sassaThemenstarter4 Beiträge · seit 201115. Dez. 2011 · #1hallo,
ich bin neu im Forum und plane mit meinem Mann eine Namibiareise. Wir sind beide über sechzig, haben wenig Ahnung vom Autoreparieren (Reifenwechsel geht natürlich) und überlegen ernsthaft,ob eine Selbstfahrertour anzuraten ist.
Frage: wie risikoreich schätzt ihr eine solche Reise ein?
Mit gravelroads haben wir Erfahrung in Island gesammelt und es war ok.
Vom auswärtigen Amt wird vor Gefahren bzgl. Überfällen gewarnt und zu erhöhter Vorsicht nicht nur in Windhoek geraten..
Ich bin gespannt auf eure Einschätzung, da viele ja schon mehrmals in Namibia waren.
sassa
Jambotessy2'610 Beiträge · seit 200715. Dez. 2011 · #2Hallo sassa,
ein herzliches Willkommen in Forum 🙂
Meiner Meinung nach ist Namibia sehr gut geeignet für Selbstfahrer, auch- oder gerade- für diejenigen, die keine Automachaniker sind 😉 So viele Ersatzteile kannst du so wie so nicht mitschleppen, dass du für jeden Ernstfall gewappnet bist.
Als "Ersttäter" wirst du wahrscheinlich die klassische Tour fahren und da kannst du mit deinem Handy immer jemanden (Autovermieter) erreichen.
Grüße
Jambotessy
Vorsicht ist natürlich angeraten - aber auch nicht mehr oder weniger, als in anderen Urlaubsländern oder auch in Deutschland, wenn du nicht gerade auf einer Hallig lebst 🙂
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
joli3'491 Beiträge · seit 200615. Dez. 2011 · #3Hallo Sassa,
vor allem anderen ein herzliches Willkommen hier im Forum.
Auch für Leute unseres Alters - ich hab die 60 schon eine Weile hinter mir - ist Namibia ein wunderschönes Land für Selbstfahrer-Reisen - auch ohne Sicherheitstraining und Mechaniker-Kurs.Dennoch finde ich geführte KLEIN-Gruppenreisen ( max. 6 Pers) für einen Erstbesucher gar nicht schlecht, weil man dann - je nach Qualität des Guides - doch einen besseren Zugang zu Land und Leuten bekommt. Und: man kann beide Reiseformen ja auch mischen, also Selbstfahrerreise mit dem einen oder anderen Reisebaustein "Kleingruppe".
Macht Euch mal mit den Angeboten der einschlägigen Spezialisten (Iwanowski, Abendsonne Afrika, Umfulana, DSAR, Bwana Tucke Tucke ) vertraut. Das erleichert die Planung wesentlich und gibt gute Anregungen.
Gruß Joli
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200815. Dez. 2011 · #4Hallo Sassa,
auch von mir ein herzliches Willkommen. Deine Frage ist nicht zuletzt auch eine Frage, wieviel Zeit Ihr bei Eurer Ersttour hier verbringen. Bei bis zu drei Wochen schließe ich mich Joli's Meinung uneingeschränkt an - Kleingruppe. Habt Ihr mehr Zeit und Lust und vor allen Dingen bereitet Ihr Eure Reisen gerne selbst bis ins Detail vor, dann bin ich für Selbstfahrer-Reise.
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
Reinhard1951723 Beiträge · seit 201115. Dez. 2011 · #5Hallo Sassa,
bist du ein Endeckertyp und machst in deinem Urlaub gern was du möchtest ohne auf Gruppeninteressen oder Reiseleitervorstellungen rücksichtnehmen zu müssen mach unbedingt eine Selbstfahrertour. Namibia ist ein wudervolles Land dafür.
Ich glaube nicht daran, dass eine Gruppe viel mehr Sicherheit bietet und schon gar
nicht daran, dass man in einer Gruppe mehr erlebt.
Zum Thema Sicherheit teile ich die Meinung von Jambotessy! Allerdings sollte man sich auf das Handy nicht so sehr verlassen, das Netz ist nicht flächendeckend! Auch wenn
du oft stundenlang fährst ohne jemanden zu begegnen (es wird dir so vorkommen!), wenn du jemanden brauchst wird jemand kommen (so wie meistens jemand kommt, wenn du gerade niemanden brauchst.Das oft freie Land bietet wenig "Deckung").
Für die Planung der ersten Reise würde ich mir Unterstützung bei einer Agentur holen und die Routenvorschläge hier zur Diskussion stellen. Du wirst viele gute Anregungen und Ergänzugen erhalten!
Wir, 60 Jahre und mit eingerostete Englischkenntnissen haben uns so 2011 das erste
Mal nach Afrika (Namibia u.a.) auf den Weg gemacht und sind, obwohl am 13.10. in
Frankfurt wieder gelandet, immer noch nicht zurück!
Olli143 Beiträge · seit 200816. Dez. 2011 · #6Moin Sassa,
Deine Fragestellung wurde hier im ehrenwerten Namibia-Forum schon sehr oft gestellt. Auch Dir wird von den meisten Teilnehmern natürlich geraten Namibia als Selbstfahrer zu „entdecken“ und zu erleben. Nur als Selbstfahrer würdest Du absolut unabhängig und frei in Deinen Entscheidungen Deine Reise planen und durchführen können. Diese Planungs- und Durchführungsfreiheit ist meiner Meinung nach vielen Selbstfahrern das höchste Ziel. Eine wirkliche Unabhängigkeit in der Entscheidung unterwegs geht jedoch spätestens dann verloren, wenn ein Reiseverlauf mit Unterkunftsbuchungen fixiert wird. Dann muß der Selbstfahrer genauso seine Route „abrattern“ (bitte erlaube mir dieses Etwas an Ironie!) wie als Gast einer geführten Tour… jedoch bei einer knallharten Selbstverantwortung und finanzieller Haftung für sein gemietetes Fahrzeug, für die Bewältigung seines Verkehrspensums, seiner Einkäufe und die Sicherung seiner Verpflegung. Das ist bei weitem nicht alles! Eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit dem Fahrzeug, dem Fahren im ungewohnten Verkehr mit teilweise völlig unbekannten Straßenverhältnissen, dem eigenen Verhalten bei Begegnungen mit fremden Kulturen und vielen anderen „kleineren“ oder auch unwichtigeren Aspekten des tagtäglichen Selbstfahrerurlaubes, …dies alles kann einem Selbstfahrer den Urlaub auch erschweren. Viele nennen das auch Bereicherung, Herausforderung, „das Salz in der Suppe“ oder wie auch immer. Wer das genau so möchte, der sollte auf alle Fälle ungeführt und als Selbstfahrer Namibia erleben und entdecken.
Andererseits möchte ich Dir, Sassa, aber auch nicht zu einer Reise mit sogenannten „Hummeldummen“ (Das ist eine wirklich unschöne Bezeichnung!) raten! Dieser Personenkreis gibt sich dem reinen „Abhaktourismus“ hin, indem er sich in bis zu 50sitzigen Großbussen von Lodge zu Lodge oder auch von Hotel zu Hotel via möglichst vieler „Sehenswürdigkeiten“ in meist 14 Tagen (Das verkauft sich zu günstigstem Preis am besten!)durchs Land „karren“ läßt.
Ich möchte mit meinem Beitrag an dieser Stelle eine Lanze für die geführte Kleinstgruppenreise brechen:
Auch mit dieser Reiseform kann man als Afrikainteressent seine Reise individuell gestalten! Finanziell muß das unter dem Strich nicht teurer als eine Selbstfahrertour sein. Kleingruppenreisen sind i.d.R. nicht größer als 10 Teilnehmer. Es gibt auch Safarianbieter, die in Kleinstgruppen Erlebnisreisen aller Couleur offerieren. Deine individuellen Wünsche werden aufgenommen, auf Durchführbarkeit analysiert, zu einem harmonischen Reiseverlauf zusammengesetzt und als verbindliches Angebot offeriert. Das geht dann oftmals zwischen Interessent und Anbieter hin und her. Dabei kommen Reiseverläufe zustande, die so manchem „Selbstfahrer“ nicht möglich erscheinen! Es geht aber auch kombiniert! Ich kenne zumindest zwei Anbieter hier in Windhuk, die auch Selbstfahrer in ihrem eigenen Mietwagen auf Teilstrecken z.B. durch das anspruchsvolle Kaokoveld, auf geführten Touren mitfahren lassen.
Weitere und nicht unerheblichere Aspekte sind aber auch die höhere Erlebnisvielfalt und eine intensivere Erlebnistiefe des geführten Reisens. Zum einen geschieht dies durch die Reiseleiter, die durch ihre fundierte Landeskenntnis und ihre jahrelangen Erfahrungen im Lande aber auch mit den verschiedensten Charakteren unter den Gästen individuell auf den jeweiligen Gast eingehen können. Zum anderen erhält der geführte Gast Eindrücke, die nur über die Brückenfunktion des Reiseleiters (oder auch auf neudeutsch: des Guides) zu eingeborenen Kulturen vermittelt werden können! Nochmals hervorgehoben: Ich meine hier die Reiseart der individuell geführten Safaris in Klein(st)gruppen!
Daher mein Tipp an Dich:
Befasse Dich mit allen Reisearten! Du bewegst Dich hier im Namibia-Forum, …nicht im „Selbstfahrer-Forum“! Lasse Dich nicht unbedingt von den hier so wichtigen Bezeichnungen wie Individualität, Unabhängigkeit und Freiheit leiten! Beleuchte diese Attribute auch aus anderen Perspektiven!
Verschwitzte Grüße aus dem sonnenüberfluteten Windhuk,
…wir warten hier wieder auf „gutes Wetter“ (…Regen 😗 )
Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
sassaThemenstarter4 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #7vielen dank für die ausführlichen und hilfreichen informationen.
habe mich sehr drüber gefreut
sassa
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #8Hallo Sassa,
schließe mich gern Ollis Meinung an!
Wir haben unsere 1. Afrika-Reise in Kleinstgruppe (5Pers.+Guide) nach Südafrika gemacht- und sehr genossen.
Ich wäre sonst vermutlich nie nach Afrika gekommen!
Wir hatten einen tollen Guide, einen entspannten Urlaub (die Landschaft konnte genossen werden, die Koffer wurden morgens nur vor die Tür gesetzt, ich musste weder in Karten, Buchungsbestätigungen oder in Reiseführern lesen 🙂 ) - und sind seitdem Wiederholungstäter, allerdings als Selbstfahrer. Für einen Einstieg in Linksverkehr, Kreuzungsregelung, Gepflogenheiten fanden wir die "Privat geführte" Tour ideal.
Ganz viel Freude in Namibia!
Strelitzie
fotomatte2'512 Beiträge · seit 200916. Dez. 2011 · #9Hallo,
ich kann den wohlgesetzten Worten von Olli nur voll und ganz beipflichten,
besonders der Passus über die grenzenlose Freiheit beim minutiösen
Abarbeiten des ausgefeilten Tour-Plans 😄 😛 😁 verdient meiner Meinung nach zweimal gelesen zu werden.
@Olli:Ich bin froh,dass es für mich in weniger als einem Monat wieder nach Nam geht,denn von dem " guten Wetter" hatten wir die letzten Tage denn doch reichlich--in den Dezembertagen jetzt aktuell knapp 200 mm,und so wie es aussieht ,ist da noch einiges im Anmarsch.
Schönen Advent noch beiderseits des Mittelmeeres
fotomatte
lighthouse88 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #10Hallo Sassa, - auch von mir "Neuling" ... erst seit August 2011 im Forum ... herzlich WILLKOMMEN
Also, wir (2 Ehepaare zwischen 62 und 70) haben in diesem November eine 3-wöchige Selbstfahrertour durch Namibia gemacht. Bis auf eine Reifenpanne - alles super! Die Strecke (wir haben uns auf den Süden beschränkt) betrug ca. 3.660 km und wir haben oft 2 Nächte in einer Unterkunft (auch die haben wir individuell gebucht) verbracht. Es waren wunderschöne Erlebnisse - und wir konnten immer und überall Stopps und Fotopausen einlegen. Allerdings waren wir 4 Erwachsene mit 2 4x4-Fahrzeugen (also hätten wir immer einen "Ersatz" gehabt). Auch haben wir immer und überall zusätzlich Sundowner- und Sunrise-Fahrten und was so angeboten wird - mitgemacht.
Ich persönlich würde immer wieder eine Selbstfahrertour machen (der Hauptgrund ist insbesondere für mich: Ich möchte vorne sitzen! - und wir sind seit Jahren weltweit allein unterwegs). Ich habe mich auch nie unsicher gefühlt - weder in Windhoek noch in Swakopmund oder Lüderitz. Alle "Vorsichtsmaßnahmen" haben wir beherzigt, auf die man im Forum hingewiesen wurde. Es hat uns gut geholfen...
Also, falls ihr Euch entschieden habt, - und villeicht findet ihr ja ein befreundetes Ehepaar, das evtl. auch mal nach Namibia möchte... - liebe Grüße aus Hamburg
Ingrid
Topobär5'479 Beiträge · seit 200916. Dez. 2011 · #11Top oder Flop einer Kleingruppenreise hängen in erster Linie von den Mitreisenden ab. Kennt man sich schon vorher und geht dann gemeinsam auf eine geführte Kleingruppenreise, kann man sich sicherlich Olli's Meinung anschließen. Kennt man sich nicht, muss man auf sein Glück oder Toleranz vertrauen.
Die Vorstellung 2 oder 3 Wochen mit einer Person die ich nicht mag, oder die mich nicht mag, in einem Minibus oder 4x4 zu verbringen reicht mir aus, um Selbstfahrer zu bleiben.
chrissie2'460 Beiträge · seit 200616. Dez. 2011 · #12Falls ihr euch für eine Klein(st)gruppenreise entscheiden solltet, würde ich euch empfehlen, darauf zu achten, dass die maximale Teilnehmerzahl so niedrig wie möglich ist und vielleicht schon ab 2 Personen durchgeführt wird. Wir waren 2008 im Rahmen so einer Kleinstgruppenreise in Botswana unterwegs, da wir uns nicht zugetraut haben, ohne 4x4-Kenntnisse dort herumzufahren. Die erste Woche waren wir mit unserem Guide und Koch alleine, die zweite Woche waren wir zu sechst (max. Gruppengröße). War gerade noch ok für uns (Gruppengröße), aber es ist definitiv eine Einschränkung gegenüber einer individuellen Reise.
Desweiteren würde ich darauf achten, dass so oft wie möglich zwei Nächte an einem Ort verbracht werden, sonst sitzt man mehr im Fahrzeug.
Ich wünsche euch, dass ihr die für euch richtige Entscheidung trefft.