Juan Carlos auf Elefantenjagd...

175 Antworten · 36,7k Aufrufe · gestartet 15. Apr. 2012 von wiw
Antworten
126 Beiträge · seit 200916. Apr. 2012 ·
Hier meine 5 Cent zum Thema:

Es mag richtig sein, dass aus ökologischen Gründen der Abschuss von Tieren notwendig ist - aber das sollte m.E. von professionellen, ausgebildeten und staatlich autorisierten Jägern durchgeführt werden, Kontrolle ist dabei wichtig - und der alte Herr gehört wie viele andere *Spaß-Jäger* bestimmt nicht dazu... auch wenn sie noch so viel Geld locker machen. Sie sollten lieber in den Tierschutz spenden.

Wenn man das aufgrund staatlicher Regelungen nicht verhindern kann, sollte man es gleichwohl international ächten. Ob dies zu einem Vorwurf z.B. gegen den WWF reicht, kann ich nicht beurteilen.

Eine einfache, aber klare und eindeutige Position... Punkt um.

MfG Juergen

PS: Vielleicht sollte man für solche Psychen ein - von ihnen natürlich selbst finanziertes - Präventionsprojekt à la "Kein Täter werden" einführen... (ok, das klingt für manche sehr provokativ..)
zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2012
ThemenstarterGast16. Apr. 2012 ·
Eine Online-Petition läuft noch, die das Ende der Ehrenpräsidentschaft fordert.

http://actuable.es/peticiones/que-rey-juan-carlos-i-deje-ser-presidente-honor-de

Auch wer kein Spanisch kann, kann mitmachen. Rechts erst Vorname, dann Nachname, Mail und Postleitzahl/Land eingeben und abschicken. Die Petition soll dem König angeblich vom spanischen WWF übergeben werden, so heißt es jetzt jedenfalls in einer Mitteilung.

http://www.wwf.de/2012/april/spanischer-koenig-soll-wwf-ehrenamt-abgegeben/bl/1/listid/12937/backpid/186/

Grüße, wiw
zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2012
112 Beiträge · seit 201116. Apr. 2012 ·
Hallo Naukluft,

Danke für den Link, ich meinte das verschwundene Bild mit der Giraffe und einer unbekannten Familie, die das Tier erlegt hat. In dem Beitrag fehlt das Foto.

http://www.bild.de/news/ausland/giraffe/jaeger-familie-posiert-neben-erschossener-giraffe-22137304.bild.html

Schöne Grüße
Gajol
Naukluft schrieb:
Gajol schrieb:...im Originalbeitrag auf "bild.de" ist das Foto verschwunden...

Ganz schlimm sowas. 🙁 GAJOL
Das Bild davon ist da! Es ist Bild 1 von 12!
112 Beiträge · seit 201116. Apr. 2012 ·
Hallo WIW 🙂

Danke für den Petitionslink, hab da schon mitgemacht!

LG Gajol
wiw schrieb:Eine Online-Petition läuft noch, die das Ende der Ehrenpräsidentschaft fordert.

http://actuable.es/peticiones/que-rey-juan-carlos-i-deje-ser-presidente-honor-de

Auch wer kein Spanisch kann, kann mitmachen. Rechts erst Vorname, dann Nachname, Mail und Postleitzahl/Land eingeben und abschicken. Die Petition soll dem König angeblich vom spanischen WWF übergeben werden, so heißt es jetzt jedenfalls in einer Mitteilung.

http://www.wwf.de/2012/april/spanischer-koenig-soll-wwf-ehrenamt-abgegeben/bl/1/listid/12937/backpid/186/

Grüße, wiw
2’338 Beiträge · seit 200716. Apr. 2012 ·
Hallo Spinstone (Jürgen), du schriebst:
Es mag richtig sein, dass aus ökologischen Gründen der Abschuss von Tieren notwendig ist - aber das sollte m.E. von professionellen, ausgebildeten und staatlich autorisierten Jägern durchgeführt werden, Kontrolle ist dabei wichtig - und der alte Herr gehört wie viele andere *Spaß-Jäger* bestimmt nicht dazu...
Natürlich ist bei der Grosswildjagd immer ein professioneller Jäger dabei! Das ist Vorschrift und sehr streng geregelt. Wie stellst du dir denn das vor? Juan Carlos irrt mit einer Knarre einsam durch den Busch und knallt dann den ersten Elefanten, den er erspäht ab, meldet das bei einer Behörde und bezahlt die Rechnung? Der professionelle Jäger sagt genau, welches Tier geschossen werden darf und schiesst meistens auch selbst, da der Jagdgast oft viel zu nervös ist. Mit von der Partie sind auch Spurenleser und sonstige Helfer. Übrigens, wenn jemand ohne lizenzierten Jäger unterwegs ist, geht das unter Wilderei. Man weiss, dass es in vielen Gegenden zu viele Elis gibt, welche leider ganze Landstriche verwüsten. Werden sie von den Naturschutzbehörden geschossen, kostet das einen Haufen Geld. Werden sie von reichen Jägern abgeknallt, bedeutet das eine Menge Einnahmen. Das will nicht heissen, dass mir diese Typen sympathisch sind, aber die richtigen Zusammenhänge sollte man schon wissen.

Grüessli
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2012
126 Beiträge · seit 200916. Apr. 2012 ·
Hallo Erika,

danke für die Info, war mir jetzt nicht so klar - aber: es macht für mich einen Unterschied, eine Kreatur abknallen zu müssen, weil es ökologisch gesehen notwendig erscheint, das ist der Job des professionellen Jägers - oder: eine Kreatur aus eines vermeintlichen (Jagd)Lust heraus töten zu wollen und es dann mit Geld tun zu können. Kohle hin und her, aber ethische Grundsätze bleiben da außen vor...

Ich hoffe, jedem prof. Jäger schmerzt es in Seele, wenn es so was notwendigerweise tun muss, aber die anderen befriedigen anarchische Triebe und befriedigen ihre Lust, nicht mehr... und können bestenfalls therapiert werden.

MfG Juergen
zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2012
ThemenstarterGast16. Apr. 2012 ·
spinstone schrieb:Hallo Erika,

danke für die Info, war mir jetzt nicht so klar - aber: es macht für mich einen Unterschied, eine Kreatur abknallen zu müssen, weil es ökologisch gesehen notwendig erscheint, das ist der Job des professionellen Jägers - oder: eine Kreatur aus eines vermeintlichen (Jagd)Lust heraus töten zu wollen und es dann mit Geld tun zu können. Kohle hin und her, aber ethische Grundsätze bleiben da außen vor...

Ich hoffe, jedem prof. Jäger schmerzt es in Seele, wenn es so was notwendigerweise tun muss, aber die anderen befriedigen anarchische Triebe, nicht mehr... und können bestenfalls therapiert werden.

MfG Juergen
Ich seh's genauso.
Wenn ich sehe, wie der Elefant auf dem Foto platziert wurde, an den Baum gelehnt, damit man möglichst ihn und seine Stoßzähne gut sehen kann, dann krieg ich echt das Würgen. Und der alte Daddy geilt sich an so einem Schuss auf. Nee, echt nicht, das ist einfach nicht zu rechtfertigen. Für einen WWF-Ehrenpräsidenten sowieso nicht, aber auch ansonsten finde ich so ein Verhalten nur abartig.
Grüße, wiw
2’862 Beiträge · seit 201117. Apr. 2012 ·
Moin,

nur kurz zur Info: das überall gezeigte Foto (Elefant am Baum) ist übrigens bereits aus dem Jahr 2006!
(Quelle: Hamburger Abendblatt 17.04.)
Der WWF hätte also längst auf seinen "Ehrenvorsitzenden" reagieren müssen.😠

Gruß, Strelitzie
2’047 Beiträge · seit 200717. Apr. 2012 ·
Hallo Fomis,
jetzt ist der Aufschrei wieder groß und die Gutmenschen legen sich hier ins Zeug. sicher wäre es besser, das hier einfach laufen zu lassen, aber dazu bin ich irgendwie nicht gebaut. Deswegen versuche ich einige Klarstellungen:
Aus ökologischer wie aus wildbiologischer Sicht ist in einigen Gebieten im südlichen Afrika die Elefantenpopulation viel zu hoch.
Versuche dies mit Anti-Baby-Pille u.ä. in den Griff zu bekommen sind bisher nicht sehr erfolgreich gewesen.
Umsiedlungsversuche sind sehr aufwändig und teuer, unter ökölogen auch umstritten wegen der Vermischung genetischer Pools.
Sinnvollste Lösung wäre nach Ansicht vieler Ökologen das Culling. Dies bedeutet die Tötung ganzer Herden mit allen Jungtieren. Namibia hat dies in der Etosha einmal gemacht, Südafrika mehrmals. Botswana meines Wissens nicht. Der Aufschrei und die Boykottforderungen ahnungsloser, aber gutmeinender selbsternannter Tierfreunde ist weltweit riesengroß, weshalb diese sinnvolle Möglichkeit in der Praxis kaum mehr möglich erscheint.
Elefanten zerstören aber nicht nur ihren eigenen Lebensraum, sondern auch die Biotope, die viele andere Tierarten benötigen. Außerdem mehren sich durch die Überpopulation die Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung, deren Felder verwüstet und die Lebensgrundlagen zerstört werden.
Der Einzelabschuss von Elefanten in diesen Überpopulationsregionen, zu denen Botswana unstrittig gehört, dient u.a. Gelder für Biotopmaßnahmen und andere Wildlife-Management-Maßnahmen zu erwirtschaften. Außerdem schaffen sie Einkommens- und Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung. In den meisten Ländern muss auch die Verwertung des Fleisches nachgewiesen werden. Das ist für Elefanten kein Problem, die werden gerne gegessen.
Vernünftige, d.h. nicht durch Ideologie sondern durch wissenschaftliche Erkenntnisse geprägte Organisationen wie der WWF stehen daher auch der Jagd unter bestimmten Rahmenbedingungen positiv gegenüber. Das gilt auch z.B. für Nashörner, hier ist die Herausnahme überalterter Bullen soger zur Arterhaltung und Vermeidung von Inzucht notwendig. Zur Vermeidung von Verletzungen durch Kampfhandlungen der männlichen Tiere (natürlicher Weg) greift hier der Mensch i.d.R. gezielt ein.
Die romantische Vorstellung unberührter Natur stimmt weltweit ohnehin nur selten. Seien sie auch noch so groß, Nationalparks wie Etosha oder Krüger u.a. werden bewirtschaftet / müssen zum Artenschutz bewirtschaftet werden. Dadurch entstehen Kosten, die in einigen Ländern auch über Jagd refinanziert werden.
Man kann bei den Elefanten immer einwenden, viele Probleme entstehen nun mal durch die Einschränkung der Wandermöglichkeiten. Das ist richtig, aber nicht umkehrbar. In den meisten Regionen nimmt die Bevölkerung zu, strebt einen höheren Lebensstandard an, der mit mehr Landverbrauch und anderen, die Natur einschränkenden Entwicklungen verbunden sind. Kein Staat wird seine Bürger verhungern lassen, damit Elefanten leben. Es kann nur funktionieren, wenn die Natur, die Wildtiere etc. dazu mithelfen, die Bevölkerung zu ernähren. Im Vergleich zu den 45.000€ der königlichen Elefantenjagd fügen aber die zw. 30 und 100 Touristen, insbesondere als Selbstfahrer dem Ökosystem weit mehr Schaden zu als die eine Jagdgesellschaft.
Als das sollte die Fomis vielleicht auch berücksichtigen, die sich hier so emotional beteiligen und "kotzen möchten".
Zur Klarstellung: Ich jage keine Elefanten aber ich bin seit über 30 Jahren WWF-Mitglied.
Da ich Wissenschaftler bin reagiere ich eben auch auf ideologische und emotionale Argumente eher rational, d.h. ich kann psychopathologisch erklären, wie sie zu Stande kommen, sie werden dadurch aber nicht richtiger.

Sonnige Grüße aus Leipzig
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
452 Beiträge · seit 201017. Apr. 2012 ·
Lieber jaw,

in vielem d'accord - ABER: "vernünftige ... Organisationen wie der WWF..." diese Aussage entbehrt wohl jeder Grundlage, nicht erst seit der Ausstrahlung vom "Pakt mit dem Panda" (Wiederholung gestern abend auf N3)! Die Ausführungen von Frau Bieler treiben einem vor dem Bildschirm die Zornes- und Schamesröte ins Gesicht.

Grüße aus einem Biologen-/Ökologenhaushalt!
Sille
68 Beiträge · seit 201017. Apr. 2012 ·
moin,

wer von den Kritikern war schon mal vor 30+ Jahren in Botswana und speziell in den Nat.Parks wie z.B. Moremi?
Die Verwüstung kann man nicht einfach auf's Klima schieben.
Wohl aber hat die Anzahl der Elefanten einen grossen Anteil an der Desertifikation der Gebiete.
Ich war dort zu Anfang der 90-iger Jahren. Es war sowas wie das Paradies! Und jetzt...?
Gruss Gernot
zuletzt bearbeitet 17. Apr. 2012
143 Beiträge · seit 200917. Apr. 2012 ·
Hallo zusammen!

Vielleicht hat seine Hoheit ja auch mit der Kamera jagen wollen, denn wir alle gehen ja auch ständig "auf Safari" in Namibia und den Nachbarländern 😉 und "schießen viele Bilder" von Elefant, Nashorn und Co. Das überleben diese "Dickhäuter" ja ständig.

Unanständig zwar, dass der Monarch nach der Jagd über eine Stufe im Camp gestolpert ist, vorteilhaft nun allerdings auch, dass er fortan ständig eine künstliche Hüftprothese hat. Da kann ansich zukünftig nichts mehr schief gehen, es sei denn, dass die beiden Beine nun unterschiedlich lang wären. Dann könnte der König nur noch am Hang jagen oder müsste ein Fußtreppchen mitnehmen.

In diesem Sinne "gute Besserung" wünscht Steenbok
4 Beiträge · seit 201117. Apr. 2012 ·
Hallo Leute
Bin mit Dir einverstanden, keine Staat lässt seine Leute wegen Elefanten verhungern.
Wir aber sind es, die den Tieren, nicht nur hier, überall auf der Welt, ihre Lebensgrundlage
also: Land und Futter, vernichten. Wir Menschen vermehren uns wie Karnickel und KEIN Staat sagt:
STOPP, GENUG!!!
Wir sehen, genau in diesen Ländern, immer wieder 11/12 jährige Mädchen mit Babys am "Rücken".
Wann endliche wird hier Aufklärung betrieben???? Fährt man von Kasane durch den Kazumu NP
und verlässt diesen, was kommt? Kilometerlange Monokulturen. Es ist dann wohl eine Frage der
Zeit, bez. der Bevölkerung, wie lange es geht bis mehr und mehr Land dazu kommt und am Ende
kein Platz mehr da ist für die Tiere.
Wir bereisen seit sechs Monaten das südliche Afrika. Überall ist es das gleiche Bild. Viel zu viele
Menschen. Menschen die keine Arbeit haben, den lieben langen Tag rumhängen und -wenn sie
etwas Geld haben- konsumieren. Wir Menschen sollten endlich begreifen, dass es nicht unendlich
so weitergehen kann. Es sollte doch möglich sein, ein "Miteinander" zu schaffen. Viele Tierarten
waren schon lange vor uns da, sie werden vielleicht auch nach uns noch da sein, bloss dass dann
die Erde versaut und verseucht ist.
Liebe Grüsse aus Botswana
143 Beiträge · seit 200917. Apr. 2012 ·
@Gringa:

Dieser Aspekt ist ja nicht so ganz neu, nur beobachten wir genau diese Entwicklung seit 1986 und machen uns da auch so unsere Gedanken und fragen uns einfach auch, welche (staatlichen) Aufgabe(n) denn so der Staat Namibia da für sich sieht in den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung, Qualifizierung, Prävention im Gesundheitsbereich usw. Da erscheint uns doch noch so einiges möglich im Interesse von Mensch und Tier.

Auch die Menschen auf dem afrikanischen Kontinent müssen eine Perspektive und eine Entwicklungsmöglichkeit haben und da steht in unseren Augen der Staat als erstes in der Pflicht etwas für seine BürgerInnen zu tun; eigentlich ein neues Thema,

meint nachdenklich Steenbok
5’489 Beiträge · seit 200917. Apr. 2012 ·
Gringa schrieb:
Wir sehen, genau in diesen Ländern, immer wieder 11/12 jährige Mädchen mit Babys am "Rücken".
Wann endliche wird hier Aufklärung betrieben????
Dabei handelt es sich zu fast 100% um die älteren Schwestern. Aufklärung ist vorhanden, allein schon wegen der AIDS-Prävention. Allerdings haben Kinder für die Familie und das gesellschaftliche Ansehen einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. Auch bildet eine große Familie das soziale Netz für Alter, Krankheit und Notfälle, da die Staaten Afrikas dieser Aufgabe nicht nachkommen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 18. Apr. 2012
126 Beiträge · seit 200917. Apr. 2012 ·
jaw schrieb:Hallo Fomis,
jetzt ist der Aufschrei wieder groß und die Gutmenschen legen sich hier ins Zeug. sicher wäre es besser, das hier einfach laufen zu lassen, aber dazu bin ich irgendwie nicht gebaut.
... bitte nicht die anderen Forums-Mitglieder diffamieren mit Begriffen wie *Gutmenschen*...

Dazu gibt's übrigens einen ausführlichen Artikel auf Wikipedia

Danke

Jürgen - das ist jetzt etwas Off Topic, aber für mich notwendig.
zuletzt bearbeitet 17. Apr. 2012
Gast17. Apr. 2012 ·
Danke Jaw, dass du dir die Mühe gemacht hast, das so ausführlich auszuführen. Ich interessiere mich jetzt seit ca. 45 Jahren für diese Thematik und schon damals wurde diskutiert ob und wie die Elefantenbestände zu managen seien. Die Vegetationsschäden sind jedenfalls unübersehbar (Gernot und andere).
Betreffend Tierbestände und insbesondere Elefanten vergessen wir oft, dass diese regional oft völlig von "künstlicher" Wasserversorgung (Pumpen) abhängig sind, bzw. erst dadurch (für den Tourismus) erzeugt wurden. Den Anblick, den wir heute am Wasserloch genießen, hat es vor NP’s und Tourismus „in freier Natur“ (ganzjährig) nie gegeben. Auch das beansprucht die umliegende Vegetation enorm. 100 Elefanten brauchen nicht nur entsprechend Futter und 15000 Liter Wasser pro Tag sondern auch 4 bis 5 l Diesel. Ich persönlich glaube auch nicht, dass es überall ohne Jagd geht, insbesondere nicht ohne Elefantenabschuss in Botswana. Die sogenannte Trophäenjagd halte ich persönlich dabei für das kleinste Übel, so lange von den Behörden korrekt und den PHs professionell abgewickelt. Und sie bringt Geld. Die von Erika schon erwähnten Regeln kann man hier
http://www.huntingbotswana.com/Rules_and_Regulations.html
ausführlicher nachlesen. Ich glaube nicht, dass korrekt kontrollierte und durchgeführte Trophäenjagd Bestände gefährdet, das Problem ist das Wildern, vielleicht auch die (halb) legale Eigenjagd in Konzessionsgebieten. Zum angekündigten Jagdverbot in Botswana und zur wirtschaftlichen Bedeutung des Jagdbusiness‘ erschien in der Ngami Times in KW 14 ein Artikel (Die Ngami Times hat keine Archivsuche, einfach Stichwörter googeln und herumsuchen).
Grüße Werner
PS. Ich bin kein Jäger oder –Lobyist und bin immer noch sauer dass die Bayern unseren Bruno erschossen haben. Der größte "Feind" der Wildtiere in Botswana sind m.E. die Kühe.
ThemenstarterGast17. Apr. 2012 ·
Gringa schrieb: Wir Menschen sollten endlich begreifen, dass es nicht unendlich
so weitergehen kann. Es sollte doch möglich sein, ein "Miteinander" zu schaffen. Viele Tierarten
waren schon lange vor uns da, sie werden vielleicht auch nach uns noch da sein, bloss dass dann
die Erde versaut und verseucht ist.
Liebe Grüsse aus Botswana
Danke für diese Worte, denen ich mich voll anschließe!

Der Mensch meint generell, er müsste sich überall einmischen und regulieren. Dabei kommt genau bei dieser Einmischerei meist Murks raus. Verlierer ist oft genug die Natur. Das ist natürlich nicht nur in Afrika so, ein Blick vor die Haustür in Deutschland reicht. Es wäre wünschenswert, wenn der Mensch der Natur öfters einfach ihren Lauf lässt beziehungsweise die Natur einfach in Ruhe lässt. Stattdessen sind Umweltzerstörung und das Ausrotten von Pflanzen- und Tierarten an der Tagesordnung.
Grüße, wiw
ThemenstarterGast17. Apr. 2012 ·
Und um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Ich bleibe dabei, ein Ehrenpräsident einer großen Naturschutzorganisation darf so nicht handeln. Ich spende auf der einen Seite für den Schutz von Elefanten, auf der anderen Seite knallt der Ehren-WWFler Elefanten ab - für die reine Gier auf Trophäen. Das passt - unabhängig von der ganzen Debatte, ob Jagd generell richtig ist oder nicht - nicht zusammen und verbietet sich für mich.
Grüße, wiw
zuletzt bearbeitet 17. Apr. 2012
64 Beiträge · seit 201017. Apr. 2012 ·
Danke Jaw, das war eine notwendige Richtigstellung.
Ein paar Leute machen es sich manchmal etwas einfach. Auch wir, als Selbstfahrer, nutzen und zerstören die Natur vor Ort. Und lassen - für dass was wir in Afrika erleben - sehr wenig Geld dort. Gleichzeitig erwarten wir, dass alles dort so bleibt (keine Ausbreitung der Zivilisation, keine Einschränkung des Wildlife etc.). Nur das geht halt nicht.
Ich kann damit leben, dass es Jagdtouristen gibt, solange dies in geordneten Bahnen (siehe Jaw's Posting) passiert. Btw: Das ist in Afrika nicht selbstverständlich. Ich weiß, das Jagdtouristen notwendig sind, um den Urlaub, den ich gern mache (als Selbstfahrer in Afrika) überhaupt möglich zu machen.