und wieder ein (fast) Neuer

7 Antworten · 2'262 Aufrufe · gestartet 09. Nov. 2010 von leofant
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Themenstarter754 Beiträge · seit 201009. Nov. 2010 · #1
Hallo,

seit über einem Jahr ist mir das Forum ein treuer Begleiter geworden. Jetzt habe ich mich entschlossen, der Gemeinschaft "offiziell" beizutreten.
Meine Frau und ich wurden bereits 1994 in Kenia vom Afrika-Virus
infiziert. Später folgten auch andere Ziele auf der Welt, seit 2005 jedoch bereisen wir ausnahmlos das südliche Afrika.
Eine gute Freundin von uns ist Reiseveranstalterin, Spezialgebiet
Südliches Afrika. Ich will keine Schleichwerbung und nenne
den Namen nicht 🙂
Das eröffnet uns aber die Möglichkeit, zumindest zweimal pro Jahr unsere
Traumländer - speziell Botswana - zu besuchen.
Ich bin glücklich, im Forum viele Gleichgesinnte zu treffen. Vermutlich kennt Ihr aus Eurem eigenen Familien- und Freundeskreis Kommentare wie:
"Was wollt Ihr denn schon wieder in Afrika, da wart Ihr doch schon so oft ?" oder "Ob der Elefant jetzt in Kenia oder Botswana herumsteht, es bleibt (nur) ein Elefant!" Diese Kommentare der "Unwissenden" habe ich zum Anlass genommen, einige Geschichten zu schreiben.
Als Dank an alle FoMis für viele kurzweilige Beiträge hänge ich eine Kurzgeschichten an diese Mitteilung dran und hoffe, der (oder die) eine oder andere hat ein wenig Spaß beim Lesen.

Ich freue mich jetzt erst einmal, im Dezember für 10 Tage nach Botswana zu fliegen. Allerdings machen wir diesmal keine Rundreise, sondern wohnen acht Tage bei Freunden in einer Lodge am Chobe und fliegen zwei Tage nach Savute. Aber ich bin mir sicher wir werden dort viel Spaß und - das wichtigste - viele Begegnungen mit wilden Tieren haben.

Viele Grüße an alle
Walter

Schwergewichtiger Besuch
Wir sind mit einem kleinen Buschflugzeug von Botswanas „Safari-Hauptstadt“ Maun ins Okavango-Delta geflogen. Unser Zeltcamp liegt in einer Privat-Konzession. Das prickelnde am Camp ist, dass es keinerlei schützende Zäune gibt, die wilden Tiere können einem jederzeit und überall begegnen.
Die Manager des Camps haben uns begrüßt und unser Gepäck wurde bereits ins Zelt gebracht. Während meine Reisebegleiter sich an den Pool begeben setze ich mich auf die Holzveranda vor dem Zelt. Der Elefantendung unter dem Baum vor der Veranda ist mir bereits nach einigen Sekunden aufgefallen und mir ist klar dass ich die Chance habe, direkt vor unserem Zelt auf die grauen Riesen zu treffen. Ich habe die Kamera in Griffweite, setze mich auf die Veranda in einen Stuhl und warte ab.
Zuerst trauen sich ein paar Baumhörnchen hervor, dann erscheinen einige der prächtigen Glanzstare. Sie haben ein blau-metallisch schimmerndes Federkleid, das sich je nach Einfall des Sonnenlichtes farblich noch ein wenig verändert. Plötzlich raschelt es hinter dem Zelt. Ich drehe mich um und da kommen sie! Eine Gruppe von sechs Elefanten, schön im Gänsemarsch, kommt den Hauptpfad entlang und biegt genau an „unserem“ Zelt ab, um ans Ufer zu gelangen. Die Tiere laufen dicht an mir vorbei und stellen sich direkt unter den Baum, der dem Zelt Schatten spendet. Während sich eine Elefantenkuh mit ihrem Jungtier etwas im Hintergrund hält, bewegen sich die anderen keine 4 Meter von mir entfernt zwischen der Veranda und dem Ufer. Ich bin erst etwas ängstlich, ziehe den Reißverschluss auf und stelle mich dicht an den Eingang, um mich im Zelt unsichtbar zu machen falls die Elis nicht mit meiner Anwesenheit einverstanden sind, aber ich merke ziemlich schnell, dass wir sozusagen eine „Vereinbarung“ haben. Das Zelt und die Holzveranda ist mein Gebiet, die Wiese am Ufer ist Elefantengebiet. Die von beiden Seiten akzeptierte Grenze ist der schmale Sandstreifen zwischen Veranda und Gras.
Ich werde etwas mutiger, nehme meine Kamera und laufe langsam auf der Veranda hin und her um Fotos zu machen. Die Elefanten beobachten mich genau, aber ihre Körpersprache zeigt mir, dass ich sie nicht störe, solange ich in meinem Revier bleibe. Vor dem Zelt ist ein Schnauben, Gurgeln, Grunzen zu hören; zwei der jüngeren Elefanten stoßen sich gegenseitig weg um ein besonders fettes Büschel Gras zu rupfen oder ein wenig mehr Schatten unter dem Baum abzubekommen. Es sieht aus wie bei zwei Jungs, die sich zum Spaß gegenseitig etwas ärgern. Ich stehe auf meiner Veranda und beobachte den Auftritt. Mein Adrenalinspiegel ist ganz oben, aber es ist keine Angst, sondern nur ein starkes Glücksgefühl, dass ich so etwas wirklich am allerersten Tag erleben darf. Vielleicht verspürt ein Fallschirmspringer ein ähnliches Gefühl wenn er sich aus dem Flugzeug stürzt; auf jeden Fall ist die Begegnung mit den Elefanten auf solch eine kurze Distanz einfach das Allergrößte für mich.
Inzwischen ist bestimmt eine halbe Stunde vergangen, die Elefanten fühlen sich sichtlich wohl und sogar das Elefantenkind darf sich ein wenig von seiner Mutter fortbewegen. Ich hoffe nur, dass es mir nicht zu nahe kommt und ich so den Zorn der Mutter auf mich ziehe. Außerdem habe ich so eine Ahnung, dass meine Frau bald mal nach mir schauen wird und ich möchte auf keinen Fall, dass sie von den Elefanten überrascht wird. Eine schwierige Situation, denn ich kann ja nicht einfach zum Pool laufen, ohne die Elefanten zu stören. Also fotografiere und beobachte ich erst einmal weiter. Zwischendurch schaue ich auf den Weg, den Ruth entlang kommen wird und – siehe da – ich kann beobachten wie sie um die Ecke kommt, die Situation erfasst, kurz anhält, sich langsam umdreht und ohne Hektik den Rückzug antritt. Sie hat also die Elefantengruppe rechtzeitig bemerkt und den Sicherheitsabstand einhalten können. Ich applaudiere ihr lautlos, denn sie hat sich perfekt verhalten. Man merkt, dass es nicht ihre erste Begegnung mit wilden Tieren ist. Jetzt bin ich vollkommen beruhigt, denn es kann keine unliebsamen Überraschungen mehr geben.
So konzentriere ich mich entspannt auf meinen Besuch, der aber beschließt nach ein paar Minuten am Ufer weiter zu wandern. Der junge Elefant kommt noch einmal ganz dicht am Zelt vorbei, doch die Mutter ist bereits ein Stück weiter gegangen und so muss ich mir keine Sorgen machen. Nachdem sich die ganze Gesellschaft verzogen hat, kann ich endlich Richtung Pool marschieren, um den anderen mein Abenteuer zu erzählen. Meine Frau ist beruhigt, als sie mich wohlbehalten sieht, Freundin Petra hört interessiert zu, nur unser Mitreisender Peter schaut ein wenig neidisch. Kurz darauf ist er verschwunden. Während ich noch den Managern von meiner Begegnung erzähle und mich für die „Show“ bedanke, kommt Peter ganz aufgeregt von seiner Pirsch zurück. Er ist den Elefanten tatsächlich nachgegangen, um Fotos zu machen. Dabei hat er allerdings das Junge übersehen. Das Elefantenkind stand plötzlich neben ihm, hat sich erschrocken und ist zu seiner Mama gerannt. Peter kann von Glück sagen, dass die Mutter diese unverhoffte Begegnung anscheinend nicht richtig mitbekommen hat, denn das hätte leicht böse für ihn ausgehen können!
Der Unterschied zu meiner Begegnung und damit das Risiko für Peter liegt auf der Hand: Während die Elefantengruppe mir freiwillig einen Besuch abstattete und den Abstand zu mir jederzeit selbst bestimmen konnte, ist Peter den Elefanten hinterher geschlichen. Als er das Elefantenkind überrascht hat wurde der „Respektabstand“ nicht eingehalten und so etwas kann natürlich lebensgefährlich werden. Aber Peter hat Glück gehabt und steht wieder unversehrt neben uns.
Die meisten wilden Tiere im südlichen Afrika akzeptieren die Anwesenheit des Menschen in ihrem Revier und man muss keine übertriebene Angst vor einer Begegnung mit ihnen haben. Trotzdem ist es dringend erforderlich, allen Tieren immer den nötigen Respekt zu erweisen, denn eigentlich sind wir ja nur geduldete Gäste in einer uns fremden, aufregenden Welt.
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
6'152 Beiträge · seit 200609. Nov. 2010 · #2
Hallo Walter,

willkommen im Forum und danke für die schöne Geschichte-
die wir fast ähnlich auf der Hobatere erlebt haben.
Viel Spass im Dezember in Botswana - und die Tiererlebnisse
werdet Ihr sicher haben.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
4'129 Beiträge · seit 200809. Nov. 2010 · #3
Guten Morgen, leofant!
Das ist doch mal ein extrem netter Einstand!
Vielen Dank für deine/eure Geschichte und – Willkommen im Forum!
Grüße lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
4'451 Beiträge · seit 200809. Nov. 2010 · #4
Hallo Walter,Leofant, cooler Name 😄
herzlich willkommen im Forum.Vielen Dank für diese tolle Geschichte, die einerseits sehr schön ist uns dennoch immer wieder warnen soll , die Tiere zu Respektieren.
Wir sind im April in Botswana unterwegs und hoffen wie schon gehabt auf viele Leos und Elefanten 😄
Lieben Gruß
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
5'538 Beiträge · seit 200809. Nov. 2010 · #5
Hallo Walter,

danke für Deinen schönen Einstand. Auch von mir herzlich willkommen im Forum.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
563 Beiträge · seit 200909. Nov. 2010 · #6
Hallo leofant,

herzlich Willkommen im Forum. Du hast mit Deinem Bericht gleich ein großartigen Einstand gefunden. Häufig sagt aber ein Bild mehr als tausend Worte. Da Du neu im Forum bist möchte ich Dir eine Hilfe an die Hand geben.

Hier die kleine Hilfe

Es gibt zwei Möglichkeiten Bilder einzustellen.
1. Möglichkeit

Das Bild darf nicht mehr als 800 x 800 Pixel aufweisen! Besser 800x600 Pixel, da dabei das Format rechteckig bleibt. Die Größe muss unter 150 kb liegen.!

Dann „Bild zum Anhängen auswählen“. Das entsprechende Bild aus dem eigenen Rechner aussuchen, auf „öffnen“ klicken, anschließend [img] anklicken/hinzufügen und schon hast Du ein Bild hochgeladen.
In der Vorschau ist das Bild allerdings noch nicht sichtbar. Das eingestellte Bild kannst Du erst sehen, wenn Du den Button „Absenden“ angeklickt hast.
Wenn Du kein Programm hast, das das Bild auf die gewünschte Größe verkleinert, dann schau hier: Freeware

http://www.winload.de/download/105175/Grafik,De...erkleinerer.1.7.html


2. Möglichkeit
Wenn Du ein Bild unter Album einstellst, dann darf es max. bis 8 MB groß sein. Wenn Du das Bild dann unter Album betrachtest, steht unten links die Nummer des Fotos und zwar in eckigen Klammern statt runde:
z.B. (foto: 19517). Wenn Du diesen Text mit der Nummer in eckiger Klammer in Deinem Beitrag einfügst, dann wird das Bild nach dem Absenden eingeblendet.

Solltest Du noch kein Album haben, dann geh auf „Meine Fotos“ (bei Design 1 links unten), anklicken, dann oben „Neues Album erstellen“ anklicken und zu guter letzt dann das Album benennen und zum Schluss auf den Button „Album erstellen“ klicken. Schon hast Du Dein eigenes Album erstellt.

Versuch es doch mal!

Gruß Mike
zuletzt bearbeitet 09. Nov. 2010
Themenstarter754 Beiträge · seit 201009. Nov. 2010 · #7
Hi Mike / Silberadler,

das Thema muss ich wohl am Wochenende mit mehr Ruhe angehen,
Danke für den Tipp
Grß Walter
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
3'700 Beiträge · seit 200909. Nov. 2010 · #8
Hallo Walter,

herzlich willkommen im Forum.

.... auch viele unserer Freunde und Bekannte verdrehen die Augen, wenn wir mal wieder ins Schwärmen von Afrika geraten...

Lieben Dank für die unterhaltsame Geschichte.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de