Reisebericht

Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013)

von Topobär · begonnen 18. Okt. 2013 · 25 Teile

Teil 118. Okt. 2013
Oh Mann! Das wimmelt hier im Forum ja derzeit nur so vor Reiseberichten und jetzt komme auch noch ich mit einem weiteren dazu. Aber ich hatte ja versprochen zu berichten, wie es uns bei unserer Reise durch Namibia und Botswana ergangen ist. Außerdem hat mir das Schreiben meiner bisherigen Reiseberichte soviel Spaß gemacht, dass ich auf gar keinen Fall darauf verzichten möchte. Ist inzwischen für mich fester Bestandteil des Gesamterlebnisses Afrika-Reisen geworden.

Dieses Mal waren wir zu dritt. Mit dabei war Lucia, eine langjährige Freundin von uns. Nach beruflicher Neuorientierung hat Sie jetzt endlich einen Arbeitgeber, der auch mehr als 2 Wochen Urlaub am Stück genehmigt und wollte mit erleben, weshalb wir so afrika-verrückt sind.

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Rivers & Sand spiegelt die beiden Hauptaspekte dieser Reise. Wir sind von Fluss zu Fluss gereist. Große Flüsse, kleine Flüsse, Flüsse mit Wasser, Flüsse ohne Wasser, Flüsse im Flachland und Flüsse in tiefen Schluchten, bekannte und weniger bekannte Flüsse und solche mit wechselnden Namen. Wir waren neben, in, auf und über den Flüssen unterwegs.

Sand gab es überall. Dort wo man ihn erwartet und auch dort, wo man nicht mit ihm rechnet. Dort wo er hingehört und auch dort, wo man ihn nicht haben möchte. In der Wüste, am Strand, in den Flussbetten, in der Luft, unter den Reifen, im Auto, im Zelt und in den Klamotten.

Selbstverständlich freue ich mich über jeden Leser und erst recht über die Kommentare. Zustimmung, Kritik, Anfeuerungen, Verbesserungen, Anregungen, Klugscheißerei, Hilfe, Smalltalk, etc.; alles ist willkommen. Wer die Kommentare nicht lesen will, für den scheint die Sonne.
Teil 222. Okt. 2013
1.Tag (Freitag 20.09.2013)
Hannover – Windhoek
43 km

Die Überschrift ist natürlich nicht ganz korrekt, denn wir sind natürlich schon am 19.September ins Flugzeug gestiegen und von Hannover nach Windhoek sind es auch ein paar Kilometer mehr, aber für mich zählen nur die selbst gefahrenen.

Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder Probleme bei unseren Flügen mir Air Namibia gegeben hatte, haben wir uns dieses Jahr erstmals für die Alternative mit Star Alliance via Johannesburg entschieden. Das hatte gleich einmal den Vorteil, dass wir schon ab Hannover fliegen konnten und nicht erst im, für großes Reisegepäck völlig ungeeigneten, ICE nach Frankfurt fahren mussten. Das Gepäck konnten wir von Hannover auch gleich bis Windhoek durch checken.

Die Flüge sind dann auch alle sehr pünktlich. Wir kommen mit den jeweils rund 2 Stunden Umsteigezeit locker hin. Die lange Strecke legen wir in einem A340 von SAA zurück. Service und Entertainement-System sind so wie man es sich auf der Langstrecke wünscht.

Gegen 12:00Uhr kommen wir pünktlich an. Von unserem Gepäck fehlt allerdings ein Stück. Kathrins und mein Duffle-Bag sowie die Küchenkiste sind da, die Tasche von Lucia fehlt. Mit Ihr warten ca. 30 weitere Passagiere vergeblich auf Ihr Gepäck. Da sind anscheinend ein oder zwei Gepäck-Container in Johannesburg stehen geblieben. Bei dem Andrang dauert es dann natürlich eine ganze Weile, bis Lucia ihr fehlendes Gepäckstück am entsprechenden Schalter registrieren lassen kann.

Unser Abhol-Service von Bushlore ist natürlich schon längst da. Da wir aber seine einzigen Gäste sind, besteht keine Eile und wir decken uns noch am Flughafen mit Bargeld und einer namibischen SIM-Card ein.

Die Fahrzeugübergabe nimmt dann gute 2 Stunden in Anspruch. Die Ausrüstung ist sehr umfangreich, macht einen hochwertigen Eindruck und wird uns, wie auch der Wagen, ausführlich erklärt. Eine der besten Fahrzeugübergaben, die ich je gehabt habe. Sonderwünsche werden unbürokratisch ermöglicht. Ausrüstungsgegenstände die überflüssig sind können wir im Depot lassen, denn es zeigt sich schon jetzt, dass es im Kofferraum verdammt eng werden wird.

Um 16:00Uhr fahren wir bei Bushlore vom Hof. Unser erstes Ziel ist das MET-Office, in dem wir das Permit für die Strecke Tinkas-Blutkuppe im Namib-Naukluft Nationalpark besorgen wollen. Ich parke auf der Independence Avenue und während Kathrin sich um das Permit kümmert, versucht Lucia weiterhin telefonisch den Verbleib Ihres Gepäcks zu klären und ich will mal für ein paar Minuten die Augen schließen. Die Pause wird aber jäh unterbrochen, als plötzlich drei Türen gleichzeitig aufgerissen werden (alle außer hinten links, wo Lucia sitzt). Ich bin sofort hellwach und springe ohne groß nachzudenken, laut die Typen anschreiend, aus dem Wagen. 😈 Die hauen dann auch sofort ab und es zeigt sich, dass wir ohne Verluste davon gekommen sind. Der Wertsachenrucksack lag unter dem Berg von Kissen, Bettlaken und Schlafsäcken, die am Abend in den Dachzelten verstaut werden sollten und die Fotoausrüstung außer Reichweite zwischen Fahrer- und Beifahrer-Sitz.

Kathrin kam dann auch unverrichteter Dinge zurück. Angeblich braucht man das Permit nur, wenn man dort übernachten will, nicht aber für einen Tagesausflug. Das wäre ja mal ganz was Neues. 😕

Danach geht’s in die Merua Mall zum Großeinkauf, denn nach Swakopmund geht es für über eine Woche in die Wildnis. Allein die Getränke füllen schon einen ganzen Einkaufswagen und der restliche Einkauf annähernd einen zweiten. Damit ist der Kofferraum bis unters Dach voll. Man gut, dass Lucias Tasche fehlt. 😗

In der Dämmerung kommen wir am Gate des Daan Viljoen Gameparks an. Der angekündigte Kälteeinbruch macht sich in dem Moment bemerkbar, wo die Sonne hinterm Horizont verschwindet. Die Rangerin am Gate ist mit Skimaske und Daunenjacke bereits eingemummelt, als wolle Sie auf eine Polarexpedition starten. Es begrüßt uns noch ein einzelnes Kudu-Weibchen. Schnell an der Rezeption angemeldet, aber bis wir die Zelte aufbauen ist es bereits dunkel.

Lucia hatte den ganzen Tag über versucht, jemanden vom Lost Baggage Schalter unter der Ihr dort genannten Telefonnummer zu erreichen, es ging aber nie jemand ran. Auch an der Rezeption in Daan Viljoen war Ihr Gepäck nicht angekommen. 😠

Fürs Dinner liefen wir rüber zum Booma Restaurant. Ein bisschen Bewegung tat uns allen nach der vielen Sitzerei gut. Viel war nicht los und sonderlich gemütlich ist es in dem riesigen Raum auch nicht, wenn nur zwei Tische besetzt sind. Das einfache Essen war aber lecker, reichlich und günstig. Was will man mehr.

Zurück auf der Campsite ist diese von einer kleinen Herde Pferde okkupiert. Wahrscheinlich ist die Campsite die einzig saftig grüne Wiese im Umkreis von 100km. Die Pferde lassen sich dann auch nicht groß von uns stören und grasen ungerührt weiter.

Nach der Anreise sind wir verständlicherweise ziemlich kaputt und die Temperaturen laden auch nicht dazu ein, noch ein wenig draußen zu sitzen. So verschwinden die Mädels rasch im Bett, während ich den Kofferraum komplett ausräume um das Packen noch einmal zu optimieren. Es hat schon einen Vorteil, der Generation anzugehören, für die Tetris noch ein Highlight unter den Videogames war, denn letztendlich bleibt eine Lücke für Lucias Tasche, die jetzt nur noch an Land kommen muss.

Die Campsite von Daan Viljoen hat mir sehr gut gefallen. Man steht auf einer saftig grünen, von Palmen gesäumten Wiese, am Rande eines derzeit leider ausgetrockneten Sees. Jeder Stellplatz hat einen Grill und eine Spüle mit Arbeitsfläche. Die Ablutions sind super. Nicht nur sauber und funktionell, sondern auch sehr schön gestaltet, wie man es sonst nur von Lodges kennt. Für die erste Nacht im Großraum Windhoek würde ich zukünftig immer wieder hierher kommen.

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Die Bilder sind natürlich vom nächsten Morgen, aber ich wollte den ersten Tag nicht gänzlich ohne Bilder posten.

Der erste Tag einer Reise ist natürlich mit das Langweiligste eines Reiseberichtes überhaupt, aber da musstet Ihr jetzt durch. 😛
Ich gelobe aber Besserung für die nächsten Tage. 😄
Teil 324. Okt. 2013
2.Tag (Samstag 21.09.2013)
Windhoek – Swakopmund
350km

Die Nacht war noch erheblich kälter als erwartet und vorhergesagt. Es waren unter 0°C, denn auf den Zelten hat sich eine dicke Schicht Raureif gebildet. Während das für Kathrin und mich aufgrund unserer guten Schlafsäcke überhaupt kein Problem war, verbrachte Lucia eine fürchterliche Nacht, in der sie erbärmlich gefroren hat. Aufgrund des fehlenden Gepäcks war Sie auf den zum Camper gehörenden Leihschlafsack angewiesen und obwohl Sie noch zusätzlich all Ihre verbliebene Kleidung an hatte, taugte der überhaupt nix. 😠

Das Abbauen der Zelte war für mich dann in Ermangelung von Handschuhen auch kein Vergnügen. Die kalten Metallteile und die gefrorenen Hüllen verwandelten meine Hände in kürzester Zeit in Eisklumpen. Ansonsten wurde einem beim Zelt auf- und abbauen schon ordentlich warm. Wir fragten uns ohnehin, wie kleinere oder ältere Menschen das bewerkstelligen sollen, denn man musste dafür zwingend aufs Auto klettern (ohne Leiter) und brauchte auch eine gewisse Größe und Armspannweite um alle notwendigen Verrichtungen erledigen zu können. Bei uns bedeutete das, dass ich täglich zwei Zelte auf- und abbauen musste.

Zum Frühstück kam dann die Sonne über den Hügel im Osten, jedoch noch ohne Kraft. So wurden Tee und Kaffee an diesem Morgen sehnsüchtig erwartet.

Bei der Abreise dann das Highlight des Tages – Lucias Tasche lag in der Rezeption des Camps. 🤩 Sie passte auch genau in die dafür vorgesehene Lücke im Kofferraum, der jetzt restlos voll war. Die Maximalbelegung eines Landcruiser Campers liegt demnach bei 3 Personen.

Auf der C28 geht es dann bei strahlendem Sonnenschein Richtung Swakopmund. Ich hatte die Staße gar nicht mehr als so schön in Erinnerung, wie sie sich uns diesmal präsentierte. Gleich einer Achterbahn schlängelt sie sich durch die Hügel des Khomas-Hochlands. Unterwegs sahen wir mit Pavianen und Kudus auch schon unsere ersten Wildtiere. Am Boshua-Pass machten wir einen ersten längeren Stop um hier an der Abbruchkante des Hochlands den Blick über die Ebene schweifen zu lassen. Inzwischen war auch Lucia aufgetaut.

An der Abzweigung in Richtung Tinkas steht unübersehbar ein Schild mit der Aufschrift „Permit required“. Das deckt sich ja nicht so ganz mit unseren Auskünften aus Windhoek. I 😕 Ich bin aber nicht bereit, deshalb auf diese Strecke zu verzichten, denn hier kommt auch für mich Neuland. Neben vielen bekannten Strecken habe ich auch mehrere für mich neue Strecken auf dieser Reise eingeplant, denn die Kombination aus Highlights vergangener Reisen mit dem Entdecken noch unbekannter Gebiete ist für mich die schönste Art in Afrika zu reisen.

Direkt an der Abzweigung von der C28 nach Tinkas sehen wir auch die ersten Erdmännchen dieser Reise. Sie sind aber sehr scheu und laufen sofort davon, so dass ich keine Gelegenheit zu einem Foto habe.

Die Strecke durch die Tinkas-Flats hat immer mal wieder Wellblech, was wir aber gerne auf uns nehmen, sind wir doch überrascht, von der großen Anzahl an Oryx, Springböcken und Straussen, die wir auf der Ebene sehen. Leider alle weit weg, aber wir hätten hier niemals mit solch einer Tierdichte gerechnet. Die Erklärung dafür finden wir in Tinkas, wo die Quelle trotz der Dürre noch Wasser führt.

Hier in der Umgebung finden sich auch viele ungewöhnliche Felsverwitterungen. Sehen aus wie riesige versteinerte Gehirne.

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Bald kommt dann auch die Blutkuppe in Sicht. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass es auch hier Köcherbäume gibt. Dachte immer, die finden sich erst weiter im Süden.

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Direkt unterhalb der Blutkuppe machen wir unser Mittags-Picknick auf einer der Campsites. Hier werden wir sicherlich auf einer zukünftigen Reise auch mal eine Nacht verbringen. Über uns, in Felswänden die ich nur angeseilt beklettern würde, toben einige Dassies umher. Stürzen die eigentlich auch mal ab?

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Als wir weiter fahren wollen, bemerke ich, dass wir unseren Grill verloren haben. 😠 Ich hatte mich schon bei der Übergabe darüber gewundert, dass der Dreibeingrill lediglich mit Druck auf das Reserverad am Heck gesteckt wird, dachte mir aber: „Die werden schon wissen, was sie tun“. Wussten sie anscheinend nicht. Haben andere von Euch schon ähnliche Erfahrungen mit dem Grill gemacht, oder hat er bei Euch gehalten und wir hatten lediglich Pech? Wenigstens haben wir den Grill so früh verloren, dass wir uns in Swakopmund Ersatz kaufen können.

Schon weit vor Swakopmund verschwindet die Sonne hinter einem Schleier. Es ist aber diesmal nicht der für die Küste übliche Nebel, sondern es herrscht Sturm und die Luft ist voller Staub.

Wir fahren direkt bis ans Meer zur Jetty. Die Luft ist erfüllt von der Gischt meterhoher Wellen.

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Der Zugang zum Jetty Restaurant ist trocken nicht zu schaffen, aber es lohnt sich, eine nasse Hose zu riskieren. Im Restaurant erlebt man die Naturgewalten hautnah. Der ganze Bau erzittert unter den gewaltigen Brechern.

Wenn man schon an der Küste ist, sollte man auch die lokalen Spezialitäten kosten. Da wir nicht hungrig sind entscheiden wir uns für Austern, die es hier glücklicherweise auch in mehreren überbackenen Variationen gibt (roh bekomme ich Austern nicht runter). Wir bestellen je 3 Stück in drei verschiedenen Zubereitungs-Arten. So kann jeder alles probieren und es ist Eine leckerer als die Andere „mmmmmhhh“. Als Snack zwischendurch kann ich die Austern in der Jetty nur wärmstens empfehlen.

Danach noch kurz in den Spar, um Obst und Gemüse für die kommende Woche in der Wildnis einzukaufen und nicht zu vergessen einen neuen Grill. Außerdem braucht Lucia noch einen Sonnenhut.

Zum Sonnenuntergang fahren wir noch einmal zur Jetty. Wir warten jedoch nicht bis die Sonne hinterm Horizont versunken ist, da unser Campingplatz etwas außerhalb der Stadt liegt und wir die Zelte nicht im Dunkeln aufbauen wollen.

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Wir haben uns für den Campingplatz Sophia Dale entschieden, der von Manfred und seiner Frau betrieben wird, die vor einigen Jahren aus Deutschland hierher ausgewandert sind. Sophia Dale liegt ca. 10km außerhalb von Swakopmund an der Straße nach Uis. Leider hört man die Straße auch auf dem Campingplatz, aber nachts herrscht quasi kein Verkehr. Ansonsten ist der Campingplatz erstklassig. Schöne schattige Stellplätze und beste Sanitäranlagen. Noch getopt wird der Platz aber durch das dazu gehörige Restaurant. Manfred ist gelernter Metzgermeister und bei ihm kommt nur bestes Fleisch auf den Tisch. Wir bekommen traumhaft zarten Kudu mit frischem grünem Spargel aus dem Swakop-Revier. Man kann hier aber nicht nur lecker essen, sondern sich auch mit Vakuum eingeschweißten Fleisch eindecken. Mit Portionen für die nächsten 6 Tage war unser Kühlschrank jetzt randvoll. In Swakopmund würden wir immer wieder auf Sophia Dale übernachten.
Teil 428. Okt. 2013
3.Tag (Sonntag 22.09.2013)
Swakopmund – Spitzkoppe
180km

Da wir bereits um 8:00Uhr in Swakopmund am Treffpunkt für die Living Desert Tour sein müssen, beginnt der Tag um 6:00Uhr. Es ist noch stockdunkel. Die morgendlichen Abläufe sind noch nicht so richtig eingespielt und so wird es dann doch eine ziemliche Hetzerei pünktlich dort zu sein. Wir sind dann aber zur vereinbarten Zeit auf dem Parkplatz am Swakopmund Hotel und nur wenige Augenblicke fährt Ansgar, einer der Assistenten von Chris, vor.

In Swakopmund ist absolut tote Hose. Kaum eine Menschenseele auf der Straße. Laut Ansgar wird sich das auch den ganzen Tag über nicht ändern. Sonntags sind die Bewohner entweder am Meer zum Angeln oder sitzen vor der Glotze und schauen Rubgy.

Am Rande des Swakop-Reviers treffen wir uns mit den anderen Tour-Fahrzeugen. Dann starten wir in die Dünen, wo wir von Chris zunächst einmal eine sehr gute und anschauliche Einführung in das Ökosystem der Küstendünen erhalten. Begeistert bin ich von seinem Humor und seinen Zeichnungen, die er zur Verdeutlichung seiner Ausführungen mit dem Schlangen-Stock in den Sand malt.

Dann kommt die Praxis. Während Chris’ Einführung haben seine beiden Mitarbeiter das Gelände ringsum erkundet und die Stellen markiert, wo Tiere zu finden sind. Als erstes wird eine „Dancing White Lady“ ausgegraben.

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Um die Spinne formatfüllend aufs Bild zu bekommen muss man sich schon sehr nah davor legen. Die Spinne ist aber überhaupt nicht begeistert von der Aufmerksamkeit, die ihr zu Teil wird und geht immer wieder zum Angriff über, was zu hektischen Sprüngen der Fotografen führt, denn der Biss soll extrem schmerzhaft sein.

Als nächstes gibt es einen Skink zu sehen. Sieht aus wie eine farbige Blindschleiche und nichts anderes ist er auch - eine Eidechse ohne Beine. Beeindruckend ist vor allem zu sehen, wie der Skink durch den Sand schwimmt.

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Danach sehen wir mehrere Chamäleons. Wenn sie nicht gerade hinter einem Leckerbissen her waren, haben die richtig schön für ein Foto posiert. Interessant war zu sehen, wie sich die Farbe der Tiere je nach Gemütszustand verändert. Im entspannten Zustand dunkel und mit zunehmender Aufregung immer heller werdend.

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…und dann kam endlich mein Lieblingstier, der Palmato-Gecko. Ich finde diese farbenfrohen Geckos so was von niedlich, dabei hätte ich bislang niemals gedacht, dass es überhaupt niedliche Reptilien geben kann. Wenn man erst einmal weiß, worauf man achten muss, ist der Bau dieses Geckos übrigens ziemlich einfach zu finden.

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Danach ging es am Rand der Dünen entlang, auf der Suche nach weiteren Tierarten. Es dauerte ziemlich lange, bis Chris fündig wurde, und uns noch eine Sidewinder-Schlange präsentieren konnte. Ich war überrascht, wie klein diese Schlangen sind.

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Als Abschluss gab es dann noch ein wenig Action. Wie in einer Achterbahn ging es hoch und runter durch die Dünen. Wie gerne hätte ich hier selbst am Steuer gesessen.

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Auf einer hohen Düne mit Blick aufs Meer machten wir noch eine letzte Pause, dann war die Tour auch schon zu Ende. Als wir auf die Uhr sahen, waren wir erstaunt, dass es schon fast 14:00Uhr war. Wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man so gut unterhalten wird. Ich kann die Living Desert Tour von Chris nur wärmstens empfehlen. 🤩

Da Chris nur Bargeld nimmt, waren wir wieder blank und mussten noch schnell am ATM vorbei, bevor es weiter zu unserem heutigen Etappenziel, der Spitzkoppe ging.

Dank der relativ klaren Luft konnten wir die Spitzkoppe und die angrenzenden Pontoks bereits eine halbe Stunde vor unserer Ankunft am Horizont auftauchen sehen. Das Panorama, dieser Inselberge beeindruckt mich immer wieder.

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Das gesamte Areal um die Spitzkoppe ist umzäunt. Bei der Ankunft zahlt man seinen Obolus, erhält eine Karte des Geländes und kann sich dann seine Campsite nach dem Prinzip „ first come – first serve“ selbst aussuchen.

Wir fuhren zunächst zum Naturbogen und machen uns auf den kurzen Spaziergang, diesen zu durchschreiten.

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Danach fuhren wir auf den Parkwegen weiter kreuz und quer durch das Areal. Wir sahen Steinböckchen und Dassies, die aber für vorzeigbare Fotos viel zu weit weg waren. Immer wieder beeindruckend waren die skurrilen Felsformationen.

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Bevor wir uns auf die Suche nach einer freien Campsite machten, besuchten wir noch die Paintings am „Little Bushman’s Paradies“. Als ich dort die Schmierereien irgendwelcher Chaoten am Fels sehe, ärgere ich mich maßlos. 😠 Kein Wunder, dass es in immer mehr Gebieten eine Führerpflicht gibt, wenn sich die Touris nicht benehmen können.

Bislang waren alle Campsites an denen wir vorbei gekamen bereits besetzt. So beschließen wir in das Gebiet westlich der Spitzkoppe zu fahren, wo wir uns auch einen schönen Sonnenuntergang erhoffen. Wir haben Glück und ergattern mit der Campsite Nr. 9 einen sehr schönen Platz, direkt am Fuße der Spitzkoppe. 🙂

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Wir richten uns häuslich ein und genießen den Rest des Tages im Schatten der Felsen. Einzig die Fliegen nerven ein wenig, aber kein Vergleich zu Australien. Im Baum über uns gibt ein Paar Tokos ein lautstarkes Duett – hört sich echt witzig an und sollte nicht das einzige mal auf dieser Reise sein, wo ich mir ein Ton-Dokument für den Reisebericht wünschte.

Die Dämmerung setzt ein und die Felsen beginnen sich zu verfärben.

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Für den Sundowner brauchen wir heute die Campsite gar nicht zu verlassen. Das gefällt mir als Fahrer und Zelt-Baumeister ganz besonders. Sundowner auf der Campsite sind für mich die entspanntesten Abende.

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Zum Abend grille ich Hartebeest und die Mädels machen einen leckeren Salat dazu. Leider führt mich das Fleisch ein wenig in die Irre. Da es sich an den Seiten nicht verfärbt und rot bleibt, lasse ich es zu lange auf dem Grill, wodurch es etwas zu hart und trocken wird. 😠 Das muss noch besser werden.

Als wir am Lagerfeuer sitzen entdeckt Lucia eine „große Spinne“. Es handelt sich um eine Baby-Walzenspinne. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktion, sollten wir mal ein ausgewachsenes Exemplar entdecken. 😗
Teil 501. Nov. 2013
4.Tag (Montag 23.09.2013)
Swakopmund – Zebra-Canyon
320km

Gleich nach dem Frühstück verlassen wir die Spitzkoppe, wir haben heute noch einiges vor.

Der Himmel ist mit dünnen Schichtwolken überzogen. Das nimmt dem Land alle Farbe. Die D1918 zurück zur Küste ist deshalb noch trostloser als ohnehin schon. Dafür lässt sich die Strecke aber sehr gut fahren und wir sind rasch in Henties Bay. Da dies unsere allerletzte Versorgungsmöglichkeit für längere Zeit ist, machen wir den Tank randvoll, ziehen nochmals Bargeld am ATM und stocken im Spar unsere Vorräte noch ein wenig auf.

Dann geht es weiter nach Cape Cross. Ich war lange nicht mehr hier und es hat sich einiges getan seit meinem letzten Besuch. Das neue Besucherzentrum und den Laufsteg im Holzlook aus recyceltem Kunststoff kannte ich noch nicht.

Ich habe den Eindruck, dass sich derzeit nicht allzu viele Robben im Nationalpark aufhalten, wobei das in Cape Cross natürlich relativ ist. Verglichen mit anderen Robbenkolonien ist die Anzahl der Tiere immer noch gewaltig.

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Der Gestank hält sich auch in Grenzen. Ich kann nicht nachvollziehen, wie pikiert sich manche Besucher hier anstellen.

Bei der wogenden Masse, die hier vor einem liegt, fällt es mir immer schwer, einzelne Motive zu finden. Sowohl beim fotografieren, als auch nur beim beobachten. Dazu noch der bedeckte Himmel - da gibt es nur wenige Fotos.

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Die Robbenkolonie versorgt aber auch andere Tiere. Schakale und Hyänen sehen wir leider nicht, es sind aber reichlich Möwen unterwegs.

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Unser nächstes Ziel ist der Messum-Krater. Für mich Neuland. Hier waren wir noch nie. Nur wenige Kilometer nördlich von Cape Cross zweigt die Zufahrt zum Krater von der Küstenstraße ab. Da der Krater als sehr einsam gilt, bin ich verwundert, dass wir nicht auf einem Single-Track, sondern auf einer geschobenen Piste unterwegs sind. Zunächst führt die Strecke durch endlose Flechtenfelder. Als wir uns dem Krater nähern, kämpft sich auch die Sonne so langsam durch die Wolken.

Im Krater gibt es sogar einen Viewpoint mit betonierten Tisch und Bänken. Ein guter Platz für unser Mittags-Picknick. Allerdings ist der Krater auch von hier aus nicht als solcher zu erkennen. Aufgrund seiner enormen Größe ist das wohl nur aus der Luft möglich. Auf Fotos ist diese weitläufige Landschaft noch schwieriger wiederzugeben.

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Inzwischen ist es heiß geworden. Wir fahren über riesige Schotterebenen. Am Horizont flimmert die Luft – eine Fata Morgana.

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Im Krater biegen wir in Richtung Westen ab, unser Ziel ist die D2303. Hier finden wir die größte Welwitschias, die ich je gesehen habe.

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Kaum haben wir den Krater verlassen, befinden wir uns wieder auf endlosen flachen Geröllebenen.

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Erstaunt waren wir, hier in dieser Einöde auf Erdmännchen zu treffen. In diesem Habitat hätte ich sie nicht erwartet. Leider sind sie so weit entfernt, dass sie aufgrund der flimmernden Luft völlig verschwommen auf den Fotos sind. Ich kann Euch aber sagen, dass sie deutlich dünner waren, als die wohlgenährten Exemplare der Lodges und Gästefarmen.

Auf der D2303 blieben wir nur ein kurzes Stück und bogen dann Richtung Ugab ab. Hier an der Abzweigung gibt’s nur plattes Land und nichts deutet darauf hin, durch welch beeindruckende Schluchten-Systeme wir in Kürze fahren werden. Eine viertel Stunde später sind wir dann auch schon in der Schlucht, die uns von Süden zum Ugab führen wird.

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Das sind die Landschaften, die ich liebe. Wir lassen uns Zeit, halten immer wieder an und genießen unsere Umgebung. Irgendwann dann ein kleiner Paß und wir blicken von oben in das grüne Tal des Ugab.

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Der Kontrast zur lebensfeindlichen Trockenheit ringsumher ist echt krass. An einigen Stellen steht sogar noch Wasser im Ugab. Da habe ich das Tal schon deutlich trockener erlebt. Im Ugab und den angrenzenden Schluchten sehen wir Oryx, Springböcke und viele Kudus. Alle aber leider nicht in fotogener Position und ich bin kein Freund von „Beweisfotos“.

Dafür kann man im Schluchten-System des Ugab der Kontinentaldrift bei der Arbeit zusehen. Ich kenne nur wenige Gebiete auf der Erde, wo die Auffaltung der Gebirge so deutlich zu Tage tritt.

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Nach nur 5km im Ugab biegen wir nach Norden in unser heutiges Tagesziel ein, den Zebra-Canyon. Weiß eigentlich jemand den korrekten geografischen Namen dieser Schlucht? Zebra-Canyon ist nur unser Arbeitstitel in Ermangelung wirklichen Namens.

In der Zwischenzeit ist ein kräftiger, kühler Wind aufgekommen. Trotzdem finden wir schon nach wenigen Kilometern eine wunderschöne Möglichkeit zum campen. Traumhafte Umgebung und dann auch noch relativ windgeschützt.

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Nach dem Aufbau der Zelte gehe ich Brennholz sammeln. Nicht weit entfernt liegt eine umgestürzte Akazie, von der ich mir ein Stück abhacken will. Für den ca. 20cm dicken Ast brauche ich mit dem Beil fast eine halbe Stunde. Das Holz ist so unglaublich hart, dass es mir vorkommt, als würde ich auf eine Eisenstange eindreschen. Obwohl ich als Kletterer ja Finger und Arme ständig trainiere, sollte ich das Holz hacken noch mehrere Tage spüren.

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Nach Sonnenuntergang zieht es langsam zu, so dass wir heute keinen Sternenhimmel sehen.

Zum Abendessen mache ich Oryx-Geschnetzeltes in Pfefferrahm-Sauce. Das Beste am Job des Kochs ist aber, dass ich nach dem Abendessen Feierabend habe, während sich die Mädels um den Abwasch kümmern. Mit Tagebuch schreiben und ein paar Gläsern Rotwein lassen wir den Tag ausklingen.
Teil 605. Nov. 2013
5.Tag (Dienstag 24.09.2013)
Zebra-Canyon – Twyfelfontein
133km

Beim Frühstück ist es noch leicht bedeckt, aber bis wir loskommen hat es aufgerissen. So präsentieren sich die Felsen im besten Licht und für die vielen Geologie-Fans unter Euch gibt es noch ein schönes Abschiedsfoto aus dem Zebra-Canyon.

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Gai-As liegt zwar nicht direkt auf unserer für heute geplanten Strecke, aber der kleine Umweg dorthin lohnt sich immer wieder. Da man die Quelle und die umliegenden Bäume erst sehr spät sieht, ist man immer wieder überrascht, hier in der trockenen Einöde eine offene Wasserstelle zu finden.

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Wir parken bei den Ruinen und vertreten uns ein wenig die Beine. Tiere sind nur wenige zu sehen. Ein Hase flüchtet von der Wasserstelle und in der Ferne sehen wir zwei Strauße.

In der größten Ruine liegt ein Besucherbuch aus. Nach den Einträgen kommt hier alle 2-3 Tage jemand vorbei.

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Zur Erbauung der Ruinen kenne ich zwei Theorien:
1.) Die Ruinen wurden von den San erbaut, die hier regelmäßig auf Ihren Wanderungen zur Küste vorbei kamen. Dagegen spricht, dass es ansonsten nirgends woanders Steinbauten der San gibt.
2.) Die Ruinen wurden von Schiffbrüchigen erbaut, die auf Ihrem Weg von der Küste die Quelle fanden und sich hier eine Zeit lang ausruhten. Dagegen spricht, dass es keinerlei Aufzeichnungen über solch eine Gegebenheit gibt.

Weiß jemand, ob eine dieser Theorien zutrifft, oder gibt es noch weitere Theorien/Erklärungen zu den Ruinen?

Wir fahren dann ein kurzes Stück wieder zurück, denn wir wollen die östliche Strecke durch die Berge in Richtung Huab nehmen. Ich hatte diese Strecke als landschaftlich besonders schön in Erinnerung. Außerdem gibt es hier einen kleinen Petrified Forrest, den ich aber nicht wiederfinde, obwohl ich schon zweimal dort war. 😵

Leider ist es inzwischen sehr diesig geworden, so dass die Farben der Landschaft verblassen. Kurz vor dem Pass zum Huab-Tal machen wir eine kurze Pause unter schönen Felsformationen.

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Als passionierter Kletterer juckt es mir natürlich in den Fingern und ich muss hier ein wenig bouldern. Der Fels hält aber nicht, was er verspricht. Ein Griff hält gleich gar nicht und fällt mir auf den Fuß, was blutige Zehen bedeutet. 😠
Die weitere Strecke bis zum Huab ist ohne Probleme zu fahren.

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Je näher wir dem Flussbett kommen, umso häufiger sehen wir auch wieder Tiere. Meistens Springböcke und Oryx. Die Tiere sind aber scheu und immer weit weg. Das Tele hilft einem bei der vor Hitze flimmernden Luft auch nicht weiter

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Wir erreichen das Flussbett des Huab, der hier extrem breit ist – ein echtes Labyrinth. Am Rand viele Dünen.

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Ein großer Anabaum bietet uns Schatten und Sitzgelegenheit, was wir für unser Mittags-Picknick gerne nutzen.

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Auch im Huab sind viele Oryx unterwegs. Das wird aber vom ersten Wüstenelefanten dieser Reise in den Schatten gestellt. Ein, nach seinem Äußeren beurteilt, uralter Elefantenbulle ist parallel zu unserer Fahrspur unterwegs. Er hat die Ruhe weg. Ignoriert uns völlig, frisst hier und da ein wenig und kratzt sich hinterm Ohr.

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Wir verlassen dann den Huab und biegen in den Aba-Huab ein, um über ihn die Gegend von Twyfelfontein zu erreichen. Man, was ist die Strecke öde. Ewige Tiefsand-Eierei zwischen herbstlichen Mopane-Büschen und kein einziges Tier. Die Strecke werde ich nicht noch einmal fahren.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit müssen wir uns zwischen den Felsgravuren und dem Damara Living Museum entscheiden. Ich bin nur der Fahrer und lasse die Mädels entscheiden. Die sind beide ganz klar für das Living Museum.

Allein schon die Lage des Museums-Dorfes zwischen den Felsen ist klasse. Der Zugang durch eine kleine Schlucht zwischen zwei Blöcken noch besser.

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Wir machen die Village Tour sowie den Bushwalk und bekommen zu dritt eine Privatführung. Es werden uns dabei die wichtigsten Fähigkeiten des ursprünglichen Lebens der Damara erklärt und vorgeführt.

Am beeindruckendsten war für mich das Feuer machen. Das ist richtig harte körperliche Arbeit. Da überlegt man sich jede Zigarette zweimal. 😄

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Die Chefin hat natürlich ein kritisches Auge darauf, ob die Jungs auch alles richtig machen.

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Abwechselnd wird von beiden der Hartholzstab im weichen Holzblock gedrillt. Das dauert sicher 2-3 Minuten, bis es anfängt zu qualmen. Dann getrockneter Eselmist dazu, in dem sich das Glutnest bilden soll.

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Getrocknetes Gras dazu und pusten.

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Stärker pusten.

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E voila!

Wir verlassen das Museum zu Toresschluss. Ist schon witzig, die Damara, welche uns eben noch in traditioneller Kleidung gegenüber gestanden haben, nun in westlicher Kleidung das Gelände verlassen zu sehen. Mir gefällt das Konzept der Living Museum sehr gut. Die öfters geäußerte Kritik an diesem Format kann ich nicht nachvollziehen. Das hat nichts mit Völkerschauen zu tun. Steht für mich vielmehr auf der gleichen Ebene, wie Museumsdörfer in Europa, wo ja ebenfalls das traditionelle Leben der Region vorgestellt wird. Finde ich besser, als Menschen in Ihrem Privatleben zu besichtigen.

Auf dem Parkplatz vor dem Museum sieht Kathrin Ihren erstens Eselskarren dieser Reise und ist natürlich nicht mehr zu halten. Sie ist großer Esel-Fan.

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Insgesamt hatte ich auf dieser Reise den Eindruck, dass die Esel-Karren erheblich weniger geworden sind.

Bis zur Mowani-Campsite sind es nur wenige Kilometer. Ich hatte die Campsite schon von Deutschland aus reserviert und wir standen auch auf der Liste des Torwächters. Kurz zur Lodge zum bezahlen und noch Feuerholz gekauft, dann ging es auch schon zu unserer Campsite. Die ist sehr schön gelegen und Top ausgestattet, mit eigener Dusche, WC und Kochecke.

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Inzwischen hat es wieder zugezogen. Rings umher blitzt und donnert es. Immer wieder fallen Tropfen. Man kann aber nicht absehen, ob uns das Gewitter voll erwischen wird. Kathrin und Lucia haben es sich unter den Dachzelten bequem gemacht. Ich muss sehen, wo ich einen trockenen Platz finde. Dummerweise hat die Campsite zwar super Sonnendächer, die aber kein bischen regendicht sind. Mit den Abdeckhauben der Dachzelte lässt sich das aber ändern. Letztendlich streift uns das Gewitter nur. So steht dem Grillvergnügen nichts mehr im Wege. Glück gehabt. Es ist aber schon merkwürdig, dass es hier ausgerechnet im September, während einer großen Dürre, gewittert. Reisen ohne Wetterkapriolen gibt’s bei mir wohl nicht. 😕

Auf den Grill kommt diesen Abend Kudu. Das Fleisch ist ein Traum und dazu gibt es Gemüse-Reis.

Als wir den Tag gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen reißt der Himmel über uns auf uns wir können die Sterne betrachten, während in der Ferne weiterhin Wetterleuchten zu sehen ist.
Teil 707. Nov. 2013
6.Tag (Mittwoch 25.09.2013)
Twyfelfontein – Palmwag Consession
180km

Die Nacht über hat es immer wieder gewittert. Bin einige Male durch das laute Donnern ausgewacht. Geregnet hat es hier bei uns aber nicht.

Zum Frühstück ist es dann auch bedeckt, bleibt aber weiterhin trocken. So voll wie unser Auto ist, bedeutet das nach dem Frühstück für uns immer sorgfältig zu packen, damit wir alles wieder mit bekommen. Das wird aber von Tag zu Tag mehr Routine.

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Erst kurz vor Palmwag reißt der Himmel auf. Hier hat es anscheinend auch heute Nacht kräftig geregnet. Der Boden ist überall noch nass. Da jetzt aber blauer Himmel ist, hoffen wir auf einen schönen Tag in der Concession.

Am Vet.-Zaun müssen wir uns lediglich in das obligatorische Buch eintragen. An der Tankstelle wird dann noch der letzte Tropfen in den Tank gequetscht, denn ab hier beginnt unsere längste Etappe ohne Tankmöglichkeit.

Auf der Lodge bekommen wir zwar nicht das Permit für die Concession, dafür aber einen erfrischenden Drink auf der Terrasse. Rock Shandy für die Mädels und ein African Radler für mich.

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Dabei leistet uns diese recht große Gottesanbeterin Gesellschaft.

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Ich genieße aber vor allem den Blick auf das satte Grün des Palmenhains, der sich vor der Terrasse erstreckt. Eine Rarität in dieser trockenen Landschaft.

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Das Permit gibt es, wie gesagt, nicht mehr in der Lodge, sondern am Gate in die Concession. Das geht ruckzuck und wir bekommen auch eine Karte des Gebietes dazu. Unser Plan für den restlichen Tag ist eine Rundtour durch die „Day Visitors Area“ der Concession.

Unser erstes Ziel ist die „van Zyls Gat“. Auf dem Weg dorthin sehen wir viele Tiere. Im Gegensatz zu unseren bisherigen Tierbegegnungen auf dieser Reise sind die Viecher hier wesentlich entspannter und stehen teilweise noch nicht einmal auf, wenn man in ihrer Nähe anhält.

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Vom Parkplatz am „van Zyls Gat“ sieht man ein Flussbett, kann aber noch nicht ersehen, was sich einem hier bieten soll. Man hat endlich mal wieder die Gelegenheit ein paar Schritte zu gehen. Das Flussbett verengt sich dann rasch zu einer immer enger werdenden Schlucht. Schroff und überwiegend kahl zeigen sich die Felswände. Hätte ich hier inmitten der weiten Geröllebenen nicht erwartet. Am tiefsten Punkt der Schlucht befindet sich noch immer Wasser. Für viele Tierarten dürfte es aber unerreichbar sein, da man entweder fliegen oder gut klettern muss, um es zur Tränke zu kommen.

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Leider ist die Sonne in der Zwischenzeit wieder hinter Wolken verschwunden und wird sich auch den restlichen Tag nur noch sporadisch zeigen. Bei der Weiterfahrt ist die Landschaft überwiegend geprägt von Geröllebenen. Steine so weit das Auge reicht. Dazwischen als weit verbreitete und markanteste Pflanze, die großen hochgiftigen Besenwolfsmilch-Büsche.

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Da fragt man sich erst recht, wovon die zahlreichen Tiere leben, die wir unterwegs treffen.

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Wir fahren noch ein paar Wasserlöcher an, die meisten sind gut besucht. Die Wege sind sehr steinig, die Fahrerei anstrengend. Vom Prinzip ist bei den Fahrspuren lediglich das Geröll ein wenig verdichtet. Ansonsten unterscheiden sich die Wege nicht von der Umgebung und man wird entsprechend durchgerüttelt.

Ein Highlight steht für heute noch auf dem Programm – der Aub-Canyon. Hier machen wir ein verspätetes Picknick und lassen die Schönheit dieser Landschaft auf uns wirken.

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Tiere sehen wir hier nicht. Wahrscheinlich ist das Wasser hier, wie am van Zyls Gat, für die meisten Tiere zu schwierig zu erreichen.

Seit einiger Zeit habe ich immer mal wieder ein Stechen im Fuß. Ich nutze die Pause und gehe der Ursache auf den Grund. Dabei muss ich feststellen, dass Crocs im Gegensatz zu Tewas nicht beständig gegen Akaziendornen sind. Es stecken mehrere Dornen in der in der Sohle und jedes Mal, wenn ich auf eine stärkere Unebenheit im Boden getreten bin, wurde der Dorn in meine Fußsohle gedrückt. Zum Glück hat Lucia eine starke Pinzette dabei und ich kann die Übeltäter entfernen.

Heute war unser bislang tierreichster Tag. Wir haben Giraffe, Springbock, Oryx, Kudu, Zebra, Erdhörnchen, Steinböckchen und Schakal gesehen. Aufgrund des trüben Wetters kam aber keine rechte Freude beim fotografieren auf. (Aber keine Sorge, dass ändert sich noch)

Bis zu unserer Campsite sind es dann noch ca. 20km Rüttelei. Sie befindet sich flussabwärts im Aub-River, wobei Campsite sicherlich etwas zu hoch gegriffen ist. Hier gibt es null Infrastruktur. Es handelt sich lediglich um einen Bereich, in dem das Campen erlaubt ist. Die Lage ist aber klasse.

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Ganz kurz kommt noch die Sonne raus und wiegt uns in trügerischer Hoffnung, doch zum Sundowner ist es schon wieder bedeckt, was und aber nicht daran hindert, dem gleichnamigen Trinkritual nachzukommen.

In dem Moment, wo ich das Feuer entzünde fängt es kräftig an zu regnen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als die zarten Flammen mit meinem Körper vor dem Regen zu schützen. Ich bekomme dann aber von Lucia Hilfe in Form eines Regenschirms. Interessant, was so alles auf eine Reise durch ein von Dürre geplagtes Wüstenland mitgenommen wird, aber anscheinend eilt mir mein Ruf als Regenmacher schon voraus.

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Nachdem der Schauer vorbei ist, bleibt es aber für den Rest des Abends trocken. Ich grille Hartebeest und dazu gibt es Gemsquash mit Butter und Salz. Diesmal lasse ich mich nicht von der Fleischfarbe in die Irre führen und es ist perfekt auf den Punkt gegrillt. Ich bin also noch immer in der Lage dazu zu lernen.

Abgesehen von unserem ersten Abend (den wir aber im Restaurant verbrachten), ist dies der kälteste Abend unserer Reise. So sitzen wir dick eingemummelt so nah wie möglich am Feuer und lassen uns vom Busch-TV sowie Blitz und Donner in der Ferne unterhalten.
Teil 811. Nov. 2013
7.Tag (Donnerstag 26.09.2013)
Palmwag Concession – Ganamub-Canyon
153km

Nachts gab es noch weitere Schauer und auch unser Frühstück können wir erst mit Verspätung beginnen, da wir noch einen letzten Regenguss abwarten müssen. Aber am Horizont zeigt sich schon blauer Himmel und heute sollte uns das Wetter auch nicht an der Nase herum führen.

Herzstück unserer heutigen Etappe ist die Western Touring Route, auch bekannt als Crowthers Trail. Nur wenige Kilometer von unserer Campsite zweigt diese Strecke von Wegenetz der „Palmwag Day Visitors Area“ ab.

Schon gleich zu Beginn sehen wir viele Tiere. Große Gruppen Oryx, Springböcke und Zebras. Hin und wieder eine Giraffe oder ein Schakal. Aber es ist eine weite Landschaft und die Tiere stehen nicht unbedingt direkt neben dem Wagen.

Lucia entdeckt in der Ferne zwei Nashörner. Eine Kuh mit ihrem schon sehr großen Jungtier. Zu dritt im Wagen entdeckt man deutlich mehr Tiere, als wenn man nur zu zweit unterwegs ist.

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Blöderweise hat sich mein Autofocus dafür entschieden, lieber ein paar Steine im Vordergrund scharf zu stellen, als die Nashörner in der Ferne. Da man bei der Helligkeit auch auf dem Monitor nicht viel erkennen kann, hab ich das erst zu Hause bemerkt, weshalb es nur unscharfe Nashörner zu sehen gibt. 😠 Da es aber die einzigen dieser Reise bleiben sollten, wollte ich sie Euch nicht vorenthalten.

Je weiter wir nach Nordwesten kommen, umso karger und weiter wird die Landschaft. Wir fahren über riesige rote Schotterebenen. Die Piste ist aber gut zu fahren. Für Freunde einsamer Wüstenlandschaften ist die Strecke sehr zu empfehlen. Wirklich sehr einsam und weit abseits der Zivilisation.

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Trotzdem sehen wir immer wieder Tiere. Nicht nur in den Flusstälern, die wir queren, sondern auch auf den weiten Ebenen. Immer wieder sitzen Schwärme von Nama Flughühnern auf der Piste. Die Vögel sind echt stoisch. Ich bin mir nicht sicher, ob die rechtzeitig davon fliegen und halte so manches Mal vorsichtshalber an.

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Wir sehen endlich auch Erdmännchen, die nicht allzu weit entfernt sind und auch nicht gleich flüchten, als wir anhalten. Aber es geht schon auf Mittag zu, weshalb die Luft flimmert und die Schärfe der Fotos leidet.

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Ich sagte ja schon, dass die Strecke sehr einsam ist. Wir trafen in der gesamten Consession über habt nur ein Auto. Das französische Paar schwärmte uns von den Bedingungen im Hoanib vor, was unsere Vorfreude weiter steigerte.

Die Piste verlässt die Ebene und führt über das Flussbett des Mudorib Richtung Hoanib. Kurz bevor wir diesen erreichen, können wir viele Giraffen beobachten.

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(gut getarnt)

Dann haben wir den Hoanib erreicht und sehen sofort eine Gruppe Wüstenelefanten, die dem nahe gelegenen Mudorib-Wasserloch zustrebt.

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Wir folgen den Elefanten in gebührendem Abstand – vor Wüstenelefanten habe ich großen Respekt. Am Wasserloch ist bereits eine weitere Herde. Nach und nach kommen noch 4 Elefantenbullen hinzu. Großes Hallo. Es wird lautstark kommuniziert. Das kollern und trompeten schallt immer wieder zu uns herüber. Was für ein Auftakt im Hoanib.

Auch auf der Weiterfahrt treffen wir Elefanten. So viele habe ich hier noch nie gesehen. Im Gegensatz zu früheren Touren machen sie mir aber einen deutlich entspannteren Eindruck. Auch die Giraffen sind weiterhin zahlreich vertreten.

Wir fahren Richtung Osten den Hoanib hinauf. Das Flussbett ist sehr einfach zu befahren. Es gibt die ganze Zeit über eine feste Spur und häufig gibt es noch weitere gute Parallelspuren, so dass man den Elefanten problemlos ausweichen kann.

Nicht nur wegen der Tiere, sondern auch landschaftlich ist der Hoanib ein Traum. Sattes Grün, wohin man schaut. Viele mächtige Bäume im Flussbett. Das Ganze eingerahmt von schwarzen Felswänden, an denen sich oftmals große Dünen hinauf ziehen. Ich liebe es.

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Nach der Talenge von De Poort biegen wir nach Norden in den Ganamub Canyon ab. Das erste Stück im Flussbett hat ordentlich Wellblech. Wir machen uns auf die Suche nach einer geeigneten Stelle zum Campen und werden schon bald fündig.

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Es geht allerdings ein starker Wind, so dass wir den Tisch im Windschatten des Autos aufstellen müssen. Eine Feuerstelle ist schnell gebaut, und dank des sehr plattigen Gesteins ebenfalls mit einem guten Windschutz versehen. Feuerholz gibt es in der Umgebung in Hülle und Fülle. Einfach nur einsammeln, das Beil kann im Auto bleiben.

Es gibt Oryx gegrillt mit Gemüsereis. Nach dem Abendessen ist für mich wieder Feierabend, den ich diesmal auch richtig genießen kann. Erstmals seit Tagen ist es wolkenlos und wir können den afrikanischen Sternenhimmel bewundern. Auch die Temperaturen haben angezogen – da schmeckt der GinTonic gleich viel besser.
Teil 913. Nov. 2013
8.Tag (Freitag 27.09.2013)
Ganamub-Canyon – Purros
178km

In der warmen Morgensonne genießen wir das Frühstück. Von gestern Abend ist noch ausreichend Glut in der Feuerstelle, so dass wir Kaffee und heißes Wasser dort kochen können. Das ist gleich noch viel outdoor-mäßiger und leiser, als auf dem Gaskocher.

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Wir starten Richtung Norden zur D3707. Der Ganamub-Canyon zeigt sich in atemberaubender Schönheit. Auf den nächsten Kilometern entdecken wir noch etliche schöne Plätze, wo man die Nacht hätte verbringen können. Die Gegend ist ein Traum zum wild campen. Tiere sehen wir diesmal aber im ganzen Canyon nicht.

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Beim Brunnen von Ganamub erreichen wir die D3707. Riesige Rinder- und Ziegenherden bevölkern die Umgebung dieser einzigen Wasserstelle im weiten Umkreis. Soweit man schaut ist alles kahl gefressen. Der Viehbestand im Kaokovelt ist eindeutig zu hoch.

Wir fahren nur wenige Kilometer auf dem Pad, dann weitet sich die Landschaft. Wir haben die Giribes-Plains erreicht. Nach der Regenzeit ein riesiges Grasmeer, doch jetzt finden sich nur noch wenige vertrocknete Halme. Hier verlassen wir die Piste schon wieder und fahren eine Fahrspur über die Plains in Richtung Süden, zurück zum Hoanib.

Mitten auf den Giribes-Plains steht ein einsamer Felsen. Hier haben wir schon oft Pause gemacht, denn von dort oben erschließt sich einem die Ebene mit ihren unzähligen Feenkreisen erst in Gänze.

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Zurück im Hoanib hoffen wir auf unserer Fahrt nach Westen die gestrigen Elefanten wieder zu treffen und werden auch bald fündig. Zuerst treffen wir die größere Guppe, welche uns entgegen kommt.

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Selbstverständlich sind nicht nur Elefanten zu sehen. Kathrin freut sich zum Beispiel über jede Giraffe – Ihre Lieblingstiere.

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Am Mudorib-Wasserloch finden wir diesmal keine Elefanten, sondern massenhaft Strauße. Die Männchen sind alle wie wild am balzen, was die Frauen aber nicht allzu sehr beeindrucken scheint. Als wir uns auf Fotoentfernung nähern wollen, rennen die Vögel leider alle weg. Strauße in Highspeed sind aber auch sehr sehenswert.

Kurze Zeit später finden wir auch die beiden Elefantenkühe mit den noch sehr kleinen Babys. Sie machen in der Mittagshitze Siesta im Schatten der großen Bäume. Während die Kleinen zu ihren Füßen schlafen, lutschen die Muttis genüsslich auf einem dicken Ast herum. Der scheint echt lecker zu sein, denn sie sind die ganze Zeit, während wir dabei standen, damit beschäftigt. Dieses Verhalten hatte ich bislang noch nie bei Elefanten gesehen.

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Richtung Amspoort treten die Berge immer mehr zurück und als wir den Hoanib via Tsuxub verlassen ist er nur noch ein grünes Band, welches sich durch das Sandmeer in Richtung Skelettküste schlängelt.

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Die Strecke zum Hoarusib weist keine Schwierigkeiten, dafür aber kräftiges Wellblech auf. Wir treffen hier mehr Fahrzeuge als alle vorherigen Tage zusammen. Mehrere große Südafrikaner-Gruppen kommen uns entgegen.

Oben auf der Hochebene angekommen, wähnt man sich „in the middle of nowhere“ .

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Die Strecke führt uns zum Purros-Canyon. Hier mussten wir bei unserer letzten Tour wegen zuviel Wasser umdrehen. Auch jetzt ist noch Wasser im Canyon, aber in einem Maße, dass die Befahrung möglich ist. Ich bin ehrlich erstaunt, dass der Hoarusib trotz der Dürre noch den gesamten Purros-Canyon fließt. Damit hätte ich nie gerechnet.

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Glücklicherweise trägt der Boden aber überall und es gibt auch keinen Schlamm – nur Sand. Nach unseren Erlebnissen in Tansania hatte ich da zunächst Bedenken, die sich aber rach zerschlagen.

Bedingt durch das viele Wasser gibt es auch viele Furten zu durchqueren. Bei den meisten werden noch nicht einmal die Felgen nass, es gibt aber auch die eine oder andere, bei der ein wenig Action angesagt ist und sich ein Foto lohnt.

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Inmitten des trockenen Kaokovelts kommt mir der Purros-Canyon vor, wie ein grüner Garten Eden. Das ich diesen schönen Flecken Erde erst jetzt kennenlerne…

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Im Garten Eden dürfen natürlich auch die Tiere nicht fehlen. Besonders häufig sehen wir Oryx. Nur weil sie so gut an die extremen Bedingungen der Wüste angepasst sind, scheint dies nicht zu bedeuten, dass sie Wasser und saftiges Futter nicht zu schätzen wissen.

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Die Strecke in der Schlucht ist oftmals sehr unübersichtlich. Wir kommen um eine Kurve und sehen uns plötzlich einer Gruppe Elefanten gegenüber, die uns entgegen kommen. Die Schlucht ist viel enger als der Hoanib und so müssen wir mehrmals zurücksetzen bis sich die Gelegenheit ergibt an den Tieren vorbei zu kommen. Elefanten wandern gerne auf den Fahrspuren. Kurze Zeit später wiederholt sich das Spiel noch einmal.

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Viel zu schnell haben wir das Ende der Schlucht erreicht. Der Purros-Canyon war mein bisheriges Highlight dieser Reise, aber es kommt ja noch einiges.

Bei der Ortschaft Purros verwandelt sich der Hoarusib in ein weites Tal. Ein radikaler Wechsel der Landschaft. Nach wenigen Kilometern haben wir unser heutiges Ziel erreicht, die Purros Community Campsite. An der Rezeption erfahren wir, dass die Campsite komplett ausgebucht ist. Wir können uns aber eine reservierte Campsite mit den dort noch erwarteten Gästen teilen. Die Campsite zu der wir gebracht werden ist riesig. Das wird sicher kein Problem, sich die Campsite zu teilen.

Das Camp liegt im Flussbett des Hoarusib unter riesigen Bäumen. Jede Campsite hat eigene Dusche, WC Feuerstelle und Spülbecken. Alles toll in die Bäume integriert und sehr sauber.

Ich kenne in der Nähe einen schönen Hügel, der das Flussbett überragt. Ein perfekter Platz für unseren Sundowner. Nach der steilen Auffahrt genießen wir den Blick.

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An diesem exponierten Platz ist es sehr windig, aber dass nehmen wir gerne auf uns und mit einem Windstopper lässt es sich auch gut aushalten.

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Langsam verschwindet die Sonne hinter den gegenüber liegenden Bergen. Nur einzelne Sonnenstrahlen finden noch eine Lücke und schicken einen letzten Gruß ins Tal.

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Zurück auf der Campsite finden wir unseren Platz leer vor. Da haben wir wohl Glück gehabt und die Reservierung wurde nicht wahrgenommen.

Schnell das Lagerfeuer entzündet und mit der Zubereitung für das Abendessen begonnen. Den Gemsquash musste ich dabei zweimal waschen. Da ein Ameisenstaat in der Wasserleitung der Spüle wohnte ging das erste Auffüllen des Kochtopfes nach hinten los. 🤢

Dazu gibt es gegrillten Kudu – für uns alle der Favorit bei den Fleischsorten.

Entgegen unseren Befürchtungen war der Abend dann recht mild. Der Wind hatte sich gelegt und der Sand die Hitze des Tages gespeichert. In der Ferne sahen wir das eine oder andere Lagerfeuer durch die Büsche scheinen. Ansonsten bekam man von den Campnachbarn nicht viel mit.
Teil 1019. Nov. 2013
9.Tag (Samstag 28.09.2013)
Purros – Hoarusib-Canyon
74km

Der Tag beginnt mit einer Schrecksekunde. Kathrin ist beim Verlassen des Dachzeltes anscheinend noch nicht ganz wach, verfehlt eine Leitersprosse und fällt von ganz oben auf den Rücken. Da bleibt Ihr erst einmal die Luft weg, aber ansonsten hat sie ein Riesenglück gehabt. Der Boden ist eben und besteht aus festem Sand. In vielen anderen Camps hatten wir aber auch Felsen, Baumwurzeln und ähnliche Hindernisse unter dem Zelt. Das hätte auch ganz anders ausgehen können. 😮

Jetzt sind wir auf jeden Fall alle hellwach. Die Sonne kommt raus. Wir genießen das Frühstück und danken Kathrins Schutzengel, dass er Frühaufsteher ist.

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Die Akazie unter der wir sitzen steht in voller Blüte

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Nach dem Frühstück suchen wir noch kurz den Shop in Purros auf, da der Camp-Warden meinte, dass es dort Orangen zu kaufen gäbe. Das erweist sich aber als Fehlinformation. Der Shop hat überhaupt keine Frischwaren. Nur Getränke, Konserven und andere haltbare Lebensmittel. Unsere Ausbeute ist eine Packung Zitronenkekse, die das dezente Aroma von Klosteinen verströmen. 🙄

Im mittleren Hoarusib gibt es so gut wie keine Tiere. Hin und wieder ein paar Springböcke und Giraffen. Es gibt hier aber auch kein Oberflächenwasser, was die Ursache dafür sein dürfte.

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Selbstverständlich fahren wir auf den Aussichtshügel, der ca. 20km weiter nördlich das Flussbett überragt. Von hier überblickt man das gesamte Tal des mittleren Hoarusib.

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Dort wo die Piste Richtung Khumib das Tal verlässt, sehen wir auch Fahrspuren, die weiter im Hoarusib entlang führen. Damit sind meine letzten Zweifel beseitigt. Es gilt wieder Neuland zu entdecken. Diesmal fahren wir durch den Hoarusib-Canyon zur D3707.

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Zu Anfang lässt sich die Strecke locker fahren. Einmal fahre ich mich kurz im weichen Sand fest, weil ich zu sehr die Landschaft genieße und nicht so genau auf die Strecke achte, wodurch ich in einer Kurve etwas aus der Spur komme. Mit Hilfe der Sandmatten bin ich aber in einer Minute wieder flott.

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Weiter geht’s. Die schwarzen Felswände bieten einen schönen Kontrast zum weißen Sand und dem üppigen Grün der Pflanzen.

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Ich überlege schon, ob wir nicht gleich bis Opuwo durchfahren und den so eingesparten Tag lieber woanders einsetzen, aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Als sich die Fahrspur überraschend in 3 Spuren auffächert, bin ich kurz unentschlossen und gehe vom Gas. Ein großer Fehler, denn als ich wieder anfahre, grabe ich mich sofort ein. Sandmatten raus, aber auch damit habe ich keinen Erfolg. Da es im Hoarusib-Canyon auch immer wieder steinige Passagen gibt, bin ich bislang mit 1,8bar unterwegs gewesen. Jetzt lasse ich den Luftdruck bis auf 1,1bar ab, aber auch das nutzt nix.

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Inzwischen sitzt der Wagen voll auf. Nicht nur die Differentiale, sondern vor allem die massive Tankverkleidung wirken wie ein Anker. Da hilft nur noch graben, bis der Boden nicht mehr aufliegt.

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Sandmatten drunter gelegt und der Wagen fährt… …genau so weit, bis die Räder nicht mehr auf den Sandmatten sind. Wieder liegt der Boden im weichen Sand auf. Es ist Mittag und die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel. Ich sehe schon aus, wie ein paniertes Schnitzel und entscheide mich erst einmal für eine Stunde Siesta im Schatten.

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Dann wird wieder gegraben. Diesmal nicht nur unter dem Auto, sondern auch davor, so dass für die Räder eine sanfte Rampe entsteht. Lieber jetzt eine viertel Stunde länger graben, als das Spiel noch ein paar Mal zu wiederholen. Das war gut so, denn der nächste Versuch gelingt und wir sind wieder frei.

Fahrtechnisch ist der Hoarusib-Canyon gar nicht so schwierig. Klar, es gibt Sandpassagen, aber die lassen sich mit 1,1bar Luftdruck gut fahren. Daneben gibt es aber auch immer wieder felsige Passagen. Die könnte man mit 1,8bar locker entlang rumpeln. Man ist somit nie mit optimalem Luftdruck unterwegs und das macht die Schwierigkeit aus. Heute fahren wir mit 1,1bar weiter. Ich habe keinerlei Interesse an weiteren Buddeleien. Dafür muss ich den Wagen vorsichtig und in Kriechgeschwindigkeit, quasi über die Felspassagen tragen. Aber alles geht gut.

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25 Kilometer bevor wir die D3707 erreichen, finden wir eine schöne Campmöglichkeit im Schatten einer Felswand.

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Nachdem ich stundenlang der Länge nach im Sand gelegen habe, muss ich mich erst einmal umfangreich entsanden, was in Ermangelung einer Dusche eine recht langwierige Prozedur ist.

Es bleiben dann noch 2 Stunden Tageslicht. Ich genieße die Ruhe in der Schlucht und lese ein wenig. Dann Feuerholz sammeln, Sundowner, Abendessen kochen. Es gibt Nudeln mit Thunfisch-Tomaten-Sauce. Ordentlich Kohlenhydrate nach einem anstrengenden Tag – perfekt.

Der Himmel bleibt wolkenlos und wir können einen Sternenhimmel, wie aus dem Bilderbuch genießen. Dazu klicken die Geckos um die Wette. Es ist angenehm mild, so das auch noch der eine oder andere GinTonic durch die Kehle rinnt.
Teil 1121. Nov. 2013
10.Tag (Sonntag 29.09.2013)
Hoarusib-Canyon – Opuwo
140km

Unser Camp im Hoarusib-Canyon liegt ideal. Bei der Hitze des gestrigen Nachmittags angenehm im Schatten und heute zum Frühstück scheint uns die Sonne auf den Tisch. Dazu das Geschrei der Graulärmvögel aus den Bäumen über uns. Besser kann ein Tag nicht beginnen.

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Heute habe ich mich für einen Kompromiss-Luftdruck von 1,5bar entschieden. Der zum Auto gehörende Kompressor ist allerbeste Qualität und hat ordentlich Power. Je 0,1bar braucht er nur 2-3Sekunden. Ich bin positiv überrascht. Der Luftdruck war dann auch genau richtig. Ich kann schon jetzt verraten, dass ich weder buddeln, noch einen Reifen wechseln musste.

Der Canyon legt sich landschaftlich noch einmal voll ins Zeug. Landschaftlich ist der heutige Abschnitt für uns der schönste Teil des Hoarusib.

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Wie schon gestern steht immer wieder offenes Wasser im Canyon und wir haben so manche Furt zu durchqueren. In einem Tümpel entdecken wir zahlreiche Frösche in allen Entwicklungsstadien von der Kaulquappe bis zum fertigen Frosch.

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Die zahlreichen Wasserstellen in der Schlucht sind sicher auch der Grund dafür, dass wir immer wieder Himbas mit ihrem Vieh treffen. Der Hoarusib dürfte einer ihrer letzten Rückzugsräume bei der derzeitigen Dürre sein. So sehen wir reichlich Ziegen und Rinder, aber nur wenige Wildtiere – in erster Linie Paviane und Springböcke.

Häufig ist es schwierig den richtigen Weg zu finden. Zum Teil sind die Spuren von den Vieherden zertrampelt und bei den zahlreichen Geröllpassagen ist von einer Spur sowieso nicht viel zu sehen.

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Immer wieder kommen wir zu Blockfeldern, bei denen man auf den ersten Blick kein Durchkommen sieht. Immer wieder steige ich aus und entdecke dann doch eine fahrbare Passage. Oftmals ist es Millimeterarbeit, sich zwischen den dicken Brocken hindurchzuschlängeln, ohne das Auto an den Seiten zu ondulieren.

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Unterm Strich ist es eine sehr abwechslungsreiche und interessante Fahrerei. Wenn man im Sand ordentlich am Gas bleibt und die Geröll- und Blockfelder in Untersetzung und Standgas passiert, halten sich die Schwierigkeiten aber in Grenzen. Eine gute Einweiserin ist in den Blockfeldern auch Gold wert.

Irgendwann ist dann aber auch die schönste Strecke vorbei und wir erreichen die D3707. Kurz den Luftdruck wieder auf ein Normalmaß gebracht und schon geht es weiter. Überwiegend lässt sich die Piste sehr gut fahren. Zwischendurch gibt es aber leider immer wieder längere Passagen mit großen Fesch-Fesch Löchern. Der Staub dringt durch die kleinste Ritze ins Fahrzeuginnere und man hat einen trockenen, salzigen Geschmack auf der Zunge. Das macht mal ordentlich durstig.

Je näher wir Opuwo kommen, desto trostloser wird die Landschaft. Hier hat die Dürre erbarmungslos zugeschlagen. Die Mopanebäume haben all ihr Laub abgeworfen und wir sehen nur noch kahle Gerippe.

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Opuwo Country Lodge, auf deren Campsite wir die nächste Nacht verbringen wollen. Das ist auch ohne Reservierung kein Problem. Die Campsite liegt fast einen Kilometer von der Lodge entfernt und bietet einzelne Parzellen mit einer Stellfläche aus Rasen. Das große zentrale Waschhaus hält reichlich saubere Duschen und Toiletten bereit.

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Es ist brutal heiß und die kahlen Bäume an der Campsite bieten keinen Schatten. Schnell bauen wir unser Zelt auf und richten uns ein. Dabei stellen wir fest, dass unser Wassersack das Zeitliche gesegnet hat. Er ist an mehreren Stellen durchgescheuert. Zum Glück war heute aber auch die letzte Etappe, wo wir ihn wirklich benötigten.

Sowie wir uns fertig eingerichtet haben, zieht es uns zum Pool der Lodge. Der ist auch wirklich kalt. Für mich Weichei gerade noch so im Bereich des Erträglichen, dass ich mich überwinden kann hinein zu gehen. Dann schnappe ich mir Buch, Liegestuhl und Sonnenschirm und bewege mich den Rest des Nachmittags nicht mehr vom Fleck.

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Der Sonnenuntergang hier am Pool ist wie immer ein Traum.

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Danach geht’s zum Buffett. Heute leider ohne Wild, dafür aber mit sehr leckeren Vorspeisen. Bis zum Dessert komme ich deshalb auch gar nicht mehr. Bin schon vorher pappsatt.

Noch ein Paar GinTonic am der Terrasse, dann geht es im Licht der Stirnlampe zurück zu unserer Campsite.
Teil 1227. Nov. 2013
11.Tag (Montag 30.09.2013)
Opuwo – Epupa Falls
188km

Zum Frühstück leisten uns zwei Katzen Gesellschaft. Sehr hübsche Tiere mit einem großen Anteil Karthäuser. Sie sind wohlgenährt und betteln nicht, lassen sich aber gerne streicheln.

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Dann geht es zum Supermarkt. Unsere Vorräte sind ziemlich erschöpft und bis zu unserer nächsten großen Einkaufsmöglichkeit in Rundu sind es mehrere Tage. So dauert auch dieser Einkauf über eine Stunde.

Als ich aus dem Supermarkt komme ist es draußen sehr trüb geworden. Die Sonne ist nicht mehr zu sehen. Ein Sandsturm zieht über Opuwo hinweg. Das kenne ich bislang nur aus der Sahara und Jordanien – hier hätte ich nicht damit gerechnet.

Das Verladen des Einkaufs im Wagen ist extrem nervig. Da der Stauraum in unserem Wagen bis in die letzte Ecke genutzt wird, können wir nicht einfach den Einkauf ins Auto schmeißen und losfahren, sondern müssen alles auf dem Parkplatz sorgfältig in die dafür vorgesehenen Behältnisse und Lücken packen. Dabei wird man in einer Tour angebettelt. Gäbe man allen etwas, wäre unser Einkauf umgehend verteilt. So bleibt einem nichts anderes übrig, als hart zu bleiben und die Bettelei zu ignorieren. Auch kein angenehmes Gefühl. Nirgends tritt das Wohlstandsgefälle so offensichtlich zu Tage, wie auf einem Supermarktparkplatz.

Wir hatten uns mit Kerstin & Carsten (hier aus dem Forum) auf der Strecke Opuwo – Epupa Falls verabredet. Sie fahren eine ähnliche Strecke wie wir, allerdings in umgekehrter Richtung. Da bietet sich ein Informationsaustausch natürlich an. So checken wir jedes entgegenkommende Auto ganz genau und machen auf halber Strecke unter einem schattigen Baum auch eine längere Pause. Aber Sie kommen nicht. Wir haben die Hoffnung schon fast aufgegeben, da treffen wir uns 40km vor Epupa Falls doch noch. Die beiden hatten heute einen etwas holprigen Start, weshalb sie erst später endgültig losgekommen sind. Bei einer Runde Savanna light wird ein wenig geschwatzt und von den bisherigen Erfahrungen der Reise berichtet. Ich freue mich immer sehr, wenn man Fomis auch mal live kennenlernt.

Kurz nach Mittag kommen wir an den Epupa Fällen an. Zuerst steuern wir das Omarunga Camp an. Dort besteht aber nicht die Möglichkeit zu Abend zu essen, so dass wir weiter zum Epupa Camp fahren, wo es mit dem Dinner kein Problem gibt.

Die zum Camp gehörende Campsite liegt wunderschön unter Palmen, direkt am Ufer des Kunene. Jede Campsite hat eigene Sanitäranlagen.

Mit auf der Campsite wohnen zahlreich grüne Meerkatzen, die aber überraschenderweise überhaupt nicht aufdringlich sind und nicht ein einziges Mal versuchen uns zu beklauen. Und dann gibt es da noch eine bunte Ferkelbande. Die kleinen Schweinchen sind ca. 2 Wochen alt und so was von niedlich.

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Auf einer Sandbank unterhalb unserer Campsite sonnt sich ein kapitales Krokodil.

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Wir wollen uns nicht sonnen. Es herrschen 40°C im Schatten und genau diesen suchen wir jetzt unter den Palmen auf, um ein wenig zu lesen und zu relaxen. Ich schütte pausenlos Getränke in mich rein, ohne ein einziges Mal pinkeln zu müssen. Bei der trockenen Luft merkt man gar nicht wie man schwitzt und über die Haut große Mengen Flüssigkeit wieder verliert.

Zum Abend hin geht’s an die Fälle. Es ist nur wenig Wasser im Fluss und man kann bis direkt an die Schlucht kraxeln, wo der Fluss in die Tiefe fällt.

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Während ich bei den Fällen bin, begibt sich Kathrin zu den Himbas, die hier am Fluss sich und ihre Kleidung waschen oder Wasser holen. Sehr angenehm ist, dass wir an den Epupa Falls keinerlei Bettelei erleben.

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Zum Sundowner fahren wir auf einen nahe gelegenen Hügel, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Fälle hat.

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Leider geht die Sonne auf der falschen Seite unter. Der Sonnenaufgang hier oben muss noch schöner sein.

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Zurück zur Campsite, Zelte aufgebaut und dann geht es die wenigen hundert Meter zur Lodge. Allmählich kommen die Temperaturen auch in den Komfortbereich, so dass wir das sehr stilvolle und leckere Dinner direkt am Fluss voll genießen können. Naja, fast voll genießen. Ich habe seit dem Nachmittag Druck auf den Ohren und höre, als hätte ich Oropax in den Ohren. Vor allem Worte zu verstehen fällt mir schwer. Keine guten Voraussetzungen für unsere netten abendlichen Gespräche.

Direkt am Fluss stehen bequeme Stühle. Hier mache ich es mir gemütlich, lasse mir den einen oder anderen GinTonic servieren ung genieße die Lage und den Sternenhimmel. Was für ein schöner Platz zum Tagebuch schreiben.

Zurück auf der Campsite geht es direkt ins Zelt.

P.S.:
Bislang gab es ja überwiegend Landschafts- und Streckenfotos. Manchen gefällt das, andere hätten aber sicher auch gerne ein paar mehr Tieraufnahmen. Hier schon mal die Vorankündigung: Haltet noch ein wenig durch, dann gibt’s immer mehr Tiere.
Teil 1329. Nov. 2013
12.Tag (Dienstag 01.10.2013)
Epupa Falls – Swaartboisdrift
98km

Beim Aufstehen ist der Druck auf den Ohren verschwunden. Die Selbstheilungskräfte durch erholsamen Schlaf funktionieren bei mir glücklicherweise immer sehr gut.

Wir sind sehr früh mit einsetzender Dämmerung aufgestanden, denn die heutige Strecke ist auch für uns Neuland und wir wollen mit einem ordentlichen Zeitpuffer unterwegs sein. Man weiß nie, was noch kommt.

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Wir werden heute die berühmt-berüchtigte D3700 entlang des Kunene fahren. Die Berichte über diese Strecke variieren stark und ich bin gespannt, was auf uns zukommt.

Die erste Hälfte der Strecke lässt sich ganz locker fahren. Hin und wieder mal etwas gröber im Geläuf, aber alles kein Problem. Die Untersetzung wird nicht gebraucht.

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Besonders schön sind die Strecken direkt am Fluss entlang. Dort geht es meist auf festem Sand im Slalom zwischen den Palmen hindurch. Hin und wieder gibt es aber auch Passagen, wo der Kunene den Uferstreifen weggespült hat und man auf abschüssiger Piste darauf achten muss, nicht von der Böschung in den Fluss zu rutschen.

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Ab Mitte der Strecke wird es dann aber schon etwas härter. Immer wieder ragen die Berge bis an den Kunene heran, so dass man nicht mehr direkt am Ufer entlang fahren kann. Hier gibt es dann immer mal wieder kleine, aber steile und stark verblockte Pässe zu überwinden. Mit Geduld und im 1.Gang in Untersetzung ist das aber alles gut zu meistern.

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Mittags machen wir Picknick direkt am Fluss. Es gibt entlang der Strecke unzählige tolle Picknickplätze.

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Ab Mittag setzt ein heißer trockener Wind ein. Der im Laufe der Zeit immer stärker wird. Es fühlt sich an, als würde jemand einen heißen Föhn ins Auto halten.

Die Strecke ist nicht einsam. Immer wieder treffen wir Himbas mit ihren Viehherden. Auch sieht man zahlreiche Äcker im Uferbereich. Derzeit liegen sie zwar brach, aber nach der Regenzeit bauen die Himba hier Mais und Gemüse an.

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Unterm Strich lässt sich die gesamte Strecke gut fahren. Klar, bin ich ein paar Mal ausgestiegen, um mir ein Bild von der besten Fahrlinie zu machen. Aber selbst in den steilsten Passagen hatten die Räder immer eine gute Traktion. Die Differentialsperren habe ich kein einziges Mal gebraucht. Wer sich im rauen Terrain sicher fühlt, sollte die Strecke auf jeden Fall fahren. So kann man die Epupafalls im Rahmen einer Rundreise besuchen und muss nicht auf Hin- und Rückweg die langweilige C43 fahren. Vor allem punktet die Strecke aber durch die herrliche Landschaft. Was gibt es schöneres, als in dieser kargen Landschaft dem grünen Band des Kunene zu folgen.

Insgesamt haben wir für die heutige Strecke 7 Stunden incl. aller Pausen gebraucht. Deutlich weniger als gedacht und wir sind wirklich sehr umsichtig gefahren.

So erreichen wir schon am frühen Nachmittag unser heutiges Ziel, die Kunene River Lodge. Mit ein paar kräftigen Pumpen hat man hier am Flussufer ein üppig grünes, tropisches Paradies geschaffen.

Wir bekommen einen tollen Stellplatz unter riesigen Bäumen direkt am Flussufer. Hier lässt es sich trotz der hohen Temperaturen gut aushalten.

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Es sind viele Meerkatzen auf dem Gelände, die uns aber in Ruhe lassen.

Wie sehr wir heute durchgeschüttelt wurden, merke ich erst so richtig, als mir eine Cola-Dose, die ich gerade dem Kühlschrank entnommen habe, in der Hand explodiert. Abgesehen davon, dass ich aussehe, wie ein Schwein, ist aber zum Glück nichts passiert.

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Die Mädels starten bald darauf zu einer Boots-Tour incl. Sundowner.

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Ich will nach den Stunden am Steuer lieber meine Ruhe, verzichte auf die Bootstour und verziehe mich zum Lesen in den Schatten der Bäume.

Zum Abend hin wechsele ich zur schön über dem Fluss gelegenen Terrasse des Restaurants. Hier lässt es sich sehr gut aushalten.

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Leider geht auch hier die Sonne nicht an der „richtigen“ Stelle unter. Schön ist es aber trotzdem und der Sundowner schmeckt ebenfalls lecker.

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Kathrin und Lucia kommen erst wieder, als es schon dunkel ist und bald darauf wird auch schon das Essen serviert. Es gibt für jeden ein riesiges Rindersteak in erstklassiger Qualität.
Teil 1403. Dez. 2013
13.Tag (Mittwoch 02.10.2013)
Swaartboisdrift – Etosha (Anderson Gate)
601km

Eigentlich waren der heutige und morgige Tag ganz anders geplant. Eigentlich wollten wir heute durch das Ovamboland nach Onguma fahren, dort zwei Nächte auf der Campsite bleiben um morgen den Ostteil des Etosha Nationalparks zu besuchen. Dafür hatten wir bereits ein Jahr im Vorfeld von Kwenda Safaris die Campsite buchen lassen und bereits bezahlt.

Dann erhielten wir 4 Wochen vor der Reise die Mitteilung von Onguma, dass man aufgrund einer großen Gruppe unseren Platz benötigt. Kurz gesagt, wurden wir einfach vor die Tür gesetzt. Eine bezahlte Reservierung schien da nicht zu interessieren. 😈 Zum Glück setzte sich aber Kwenda sehr für uns ein. Eine Umbuchung auf das Dolomite Camp klappte so kurzfristig zwar nicht, da schon ausgebucht, aber auch so konnten wir zufrieden sein. Für die erste Nacht erhielten wir eine Entschädigung von 800,-Rand und für die zweite Nacht die kostenlose Umbuchung auf zwei Bush-Chalets in Namutoni. 🙂

So musste ich ein wenig umplanen und entschied mich für den heutigen Tag zu einer Überführungs-Etappe zum Anderson Gate.

Das erste Stück entlang des Kunene bis Ruacana ist noch ganz nett, leider hatten die Ruacana Falls aber kein Wasser. Die C35 ab Ruacana gehört dann aber zu den ödesten Strecken Namibias.

In Kamanjab machten wir noch einmal den Tank voll und fuhren dann weiter zur Otjitotongwe Farm. Ein Highlight muss es pro Tag geben und ich hatte schon viel gutes über die Geparden dieser Farm gehört.

Die Geparden-Tour geht erst um 16:00Uhr los und so haben wir noch viel Zeit, die wir auf der zur Farm gehörenden Campsite verbringen. Dabei leisten uns zahlreiche Vögel Gesellschaft, die für ein gutes Foto aber einfach nicht stillhalten wollen.

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Dann geht es endlich los. Als erstes besuchen wir die zahmen Geparde. Sie leben zusammen mit der Farmer-Familie auf dem umzäunten Gelände des Farmhauses – nicht anders als die Hofhunde. Es sind 4 Geparde, davon einer mit einem verkrüppelten Bein und ein Jungtier im besten Halbstarken-Alter. Es gibt keine Gehege, oder ähnliches. Die Tiere bewegen sich frei auf dem ganzen Gelände, können kommen und gehen, wie sie wollen – sind Familienmitglieder.

…und sie sind neugierig. Kaum haben wir das Gelände betreten, sind die Geparde bei uns. Es war auch nicht so, dass sie das Streicheln über sich ergehen ließen. Nein, sie wollten gestreichelt werden. Drücken sich an einen, wie man es von Hauskatzen kennt und schnurrten so laut, dass die Luft vibrierte.

Wir gingen in den Garten des Farmhauses, eine schattige grüne Oase in der trockenen Umgebung. Hier konnten wir uns ohne Zeitdruck mit den Geparden beschäftigen.

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Einer der Geparde hatte sich regelrecht in mich verliebt. Das hatte aber in erster Linie damit zu tun, dass ich wahrscheinlich der einzige Besucher war, der sich nicht mit Sonnencreme eingeschmiert hatte und deshalb am besten schmeckte. Jedenfalls wich mir der Gepard nicht von der Seite und leckte mir ausgiebigst die Beine ab, lies sich dabei knuddeln und schnurrte hingebungsvoll. Ein einmaliges Erlebnis, für das man aber eine gewisse Schmerztoleranz benötigt. Wer weiß, wie rau eine normale Katzenzunge ist, kann sich vielleicht ungefähr vorstellen, wie dass bei einem Geparden ist. Immerhin lecken sie mit ihrer Zunge bei den Beutetieren das Fleisch von den Knochen.

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Eine tolle Sache bei den zahmen Geparden ist auch, dass man viel bessere Fotomöglichkeiten hat, diese schönen Tiere ins Bild zu setzen. Zum Teil hatten sie richtige Model-Qualitäten und brachten sich regelrecht in Positur.

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Am witzigsten war aber der junge Gepard. Etwas über ein Jahr alt, schon voll ausgewachsen, aber noch mit den Resten der Jugendmähne eine wahre Schönheit. Seinem Alter entsprechend sehr verspielt und ungestüm, weshalb viele der Besucher Angst vor ihm hatten. Er machte sich einen Spaß daraus, den Besuchern ihre Kopfbedeckung zu stehlen und damit abzuhauen. Da ich viel zwischen den Geparden war und am Boden saß, musste ich so einige Male um meinen Hut kämpfen, bzw. ihm hinterher laufen.

Der beste Freund und Spielkamerad des jungen Geparden war ein sehr klein gewachsener Jack Russel Terrier, mit einem dafür umso größeren Selbstbewusstsein. Das war so süß, wie die miteinander spielten. Der Gepard hätte das Hündchen mit 2 Bissen verputzen können, war aber ganz behutsam beim spielen. Teilweise hatte er den ganzen Kopf des Hundes zwischen den Zähnen, ohne jedoch zuzubeißen. Gleichzeitig ließ er sich fast alles von dem kleinen Terrier gefallen. Selbst als der den Schwanz als Spielzeug entdeckte, stand der Gepard lediglich auf und schleifte den Hund hinterher.

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Zum Abschluss wurden die Geparde noch gefüttert.

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Dann ging es noch zur Fütterung wilden Geparden, von denen derzeit 12 Stück in zwei riesigen Arealen auf der Farm leben. Allerdings scheinen sie von dort auch gern einmal auszubüchsen, denn zwei Geparden kamen von außerhalb, aus dem Bereich der Campsite, zur Fütterung.

Hier bei den wilden Geparden war die Interaktion der Tiere viel ausgeprägter und abwechslungsreicher als bei den Hausgeparden. Man hörte deutlich, dass Geparde die Katzen mit dem größten Lautrepertoire sind.

In Sachen Fotos war es hier dafür nicht so ergiebig. Wäre ich nur hier bei den wilden Geparden gewesen, hätte ich sicherlich stolz einige Fotos gezeigt, aber im Vergleich zu den Fotos der zahmen Verwandten war das nicht so doll. Die erhöhte Perspektive vom Anhänger, die Tarnfarbe der Geparde in der vertrockneten Natur sind unter anderem dafür verantwortlich. Dazu kommt noch, dass die Biester die ganze Zeit am rumwuseln sind und einfach nicht still halten.

Die Gepardentour war für unsere Etappenplanung sowieso schon recht spät am Tage. Leider (zum Glück) wurde dann auch noch um 40 Minuten gegenüber dem angegebenen Zeitrahmen überzogen. Damit war klar, dass wir unser heutiges Tagesziel nicht mehr im Hellen erreichen würden. Die letzte Stunde mussten wir in der Dunkelheit zurücklegen. Ich kam mir dabei ein wenig vor, wie bei einem Videospiel, bei dem es darum geht, den plötzlich im Lichtkegel auftauchenden Tieren auszuweichen, bzw. abzubremsen. Kathrin und Lucia unterstützen mich dabei nach Kräften und zu dritt starrten wir angespannt in die Dunkelheit. So verhalfen sie vielen Dik-Dik’s und Warzenschweinen sowie ein paar Kudus zu einem längeren Leben.

Diese Stunde in der Dunkelheit war mit Sicherheit die riskanteste Fahrstrecke der gesamten Reise. Selbst auf den schwierigsten Passagen am Hoarusib oder Kunene hatte ich immer alles unter Kontrolle – in dieser Stunde ganz sicher nicht.

Kurz nach 20:00Uhr erreichten wir unser heutiges Ziel, das Etosha Safari Camp. Nur wenige Kilometer vor dem Anderson Gate. Wer nicht unbedingt mit hunderten anderer Touristen am Wasserloch von Okaukuejo sitzen will, findet hier eine gute Alternative. Klar ist der Laden riesig, auch hier gibt es Busgruppen. Dafür kann man auf einer saftigen grünen Wiese unter Bäumen campen und steht nicht in der staubigen Ödnis der Campsite von Okaukuejo. Billiger ist es auch und man muss nicht reservieren.

Zum Camp gehört auch ein sehr uriges Restaurant, welches im Style die Shebeens der Townships imitiert. Bei Lifemusik genießen wir das vorzügliche Buffet und lassen es uns schmecken. Einzig das Dessert konnte man vergessen, es schmeckte wie direkt aus der Chemiefabrik.
Teil 1505. Dez. 2013
14.Tag (Donnerstag 03.10.2013)
Etosha Safari Camp – Fort Namutoni
282km

Heute galt es, den Etosha Nationalpark vom Anderson Gate bis Fort Namutoni zu durchqueren. Dabei wollten wir so viele Wasserlöcher wie möglich abklappern, in der Hoffnung möglichst viele Tiere zu sehen.

So starteten wir ohne Frühstück in aller Frühe, um am Gate zu sein, wenn dieses öffnet.

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Als erstes Wasserloch steuerten wir „Ombika“ an. Hier war absolut tote Hose und so fuhren wir gleich weiter. Warten auf Tiere an einem leeren Wasserloch hatte sich bei uns in der Vergangenheit nie rentiert.

Also fuhren wir weiter nach Okaukuejo, um unseren Eintritt zu zahlen und das dortige Wasserloch zu besuchen. Die einzigen Lebewesen dort, waren dutzende Touristen, die ein verwaistes Wasserloch beobachteten.

In Newbrowni gab es dann endlich was zu sehen. Jede Menge Springböcke. Die sind auch gar nicht so langweilig, wie viele denken. So früh am Morgen waren die Temperaturen noch recht frisch und die Springböcke nutzen das angenehme Klima um ihre Rangkämpfe auszutragen.

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Am Wasserloch „Gemsbokvlakte“ ist von den namens gebenden Tieren nichts zu sehen. Dafür aber jede Menge Zebras.

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Auch am „Olifantsbad“ ist von den namens gebenden Tieren nichts zu sehen. Dafür viele Kudus. Vier prächtige Kudubullen stolzieren direkt an uns vorbei. Einer von ihnen lahmt extrem. Der wird in Kürze Löwenfutter.

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An welchem Wasserloch wir diesen Schakal gesehen haben, weiss ich leider auch nicht mehr.

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Zwischen den Wasserlöchern „Sueda“ und „Salvadora“ entdecken wir Löwen. Allerdings weit weg von der Piste und im hohen Gras. Die Löwin blickt wenigstens zu Anfang noch zu uns herüber. Die beiden männlichen Löwen zeigen keinerlei Reaktion. Die hätten auch genauso gut tot sein können.

Selbstverständlich fotografieren wir auch den berühmtesten Baum des Nationalparks.

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Zwischen der Etosha Pfanne und Halali ist das Gelände auf weiten Strecken verbrannt. Sieht sehr düster und trostlos aus. Insgesamt ist der gesamte Nationalpark sehr vertrocknet. Man fragt sich, wovon die vielen Tiere sich ernähren, denn abgemagert sehen sie nicht aus.

Östlich des Etosha Lookout gibt es einen neuen Picknickplatz. Der war auch für uns neu. Ich hatte aus dem Forum von ihm erfahren. Es geht auf Mittag zu und wir nutzen den Platz zu einem leckeren Brunch. Allmählich hängt bei uns dreien der Magen in den Kniekehlen. Die anwesenden Bustouristen waren schon ein wenig neidisch, als ich den Tisch deckte, erst einmal frischen Espresso zubereitete und dann weitere Leckereien aus Kühlschrank und Fresskiste holte. Der Bus verschwand dann auch recht schnell und wirt hatten den Platz die meiste Zeit für uns allein.

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Auch bei Springbockfontein sahen wir wieder keines der namens gebenden Tiere. Wer vergibt eigentlich die Namen der Wasserlöcher – die passen ja nie. 😉 Dafür gab es drei Elefantenbullen, die sich hier im Schlamm suhlten. Dies hier ist einer der Orte, an dem sich die Elefanten ihre in Etosha häufig zu sehende weiße Patina holen. Wir sahen in der Folge noch viele Elefanten. Meist strahlten sie weiß in der Sonne und waren schon von weitem gut zu entdecken.

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Auf das Wasserloch „Chudop“ freute ich mich schon den ganzen Tag. Hier hatten wir immer die besten Tiersichtungen im Etosha Nationalpark. Letztes Mal jede Menge Giraffen und auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht. Diesmal stand ein Spitzmaulnashorn am Wasser und war am trinken.

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Aber es wurde noch besser. Als das Nashorn erst einmal seinen Durst gelöscht hatte, marschierte es direkt ins Wasser. Sichtlich genoss es die Abkühlung an diesem sehr heißen Tag.

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Irgendwann reichte es dem Nashorn und es zog von dannen. Wir wollten auch gerade fahren, da erschien eine Hyäne. Es war wie gesagt sehr heiß und auch die Hyäne nutzte das Wasserloch zur Abkühlung. So langsam wurde ich neidisch.

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Nachdem dann auch die Hyäne abgezogen war, trauten sich die Zebras zur Tränke. Sie hatten bislang in einiger Entfernung abgewartet, dass die Situation am Wasserloch etwas sicherer für sie wird.

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Nach dieser Vorstellung hat Chudop seinen Ruf als bestes Wasserloch bei uns gefestigt.

Dann geht’s nach Namutoni. Unsere Reservierung liegt vor, aber angeblich ist noch nicht gezahlt. Wir bekommen aber trotzdem schon die Schlüssel zu unseren Chalets und schicken eine SMS an Kwenda, damit die sich um die fehlende Bezahlung kümmern. Mal schauen, was das wird.

Wir machen uns gleich wieder auf den Weg zum abendlichen Gamedrive. Die Zimmer können wir auch später beziehen. Der Weg führt uns einmal um die Fisher Pan herum.

Am Wasserloch „Twee Palms“ sind drei Elefantenbullen bei Körperpflege und Kräftemessen.

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Das Wasserloch „Aroe“ hat kein Wasser. Anscheinend ist die Pumpe kaputt. Auch ansonsten sehen wir außer Zebras und Springböcken kaum weitere Tierarten. Diese Riesentrappe war da schon eine nette Abwechslung.

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Den Sonnenuntergang erlebten wir am Wasserloch „Koinagas“. Man hat von hier einen tollen Blick nach Westen und es sind nur 2 Minuten bis zum Gate von Fort Namutoni. Schade, dass es an diesem Abend dort keine Tiere gab.

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Mit Toresschluss sind wir am Gate und beziehen dann erst einmal unsere Bush-Chalets. Die sind sehr geräumig und schön, aber nüchtern eingerichtet. Das Bad ist riesig. Das einzige Manko ist die nicht vorhandene Aussicht, aber da wir nur eine Nacht hier verbringen und das Chalet nur im Dunkeln erleben, stört uns das nicht.

Zum Abendessen gehen wir ins schön erleuchtete Fort.

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Das Essen dort war aber eine herbe Enttäuschung. Fade gewürzt und das Eland, welches das Fleisch lieferte, ist wahrscheinlich aus Altersschwäche am Wasserloch verendet und der Koch hat es den Geiern vor der Nase weggeschnappt. Es war dermaßen zäh, dass das Essen richtig in Arbeit ausartete.

Auf dem Rückweg machen wir noch einen Schwenk am beleuchteten Wasserloch vorbei, dort war aber kein einziges Tier zu sehen.
Teil 1609. Dez. 2013
15.Tag (Freitag 04.10.2013)
Namutoni – Divundu
642km

Mit Eröffnung des Frühstücks-Bufetts stehen wir im Restaurant auf der Matte. Wir wollen früh los, denn es liegt eine lange Strecke vor uns. Das Frühstück in Fort Namutoni ist nichts besonderes, damit aber schon um Längen besser, als das Abendessen.

Beim Auschecken hat sich das Problem mit den angeblich noch nicht gezahlten Buchungen bereits erledigt. Da hat Kwenda schnell gearbeitet. Wir stellen jetzt auch fest, dass wir anscheinend jeweils in den falschen Chalets geschlafen haben. Kathrin und ich hatten zwei Einzelbetten, während Lucia die Nacht in einem großen Kingsize-Bett verbrachte. Die gestrige Rezeptionistin hatte davon aber auch nichts gesagt, sondern uns lediglich die Schlüssel in die Hand gedrückt.

Bevor es aber richtig los geht, fahren wir noch am Wasserloch Klein-Namutoni vorbei. Dort sind mehrere Giraffen dabei, ihren Durst zu löschen. Sieht immer wieder sehr verkrampft und ungelenk aus. Außerdem sind die Tiere immer kräftig am sabbern, wenn sie den Kopf wieder heben.

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Anders als bei früheren Reisen, fahren wir diesmal nicht auf Asphalt via Grootfontein, sondern die Gravel-Pads über Tsintsabis. Diese Strecke lässt sich sehr gut fahren, ist aber genauso langweilig, wie die andere. Wenige Kilometer südlich des Veterinärzauns erreichen wir die B8. Jenseits des Zauns beginnt dann Schwarzafrika und die Fahrt wird ein wenig interessanter, obwohl die Straße weiterhin schnurgerade durchs Buschland führt. Dafür gibt es jetzt Dörfer links und rechts der Straße. Man sieht Menschen bei Ihrem Tagwerk.

In Rundu kaufen wir ein und tanken den Wagen voll. Eine sehr quirlige Stadt. Hier bekommt man alles, was man braucht. Nur die ursprünglich eingeplante Pizza bei Jörg mussten wir wegen Geschäftsaufgabe leider streichen. 🙁

Um 15:00Uhr haben wir das Ziel des heutigen Tages erreicht, die Nunda River Lodge. Eine sehr schöne Anlage. Wir werden nett begrüßt und fühlen uns sofort wohl. Wir können frei unter den unbesetzten Plätzen wählen und haben das Glück, direkt am Ufer des Okavango stehen zu können.

Mit dem Dinner in der Lodge klappt es leider nicht, da für diesen Abend das Restaurant bereits voll ausgebucht ist. Das ist natürlich blöd, da wir beim heutigen Einkauf voll darauf gesetzt hatten, in der Lodge zu essen. Aber wir haben Glück im Unglück, denn wir können ein Braaipaket erwerben.

Bevor wir aber unsere Zelte aufschlagen, machen wir noch einen Ausflug in die nahe gelegenen Mahango Area des Bwatbwata Nationalparks. Die Rangerin am Gate ist sehr engagiert. Sie warnt vor Tiefsand, fragt ob wir einen Geländewagen haben und ob ich mit Allradantrieb auch richtig umgehen kann. Angesichts unserer bisherigen Strecke kann ich mir ein Grinsen nur schwer verkneifen. Aus Sorge vor dem falschen Einsatz des Allradantriebs verzichte ich lieber auf dessen Einsatz – es geht auch ohne. 😎

Dier Mahango Area ist bekannt für Ihre Rappenantilopen und wir sind kaum im Park, da laufen uns schon die ersten über den Weg.

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Abgesehen von den Rappenantilopen, die anscheinend das Buschland vorziehen, finden sich die meisten Tiere auf den Floodplains des Okavango. Leider ist der Blick dorthin aber meist durch Büsche versperrt und selbst dort, wo man freien Blick hat, ist man für gute Fotos zu weit entfernt. Entschädigt wird man durch die riesigen Baobabs, die man hier findet.

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Zurück auf der Nunda River Lodge richten wir uns erst einmal häuslich auf unserer Campsite ein.

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Den Sundowner genießen wir auf dem Sonnendeck der Lodge Hier geht die Sonne auf der gegenüber liegenden Flußseite unter. Entweder brauchte die Sonne hier länger, oder die GinTonic waren kleiner. Eine andere Erklärung für die drei Gläser habe ich nicht. 😗

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Wir holten noch unser Braaipaket ab und als wir wieder auf der Campsite waren wurde endgültig das Licht abgeschaltet.

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Mangels Beilagen wurde das Abendessen eine wahre Fleischorgie. Abgesehen von ein wenig gegrilltem Brot hatten wir nichts Passendes dabei, da wir für heute keine Selbstverpflegung eingeplant hatten. Dafür ist das Braaipaket reichlich bemessen und lecker. Es gab Boereworst, Rind, Schwein und Ziege, wobei Kathrin bei letzterem ihrem Gewissen immer noch einredet, dass es Lamm gewesen sei. 😛

Während wir essen, begleitet uns der Sound der Hippos. Ich finde diese Laute einfach nur schön. Nachdem das letzte Stück Fleisch auf den Tellern gelandet ist, habe ich meinen Teil erledigt und genieße diesen lauen Abend beim Tagebuchschreiben. Irgendwann entdecke ich noch einen Fischotter im Licht der Taschenlampe. Leider ist er scheu und verschwindet gleich wieder. Trotzdem ist die Freude riesig, haben wir doch ein Tier gesehen, was uns in Afrika noch nie über den Weg gelaufen ist.
Teil 1711. Dez. 2013
16.Tag (Sa. 05.10.2013)
Divundu – Kongola
233km

Heute lassen wir uns viel Zeit mit dem Frühstück. Die Strecke ist überschaubar und wir werden ausreichend Zeit haben, für einen nachmittäglichen Gamedrive.

So schön und sauber das Waschhaus der Campsite auch ist, so birgt es doch tückische gefahren. Sowohl Lucia, als auch ich selbst, stoßen uns heftig den Kopf an der weit heruntergezogenen Dachkonstruktion.

Die heutige Fahrstrecke führt uns auf schnurgerader Asphaltstraße durch den Bwatbwata Nationalpark. Es stehen massenhaft Schilder am Straßenrand, die vor Elefanten warnen, wir sehen aber keinen einzigen. Überhaupt sehen wir nur Ziegen, Esel und Kühe. Von Wildtieren keine Spur.

Kurz vor der Kwando-Brücke biegen wir rechts ab in die Susuwe Area des Bwatbwata Nationalparks. Das Gate ist nicht besetzt und so kommen wir in den Genuss eines kostenlosen Aufenthalts im Nationalpark. Das Geläuf wird auch gleich tiefsandig, ich lasse den Luftdruck aber aus Faulheit unverändert bei 2,0bar, denn auch morgen steht uns eine längere Asphalt-Etappe bevor.

Sowie wir die Floodplains des Kwando erreichen, gibt es auch jede Menge Tiere zu sehen. Überwiegend Lechwes und Riedböcke tummeln sich an den Ufern.

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Immer wieder sehen wir Seeadler in den Bäumen

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So ist die Anfahrt zur Nambwa Campsite auch gleich ein erster Gamedrive.

Auf der Campsite erfahren wir, dass alle Plätze bereits ausgebucht sind und wir auf einen Reserveplatz ausweichen müssen. Dieser liegt etwas zurück gesetzt im Busch und nicht direkt am Wasser, wie die regulären Standplätze.

Es ist heiß und wir beschließen bis zum Gamedrive erst einmal ausgiebig Siesta zu machen. Die verbringen wir auf der noch unbesetzten, nahe gelegenen Campsite 1, wo wir unter schattigen Bäumen direkt am Ufer des Kwando sitzen.

Ein leichtes Platschen lässt mich von meinem Buch hochschauen. Eine Fledermaus ist ins Wasser gefallen. Etwas mühsam schwimmt sie zu einem ins Wasser hängenden Busch und zieht sich daran aus dem Wasser. Ein wenig leid tut uns das Tierchen schon.

Um 16:00Uhr starten wir zu einem abendlichen Gamedrive. Das Ziel ist selbstverständlich der Horseshoe, eine traumhaft schöne Fluss-Schleife des Kwando. Bislang hatten wir an diesem Tag noch keine Elefanten gesehen und ich bin mir sicher, dass wir dort welche finden.

Zuerst entdecken wir aber einen Gaukler in einem Baum nah des Weges. Diese farbenprächtigen Raubvögel sind immer wieder eine Augenweide. Leider ist das Fotografieren durch die harten Licht-Schatten-Wechsel unter dem Blätterdach alles andere als einfach und so ganz bin ich mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden.

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Kurz vor dem Horseshoe treffen wir auf die ersten Elefanten am Fluss.

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Ab da müssen wir alle paar Meter anhalten, weil Elefanten den Weg versperren. So kenne ich das aus dieser Gegend. Teilweise gab es kaum ein Durchkommen. Wir waren von Elefanten umzingelt und brauchten für die letzten 500m bis zum Horseshoe eine halbe Stunde.

Am Horseshoe angekommen suchten wir uns einen schönen Platz auf dem breiten Sandstand und stießen auf einen frühen Sundowner an.

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Hier gab es nicht nur viele Elefanten, sondern auch zutrauliche Hühner (Frankolin).

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Da wir überhaupt nicht absehen konnten, wie lange wir aufgrund der vielen Elefanten für den Rückweg brauchen würden, hatten wir nicht die Ruhe, den tatsächlichen Sonnenuntergang abzuwarten, sondern starteten schon etwas früher. Ich hatte einfach keine Lust, im Dunkeln zwischen den Dickhäutern herumzukurven.

Die Landschaft präsentierte sich im besten Licht.

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Wir kamen dann besser durch, als erwartet und gönnten uns kurz vor der Campsite dann noch einen zweiten (richtigen) Sundowner.

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Bei unserer Rückkehr nach Nambwa war die Campsite 1 noch immer frei und wir durften dorthin umziehen. Erneut Glück mit einer angeblich ausgebuchten Campsite gehabt.

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(Das Foto ist natürlich vom nächsten Morgen.)

Schnell die Zelte hochgezogen und das Lagerfeuer entzündet. Da wir immer mit der Glut des Lagerfeuers gegrillt haben, musste man sich oft mit knurrendem Magen in Geduld üben, denn bis genug Glut vorhanden ist, dauert es schon rund eine Stunde. Heute kam das Rindfleisch aus Rundu auf den Grill. In Deutschland wäre ich mit der Fleischqualität schon sehr zufrieden gewesen, aber an das Fleisch von Manfred aus Swakopmund kam es dann doch nicht heran. Etwas Vergleichbares haben wir den ganzen Urlaub nicht mehr gefunden.

Danach der übliche Tagesausklang: Tagebuch schreiben, Sterne und Busch-TV schauen und dazu ein paar Drinks. An diesem Abend ist es dazu noch sehr laut. Die Zikaden geben alles und werden von den Fröschen lautstark unterstützt. Es ist kein quaken, wie man es aus heimischen Gefilden kennt. Es hört sich an, als würde ringsum pausenlos mit zwei Bierflaschen angestoßen. Ein permanentes Klimpern.
Teil 1813. Dez. 2013
17.Tag (Sonntag 06.10.2013)
Kongola – Kasane
235km

Wie jeden Morgen verschwinden die Mädels erst einmal für längere Zeit im Waschhaus, während ich das Frühstück vorbereite. So allein gelassen fällt es mir schwer, den Frühstückstisch gegen die Affenbande, die die Campsite belagert, zu verteidigen. In dieser sandigen Gegend gibt es auch keine Munition für meine Schleuder, was die Tiere ganz genau zu wissen scheinen. Eine Tomate geht verloren.

Auf dem Rückweg zur Hauptstraße sehen wir nur wenige Tiere.

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Auf einem Stück Gravel Road sammeln wir erst einmal eine Tüte Munition, damit es mir in den sandigen Gebieten Botswanas nicht erneut so geht, wie heute morgen.

Auf dem Weg zur Grenze machen wir nur in Katima einen kurzen Zwischenstop, um unsere restlichen Namib-Dollar in Diesel umzuwandeln.

Rasch haben wir die Grenze erreicht und ebenso rasch sind wir in Botswana. Beide Grenzposten zusammen haben gerade einmal eine viertel Stunde gedauert. Neuer Rekord! Auch die Veterinärkontrolle in Botswana ist recht lax. Wir müssen lediglich unsere beiden verbliebenen Scheite Feuerholz abgeben. An Lebensmitteln können wir alles behalten. Obst, Gemüse, Käse, Wurst, Milch – alles kein Problem.

Kurz nach Mittag treffen wir bei der Chobe Safari Lodge ein, auf deren Campsite wir die Nacht verbringen wollen. Ist hier alles etwas enger, aber in üppigem Grün gelegen und mit sauberen Waschhäusern. Außerdem sehr zentral.

Wir versuchen für den Sundowner-Cruise noch ein privates Boot für uns zu mieten, was aber so kurzfristig nicht möglich ist. So werden wir auf einem der große Ponton-Boot der Lodge mitfahren.

Bis der Sundowner-Cruise startet haben wir noch Zeit. Wir nutzen sie um schon einmal in die Nationalparks einzuchecken und den Eintritt für die nächsten 6 Tage zu bezahlen. Das erledigen wir komplett für Chobe und Moremi am Sedutu-Gate. Leider funktioniert das Kartenlesegerät nicht, so dass wir noch einmal nach Kasane zum ATM müssen, um Geld zu besorgen.

Um 15:00Uhr startet die Bootstour. Zunächst gibt es reichlich Vögel zu sehen.

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Schlangenhalsvogel

Ich staune immer wieder, welch große Fische so ein kleiner Eisvogel herunterwürgen kann.

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Ein Klaffschnabel steht am Ufer und segnet uns.

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Auf Sedutu Island treiben sich auch zahlreiche Grasfresser herum. Ein Paradies für diese Tiere, denn abgesehen vom üppigen Grün ist die Insel auch frei von Raubtieren. Löwen & Co. scheuen die Flussüberquerung.

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Einzig auf Krokodile muss man acht geben, womit diese Impalas aber anscheinend keine Probleme haben.

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Der Sundowner-Cruise hat uns wieder sehr gut gefallen. Wenn die Organisation einer privaten Bootstour nicht klappt, ist ein großes Ponton-Boot meiner Meinung nach besser, als die kleinen Boote. Die großen Boote fahren genauso nah an die Tiere heran, wie die kleinen. Man hat aber viel Platz und kann sich an Bord bewegen, so dass man sich immer in eine gute Fotoposition bringen kann. Außerdem gibt es eine Bar und Toiletten an Bord.

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Ihr werdet Euch jetzt sicherlich fragen, ob es gar keine Elefanten gab. Doch, es gab Elefanten, aber leider ausschließlich im Gegenlicht. Auf meinen Fotos sind immer nur große dunkle Brocken zu sehen. Insofern kamen diesmal die anderen Tiere zum Zuge.

Immer wieder sehen wir auch Brände auf der namibischen Seite des Flusses.

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Im Hinterland sieht man zum Teil gewaltige Rauchsäulen aufsteigen. Diese heftigen Buschbrände sorgen auch für einen besonders farbenprächtigen Sonnenuntergang.

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Zeitgleich mit dem Verschwinden der Sonne hinter dem Horizont legen wir wieder bei der Chobe Safari Lodge an. Wir machen uns ausgehfein, denn zum Dinner geht’s ans Buffet der Lodge. Das Buffet ist sehr reichhaltig und abwechslungsreich, aber von der Qualität nur Durchschnitt. Das hatte ich von früheren Besuchen deutlich besser in Erinnerung. Schade war vor allen, dass das gegrillte Warzenschwein so trocken war. Ich liebe Warzenschwein und war sehr enttäuscht.

Nach dem Dinner wechseln wir für ein paar GinTonic an die Bar. Die ist sehr schon gelegen auf einer Terrasse über dem Fluss. Einzig ein recht lautes Gebläse, welches im Hintergrund rattert, stört ein wenig die schöne Stimmung, die durch den Feuerschein der Buschbrände erzeugt wird.
Teil 1920. Dez. 2013
18.Tag (Montag 07.10.2013)
Kasane – Linyati
226km

Wir sind sehr früh aufgestanden und dann auch gleich ohne Frühstück losgefahren. Es ging auf Gamedrive an die Chobe Riverfront. Im Großen und Ganzen gab es die gleichen Tiere zu sehen, wie gestern bei der Bootsfahrt. Allerdings präsentierten sich die Elefanten in deutlich besserer Ausleuchtung.

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Lange Zeit standen wir neben einer kleinen Gruppe und beobachteten Sie. Komischerweise wird das bei Elefanten im Gegensatz zu den meisten anderen Tierarten nie langweilig. Der Ausflug zu den ansonsten so tierreichen Puku-Flats war enttäuschend. Gähnende Leere. Das Gras war völlig vertrocknet. Die sonst so fruchtbare Wiese musste schon lange trocken liegen.

Zum Frühstück fuhren wir auf die Serondela Picknick-Site. Als wir das allererste Mal an der Chobe Riverfront waren, war dies noch die offizielle Campsite. Hier wimmelte es nur so vor Vögeln. Die sehr zutraulichen Frankoline liefen sogar zwischen den Beinen und unter dem Tisch rum, in der Hoffnung ein paar Krümel abzustauben.

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Bei einem kleinen Rundgang bekam ich noch weitere Vögel vor die Linse.

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Auf dem Rückweg zum Gate durfte ich mich dann noch von einem Ranger über die Einbahnstraßenregelung belehren lassen, denn ich hatte es gewagt, an der Riverside wieder zurück fahren zu wollen. Das ist nicht mehr erlaubt. Man muss die Piste oberhalb am Hang nehmen. Ausgeschildert ist diese Regelung natürlich nirgends. Nur im Office des Gates hängt eine entsprechende Bekanntmachung. Die übersieht am aber leicht, denn man wird auch nicht darauf hingewiesen. Ansonsten ist aber nichts von den angekündigten Regelungen zu merken. Es gibt keine Einschränkungen der Selbstfahrer gegenüber den offiziellen Guides.

Bevor wir Richtung Linyati starten geht es noch einmal nach Kasane um zu tanken und vor allem einzukaufen. Der Großeinkauf für 5 Nächte in der Wildnis zieht sich mal wieder ganz schön hin. Über eine Stunde brauche ich, bis ich alles beisammen habe.

Die ersten 100 Kilometer sind Asphalt. Erstmals fahren wir auch die neue Straße nach Kachikau. Solange der Asphalt in Kachikau endet gefällt mir dass sehr gut. Die Anreise ist wesentlich angenehmer als auf der alten Holperpiste und die Dörfer an der Strecke profitieren auch von der besseren Anbindung.

Direkt am Ortsende von Kachikau gibt es dann den übergangslosen Wechsel direkt vom neuen Asphalt in den Tiefsand. Ich lasse prophylaktisch den Luftdruck auf 1,5bar ab und los geht’s. Die ganze Strecke ist dann doch eine ganze Ecke leichter als gedacht. Auch die „berüchtigte“ Cutline hätte ich mir aufgrund der Beschreibungen deutlich schwieriger vorgestellt. Lässt sich alles noch gut im 2.Gang ohne Untersetzung fahren.

Tiere sehen wir auf der Strecke nur wenige. Am häufigsten noch Giraffen.

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Die Wardens von der Linyati-Campsite sind extrem locker drauf und große Bundesliga-Fans. Deshalb hat man uns Deutschen auch die Campsite Nr.1 freigehalten. Meiner Meinung nach die beste Campsite des Platzes.

Es ist noch früh und wir machen erst einmal Siesta unter den großen Bäumen der Campsite und lassen den Blick über das Schilf-Dickicht der Linyati-Sümpfe schweifen, welches sich bis zum Horizont erstreckt. Hier verbringen wir also die dritte Nacht hintereinander am gleichen Fluss, denn bei Kwando, Chobe und Linyati handelt es sich um einen Fluss, der nur ständig seinen Namen ändert.

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Am späten Nachmittag machen wir noch einen Gamedrive entlang des Flusses. Es wimmelt nur so vor Elefanten. Wenig später entdecken wir ein Löwenrudel an einem Riss. Sie sind aber schon satt und verlassen kurze Zeit später ihre Beute.

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Oft hört und liest man im Zusammenhang mit der Linyati-Campsite von eingeschränkten Gamedrive-Möglichkeiten. Klar ist der Riverside-Loop nur 7km lang, aber auf dieser kurzen Strecke pulsiert das wilde Leben. Wir hatten nicht eine Sekunde lang das Gefühl eingeschränkt zu sein. Für mich hatte die Strecke genau die richtige Länge. Wir waren 2h unterwegs, haben viel gesehen und nie das Gefühl etwas zu verpassen, weil wir zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Zurück auf der Campsite richten wir uns häuslich ein und warten auf den Sonnenuntergang.

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Unterhalten werden wir dabei von einem Elefanten, der unterhalb unseres Platzes im Wasser steht und das Schilf abweidet.

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Irgendwann ist er satt und läuft nur wenige Meter an uns vorbei in den Busch.

Die Sonne versinkt hinter den Sümpfen. Klasse, wenn die Campsite der ideale Platz für den Sundowner ist und man nicht hinterher noch mit dem Wagen fahren muss.

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Mit Sonnenuntergang fangen dann auch die Reed Frogs wieder zu klimpern an.

Zum Abendessen grille ich leckeres Lammfleisch, während die Mädels einen schmackhaften Salat zubereiten.
Teil 2023. Dez. 2013
19.Tag (Dienstag 08.10.2013)
Linyati – Savuti
80km

Nachts waren Elefanten auf der Campsite. Wir konnten Sie deutlich hören, während wir gemütlich in den Zelten lagen.

Als ich das Zelt verlasse fliegt gerade eine große Eule über unsere Campsite und lässt sich in einem nahe gelegenen Baum nieder. Aufgrund ihrer charakteristischen Rufe kann ich sie als einen seltenen Fisch-Uhu identifizieren.

Wir lassen uns heute Morgen viel Zeit mit dem Frühstück, denn wir können uns von diesem schönen Fleckchen Erde nur schwer losreißen. Leider kommt dann ein starker Wind mit Sturmböen auf, der eine Menge Sand aufwirbelt. Das ist dann doch sehr ungemütlich und es knirscht zwischen den Zähnen. Für uns das Zeichen zum Aufbruch.

Bevor es Richtung Savuti geht, fahren wir noch einmal den River-Drive. Heute Morgen sind etwas weniger Tiere unterwegs. Der Kadaver des Löwen-Riss liegt noch an Ort und Stelle. Die Besitzer lassen sich aber nicht blicken.

Die Strecke nach Savuti ist sehr öde. Die ganze Zeit über geht es durch blattlosen Mopane-Busch.

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Die letzten 10km hat es dann auch etwas heftigeren Tiefsand, der sich aber im 2.Gang gut fahren lässt. Da hatten wir schon schlimmere Strecken. Viel schlimmer als der Tiefsand sind die starken Wellen in den Spuren, die meist auch noch alternierend versetzt in den beiden Spurrinnen sind, so dass wir Insassen kräftig seitwärts durchgeschüttelt werden.

Gegen Mittag erreichen wir Savuti. Nördlich des Channels ist alles trocken und tot. Es hat kaum Tiere und alle Wasserlöcher sind trocken. So habe ich die Landschaft hier noch nie erlebt.

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Über den Channel führt jetzt eine Brücke. Bei unserem letzten Besuch mussten wir noch durch eine Furt ans andere Ufer gelangen.

Wir checken zunächst auf der Campsite ein und erhalten Stellplatz Nr. 4, welcher sehr schön, direkt am Ufer des Channels liegt. Da haben wir schon wieder ein Riesenglück bei der Vergabe gehabt, bzw. Kwenda hat sich für uns sehr ins Zeug gelegt.

Es gibt jetzt auch einen kleinen Shop in Savuti. Zu Kathrins übergroßer Freude bekommt man dort sogar guten Rotwein zu kaufen. Nachdem es Ihren Kanister auf der gestrigen Etappe durchgescheuert hat, hatte Sie schon befürchtet, den Rest der Tour auf dem Trockenen zu sitzen.

Nachdem sich die Gegend nördlich des Channels so trostlos präsentiert hatte, beschließen wir auf unserem nachmittäglichen Gamedrive entlang des Channels bis in die Marsch zu fahren.

Schon entlang des Channels sehen wir vereinzelt immer wieder Tiere. Als wir dann aber den Rand der Marsch erreichen, sind wir von den Gegensätzen überwältigt. Vor uns breitet sich eine riesige, safig-grüne Weide aus. Darauf alle Arten von Weidetieren. Eine Büffelherde erstreckt sich über den ganzen Horizont.

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Eine Gruppe Elefanten zeigt uns eine Furt durch den Savuti-Channel, die wir nutzen, um ans andere Ufer zu gelangen.

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Dort dann die Sensation. Anscheinend hat sich bei den Löwen wieder ein großes Savuti-Rudel gebildet, welches sich auf die Elefantenjagd spezialisiert hat. Dieses Verhalten gibt es meiner Kenntnis nach nur in Savuti und das letzte Rudel, welches regelmäßig Elefanten erlegte zerfiel vor rund 10 Jahren in mehrere kleinere Rudel, welche aufgrund ihrer geringen Größe nicht mehr in der Lage waren, erfolgreich Elefanten zu jagen. Wir entdecken einen frisch gerissenen Elefanten. Überall in der Nähe liegen vollgefressene Löwen mit kugelrunden Bäuchen im Gras und unter den Büschen und schlafen ihren Fressrausch aus. Insgesamt sind es rund 30 Tiere, darunter eine große Anzahl ausgewachsener Männchen.

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Die Marabus warten geduldig, dass etwas für sie abfällt.

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Auf der weiteren Fahrt entdecken wir jede Menge Elefantenskelette, was den Jagderfolg des Rudels beweist.

Um die Marsch in Richtung Marsch-Road zu durchqueren müssen einige heftige Furten überwunden werden. Glücklicherweise fährt vor uns ein genau baugleicher Landcruiser von Bushlore. Das ist schon sehr angenehm, wenn einem so ein Testpilot vorausfährt.

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Rechtzeitig vor Sonnenuntergang sind wir wieder zurück im Camp, denn unser Stellplatz liegt wieder Ideal für einen traumhaften Sundowner.

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Während die Sonne langsam dem Horizont entgegen strebt, beobachten wir die die zahlreichen Baumhörnchen und Zwergmangusten, die auf unsere Campsite herum wuseln. Ein Zwergmangusten-Bau liegt zwischen den Wurzeln unseres Schattenbaums.

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Während ich meinen GinTonic genieße, versinkt die Sonne jenseits des Channels.

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Zum Abendessen gibt es Schweinefilet in Pfefferrahm. Sehr lecker, aber leider habe ich bei so großer Hitze keinen allzu großen Hunger. Dafür kann ich den ganzen Tag pausenlos Getränke in mich reinschütten. Zeit für den nächsten GinTonic.

Im Licht der Taschenlampe sehe ich immer wieder Augenpaare jenseits des Channels leuchten. Wir bekommen aber nicht heraus, um was für Tiere es sich handelt.
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