Southafrican50 Beiträge · seit 201327. Jan. 2016 ·
Liebe Eulenmuckels, irgendwann mu8 man sich "outen" und nicht nur den Danke-Button drücken. Ich bin mit eurem Einverständnis irgendwann aufgesprungen und mit gefahren. Ich habe euren reisebericht mit Begeisterung gelesen und über die Fotos ist euch im Forum reichlich Lob zuteil geworden. Sie sind auch einfach genial. Ich freue mich schon auf die weitere Fortsetzung, nehme ich doch viele Anregungen für meine Reise im Oktober mt. Der Schreibstil macht es einem auch leicht, mit Freude zu lesen. Nebenbei: Auch wir haben schon Südafrikaner getroffen, die nicht so komminikativ waren, wie man es nicht nur im Urlaub eigentlich erwartet. Aber ihr habt es super weggesteckt. Aber es ärgert einen schon. Bis demnächst, liebe Grüße aus dem hohen Norden, Gerd
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200627. Jan. 2016 ·
@Alm:
Ach was freue ich mich schon heute beim Lesen Deines RBs und den spektakulären Fotos auf unseren KTP-Aufenthalt im August diesen Jahres.
Uns geht es genauso. Bei uns ist es sogar schon im Juli soweit. 😉
@Gerd: Vielen Dank für dein Lob. Es freut uns sehr, wenn wir deine Vorfreude auf die kommende Afrikareise ein wenig steigern können.
@Claudia:
am Samstag geht es via NAM für 16N in den KTP
Nehmt uns mit! Sechzehn (16!) Nächte sind ja ein Traum. So viel Zeit hatten wir dort noch nie. 😉 Wir wünschen euch eine tolle Zeit mit vielen Tiersichtungen und möglichst wenig Ärger. Unser Neid begleitet euch.
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200627. Jan. 2016 ·
Tag 25. Montag, 20. Juli 2015 – Durch das Nossobtal
Polentswa, KTP – Twee Rivieren, KTP
Auch diese Nacht war wieder etwas wärmer. Wir standen mit Sonnenaufgang auf, räumten unsere Sachen ein und verabschiedeten uns von Polentswa.
Am Wasserloch waren sehr viele Tauben. Immer wenn sie sich erschraken und gleichzeitig abhoben, staubte es, und das Schlagen von hunderten Flügeln erfüllte die morgendliche Stille. Einige Kuhantilopen kamen zum Trinken.
Wir blieben nicht lange und fuhren nach Süden.
Rotschulter-Glanzstar
Riesentrappe
Kurz hinter Kwang standen zwei Fahrzeuge am Straßenrand. Drei Löwinnen lagen etwa 50 Meter entfernt im Gebüsch. Meistens lagen sie flach, manchmal hoben sie die Köpfe, und ganz selten stand mal eine auf und änderte ihre Position. Wir blieben über eine Stunde dort und hofften, dass noch etwas mehr passieren würde. Als dies jedoch nicht kurzfristig abzusehen war und unsere Zeit drängte, fuhren wir weiter.
Bei Nossob machten wir nur einen kurzen Stopp, dann ging es auch schon weiter. Am Nachmittag fuhren wir in südlicher Richtung durch das Nossobtal und kamen wieder an einigen Wasserstellen vorbei. Dabei sahen wir Oryx und viele Springböcke. Schakale und Greifvögel trafen wir ebenfalls häufig. Schon am Morgen waren Wolken aufgezogen, die sich im Laufe des Nachmittags weiter zuzogen und bald eine geschlossene, graue Wolkendecke bildeten. Dadurch herrschte in alle Richtungen ein einheitliches fahles Licht. Bei Melkvlei machten wir eine längere Picknickpause und entdeckten einen Rotstirn-Bartvogel. Er hatte von irgendwoher einen großen Krümel aufgesammelt, den er erfolgreich gegen allerhand Stare verteidigen musste. Das war gar nicht so einfach, da ihm der große, harte Brocken immer wieder aus dem Schnabel fiel.
Einige Kilometer weiter standen plötzlich drei Löffelhunde am Fahrbahnrand und scharrten nach Beute. Daher rannten sie wohl auch nicht sofort weg, als wir hielten. Über diese Sichtung freuten wir uns besonders, denn meist hatten wir die putzigen Gesellen nur in aller Eile davonflitzen sehen. Später überquerten sie die Straße und verschwanden im Gebüsch. Ein vierter Löffelhund folgte ihnen.
Etwas später entdeckte Ruth eine Giant Eagle Owl in einem Baum. Sie saß ziemlich gut versteckt, der Baum war einige Meter von der Straße entfernt, und wir fuhren relativ schnell.
Ein junger Habicht versuchte, die große Eule zu vertreiben. Immer wieder flog er um den Baum und stieß seinen Schrei aus. Die Eule entgegnete mit ihrem tiefen Ruf, drehte sich zu ihm um, blieb aber auf dem Ast sitzen.
Da es schon ziemlich spät am Nachmittag war, machten wir, dass wir schnell nach Twee Rivieren kamen. Dort checkten wir auf dem Campingplatz ein. Zurzeit wird im Camp einiges renoviert. Wir holten am Geldautomaten Rand und kauften ein paar Kleinigkeiten im Laden. Der Campingplatz war nur spärlich belegt. Wir stellten das Zelt auf und duschten. Dann spülten wir das Geschirr vom Vortag. Dabei fielen ein paar wenige kleine Regentropfen. Zum Abendessen kochten wir Nudeln mit einer Soße aus Zwiebeln, Tomaten, Möhren und Bohnen. Es war ziemlich scharf. Nachdem wir erneut gespült und alles für die Nacht bereitet hatten, waren fast alle anderen Camper bereits in ihren Zelten. Es war sehr ruhig in Twee Rivieren.
danke für den schnellen Nachschub 😄 . Ihr müsst doch nicht neidisch sein 🤪 , ihr dürft dafür viel länger weg 🤩 .
Welch schöne Sichtungen auf dieser Etappe. Auf den Acacia Pied Barbet bin ich jetzt echt neidisch. Den haben wir leider noch nie gesehen! Und der hat sich so toll präsentiert!!!! Ebenso die niedlichen BEF's .
franzicke2’085 Beiträge · seit 201228. Jan. 2016 ·
Liebe Eulenmuckels, also ihr versteht es wirklich prächtig, das Sehnsuchtsfeuer am Flackern zu halten - soso schön! Ich muss ja zugeben, dass ich zwischendurch irgendwo mal auf der Strecke geblieben bin und erst jetzt einen ganzen Schwung nachgeholt habe. Man ist ja bei euren Bildern immer versucht, mit offenem Mund ganz nah am Bildschirm einfach rauf- und runterzuscrollen, aber das Lesen eurer Geschichten lohnt sich halt auch! Und nach unserer KTP-Premiere im letzten Februar gefallen mir die letzten Tage natürlich ganz besonders (wenn man mal vom Campsite-Gebahren der südafrikanischen Freunde absieht.) Verzückte Grüße von Ingrid
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200631. Jan. 2016 ·
Tag 26. Dienstag, 21. Juli 2015 – KTP West
Twee Rivieren, KTP – Mata Mata, KTP
Der Morgen in Twee Rivieren begann ruhig und bei angenehmen neun Grad, die wir inzwischen nicht mehr als kalt empfinden. Während wir Wasser für die Thermoskanne kochten, machten wir uns und den Wagen zur Abfahrt bereit. Pünktlich um kurz vor halb acht starteten wir den Motor und verließen mit der Öffnung des Gates das Camp.
Wir entdeckten einen Lannerfalken, der bereits von einem erhöhten Sitzplatz aus nach Beute spähte.
Auch zwei Sekretäre schritten auf der Suche nach Nahrung auf ihren langen Beinen durch das kurze Gras. Selten hielten sie inne, um etwas vom Boden aufzulesen und dann sogleich weiter kopfnickend auf und ab zu laufen.
Raubadler
Zunächst fuhren wir wieder das Nossobtal hinauf. Genau wie letztes Jahr waren viele Wolken am Himmel, durch die die aufgehende Sonne ihre Strahlen warf.
Der Blassuhu, den Ruth gestern entdeckt hatte, saß immer noch im selben Baum, als wäre er die ganze Nacht über brav zu Hause geblieben.
Außerdem waren viele Springböcke und Oryx unterwegs. Die Sonne hatte es schwer, sich gegen die vielen kleinen Wölkchen durchzusetzen, und so blieb es den ganzen Tag über mehr oder weniger bedeckt.
Bei Melkvlei tranken wir Tee und Kaffee. Die Temperatur war erst bis 14 Grad angestiegen, und so stellten wir uns so gut es ging in die Sonne.
Auf dem Rückweg nach Twee Rivieren sahen wir verschiedene Greifvögel.
Raubadler
Turmfalke
Zwergfalke
Kampfadler
Ein Straußenmännchen führte eine kleine Herde von Straußendamen über die Straße.
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200631. Jan. 2016 ·
Etwas später erblickten wir einen Honigdachs, der sich aber leider sofort von der Straße entfernte und hinter der nächsten Kalaharidüne verschwand. Einige Zeit später lief ein weiterer Honigdachs vor uns auf der Straße. Dieser blieb entspannt, als wir uns näherten. In seinem lässigen, schlenkernden Gang hielt er nur selten inne und suchte parallel zur Straße nach Nahrung.
In einigem Abstand fuhren wir hinter ihm her, waren aber nicht seine einzigen Verfolger, denn der Dachs hatte einen Schakal im Schlepptau. Ab und an hielt der Dachs abrupt inne, schnüffelte ein wenig herum und lief dann weiter. Auf einmal schien er etwas Schmackhaftes gewittert zu haben. Er steckte seine Nase tief in ein Loch und begann mit seinen langen Krallen den Sand aufzugraben.
Der Schakal beobachtete ihn geduldig bei der Arbeit, hoffte er wohl, ihm ein flüchtendes Beutetier abjagen zu können.
Der Sand flog in hohem Bogen hinter dem Dachs aus dem Loch, und so dauerte es keine zwei Minuten, bis das komplette Tier in der Grube verschwunden war.
Nach kurzer Zeit kam der Honigdache erfolgreich mit seiner Beute im Maul wieder ans Tageslicht. Er hatte eine Maus gefangen.
Die arme Maus hatte wohl keinen Notausgang und so auch keine Chance gehabt, ihrem Jäger zu entkommen. Wohl kein gutes Gefühl, wenn man den Dachs am Eingang graben und schnell immer näher kommen hört. Ohne Notausgang standen aber auch die Zeichen auf Beute für den Schakal schlecht, und so ging er dieses Mal leer aus. Er musste zusehen, wie der Dachs die Maus in Windeseile mit Haut und Haar verspeiste.
Obwohl er dieses Mal keine Beute machen und nur an der Stelle, an der der Dachs gespeist hatte, schnüffeln konnte, musste sich diese Taktik für den Schakal lohnen. Denn als der Honigdachs quer über die Straße zum Wasserloch lief, dort kurz seinen Durst stillte und dann über den nächsten Dünenkamm davonschlenderte, trabte ihm der Schakal wieder brav hinterher.
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200631. Jan. 2016 ·
Nun hatten wir bereits den ganzen Vormittag für diesen Abstecher benötigt – viel länger als geplant. So fuhren wir schnell nach Twee Rivieren, tankten und reisten offiziell aus Botswana aus. Dann machten wir uns auf den Weg nach Mata Mata.
Mahaliweber
Weißrücken-Mausvogel
Zu Beginn des Auob-Tals sahen wir nur einige Antilopen. Bei Auchterlonie machten wir wieder Pause und aßen Müsli oder Schwarzbrot mit Leberwurst.
Wir wanderten ein wenig umher, um uns nach der langen Sitzerei etwas die Beine zu vertreten.
Rotschwanzschmätzer
Rotbackensänger
Ein paar Kilometer weiter liefen drei Geparde auf der Straße genau auf uns zu.
Wir hielten am Rand und ließen die Katzen passieren. Sie verließen den Weg, spazierten gemütlich an unserem Auto vorbei und kehrten dann auf die Straße zurück.
Wir wendeten und fuhren in einigem Abstand hinter ihnen her. Für uns ging es nun wieder in die falsche Richtung, denn wir wollten ja eigentlich nach Mata Mata. Die drei Geparde hatten es nicht eilig. Sie setzten sich mitten auf die Pad und legten sich dort nieder.
Nach und nach sammelten sich immer mehr Fahrzeuge hinter uns, darunter auch ein Padskrapper.
Keiner konnte oder wollte an den Katzen vorbeifahren. Wir fotografierten und freuten uns über die schönen Tiere. Eines hatte ein verletztes Auge.
Die Geparde hatten in der Nähe einer Springbockherde angehalten. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir sicherlich dort geblieben. Irgendwann fuhr der erste Wagen vorsichtig an den Tieren vorbei. Schließlich mussten auch wir aufbrechen, um noch rechtzeitig in Mata Mata einzutreffen und uns nicht hetzen zu müssen. Wir überholten zwei dahinschleichende Autos und wurden prompt von einem Ranger-Fahrzeug angehalten. Der Fahrer wies uns auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h hin. Dies war uns durchaus bewusst, und wir hatten auch sehr genau darauf geachtet, nicht schneller unterwegs zu sein. Wir seien 70 km/h gefahren und wurden wie zwei ungehorsame Schulkinder zusammengepfiffen. Obwohl wir mittels unserer GPS-Aufzeichnung kontrolliert hatten, wollte der Ranger das nicht hören bzw. gelten lassen. Unser GPS könnte ja manipuliert sein. Auf die Frage, was wir dadurch für einen Nutzen hätten, reagierte er äußerst verärgert und meinte, wir sollten nicht auch noch widersprechen. Wir fühlten uns ungerecht behandelt, aber weiterer Einspruch unsererseits fand kein Gehör. Da es jedoch kein Bußgeld oder ähnliches gab, beendeten wir die Diskussion und ärgerten uns noch ein bisschen für uns alleine. Etwas später flitzte eine Wildkatze über die Straße und verschwand leider rasch über den nächsten Hang.
Auf dem restlichen Weg sahen wir noch jede Menge Giraffen, darunter auch einige Jungtiere.
Bei Mata Mata suchten wir uns einen Stellplatz etwas abseits und gingen in nagelneu renovierten Ablutions duschen. Danach machten wir die restlichen Nudeln mit Soße heiß. Nach einer Woche im KTP folgt nun die letzte Nacht im Park. Morgen kehren wir nach Namibia zurück.
Hallo, oh was für fantastische Fotos! Leider bin ich erst jetzt auf Euren Bericht gestoßen. Da ist die Abendunterhaltung gesichert! Werde heute Abend komplett anschauen und durchlesen.
Holger
2019 Südafrika Klaserie - Timbavati - Sabi Sands
2018 Brasilien Rio de Janeiro - Foz do Iguacu - Pantanal - südliches Amazonasgebiet
2017 Kanada BC
2016 Sambia & Malawi
2015 Süden Tansanias
Reisebericht: Mit der Cessna durch den wilden Süden Tansanias
2014 Kenia & Norden Tansanias
2013 Uganda/Ruanda
2012 Botswana
auch wenn ich mich wiederhole - aber eure Fotos sind einfach nur GENIAL!!!!!! Die Bilderserie mit dem Dachs ist der Hammer und dann noch das ganze Ferdervieh - einfach nur großes Kino!
Freue mich schon auf die Fortsetzung und bin schon ganz gespannt was ihr noch so aus dem Hut zaubert!
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200605. Feb. 2016 ·
@Holger: Schön, dass du auch dabei bist. Da hattest du ja ziemlich viel nachzulesen.
@Konni: Einen Honigdachs konnten wir noch nie so lange beobachten. Besonders beeindruckt haben uns seine Schnelligkeit beim Graben und die Effektivität.
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200605. Feb. 2016 ·
Tag 27. Mittwoch, 22. Juli 2015 – Regen
Mata Mata, KTP – Bagatelle, Mariental
In der Nacht begann es zu regnen. Und nicht nur das. Später zog ein Gewitter auf, und es blitzte und donnerte wie verrückt. So richtig wohl fühlten wir uns in unserem Dachzelt nicht, und als die Blitze um unser Auto zuckten und der Donner unmittelbar darauf folgte, war an Schlaf eh nicht mehr zu denken. Noch im Dunkeln standen wir auf und liefen durch den Regen zur Toilette. Danach hatte sich das Gewitter schon ein wenig verschoben, und wir krochen bis kurz vor Sonnenaufgang noch einmal ins Zelt. Auch jetzt war der Himmel noch ziemlich dunkel.
Mit der Öffnung des Gates waren wir abfahrbereit, denn wir wollten noch eine Runde durch den Park drehen. So düster hatten wir den KTP noch nie erlebt. Dicke Wolken hingen am Himmel, und der Sonne gelang es nicht sich durchzusetzen.
Immer wieder regnete es, die Greifvögel saßen nass in den Bäumen, und die Springböcke sahen ganz aufgeweicht und struppig aus. Bis kurz hinter Dertiende Boorgat reichte unsere Strecke, dann kehrten wir um.
Auf dem Rückweg zeigte uns ein anderer Fahrer in einiger Entfernung zwei Löwen, die im Gebüsch lagen. Es handelte sich um eine verletzte Löwin und ein fast ausgewachsenes Männchen. Als sich die beiden erhoben und über die Düne davonliefen, sahen wir, dass sie das linke Hinterbein verletzt oder vielleicht sogar gebrochen hatte, da sie es beim Gehen nicht aufsetzte. Nur mühsam kam sie vorwärts, und es dauerte eine ganze Weile, bis die beiden den Dünenkamm erklommen hatten.
Ein weiterer Fahrer wies uns auf zwei Wildkatzen hin, die wir ein paar hundert Meter weiter in einem Baum entdecken könnten. Aber entweder waren seine Beschreibung oder unsere Augen so schlecht, dass uns dies leider nicht gelang. So sehr wir auch vor- und zurückrollten und guckten und guckten, die Katzen konnten wir nicht erblicken. Vielleicht hatten sie sich in der Zwischenzeit auch schon längst aus dem Regen gemacht und sahen uns schadenfroh aus einem ganz anderen Versteck zu, wie wir uns abmühten. Schließlich gaben wir auf und fuhren Richtung Mata Mata weiter. Besonders freuten wir uns über ein kleines Perlkäuzchen, welches von einem Baum neben der Straße auf uns herabblickte.
Etwas später sahen wir zwei Sekretäre. Auch sie waren völlig nassgeregnet, ließen sich aber vom Wetter nicht von ihrer Nahrungssuche abhalten. Ununterbrochen staksten sie auf und ab und schnappten hier und da einen Brocken auf. Erst auf einem Foto konnten wir erkennen, was sie da im hohen Gras auflasen.
Unter einem Baum pickte ein Wiedehopf nach Futter.
Wir sahen ihm eine Weile zu und entdeckten erst etwas später das Federbündel in den Ästen darüber. Eine Gruppe von Schwalbenschwanz-Spinten hatte sich nass und aufgeplustert dicht nebeneinander auf einen Ast gekuschelt. Sie wechselten immer wieder ihre Position, damit jeder auch mal in der Mitte hocken konnte. Bei diesem Wetter gab es wahrscheinlich kaum eine Fliege zu erbeuten, und es blieb ihnen nicht viel anderes übrig, als auf ein wenig Sonnenschein zu warten.
Wir hatten wieder mehr Zeit benötigt als geplant und erreichten Mata Mata erst gegen Mittag. An der Tankstelle bestand zurzeit nicht die Möglichkeit, Luft in die Reifen zu pumpen. So erledigten wir dies mit unserem Kompressor. Dann checkten wir aus und fuhren zur namibischen Grenzstation.
Die Formalitäten waren schnell erledigt. Unser Plan war, zum Farmstall-Cafe zu fahren, das nur einige Kilometer entfernt liegt. Leider hatte dies geschlossen. So aßen wir während der Fahrt Marmeladen- und Nutella-Brötchen.
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200605. Feb. 2016 ·
Auf der C15 ging es nach Nordwesten. Die Schotterstraße war sehr gut zu fahren, und es gab kaum Verkehr. Dennoch zog sich die Strecke bis zur Bagatelle Lodge bei Mariental hin. Immer wieder staunten wir über die aufziehenden Wolken, den Wechsel von Regen und strahlendem Sonnenschein. An einer Stelle sahen wir ein paar Felsenadler und Geier kreisen.
Bei der Lodge erhielten wir den Schlüssel für Campsite Nummer 1 und wurden von einem riesigen Eland begrüßt.
Leider war unser gesamter Stellplatz etwas abschüssig, und so hielten wir abseits des Duschhäuschens auf dem Zufahrtsweg. Mit Hilfe der Unterleghölzer und kleinen geschaufelten Kuhlen gelang es uns dort, das Auto einigermaßen gerade abzustellen.
Fiskalwürger
Unmittelbar hinter unserem Campingplatz lag eine Kalahari-Düne, die wir zum Sonnenuntergang erklommen. Immer noch wechselten sich Wolken und Sonne am Himmel ab, so dass die Landschaft mal im Schatten lag und mal in Helligkeit getaucht wurde.
Einige recht zutrauliche Springböcke begleiteten uns auf unserer kleinen Wanderung durch die Dünen.
Auch der Sonnenuntergang war eindrucksvoll, da noch viele Wolken am Himmel waren.
Wir duschten und liefen zum Abendessen in die Lodge. Dort bekamen wir einen Tisch direkt vor dem großen Kamin, in dem ein herrliches Feuer brannte, und wir fühlten uns direkt sehr wohl. Zuerst entschieden wir uns für die Pilzsuppe, und Ruth als alter Suppenkasper war danach schon so glücklich, dass sie eigentlich gar nichts anderes mehr essen wollte. Anschließend gab es ein Buffet, bestehend aus Süßkartoffelbrei, überbackenem Blumenkohl, Kürbisgemüse, Spinatsalat mit Feta und Tomaten und Couscous-Salat. Dazu gab es gebratenen Fisch, Springbock-Filet und Lamm vom Grill. Alles schmeckte ganz hervorragend, und wir aßen viel mehr als wir eigentlich gewollt hätten. Trotzdem gelang es uns nicht, alles zu probieren. Zum Nachtisch bekamen wir noch ein warmes Schokoladentörtchen mit flüssiger Blaubeer-Füllung. Danach schleppten wir uns die paar hundert Meter zurück zu unserem Auto. Die kühle Luft und der kleine Spaziergang taten nach einem so reichhaltigen Essen wirklich gut. Inzwischen war der Halbmond aufgegangen und zeigte sich von Zeit zu Zeit zwischen den schnell ziehenden Wolken.
Champagner8’798 Beiträge · seit 201005. Feb. 2016 ·
Oh Mann, Ihr Zwei..... was sind das wieder für unbeschreiblich tolle Fotos 😮 🙂 !!
Diese Viererserie (Perlkauz, Sekretär, Wiedehopf, Schwalbenschwanzspinte) macht mich ganz schwindelig (ich wäre ja schon mit einem der Fotos in Bridgequalität überglücklich) 😊! Man könnte meinen, die drängen sich euch auf - aber ich vermute, dass schon ein recht großer Zeitaufwand dahinter steckt, richtig? 🙄
Jetzt bin ich mal gespannt, was Euch in Namibia noch so über den Weg läuft bzw. flattert 😎 !
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200606. Feb. 2016 ·
@Bele:
Man könnte meinen, die drängen sich euch auf - aber ich vermute, dass schon ein recht großer Zeitaufwand dahinter steckt, richtig?
Ich kann dir sagen: ewig lange Castings für die Neulinge, wochenlange Verhandlungen mit den Managern der Profis, reihenweise Absagen. Bis man das Tiersichtungs- und Tiershooting-Programm zusammengestellt hat, vergehen Monate der Vorbereitung. Und dann kommt es auch noch auf den Beleuchter an. 😉
Jetzt bin ich mal gespannt, was Euch in Namibia noch so über den Weg läuft bzw. flattert
Unser Reisebericht-Titel ist chronologisch zu verstehen. Nach den Flüssen im Norden, den Tieren am Chobe und im KTP bewegen wir uns nun von der Kalahari in Richtung Namib. Das Ende der Reise ist ein wenig landschaftslastiger. Aber keine Angst. Das ein oder andere läuft bzw. flattert schon noch. 😉
@Carsten:
Die Bee-Eaters sind Kerstins neues Hintergrundbild
Kerstin scheint eine Vorliebe für Kuschelvögel zu haben. Wenn ich mich richtig erinnere, mochte sie letztes Jahr die sieben Weißscheitelwürger auf dem Ast auch sehr.
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200607. Feb. 2016 ·
Tag 28. Donnerstag, 23. Juli 2015 – Morgens und abends kalt
Bagatelle, Mariental – Büllsport, Naukluft
Der Morgen auf Bagatelle begann kühl. Ruth schlummerte noch ein wenig, während Uwe bereits Kaffee kochte und Müsli aß. Die ersten warmen Sonnenstrahlen taten sehr gut, und so trödelten wir ein wenig herum. Verschiedene Vögel kamen zu Besuch, während wir im roten Kalaharisand beim Frühstück saßen.
Rotschwanzschmätzer
Kalahariheckensänger
Rotstirn-Bartvogel
Kapsperling
Angolagirlitz?
Ein paar Springböcke liefen an unserem Campingplatz vorbei. Erst spät am Vormittag hatten wir alles zusammengepackt, fuhren zur Lodge und bezahlten die Rechnung. Dann nutzten wir das WLAN, um mit den Lieben zu Hause mal wieder Kontakt aufzunehmen. Schließlich fuhren wir los. Nach ca. 40 Kilometern erreichten wir Mariental, wo wir im großen Superspar einkauften. Wir waren vom Sortiment so begeistert, dass wir gerne noch mehr gekauft hätten. Aber wir brauchten nur Lebensmittel für die zwei Tage auf Büllsport. Anschließend tankten wir Diesel und fuhren weiter. Auf der C20 ging es nach Maltahöhe und von dort auf der C14 Richtung Nordwesten.
Fiskalwürger
Wir kamen sehr gut voran und freuten uns über die immer schöner werdende Landschaft und die Ausblicke, die sich vor uns auftaten. Die Umgebung wurde immer hügeliger, und gegen drei Uhr erreichten wir die Farm Büllsport. Ein Angestellter zeigte uns den Weg zur Campsite, indem er mit einem Quadbike vorausfuhr. Er hatte jedoch einen undichten Reifen. Daher halfen wir ihm und pumpten mehrfach Luft auf, damit er wieder ein Stückchen fahren konnte. Die Campsite war sehr schön zwischen Felsen gelegen und bot eine tolle Aussicht. Eigentlich könnte hier eine größere Gruppe wohnen, aber wir waren dort alleine. Es gibt ein Gebäude mit Dusche und Toilette, eine Überdachung zum Sitzen und eine Feuerstelle. Wir brachten den Angestellten wieder zurück zur Hauptstraße und pumpten ein letztes Mal Luft in seinen Reifen.
Dann fuhren wir das kurze Stück zur Campsite zurück. Über uns auf dem Berg sahen wir einen Klippspringer, und in einiger Entfernung turnte eine Horde Paviane über die Felsen. Leider zog bald ein unangenehmer Wind auf, der uns den Aufenthalt auf der ungeschützten Campsite recht ungemütlich machte. Uwe heizte den Donkey an, um später heiß duschen zu können. Das dauerte jedoch ziemlich lange und verbrauchte mehr Holz als erwartet, da der Wind das Feuer zweimal wieder ausblies, obwohl wir große Steine als Schutz vor die offene Luke gestapelt hatten. Wir bereiteten ein wenig für das Abendessen vor und machten ein großes Feuer, um genügend Glut zu haben. Uwe backte Brot, und Ruth machte Salat. Leider kühlte es nach dem Sonnenuntergang weiter ab, und dazu wehte ein mittlerweile eiskalter Wind zwischen den Felsen. Mit jedem Grad fiel auch Ruths Laune zunehmend und war schließlich endgültig im Keller angelangt, nachdem sie sich nach 40 Minuten Wartezeit auf eine heiße Dusche frustriert wieder anziehen musste, als sie feststellte, dass das Wasser immer noch kalt aus der Brause kam. Schmollend verzog sie sich mit einem Buch ins Auto und kam erst wieder heraus, als das Wasser nach weiteren 20 Minuten endlich warm war. Auch nach der Dusche weigerte sie sich allerdings standhaft, sich in den Orkan zu setzen. Der Qualm unseres Feuers kreiselte in alle Richtungen, und Wärme konnte man auch nicht richtig spüren. Kurzentschlossen schleppte sie also den Campingtisch mit sämtlichem Geschirr ins Häuschen und entschied, den Abend windgeschützt in der Dusche zu verbringen. Wer fährt schon nach Namibia, um den grandiosen Sternenhimmel zu bestaunen, wenn er sich alternativ die Duscharmaturen angucken kann?
Uwe grillte zwei Rindersteaks. Dazu gab es Folienkartoffeln mit Sour Creme und Salat. Anschließend spülten wir mit dem restlichen heißen Wasser aus der Dusche. Während sich Ruth danach schnell in den warmen Schlafsack verkroch, bewachte Uwe das Brot. Er entschied sich allerdings doch dafür, die Aussicht auf das Waschbecken gegen die auf den Mond und die Milchstraße einzutauschen.