BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201627. Juni 2025 ·
3. - 5.1. Futter für die Seele
Ich bin glücklicherweise nicht sehr häufig erkältet, aber wenn es mich erwischt, dann eigentlich immer über Weihnachten. Das war auch diesmal wieder so, und es war ein unangenehm langwieriger Infekt. Er trieb mich schließlich sogar mit Blick auf die näher rückende Abreise zum Arzt, weil auch nach neun Tagen nicht die klitzekleinste Besserung eingetreten war. Die Antwort der Fachfrau lag eigentlich auf der Hand: abwarten, warm halten und inhalieren, und obwohl ich in unserer Küche dank all der kochsalzhaltigen Dampfbäder ein regelrechtes Nordseeklima schuf, war ich weitere fünf Tage später immer noch weit weg von der gewünschten Fitness und stattdessen heiser und matt.
Immerhin hatte sich Thomas, der die Feiertage wie immer bei seiner Mutter verbracht hatte, zum Glück zumindest bis dato nicht angesteckt und trug heldenhaft die Taschen und all das Gedöns, das man eben so mit sich rumschleppt auf Reisen.
Wir hatten uns aus Kostengründen entschieden, mit Emirates von Hamburg über Dubai nach Kapstadt zu fliegen. Ein Entschluss, den ich nun bereute, denn geschmeidiger wurde die Anreise dadurch nicht. Aber immerhin mehrere hundert Euro günstiger. Alle Abwägungen waren nun ohnehin zu spät, und als wir am Folgetag bei strahlendem Sonnenschein aus dem Flieger purzelten, war die Welt sowieso wieder in Ordnung.
Wir sammelten unseren SUV, einen makellosen und ziemlich neuen Hyundai Creta, bei Europcar ein und machten uns auf den mittlerweile vertrauten Weg ins Zentrum von Kapstadt. Wir waren wieder unterwegs, und wenn auch fast ohne Stimme, war ich glücklich.
Mit unserem Mietwagen im West-Coast-Nationalpark
Unser Navi zeigte selbstgewusst den Weg zur Rutland Lodge an, eine Empfehlung unserer Agentur, nachdem das gewünschte Derwent House nur an einem der beiden Tage in Kapstadt verfügbar gewesen wäre. Dort hatten wir zwei Jahre zuvor vier Nächte verbracht und verknüpften schöne Erinnerungen unter anderem an liebe Freunde damit.
Irgendwas stimmte aber mit dem Weg nicht, ich konnte es spüren und schließlich auch sehen, als wir in Constantia landeten. An verkehrter Stelle also, denn unser Ziel lag in Oranjezight. Unser GPS streikte, sponn oder beides und war jedenfalls keine Hilfe. Hm. Es dämmerte langsam, wir waren kaputt und wollten nichts als ankommen. Also erst einmal ab in Richtung Kloofstreet, dann würden wir weitersehen. Dort angekommen, blieb guter Rat teuer und da wir ohnehin ganz in der Nähe waren, fragten wir im Derwent House nach dem Weg.
Die Leute dort waren so herzlich, wie wir sie in Erinnerung hatten, und halfen uns wie erhofft auf die Sprünge. Weit hatten wir es nicht mehr. Die Rutland Lodge liegt praktisch in oberster Häuserreihe direkt am Tafelberg. Wir parkten den Wagen auf dem Hof, bezogen in dem geschmackvoll eingerichteten B&B ein großzügiges und schönes Zimmer, tranken noch ein Willkommensgetränk im Garten und kippten dann erschöpft ins Bett.
Am nächsten Tag sah die Welt schon besser aus. Wir waren da und hatten drei Wochen Zeit in diesem schönen Land. An unserem ersten vollen Tag hatten wir nicht überbordend viel vor, aber einen Plan. Zwei Jahre zuvor waren wir erst gegen Ende unserer Tour in Boschendal in den Winelands gewesen, das uns besonders gut gefallen hatte. Wir hatten seinerzeit bedauert, dass wir im hauseigenen Farmshop nicht mehr sinnvoll hatten einkaufen können - wir flogen kurz darauf zurück. Nun aber standen einige Tage als Selbstversorger ins Haus, und wir wollten uns nicht nur einen gemütlichen Tag auf dem Weingut machen, sondern auch mit einigen Leckereien versorgen.
Nach rund 70 Kilometern rollten wir auf den Hof des alten Weinguts, das uns mit seiner kapholländischen Architektur schon 2023 so gut gefallen hatte. Da war der Himmel allerdings verhangen gewesen. Jetzt, an diesem herrlichen Sommertag, versprühte das Gelände seinen ganzen Charme und ich genoss die kleine Zeitreise, die ich innerlich unternahm, als wir durch die Häuser und Gärten streiften.
Die Stimmung war gelassen und entspannt. Easy living beherrschen die Südafrikaner einfach gut, wenn sie es sich denn leisten können. Im Farmshop wanderten gleich mehrere Gläser der von mir heißgeliebten eingelegten Feigen in den gut gefüllten Korb, und als dann noch "Always remember us this way" aus den Boxen klang und der gesamte Laden lauthals mitsang und -summte, war es einer dieser perfekten Momente, die nicht zu planen sind. Sie passieren einfach - und bleiben.
Schließlich suchten wir uns draußen unter den alten Eichen einen Platz und gönnten uns im Deli Restaurant ein verspätetes Mittagessen, bevor wir uns gut beladen auf den Rückweg machten. Meine Erkältung, so schien es mir schon jetzt, hatte der Wärme und guten Laune kaum mehr etwas entgegenzusetzen und gab langsam auf.
Zurück in Kapstadt überlegten wir, wie wir den späten Nachmittag verbringen wollten, und ich liebäugelte mit dem Signal Hill. Zwei Jahre zuvor hatten wir aus Sicherheitsgründen auf einen Besuch verzichtet, nun redeten uns unsere netten Gastgeber aber gut zu. Man habe dort oben "aufgeräumt", eine Bande dingfest gemacht und es sei sicher. Wir sollten nur nicht allzu lange warten, denn zum Sonnenuntergang werde es sehr voll und ohnehin sei es klüger, das Auto nicht direkt oben auf dem Parkplatz sondern etwas weiter unten abzustellen. Sehr weise Ratschläge, ganz oben war es später nämlich tatsächlich arg verstopft.
Vor vielen Jahren waren wir schon einmal auf dem Signal Hill gewesen, die Aussicht über Kapstadt und das Meer ist einfach sehr schön.
Als es immer voller wurde, rollten wir wieder hügelabwärts und beobachteten oberhalb von Camps Bay, wie die sinkende Sonne den Tafelberg und den Lions's Head zusehends rot färbte. Das Ende eines wunderbaren ersten Tages.
Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam mit anderen Gästen an einer großen Tafel und kamen nicht nur wegen der interessanten Gespräche später aus Kapstadt weg als gedacht, sondern auch, weil Thomas vergessen hatte, einen kleinen Wanderrucksack von Zuhause mitzunehmen. Wir mussten also auf dem Weg hinaus der Stadt noch einen besorgen, was zum Glück keine besondere Hürde war. Die Sonne stand dennoch schon hoch am Himmel, als wir unterwegs am Bloubergstrand stoppten.
Der Blick hinüber zum Tafelberg ist trotzdem immer wieder schön.
Zeit hatten wir ohnehin, denn das !Khwa ttu Nature Reserve vor den Toren des West-Coast-Nationalpark liegt keine 100 Kilometer nördlich von Kapstadt.
Als wir in der von San betriebenen Unterkunft ankamen, konnten wir aber schon etwas vorzeitig unsere Hütte beziehen, die noch wunderbar nach neuem Holz duftete.
Das !Khwa ttu-Gelände wird durch die R27 praktisch zweigeteilt, auf der einen Seite befinden sich die Lodge mit (gutem) Restaurant und Wanderwegen, die während der Blumenblüte sicher attraktiv sind. Nun waren die Hügel allerdings braun und karg. Auf der anderen Seite liegen die Cabins inmitten schöner Natur, die mühsam in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt worden ist - eine beachtliche und wichtige Leistung. Die Grenzen zu den Nachbargrundstücken sind leicht an den hohen Bäumen und Sträuchern zu erkennen, die dort noch wuchern.
Ich scheiterte bei dem Versuch, einen etwas längeren Spaziergang zu unternehmen, auf dieser Seite führt kein Weg durch das empfindliche Fynbos-Ökosystem. Das war ein bisschen schade, dennoch fühlten wir uns auf Anhieb wohl in unserem gemütlichen Teilzeit-Zuhause. Ich köpfte das erste Glas eingelegter Feigen und wir sogen die Stille in uns auf. Sie ist in unserem hektischen Alltag leider allzu rar geworden.
ein neuer Bericht von euch, wie schön 🤩. Und Westkap geht bei uns immer, also schmuggle ich mich noch schnell dazu uns begleite euch liebend gerne.
Herzliche Grüße Kordula 🙂
Old Women1’545 Beiträge · seit 201328. Juni 2025 ·
Hallo Betti, viel Platz ist ja nicht mehr in deinem Reisegefährt, aber irgendwo finde ich schon noch ein klitzekleines Plätzchen, zumindest hoffe ich das. Das Westkap zwischen den Jahren muss wundervoll sein, eure Stationen kenne ich alle. Wunderbar, Betti, da fahre ich sehr, sehr gerne mit, auch wenn wir in nächster Zeit, wie du weißt 😗 , ganz andere Ziele haben. Reinhard sagt immer, Südafrika geht auch noch in hohem Alter, einfach zu fahren, und vor allem keine Zeitverschiebung, also mit der Destination brauche ich ihm momentan nicht um die Ecke kommen 😠 . Bin gespannt auf eure Temperaturen in den Zederbergen, zu dieser Jahreszeit sicherlich ordentlich schwitzig, oder?
BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201628. Juni 2025 ·
Hallo ihr beiden Damen und klasse, dass ihr zugestiegen seid!
Dandelion schrieb:Westkap geht bei uns immer, also schmuggle ich mich noch schnell dazu uns begleite euch liebend gerne.
Ich finde auch, Westkap ist immer eine Reise wert. Willkommen an Bord, liebe Kordula!
Old Women schrieb:viel Platz ist ja nicht mehr in deinem Reisegefährt, aber irgendwo finde ich schon noch ein klitzekleines Plätzchen, zumindest hoffe ich das.
Aber selbstredend!
Old Women schrieb:da fahre ich sehr, sehr gerne mit, auch wenn wir in nächster Zeit, wie du weißt 😗 , ganz andere Ziele haben.
Allerdings, und keine schlechten 😎
Old Women schrieb:Reinhard sagt immer, Südafrika geht auch noch in hohem Alter, einfach zu fahren, und vor allem keine Zeitverschiebung, also mit der Destination brauche ich ihm momentan nicht um die Ecke kommen
Da hat er sicher Recht. Nur, ob das mit der Wanderei dann noch immer so gut geht? Mir tun die Gräten schon jetzt manchmal ganz schön weh...
Spätestens morgen geht es weiter. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Betti
Liebe Betti, da möchte ich unbedingt dabei sein. Wir waren letztes Jahr in dieser Gegend und haben den Shop in Boschendal auch so toll gefunden. Ich freue mich auf die Reise! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201629. Juni 2025 ·
Enilorac65 schrieb:Wir waren letztes Jahr in dieser Gegend und haben den Shop in Boschendal auch so toll gefunden.
Hallo Caroline, wie schön, dass du das auch so empfunden hast und noch einmal mitreist! Gleich geht es auch schon weiter.
BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201629. Juni 2025 ·
6.1. Ein Tag im West-Coast-Nationalpark
Die Luft draußen war noch angenehm kühl, versprach aber einen heißen Tag, als ich am frühen Morgen auf die Terrasse trat. Ein großer Schwarm Pelikane glitt beinahe lautlos über mich hinweg.
Wir verzichteten auf das inkludierte Frühstück bei !Khwa ttu, das uns zu spät begann, und begnügten uns erst einmal mit Tee und Kaffee in unseren eigenen vier Wänden. Ich packe uns ein Picknick ein und nach wenigen Kilometern erreichten wir schon um kurz nach Sieben und somit wenige Minuten nach seiner Öffnung das West Coast Gate.
Wir freuten und auf einen entspannten Tag mit viel Zeit im Nationalpark, der uns bei unserem ersten Besuch vor zwei Jahren so gut gefallen hatte.
Rechts und links des Weges waren schon einige andere Frühaufsteher unterwegs.
Bei Kraalbaai warfen wir einen Blick auf die schöne Bucht der Langebaan Lagune, die Hausboote auf dem verlockenden türkisfarbenen Wasser kann man mieten.
Vor allem aber zog es uns nach Tsaarsbank auf der Atlantikseite, wo sich riesige Wellen spektakulär an den Felsen brechen.
Vorbei an Dünen und der Abzweigung zur Postberg Section, die nur im August und September während der Wildblumenblütezeit geöffnet ist, fuhren wir weiter zum Endpunkt der Halbinsel. Zwischen Juli und Oktober lassen sich von hier Wale beobachten und es bleibt beim Wunsch, das alles während der Walsaison und Wildblumenblüte ein weiteres Mal zu besuchen.
Zum Sound der Möwen, Wellen und Austernfischer kletterten wir vorsichtig über die Steine und beobachteten, wie die Brecher auf die Küste zurollten und dann mit Getöse an den Felsen explodierten.
Im Hintergrund die 1909 gegründete Walfangstation Donkergat, die mit Unterbrechungen bis 1967 in Betrieb war. Man kann sie man nicht besichtigen. Walfang ist in Südafrika seit 1979 verboten.
Dann starteten wir einen ausgedehnten Spaziergang am einsamen, weißen Sandstrand.
Die Strände sind wunderschön und können mittlerweile von Yzerfontein aus in einer geführten Tour (16 Mile Beach Trail, ca. 27,7 km) mit dem Endpunkt Tsaarsbank erwandert werden.
Ein Schild hatte uns vorgewarnt, und tatsächlich sahen wir mehrfach Kadaver von Robben im Sand. Das war nun wirklich kein schöner Anblick und wir fragten uns, was wohl der Grund für die toten Tiere sein konnte. Später las ich, dass es rund um Kapstadt schon im Sommer zu einem unerwarteten und ungewöhnlichen Ausbruch von Tollwut unter Seebären gekommen war.
Am Ende dieses Strandabschnitts kehrten wir etwas vorzeitig um, denn hier brüteten unterschiedliche Vögel und da wollten wir nicht stören - unter anderem Greater Crested Terns, die wir erst einmal in Lamberts Bay beobachtet hatten. Perfekt synchron hielten sie ihre gewagten Iros einträchtig in den Wind.
Wir schlenderten langsam zurück zu den Felsen von Tsaarsbank ...
... und fuhren dann ein Stück zurück zur Lagune, an der wir beim ersten Besuch 2023 bewusst nicht gestoppt hatten - es war uns einfach viel zu voll und schon das Durchkommen an der ohnehin schmalen Straße bei den vielen parkenden Autos eine Herausforderung gewesen.
Nun war es wunderbar leer, seinerzeit - obwohl ebenfalls während der südafrikanischen Ferienzeit - hatten wir wohl dummerweise ein Wochenende samt zahlreicher Ausflügler erwischt.
Am Wegesrand hatte sich eine Kap-Kobra aufgerichtet, sehr vorbildlich schaute sie nach rechts und links, bevor sie die Straße überquerte. Dazu kam es dann leider nicht, denn sie hatte uns noch schneller entdeckt als wir sie und trat zügig den Rückzug an.
Wir stellten das Auto ab und kletterten über eine Holztreppe hinunter an den Strand. Die Lagune ist wirklich einladend mit ihrem türkisfarbenen, glasklaren Wasser, das sehr seicht ist und daher auch warm.
Da es mittlerweile sehr heiß geworden war, erfrischte es dennoch zumindest ein wenig, aber Thomas musste ganz schön weit laufen, um überhaupt erst einmal ins Schwimmen zu kommen. Ich begnügte mich mit etwas Planscherei weiter vorne.
Der Punkt hinten rechts ist Thomas auf der Suche nach Tiefgang 😎
Später picknickten wir beim Visitor Center, wobei wir schnell Gesellschaft bekamen, ...
... klemmten uns aber den Besuch der diversen Birdhides, es war einfach die falsche Jahreszeit dafür. In der Ferne konnten wir einige Flamingos ausmachen, auch Elands sahen wir, als wir langsam in Richtung Ausgang rollten.
Weil wir Zeit hatten, fuhren wir noch den Schlenker zum Abrahamskraal, wo wir auf eine kleine Falkenfamilie trafen.
Die Vögel ließen sich von uns überhaupt nicht stören, nachdem erst eins der Tiere aufgeflogen war und mich durch das offene Seitenfenster genauer in Augenschein genommen hatte. Es war ein merkwürdiges Gefühl, von dem Vogel gemustert zu werden, als er nur zwei Armlängen entfernt direkt vor mir in der Luft stand. Aber anscheinend wurden wir für harmlos befunden, denn danach machte die Familie einfach weiter wie zuvor und wir mussten uns schon extrem an ihnen vorbeimogeln, um unsere Heimfahrt fortsetzen zu können.
Wie beschlossen den Tag mit Wein, Leckereien und Blick in den Fynbos auf unserer Terrasse und waren zufrieden mit dem Start in unsere Südafrika-Tour. Am nächsten Tag ging es erstmals in die Zederberge - und darauf hatten wir uns im Vorfeld ganz besonders gefreut.
Beatnick schrieb:... Ein Schild hatte uns vorgewarnt, und tatsächlich sahen wir mehrfach Kadaver von Seehunden im Sand. Das war nun wirklich kein schöner Anblick und wir fragten uns, was wohl der Grund für die toten Tiere sein konnte. ...
Vermutlich sind sie an Erschöpfung gestorben, wenn sie den ganzen Weg aus ihrem natürlichen Habitat der Nordhalbkugel bis auf die Südhalbkugel geschwommen sind. 😎 🤪 😄
Hoffentlich sind ihnen keine Eisbären gefolgt. 🙄
LG Logi
BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201629. Juni 2025 ·
Logi schrieb:Vermutlich sind sie an Erschöpfung gestorben, wenn sie den ganzen Weg aus ihrem natürlichen Habitat der Nordhalbkugel bis auf die Südhalbkugel geschwommen sind.
ich habe es geahnt........ dass mir das Lesen Deines Berichtes Schmerzen zubereiten wird 😉 Wir lieben diese GEgend so sehr und ziemlich bald nach der Ankunft an den sich brechenden Wellen im West Coast NP zu stehen........ das würde uns bald auch mal wieder gut zu Gesicht stehen 😗
Danke für den gewohnt phantastischen Bericht und liebe Grüße Carsten
Liebe Betti, Dein Bericht freut mich sehr und deine Schreibe gefällt mir auch sehr gut. Die Bilder verursachen tatsächlich einen Sehnsuchtsschmerz. Wir dürfen uns aber auch schon auf den Februar freuen, denn dann fahren wir über Padernoster und die Cederberge in den KTP und durch die Karoo zurück nach Kapstadt. Ich freue mich auf deine Fortsetzung und nehme gerne Inspiration für eine spätere Reise mit. Liebe Grüße, Silvia
Liebe Betti, komischerweise habe ich auch gleich mal wieder große Sehnsucht bekommen nach Kapstadt. Wir waren ja fast zur gleichen Zeit in den Cederbergen. Und haben direkt wieder für Dezember gebucht. Schöne Bilder von unserer Herzensgegend. 🙂 Nur draußen übernachten wäre nichts für uns. So viele Schlangen, wie wir dort gesehen haben ... 😮
Lotusblume1’942 Beiträge · seit 200930. Juni 2025 ·
Beatnick schrieb: Bei Kraalbaai warfen wir einen Blick auf die schöne Bucht der Langebaan Lagune, die Hausboote auf dem verlockenden türkisfarbenen Wasser kann man mieten.
Moin Beatnick, ich träume mich gerade dahin und wunderschöne Erinnerungen an unsere Reise um Western Cape werden wach. Wahrlich ein Sehnsuchtsort. 😘 Übrigens kann man die Hausboote nicht fahren, sie bleiben fest verankert an Ort uns Stelle, ansonsten hätten wir uns seinerzeit ein Hausboot gemietet.
BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201630. Juni 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
casimodo schrieb:ich habe es geahnt........ dass mir das Lesen Deines Berichtes Schmerzen zubereiten wird
😮 Glücklicherweise wart ihr ja auch gerade wieder in einer Sehnsuchtsgegend sehr viel nördlicher unterwegs. 🙂
casimodo schrieb:Danke für den gewohnt phantastischen Bericht und liebe Grüße
😊 😘
Nacho schrieb:Wir dürfen uns aber auch schon auf den Februar freuen, denn dann fahren wir über Padernoster und die Cederberge in den KTP und durch die Karoo zurück nach Kapstadt.
Oh, das klingt nach einer sehr schönen Tour! So oder so ähnlich spukt das auch für eine weitere Reise in meinem Kopf herum - irgendwann (und vielleicht mal mit Blumenblüte und Walen).
Nacho schrieb:Ich freue mich auf deine Fortsetzung und nehme gerne Inspiration für eine spätere Reise mit.
🤪
yp-travel-photography schrieb:Wir waren ja fast zur gleichen Zeit in den Cederbergen. Und haben direkt wieder für Dezember gebucht.
Wow! Aber verständlich...
yp-travel-photography schrieb:Nur draußen übernachten wäre nichts für uns. So viele Schlangen, wie wir dort gesehen haben.
😮 Ich weiß nicht, was das immer ist bei uns. Wir möchten immer gerne welche sehen, aber das klappt praktisch nie. Die einzige Sichtung war die im West-Coast-NP, und das ging ratzfatz schnell. Vielleicht sind wir auch auf dem Auge blind. 😵
Lotusblume schrieb:ich träume mich gerade dahin und wunderschöne Erinnerungen an unsere Reise um Western Cape werden wach. Wahrlich ein Sehnsuchtsort.
Seufz... Du sagst es...
Lotusblume schrieb:Übrigens kann man die Hausboote nicht fahren, sie bleiben fest verankert an Ort uns Stelle, ansonsten hätten wir uns seinerzeit ein Hausboot gemietet.
Das war einer der Gründe, warum ich das wie ihr nicht näher in Betracht gezogen habe. Und auch, weil es mir einigermaßen umständlich erscheint, mal eben so "an Land" zu kommen.
Vielen lieben Dank für eure Dankes und die Kommentare. Macht große Freude! 🙂
Heute oder morgen geht es weiter. Ich hoffe, ihr seid trotz der Temperaturen gut in die Woche gestartet.
BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201630. Juni 2025 ·
7.1. In die Zedernberge
Am Morgen packten wir unsere Siebensachen zusammen und fuhren auf die andere Seite des !Khwa ttu-Geländes zum Restaurant. Das Frühstück war eine kleine Offenbarung, in dieser Hinsicht hatten wir am Vortag etwas verpasst.
Wir hatten keine lange Strecke vor uns, nur rund 140 Kilometer bis zu unserem Ziel in den Cederbergen. Die Landschaft änderte ihr Gesicht, nach knapp zwei Stunden ging es schließlich durch Berge und vorbei an großen Zitrus- und Rooibos-Plantagen.
Nur an den Hängen der Zedernberge kann Rooibos-Tee angebaut werden; das hatte ich bis vor zwei Jahren als Teetrinkerin nicht gewusst. Von den namensgebenden Zedern sind leider nur noch kleine Restbestände übrig.
Wir waren früh dran und fuhren erst einmal zur Algeria Forest Station, um einerseits die Gravelstrecke tiefer in die Cederberg Wilderness Area hinein zu testen und andererseits das erforderliche Permit für die geplante Wanderung am nächsten Tag zu besorgen.
Hinein in die Cederberg Wilderness Area - erst auf Asphalt, dann auf Gravel
Die knapp 40 Kilometer ließen sich gut bewältigen, das Permit für die geplante Wanderung zum Maltese Cross gab es allerdings nicht, sondern mussten wir uns am nächsten Morgen beim Weingut Cederberg Wines besorgen. Wir kauften noch für kleines Geld eine Wanderkarte, was sich als vollkommen überflüssig erweisen sollte, und düsten auf demselben Weg zurück.
Das Leopard Valley Eco Retreat liegt zwischen Citrusdal und Clanwilliam und hatte mich magisch angezogen, seit ich Bilder davon gesehen hatte (ich glaube, in einem Reisebericht hier im Forum von Sue).
Es gibt natürlich diverse Möglichkeiten, in den Zedernbergen zu übernachten. Aber das Sanddrif Holiday Resort inmitten der Wilderness Area, das ich ebenfalls in Betracht gezogen hatte, war ausgebucht, und Kagga Kamma als zweite Destination später alternativlos. Und so checkten wir - auch mit Blick auf die dringend nötige Erholung - für gleich drei Nächte in Leopard Valley inmitten herrlicher Natur ein.
Zwei Touristen hatten sich seinerzeit in das schöne Tal verliebt und es gekauft, um es zu schützen und dem Kap-Leoparden ein Refugium zu bieten.
Es gibt fünf Selbstversorger-Unterkünfte, die aus großen recycelten Schiffscontainern gebaut wurden, und eine Handvoll Glamping-Zelte auf der anderen Seite des Tals. Wir hatten uns für die Cape Sugarbird Cabin entschieden. Nicht, weil sie aus zwei Containern besteht und somit viel Platz bietet, sondern weil sie malerisch direkt an einem Seerosenteich mit Blick über das Wasser und das Tal bis hin zum Sneeuberg liegt, mit 2027 m der höchste Gipfel der Cederberg Mountains.
Wir waren sofort begeistert, als wir durchs kleine Gate aufs Gelände rollten. Die Anlage mitsamt Naturpool gepflegt, der Empfang freundlich, das gesamte Ambiente wunderbar idyllisch und ruhig - genau so hatten wir uns das vorgestellt.
Der nette Mann, der sich hier um alles kümmert, zeigte uns das Haus. Alles sehr stilvoll eingerichtet und sauber, nur eine Kleinigkeit stimmte nicht, ich sah es sofort am Loch im Fuß der Küchenzeile. "You got mice", stellte ich fest und zeigte auf die angeknabberten Ränder. Ich sah in ein zerknirschtes Gesicht. "Just one", meinte er. Ich beschloss, die Maus Sam zu nennen. Wenn Spinnen, Mäuse oder sonstige unerwünschten Mitbewohner einen Namen haben, sind sie nur noch halb so schlimm, dachte ich mir.
Wir verschwendeten erst einmal keinen weiteren Gedanken an den ungebetenen Gast und richteten uns ein. Wie schön es hier war, geschmackvoll, hell und friedlich, ich freute mich sehr auf die nächsten Tage.
Um uns für den nächsten Wandertag etwas in Schwung zu bringen und die schöne Umgebung zu genießen, nahmen wir am späten Nachmittag die Wanderung durchs Leopard Valley in Angriff, die an beiden Flanken der Berge einmal rund ums Tal führt.
Sie ist nur wenige Kilometer lang, auf dem unebenen Weg aber schon etwas mehr als nur ein kleiner Spaziergang.
Wir passierten eine natürliche Quelle und die Zelte auf der anderen Talseite, liefen dann in einer Schleife auf einem schmalen Pfad zurück und waren gerade rechtzeitig mit Sonnenuntergang zurück.
Nach dem Abendessen gingen wir früh ins Bett, wir hatten einige Pläne für den nächsten Tag und mussten früh wieder raus.
Sam hatten wir noch keine Sekunde zu Gesicht bekommen - nicht, dass wir seinen Anblick vermisst hätten. In der Nacht hörte ich jedoch, wie etwas nur wenige Meter von mir entfernt an einem Bastkorb im Schlafzimmer nagte. Das war nicht nur überraschend geräuschvoll, sondern störte mich auch. Ich brachte den Korb ins Wohnzimmer, schloss die Tür und lauschte angestrengt, doch ich hörte nur Thomas' leises atmen. Ruhe im Karton, dachte ich, geht doch. Und drehte mich zufrieden um.
Tinochika1’656 Beiträge · seit 201430. Juni 2025 ·
Bei einem Reisebericht aus dem südlichen Afrika sind wir gerne dabei. Obwohl ihr wahrscheinlich keinen Platz mehr frei habt, quetschen wi uns einfach noch dazu. Wir freuen uns auf einen kurzweiligen, informativen und nicht zuletzt gut bebilderten Bericht von euch Beiden. Liebe Grüße Ingrid und Hartwig
Old Women1’545 Beiträge · seit 201301. Juli 2025 ·
"You got mice", stellte ich fest und zeigte auf die angeknabberten Ränder. Ich sah in ein zerknirschtes Gesicht. "Just one", meinte er. Ich beschloss, die Maus Sam zu nennen. Wenn Spinnen, Mäuse oder sonstige unerwünschten Mitbewohner einen Namen haben, sind sie nur noch halb so schlimm, dachte ich mir.
Na, siehst du, Betti, ich wusste doch, dass man bei deinen Reiseberichten immer etwas dazu lernt. Ich kann mit Spinnen direkt über meinem Bett schlafen, zumindest hier in Deutschland 😉 , in Australien natürlich nicht unbedingt, aber bei einer kleinen Maus mutiere ich zur Mimmi. Ich weiß natürlich, dass sie in fast jeder staatlichen Unterkunft heimisch sind und dass ich somit schon mit vielen Mäusen in einem Zimmer geschlafen haben muss, und ich lebe immer noch, aber Reinhard darf das Wort "Maus" nicht in den Mund nehmen, da werde ich dann zur Furie. Ich werde deine Methode beherzigen und der nächsten Maus einen Namen verpassen. Mal sehen, vielleicht hilft es 😕 . Herzliche Grüße Beate
BeatnickThemenstarter1’724 Beiträge · seit 201601. Juli 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
Tinochika schrieb:Bei einem Reisebericht aus dem südlichen Afrika sind wir gerne dabei. Obwohl ihr wahrscheinlich keinen Platz mehr frei habt, quetschen wir uns einfach noch dazu.
Für euch ist natürlich immer Platz! Ich erinnere mich, dass wir uns schon in eine Bushaltestelle gequetscht haben, das hat eigentlich ziemlich gut geklappt... 😎 Ich freue mich, dass ihr Interesse habt!
Old Women schrieb:Na, siehst du, Betti, ich wusste doch, dass man bei deinen Reiseberichten immer etwas dazu lernt.
😄
Old Women schrieb:Ich kann mit Spinnen direkt über meinem Bett schlafen, aber bei einer kleinen Maus mutiere ich zur Mimmi.
Schau an, das ist bei mir eher umgekehrt...
casimodo schrieb:meine Schmerzen werden schlimmer
Oha. Wat machen wir jetzt? Ticket nach Norwegen buchen (da kämen wir dann sehr gerne mit B))? Oder gleich nach Südafrika in die Cederbergs? Vielleicht reicht schon ein guter Wein? Oder wir wäre es mit einem Kapitel aus dem Richtersveld? Könnte helfen...
Hallo Betti, aufgrund von Abwesenheit bin ich hier gerade am Nachlesen und habe heute erst deinen Bericht entdeckt. Ein Betti/Thomas Bericht ist ja immer ein Genuss und so freue ich mich jetzt richtig darauf mit euch virtuell nach SA zu reisen.
lieben Gruß Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.