist schön zu sehen, weshalb wir 2010 bei der Einfahrt in den Canyon wieder umgedreht sind. Mir hatte es schon gereicht, ein paar Jahre vorher ein Motorrad auszugraben, welches im Schwemmsand des Hoarusib wie einzementiert war. Auch diesmal habe ich mehr auf die Bodenbeschaffenheit als auf die Wassertiefe geachtet.
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Themenstarter5’484 Beiträge · seit 200919. Nov. 2013 ·
9.Tag (Samstag 28.09.2013)
Purros – Hoarusib-Canyon
74km

Der Tag beginnt mit einer Schrecksekunde. Kathrin ist beim Verlassen des Dachzeltes anscheinend noch nicht ganz wach, verfehlt eine Leitersprosse und fällt von ganz oben auf den Rücken. Da bleibt Ihr erst einmal die Luft weg, aber ansonsten hat sie ein Riesenglück gehabt. Der Boden ist eben und besteht aus festem Sand. In vielen anderen Camps hatten wir aber auch Felsen, Baumwurzeln und ähnliche Hindernisse unter dem Zelt. Das hätte auch ganz anders ausgehen können. 😮

Jetzt sind wir auf jeden Fall alle hellwach. Die Sonne kommt raus. Wir genießen das Frühstück und danken Kathrins Schutzengel, dass er Frühaufsteher ist.

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Die Akazie unter der wir sitzen steht in voller Blüte

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Nach dem Frühstück suchen wir noch kurz den Shop in Purros auf, da der Camp-Warden meinte, dass es dort Orangen zu kaufen gäbe. Das erweist sich aber als Fehlinformation. Der Shop hat überhaupt keine Frischwaren. Nur Getränke, Konserven und andere haltbare Lebensmittel. Unsere Ausbeute ist eine Packung Zitronenkekse, die das dezente Aroma von Klosteinen verströmen. 🙄

Im mittleren Hoarusib gibt es so gut wie keine Tiere. Hin und wieder ein paar Springböcke und Giraffen. Es gibt hier aber auch kein Oberflächenwasser, was die Ursache dafür sein dürfte.

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Selbstverständlich fahren wir auf den Aussichtshügel, der ca. 20km weiter nördlich das Flussbett überragt. Von hier überblickt man das gesamte Tal des mittleren Hoarusib.

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Dort wo die Piste Richtung Khumib das Tal verlässt, sehen wir auch Fahrspuren, die weiter im Hoarusib entlang führen. Damit sind meine letzten Zweifel beseitigt. Es gilt wieder Neuland zu entdecken. Diesmal fahren wir durch den Hoarusib-Canyon zur D3707.

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Zu Anfang lässt sich die Strecke locker fahren. Einmal fahre ich mich kurz im weichen Sand fest, weil ich zu sehr die Landschaft genieße und nicht so genau auf die Strecke achte, wodurch ich in einer Kurve etwas aus der Spur komme. Mit Hilfe der Sandmatten bin ich aber in einer Minute wieder flott.

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Weiter geht’s. Die schwarzen Felswände bieten einen schönen Kontrast zum weißen Sand und dem üppigen Grün der Pflanzen.

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Ich überlege schon, ob wir nicht gleich bis Opuwo durchfahren und den so eingesparten Tag lieber woanders einsetzen, aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Als sich die Fahrspur überraschend in 3 Spuren auffächert, bin ich kurz unentschlossen und gehe vom Gas. Ein großer Fehler, denn als ich wieder anfahre, grabe ich mich sofort ein. Sandmatten raus, aber auch damit habe ich keinen Erfolg. Da es im Hoarusib-Canyon auch immer wieder steinige Passagen gibt, bin ich bislang mit 1,8bar unterwegs gewesen. Jetzt lasse ich den Luftdruck bis auf 1,1bar ab, aber auch das nutzt nix.

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Inzwischen sitzt der Wagen voll auf. Nicht nur die Differentiale, sondern vor allem die massive Tankverkleidung wirken wie ein Anker. Da hilft nur noch graben, bis der Boden nicht mehr aufliegt.

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Sandmatten drunter gelegt und der Wagen fährt… …genau so weit, bis die Räder nicht mehr auf den Sandmatten sind. Wieder liegt der Boden im weichen Sand auf. Es ist Mittag und die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel. Ich sehe schon aus, wie ein paniertes Schnitzel und entscheide mich erst einmal für eine Stunde Siesta im Schatten.

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Dann wird wieder gegraben. Diesmal nicht nur unter dem Auto, sondern auch davor, so dass für die Räder eine sanfte Rampe entsteht. Lieber jetzt eine viertel Stunde länger graben, als das Spiel noch ein paar Mal zu wiederholen. Das war gut so, denn der nächste Versuch gelingt und wir sind wieder frei.

Fahrtechnisch ist der Hoarusib-Canyon gar nicht so schwierig. Klar, es gibt Sandpassagen, aber die lassen sich mit 1,1bar Luftdruck gut fahren. Daneben gibt es aber auch immer wieder felsige Passagen. Die könnte man mit 1,8bar locker entlang rumpeln. Man ist somit nie mit optimalem Luftdruck unterwegs und das macht die Schwierigkeit aus. Heute fahren wir mit 1,1bar weiter. Ich habe keinerlei Interesse an weiteren Buddeleien. Dafür muss ich den Wagen vorsichtig und in Kriechgeschwindigkeit, quasi über die Felspassagen tragen. Aber alles geht gut.

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25 Kilometer bevor wir die D3707 erreichen, finden wir eine schöne Campmöglichkeit im Schatten einer Felswand.

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Nachdem ich stundenlang der Länge nach im Sand gelegen habe, muss ich mich erst einmal umfangreich entsanden, was in Ermangelung einer Dusche eine recht langwierige Prozedur ist.

Es bleiben dann noch 2 Stunden Tageslicht. Ich genieße die Ruhe in der Schlucht und lese ein wenig. Dann Feuerholz sammeln, Sundowner, Abendessen kochen. Es gibt Nudeln mit Thunfisch-Tomaten-Sauce. Ordentlich Kohlenhydrate nach einem anstrengenden Tag – perfekt.

Der Himmel bleibt wolkenlos und wir können einen Sternenhimmel, wie aus dem Bilderbuch genießen. Dazu klicken die Geckos um die Wette. Es ist angenehm mild, so das auch noch der eine oder andere GinTonic durch die Kehle rinnt.
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zuletzt bearbeitet 19. Nov. 2013
234 Beiträge · seit 201120. Nov. 2013 ·
Ach Topobär,
mal wieder einfach nur herrlich, Dein Bericht samt Fotos! 🤩
Danke
Philipp

P.S.: An diesem Abend hätten Deine Damen aber mal den Kochdienst übernehmen können. Auf den Bildern sehe ich immer nur Dich buddeln! 🙁 Wobei Kathrin natürlich entschuldigt ist, nach dem Sie morgens so unsanft aus dem Bett gefallen war. Gott sei Dank hat sie sich nichts ernsthaft verletzt.
Kinder, Katzen, KTP... Namibia Juni/Juli 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/258319-kinder-katzen-ktp-namibia-junijuli-2012.html
zuletzt bearbeitet 20. Nov. 2013