Mit dem Fahrrad von CPT nach WDH

81 Antworten · 16,4k Aufrufe · gestartet 05. Mai 2015 von Equilibre
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215 Beiträge · seit 201218. Mai 2015 ·
Hallo Equilibre,

bin vollauf begeistert bei deinem Bericht dabei 🤩 ! Diese Anstrengung (teilweise über 100 km pro Tag) und das alles alleine zu schaffen, das muss dir mal jemand nachmachen. Warte gespannt auf deinen weiteren Reisebericht.

Irene aus München.
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280227-namibia-fuer-anfaenger-teil-ii-der-norden 2013 Namibia für Anfänger Teil II - der Norden 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/270318-namibia-fuer-anfaenger.html 2012 Namibia für Anfänger 2012
Themenstarter71 Beiträge · seit 200919. Mai 2015 ·
Im Nachhinhein sehe ich die Reise gar nicht als so außergewöhnlich oder abenteuerlich. Die größte Schwierigkeit ist denke ich das Losfahren an sich. Man weiß nicht was auf einen zukommt, wird etwas passieren oder nicht? Wie kommt man mit dem Klima und der täglichen Anstrengung klar, vor allem mit der Einsamkeit und im Notfall nur auf sich alleing gestellt zu sein.
Auf dem weiteren Weg von Vredendal geschah mal wieder etwas tolles und total unerwartetes. Ein Auto hielt an und ein Mann kam auf mich zu. Erst hatte ich etwas zwiespältige Gedanken, was der wohl von mir wollte, vor allem war kein anderes Auto war in Sicht.
Allerdings zeigte sich die Westküste des Landes mal wieder als äußerst positiv, denn der Mann ist der Besitzer einer Unterkunft die auf meinem Weg nach Namibia liegt. Er meinte er freut sich immer über Radreisende und seine Unterkunft ist schon fast berühmt unter Radreisenden. Er gibt jedem den er sieht bescheid, dass man herzlich wilkommen bei ihm ist. Seine Frau und er fahren auch leidenschaftlich Mountainbike und sind große Namibiafans. Na gut dachte ich, das klingt doch super!
Also verkürzte ich die Etappe an diesem Tag und bog bereits in Nuwerus ab um auf der Hardeveld Lodge mein Lager aufzubauen.
Kobus der Besitzer erwartete mich schon und zeigte mir stolz Fotos von vielen Radreisenden, die bereits bei ihm Unterschlupf gefunden hatten.
Für 80 Rand ist der Zeltplatz auch mehr als studentenfreundlich und da man auch den Pool und ein Lese- und Wohnzimmer benutzen kann war das ein Volltreffer. Die sehr sauberen Sanitäranlagen hatte ich wie gewohnt für mich alleine und genoss es sehr mal wieder ordentlich zu duschen.


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Gute Erholung war auch wichtig, denn der nächste Tag sollte mehr als anstrengend werden.
Kobus hatte mir sehr genaue und zuverlässige Informationen über den weiteren Streckenverlauf bis zur Grenze gegeben. Alles stimmte haargenau.
Die ersten 80km gingen locker von der Hand und ich traf um 10 Uhr meine ersten Mitstreiter (auch die einzigen der ganzen Reise).

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Nach einem kurzen Austausch über die weitere Strecke verabschiedeten wir uns aber auch schon nach kurzer Zeit wieder. Die beiden starteten gerade los und ich war froh schon fast am Ziel zu sein.

Eigentlich wollte ich in Garies einkaufen gehen und Wasser auffüllen. Doch vor dem Supermarkt waren wirklich sehr viele Menschen, die scheinbar nichts besseres zu tun hatten als mich zu beobachten und vor allem mein Fahrrad unter eine genaue Analyse zu nehmen.
Ich fühlte mich mehr als unwohl das Fahrrad mit all meinem Hab und Gut vor dem Markt stehen zu lassen, schnell wäre es möglicherweise auf einem der herumstehenden Pick ups gelandet und weg, so schnell könnte ich gar nicht wieder aus dem Supermarkt heraus sprinten.
Vielleicht waren die Leute aber auch nur neugierig und wollten mir überhaupt nichts böses!
Ich hatte ein komisches Bauchgefühl und entschied mich nach einer kurzen Rast und einer schnellen Banane weiterzufahren und auf dem Weg das Wasser aufzufüllen.
Diese Entscheidung bereute ich nach kurzer Zeit zutiefst. Denn es ging genau nach den Angaben von Kobus erstmal einen langen und steilen Pass hoch, dann nur noch bergauf und bergab bis Kamieskroon.

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Nach einer Stunde war der letzte Wassertropfen in meiner Kehle verschwunden, reichte aber bei langem nicht aus um mich ausreichend zu hydrieren.
Rauf, runter, rauf runter in der sengenden Hitze, ich schwitze und schwitze.
Ich entschied mich eine kurze Pause einzulegen doch auch diese Entscheidung war die falsche an diesem Tag.

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Denn auf dem Parkplatz waren schon wieder diese Teufelsdornen mit ihrem 4 Stacheln die sich wie selbstverständlich in meinen Mantel bohrten.

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Da kommt eins zum anderen und ich war nach dem Mantelwechsel wirklich demotiviert und kaputt.
Aber ich musste weiter um Wasser zu finden!
Im Nachhinhein hätte ich einfach ein Auto anhalten sollen um nach Wasser zu fragen. Allerdings preschten die meistens so schnell und kanpp an mir vorbei dass ich sehr wenig Hoffnung hatte und es daher gleich gelassen habe.

Die letzen 50 km bis Kamieskroon waren wie im Delirium. Alle gefühlten 100m musste ich anhalten um wieder kurzfristig Kräfte zu sammeln. Mein Po schmerzte und ich musste oft laut schreien wenn ich mich wieder in den Sattel setzte. In meinem Kopf wechselten die Gedanken nur zwischen "Ich kann nicht mehr" und "Doch du musst". Erstaunlich wie man sich mit nur 2 Gedanken stundenlang beschäftigen kann. (Viele fragten mich was man denn so den ganzen Tag denken würde).

Als ich in Kamieskroon ankam hatte der ortsansässige Supermarkt nur noch 10 Minuten offen und ich fuhr also dorthin so schnell meine Beine noch funktionierten. (Der Kopf gibt weitaus früher auf als die Muskeln, die Beine pedallierten einfach stetig weiter, obwohl das Gehirn schon sagt, "Nee es reicht, ich mag nicht mehr". Eine interessante Erkenntnis!)

Als ich dann fast (gefühlt) tod auf die Wiese am Campingplatz fiel und mir den süßen Einfachzucker einer echt eklig süß schmeckenden Limonade einflösste fiel mir auf dass die Haltbarkeitsdaten meiner gerade frisch eingekauften Lebensmittel teilweise bereits abgelaufen waren.
Der Laden hatte aber bereits geschlossen. Als ich den Frischkäse öffnete war dieser bereits am Rand verschimmelt. Was für ein Tag!
Normalerweise achte ich sehr auf meinen Körper und was ich ihm einflöße aber in diesem Moment schaffte ich die Gedanken zum Schimmel erstaunlich schnell beiseite und schaufelte mir einfach die andere, gute Hälfte des Frischkäses auf das Weißbrot.
Direkt neben meinem Schlafplatz auf dem Gras (ich war einfach zu fertig um mein Zelt aufzubauen, geschweigedenn die Luftmatratze aufzublasen) entdeckte ich eine Mauer mit einem kleinen Nachbarn.

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Der Sternenhimmel war fantastisch und ich konnte meine letzten Kräfte aktivieren und nochmal die Kamera aus dem Rucksack fischen und drückte einfach schnell auf den Auslöser. Leider sind die Fotos natürlich verwackelt und nicht ganz scharf, aber in dieser Situation für mich einfach einzigartig. Ich schlief trotz der körperlichen und psychischen Müdigkeit sehr schlecht, vermutlich das restliche Adrenalin das sich nur langsam abbaute, oder was auch immer.

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zuletzt bearbeitet 19. Mai 2015
1’409 Beiträge · seit 201019. Mai 2015 ·
Hallo Equilibre,

als eingefleischter Couch-Potatoe, welcher immer wieder zum radeln getrieben werden muss: RESPEKT!
Macht sogar mir Lust, mal wieder aufs Rad zu steigen.....freue mich auf die Fortsetzung.

LG
Fleur
https://www.TickerFactory.com/ Bots Zim 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283181-auf-tuchfuehlung-mit-zimbabwe-die-zim-light-tour.html KTP 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/278551-ktp-ja-wo-sind-denn-alle-hin.html CKGR/KTP 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/236736-schee-waras-ckgr-a-ktp-april-2012.html Nam/Bots 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/195675-wie-alles-begannnambot-april-2011.html
1’920 Beiträge · seit 200819. Mai 2015 ·
Equilibre schrieb:

Nach einer Stunde war der letzte Wassertropfen in meiner Kehle verschwunden, reichte aber bei langem nicht aus um mich ausreichend zu hydrieren.
Rauf, runter, rauf runter in der sengenden Hitze, ich schwitze und schwitze.
Ich entschied mich eine kurze Pause einzulegen doch auch diese Entscheidung war die falsche an diesem Tag.

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Denn auf dem Parkplatz waren schon wieder diese Teufelsdornen mit ihrem 4 Stacheln die sich wie selbstverständlich in meinen Mantel bohrten.

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Da kommt eins zum anderen und ich war nach dem Mantelwechsel wirklich demotiviert und kaputt.
Aber ich musste weiter um Wasser zu finden!
Im Nachhinhein hätte ich einfach ein Auto anhalten sollen um nach Wasser zu fragen. Allerdings preschten die meistens so schnell und kanpp an mir vorbei dass ich sehr wenig Hoffnung hatte und es daher gleich gelassen habe.

Die letzen 50 km bis Kamieskroon waren wie im Delirium. Alle gefühlten 100m musste ich anhalten um wieder kurzfristig Kräfte zu sammeln. Mein Po schmerzte und ich musste oft laut schreien wenn ich mich wieder in den Sattel setzte. In meinem Kopf wechselten die Gedanken nur zwischen "Ich kann nicht mehr" und "Doch du musst". Erstaunlich wie man sich mit nur 2 Gedanken stundenlang beschäftigen kann. (Viele fragten mich was man denn so den ganzen Tag denken würde).






Das Leben schreibt die besten Geschichten.
Ich kann nur allzu gut mitfühlen wie es einem in solch einer Situation ergeht. 😣

Klasse BERICHT, weiter so, ich mag Reisen wie diese 😉
zuletzt bearbeitet 19. Mai 2015
7’330 Beiträge · seit 200619. Mai 2015 ·
Equilibre schrieb:
Denn auf dem Parkplatz waren schon wieder diese Teufelsdornen mit ihrem 4 Stacheln die sich wie selbstverständlich in meinen Mantel bohrten.
... wenn das die Dinger sind, die ich vermute, kenne ich die unter dem Begriff "Morgensterne". 😉
Blöde Dinger, die man auch nur schlecht anfassen und rausziehen kann, wenn sie noch nicht komplett durch den Mantel sind.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
4’132 Beiträge · seit 200821. Mai 2015 ·
Hallo, Equilibre,

eine sehr spannende Reise und sehr nett beschrieben. Danke!
Wir lesen gern mit, auch wenn uns diese Reiseform persönlich nicht liegt, zollt sie uns doch immer enormen Respekt ab!


Eines möchten wir dir aber noch mit auf den Weg geben:
Zweimal haben wir Fahrradfahrer/Fußgänger in der Sahara vor dem Tod durch Verdursten gerettet, - das ist jetzt kein Spruch. Den einen trafen wir später in Nairobi wieder, er hatte einen Schaden davongetragen, konnte nicht mehr sauber sprechen und war ein wenig "hinüber". Seine Reiseerzählungen waren nur noch zusammenhanglos und eine Aneinanderreihung ähnlich dramatischer Erfahrungen.
Später besuchte er uns in Deutschland: Studium aufgegeben, nicht mehr in der Lage dazu, - sein hoffnungsvolles junges Leben war quasi im Sande verlaufen...

Diese traurige Story soll dich nicht hindern (und wir wollen um Himmels Willen KEINEN Vergleich anstellen!), - aber vielleicht kann sie dich etwas "anschubsen", beim Reisen sehr gut auf dich aufzupassen!
Toi, toi, toi.


Grüße von den lilytrotters
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 21. Mai 2015
7’330 Beiträge · seit 200621. Mai 2015 ·
lilytrotter schrieb:Zweimal haben wir Fahrradfahrer/Fußgänger in der Sahara vor dem Tod durch Verdursten gerettet, - das ist jetzt kein Spruch. Den einen trafen wir später in Nairobi wieder, er hatte einen Schaden davongetragen, konnte nicht mehr sauber sprechen und war ein wenig "hinüber". Seine Reiseerzählungen waren nur noch zusammenhanglos und eine Aneinanderreihung ähnlich dramatischer Erfahrungen.
... das klingt nach einer ziemlich naiv angegangenen Reise oder sehr viel unglücklichen Umständen.
Und beim Wasserverbrauch während des Radfahrens in trockener Hitze kann man sich prima verschätzen. Ich habe bei meiner Radtour durch die sommerliche Namib in drei Tagen über 40 Liter getrunken, also pro Tag ungefähr 20% meines Körpergewichts. Damit war der Körper schon nicht mehr nennenswert in der Lage, Urin zu produzieren, also ein Zeichen, dass ich besser noch mehr getrunken hätte.
Wenn man nur 10% seines Gewichts an Wasser verliert, kommt es bereits zu den erwähnten Sprachstörungen und zu unsicherem Gang. Bei 15 oder 20% Verlust kann der Körper wohl auf natürlichem Weg kein Wasser mehr aufnehmen. Dann geht es wohl nur noch mit anfänglichen Infusionen.
Das bedeutet, dass man in großer Hitze durchaus innerhalb eines Tages verdursten könnte.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter71 Beiträge · seit 200921. Mai 2015 ·
Ja unerwartete Zwischenfälle wie einen Radschaden oder auch nur einen kraftraubenden Reifenwechsel sollte man immer mit einplanen. Nach diesem Tage habe ich immer Wasser für 2 Tage mitgeführt, sodass ich im Notfall auch irgendwo übernachten hätte können.

Als Alleinreisender sollte man meines Erachtens auch nicht allzu große Risiken eingehen. Z.B zu weit von den befahrenen Straßen fahren. Wie erwähnt hätte ich sicherlich Autos anhalten können und nach Wasser fragen, doch ich schätzte meine körperliche Verfassung zum Glück richtig ein, sodass ich noch Kraftreserven hatte.
Nichts desto trotz, vielleicht kann ich damit ja einen wichtigen Hinweis für die Planung von zukünftigen Reiseradlern geben. 😉
Übrigens was mir sehr gut tat, war etwas Minze oder Ingwer in die Wasserflasche zu füllen. Damit schmeckt das Wasser nicht so fad und hinterlässt ein frisches Gefühl im Mund.
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7’330 Beiträge · seit 200622. Mai 2015 ·
Equilibre schrieb:Als Alleinreisender sollte man meines Erachtens auch nicht allzu große Risiken eingehen. Z.B zu weit von den befahrenen Straßen fahren.
... das Problem dabei ist ja, dass man nur mit den Risiken kalkulieren kann, an die man denkt. Dass meine Wasservorräte auf meiner ersten Tour durch Namibia nicht reichen würden, habe ich am ersten Tag auf einer Testetappe gemerkt und bin umgekehrt und habe die Route geändert.
Dass mich irgendwo in der Pampa von einem Farmgelände gleich sieben Wachhunde attackieren, Bullen frei in Rinderherde rumlaufen und mich angreifen oder ich in später Dämmerung bis auf 4-5 Meter auf ein Flusspferd zulaufen könnte, waren Dinge, die ich einfach nicht bedacht hatte.
Aber lieber fahre ich auf einsamen Straßen und Pisten. Für die größte Gefahr für Radler halte ich immer noch den Autoverkehr.
Wie erwähnt hätte ich sicherlich Autos anhalten können und nach Wasser fragen, doch
... das vermeide ich tunlichst auch. Wenn schon Radtour, dann eigenständig. So viel Anstand gehört sich meiner Meinung nach. Die Autotouristen kalkulieren ja auch nur ihren Verbrauch und nicht, unterwegs noch Andere zu versorgen.
Übrigens was mir sehr gut tat, war etwas Minze oder Ingwer in die Wasserflasche zu füllen. Damit schmeckt das Wasser nicht so fad und hinterlässt ein frisches Gefühl im Mund.
... prima Tipp.
Das mit dem Ingwer behalte ich mal im Kopf.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter71 Beiträge · seit 200924. Mai 2015 ·
Hop Hop ab über die Grenze!
Einer der schönsten Platze die ich in der ganzen Tockenheit erlebte war der Orange River! Eines Tages möchte ich den Fluss gerne mit dem Kajak erkunden.
Doch bis zum Oranje waren es noch ein paar Km zu padalieren. Das ganze erwies sich aber als mehr als entspannt, denn bis zur Grenze ging es ab Steinkopf nur noch bergab! Ich glaube es waren fast 70km die ich runter rollte.

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Die Zeit am Oranje hätte ich im Nachhinein gerne verlängert und dazu ein paar Nächte im Richtersfeld Nationalpark verbracht. Aber wer sagt dass man dort nicht noch einmal zurückkommen wird 😄

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Beeindruckend war dass nur wenige hunterd Meter hinter den Felsen wieder Dürre herrschte. Umso bewundernswerter befindet sich in Aussenkehr die größte Weintraubenfarm Namibias. In Aussenkehr gibt es nur einen kleinen Spar zum Einkaufen, sonst weiß ich ehrlich gesagt nicht wie die Einwohner, logischerweise meist Farmarbeiter es aushalten in der ariden Umgebung und großen Hitze in den Blechhütten überleben. Das Baukontrukt muss ja die ganze Wärme nochmal nach innen abgeben.

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Auf dem Weg nach Aussenkehr: Steinwüste

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Wunderbar grün hier am Oranje, da fühlt sich Bike und Biker wohl.


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Ein Sprung in den Oranje kühlt zu dem auch besser ab als die heiße Dusche, denn auch nach 5 Minuten kommt nur heißes Wasser aus der Leitung

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zuletzt bearbeitet 24. Mai 2015
547 Beiträge · seit 201424. Mai 2015 ·
Klasse Bericht!
Ich bewundere deine Ausdauer und deinen Mut! Den Oranje müssen wir unbedingt auch in unsere nächste Reise mit einbauen 😉
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
41 Beiträge · seit 201326. Mai 2015 ·
Hallo Equilibre,

seit dem Wochenende sind wir auch begeisterte Mitreisende.
Wir sind aber auch froh, daß du für uns das Radeln übernimmst...

Weiter so, toller Bericht

Vielen Grüße

Katja und Christian
Themenstarter71 Beiträge · seit 200927. Mai 2015 ·
Hallo liebe Mitleser,
das freut mich ja dass ihr mich begleitet, hoffentlich kann ich Euch ein bischen aus dem Alltag mit nach Namibia nehmen.
Ja endlich in Namibia, endlich weniger Verkehr und mehr Freiheit. Kein Weidezaun mehr direkt neben der Straße was auch die Suche nach einem Plätzchen für die Nacht wesentlich erleichtert.
Schatten gibts dafür noch genauso wenig wie in SA.
Manchmal hat man Glück und kann sich unter der Straße ein wenig im Schatten ausruhen.

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Wunderschön, direkt neben der Straße entdecke ich auch den ersten Oryx, das ist immer was besonderes!
Am Ende der Reise habe ich dann schon einige gesehen und die Aufregung ist nicht mehr so groß.
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Der kleine Hund war schlau wie ein Fuchs. Als ich kurz auf Toilette war, hatte er in meinem (offen gelassenem) Rucksack das Biltong gefunden und nur die Plastik Verpackung übriggelassen. Naja mein Fehler! Aber etwas enttäuscht war ich trotzdem, so gabs nämlich nur langweilige Instantnudelsuppe zum Abendessen.

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zuletzt bearbeitet 27. Mai 2015
Themenstarter71 Beiträge · seit 200902. Juni 2015 ·
Guten Morgen!

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Next stop Kolmanskop.
Na klar! Dieses touristische Highlight konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Auch wenn dies bedeutet 120km gesandstrahlt und gegrillt zu werden.

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Dennoch der Tagestrip hat sich gelohnt, denn die Geisterstadt in Kolmanskop ist wirklich beeindruckend. Und entgegen meiner Meinung, dass die Bewohner wegen des stänig wehenden Sandes umgezogen sind, habe ich gelernt dass wegen den besseren Verhältnissen zum Diamentenminen u. a. nach Oranjemund verlagert wurde.
Na gut, zwar sind die Motive schon viel gezeigt und gesehen worden, dennoch möchte ich gerne ein paar Fotos zeigen. Persönlich fand ich das harte Licht am Nachmittag auch passend und war so gar nicht traurig kein sanftes Morgen- oder Abendlicht vor Ort gehabt zu haben.

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zuletzt bearbeitet 02. Juni 2015
Themenstarter71 Beiträge · seit 200909. Juni 2015 ·
What to do in Lüderitz?

Da ich ganz froh war, nach einigen Tagen im Sattel, mal ein paar Nächte an einem Ort zu bleiben, unternahm ich nur einen kleinen Tagestrip zum Diaz Point.

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Über eine ziemlich ungemühtliche Waschbrett-Sandpiste geht es 14 km durch die Trockenheit.
Man kommt an der verlassenen Speed-Kiteboard Anlage vorbei, an dem sich einmal im Jahr die besten und schnellsten Windsurfer und Kiteboarder der Welt treffen. Doch außerhalb der sogenannten Speedweek findet man nicht viele Wassersportler vor Ort. Der Speedchannel ist auch gar nicht wirklich befahrbar und direkt neben einem Naturschutzgebiet.

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Im Bereich Große Bucht fand ich aber einen einsamen Kiteboarder und machte während meiner Pause auch ein paar Fotos.

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Direkt am Diaz Point kann man zudem nach Langusten tauchen, bzw man muss sich während der Ebbe nur ein bischen bücken und unter Wasser mit den Füßen nach potentiellen Löchern und Höhlen tasten. Soviel zur Theorie.
Die Lizenz gilt für bis zu 7 Langusten am Tag und ist für n Appel und n Ei im Fischery-Department in Lüderitz zu bekommen.

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Na gut ich muss zugeben, schon nach kurzer Zeit wurde mir ohne Neopren viel zu kalt und ich bekam ein paar Almosen von den einheimischen und erfahrenen Mitstreitern ab :-D
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2015
Themenstarter71 Beiträge · seit 200912. Juni 2015 ·
Zurück in Aus verbrachte ich dort eine weitere Nacht und machte mich dann auf den Weg zum nächsten großen Ziel: Sossusvlei!
Da die nächste größere Stadt in meiner Karte Goageb war und es zudem bis dort noch geteert war entschied ich mich dort übernachten zu wollen und meine Lebensmittelrationen aufzufüllen.
Glücklicherweise nahm ich seit einiger Zeit immer Wasser für 2 Tage mit, denn als ich in Goageb einchecken wollte, war meine Sommerlaune etwas verflogen. Verrückterweise träumte ich den ganzen Tag von einer eiskalten Cola, das werde ich nie vergessen!

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Willkommen in Goageb, bitte suchen sie sich ein Zimmer aus, wir verfügen übrigens auch über Freilufttoiletten!

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Die Moral von der Geschicht:
Benutze alte Karten nicht!
zuletzt bearbeitet 12. Juni 2015
1’920 Beiträge · seit 200812. Juni 2015 ·
Hallo

Wieviel Liter Wasser hattest du immer an Bord ?

Die Unterkunft in Goageb , war wohl nicht im tripadvisor gelistet 😊
Themenstarter71 Beiträge · seit 200913. Juni 2015 ·
Hi Bloke,

meist hatte ich zwischen 8 und 10 Litern dabei.

Es hat sich bewährt die 2 Liter Flaschen längs zur Fahrtrichtung zu packen, da das Wasser sonst extrem schaukelt wenn die Flaschen nicht mehr ganz voll sind.
1’920 Beiträge · seit 200813. Juni 2015 ·
Equilibre schrieb:Hi Bloke,

meist hatte ich zwischen 8 und 10 Litern dabei.

Es hat sich bewährt die 2 Liter Flaschen längs zur Fahrtrichtung zu packen, da das Wasser sonst extrem schaukelt wenn die Flaschen nicht mehr ganz voll sind.
Danke
das mit der Fahrtrichtung macht Sinn, an sowas hatte ich noch gar nicht gedacht 😣
935 Beiträge · seit 200613. Juni 2015 ·
Alle Achtung, Equilibre!

Und das nicht nur für die Tour sondern auch für deine Motivation auch nach den körperlich sicherlich äußerst anstrengenden Touren auch noch auf den Auflöser zu drücken.
Der Frust in Goageb, nichts mehr vorzufinden außer einem "Lost Place" und den dann auch noch so toll abzulichten anstatt eine ordentliche Portion Proviant vorzufinden, bewundere ich sehr.
Die Tagestemperaturen deiner Reisezeit haben sicherlich den Flüssigkeitsbedarf auch noch erhöht. Du kannst froh sein, das Richtersveld auf einen späteren Besuch verschoben zu haben. Dort hatten wir ohne große körperliche Anstrengung einen Tagesbedarf von 5 Litern pro Person bei 40°-45°C.

Ich freu mich auf die Fortsetzung deines spannenden Berichtes.

Viele Grüße
Rebecca