Ein bisschen Hummeldumm und viel Hufgetrappel

Reisebericht 51 Antworten · 24,9k Aufrufe · gestartet 21. Sept. 2013 von ontrail
Themenstarter74 Beiträge · seit 201324. Okt. 2013 ·
8.9. Trail

Heute morgen ist etwas anders als sonst: Es ist alles feucht. Die Zeltwand, meine Tasche die davor steht, die Reithose, die draußen hängt. Es ist das erste und einzige Mal, das ich hier in Namibia sozusagen Morgentau erlebe. Ansonsten hatten wir beim Trail übrigens milde Nächte. Kein Vergleich zu den frostigen Nächten, die ich vor einer Woche in der Wüste erlebt habe. Aber es soll auf den Trails auch schon Glühwein gegeben haben… Bea auf der Lorry hat die Feuchtigkeit natürlich voll erwischt, leider auch ihr Buch, ihren Schlafsack etc. Nach dem Frühstück machen wir die Pferde fertig, inklusive Futter und Putzen von Miriam, da Junias beim Camp-Abbau hilft.

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Nach dem Satteln laufen wir zur Wasserstelle. Silverado hat irgendwie Probleme mit der Stein-Einfassung und legt sich fast hin. Dann sitzen wir auf und reiten über die „Straße“ weg aus dem Erongo. Diese „Pads“ genannten Straßen sind mal sandig, mal felsig, mal Schotter. Irgendwann geht es wieder viel durch Busch und Dornen. Mein Jeanshemd bleibt hängen, diesmal reiße ich mir ein Riesen-Loch. Egal, es ist sowieso so dreckig, dass ich nicht daran glaube, es jemals wieder anziehen zu können. Irgendwann erreichen wir hohe Bäume, die fast dschungelartig wirken. Wir reiten hindurch und stellen fest, dass wir wieder am Omaruru-Flussbett sind, gegenüber der Stelle, wo wir am zweiten Tag gecampt haben. Wir sitzen ab, binden die Pferde an die tiefhängenden Äste. Es gibt Lunch aus der Packtasche, Würste, Cracker, Apfel. Es ist stickig heiß, und wir legen uns alle hin. Ich erst am Baumstamm, doch dort raschelt es überall. Schlangen? Eidechsen? So lege ich mich zu den anderen am sandigen „Ufer“. Junias hat sich ein Kopfstütze aus seiner Wasserflasche gebaut, die Boots stehen daneben, der Cowboyhut ins Gesicht gezogen. So liegt er reglos zwei Stunden da, während wir, typisch Frauen, dann doch irgendwann rumgackern und reden. Tinas Spruch „ich könnte auch in Malle am Strand liegen“ hat etwa immer mal für Heiterkeit gesorgt. Ja, könnten wir, samt Cocktail, statt durch Staub und Dornen zu reiten und mit pisswarmen Wasser, durch ein süßes Mineralpulver grellorange gefärbt gegen den Durst kämpfen. Doch keiner will wirklich tauschen. Zu intensiv ist das Erlebnis hier. Eine Woche malle am Strand mag entspannend sein, in Erinnerung bleibt aber hier von mehr.


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Nachdem Junias erwacht ist laufen wir durch den trockenen Fluss und die sengende Sonne auf die andere Seite, wo das Camp war. Dort wieder die Uferböschung hoch und zu dem kleinen Hof, wo vor zwei Tagen die Pferde standen. Wir dürfen sie dort wieder trinken lassen, und unsere Flaschen füllen wir an einem Wasserhahn im Hof auf. Bea macht sich kurz Gedanken wegen der Wasserqualität. Mir ist es egal, meine Micropur-Tabletten sind im koffer. Und nein, es gab keinen Durchfall… ich kann auch nicht widerstehen und halte kurz meinen Nacken unter das Wasser, Bea befeuchtet ihr Kopftuch. Aber verschwenden wollen wir es auch nicht – das Wasser kostbar ist und etwas wundervolles, wird einem hier wirklich bewusst. Eine Gestalt ist im Inneren der Hütte auf einem Bett zu sehen, der Mann kommt aber nicht raus. Junias spricht kurz mit ihm, ich rufe auf Englisch ein „Danke für das Wasser“ rein.
Dann sitzen wir wieder auf. Über eine Schotter-Pad geht es weiter. Wir wechseln auch mal die Reihenfolge, jeder geht mal vorn. Das hat sich einfach so ergeben, und Junias hatte nichts dagegen. Plötzlich sehen wir wieder ein Windrad vor uns. Wir sind an dem Posten, wo wir am Beginn des Trails Mittagspause gemacht haben und es Kürbissuppe gab. Heute übernachten wir hier. Die Zelte stehen ein Stück weg vom großen Baum in einem Flussbett. Heike kommt uns entgegen und gibt jedem eine Flasche kalten Farmdudler aufs Pferd. Herrlich! Trinkenderweise reiten wir noch bis zur Tränke. Machen Pferde fertig, dann zum Camp. Ich wasche mich mit Waschlappen hinter der Lorry. Dann gibt es Rosinenstollen. Später klettern wir alle hoch auf die Lorry, genießen dort unseren „Sundowner“, die Sonne versinkt hinter dem Busch. Heute essen wir noch im Hellen: Folienkartoffeln aus der Asche, dazu Oryx-Curry-Gulasch mit Mais, Möhren-Ananas-Salat. Stelle heute erst fest, dass der Mond bzw die Halbmondsichel hier falschrum am Himmel hängt. Klar, Südhalbkugel!

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9.9. Trail, Rückkehr zur Farm

Im Sonnenaufgang sitzen wir ums Lagerfeuer rum und frühstücken. Je höher die Sonne steigt, desto mehr Kleidungsstücke fallen. Die Fleecejacke wandert in die Tasche. Johannes trägt sie zur Lorry – auf afrikanische Weise auf dem Kopf. Um 9.30 Uhr zu den Pferden. Die haben sich wohl nachts etwas gekloppt, Mr. Dean hat eine Bisswunde am Bauch. Wir reiten eine Weile durch den Busch, dann auf einer schmalen Pad an einem Zaun entlang. An einem Tor im Zaun steht die Lorry mit Heike und Johannes. Sie warten auf uns, weil Junias Schlüssel hat. Sie fahren raus, auf eine breite Schotterstraße. Wie sich rausstellt, reiten auch wir an dieser Straße lang. Ziemlich lang sogar. Und wir galoppieren auch mal. Da in Namibia der Verkehr aber äußerst dürftig ist, begegnen uns in der ganzen Zeit nur 2 Autos. Die aber auch nicht abbremsen und in eine Staubwolke hüllen. Auf der anderen Straßenseite ist auch ein Zaun – dahinter liegt das Land „unserer“ Farm. Irgendwann geht es von Straße runter und durch eine kleine Pforte durch den Zaun auf das Land.


Wir reiten durch Busch. Junias entdeckt plötzlich ein paar Rinder samt imposantem Bullen, die wohl nicht hier her gehören, sondern auf ein anderes Weidegebiet. Er fängt an sie zu umrunden und gibt uns zu verstehen, dass wir sie „mitnehmen“ sollen. Wohin auch immer, aber so werden wir noch zu echten Cowgirls. Junias deckt die Seite ab, wir treiben von hinten. Es macht Spaß, und ich überlege schon, ob so ein Kuh-Hüte-Kurs nicht mal was wäre?!? Es gelingt uns, sie bis zur Tränke zu treiben.


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Pferde auf die eine Seite, Kühe auf die andere, der Durchgang wird von Junias und Johannes notdürftig versperrt. Denn neben der Tränke unter einem großen Baum steht die Lorry und unser Tisch. Heike erwartet uns mit dem „Reste-Essen“, welches mehr als reichlich ist. Brot, Tomaten, Gurken, Feta, gekochte Eier, Wurst, Frischkäse, saure Gurken. Dann kommen noch Marina, die Praktikantin, und Kata, die ja auf der Farm Urlaub gemacht hat, angeritten. Großes Hallo…Dann hängen wir eine Weile im Stuhl rum, bis wir uns wieder in die Reithose quälen. Mit Marina und Kata zurück. Im Flussbett galoppieren wir noch mal. Und dann taucht plötzlich die weiße Farm im Busch auf. Wir sind wieder zu Hause! Alina empfängt uns am Putzplatz mit einem köstlichen Cocktail, Immo kommt und macht „Nachher“ Fotos. Wir satteln ab, putzen noch einmal. Alle Pferde werden inspiziert, sollen nach und nach gewaschen werden. Lina erst morgen. Wir gehen ins Gästehaus, ich packe meine Trail-Tasche aus. Auf den Betten liegt ein kleiner Willkommens-Gruß..:-)
Es ist unglaublich, wie dreckig die ganzen Tops sind. Dann gehe ich unter die Dusche, genieße es, endlich wieder Shampoo zu benutzen. Der Schaum wird ganz schön braun. Aber auch wenn ich die warme Dusche genieße, mischt sich doch schon Traurigkeit mit ein, darüber, dass unser Abenteuer vorbei ist. An der Lapa treffe ich die Mädels, wir schauen, wie die Sonne hinter der Farm versinkt. Später gibt es Essen auf der Veranda in großer Runde. Spieße mit Kudu, Speck und Paprika, dazu Knoblauch-Sahne-Kartoffeln. Alina hat einen Feuerkorb neben die Veranda gestellt und holz angezündet, extra für uns, weil wir gesagt haben, dass wir das Lagerfeuer vermissen werden. Um 21.30 gehe ich ins Bett.



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Themenstarter74 Beiträge · seit 201324. Okt. 2013 ·
9. Tag, Farm

Bea steht wieder früh auf, ich bin auch wach, bleibe aber noch liegen, da es erst 8.30 Frühstück auf der Veranda gibt. Eigentlich war dann angesetzt, dass wir noch mal die Trailpferde umtüdeln, waschen etc. Irgendwie wird daraus aber nichts, stattdessen geht es doch reiten. Ich bekomme Friendly, die ich ja schon vom ersten Tag kenne. Wir gehen erst auf Platz und üben etwas, Alina und Immo gucken zu. Dann mit Junias raus, Katha ist auch dabei. Ein kleiner Ausritt, ohne Galopp (na ja, bis auf Friendly Standgalopp beim Antraben). Um 12 zurück an Farm. Will noch Lina duschen, aber sie ist wohl doch nicht mehr in dem Paddock sondern in einem mit Zugang zum Busch und damit zu weit weg. Um 12.45 gibt es Mittagessen in der Lapa. Kürbis-Apfel-Supper, dazu Bruschetta mit Tomaten bzw Pesto. Danach ist Mittagspause. Ich schlafe eine Weile im kühlen Zimmer. Um 15.30 gibt es Kaffee und Kekse auf der Veranda. Danach zu Pfeden. Da Friendly zu hibbelig war (ich fand es nicht schlimm, aber ich soll trotzdem tauschen), bekomme ich nun Doc Holiday, einen etwas größeren Fuchs. Dann fertigmachen. Alina, Immo und auch Heike kommen auch mit. Immo will noch Fotos von uns machen…es wird sich rausstellen, dass wir nicht zum Reitermodel taugen  Reiten in das Flussbett, wo wir auch am 1. Tag Galoppübung gemacht haben. Immo und Junias reiten vor. Immo steigt ab und hockt sich in Busch in Mitte des Flusses, um zu fotografieren. Wir sollen in Gruppen auf ihn zu galoppieren. Ja…sollen. Ich scheitere grandios. Doc will nicht, rennt aus Flussbett hoch raus in Busch. Ich komme mir vor als könnte ich null reiten, es wird echt peinlich. Auch bei den anderen klappt es nicht auf Anhieb. Wir müssen irgendwann auch lachen. Ob Immo, der im Busch auf uns wartet, sich gerade fragt, was für Reiter er da eigentlich auf den Trail gelassen hat? Ich weiss nicht woran es liegt, verkrampfe aber natürlich auch irgendwann. Immerhin schaffen wir es zu dritt an Immo vorbei zu traben. Dann noch mal zurück, so halb im Galopp. Aber noch mal zurück zu Immo? Nicht mit Doc. Ich bin etwas frustriert. Heike bietet mir an, dass ich mit ihrem Sonntag galoppiere. Also Pferde getauscht, und ab geht die Post. Sonntag läuft. Leider so schnell, dass aus einem Gruppenfoto nichts wird, weil ich Bea mit ihrem Pferd hinter mir lasse.

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Lachend machen wir uns dann auf den Weg durch den Busch. Auf meinen Wunsch hin reiten wir an einem großen Termitenhügel vorbei, wo wir auch noch Fotos machen.

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Dann durch goldenes Abendlicht auf eine Anhöhe. Marina und Doris kommen dorthin, bringen Kühlbox mit. Ein letztes Savannah im afrikanischen Busch. Es ist eine wunderbare Stimmung, alle sind glücklich, die Pferde zupfen zufrieden Gras. Quasi im Dunkeln geht es zurück zur Farm.
Ich dusche und wasche Haare. Dann zur Lapa. Dort soll heute Abend gegrillt werden. Das ist Immos Aufgabe, der sitzt aber noch am PC und guckt unsere Bilder an. Er ruft uns zu sich und gibt noch ne kleine Sitzschulung. Denn auf den Bildern sieht man sehr schön, wie schief und verdreht wir sind. Leider lächeln wir auch nicht auf den Bildern, sondern geben am laufenden Band Küsschen, um anzugaloppieren. Projekt Werbefoto gescheitert, aber wir nehmen es mit Humor. Dann schmeißt Immo endlich Lammrippen aufs Feuer, dazu gibt es Salate: Rotkraut, Reis-Möhren-Salat und grünen Salat. Es gibt noch Vanille-Schoko-Pudding, Immo rückt einen guten Schnaps raus. Erst 23 gehen wir ins Bett – für namibische Verhältnisse haben wir quasi die Nacht durchgemacht!

10. Tag, Abreise

Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Es ist noch dunkel. Reste packen, dann rüber zum Haus. In Küche ist aber schon Frühstückstisch gedeckt. An Stühlen hängen Mobilees aus Stachelschwein-borsten und Samen etc, die Junias gebastelt hat. Wir kaufen ihm jeder eines ab, eine tolle Erinnerung. Dann wird der VW-Bus bepackt. Denn Immo, Heike, Doris und Katha fahren heute noch für 2 Nächte nach Swakopmund, und wir Trail-Mädels müssen abreisen. Der Abschied von Alina, Junias und Johannes fällt schon schwer, dann tuckern wir los. Durch den Busch, wo wir ein paar Pferde entdecken, durchs Tor und auf die Pad. Es geht bis Karibib. Dort warten wir wieder an der Tourist-Info, bis um 9.30 Uhr wieder der Shuttle-bus kommt. Koffer umpacken, Abschied. Als ich neben Bea im Bus sitze und dieser losfährt, schießen mir die Tränen in die Augen. Bea fragt, ob sie mir helfen kann. Ich schüttel halb lachend, halb weinend den Kopf. Nein, mir ist nicht zu helfen, aber es tut halt etwas weh, wenn man ein Stück seines Herzens hinter sich lassen muss.


Fazit: Ein wunderschöner, aber auch anstrengender Trail, was die Hitze angeht. (Zumindest zu dieser Jahreszeit). Kreislaufprobleme sollte man nicht haben! Vom Reiten her war es aber nicht anstrengend, sondern ein Vergnügen – abgesehen von unserem Versagen beim Foto-Ritt am letzten Tag. Wer eine kleine Herausforderung sucht, dafür aber mit einzigartiger Natur, Einsamkeit und intensiven Erlebnissen belohnt werden will, ist hier richtig. Herzliche Gastgeber, mehr als leckeres, immer frisches Essen, Einblicke in eine Working-Farm in Namibia komplettieren das Ganze. Auch wenn es „nur“ Camps sind: Es ist alles da was man braucht, und es geht auch ohne „richtige“ Dusche. Es war unheimlich komfortabel, dass wir nichts auf- und abbauen mussten und immer Essen gekocht bekamen. Es ist keine klassische „Großwild-Safari“ zu Pferde, mehr eine Wanderung zu Pferd mit Tiersichtungen. Wer den langen (und teuren) Flug auf sich nimmt, sollte ohnehin überlegen, vorher oder nachher noch ein bisschen das Land zu erkunden. Das Erongo-Gebirge ist ein wunderschönes Gebiet, das Reiten durch den Busch gibt einem das Gefühl von wirklich eins zu werden mit Afrika.

Die Fahrt nach WDH verläuft ohne Zwischenfälle. Nach und nach werden die Fahrgäste abgeladen, Bea und Tina auch. Ich werde als letzte am Cardboard-Box-Hostel rausgelassen. Als ich einchecke, bereue ich schon, dass ich nicht wieder im Chameloen bin. Es wirkt runtergekommener, die Dame an der Rezeption hängt mit Freundinnen rum. Es gibt dann noch Trouble mit meiner Buchung. Sie hatten mir 2 Nächte gebucht, und ich hatte schon per Mail gesagt dass das falsch ist. Nun war aber die falsche Nacht storniert. Da heute kein Einzelzimmer frei ist, bekomme ich ein großes Vierbett-Zimmer für mich allein. Leider kein Safe, und das Gemeinschaftsbad bzw das Klo mit Dusche hat wirklich schon bessere Zeiten gesehen. Ich erwarte ja nicht viel von einem Hostel, aber da es hier genau so viel kostet wie im chameleon, bin ich enttäuscht. Oder liegt es daran, dass meine Stimmung ohnehin einen Tiefpunkt erreicht hat? Der Zusatztag in WDH war offenbar ein Planungsfehler. Naja. Ich döse erstmal auf dem Bett. Dann laufe ich runter zur Mall, die ich ja schon kenne, komme nun quasi von der anderen Seite. Kaufe bisschen was ein, auch Nudeln zum Kochen und Käse. Dann bummel ich über Independ Av Richtung Craft Centre, wo ich mich mit Bea und Tina treffen will. Bea treffe ich dann schon unterwegs in einem Shop. Laufen zum Craft Centre. Bea will noch ein bisschen einkaufen, ich gehe schon mal ins Cafe und setze mich auf die Terrasse. Freue mich auf den leckeren Milchkaffee. Außerdem bin ich ko, empfinde Wetter als schwül. Tina kommt auch noch, trinken zusammen was. Es ist schön, die beiden zu sehen, aber irgendwie etwas deplatziert. Kaffee auf der Farm wäre jetzt besser. 17. 30 Aufbruch. Laufen noch zusammen zur Mall, dann gehe ich allein hoch zum Hostel.


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Als ich in die Gemeinschaftsküche gehe, um meine Sachen zu deponieren, trifft mich fast der Schlag. Es ist einfach nur dreckig und voll. Als ich in einem Schrank eine offene Dose vertrockneter und verschimmelter Spagetti samt Gabel entdecke, kommt es mir fast hoch. Lasse die Sachen liegen und weiß jetzt schon, dass ich hier nicht kochen werde. Heut abend ist ohnehin Joes Beerhouse angesagt, und dann gibt es morgen Mittag eben nichts Warmes. Ziehe mich um, bestelle Taxi. Lese etwas am Pool. Der Bereich mit Bar ist eigentlich ganz hübsch, aber hier scheint Backpacking doch mehr „Saufen und Feiern“ zu bedeuten. Mit dem Taxi zu Joes.


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Tina ist schon mit einer Bekannten da, die in WDH wohnt und arbeitet. Bea kommt auch. Ich gönne mir das „Bushfire“, Teller mit versch. Fleisch und Kartoffelstroh, und auch noch einen Crepe mit Erdbeeren zum Nachtisch. Tinas Bekannte erzählt bisschen aus ihrem Alltag, was uns noch mal einen ganz anderen Einblick gibt. Sie fährt uns dann auch alle noch mit ihrem Auto heim. Im Hostel stehen junge Kerle mit einem Mädel im Flur rum. Ich drücke mich vorbei und kann trotz des Geredes und Gelache vor der Tür einschlafen.
http://www.flugstatistik.de Reisebericht: Ein bisschen Hummeldumm und viel Hufgetrappel http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280229-ein-bisschen-hummeldumm-und-viel-hufgetrappel.html
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2013
1’483 Beiträge · seit 200924. Okt. 2013 ·
Guten Abend, Uta,
ich habe eben deinen Bericht in einem Rutsch gelesen. Er war für mich sehr interessant und informativ, weil unsere Tochter (Reiterin) sich für eine solche Reise interessieren könnte. Da ich jahrelang "Stalltrottel" war, habe ich manches nachvollziehen können, was einen Wanderritt anbelangt.

Gruß Piscator
4’450 Beiträge · seit 200825. Okt. 2013 ·
Hallo Uta,

was für ein tolles Erlebniss!!!!! 🤩 🤩

Vielen Dank für die sehr sehr schöne Bilder und Deine Erzählungen haben mir sehr gut gefallen. 🙂

Fühle mich total zurückversetzt in meiner Jugend, was die Reiterei betrifft. 🤩

Ganz herzliche Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2013
Themenstarter74 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 ·
Donnerstag, 12.9.

Ich wache um 5 auf, lege mich noch mal hin bis 7. Nutze das WLan um mich schon mal mit dem Handy online bei AN heut abend einzuchecken. Gehe in die Dusche, die gottseidank sauber ist, aber an der Wand blättert Farbe ab, alles ist verrostet. Warte an Rezeption. Bea hat über die Pension Uhland eine Katutura-Tour organisiert. Ein Schweizer Ehepaar nimmt uns in ihrem Auto mit, begleitet werden wir von Hilda, die im Uhland arbeitet. Sie holen mich um 9.20 ab. Fahren raus nach Katutura. Wir halten an einem Markt, wo wir ein wenig rumlaufen und Fotos machen. Wir fallen schon auf, aber keiner sagt was und wir fotografieren ein bisschen.

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Dann zum Xwama-Restaurant. Ist ja ganz nett, aber die sind gerade am Aufräumen und es wirkt ein bisschen wie eine Verkaufstour, dass wir uns das angucken sollen. Dasselbe Gefühle habe ich beim nächsten Stop in Penduka, obwohl ich die Atmosphäre dort und das Projekt an sich spannend finde. Wir fahren dann weiter nach Katutura rein, doch hier scheint sich Hilda selbst nicht wohl zu fühlen, sie ist fast etwas erschrocken als Bea drum bittet anzuhalten und sie aussteigt um zu fotografieren.



Dann fahren wir noch zu ihrem (Stein-)Haus in einem „besseren“ Teil von Katutura. Es sieht zwar ganz gut aus, ist aber winzig, wenn man bedenkt dass sie da vier Kinder groß gezogen hat. Es ist mir fast schon unangenehm, dass sie uns ihr Heim zeigt, ob sie das machen soll im Rahmen ihrer Führung? Jedenfalls sind wir nach zwei Stunden auch schon zurück in der City. Fahren zur Pension Uhland, wo ich auch bezahle. Die Tour war ok, aber irgendwie nicht so intensiv wie ich es mir gewünscht habe. Abschied von Bea. Die Schweizer nehmen mich mit ins Zentrum. Nun heißt es Zeit tot schlagen. Ich bummel über die Independence Av., gehe dann ins ZooCafe auf die Terrasse, gönne mir einen ganz leckeren Salat und Cola. Bummel zum Craft Center, noch ein paar Souvenirs. Dann über die Mall zurück zum Hostel gelaufen. Es ist erst 15 Uhr. Bis das Taxi zum Flughafen kommt, sitze ich lesend am Pool, esse meine letzten Cracker, Müsliriegel und trinke eine Ojikandela. Endlich, um 18.30. kommt der Fahrer. Ein junger, sehr redseliger Typ. Er ist offenbar ein Freund von jemandem aus dem Hostel. Fahrt zum Flughafen. Polizeikontrolle, ein Beamter schaut so gründlich ins Auto wie sonst bei keiner anderen Kontrolle. Ob es daran liegt dass ich allein mit ihm im Auto sitze? Am Flughafen einchecken. Warten aufs Boarding. Wir heben fast pünktlich ab. Mein Abenteuer Afrika ist beendet. Es war schöner als ich gedacht habe (bis auf der letzte Tag in WDH;-)) und ich ärger mich nur, weil ich am liebsten sofort die nächste Reise planen würde …. Da fehlt aber Zeit, Geld und Reisepartner. Aber ich werde wiederkommen…
http://www.flugstatistik.de Reisebericht: Ein bisschen Hummeldumm und viel Hufgetrappel http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280229-ein-bisschen-hummeldumm-und-viel-hufgetrappel.html
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2013
Themenstarter74 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 ·
hi!

"Stalltrottel" ist gut! Die Väter kenn ich aus meinem Reitverein....aber schön, dass du das mitgemacht hast. Falls deine Tochter sich noch für mehr Infos (Preis, Veranstalter etc) interessiert, einfach PM an mich....

Wusste gar nicht ob ich das hier auch veröffentlich soll, ist ja doch etwas speziell, aber war eben Teil meiner Namibia-Reise, bzw ja sogar der Ursprung des Ganzen.

Schön, dass ihr mitlest!
http://www.flugstatistik.de Reisebericht: Ein bisschen Hummeldumm und viel Hufgetrappel http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280229-ein-bisschen-hummeldumm-und-viel-hufgetrappel.html
1’409 Beiträge · seit 201025. Okt. 2013 ·
Danke, dass Du mir die Mittagspause versüßt hast 😄
Bin total begeistert von Deinen Erlebnissen und muss das doch mal in die nächsten Planungen einfließen lassen. Bin ich früher doch auch viel geritten. 🤪

Vielen Dank, dass Du uns an Deinen Erlebnissen hast teilnehmen lassen.

LG
Fleur
https://www.TickerFactory.com/ Bots Zim 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283181-auf-tuchfuehlung-mit-zimbabwe-die-zim-light-tour.html KTP 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/278551-ktp-ja-wo-sind-denn-alle-hin.html CKGR/KTP 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/236736-schee-waras-ckgr-a-ktp-april-2012.html Nam/Bots 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/195675-wie-alles-begannnambot-april-2011.html
8’801 Beiträge · seit 201025. Okt. 2013 ·
Fleur de Cap schrieb: Bin ich früher doch auch viel geritten. 🤪

Vielen Dank, dass Du uns an Deinen Erlebnissen hast teilnehmen lassen.

LG
Fleur
Eijjj, Katja, dann können wir ja mal zusammen lostraben 😎 !

@ Ontrail: auch von mir als ehemalige Reiterin einen speziellen Dank für diesen Teil deines Berichtes! Ich fand das sehr interessant!

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2013
6’155 Beiträge · seit 200625. Okt. 2013 ·
hallo ontrail,

danke für den Reiter-Reisebericht. Sehr interessant . Habe mich daran erinnert,
als wir mit unserer Enkeltochter -damals war sie Reiterin- 2003 in Namibia
waren- überwiegend auf Farmen wo sie reiten konnte - sie immer ab ins Gelände-
wir immer aufgeregt und angespannt bis wir sie endlich wiede gesehen haben.
War für uns und natürlich für sie ein unergessliches Erlebnis.
Glaube Dir, dass man gleich wieder für den nächsten Urlaub planen möchte-
wenns nächstes Jahr nicht klappt -Namibia läuft Dir nicht davon.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter74 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 ·
Hallo!
Danke schon mal an die "Mitreiter" Ist ja spannend wie viele ehemalige Pferdemenschen es hier gibt! Schade, dass ihr dieses wundervolle Hobby aufgegeben habt! Es ist auch zum Reisen toll!

Ja Hanne, Namibia läuft nicht weg. 🙂 Ich werde wiederkommen!

..manchmal läuft nur das Leben anders als gedacht...wegen so etwas musste ich hier ja auch so lange pausieren... 🙁
Keine Sorge, mir geht es gut, aber ein schwerer Krankheitsfall im Umfeld hat nun mal wieder gezeigt, wie schnell Pläne sich zerschlagen können!
Daher an alle nur die besten Wünsche auch in Sachen Gesundheit, genießt jeden Tag - und besonders die Tage in Afrika (auch wenn sie kurz sein mögen im Winter 😉
http://www.flugstatistik.de Reisebericht: Ein bisschen Hummeldumm und viel Hufgetrappel http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280229-ein-bisschen-hummeldumm-und-viel-hufgetrappel.html
1’182 Beiträge · seit 200626. Okt. 2013 ·
Hallo ontrail,

ich oute mich auch einmal als ehemaliger Reitersmann. Wir sind über 20 Jahre in vielen Pferdeländern dieser Erde geritten - oft in Spanien, aber auch in Polen, Marokko, USA, Kanada und Argentinien. Deshalb hat mich auch der Reitteil Deines Berichts besonders interessiert. Vielen Dank dafür.

Gruß,
Bernd
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2’480 Beiträge · seit 200626. Okt. 2013 ·
Hallo Uta,

ich fand Deinen Bericht unglaublich interessant, auch wenn ich mit Gruppenreisen in Afrika keine Erfahrungen und darüber hinaus noch Angst vor Pferden habe 😉 Es war toll, eine ganz andere Reise als das hier typische Lodging oder Camping miterleben zu können - ganz herzlichen Dank dafür.

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo