mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200620. März 2013 · #1
Hallo,
in unserem Kopf geistert im Moment die für uns vielleicht völlig verrückte Idee, nächstes Jahr von Johannesburg aus nach Botswana zu fahren und eine Camping-Safari zu machen.
Von Maun aus würden wir gerne nach der ersten Grobplanung über Third Bridge, Xakanaxa, North Gate nach Savute und weiter nach Kasane fahren. Nun bin ich etwas verwirrt, was die Wasserstände bzw. die Fahrbahrkeit der Wege in dieser Zeit angeht. Der Hupe-Reiseführer schreibt, Juli/August seien eine sehr gute Zeit, Carsten Möhle hingegen warnt auf seiner Homepage vor Höchstwasserständen im August. Auf der Seite von Maun Self Drive 4x4 habe ich zumindest für letzten August keine auch keine wirklichen Wasserwarnungen gefunden.
Nachdem wir zwar schon einiges an Afrika-Erfahrung (SA und NAM) haben, aber noch nie wirklich im Tiefsand unterwegs waren bzw. Wasserdurchfahrten meisten mussten, bin ich jetzt ein bisschen ratlos. Mein Mann traut sich durchaus einiges zu und würde ggf. vorher noch einen Kurs machen, aber bewusst ein erhebliches Risiko eingehen möchten wir natürlich keinesfalls.
Könnt ihr uns bislang noch ziemlich Botswana-Ahnungslose bitte ein bisschen aufklären, auf was wir uns so ungefähr einstellen können? Ist August nun ein guter oder ganz schlechter Monat für unsere Idee, was die Fahrbarkeit der Pisten angeht?
SASASOWEWI3'080 Beiträge · seit 200920. März 2013 · #2
Hallo Susanne,
ich würde da mal Entwarnung geben, auf der Route müsst ihr nicht zwangsläufig durch Tiefsand. Die Strecke von Savuti nach Linyanti ist Tiefsand, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt lasst die halt raus.
Alle anderen Strecken sollten fahrbar sein, die genauen Wasserstände kann niemand vorhersagen, wenn ihr notfalls eine Ausweichroute habt kann das nicht schaden.
Bei den Wasserdurchfahrten sollte man sich einem zweiten Fahrzeug anschliessen und das gemeinsam angehen oder die Ranger vor Ort fragen, die sind sehr hilfsbereit in solchen Fällen.
lg sasowewi
schoelink1'933 Beiträge · seit 200720. März 2013 · #3
mamba29 schrieb:Von Maun aus würden wir gerne nach der ersten Grobplanung über Third Bridge, Xakanaxa, North Gate nach Savute und weiter nach Kasane fahren. Nun bin ich etwas verwirrt, was die Wasserstände bzw. die Fahrbahrkeit der Wege in dieser Zeit angeht. Der Hupe-Reiseführer schreibt, Juli/August seien eine sehr gute Zeit, Carsten Möhle hingegen warnt auf seiner Homepage vor Höchstwasserständen im August. Auf der Seite von Maun Self Drive 4x4 habe ich zumindest für letzten August keine auch keine wirklichen Wasserwarnungen gefunden.
Hallo Susanne,
In 2012 haben keiner meiner Kunde grosse Probleme gehabt in Moremi und Chobe. Aber jedem Jahr kann es leider anders sein...
R1maverick84 Beiträge · seit 201320. März 2013 · #4
Also wir sind genau diese Strecke jetzt Ende Feb/Anfang März mit einem Landcruiser gefahren und es waren wirklich keine Probleme.
ca. 5 km nördlich von KWai gibt es eine tiefere Wasserdurchfahrt, die aber auch ohne Schnorchel gut machbar war. Eine kurze tiefe Stelle, wo einmal ganz kurz Wasser über Motorhaube schwapt und das war es...
Kurz vor Northgate/Kwai sind aktuell noch 2-3 Wasserdurchfahrten die zwar teilweise länger aber nicht tief sind.
Sand im Chobe Forrest REserve auch kein Problem, alles easy...
Im August kann das Wasser schon ganz schoen hoch stehen! Wir waren 2009 im August im Moremi. Viele der Strassen waren gesperrt - am South Gate wurde uns genau in der Karte (Veronica Roos) eingezeichnet, welche Strassen befahrbar waren und welche nicht. Also auf jeden Fall auch eine Papierkarte mitnehmen!! Da waren nicht mehr viele befahrbare uebrig, vor allem um Xakanaxa rum. Dead tree Island war leider ueberhaupt nicht zugaenglich
Zwischen South Gate und Third bridge war die First Bridge kaputt, da war eine etwa kniehohe Wasserdurchfahrt (allerdings haette es eine Umfahrung gegeben, aber das erfuhren wir erst 4 Tage spaeter).
Ansonsten hatte es noch ein paar kleinere, nicht so tiefe Waserdurchfahrten.
Tiefsandige Strecken hatte es im Moremi nur eine, aber die war mit vermindertem Reifendruck auch mit dem trailer problemlos machbar (obwohl dort anscheinend etliche Autes vor uns steckenblieben, aber mit harten Reifen schafft das auch der beste 4x4 nicht, ist ja klar)
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200821. März 2013 · #6
Hallo, mamba29!
Auch wenn die Regenzeit in weiten Gebieten Namibias und Botswanas quasi ausgeblieben ist, so sind die Wasserstände im Delta und Moremi davon nicht betroffen. Das Flutwasser des Okavango Deltas kommt aus Angola und man muss dorthin schauen, um etwas über die zukünftigen Wasserstände zu orakeln. Und die Zeit des eintreffenden Wassers beginnt grad erst. Man kann von den Wasserständen im Februar (Niedrigwasserstand) nicht auf den August schließen! Viel Verwertbares ist hier darüber im Forum unter Wasserstände Moremi, Moremi-Savuti-Jetzt, usw. zu finden.
Aktuelle Höchstwasserstände des Sambezi lassen für diesen August einiges erahnen.
„ Schwere Regen in den Auffanggebieten des Sambesi, Kwando, Okavango und Kunene in den nördlichen Nachbarländer werden zur Folge haben, dass die Pegel wieder steigen, die teilweise am sinken waren. Der Sambesi bei Katima Mulilo, der im Augenblick weit über dem Stand des Vorjahres und des Durchschnitts für diese Jahreszeit liegt, blieb in den vergangenen beiden Tagen auf 6,31 Metern stehen. Vor einer Woche lag der Pegel bei 6,23 m, im vergangenen Jahr am 11. März auf 4,57 m...“ Quelle: http://www.az.com.na/lokales/88-millimeter-regen-in-okongo.163938.php
Zu deiner Frage, ob August ein guter oder ganz schlechter Monat für die Fahrbarkeit der Pisten im Moremi ist, kann ich dir bestätigen, dass du mit Wasser von oben nicht rechnen musst, - und dort wo Flutwasser steht, musst du nach aktueller Lage entscheiden. Man kann auch viel machen, ohne das man vom Flutwasser betroffen ist, der Moremi ist riesig. Frage vor Ort die Ranger nach der aktuellen Lage und dann entscheide dich für deinen Weg.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Reinhard728 Beiträge · seit 200621. März 2013 · #7
Hallo Susanne, die Aussagen von Maddy und Lillytrotter möchte ich unterstreichen. Natürlich hat Carsten Möhle recht, wenn er schreibt, dass im August etwa der höchste Wasserstand im Okavandodelta zu verzeichnen ist durch den Zustrom aus dem Einzugsgebiet des Flusses, nicht durch aktuellen Regen. Den gibt es im August nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Hupe-Führer etwas anderes steht. Wasserdurchfahrten kannst du im Bereich Zufahrt zu 3rd Bridge sowie 4th Bridge haben und besonders nördlich vom Khwai Village.
Ich halte es übrigens nicht für easy, wenn das Wasser über die Motorhaube schwappt, besonders wenn man keinen Schnorchel hat. Denn es gilt: wenn es über der Motorhaube schwappt, schwappt es auch darunter. Und da saugt der Motor seine Luft an, bzw. Wasser und Wasser ist im Gegensatz zu Luft nicht komprimierbar. Das macht sich bei ausreichenden Wassermengen durch einen abrupten Stillstand des Motors bemerkbar, schlagartiger geht's nicht und zwar dort, wo das Wasser am tiefsten ist. Alles easy? Gruß Reinhard
Hallo Susanne, du hast im Gebiet Moremi 2 verschiedene Wasserprobleme: zuerst das Niederschlagswasser in der Regenzeit: Im August hast du damit keine Problem, es wird nicht mehr regnen. dann das anflutende Wasser des Okavango aus dem Norden. Hier hat es in den letzten Jahren viele Unregelmäßigkeiten gegeben. Außerdem werden jedes Jahr neue Allzeithöchststände verzeichnet. Dieses Jahr waren Teilweise im Norden von Namibia schon im Januar Höchstmarken erreicht, die sonst erst viel später dort ankommen. Das Wasser stammt aus Niederschlägen in Angola und Sambia, braucht bis zum Moremigebiet aber gut 3 Monate. Üblich war früher, dass ab Juni dort die Höchststände erreicht werden, danach das Wasser langsam wieder abfließt/versickert. 2010 war ich Anfang Mai dort, Wasserstände waren stark steigend, die direkte Zufahrt third bridge habe ich versucht, eines unserer 2 eigenen Autos steckte über Nacht im Matsch fest. 3 südafrikanische Fahrzeuge und unser 2. Auto reichten nicht aus, es frei zu bekommen, wir brauchten einen LKW der Parkverwaltung dazu, die aber sehr hilfsbereit war. Danach sperrten die Ranger die Strecke. Über diese Nacht stieg das Wasser nochmal fast 10 cm höher.Über Xakanaxa habe ich aufgegeben, eine von Matu Barfuß geführte Gruppe ist durchgefahren, hatte 70 cm tiefe Wasserpassagen, Zufahrt Xaksanaxa nach North Gate war auch schon gesperrt, hier entstehen jedes Jahr neue Umfahrungen / Tracks.Alternativ gibt es eine befahrbare Feuerschneise. Tendenziell verschieben sich die Höchststände nach hinten, insgesamt gibt es fast jedes Jahr auch hier neue Höchstmarken. Bei den Höchstständen läuft das Wasser dann irgendwann in die Savuti-Marsch, die sich dann sehr weich/schlammig darstellt und eine Befahrung nicht mehr zu empfehlen ist. Du kannst dann nur auf einem Damm passieren, solange der nicht unterspült wird.Was genau 2014 sein wird, kann niemand vorhersagen. Es hängt von dem Verlauf der Regenzeit im Norden ab. Carsten Möhle hat 2012 bei einem Vortrag mal erwähnt, dass 2010 mehr als 30 Mietwagen in Botswana mit Totalschaden versenkt wurden. Dabei musst du dir immer im klaren sein, dass solche Schäden von keiner Versicherung gedeckt werden. Die Touren dort sind super, aber meist auch anspruchsvoll und es gibt keine Gewähr, eine geplante Route überhaupt fahren zu können. Eine Alternative kann eine geführte Tour sein. Das sind meist sehr kleine Gruppen, der professionelle Guide muss die Probleme lösen und du hast meist die Möglichkeit, das Machbare zu der Zeit zu genießen, ohne all zu hohes eigenes Risiko.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Ich halte es übrigens nicht für easy, wenn das Wasser über die Motorhaube schwappt, besonders wenn man keinen Schnorchel hat. Denn es gilt: wenn es über der Motorhaube schwappt, schwappt es auch darunter. Und da saugt der Motor seine Luft an, bzw. Wasser und Wasser ist im Gegensatz zu Luft nicht komprimierbar. Das macht sich bei ausreichenden Wassermengen durch einen abrupten Stillstand des Motors bemerkbar, schlagartiger geht's nicht und zwar dort, wo das Wasser am tiefsten ist. Alles easy?
ich möchte es deutlicher sagen: saugt der Motor Wasser, dann hast du einen kapitalen Motorschaden. Auch mit Snorkel bist du nicht alle Probleme los: Die Motoren haben so viel Elektronik und die mag kein Wasser und keinen Schlamm. Wenn ich da die Touriwagen mit Schlammabdeckung komplett und die vielen Fotos hier im Forum mit Bugwelle und weit spritzenden seitlichen Wasserstrahl sehe, dann denke ich, dass die meisten dieser Leute gar nicht wissen, wie nahe sie an einem Brakedown dieser Elektronischen Bauteile dabei sind. Für Landrover-Fahrer normal aber für mich als Toyotabesitzer ein weiteres Problem: Wie dicht sind die Türen und wann läuft der Fußraum des Autos mit dieser brauenen Brühe voll??? Zwar eher harmlos, aber auch nicht schön.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200622. März 2013 · #10
Guten Morgen zusammen
und vielen Dank für eure Antworten. So wie sich eure Schilderungen für mich anhören, erscheint mir das angesichts der Wasserunplanbarkeit für einen Bots-Erstbesuch ohne wirkliche Allraderfahrung doch etwas zu heftig. Dabei macht mir der Tiefsand deutlich weniger Sorgen als das Wasser. Manche von euch wissen vielleicht, dass wir auch nicht alleine, sondern mit unserer dann 5 1/2 jährigen Tochter unterwegs sind. Da zählt eine gewisse Grundsicherheit dann noch mehr.
Als Alternative zu unserer Route durchs Moremi könnte ich mir für den Erstbesuch (wir kommen ja wieder... 😉 )auch die Variante Maun - Makgadigadi - Nata - Kasane (evt. mit Ihala) - Caprivi-Streifen und dann entweder Panhandle oder über Etosha zurück nach WHD vorstellen.. Wäre das fahrtechnisch einfacher zu meistern oder bekommen wir oben im Caprivi ebenfalls erhebliche Wasserprobleme? Eigentlich ja schon, das Wasser kommt ja von Norden....Ein bisschen Herausforderung ist absolut kein Thema, aber Durchfahren à la "Wasser oberhalb der Motorhaube" muss ich nicht wirklich haben.
Nochmals danke für eure Hilfe und viele Grüße Susanne
Hallo Susanne, an eure Tochter habe ich bei deiner Anfrage auch gleich gedacht-nicht wegen Sicherheit sondern wegen der ziemlich zeitaufwändigen Strecken im Moremi. Die von dir jetzt angedachte Route hat kein Wasserproblem und ist prima zu machen. Melde mich später nochmal, muss jetzt mit Kind shoppen! Hab einige Tipps für dich! LG Sille
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200623. März 2013 · #12
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200923. März 2013 · #13
Hallo Mamba,
wir haben 2011 im Juni eine schöne Tour Botswana/Caprivi unter Auslassung Moremi gemacht. Vielleicht wäre das eine Alternativroute für Euch. Der Botswanaabschnitt dieser Tour hat uns so gut gefallen, dass wir ihn dieses Jahr startend ab Jo´burg und kombiniert mit Simbawe wiederholen.
Mit herzlichen Grüßen Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Hi Susanne, kurze Info zu uns: wir sind im Juli/August 2011 für 4 Wochen mit unseren Kindern (damals 10 und 17) durch Namibia und Botswana gefahren. Gibt es einen besonderen Grund für die Fahrt ab JHB? Ansonsten könntet ihr ab WDH die entspannte Runde über Etosha, Caprivi, Kasane, evtl. VicFalls, Maun machen. Die Etappen wären für Mara ok und ihr hättet viel Landschaft und viele Tiere. Tipps wären, wie gesagt, in die Etosha, Zwischenstopp in Roy's Camp, in den Caprivi, hier gibt es viele Unterkünfte (ich fand für unseren Sohn Kwando Camp super: große Rasenfläche zum Rumflitzen und uns hat es auch gefallen), in Kasane ist das Senyati Safari Camp ungeschlagen - dein Mann hätte 4x4 Anfahrt, die Häuser sind nett und günstig und ihr habt u.a Elis direkt am Wasserloch vor der Tür, von hier könntet ihr evtl. geführt an die VicFalls fahren (von der Länge her gut für Mara), ihr könnt eine Bootstour auf dem Chobe machen (organisiert euch alles Louw vom Senyati), wenn ihr wollt, könnt ihr auf Ihaha campen, weiter nach Maun, hier unbedingt ins Discovery B&B (Marije und Rene sind seeehr kinderlieb), die Häuschen sind prima und günstig, von hier aus evtl. einen Rundflug (reserviert euch Marije), und dann evtl. in die Pans. Auf dem Rückweg evtl. mit den San in Ghanzi was machen und mit Zwischenübernachtung wieder nach WDH. Wir hatten es nachts ziemlich kalt (wenig über 0°C), darum machte es Sinn, erst Richtung Norden zu fahren, im Süden war es noch kälter. Du kannst ja mal überlegen, die Karte checken und dich gerne wieder melden!
LG Sille
mamba29Themenstarter835 Beiträge · seit 200625. März 2013 · #15
Hallo Marina, hallo Sille,
vielen Dank füre eure Hinweise und Tips. Wir haben am Wochenende schon mal ein bisschen angefangen zu planen. Ich glaube, auch wenn wir die Herausforderung Moremi erst mal wegflassen, wird das eine spannende und tierreiche Tour. Wenn ich das Gefühl habe, dass die halbwegs rund ist, stelle ich sie auch noch ins Forum.
Ich wünsch euch eine schöne Woche (trotz des gräslichen Wetters, zumindest hier in BW),