ein Reisebericht von dir, freue mich!! In Südamerika war ich schon ein paar Mal, aber nicht so nördlich. Mir wäre noch ein Grund eigefallen, warum man Surinam bereisen soll: der Name der Hauptstadt kling irgendwie schön (Paramaribo!...).
BikeAfrica schrieb: Thomas antwortete: „Es hätte schlimmer kommen können. Es hätte auch Scheiße regnen können“.
Aber dein Fahrrad sieht irgendwie genau so aus...
Tritt in die Pedale, aber kräftig bitte, denn ich sitze neben Kiboko im Fahrradanhänger. 🤩 Bin nicht unspörtlich, aber beim Fahrrad muss ich passen!
BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200622. März 2021 ·
Hallo Adriana,
ich freue mich, dass auch Du hier meinen Bericht liest.
adriana schrieb:
BikeAfrica schrieb: Thomas antwortete: „Es hätte schlimmer kommen können. Es hätte auch Scheiße regnen können“.
Aber dein Fahrrad sieht irgendwie genau so aus...
Dein Kommentar ist fast so gut wie der Spruch von Thomas. Er hat bei jeder Gelegenheit solche trockenen Sprüche rausgehauen. Ein bisschen kann ich das ja auch, aber an ihm kann ich mich nicht messen. Selbst Picco hätte es schwer.
Gruß Wolfgang
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Hi Wolfgang, wir denken dabei mehr an die Kameras! Aber die Feuchtigkeit ist bei den sehr hohen Werten ein Problem für elektronische Geräte. Wie hast du das gelöst?
LG, Gerd
BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200622. März 2021 ·
Goldmull schrieb: wir denken dabei mehr an die Kameras! Aber die Feuchtigkeit ist bei den sehr hohen Werten ein Problem für elektronische Geräte. Wie hast du das gelöst?
Es gingen diverse Kameras auf meinen Reisen unterwegs kaputt. Ich hatte meistens zwei dabei für den Fall der Fälle. Und seit der Zeit der Digitalfotografie waren das keine extrem hochwertigen Kameras. Die sind noch anfälliger als die mechanischen.
Meine uralte mechanische Nikon FM2 funktioniert noch immer. Die können meine Erben noch weiter vererben.
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200623. März 2021 ·
„Berlijn, Berlijn, wir fahren nach Berlijn“ – für Fußballfans ein bekannter Schlachtruf in Pokalspielen. Auch wir fuhren nach Berlijn, obwohl wir gar kein Halbfinale gewonnen hatten.
Wir waren mit Zelten unterwegs, rechneten aber nicht mit derart dichtem Pflanzenbewuchs bis zum Pistenrand. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir unsere Zelte gerade dreimal in vier Wochen nutzen können – einmal unter einem Marktstand in einem Dorf, einmal auf dem Gelände eines Nonnenklosters und einmal an einem Flussufer.
Unser „Plan“, gegen Abend spontan irgendwo zu zelten, ging daneben (unsere „akribische Vorbereitung“ zahlte sich halt aus). Wir mussten also möglichst immer eine Ortschaft erreichen und leider lagen diese oft ziemlich weit voneinander entfernt. Erreichte man am Mittag oder Nachmittag eine, lag die nächste meist so weit entfernt, dass ein Erreichen dieser bis zur Dunkelheit oft zweifelhaft oder unmöglich war. Die Etappen fielen daher kürzer aus als ursprünglich gedacht.
Zweimal konnten wir auch in geliehenen Hängematten am Strand übernachten. Klasse Sache in Mückengebieten mit Malaria und anderen spannenden Krankheiten. Wie das passierte, warum wir unsere Zelte in dem Moment nicht hatten und andere Geschichten von Übernachtungen folgen noch in den nächsten Beiträgen.
Mit der Verpflegung war es irgendwie einfacher. Es gab „Supermärkte“, die natürlich meist nur sehr klein waren wie früher unsere Tante-Emma-Läden und es gab häufig auch so kleine Restaurants mit meist asiatischem Essen. Wasser konnten wir auch kaufen und hatten auch einen Expeditions-Wasserfilter dabei. Bei einer ganztägigen Wanderung im Regenwald hatten wir den Filter nicht dabei und unser mitgenommenes Wasser reichte nicht. Dort mussten wir das Wasser dann halt aus einem Bach trinken und unsere Flaschen auffüllen. Ich vermute aber nur, dass es ein Bach war, da man nicht erkennen konnte, dass sich das Wasser in irgendeine Richtung bewegte. Bei der Wahl zwischen heute verdursten oder morgen erkranken fällt die Entscheidung aber nicht schwer. Das ist eine Entscheidung, die die Bevölkerung in armen Teilen der Welt täglich treffen muss. Für uns war es nur eine einmalige Sache …
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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ein Reisebericht von dir! 🤩 Ich freue mich riesig... Live mit Bierchen auf einem Forumstreffen wäre mir ein Vortrag deinerseits noch lieber gewesen, aber man muss sich ja den Begebenheiten anpassen... 😗 Die letzten Tage habe ich immer schon mal hier geschnüstert, aber zwischen Homeschooling mit den Jungs und eigener Unterrichtsvorbereitung und was da sonst noch alles zu tun ist, hatte ich leider noch keine Zeit, einen Kommentar abzugeben. Ich unterrichte neuerdings Werken in Szenario B in der Schule... Für mich eine ähnlich neue Erfahrung wie mit dem Fahrrad durch Surinam... 😉 😗 Ich begleite euch also hier voller Spannung und Vorfreude! Mach schnell weiter!
BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200623. März 2021 ·
binca75 schrieb: ein Reisebericht von dir! 🤩 Ich freue mich riesig... Live mit Bierchen auf einem Forumstreffen wäre mir ein Vortrag deinerseits noch lieber gewesen, aber man muss sich ja den Begebenheiten anpassen... 😗
So ist es halt. Wir müssen das beste daraus machen.
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200624. März 2021 ·
Den Letzten beißen die Hunde
Schon am ersten Abend in der Hauptstadt fielen uns die zahlreichen verwilderten Straßenhunde auf. Die Hunde waren sehr ängstlich und wechselten häufig die Straßenseite, um einem aus dem Weg zu gehen (was wir für eine gute Eigenschaft hielten). Dabei mussten sie jedoch aufpassen, denn kein Autofahrer bremst in Surinam wegen eines Hundes. Im Gegenteil hatte man manchmal das Gefühl, dass Autofahrer absichtlich Hunde anfahren. Viele Hunde humpelten hier mit einem gebrochenen Bein umher und wir mussten auch einmal miterleben, wie ein Hund einfach ungebremst umgefahren wurde. Ein lautes Aufjaulen und kurz später war der Hund nur noch auf drei Beinen unterwegs. Der Hund stellte sich mit seinem deformierten Bein dann bei einem kurzen Wolkenbruch neben uns unter ein Vordach. Wir konnten ihm jedoch nicht helfen.
In den Dörfern entlang der Straßen und Pisten sah die Sache anders aus. Hier wurden die Hunde als Wachhunde gehalten, liefen aber frei umher. Das war ja auch für alle anderen kein Problem, denn die anderen Einheimischen kannten sie und die restlichen Leute fuhren mit dem Auto vorbei – bis auf zwei Radler. Auf dem Fahrrad wurden wir jedoch täglich mehrfach von ihnen attackiert und es schien nur eine Frage der Zeit, bis einer von uns gebissen werden würde. Ging es etwas bergab oder war der Abstand groß genug, versuchten wir, sie mit einem Zwischenspurt abzuhängen, was so etwa in der Hälfte der Fälle auch gelang. Ansonsten blieb nur noch Stehenbleiben und die Hunde -oftmals gleich mehrere an der Zahl- so laut wie möglich anzuschreien. Erschrocken wichen sie dann ein paar Meter zurück, waren uns aber sofort wieder auf den Fersen, sobald wir wieder starteten. Also wieder stoppen und anbrüllen. Und wieder starten, stoppen und anbrüllen … An einigen Tagen nahm das etwas überhand und war echt nervig. So ist das halt manchmal. Lässt sich nicht ändern und muss man halt hinnehmen …
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200624. März 2021 ·
Brasilianischer Karneval
Vom folgenden Ereignis gibt es diesmal keine Fotos. Wir fanden in der kleinen Grenzstadt Albina eine Unterkunft und anschließend eine Kneipe. Dort sollte am Abend ein brasilianischer Karneval stattfinden und innen sah schon langsam alles nach Disco aus. Wir blieben im Außenbereich, wo ein angenehmer Wind wehte und die Lautstärke erträglich war. Wir bestellten eine kalte Hopfenschaumsuppe im Glas und während wir da saßen, kam der örtliche Polizeichef mit zwei Begleitern vorbei, setzte sich zu uns an den Tisch und der Abend nahm eine ungewollte Wendung. Aus der Kneipe kam sofort eine Flasche Whisky im Karton und eine sehr hübsche Brasilianerin wurde mit an den Tisch gesetzt. Hier war im ersten Moment zu erkennen, dass irgendwelche Korruption im Spiel war. Der Whisky musste nicht bezahlt werden und die Brasilianerin war offenbar Prostituierte, sprach kein Wort Englisch und man sah ihr an, dass sie vom Ausgang des Abends nicht begeistert sein würde. Der Polizeichef sprach Englisch und ließ auch sofort Gläser für uns bringen und legte eine beachtliche Schlagzahl an den Tag. Ich habe relativ bald zu Thomas gesagt, dass ich mal eine Runde aussetzen müsse. Dann hat der Polizeichef nur sich und Thomas eingegossen und bei der nächsten Runde hat Thomas pausiert und abwechselnd so weiter. Manche Runde hat der Polizeichef auch eifrig alleine absolviert, weil wir beide ausgesetzt haben. Es blieb nicht bei der einen und auch nicht bei einer zweiten Flasche Whisky und am Ende war der Polizeichef nicht mehr annähernd dazu in der Lage, alleine zu laufen und wurde von seinen beiden Begleitern gestützt, die nichts getrunken hatten. Der Prostituierten war die Erleichterung deutlich anzusehen, dass ihr diese Nacht erspart blieb, als der Polizeichef mit seinen Begleitern verschwand. Thomas und ich waren auch bereits ziemlich über den Berg, aber zum Glück hatten wir uns rechtzeitig abgewechselt und der Abend verschaffte uns einen Einblick über verschiedene Dinge im Land. Als der Polizeichef schwankend die Örtlichkeit verließ, sah die Brasilianerin zum ersten Mal fröhlich aus …
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200626. März 2021 ·
Am nächsten Morgen folgte eine Meisterleistung selektiven Nachdenkens, was aber dem langen Vorabend und der kurzen Nacht geschuldet war. Ohne Hirn ist man halt fast wie blöd.
Wir ließen zwar unsere Fahrräder und den Großteil unseres Gepäcks in der Unterkunft und sagten Bescheid, dass wir erst in 1-2 Tagen zurückkämen. Leider ließen wir auch Zelt bzw. Moskitonetz zurück und nahmen außer Kameras fast gar nichts mit. Wir fanden ein motorisiertes Fischerboot, welches uns nach mehrstündiger Fahrt in Galibi ablieferte. Auf dieser Fahrt erwarb ich nebenbei auch äußerst preisgünstig einen qualitativ hochwertigen Sonnenbrand.
Galibi ist Stammesgebiet der Kalina-Indianer und in der „Nähe“ gibt es eine Region, in der die riesigen Meeresschildkröten zur Eiablage an Land kommen. Allerdings wussten wir nicht, dass noch eine längere Bootsfahrt durch die Nacht nötig war, um zu den Meeresschildkröten zu gelangen (dazu im nächsten Teil, auch wenn wir es noch am gleichen Abend unternehmen konnten). Wir konnten uns glücklicherweise Hängematten ausleihen, schliefen damit aber unter freiem Himmel und waren am nächsten Morgen grandios zerstochen. In Malariagebieten ist so etwas natürlich erst recht keine Freude. Weil wir am nächsten Tag kein Boot auftreiben konnten, das uns zurückbrachte, mussten wir eine weitere Nacht dort verbringen. Diesmal hatten die Moskitos des Vortages offenbar alle noch ihre Kumpels eingeladen und ein Fest gefeiert. Zwei der Festteilnehmer gefiel die Veranstaltung nur mittelmäßig.
Galibi besteht zumeist aus eher einfachen Häusern und Hütten, was wohl auch damit zusammenhängt, dass man das Dorf nicht auf dem Landweg erreichen kann und somit der Transport von Baumaterial nur mit kleinen Booten erfolgt oder einfach mit Material erfolgt, welches man selbst herstellen kann.
Im Dorf liefen Affen frei herum und andere Tiere, die mir unbekannt waren und keinerlei Scheu hatten. Ich vermute, es waren Katta-Nasenbären. Auch ein zahmer Ara saß in einem Baum, versteckte sich aber hinter Ästen. Er gehörte einem der Indianer und hatte wundersamerweise kein Interesse daran, auszubüchsen. Er kam spätestens am Abend immer zurück. Leider sind die Fotos ziemlich schlecht geworden, aber da vermutlich kaum jemand aus dem Forum mal Nasenbären in Freiheit gesehen hat, stelle ich trotzdem mal eines rein. Sie erinnerten mich vom Verhalten und ihrer Neugier irgendwie an Waschbären. Auch der geringelte Schwanz erinnerte daran …
Thomas war amüsiert, als einer der Affen ihn erkletterte und interessiert seine Fototasche untersuchte. Nach einigen Minuten hatte er etwas gefunden, was ihn interessierte, Sekunden später saß er damit oben auf einem Baum. Er hatte eine Plastikdose mit einem belichteten Film gemopst. Während Thomas unten fluchte, untersuchte der Affe interessiert das Objekt. Als er die Dose irgendwann öffnen konnte, fiel die Filmpatrone herunter. Nochmal Glück gehabt …
Der Pflanzenbewuchs ums Dorf herum sah auch ziemlich interessant aus.
Da die Flüsse jede Menge Sediment aus dem Amazonasgebiet ausschwemmen, ist das Wasser extrem trüb und schmutzig.
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200627. März 2021 ·
marimari schrieb: das nenn ich mal ne Schlammschlacht 😄
So etwas kommt halt mal vor.
Wir sahen auch häufig eine Pflanze, die wir "Regenpflanze" nannten. Immer, wenn wir so eine sahen, fing es spätestens nach 10 Minuten zu regnen an. Bei einer Wanderung in einem Nationalpark mussten wir einen Ranger mitnehmen. Als wir diese Pflanze sahen, erzählte ihm Thomas von unserer Beobachtung. Der Ranger entgegnete, dass die Pflanze nichts mit Regen zu tun habe. Minuten später fing es wieder ordentlich zu schiffen an. Thomas wies den Ranger nochmal auf unsere Beobachtung hin und er versprach, nochmal drüber nachzudenken. 😉
Die möglicherweise größte Sauerei am Fahrrad hatte ich allerdings 2000 ausgerechnet an der Skelettküste in Namibia. Da fiel in einer Nacht die Regenmenge, die sich nach damaligen Zeitungsberichten normalerweise auf 9-15 Jahre verteilt. Fotos davon haben bei Vorträgen im Rahmen von Forentreffen schon für einige Lacher gesorgt.
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200627. März 2021 ·
Die Fahrt zu den Schildkröten begann erst in der Dunkelheit in Richtung Mündung des Flusses ins Meer. Die Flut strömte in Richtung Fluss und die Wellen schlugen über dem Boot zusammen. Vorne im Boot saß ein Indio mit Scheinwerfer, um andere Boote, treibende Baumstämme und anderen Unsinn zu erkennen, mit dem man nicht zusammenstoßen möchte.
Aus der Erinnerung dauerte die Fahrt etwa eine Stunde. Wir waren danach so nass, als wären wir geschwommen und das ist nicht übertrieben. Und dabei hatte ich mir schon einen Müllsack als Regenschutz übergezogen, aber das war komplett sinnlos. Durch die Öffnung, die ich mir für den Kopf gemacht hatte, lief das Wasser in Massen durch. Das war allerdings nicht die letzte Bootsfahrt dieser Reise, bei der dies passierte.
Die riesigen Schildkröten kommen nachts zur Eiablage an Land und verbuddeln etwa 150 Eier im Sand. Dabei bestimmt die Durchschnittstemperatur des Sandes das Geschlecht der sich entwickelnden Schildkröten, so dass üblicherweise alle Tiere eines Geleges das gleiche Geschlecht haben. Sie schlüpfen auch praktisch gleichzeitig und wissen instinktiv, in welcher Richtung das Wasser liegt. Dort eilen sie gleichzeitig hin, damit wenigstens einige es erreichen. Viele von ihnen werden bereits in ihren ersten Lebensminuten von Vögeln gefressen. Die Schildkröten verfallen bei der Eiablage in Trance. Die begleitenden Ranger achten darauf, dass die Tiere nicht mit Blitzlicht fotografiert werden und leuchten sie von hinten mit einer Taschenlampe an, um sie nicht zu stören. Das fanden wir vorbildlich im Gegensatz zu Französisch-Guayana, wo das niemanden interessierte und die Tiere wild angeblitzt wurden. Das folgende Foto stammt von Martha, einer Niederländerin, die wir zufällig kennenlernten, die mir das Foto später zuschickte und auch erlaubte, es im WWW zu veröffentlichen.
Wenige Tage später besuchten wir die andere Seite des Grenzflusses und hier konnte Hinz und Kunz ohne jede Regelungen zu den Schildkröten und so haben sich die Leute auch verhalten.
Hier sind ein paar Spuren der Schildkröten und einige Überreste der Eier von geschlüpften Tieren. Diese Fotos stammen aus Französisch-Guayana. In Surinam fährt man am gleichen Abend ja wieder zurück.
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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Ach, lieber Wolfgang! Jetzt ist es mir endlich gelungen euch einzuholen (schnauffff). Da ich schon von Kindesbeinen an ein sehr gestörtes Verhältnis zum Velofahren habe, musste ich mir erst einmal ein paar wandertaugliche Gummistiefel besorgen. Als erstes möchte ich mich ganz herzlich für meine schulfachliche Weiterbildung bedanken. Ich musste im Erdkundeunterricht zwar nie Kreide holen, hatte aber einen Fensterplatz mit Aussicht 😄 Und wenn du vielleicht noch ein schmales Plätzli auf der Gepäcktasche hättest...? würde sich die Margitta freuen
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200627. März 2021 ·
Hallo Margitta,
Gromi schrieb: Da ich schon von Kindesbeinen an ein sehr gestörtes Verhältnis zum Velofahren habe
kommst Du aus der Schweiz? Velo ist ja eher ein dort verbreiteter Begriff. Ich musste in meiner Kindheit schon mit dem Rad los, wenn ich irgendwo hin wollte. Elterntaxi gab es nicht, Busverbindung war schlecht oder umständlich. Wollte man einen Schulfreund 1-2 Orte weiter besuchen, blieb nur das Fahrrad, wenn man nicht laufen wollte. Laufen hätte aber deutlich mehr Zeit benötigt.
Ich musste im Erdkundeunterricht zwar nie Kreide holen, hatte aber einen Fensterplatz mit Aussicht 😄
Das war dann aber vielleicht förderlich für den Biologieunterricht, wenn Du die ganze Zeit aufmerksam Kohlmeisen und Tagpfauenaugen beobachten konntest. 😉
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200627. März 2021 ·
Unterkunft nach indischer Art
In einer anderen Kleinstadt kamen wir am Nachmittag an und wussten, dass wir die nächste Siedlung nicht mehr bei Tageslicht erreichen könnten. Die Pflanzen wuchern in Surinam auch bis zum Straßenrand (wir sind zeitlich gerade wieder ein paar Tage in der Vergangenheit, weil ich den Bericht aus dem Gedächtnis schreibe und mir das verspätet einfiel), dass man selbst für ein Zelt oder eine Hängematte keinen Platz findet, ohne erst einmal kräftig Pflanzen zu beseitigen. Wild campen unterwegs ist also nur äußerst selten eine Option. Wir fanden keine Unterkunft und fragten bei einem indischen Supermarkt. Der Besitzer sagte uns, es gäbe keine Unterkunft, aber wenn wir in zwei Stunden wiederkämen, hätte er etwas für uns. Wenn Inder etwas versprechen, klappt das nach meiner Erfahrung normalerweise auch. Die ich kennengelernt habe, waren zwar geschäftstüchtig, aber immer fair und ehrlich.
Der indische Supermarkt bot auch Fußbodenbeläge an.
Wir haben derweil nach einer Verpflegungsmöglichkeit gesucht und ein chinesisches Lokal gefunden. Leider sprach der Besitzer nur Chinesisch und Sranantongo und kam von selbst nicht auf den Grund, weshalb wir wohl ein Restaurant aufgesucht haben könnten. Zufällig kam ein Einheimischer, der Englisch und Sranantongo sprach und so bestellten wir mit Hilfe eines Dolmetschers. Der indische Supermarktbesitzer hatte derweil das Haus auf der anderen Straßenseite räumen lassen, in dem offenbar seine Angestellten wohnten. Es gab vier Schlafzimmer mit jeweils frisch bezogenen Doppelbetten, acht Sitzgelegenheiten im Wohnzimmer und eine kleine Terrasse vor dem Haus, auf der wir den Abend verbrachten und das Treiben auf der Straße beobachteten. Ein bisschen Kinderspielzeug im Wohnzimmer, ein bisschen Kühlschrankinhalt und ein paar Zahnbürsten lagen noch rum, was erkennen ließ, dass das ganze Haus offenbar komplett auf die Schnelle geräumt worden war. Ok, es hatte eine Stunde länger gedauert als versprochen. 😉
Unsere Unterkunft für die Nacht.
Einmal ging Thomas in die Küche und fand eine riesige Kakerlake (und wir haben in Malawi schon Tausende gesehen und welche, die so lang wie eine Kreditkarte waren). Er kam zu mir raus und meinte, ich solle mal mitkommen und mir das Viech ansehen. Als wir eine Minute später wieder in der Küche waren, war die Kakerlake weg und an fast der gleichen Stelle saß eine Maus. Die Tierwelt in Surinam ist halt immer für eine Überraschung gut.
Neben dem Haus war noch eine Lagerhalle mit Stellplatz für einen Lkw. Vermutlich haben die Angestellten alle spontan dort übernachtet. Der Übernachtungspreis für uns war zudem sehr günstig. Uns hätte es auch gereicht, auf dem Fußboden im Wohnzimmer zu schlafen, während die Angestellten weiterhin dort gewohnt hätten. Was für ein irrwitziger Aufwand für eine einzige Nacht.
Zu allem Überfluss hatte ich am nächsten Morgen noch meine Stirnlampe dort vergessen. Als wir Tage später auf dem Rückweg in dem Supermarkt vorbeikamen und ich danach fragte, griff der Besitzer mit einem Lächeln unter die Theke und überreichte sie mir. Einer seiner Angestellten hatte sie gefunden und nicht selbst eingesteckt.
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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Danke BikeAfrica für den tollen Lesestoff, lese mit Freude mit
marimari schrieb: Hallo Wolfgang, das nenn ich mal ne Schlammschlacht 😄 LG Mari
Soo? Eigentlich eine Gatschpartie. Schammschlacht gibt es bei der Scheidung, im Boulevard und bei Wahlen 😄 😁
BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200627. März 2021 ·
loser schrieb:Danke BikeAfrica für den tollen Lesestoff, lese mit Freude mit
Danke für die Nachricht. Ich hoffte einfach auf Interesse nach einem Bericht an einer nicht so durchgeplanten Reise, bei der man nicht morgens schon weiß, wo man ca. gegen 17:52 Uhr bei Unterkunft XYZ ankommt. Scheint so, dass es einigen gefällt, wenngleich kaum jemand so reisen möchte.
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200627. März 2021 ·
Übernachtung im Nonnenkloster
Eines Abends suchten wir eine Unterkunft in einer Kleinstadt und fanden auch einige, die aber allesamt geschlossen waren. Wir fragten einige Leute, die uns aber immer zu den geschlossenen Unterkünften schickten, die wir bereits kannten. Wir fanden einen Park am Stadtrand, hielten es aber nicht für eine gute Idee, in Südamerika in einem Stadtpark zu übernachten. An einer Feuerwache war Betrieb und wir hofften auf eine Berufsfeuerwehr, deren Wache nachts besetzt war und wo wir hätten nächtigen können. Leider war es nur eine Übung einer freiwilligen Feuerwehr und die Leute bereiteten sich schon auf den Heimweg vor. Als wir ein Kloster fanden, versuchten wir es dort. Wir wussten nicht, dass es ein reines Nonnenkloster ist und die Nonnen waren natürlich sehr misstrauisch. Nach der Fürsprache einer zufällig vorbei kommenden Passantin gestatteten sie uns jedoch, auf dem Gelände unsere Zelte aufzubauen. Am nächsten Morgen hatten sie ihre Ängste überwunden. Wir durften die Dusche benutzen und wurden mit Frühstück versorgt.
Die Liste der Orte, an denen ich noch nicht übernachtete, wurde damit wieder ein Stück kürzer. Eine Feuerwache fehlt aber tatsächlich auch noch … Ansonsten war ja von Dorfkneipe, Schule, Dorfladen, Geheimdienst, Polizei, Krankenhaus (nicht als Patient), Lkw-Führerhaus, Entwicklungshelfer und Friedhof über Dorfchef bis zum Stammeskönig ja schon vieles dabei. Aber es gibt immer wieder etwas Neues. Das ist ja der spannende Teil am Reisen.
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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BikeAfricaThemenstarter7’334 Beiträge · seit 200627. März 2021 ·
Eine Nacht am Fluss
Wir fanden eine Unterkunft an einem Fluss, die jedoch durch eine Reisegruppe vollständig belegt war. Wir durften jedoch unsere Zelte auf dem Gelände aufbauen. Irgendwie hatte meine Nase das Gefühl, das mein Körper wieder mal mit Wasser in Kontakt kommen sollte. Ich hängte mein T-Shirt über einen Ast, ging die paar Meter im letzten Tageslicht zum Fluss, legte den Rest der Klamotten ab und stieg ins Wasser. Kaimane, Piranhas und Zitteraale ignorierte ich mal und hoffte, sie würden umgekehrt meinem vorbildlichen Beispiel folgen. Anschließend zog ich mich wieder an und zog auch das T-Shirt wieder über. Irgendwas rutschte über meinen Arm und ich dachte an eine Schlange. Ich rief Thomas zu, er solle mal schnell in meine Richtung leuchten. Es war ein Skolopender (Hundertfüßer) von etwa 20-25 cm Größe. Jetzt schaute ich mein T-Shirt doch noch mal genauer an, ob nicht noch der große Bruder von ihm ebenfalls Gefallen an meinem T-Shirt gefunden hatte. Thomas konnte ein Foto des Skolopenders auf meinem Zelt machen und wir erfuhren später, dass diese Art häufig recht aggressiv ist, der Biss sehr schmerzhaft und zu Fieber und Lähmungen führt. Nicht selten endet so etwas im Krankenhaus. Es soll auch schon Todesfälle gegeben haben. Mein T-Shirt hing nur wenige Minuten dort und schon hatte sich ein gefährliches Tier zur Anprobe entschlossen, obwohl es ihm auf den ersten Blick schon mehrere Nummern zu groß war. Leider habe ich seinerzeit offenbar das Original des Fotos stark verkleinert, um es auf meine damalige Homepage einzustellen. Ich hänge das Foto trotzdem mal rein, damit man einen Eindruck von dem Tier bekommt. Man erkennt zumindest, dass man damit nicht im gleichen T-Shirt stecken möchte.
Fortsetzung folgt …
Gruß Wolfgang
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