Danke auch von meiner Seite für Deinen super-spannenden Bericht. Da will man doch sofort wieder los... Wann geht's endlich weiter!? 😎
casimodo schrieb:Fortsetzung Tankwa Karoo / Elandsberg Im Tal angekommen, sitzt ein Southern Pale Chanting Goshawk direkt neben dem Weg auf einem Zaunpfosten. Stück für Stück pirschen wir uns mit dem Auto näher heran. Er bleibt tatsächlich sitzen, sogar als das Auto nur noch 5-10 Meter entfernt ist.
Noch eine Frage zu Deiner Kameraausrüstung. Du hattest mal in einem anderen Thread ein Zoomobjektiv mit 300mm angedeutet. Würde mich über die genaue Bezeichnung freuen. Deine Bilder sind schon schick geworden...
Super auch Deine Erfahrungen vom Tankwa NP, an dem wir auch diesmal wieder nur 'vorbei gefahren' sind. Da müssen wir auch noch hin um Mäuse zu sehen die einsamen Trails zu fahren. 😉 Beeindruckende Landschaftsbilder!
Hallo Carsten, selbst frisch aus dem KTP zurück, habe ich deinen bisherigen Bericht mit ein wenig Neid verschlungen. Wir waren auch im KTC, jedoch im Zelt Nr. 2 (neben dem Honeymoontent), hatten aber leider nicht das Glück, vom Camp aus Löwen zu sichten. Insgesamt fanden wir die Sichtungen im Großraum Mata Mata etwas mickrig, aber wahrscheinlich hatten wir das falsche Timing 🙁 Bin gespannt auf deine Fortsetzung, vor allem auf eure Eindrücke von Kieliekrankie und Umgebung, dort hat es uns sehr gut gefallen. LG und schöne Ostern Chrissie
casimodoThemenstarter4’579 Beiträge · seit 200706. Apr. 2012 ·
Kgalagadi Transfrontier Park – KTC nach Gharagab
Distanz 316 KM
Der Wecker klingelt erbarmungslos um 05:50 Uhr. Nach vielen Jahren Übung sind wir inzwischen ein perfektes Team. Auto Packen, Kaffee Kochen, Brote schmieren klappt mit unkomplizierter Arbeitsteilung wortlos. Direkt neben der Terrasse läuft plötzlich achtlos eine Hyäne vorbei.
Guten Mutes geht es los zu unsere Gewalttour, die ein bereits ausgebuchtes Killie Krankie nötig machte. Wir hatten Bedenken wegen der langen Strecke, Heute sehen wir es aber schon lockerer. Auf den ersten Kilometern durchs Auob Tal sehen wir Giraffen, kämpfende Springböcke und Raubvögel. An der Abzweigung zur Dünenpad in Richtung Nossob Frühstücken wir am Picknickplatz in der Nähe des Wasserloches Kamqua. Kerstin wechselt ans Steuer, wir wollen Heute häufig wechseln. Am Wasserloch Eland sehen wir sofort, woher der Name kommt : Immer wieder wachsen neben der Pad unzählige gelbe Blumen. Der nächste kurze Kaffeestop wartet in Dikbaardskolk. Die Pad hier im Nossob Tal ist viel angenehmer zu fahren, als die Rüttelpad im Auob Tal. Immer wieder hat es große Wasserpfützen, in einer badet gerade ein schöner Raubvogel. Überhaupt wird es heute unser Raubvogeltag werden. Überraschend relaxt erreichen wir um die frühe Mittagszeit Nossob. Im Shop werden die Vorräte an Feuerholz und Savannah aufgefüllt und wir checken für Gharagab ein. Die Angestellte gibt uns noch einen Spannungswandler für den Ranger mit. Bettwäsche für Grootkolk lehnen wir aber ab, da wir sowieso schon nicht so viel Zeit mehr haben. Beim kurzen Besuch am Wasserloch sehen wir Störche und Raubvögel und eine Gnu Herde Dann öffne ich endlich das Gate in Richtung Grootkolk und Gharagab.
124 weitere KM und ca. 3 Stunden reine Fahrzeit zeigt das Nüvi für die nächste Teiletappe bis Unions End an. Entlang der Pad sitzen immer wieder Unmassen an Raubvögeln auf den Bäumen. Tierbeobachtungen sind hier wegen des hohen Grases und der tiefliegenden Pad schwierig, was uns Heute aber ganz Recht ist. Raubtiere können wir keine sichten, nur deren Spuren und einige Geier. An einem Wasserloch beobachten wir eine große Straußenfamilie und etliche Oryxe. Die Straußeneltern sind total aggressiv und jagen die Artgenossen von ihrem Nachwuchs weg. Immer wieder sieht es kurios aus, wenn diese Riesenvögel am Rennen sind.
Gegen 15 Uhr erreichen wir immer noch nicht gestresst Unions End. Von unübersichtlich hohem Gras umgeben und deswegen sehr vorsichtig verlassen wir das Auto, um das provisorische Seednet zu installieren. Das funktioniert mit dem Panzerband und dem Bullbar ganz gut. Es sieht alles andere als professionell aus, tut aber seinen Dienst und ist stabil. Einige Ranger werden uns dafür noch belächeln, macht uns aber nix 😉
Der Abzweig auf den Weg nach Gharagab kommt bald, das Gras ist dort halbgrün und steht teilweise in Motorhaubenhöhe. Die einsame grüne Landschaft mit vielen Bäumen, blauem Himmel, Wolken und der roten Fahrspur ist wunderschön. Ab und zu ist es etwas holprig, richtige Dünen sind auf der Zufahrt aber keine. Alle 5 KM schauen wir einmal unter das Auto, um den Unterboden nach Grasresten abzusuchen. Da das Gras nicht so trocken ist, ist das aber kein Problem. Gegen 17:00 Uhr erreichen wir Gharagab, das wunderschön auf einer kleinen Anhöhe liegt. Es gibt nur vier kleine, ganz einfache Hütten und eine Rangerunterkunft. Dieser ist etwas eigenartig drauf.Er zeigt uns sehr sauber polierte Gläser und fordert uns auf, diese genausoooo sauber wieder zu hinterlassen, er sei da sehr penibel ! Er gibt uns eine kurze Einweisung und meint dann ganz nebenbei : „Ach ja, direkt neben Nr, 1 liegt ein männlicher Löwe, der kommt nachher bestimmt zum Trinken. Beim Autoauspacken schaut man sich da die Umgebung dann doch etwas genauer an. Der Blick von der Terrasse ist wunderschön, das Wasserloch recht nahe. Hier gefällt es uns wieder sehr gut. Das Camp hat einen ganz anderen Charakter, als das Tented Camp. Fröhlich bereiten wir die Gemüsepäckchen und das Fleisch für das Abendessen vor. Als ich gerade den Grill anzünde, sagt Kerstin.... na ratet Mal : „Der Lööweeee kooomt!“ Im hohen Gras und von der Abendsonne angestrahlt trottet er von Nr. 1 kommend runter zum Wasserloch. Er sieht nicht sehr fit aus, man sieht die Rippen. Jetzt kommen die Riesen-Teleobjektive der Nachbarn zum Einsatz und auch bei uns füllen sich die Speicherkarten. Erst zu Hause auf den Photos sehen wir, dass der Löwe ein ungewolltes Piercing in der Backe hat. Ein Stachelschweinstachel hat sich quer durch seine Backe gebohrt. Das muss echt fies und sehr schmerzhaft sein. Nachdem er genug getrunken hat, läuft er direkt auf unsere Hütte zu und läßt sich ca 20 Meter entfernt unsichtbar hinter einem Busch nieder. Wenn er sich auf den Rücken dreht, sichten wir mal einen Fuß. Kerstin meint, wir hätten das Olivenöl im Auto vergessen. Ja, ich hole es schnell ! Ah ja, da ist ja der Löwe. Och, der schläft doch und es sind nur 5 Meter bis zum Auto.
Hier in Deutschland halten uns jetzt alle für verrückt, Ihr könnt uns sicher besser verstehen. Der Ranger lief auch ganz entspannt im Camp herum, mir war schon etwas mulmig. Mit dem in der Dämmerung beginnenden Konzert der Barking Geckos und dem unsichtbaren Löwen in der Nähe genießen wir wieder unser Braii und eine gute Flasche Glen Carlou Shiraz .Die Nachbarn haben wohl etwas Probleme mit ihrer Grillkohle: Die Stimmung und das Gefühl weit weg von der Zivilisation zu sein, ist unglaublich schön. Nachts brüllt mehrfach der Löwe und die Schkale rufen in die Nacht....
Nach gutem Schlaf lassen wir es am nächsten Morgen gemütlich angehen. In Ruhe frühstücken wir Toast und Papaya mit lecker Ceres Orangensaft und Kaffee. Alle Nachbarn sind schon weg. Gegen 9:00 Uhr geht’s schweren Herzens wieder auf die Pad zurück nach Nossob. Am nahen Wasserloch Dankbaar stehen die Südafrikaner und beobachten Vögel. Sie weißen uns darauf hin, daß an der nächsten Düne Löwen neben einem Busch liegen. OK, schon wieder Löwen. Das gibt’s doch nicht ! Zuerst entdecken wir mehrere schlafende Weibchen 200 Meter unterhalb der Düne. Bei unserer Ankunft heben sie kurz die Köpfe . 200 Meter weiter hinter dem Dünenkamm finden wir etwas später noch zwei Löwendamen. Die heben ab und zu die Köpfe, liegen aber ansonsten löwenfaul herum. Die Ausfahrt führt nach 29 KM wieder auf die Pad im Nossob Tal. Auf dem Weg dorthin genießen wir die schöne Landschaft und sind wieder froh, das Seednet zu haben. Jetzt hat es auch einige Dünen, deren Überquerung aber kein Problem ist. An einer habe ich zu wenig Schwung, im zweiten Anlauf klappt es dann aber. Die 29 KM ziehen sich schon ganz schön...
Inzwischen ist es wieder heiß gerworden, trotzdem lässt es sich auch ohne Klimaanlage ganz gut aushalten. Auf dem Restweg gibt’s keine besonderen Sichtungen mehr und so erreichen wir gegen 13:00 Uhr Nossob.
casimodoThemenstarter4’579 Beiträge · seit 200706. Apr. 2012 ·
Hallo cfm,
Danke erst einmal für Dein Lob.
Ich habe eine alte Canon EOS 400D, ein Canon 70-300 mit Bildstabi,ein neues Canon 15-85 IS USM und eine Lumix TZ 22 . Die Bilder sind von der Quali ganz brutal verkleinert.
Bei dem Goshawk hatten wir einfach viel Zeit, Glück mit dem Licht und kamen sehr nahe ran.
Hui, du bist ja noch spät am Abend fleissig! Danke für die schöne Mitreise. Da werden Erinnerungen vom Februar wieder wach. Bei uns war das Gras noch nicht ganz so hoch, dafür hatten wir teilweise heftiges Unwetter.
Schade, dass wir in Kronau keine Zeit hatten miteinander zu reden. Wir mussten leider schon vor dem Buffet wieder los. Freue mich schon auf die Fortsetzung!!!!!!
LG Claudia
P.S. Die tote Giraffe liegt schon seit Mitte Januar dort
casimodoThemenstarter4’579 Beiträge · seit 200706. Apr. 2012 ·
@ Hanne
Ach wie schön, wieder KTP 😎 WIr haben andere Amis getroffen, unsere waren nur 6 Tage da.
@ Champagner Uff, Deine Frühstückslektüre ist gerettet 😄
Vorsicht, mit dem Seednet sind wir etwas empfindlich, sind zu oft belächelt worden und damit immer dünnhäutiger geworden 😉 Es ist natürlich ein Spinnennetz
@Montango
Vielen, vielen Dank für Deine netten Worte, ich habe mich sehr gefreut !
@ Pascalinah
und die Schakale haben trotzdem immer noch an der Giraffe rumgenagt
@ Chrissie
Das haben wir ähnlich wie Du empfunden. Die Wasserlöcher 13 und 14 Boorgat, Kamqua etc. in der Gegend um Killie Krankie waren sehr ergiebig. Kommt ja noch 😉
@ Jaffles
Danke Dir ! Wir hätten Dich auch gerne kennengelernt. Es waren einfach zu viele in Kronau.
Euch allen schöne Osterfeiertage und viele Grüße Carsten
Champagner8’801 Beiträge · seit 201006. Apr. 2012 ·
casimodo schrieb:
@ Champagner Uff, Deine Frühstückslektüre ist gerettet 😄
Ja, hat super geklappt, danke! Bin gerade am Überlegen, ob ich mir noch einen zweiten Kaffee mache und das Ganze nochmal lese! Allerdings habe ich einen Kuchen und eine riesige Portion Gulasch auf meiner To-do-Liste.....:(
Also ehrlich gesagt werde ich beim Lesen sehr, sehr neidisch, ja fast traurig (weil ich momentan nicht den/die richtigen Reisepartner habe, um realistisch so etwas zu planen). Vorallem deine Hinweise auf die Einsamkeit und die Stille gepaart mit den tollen Fotos lassen große Sehnsüchte wach werden. Da können mich auch meine 3 Bonsai-Löööweeeen nicht trösten - zumal sie bei diesem Super-Oster-Wetter Unmengen von Dreck aus dem Garten mitbringen und hier im Moment großes Kino bieten mit Jagdszenen mitten durchs Zimmer (einer muss immer die Antilope spielen und es gibt für die drei Verrückten kein Hindernis, das zu hoch, zu breit oder zu wertvoll ist 😠 ).
Trotz Neid bitte ich dich darum, schnell weiterzuschreiben und mich bald wieder nach Afrika zu entführen 🙂 Ich verspreche dir dafür auch, nie wieder das Wort "seednet" zu erwähnen 😄 !
Schönen Karfreitag wünscht Bele (mit der inzwischen 2.Tasse Kaffee auf dem Schoß!)
da wir waehrend Eurer Tour im KTP mehr oder weniger zeitgleich dort waren, weiss ich jetzt auch, zu wem der auffaellige KEA gehoerte mt dem ...netz 😉. Kleiner Trost: Unserer ist noch viel auffaelliger 🙂 und dann noch die komplett falsche Automarke... . Ihr hattet immerhin einen Nissan. Den kann auch ein selbst gebasteltetes s...ned nicht entstellen.
Finde es immer wieder spannend zu lesen, wie unterschiedlich die Beobachtungen an den einzelnen Wasserloechern ausfallen koennen. Bin gespannt, wie es am 13. und 14. Wasserloch weitergeht. Da war bei uns mal wieder Ebbe, waehrend wir am Craig Lockhard (oder so ahnlich) mehrmals fast ueber die Loewen drueber fahren mussten, um ueberhaupt weiter fahren zu koennen. Die spielten naemlich "Roadblock".
Prima Bericht, den man gerne liest! Schnell weiterschreiben!
Hallo Ihr Zwei, wie schön , bei dem Schittwetter hier , eueren Reisebericht zu lesen. 🙂 Weil wir zum Teil die gleichen Strecken gefahren sind , kommt es einem ja so vertraut vor. 🙂 Euer Seednet, was ihr uns ja freundlicherweise abgetreten habt, hat seine Function voll erfüllt.:) besser ein komisches Seednet als ein brennendes Auto. 🙁 Der arme Löwe, mit sein Stacheschweinpearcing, ich habe mal ein Bild gesehen, der Löwe hatte ein wenig mehr Pearcings in dieser Art. 😉
Bin mal gespannt wie es weiter geht.:) Einen lieben Gruß Cécile
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
auch von uns ein gaaaanz dickes Lob für den Bericht . Kommt genau zur richtigen Zeit und in der richtigen Dosierung. Schön dass Du uns den Karfreitag mit einem neuen Tag Deiner Tour geschenkt hast, da muß man an Ostern keine Eier mehr suchen, sondern kann ganz entspannt auf die nächsten Casimodo-Ostergeschenke-Tagesberichte warten.
Nehmen Deine Informationen natürlich in unsere eigene Planung mit auf (noch 8 Tage dann geht es bei uns endlich los 🙂 und werde mich sicherlich, wie besprochen, mit Informationen aus dem CKGR und aus Mabuasehube revanchieren.
@Bele: Das mit Euren Katzen kommt mir irgendwie bekannt vor, wir wurden heute morgen auch schon früh geweckt, da die Damen und Herren lautstark um Einlass gebeten haben und dann einen Teil Ihrer Energie unbedingt in der Wohnung loswerden wollten. So sind sie halt unsere Stubentiger. Mal sehen ob die Originale auch so drauf sind (wenn wir denn welche zu Gesicht bekommen werden).
Wünsche Euch allen ein entspanntes Osterfest und Dir Carsten, viel Zeit und Lust auf das Schreiben der nächsten Tagesetappe.
Champagner8’801 Beiträge · seit 201006. Apr. 2012 ·
Offtopic
@Tom: schön von dir/euch zu lesen! Noch 8 Tage, wow - die gehen sicher schneller rum als man denkt! Übrigens: meine kleinen Löwen schlafen nun - was sind sie da süüüß 😉
Falls wir nichts mehr voneinander lesen: ich wünsch euch einen tollen Urlaub mit allem was Ihr so sichten wollt! 😁
Grüße ins Gäu (war Samstag erst in Rottenburg/Remmingsheim) vom Fuße der Teck!
Ontoppic: So, Carsten, Kuchen ist fertig, Gulasch kocht - du kannst also weiterschreiben! 😄
casimodoThemenstarter4’579 Beiträge · seit 200706. Apr. 2012 ·
Nossob nach Bitterpan
53 KM Sand und Dünen Anfahrt, 48 KM Sand und Dünen Ausfahrt
3 ½ Stunden +/- und 53 KM Zufahrtsweg sagt das Kgalagadi Heft. 50 Km Durchschnittsgeschwindigkeit werden wir hier definitiv nicht fahren. Naja, so in 4 Stunden sollten wir es schon schaffen und noch etwas Zeit zum Ausspannen in Bitterpan haben. Zufällig checken wir gleichzeitig mit den Insassen eines südafrikanischen 4x4's ein. Wir unterhalten uns etwas, der Fahrer dürfte so um die 60 sein und ist auch noch nie in Bitterpan gewesen. Wir vereinbaren, daß wir zusammen fahren, wir lassen ihn vorfahren. „Wenn ich zu langsam bin, dann gebt mir Lichthupe!“.... „Wird schon passen, antworten wir“. Der nette Tankwart öffnet uns das Gate zur exklusiv für Campinsassen und nur Oneway befahrbaren Zufahrtspad. Der Südafrikaner gibt gleich Zunder und pflügt die erste Düne hoch. Es geht gleich richtig los. Es ist kein wirkliches Problem, aber auf den Dünenkämmen ist die Pad teilweise ordentlich ausgefahren und sehr tiefsandig. Inzwischen habe ich gelernt, dass man auf den letzten Metern vor dem höchsten Punkt noch genügend Drehmoment übrig haben muss, dass der 3 Liter Turbodiesel im zweiten Gang nicht abstirbt. Also immer genügend Anlauf nehmen, nicht zu viel und nicht zu wenig. Das beschert uns ein munteres Gehopse auf unseren Sitzen. Die Fahrerei macht einen Riesenspaß. Der Südafrikaner hat es sehr, sehr eilig. Da wir immer in Sichtweite hinterherfahren, passiert alles ganz automatisch. Tiere sehen wir wenige, aber die Strecke durch die einsame Gras- und Dünenlandschaft in der Kalahari ist wunderschön. Überhaupt: Warum ist hohes Gras im südlichen Afrika eigentlich schöner als in Europa ? Die Frage haben wir uns gerade in Namibia und auch jetzt immer wieder gestellt ! Wir wissen es nicht und genießen die Strecke. Nach unzähligen Dünen erreichen wir nach ca. 1 ¾ Stunden Bitterpan. Knapp schneller als erwartet, alleine hätten wir uns etwas mehr Zeit gelassen. Der Ranger zeigt uns kurz das Camp. Die 4 Südafrikaner haben die 2 Hütten auf der linken Seite, wir das vorletzte auf der rechten Seite. Neben uns wohen Christiane und Jochen aus Hamburg , sie sind gestern angekommen und zum zweiten Mal in Bitterpan.
In der Mitte des Camps liegt die gemeinsame Küche, die Gaskühlschränke und durch ein kleines Tor kann man zwei, drei Stufen herunter zum gemeinsamen Braiiplatz gelangen. Es ist wieder sehr einfach eingerichtet, hat aber auch wieder seinen ganz eigenen Charme. Zwischen dem Trockensee und dem Camp liegt ein kleines Wasserloch. Nur zwei Strausse laufen in der Mitte herum, es ist herrlich ruhig. Die Hütte ist sehr klein, hat zwei Einzelbetten, eine kleine Terrasse und einen eigenen Braiiplatz. Wir verbringen den Nachmittag mit Relaxen. Gegen Abend verabreden wir uns mit den deutschen Nachbarn zum Grillen, die Südafrikaner machen ihr Ding. Christiane und Jochen sind total in Ordnung, wir verbringen einen feuchtfröhlichen Abend mit Grillwürstchen, griechichem Salat, Gemsquash, Windhoek, Rotwein, Weißwein, sehr angeregten Gesprächen und Afrikalatein. Für afrikanische Verhältnisse unfassbar spät gehen wir um 23:30 Uhr ins Bett. Es werden die einzigen Deutschen sein, die wir in 3 ½ Wochen treffen, In der Nacht sind wir etwas fassungslos. 4 Fledermäuse vergnügen sich bei Tiefflugübungen und gekonnten Formationsflügen in unserem Minichalet. Hin und wieder üben sie Bombenabwürfe. Die Luftminen landen auf unseren Betten und bleiben als Blindgänger liegen. Dabei machen die Viecher auch noch einen Höllenlärm. Es wird trotz des hohen Blutalkoholspiegels eine unruhige Nacht.
Als im Morgengrauen der Flugbetrieb endet und eine wonnige und komatöse Tiefschlafphase doch noch etwas erholsamen Schlaf bringt, weckt uns doch tatsächlich Christiane. Gestern Abend hatten wir sie noch sehr nett gefunden. Was will sie denn ?!?! „ Aufwacheeeen, die Löööweeen sind da!“ Schlagartig ist der dicke und müde Laib wie eine Sprungfeder unterhosig aus den Betten gehüpft. Christiane ist uns jetzt sogar noch sympathischer !
Und tatsächlich. 6 Löwen liegen im warmen Morgenlicht um das Wasserloch herum. Immer wieder stehen sie auf und machen Kaspereien, jagen und beißen sich und schleppen irgendwelche Brocken durch die Gegend . Jochen macht uns mitten in der Kalahari einen richtigen Latte Macchiato. Inzwischen stehen wir alle um die nicht eingezäunte Feuerstelle herum. Da seit einigen Minuten eine der Löwinnen fehlt und das Rudel nicht so wirklich weit von uns entfernt ist, beschließen wir nun doch etwas vorsichtiger zu sein und wieder auf das Deck hochzugehen. Es ist schon eine ganz besondere Stimmung. Alle stehen in ihrer Schlafkluft und mit den Kaffebechern in der Hand ca. 100 Meter vom Löwenrudel entfernt in der Morgensonne. Das Ganze zieht sich bestimmt eine ¾ Stunde hin, bis ein Löwe nach dem andern sich so langsam in der Landschaft verteilt. Zwei, dreimal registrieren wir, dass sie uns ganz bewusst beobachten. Und wenn sie wollen, sind sie im hohen Gras und den Büschen komplett unsichtbar.
Drittes Camp und dreimal Löwen am Wasserloch, mit einer 100% Quote hätten wir niemals gerechnet ! Ob das so weitergeht ? Gemütlich frühstücken wir zu viert. Christiane und Jochen wollen noch mit uns in Richtung Urikaruus fahren und dann eine Kehrtwende in Richtung Namibia machen. Um 9:00 Uhr verlassen wir Bitterpan. Diesmal gehen wir es viel langsamer an. Immer wieder geht es Dünen hoch und runter, durch hohes Gras und an Blumen und grünen Wiesen vorbei. Vereinzelt sehen wir die üblich verdächtigen Tiere und einige Raubvögel. Kurz vor Erreichen der Hauptpad im Auob Tal kommen zwei oder drei Dünentäler, die paradiesisch grün sind. Auf dem roten Sand wachsen gelbe Blumenteppiche, es erinnert fast etwas an die Blumenblüte im Namaqualand. In Ruhe beobachten wir eine Giraffen, es ist wirklich unglaublich schön hier ! Im Auob Tal selbst gibt es keine besonderen Sichtungen mehr, auf einem Viewpoint kurz vor Urikaruus verabschieden wir uns von Christiane und Jochen. Wie wohl Urikaruus sein wird.... ?..... und wie wird wohl das Treffen mit der Engelstrompete und dem Silberadler verlaufen ?... das alles erfahrt Ihr im nächsten Teil und noch bevor der Bayern Schorsch wieder mitlesen kann 😉
Hallo Carsten, super das es bereits weiter geht! Nur eine Frage: Wie macht Ihr das mit den Löwen? Kann man die Sichtungen bei SANParks bestellen? 🤪 VG und schöne Osterfeiertage cfm
Hallo Carsten, um Deinen Schreibstil und die Löwenvielfalt beneide ich euch ungemein. 😄 Bitte weiter so.:)
Du schreibst : "Christiane und Jochen ....." "Es werden die einzigen Deutschen sein, die wir in 3 ½ Wochen treffen........."
Urikaruus und Kieleikrankie doch wohl ausgeschlossen.😄 😄
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
casimodoThemenstarter4’579 Beiträge · seit 200706. Apr. 2012 ·
Hi Cecile,
Du bist aus Holland und Ihr wohnt in Bayern 😉 😉 😛 Da kann man ja wohl nicht von Deutschen sprecchen, oder ? 😉
Daß ich Euch nicht vergessen habe, siehst Du ja im Schlußsatz.
Aber Ok, ich gebe es zu.... 😕 Ich habe mich getäuscht und hoffe, Ihr verzeiht mir !
Du bist aus Holland und Ihr wohnt in Bayern 😉 😉 😛 Da kann man ja wohl nicht von Deutschen sprecchen, oder ? 😉
Daß ich Euch nicht vergessen habe, siehst Du ja im Schlußsatz.
Aber Ok, ich gebe es zu.... 😕 Ich habe mich getäuscht und hoffe, Ihr verzeiht mir !
Liebe Grüße Carsten
Lieber Carsten,
das Mike als Bayer durhgehen soll......😄 😄 😄 😄 You made my evening 😄 😄 😄
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
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Champagner8’801 Beiträge · seit 201007. Apr. 2012 ·
casimodo schrieb: Überhaupt: Warum ist hohes Gras im südlichen Afrika eigentlich schöner als in Europa ? Die Frage haben wir uns gerade in Namibia und auch jetzt immer wieder gestellt !
Vielleicht weil der rote Sand dazwischen fehlt?? Ich hab mich das damals in der Anib Lodge auch gefragt - wir waren ja an unserem ersten richtigen Tag in Namibia gleich hin und weg von dem Gras... Hier schimpft man, wenn man mähen muss und dort gerät man ins Schwärmen 😉
Danke übrigens für die Frühstückslektüre - und ich bin schon auf den Bericht über das kleine Forumstreffen mit Cécile und Silberadler gespannt!
bin richtig neidig auf eure vielen Löwensichtigungen. TOLL.
Auch ich kann mich nicht sattsehen an den Bildern mit den Gräsern und dem roten Sand dazwischen. Leider werden wir nur 1 Nacht bei unserem nächsten Urlaub in dieser Gegend übernachten. Nur werden diese im September wahrscheinlich golden sein und nicht so grün wie auf deinen wirklich schönen Landschaftsbildern.