THEMA: Namibia verkauft 170 "hochwertige" Elefanten......
02 Feb 2021 10:26 #605827
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  • Mammal1 am 02 Feb 2021 10:26
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Es ist nicht haltbar, wenn einige Naturschützer angesichts des Verkaufs von 170 Elefanten nun die Ausrottung von Elefanten in Namibia an die Wand malen. In einigen Regionen kann der Verkauf weniger Tiere allerdings durchaus den Bestand der lokalen Population bedrohen, z.B. bei den versprengten kleinen Populationen der sogenannten Wüstenelefanten in der Kunene-Region.

Namibia ist argumentativ in einer schwachen Position, weil sie immer herausstellen, dass die Elefantenpopulation angeblich so stark gewachsen ist, dafür aber kein belastbaren Quellen als Beleg vorlegen. Gern wird als vermeintliche externe Bestätigung auf die Cites-Zahlen verwiesen, nur hat diese die namibische Regierung selbst an Cites gemeldet und da auch keine unabhängigen Quellen vorgelegt. Man referenziert sich also selbst, was null argumentativen Wert hat.

Noch argwöhnischer macht, das Namibia das Angebot hatte, eine aufwändige, hochwertige Elefanten-Zählung aus der Luft durchführen zu lassen (Great Elephant Census). Und zwar komplett kostenfrei weil finanziert durch Microsoft-Milliardär Paul Allen. Als einziges afrikanisches Land mit größerer Elefantenpopulation hat Namibia das abgelehnt. Wer absichtlich so intransparent ist, kann jedenfalls für sich nicht große Erfolge und ein angebliches Wachstum der Elefantenpopulation reklamieren. Ein Anstieg an Human-Wildlife-Conflicts allein ist auch kein ausreichendes Indiz für eine steigende Elefantenpopulation, weil für Human-Wildlife-Conflicts braucht es natürlich Humans und Wildlife. Seit dem Jahr 2000 ist beispielsweise auch die namibische Bevölkerung um 40-55% gewachsen - also die eine Hälfte, die man für Human-wildlife-Conflicts braucht.

In der aktuellen Stellungnahme geht Namibia nun auch (erstmals?) darauf ein, warum sie ihre Elefanten nicht unabhängig zählen lassen wollten. Der Great elephant census sei "driven by emotion and not by science" gewesen. Das ist schlicht absurd. Der Great Elephant Census wurde nach höchsten wissenschaftlichen Maßstäben durchgeführt und die Studie ist Peer reviewed. Das garantiert nicht, dass alles in der Studie stimmt, aber es ist ein zigfach höherer wissenschaftlicher Standard, als alles was Namibia bislang zu dem Thema vorlegt hat. Insofern ist der Vorwurf fehlender Wissenschaftlichkeit absurd.

Der Ton in der Pressemitteilung Namibias ist der Übliche: Kritiker werden als "selbsternannte Umweltschützer" abgekanzelt. Alles ist "rubbish" und "nonsense". Niemand außer dem MET weiß, wie Umweltschutz geht und Korruption gibt es in der SWAPO sowie so nicht. Bedauerlich.
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02 Feb 2021 11:40 #605833
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Wo sollen die Elefanten denn, so es Käufer geben wird, angesiedelt werden?
Danke und Grüße
PS @ die "Zahlen" sind offensichtlich immer ein willkommener Grund zur Aufregung, nicht nur beim Thema 1 "CORONA".
Zumindest bei den Elefanten geht es aber auch einfacher, weil empirisch außer Streit gestellt, ohne sie zu zählen. Man braucht nur zu schauen, wo es jetzt, im Vergleich zu vor 20, 30... 60 Jahren, Elefanten gibt.
Letzte Änderung: 02 Feb 2021 11:50 von loser.
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02 Feb 2021 11:45 #605835
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Wo sollen die Elefanten denn, so es Käufer geben wird, angesiedelt werden?
Da wo der käufer sie hinhaben will, vermutlich werden die nach Südafrika gehen, vielleicht aber auch zum Teil in Namibia auf private Wildfarmen gehen.

Viele Grüße
Christian
Aktuelle Einreiseregelungen für Namibia bis 15.7.2022.
- Geimpft (ohne Booster)/Genesen (max 3 Monate): (1) Impf-/Genesenennachweis (ausgedruckt), (2) Ausfüllen des medizinischen Einreiseformulars ("Surveillance Form"), (3) Ausfüllen des normalen Einreiseformulars
- Ungeimpft/nicht genesen: (1) PCR-Test nicht älter als 72 Stunden vom Abstrich bis Einreise ausgedruckt, (2) Trusted Travel (PDF) ausgedruckt, (3) Ausfüllen des medizinischen Einreiseformulars ("Surveillance Form"), (4) Ausfüllen des normalen Einreiseformulars
Kinder <12 Jahre (bis einschl. 15.6.2022 <5 Jahre) brauchen keinen Nachweis zu erbringen.
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02 Feb 2021 11:48 #605836
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Hallo zusammen!

Es ist wunderbar und sehr lobenswert, dass die "travelNAMIBIA"s, "Logi"s, "GinaChris"s usw. dieser Welt immer wieder diese Themen am Leben halten und an die Oberfläche bringen.....ja, uns diese immer wieder ins Gesicht halten und ins Gewissen drücken.....es ist nämlich viel zu leicht solche unangenehme Wahrheiten zu verdrängen und zur Tagesordnung über zu gehen.....

.....aber.....

Heute sind es die "hochwertigen" Elefanten (was für ein Hohn.....als ob es "minderwertige" Elefanten gäbe!?), Morgen die Nashörner und Übermorgen wieder die Löwen (um die z.B. Philip Stander so bewundernswert und wahrscheinlich bis zur letzten Konsequenz kämpft)!
Immer wieder wird hierbei die "Mensch-Tier Konflikt Karte" gezogen. Dabei steht für mich immer zwischen den Zeilen;
"Der Mensch hat sich mal wieder um 45% vermehrt und braucht Platz", oder, "Irgendwelche benebelte, ewig gestrige Menschen glauben mal wieder, dass sie durch Einnahme von Nashorn-Horn, Tigerhoden, Elefantenstoßzähne oder was auch immer, ganz besondere Manneskraft erreichen!".....und immer sterben die Tiere!
Es kann auch durchaus sein, dass der arme Kleinbauer der in Konflikt mit den Tieren kommt, am Ende selbst nur um seine eigene Existenz kämpft. Doch ist es dann die Gier anderer die ihn in diese Situation bringt, ihn sozusagen als "stumpfen Gegenstand", skrupellos, wenn vielleicht auch unbewusst einsetzt um den persönlichen Wohlstand zu fördern und dabei, als Kolateralschaden, die Umwelt nieder zu prügeln!.....und immer sterben die Tiere!
Es ist wie beim Aktienmarkt, nur leider anders herum.....
Verfolgt man den DAX über 50 Jahre, so wird man sehen, dass er im Durchschnitt mit ca. 6-7% pro Jahr steigt, wobei durchaus immer mal wieder Situationen wie im 4. Quartal 2008, oder jetzt unlängst als Folge der Corona-Krise entstehen in denen der Markt mal absackt. Bei der "Elefanten.....Nashorn.....Löwen.....Anzahl" ist es genau anders herum.....es gibt mal Lichtblicke, wo z.B. ein Philip Stander, eine Jane Goodall, Beirute Galdikas usw. es schafft einen kleinen, punktuellen Umkehr zu schaffen.....der Grundtrend ist und bleibt jedoch (stark) negativ!!!.....und immer sterben die Tiere!

Weiter geht es mit dem Buschholz aus Namibia!
Wir importieren es, verbrennen es und schauen zufrieden in den Sonnenuntergang weil wir meinen damit CO2 neutrale Energie erzeugt zu haben! Was wir vergessen, verdrängen und/oder gar nicht realisieren ist, dass wir damit das Problem nach Namibia verschieben, das dann die Kohle "für uns" verbrennt!

So geht es munter weiter; wir schließen die bösen Atom- und Kohlekraftwerke und beziehen postwendend den Strom aus Frankreich (>80% Atom) und Polen (>80% Kohle)!.....wieder was gutes getan für unser Gewissen und unserer "weißen Weste"! Es ließe sich ähnlich über die Elektromobilität argumentieren!
Je mehr man wühlt, den Ursachen und Folgen nachgeht desto mehr merkt man, dass diese Dinge alle miteinander zusammen hängen.....es ist zum großen Teil ein riesiges Nullsummenspiel!

Anstatt irgendwie das eigentliche Problem; die ungebremste Vermehrung von Homo Sapiens, anzugehen setzen wir stumpf auf das Wachstums-Mantra, wobei selbst dem schlichtesten unter uns klar sein müsste, dass unendliches Wachstum auf einem sehr endlichen Planeten totaler Unsinn ist und zur Katastrophe führen muss!

Wenn Elefanten, Nashörner, Löwen.....ja, auch die Umwelt, darüber reflektieren könnten, dann wäre bei denen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Anfang 2020 ein Funken Hoffnung aufgekommen, der jetzt, wo effektive Impfungen und Medikamente an den Start gehen, im CO2-Nebel der wieder auf vollen Touren anlaufenden Kraftwerke erstickt worden wäre!

Liebe Grüße,
busko
Letzte Änderung: 02 Feb 2021 15:05 von busko.
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@Werner
hier kannst du die Bedingungen nachlesen.
Gruß Gina

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02 Feb 2021 13:41 #605855
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loser schrieb:
PS @ die "Zahlen" sind offensichtlich immer ein willkommener Grund zur Aufregung, nicht nur beim Thema 1 "CORONA".

Natürlich sind bestimmte Zahlen ein Aufreger. Sofern halbwegs seriös erhoben, stellen Zahlen eben am ehesten eine Faktenbasis da. Das muss doch die Basis der Diskussion sein? Ich könnte auch anführen, das ich bei meinem letzten Besuch in der Nyae-Nyae-Conservancy leider keinen einzigen Elefanten mehr finden konnte und das angebliche Elefantenproblem bei Tsumkwe nicht nachvollziehen kann. Aber das ist erst mal nicht mehr als eine Momentaufnahme und zählt eben nicht als Fakt.

Ein wenig anders schaut es bei den südlichen Wüstenelefanten rund um den Ugab aus. Die Ugab-Herde ist nicht immer im Ugab sondern wandert auch durch die Gegend östlich davon in die Gegend von Omatjete. Genau da bei Omtjete möchte das Umweltministerium nun 30 Elefanten entnehmen, darunter 4 Bullen. EHRA ist seit Jahren die aktivste NGO in der Region und monitored die Elefanten dort. EHRA gibt die Zahl der Ugab-Elefanten mit 62 an. Nachdem der ikonische Bulle Voortrekker aus kommerziellen Gründen eben bei Omatjete von Trophäenjägern abgeschossen wurde, gibt EHRA die Zahl der Breedings Bulls unter den 62 Ugab-Elefanten mit nur noch 2 an. Sollte da der halbe Bestand an Elefanten entnommen werden und darüber hinaus auch die letzten erwachsenen Bullen, dann sollte es einleuchtend sein, dass das die lokale Population gefährdet.

Alle lokal ansässigen Lodges/Camps wie Brandberg White Lady, Brandberg Rest Camp und Madisa haben sich schriftlich gegen die Entnahme von 30 Elefanten ausgesprochen. Ebenso die dort ansässige Sorris-Sorris-Conservancy. Die sind in der Gegend alle sehr viel mehr aktiv und involviert als das MET. Aber siehe MET-Stellungnahme: alles nur dumme selbst ernannte Umweltschützer, die "rubbish" und "nonsense" erzählen.
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