Guten Morgen liebe Forenten,
nun sind wir wieder gut eine Woche in Hamburg, drei Wochen Namibia liegen hinter uns und ich möchte natürlich wie angekündigt einen kurzen Reisebericht hinterlassen. Bilder gibt es noch keine, die müssen noch gesichtet werden. Die reiche ich nach.
Nachdem wir 2008 das erste Mal in Namibia waren, haben wir die Erfahrungen aus der ersten Reise genutzt, um diese Reise etwas entspannter zu gestalten. Damals haben wir fast jeden Tag eine neue Unterkunft bezogen. Kaum Zeit um Eindrücke zu verarbeiten, oder mal in Ruhe eine Lodge zu genießen. Das sollte dieses Mal anders werden.
Wieder haben wir die Reise komplett über ein Reisebüro abgewickelt (Ventertours). Wir waren sehr zufrieden mit der Zusammenstellung und Organisation der Reise, würden es aber wohl beim nächsten Mal komplett alleine organisieren. Das hat nichts mit Venter zu tun, wir haben nur Lust darauf, alles alleine zu organisieren.
Aber der Reihe nach.
Von Hamburg aus hatten wir einen Flug nach Frankfurt gebucht. Bequemlichkeit oder Faulheit, nennt es wie Ihr wollt, wir wollten nicht noch knapp fünf Stunden Bahn fahren. In Frankfurt trafen wir dann unsere Mitstreiter, die aber aus Wir-fliegen-auf-Meilen-Gründen mit Lufthansa über Johannesburg fliegen wollten.
Dann gönnten wir uns noch ein Upgrade und waren auf dem Flug nach Windhoek sehr zufrieden mit dem Platz und dem deutlich besseren Schlafkomfort.
Ankunft in Windhoek im Dunklen! Hatten wir auch noch nicht. Einreise, Gepäck alles problemlos. Dann zum Schalter von KEA-Rentals. Sehr freundliche Begrüßung, kompetente Beratung, das Auto (ein Nissan Navara 4x4) machte einen sehr guten Eindruck. Naja, bis auf die Reifen, die schon reichlich abgenudelt aussahen. Von wann waren die? 4. Woche 2010? Uff, hier werden Reifen aber schnell geschlachtet!
Schnell noch ein Starter-Kit bei MTC, dann ab. Unsere Mitstreiter landeten erste nachmittags, wir wollten daher die Zeit zum Einkaufen nutzen.
In Windhoek fanden wir dann auch recht schnell einen Supermarkt und erledigten die Einkäufe. Dann ging es zu einem sehr netten Treffen mit „unserem“ Reverend, der uns 2008 in der Wüste Namib getraut hatte.
Nachmittags dann weiter Richtung
Amani-Lodge
Wir waren nach Ankunft in der Lodge begeistert! Nur wenige kleine Hütten, eine sehr schöne Anlage und sehr freundliche Menschen auf der Lodge. Hier wollten wir zwei Nächte bleiben. Schnell die wunderschöne Hütte bezogen und ausgepackt. Was für ein Ausblick über die Ebene! Nachdem der Flug doch noch etwas nachwirkte (man ist ja nicht mehr 20 und gut geschlafen haben wir trotz Upgrade nicht wirklich), belegten wir erst einmal ein paar Liegen am Pool und bestellten das erste Windhoek-Lager. URLAUB! Dann bekamen wir Gesellschaft. Nein, nicht unsere Mitstreiter, die sollten erst ein paar Stunden später eintreffen. Louise schaute vorbei! Louise ist ein zahmes Warzenschwein, welches gerne mal vergisst, dass es ein Schwein und kein Mensch ist. Wer hätte gedacht, dass wir mal ein Warzenschwein kraulen werden? Das ging ja gut los! Man riet uns dringend dazu, die Türen zu den Hütten gut geschlossen zu halten. Louise schafft es recht gut Türen zu öffnen. Dann kann es sein, dass man unliebsame Gesellschaft im Bett hat…
Irgendwann trudelten dann auch Julia, Pete und Oliver ein und gemeinsam erkundeten wir die Lodge-Anlage. Auf den angebotenen Game-Drive hatten wir noch keine Lust, das sollte am nächsten Tag folgen.
Das folgende Abendessen war hervorragend! Und das grasgedeckte Haus, in dem sich das Restaurant befindet, ist einfach wunderschön.
Den folgenden Tag verbrachten wir dann auf der Lodge, genossen das Wetter und verabreichten den Tieren auf der Lodge ausgiebige Streicheleinheiten. Louise und Scoobidoo, ein großer Hund, waren begeistert, „Anyway“, ein JackRussel-Verschnitt weniger. Er nahm’s aber gelassen.
Nachmittags ging es dann auf den angebotenen Gamedrive und wir konnten Geparden, einen Leoparden und zwei Löwen sehen. Für uns fotoverrückte waren diese Anblicke einfach wunderbar! Die Aussichtsplattformen, von denen aus man den Leoparden und die Löwen beobachten kann, sind wunderschön gestaltet. Eine wirklich traumhafte Anlage.
Fazit: Zwei wunderschöne Übernachtungen. Nette und sehr schöne Lodge, sehr freundliche Mitarbeiter, gutes Essen. Auch nach Ende der Reise stellt Amani für uns ein HighLight dar.
Von Amani ging es zur
Hammerstein Lodge.
Hm, was soll man nach einem Auftakt bei Amani zu Hammerstein sagen? Hammerstein ist einfach groß! Ca. 120 Gäste können hier übernachten. Jeden Abend kommen einige Busse an und die meist deutschen Bustouristen strömen in die Lodge. Ihr merkt schon, das war eigentlich so gar nicht unser Ding. Wir waren auf Hammerstein gekommen, weil uns eine Bekannte von den Wildkatzen erzählte, die man dort sehen kann. Das war bei unserer ersten Reise zu kurz gekommen, dass wollten wir ausnutzen.
Aber der Reihe nach. Die Angestellten der Lodge waren sehr freundlich und hilfsbereit. Die Unterkünfte (wir hatten glücklicherweise die ganz hinten, am äußersten Ende der Anlage) waren „einfach“, aber ok. Jemand hier im Forum hat mal vom „Charme einer gefliesten Garage“ erzählt. Das trifft es ziemlich gut, würde ich sagen.
Etwas – äh – befremdet waren wir dann doch, als im großen Aufenthaltsraum das Interesse der Gäste ausschließlich dem großen Flachbildschirm und Fußball galt. Und die Qualmerei sind wir gar nicht mehr gewohnt.
Nach dem Abendessen (deutsche Küche!) nahmen wir uns daher unser Bier mit und setzten uns lieber vor unsere Hütte und genossen die laue Nacht, die Geräusche der Tiere und den Sternenhimmel.
Am folgenden Tag nahmen wir dann an einer Ausfahrt teil. Die Busse waren schon früh wieder weg gefahren, wir waren alleine.
Nett war es, die Landschaft ist beeindruckend, es gab viel zu sehen und zu fotografieren. Wir lernten „Stoffel“ kennen, einen Giraffenbullen, vor dem der Guide doch gehörigen Respekt hatte. Stoffel ist eine Handaufzucht und zeigt seine Zuneigung den Menschen gegenüber wohl sehr nachdrücklich, was bei seiner Körpermasse schon zu dem einen oder anderen beschädigten Auto geführt hat.
Nachmittags sollte dann eine Katzen-Führung statt finden. Darauf waren wir schon sehr gespannt, deshalb waren wir doch hierher gekommen.
Leider war das dann doch eine etwas ernüchternde Veranstaltung. Ein Mitarbeiter der Lodge führte uns zuerst in das Gehege der Wüstenluchse. Wir konnten auch zwei davon sehen, aber das Gehege machte doch einen recht kleinen Eindruck. Ob die Tiere sich da wohl fühlen?
Gleich daneben schloss das Leopardengehege an. Klar, da durften wir nicht rein. Hier „wohnt“ der Leopard, der ehemals als „Hausleopard“ beim Besitzer der Lodge gehalten wurde. Nach Erreichen der Geschlechtsreife wurden die Spiele des Tieres wohl so grob, dass er nicht mehr gehalten werden konnte. Auswildern geht auch nicht mehr, daher „darf“ er jetzt in einem recht kleinen Gehege und maunzte uns zutraulich durch das Gitter an.
Weiter ging es zu Cäsar und Cleopatra, zwei Geparden. Ob das Gehege für Tiere wie die Geparde ausreicht? Wir hatten unsere Zweifel. Hier können die nicht wirklich rennen! Cäsar lag faul in einem Busch, Cleopatra hielt wohl nichts von Präsentation, sie ließ sich nicht blicken.
Weiter ging es zu Max und Moritz, weiterer Geparden. Schnell fanden wir Moritz, der faul in der Sonne lag.
Hier „durften“ wir uns auf Anweisung zu Moritz hocken und ihn streicheln. Die anderen sollten Bilder machen. Hää? Nachdem eine Frau aus der Gruppe nur sehr zurückhaltend und ängstlich dieser Aufforderung nachgekommen war, haben wir dann mal „Advanced-Geparden-Krauling“ betrieben. Das arme Tier. Wenn er schon in diesem viel zu kleinen Gehege täglich den Touristengruppen präsentiert wird, soll er wenigstens seine Streicheleinheiten bekommen. Es ist schon beeindruckend, wie das Schnurren bei Geparden klingt. Und wenn sich so ein großes Tier vertrauensvoll auf die Seite rollt, damit man besser kraulen kann, dann ist das schon ein Erlebnis.
Dass sein Kumpel Max in der Zeit ständig am Zaun hin und her lief, ist ein anderes Thema. Hospitalismus? Auch dieses Gehege war nicht wirklich groß.
Am folgenden Tag machten wir dann einen Ausflug nach Neuras. Das kleine Weingut hat schon eine gewisse Berühmtheit erlangt. Trotzdem wir spontan und unangemeldet dort auftauchten, wurden wir sehr herzlich von Sylvia, die übrigens aus Schleswig stammt, und ihrem Mann Allen willkommen geheißen. Allen zeigte uns die Farm, die wunderschönen Brunnen und führte uns durch seine Produktionsanlage. Anschließend folge eine kleine Weinprobe. Der Wein hat was! Und man kann ihn nur dort kaufen, bzw. in einem Restaurant in Windhoek. Wir nahmen noch ein paar Flaschen mit. Zwei haben es sogar bis nach Hamburg geschafft 😉.
Auf Neuras gibt es auch Zimmer, auf Wunsch mit Selbstversorgung. Seit kurzer Zeit hat Neuras den Lodge-Status. Für uns auf jeden Fall ein Ziel für das nächste Mal!
Auf Hammerstein folge dann noch eine Begegnung mit Hans, dem zahmen, aber oft bissigen Zebra (wir hatten einen ruhigen Tag erwischt, Hans lies sich bereitwillig von uns streicheln), Daisy, dem zahmen Springbock, Aqua, der Hausente, etc. pp.
Fazit Hammerstein: Eine preiswerte Lodge, aber uns hat es dort nicht gefallen. Drei Übernachtungen war es nicht wert.
Auf zum
Desert Camp (Sossusvlei)
Für uns war das Desert Camp von der ersten Reise bekannt. Ein „Muss“ gewissermaßen, hier hatten wir 2008 geheiratet 😉.
Im Sossusflei wurde uns dann sehr deutlich, dass wir zwei Monate später als bei der ersten Reise unterwegs waren. Lagen die Tageshöchsttemperaturen 2008 im Juni/Juli bei 25°, so hatten wir hier locker 10° mehr. Aber bei einer Luftfeuchtigkeit von bummelich 10% war das gut auszuhalten.
Wir waren recht früh im Camp, konnten gleich das Zelt belegen und machten uns dann gleich auf den Weg in den Park. Am Eingang war nix los und wir kauften gleich ein Permit für zwei Tage.
Am Ende der Straße begann dann für uns wieder das „Spielen im Sandkasten“, sprich: die 4x4 Fahrt zum Ende der Straße. Nett!
Für den Weg ins Death Vlei war es schon zu spät, also ging es auch bald zurück.
Das Abendessen in der angeschlossenen Lodge war ein Traum unter freiem Himmel. Hervorragend gegrillte Steaks, ein wunderschönes Buffet. Große Klasse!
Am nächsten Tag ging es dann ins Death-Vlei. Der gute Kilometer durch die Dünen zieht sich bei 43°C ganz schön! Und Wasser kann man auch kaum genug mitnehmen.
Wir waren das erste Mal im Vlei und entsprechend beeindruckt. Hier mussten die Speicherkarten wieder zeigen, was sie können. Dass die Kameras bei dem Wetter nach einiger Zeit kaum anzufassen waren, hatten wir auch noch nicht erlebt. Ausfälle gab es trotzdem keine.
Kurz vor Sperrstunde erreichten wir das Tor und waren kurze Zeit später wieder in der Lodge. Voller Eindrücke ging es zuerst in den Pool, dann zum Abendessen. Unter einem traumhaften Sternenhimmel und mit den Stimmen der Tiere in der Nacht ließen wir den Abend ausklingen.
Fazit: Zwei Übernachtungen, die wieder zu kurz waren. Wir mögen dieses Camp, werden sicher wieder dorthin fahren. Die Verpflegung in der angeschlossenen Lodge ist hervorragend.
--- Fortsetzung folgt ----
Herzliche Grüße
Martin
nun sind wir wieder gut eine Woche in Hamburg, drei Wochen Namibia liegen hinter uns und ich möchte natürlich wie angekündigt einen kurzen Reisebericht hinterlassen. Bilder gibt es noch keine, die müssen noch gesichtet werden. Die reiche ich nach.
Nachdem wir 2008 das erste Mal in Namibia waren, haben wir die Erfahrungen aus der ersten Reise genutzt, um diese Reise etwas entspannter zu gestalten. Damals haben wir fast jeden Tag eine neue Unterkunft bezogen. Kaum Zeit um Eindrücke zu verarbeiten, oder mal in Ruhe eine Lodge zu genießen. Das sollte dieses Mal anders werden.
Wieder haben wir die Reise komplett über ein Reisebüro abgewickelt (Ventertours). Wir waren sehr zufrieden mit der Zusammenstellung und Organisation der Reise, würden es aber wohl beim nächsten Mal komplett alleine organisieren. Das hat nichts mit Venter zu tun, wir haben nur Lust darauf, alles alleine zu organisieren.
Aber der Reihe nach.
Von Hamburg aus hatten wir einen Flug nach Frankfurt gebucht. Bequemlichkeit oder Faulheit, nennt es wie Ihr wollt, wir wollten nicht noch knapp fünf Stunden Bahn fahren. In Frankfurt trafen wir dann unsere Mitstreiter, die aber aus Wir-fliegen-auf-Meilen-Gründen mit Lufthansa über Johannesburg fliegen wollten.
Dann gönnten wir uns noch ein Upgrade und waren auf dem Flug nach Windhoek sehr zufrieden mit dem Platz und dem deutlich besseren Schlafkomfort.
Ankunft in Windhoek im Dunklen! Hatten wir auch noch nicht. Einreise, Gepäck alles problemlos. Dann zum Schalter von KEA-Rentals. Sehr freundliche Begrüßung, kompetente Beratung, das Auto (ein Nissan Navara 4x4) machte einen sehr guten Eindruck. Naja, bis auf die Reifen, die schon reichlich abgenudelt aussahen. Von wann waren die? 4. Woche 2010? Uff, hier werden Reifen aber schnell geschlachtet!
Schnell noch ein Starter-Kit bei MTC, dann ab. Unsere Mitstreiter landeten erste nachmittags, wir wollten daher die Zeit zum Einkaufen nutzen.
In Windhoek fanden wir dann auch recht schnell einen Supermarkt und erledigten die Einkäufe. Dann ging es zu einem sehr netten Treffen mit „unserem“ Reverend, der uns 2008 in der Wüste Namib getraut hatte.
Nachmittags dann weiter Richtung
Amani-Lodge
Wir waren nach Ankunft in der Lodge begeistert! Nur wenige kleine Hütten, eine sehr schöne Anlage und sehr freundliche Menschen auf der Lodge. Hier wollten wir zwei Nächte bleiben. Schnell die wunderschöne Hütte bezogen und ausgepackt. Was für ein Ausblick über die Ebene! Nachdem der Flug doch noch etwas nachwirkte (man ist ja nicht mehr 20 und gut geschlafen haben wir trotz Upgrade nicht wirklich), belegten wir erst einmal ein paar Liegen am Pool und bestellten das erste Windhoek-Lager. URLAUB! Dann bekamen wir Gesellschaft. Nein, nicht unsere Mitstreiter, die sollten erst ein paar Stunden später eintreffen. Louise schaute vorbei! Louise ist ein zahmes Warzenschwein, welches gerne mal vergisst, dass es ein Schwein und kein Mensch ist. Wer hätte gedacht, dass wir mal ein Warzenschwein kraulen werden? Das ging ja gut los! Man riet uns dringend dazu, die Türen zu den Hütten gut geschlossen zu halten. Louise schafft es recht gut Türen zu öffnen. Dann kann es sein, dass man unliebsame Gesellschaft im Bett hat…
Irgendwann trudelten dann auch Julia, Pete und Oliver ein und gemeinsam erkundeten wir die Lodge-Anlage. Auf den angebotenen Game-Drive hatten wir noch keine Lust, das sollte am nächsten Tag folgen.
Das folgende Abendessen war hervorragend! Und das grasgedeckte Haus, in dem sich das Restaurant befindet, ist einfach wunderschön.
Den folgenden Tag verbrachten wir dann auf der Lodge, genossen das Wetter und verabreichten den Tieren auf der Lodge ausgiebige Streicheleinheiten. Louise und Scoobidoo, ein großer Hund, waren begeistert, „Anyway“, ein JackRussel-Verschnitt weniger. Er nahm’s aber gelassen.
Nachmittags ging es dann auf den angebotenen Gamedrive und wir konnten Geparden, einen Leoparden und zwei Löwen sehen. Für uns fotoverrückte waren diese Anblicke einfach wunderbar! Die Aussichtsplattformen, von denen aus man den Leoparden und die Löwen beobachten kann, sind wunderschön gestaltet. Eine wirklich traumhafte Anlage.
Fazit: Zwei wunderschöne Übernachtungen. Nette und sehr schöne Lodge, sehr freundliche Mitarbeiter, gutes Essen. Auch nach Ende der Reise stellt Amani für uns ein HighLight dar.
Von Amani ging es zur
Hammerstein Lodge.
Hm, was soll man nach einem Auftakt bei Amani zu Hammerstein sagen? Hammerstein ist einfach groß! Ca. 120 Gäste können hier übernachten. Jeden Abend kommen einige Busse an und die meist deutschen Bustouristen strömen in die Lodge. Ihr merkt schon, das war eigentlich so gar nicht unser Ding. Wir waren auf Hammerstein gekommen, weil uns eine Bekannte von den Wildkatzen erzählte, die man dort sehen kann. Das war bei unserer ersten Reise zu kurz gekommen, dass wollten wir ausnutzen.
Aber der Reihe nach. Die Angestellten der Lodge waren sehr freundlich und hilfsbereit. Die Unterkünfte (wir hatten glücklicherweise die ganz hinten, am äußersten Ende der Anlage) waren „einfach“, aber ok. Jemand hier im Forum hat mal vom „Charme einer gefliesten Garage“ erzählt. Das trifft es ziemlich gut, würde ich sagen.
Etwas – äh – befremdet waren wir dann doch, als im großen Aufenthaltsraum das Interesse der Gäste ausschließlich dem großen Flachbildschirm und Fußball galt. Und die Qualmerei sind wir gar nicht mehr gewohnt.
Nach dem Abendessen (deutsche Küche!) nahmen wir uns daher unser Bier mit und setzten uns lieber vor unsere Hütte und genossen die laue Nacht, die Geräusche der Tiere und den Sternenhimmel.
Am folgenden Tag nahmen wir dann an einer Ausfahrt teil. Die Busse waren schon früh wieder weg gefahren, wir waren alleine.
Nett war es, die Landschaft ist beeindruckend, es gab viel zu sehen und zu fotografieren. Wir lernten „Stoffel“ kennen, einen Giraffenbullen, vor dem der Guide doch gehörigen Respekt hatte. Stoffel ist eine Handaufzucht und zeigt seine Zuneigung den Menschen gegenüber wohl sehr nachdrücklich, was bei seiner Körpermasse schon zu dem einen oder anderen beschädigten Auto geführt hat.
Nachmittags sollte dann eine Katzen-Führung statt finden. Darauf waren wir schon sehr gespannt, deshalb waren wir doch hierher gekommen.
Leider war das dann doch eine etwas ernüchternde Veranstaltung. Ein Mitarbeiter der Lodge führte uns zuerst in das Gehege der Wüstenluchse. Wir konnten auch zwei davon sehen, aber das Gehege machte doch einen recht kleinen Eindruck. Ob die Tiere sich da wohl fühlen?
Gleich daneben schloss das Leopardengehege an. Klar, da durften wir nicht rein. Hier „wohnt“ der Leopard, der ehemals als „Hausleopard“ beim Besitzer der Lodge gehalten wurde. Nach Erreichen der Geschlechtsreife wurden die Spiele des Tieres wohl so grob, dass er nicht mehr gehalten werden konnte. Auswildern geht auch nicht mehr, daher „darf“ er jetzt in einem recht kleinen Gehege und maunzte uns zutraulich durch das Gitter an.
Weiter ging es zu Cäsar und Cleopatra, zwei Geparden. Ob das Gehege für Tiere wie die Geparde ausreicht? Wir hatten unsere Zweifel. Hier können die nicht wirklich rennen! Cäsar lag faul in einem Busch, Cleopatra hielt wohl nichts von Präsentation, sie ließ sich nicht blicken.
Weiter ging es zu Max und Moritz, weiterer Geparden. Schnell fanden wir Moritz, der faul in der Sonne lag.
Hier „durften“ wir uns auf Anweisung zu Moritz hocken und ihn streicheln. Die anderen sollten Bilder machen. Hää? Nachdem eine Frau aus der Gruppe nur sehr zurückhaltend und ängstlich dieser Aufforderung nachgekommen war, haben wir dann mal „Advanced-Geparden-Krauling“ betrieben. Das arme Tier. Wenn er schon in diesem viel zu kleinen Gehege täglich den Touristengruppen präsentiert wird, soll er wenigstens seine Streicheleinheiten bekommen. Es ist schon beeindruckend, wie das Schnurren bei Geparden klingt. Und wenn sich so ein großes Tier vertrauensvoll auf die Seite rollt, damit man besser kraulen kann, dann ist das schon ein Erlebnis.
Dass sein Kumpel Max in der Zeit ständig am Zaun hin und her lief, ist ein anderes Thema. Hospitalismus? Auch dieses Gehege war nicht wirklich groß.
Am folgenden Tag machten wir dann einen Ausflug nach Neuras. Das kleine Weingut hat schon eine gewisse Berühmtheit erlangt. Trotzdem wir spontan und unangemeldet dort auftauchten, wurden wir sehr herzlich von Sylvia, die übrigens aus Schleswig stammt, und ihrem Mann Allen willkommen geheißen. Allen zeigte uns die Farm, die wunderschönen Brunnen und führte uns durch seine Produktionsanlage. Anschließend folge eine kleine Weinprobe. Der Wein hat was! Und man kann ihn nur dort kaufen, bzw. in einem Restaurant in Windhoek. Wir nahmen noch ein paar Flaschen mit. Zwei haben es sogar bis nach Hamburg geschafft 😉.
Auf Neuras gibt es auch Zimmer, auf Wunsch mit Selbstversorgung. Seit kurzer Zeit hat Neuras den Lodge-Status. Für uns auf jeden Fall ein Ziel für das nächste Mal!
Auf Hammerstein folge dann noch eine Begegnung mit Hans, dem zahmen, aber oft bissigen Zebra (wir hatten einen ruhigen Tag erwischt, Hans lies sich bereitwillig von uns streicheln), Daisy, dem zahmen Springbock, Aqua, der Hausente, etc. pp.
Fazit Hammerstein: Eine preiswerte Lodge, aber uns hat es dort nicht gefallen. Drei Übernachtungen war es nicht wert.
Auf zum
Desert Camp (Sossusvlei)
Für uns war das Desert Camp von der ersten Reise bekannt. Ein „Muss“ gewissermaßen, hier hatten wir 2008 geheiratet 😉.
Im Sossusflei wurde uns dann sehr deutlich, dass wir zwei Monate später als bei der ersten Reise unterwegs waren. Lagen die Tageshöchsttemperaturen 2008 im Juni/Juli bei 25°, so hatten wir hier locker 10° mehr. Aber bei einer Luftfeuchtigkeit von bummelich 10% war das gut auszuhalten.
Wir waren recht früh im Camp, konnten gleich das Zelt belegen und machten uns dann gleich auf den Weg in den Park. Am Eingang war nix los und wir kauften gleich ein Permit für zwei Tage.
Am Ende der Straße begann dann für uns wieder das „Spielen im Sandkasten“, sprich: die 4x4 Fahrt zum Ende der Straße. Nett!
Für den Weg ins Death Vlei war es schon zu spät, also ging es auch bald zurück.
Das Abendessen in der angeschlossenen Lodge war ein Traum unter freiem Himmel. Hervorragend gegrillte Steaks, ein wunderschönes Buffet. Große Klasse!
Am nächsten Tag ging es dann ins Death-Vlei. Der gute Kilometer durch die Dünen zieht sich bei 43°C ganz schön! Und Wasser kann man auch kaum genug mitnehmen.
Wir waren das erste Mal im Vlei und entsprechend beeindruckt. Hier mussten die Speicherkarten wieder zeigen, was sie können. Dass die Kameras bei dem Wetter nach einiger Zeit kaum anzufassen waren, hatten wir auch noch nicht erlebt. Ausfälle gab es trotzdem keine.
Kurz vor Sperrstunde erreichten wir das Tor und waren kurze Zeit später wieder in der Lodge. Voller Eindrücke ging es zuerst in den Pool, dann zum Abendessen. Unter einem traumhaften Sternenhimmel und mit den Stimmen der Tiere in der Nacht ließen wir den Abend ausklingen.
Fazit: Zwei Übernachtungen, die wieder zu kurz waren. Wir mögen dieses Camp, werden sicher wieder dorthin fahren. Die Verpflegung in der angeschlossenen Lodge ist hervorragend.
--- Fortsetzung folgt ----
Herzliche Grüße
Martin