Danke ans Forum

7 Antworten · 2'743 Aufrufe · gestartet 07. Apr. 2010 von Mannati
Antworten
Themenstarter137 Beiträge · seit 201007. Apr. 2010 · #1
Moin liebe Fomis,

Fast 3 Jahre sind meine Frau und ich nun stille Mitleser in diesem Forum.
Wir wohnen in der Umgebung von Oldenburg in Niedersachsen und sind im April/Mai 2007 im Alter von fast 60 Jahren zum ersten Mal nach Namibia - und nach Afrika überhaupt - gereist.
Unsere Urlaubsreisen organisieren wir stets selber, sind keine Camper und fahren möglichst allein.
Die Planung dieser 4 Wochen-Reise war ziemlich spannend und langwierig, denn ich kannte dieses Forum noch nicht.
Für unseren "Afrika-Einstieg" haben wir uns 8 Tage auf der Jagd- und Gästefarm "Outeniqua" an der Strecke Okahandja - Otjiwarongo einquartiert.
Von hier aus sind wir im Tagesausflug u.A. zum Waterberg, Mount Etjo, Otjiwarongo und zu den Dinosaurierspuren gefahren oder haben Wanderungen unternommen.
Bei unseren Fahrten über die Pads dieser Gegend, die wohl kaum ein Reiseführer erwähnt, haben wir uns schnell und gerne daran gewöhnt,stundenlang kaum einem Auto oder Menschen zu begegnen. Eine wohltuende Stille, nur von fremdartigen Tierlauten unterbrochen.
So konnten wir ungestört in eine unbekannte Natur und Landschaft eintauchen,uns Zeit lassen und immer wieder staunen:
Die Vegetation grün und vielfältig - es hatte viel geregnet und auch wir erlebten oder sahen in der Ferne lokale Gewitter mit fantastischen Himmelsfarben.
Die Vogelwelt bunt und artenreich, vom kleinen Necktarvogel bis zur Riesentrappe.
Überall Warzenschweine, Perlhühner, Erdhörnchen und Erdmännchen.
Oryx, Kudus, Kuhantilopen, Steinböckchen , Schakale und Schildkröten liefen uns oft über den Weg.
Wir fanden seltsame Insekten und Raupen von ca. 15 cm Länge, entsprechender Dicke und fiesen Stacheln.
Eidechsen, bunte Agamen und ein kleiner Waran huschten vor uns davon.
Die spannendsten Begegnungen hatten wir mit einer sehr grossen Black Spitting Kobra, einer schwarzen Mamba und einer Zwergpuffotter.
Für unsere Ausflüge und Streifzüge haben wir von unserer Gästefarm immer ein Lunchpaket und nützliche Ratschläge mitbekommen.
Morgens ein reichliches Frühstück mit Obst und Frucht aus teilweise eigenem Anbau, abends ein vorzügliches Dinner mit Windhoek Lager und südafrikanischem Wein, die netten Gastgeber Peter und Lois Runds und freundliches Personal haben uns diese ersten Tage in Afrika zusätzlich unvergesslich werden lassen.
Es gab auch eine Gruppe von schiesswütigen Trophäenjägern während unserer Zeit auf der Farm. Glücklicherweise trieben die sich mit einem Wildführer ausserhalb der Farm herum und unsere Gastgeber haben Gäste und Jagdgäste geschickt getrennt.
Im täglichen Umgang mit anderen Gästen, Nachbarn, Freunden und Angestellten der Farm und natürlich mit Peter und Lois selbst haben wir die wichtigen Kleinigkeiten über Land und Leute erfahren, die man wissen sollte, um sich hier richtig zu verhalten.
Solche Informationen findet man üblicherweise nicht im Reiseführer.
Ich habe diesen Farmaufenthalt etwas ausführlicher beschrieben, weil ich ihn so oder ähnlich für Afrika-Neulinge als idealen Start halte und als Anregung weitergeben möchte. Wir haben jedenfalls hier unsere leichte Unsicherheit verloren, die wir trotz unserer reichlichen Reiseerfahrung in diesem unbekannten Land hatten.
Quartiere, Stationen unserer weiteren Reise und einige Infos in Kurzform:
Etosha Aoba Lodge (von hier tagsüber in den Etosha Park)
Hoba – Meteorit
Pension Rapmund in Swakopmund (von hier Ausflüge ins Umland, z. B. Cape Cross)
Rostock Ritz
Namtib Desert Lodge
Central Lodge in Keetmannshoop
Fish River Canyon
Köcherbaumwald
Kalahari Anib Lodge
Immanuel Wilderness Lodge

Hin– und Rückflug: Bremen – Frankfurt – Windhoek, LH und Air Namibia ohne Probleme.

Fahrzeug: Toyota Condor 2x4, Autovermietung Savanna, insgesamt 5700 km ohne Panne oder andere Probleme.

Alle Stationen und Unterkünfte haben wir als angenehm und interessant erlebt und sind netten Individualtouristen aus aller Welt begegnet. Lediglich die Anib Lodge hatte unangenehme (deutsche) Bustouristen einquartiert.
Wir sind ca. 10 mal von der Polizei kontrolliert worden und es wurde jedesmal der internationale Führerschein verlangt. Die Kontrollen verliefen ohne Ausnahme überaus höflich und korrekt. Überall konnten wir uns über die Freundlichkeit der Menschen freuen und haben uns nie bedroht gefühlt.
Wieder zu Hause, hatte ich ca. 2000 Digital – Bilder zu sortieren und zu bearbeiten.
Damit habe ich mich trotz knapper Freizeit gerne beschäftigt, und es war nach einigen Wochen abgeschlossen.
Die Bilder im Kopf, die Eindrücke und Erlebnisse dieser Reise klingen allerdings bis heute nach.
Schliesslich mussten wir auch noch erkennen: Neben unserem Lieblingsreiseland Norwegen, das wir seit über 30 Jahren besuchen und uns immer wieder magisch anzieht, gibt es jetzt noch einen Teil dieser Erde, der uns nicht loslassen wird.

Unsere zweite Reise führte uns im April/Mai 2009 für 5 Wochen nach Namibia und Botswana mit Tagesausflug nach Victoria Falls.
Sie ist ebenfalls rundum gelungen, noch spannender als die erste, und vor allen Dingen durch aufmerksames Lesen der Reiseberichte in diesem Forum zustande gekommen.
Dafür danke ich allen fleissigen Schreiberlingen noch einmal ganz herzlich.

Manfred

Ach ja, hier noch ein wichtiger Teil unserer Lebensphilosophie:
Geiz ist nicht geil – Geizhälse sind unangenehme Zeitgenossen, aber angenehme Vorfahren.
1'933 Beiträge · seit 200908. Apr. 2010 · #2
Vielen lieben Dank!

Es war sehr schön zu lesen.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
1'086 Beiträge · seit 200908. Apr. 2010 · #3
Wo er Recht hat hat er recht, der Manfred.
4'528 Beiträge · seit 200706. Juli 2010 · #4
Hallo Mannati,

leider bin ich erst nach Deiner Antwort auf meinen Reisebericht auf Deinen Bericht gestossen. Ich muss ihn wohl vorher leider überlesen haben.

Danke für die interessante Schilderung Deines Farmaufenthaltes, gerade die vielen kleinen Begegnungen machen auch für uns das ganz spezielle Erlebnis im südlichen Afrika aus.

Deine Signatur hat mir eine lauten Aufschrei entrungen 😄
und findet meine volle Unterstützung!

Viele Grüße
Carsten
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
3'080 Beiträge · seit 200906. Juli 2010 · #5
Hallo Manfred,

da kann ich dir nur zustimmen, bei uns waren es auf der ersten eigenen Tour durch Namibia auch die Tage auf der Farm die hängen geblieben sind, einen solchen Einblick ins tägliche Leben und die Dinge die einen beschäftigen wenn man eine solche Grösse von Land zu verantworten hat, das war schon einmalig. Bei uns ist das mittlerweile so lange her das wir bei unserer letzten Tour wieder an der Farm vorbeikamen und festgestellt haben das mittlerweile die Kinder die Farm übernommen haben, mit denen haben wir damals zusammen im Wassertank gebadet, wie schnell doch die Zeit vergeht....

Ich kann das auch nur jedem empfehlen mal einen Abstecher auf eine Farm zu machen, es lohnt sich wirklich.

Viele Grüsse auch aus dem Norden

SASOWEWI
5'538 Beiträge · seit 200806. Juli 2010 · #6
Hallo Manfred,

danke für Deinen Bericht. Das hat mich doch sehr stark an unseren ersten Urlaub in diesem Land erinnert. Zwei Wochen Farm, 4 Tage Swakop und noch einmal 2 Wochen Farm. Das war ein toller Erholurlaub und wir haben uns dann ganz doll in Swakopmund verliebt.

Deine Anregung, dass Anfänger so beginnen sollten, finde ich prima. Zumal die meisten Farmen auch noch akzeptable Preise haben.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
4'451 Beiträge · seit 200806. Juli 2010 · #7
Hallo Manfred,

"Ich habe diesen Farmaufenthalt etwas ausführlicher beschrieben, weil ich ihn so oder ähnlich für Afrika-Neulinge als idealen Start halte und als Anregung weitergeben "

so ähnlich haben wir es am Anfang auch gemacht 🙂
Sind dieses Jahr das erste Mal als Selbstfahrer in Namibia unterwegs gewesen, was absolut super war 🙂
Vielen Dank aber für Deine sehr informative Schilderungen.
Einen lieben Gruß
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
3'766 Beiträge · seit 200606. Juli 2010 · #8
Mannati schrieb:
Ach ja, hier noch ein wichtiger Teil unserer Lebensphilosophie:
Geiz ist nicht geil – Geizhälse sind unangenehme Zeitgenossen, aber angenehme Vorfahren.
😄 😄 😄 😄 😄

der is jut!

Ein Toast (oder wie das heisst) auf unsere Vorfahren und solche die auf dem Weg dorthin sind !

Danke für deine Liebeserklärung an Afrika!

Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2010