THEMA: Reisebericht Tansania Nord Februar/März 2014
26 Apr 2014 17:25 #334763
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Hallo,

für alle die preiswert mit nach Tansania reisen möchten, hier die Sofatour für PC oder Laptop. :kiss:

Der Reisebericht kann auch auf meiner Homepage am Stück gelesen werden (Achtung: Langversion für Freunde, Verwandte und uns selbst).

Wer nur eine Fotoauswahl anschauen möchte kann das hier tun.


Karte Route Tansania Nord Februar/März 2014, T4Africa

Route im Detail

Tour Operator: Mashoka Tours, Arusha

16.02.14 Flug Hannover - Kilimanjaro Airport mit Turkish Air
16.02.14 Arusha, Rivertrees Country Inn, HB
17.02.14 Arusha, Rivertrees Country Inn, HB, day at leisure
18.02.14 Arusha, Rivertrees Country Inn, HB, Arusha NP, Lunch Hatari Lodge
19.02.14 Manyara NP, Camping Lake Manyara NP, game drive Lake Manyara NP
20.02.14 Ngorongoro CA, Ndutu Safari Lodge, drive to Ndutu, game drive
21.02.14 Ngorongoro CA, Ndutu Safari Lodge, game drive
22.02.14 Serengeti/Seronera, Camping, drive to Seronera, game drive
23.02.14 Serengeti/Seronera, Camping, game drive
24.02.14 Serengeti/Seronera, Camping, game drive
25.02.14 Serengeti/Seronera, Camping, game drive
26.02.14 Serengeti/Seronera, Camping, game drive
27.02.14 Serengeti/Seronera, Camping, game drive
28.02.14 Ngorongoro, Rhino Lodge, HB, crater drive in the afternoon
01.03.14 Arusha, Rivertrees Country Inn, HB, drive to Arusha
02.03.14 Arusha, Rivertrees Country Inn, HB, day at leisure
03.03.14 Flug von JRO mit Precison Air nach Entebbe

Gefahrene km in Tansania ohne Flughafen-Shuttle: 1496 km

Herzliche Grüße
Marina
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26 Apr 2014 17:44 #334766
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16./17.02.2014 Rivertrees Country Lodge, Usa River


Ngongongare

Es hätte nicht viel gefehlt und es wäre das erste Mal gewesen, dass wir ein afrikanisches Wunschreiseland nicht realisiert hätten. Tansania hat mich aus verschiedenen organisatorischen und preislichen Gründen an den Rand meiner Planungsfähigkeiten gebracht. Nach Studium diverser Reiseführer, Internetrecherche bereits zwei Jahre vor Reisebeginn, standen schnell die Eckdaten für die Tour fest.

Gerade Recht kam mir dann der Reisebericht von Globetrotters, die qualitativ und preislich sehr mit ihrem Tour Operator Mashoka Tours zufrieden waren (einem einheimischen Guide aus Arusha, der sich selbständig gemacht hat).

So habe ich den Spieß zum ersten Mal umgedreht und keine weiteren Angebote eingeholt, sondern habe die Kosten der kompletten Tour in einer Exceltabelle selbst kalkuliert und sie Sikoyo (Aminiel Mbise) von Mashoka Tours gemailt. Er war mit meiner Kalkulation einverstanden und hat einer Durchführung sofort zugestimmt.
Letztendlich sind wir einen Kompromiss eingegangen, der bei einer Erstbereisung für uns durchaus zu vertreten war.

Aus Kostengründen haben wir uns für eine Tour mit Driver und Hatch Roof Landcruiser entschieden. Dies war erheblich preiswerter, wie die Anmietung eines zuverlässigen Selbstfahrerfahrzeuges. Realisiert haben wir auch unseren Wunsch einer Kombination aus Lodge und Camping im Bodenzelt. Damit mehr Zeit für Game Drives und Fotografie bleibt, durfte ein Koch, der sich auch vor Abfahrt um die Einkäufe kümmert, nicht fehlen.

Neben unserer großen Tansania-Tour im Juni/Juli 2014 in den Süden, wollten wir auf den Norden des Landes nicht verzichten und beschlossen nach Buchung der Südtour beim gleichen Tour Operator auch eine zweiwöchige Stippvisite auf der Geburtswiese der Gnus in Auftrag zu geben. Wollten doch mal schauen, ob die Migration in der Serengeti genau so spektakulär wie in der Masai Mara ist.

Ein mulmiges Gefühl blieb trotzdem, denn ohne eine europäische Agentur im Rücken, kann ja alles Mögliche schief gehen. Mit Sikoyo hatte ich vereinbart die Kosten der Reise direkt in Dollar in bar vor Ort zu begleichen.

Als Trinkgeld/Honorar übergeben wir Sikoyo einen Engel Freezer, denn wir wollten beim Campen in Tansania nicht auf Jochens tägliche Fleischration verzichten und außerdem kann Sikoyo unser komfortables, aber schweres Dreimann-Zelt behalten.

Zunächst war geplant, dass Jochen und ich die Reisen nur zu zweit durchführen. Allerdings haben wir uns dann von unserem Forumsfreund Axel (Uganda80) überreden lassen, dem die Touren gut gefielen, ihn mit zunehmen.

Wenige Wochen später folgte ein weiteres Fomi (Andi/Bebbl) und letztendlich meine Freundin und Kinderkrankenschwester Steffi aus Stuttgart, die zum ersten Mal einen Fuß auf den afrikanischen Kontinent südlich der Sahara setzen wollte.

Damit war klar, wir werden mit zwei Autos, zwei Drivern, Koch und Assistentkoch aufbrechen. So konnten wir notfalls im eigenen Auto nach unserer Fasson glücklich werden und hatten genug Stauraum für die Fotoausrüstung. Die Kosten waren für Jochen und mich dadurch nicht wesentlich geringer, als wenn wir die Tour allein gemacht hätten. Aber nun haben wir Löwenfutter für das Bodenzelten in der Serengeti dabei...

Da die Lodges allerdings wegen Hochsaison Anzahlungen zur Aufrechterhaltung der Buchung benötigten, habe ich mich entschieden, die festen Unterkünfte selbst zu buchen (mit Tour Operator Rabatt) und per Auslandsüberweisung bzw. per Kreditkarte zu bezahlen. Außerdem wollten wir wegen des Sonnenuntergangs unbedingt eine Lodge am Kraterrand des Ngorongoro und bei der Ndutu Lodge haben wir bis einen Tag vor Abreise aus Europa auf der Warteliste für die zweite Nacht gestanden, bevor wir noch zu reduzierten Preisen Back Rooms erhalten konnten. Gerade die Ndutu Lodge ist im Februar bereits meist ein Jahr vorher ausgebucht.

Einige Preiskorrekturen hinsichtlich der Kosten für Benzin, Honorar Koch und Assistentkoch wurden auch noch kurz vor Reisebeginn eingepflegt.
Da wir mit dem Freezer und unserem Campingequipment an der Freigepäckgrenze von 30 kg pro Person ankommen würden, habe ich eine Reisetasche per Post an Andi nach Stuttgart gesandt (der Zirkus mit der Post war afrika-like), der sie zusammen mit Steffi auf den Flieger genommen hat.

Getroffen haben wir Fünf uns dann in Istanbul, von wo aus wir auf der gleichen Maschine mit Turkish Air Richtung Kilimanjaro geflogen sind. Die neuere Boing 737-900 der TA bot die gewohnt großzügige Beinfreiheit und den sehr guten Service, den wir auf der Ostafrika-Route gewohnt sind.

Da wir alle bereits unser Visum aus der tansanischen Botschaft in Berlin im Pass hatten, erfolgten die Einreiseformalitäten recht zügig und auch auf das Gepäck warteten wir nicht lang. Einen Gelbfieberimpfausweis wollte keiner sehen.

Sikoyo, der Inhaber von Mashoka Tours stand mit seinem kleineren Landcruiser pünktlich bereit und während die drei Raucher unter uns endlich ihrem Laster frönen konnten, belud Sikoyo den Cruiser mit unseren Gepäckmengen, denn wir hatten alle zum größten Teil unserer eigenes Campingequipment dabei (Luftmatrazen, Schlafsäcke, Zelte). Das wäre allerdings auch von Sikoyo bei Bedarf gestellt worden (Außer Schlafsäcke).

Vom Kili Airport ging´s in stockfinsterer Nacht, aber bei leeren Straßen in einer halben Stunde bis zur Rivertrees Country Lodge in Usa River. Auf dem Parkplatz wurden wir von zwei Gepäckträgern mit Schubkarre erwartet. Mit Sikoyo vereinbarten wir, dass er uns mittags gegen 11:30 Uhr zum Shoppen in Arusha (Repellent, Fleisch, Sonnenmilch etc.) abholt. Wir ließen uns erst einmal für einen kleinen Drink in der Lounge nieder, bevor wir die Standard Rooms 17, 18 und 19 bezogen und endlich ein bequemes Bett genießen konnten.


Jochen, Axel, Steffi, Rivertrees Country Lodge, Usa River

Für die Rivertrees Country Lodge hatte ich mich ganz bewusst entschieden, da die deutsche Inhaberin mit einem Nachfahren von Margarete Trappe (Momella Farm) verheiratet war und ich auf interessante Informationen und Gespräche zu diesem Thema hoffte (siehe hierzu auch die Rezensionen auf Tripadvisor).

Meine Freude wurde jedoch schon im Vorfeld ein wenig getrübt, hatte ich doch bereits am 12.11. 2013 2744 US$ auf das Konto von Rivertrees überwiesen. Leider konnte der Zahlungseingang bis kurz vor unserer Abreise nicht bestätigt werden, denn das Geld wurde von der Bank fälschlicherweise auf das Schilling- und nicht auf das Dollarkonto der Lodge gutgeschrieben. Die wochenlangen Emails, Telefonate und der Nachforschungsauftrag meiner Bank kosteten mich viel Nerven (und das ausgerechnet mit einer deutsch geführten Lodge). Problemlos klappte übrigens die Zahlung via Master Card Formular mit der Ndutu Lodge und der Rhino Lodge.

Fortsetzung folgt!
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26 Apr 2014 18:03 #334769
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17.02.2014 Rivertrees Country Lodge, Usa River, Arusha, 49 km


Karte Arusha und Umgebung, T4Africa

Trotz Schlafmangels waren wir gewohnt früh wach und während Jochen die heiße Dusche genoß, schlich ich mit der Kamera durch den parkähnlichen tropischen Garten der Lodge, der Grünmeerkatzen, Blue Monkeys und auch einige Milchuhus ein Zuhause bietet. Das Grundstück wird vom plätschernden Usa River durchzogen und soll eine große Vogelwelt beherbergen. Das Wetter war feucht und der Himmel präsentierte sich Graun-in-Grau bedeckt. Aufgrund der hohen, alten Bäume und der wenigen Blühpflanzen ließen sich kaum interessante gefiederte Gesellen ablichten. Das mag auch jahreszeitlich bedingt sein (Bird List Rivertrees).


Weißkehlmeerkatze/Sykes' monkey (Cercopithecus albogularis), Rivertrees Country Lodge, Usa River


Grünmeerkatze, Rivertrees Country Lodge, Usa River


Milchuhu/Verreaux's Eagle-Owl (Bubo lacteus), Rivertrees Country Lodge, Usa River


Rivertrees Country Lodge, Usa River


Rivertrees Country Lodge, Usa River

Nach und nach erschienen auch Steffi, Andi und Axel aus ihren Kemenaten und wir genoßen zusammen das erste Frühstücksbuffet in Tansania – natürlich englisch, aber mit viel schmackhaften Obst.


Rivertrees Country Lodge, Usa River

Später wurden wir vom jungen, französischen Managerpaar begrüßt, die mir auf Nachfrage mitteilte, dass die Besitzerin Martina Gerken-Trappe wohl die meiste Zeit in Arusha wohnt und dort ein B&B betreibt. Man wollte versuchen, dass sie während unserer Aufenthalte zu einem Gespräch in die Lodge kommt.

Gegen 11:30 Uhr erwartete uns Sikoyo mit dem Long Wheel am Parkplatz für die Fahrt nach Arusha. Vorbei an Reisfeldern, Mango- und Bananenplantagen ging es auf der gewohnt afrikanisch bunten Straße Richtung Arusha. Der Verkehr hielt sich in Grenzen. Ich hatte anderes erwartet.

Während der Fahrt berichtete Sikoyo, dass er auch als Freelancer mit eigenen Fahrzeugen für Diamir, Wigwam, die Hatari Lodge (Jörg Gabriel) und die Meru View Lodge (Horst Bachmann) Touren fährt, wenn er keine eigenen für sein Unternehmen hat.

Zunächst steuerten wir einen ATM an. Mit Master Card und Visa ließen sich dem Automaten jedoch nur 100.000 TSh entlocken. Anschließend ging´s in den Shoprite Supermarkt, wo wir uns mit notwendigen Utensilien eindeckten, ich eine Telefonkarte erstand und mit 10.000 TSh aufladen ließ. Das Warenangebot des tansanischen Shoprite war allerdings in keinster Weise mit denen des südlichen Afrikas vergleichbar. Vor dem Supermarkt probierte ich am ATM noch einmal die Kreditkarten aus, aber der maximal abhebare Betrag war nach wie vor nur 100.000 TSh. Mit meiner normalen EC-Karte hatte ich dann jedoch Glück und konnte dem ATM 300.000 TSh entlocken. Andi hat erfolgreich in einer Wechselstube getauscht.

Auf dem Parkplatz des Supermarktes trafen wir Sikoyos Schwager und angestellten Driver Lazaro mit dem kleinen Landcruiser, der uns ab morgen ebenfalls begleiten wird.


Zufahrt, Rivertrees Country Lodge, Usa River


zwischen Usa River und Arusha


zwischen Usa River und Arusha


zwischen Usa River und Arusha

Zum Abschluss suchten wir noch die deutsche Schlachterei Meat King auf, denn Jochen soll mit seinen Gästen an seinem Geburtstag am 25.02. kulinarisch auf nichts verzichten und Dank des Engel Freezers war nun für adäquate Frischhaltung gesorgt. Auch ein Geburtstagskuchen in Form eines Pannetone fand den Weg in den Landcruiser.

Noch vor Sonnenuntergang waren wir zurück auf der Lodge und konnten so noch einen Blick auf die Milchuhus erhaschen, bevor wir uns am schmackhaften Dinnerbuffet gütlich taten. Am Kamin in der Lounge saß Jörg Gabriel, der Autor des Reise Know Hows Tansania. Wir hatten eine kurze Unterhaltung über Hatari und Rivertrees.

Den Rest des Abends verbrachten wir vergnüglich mit einer angeregten Diskussion über "Biene Maja", "Flip" und "Thekla".


Milchuhu/Verreaux's Eagle-Owl (Bubo lacteus), Rivertrees


Rivertrees Country Lodge, Usa River


Wie man sieht, funktioniert Wifi prächtig auf Andis Tablet im Rivertrees


Rivertrees Country Lodge, Usa River

Mit herzlichen Grüßen
Marina
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26 Apr 2014 18:40 #334773
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18.02.2014 Arusha NP, Rivertrees Country Lodge, 61 km


Karte Arusha NP, 18.02.2014, T4Africa

Die in den Bäumen turnenden Affen weckten uns durch ihre lauten Schreie bereits mit Anbruch der Dämmerung. Auch der entfernt rufende Muezzin tat ein übriges. Das ist so typisch Ostafrika. Überall in auch nur spärlich bewohnten Ecken ist laute Musik bis tief in die Nacht und in regelmäßigen Abständen auch der muslimische Prediger zu hören.

Mit Sikoyo hatten wir vereinbart, dass wir gegen 08.00 Uhr bereits in den kleinen Arusha Nationalpark aufbrechen. Üblicherweise wird der von den Guides zwischen 10:00 und 16:00 Uhr abgehandelt, aber wir brauchen Zeit für die Historie und die Vogelwelt des Parks. Auf einer kleinen Fotoexkursion noch vor dem Frühstück gab meine neue Kamera Eos 70D den Geist auf und zeigte nur noch Fehlercode 80 an. Mein Adrenalinspiegel drohte zu entgleisen, denn auch Andi fand auf die Schnelle via Internet keinen brauchbaren Hinweis. So bat ich den Manager der Lodge mit der Kamera in Arusha einen Support aufzusuchen und eine rasche Lösung für das Problem zu finden. Jochen war so nett und überließ mir wieder die alte 500D und mit dem Tierzoom nutzte ich die 650D. Meine Stimmung war Keller! Das Wetter ließ auch wieder zu wünschen übrig. Der Himmel war bedeckt und weder Mt. Meru noch Kilimanjaro waren zu sehen. Lt. Axel und Wetterbericht sollte das mindestens noch 3-4 Tage so weiter gehen.

Unweit der Rivertrees Lodge führte die Straße nach links zum Arusha Nationalpark. Wir passierten das Dörfchen Ngongongare und standen gegen 09:30 Uhr am Ngongongare Gate des Nationalparks. Wie fast immer nahm die Eintrittsprozedur seine Zeit in Anspruch. Nur diesmal erledigte alles Sikoyo, während wir zusammen mit Lazaro das pittoreske Treiben auf dem Parkplatz beobachteten und angestrengt versuchten doch noch einen Blick auf dem wolkenverhangenen Mt. Meru zu erhaschen. Das Permit für den Arusha NP kostete für Ausländer 45 US$ pro Person/Tag zuzüglich Minimum 20.000 TSh (je nach Fahrzeuggewicht) für das Fahrzeug mit tansanischem Kennzeichen. Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen durften 40 US$ pro Tag für das Fahrzeug berappen!


Karte Arusha NP, Tanapa


Ngongongare Gate, Arusha NP


unter den Fahrzeugen liegende Driver sollten wir noch öfter sehen...


Sikoyo und Lazaro, Ngongongare Gate, Arusha NP

Steffi war glücklich, als wir bereits kurz hinterm Gate in der „Kleinen Serengeti" auf erste größere Säugetiere trafen. Einige Zebras und Warzenschweine tummelten sich auf der offenen Fläche. Im ca. 137 qkm großen Nationalpark, der hauptsächlich den 4562 m hohen Mount Meru umfasst, leben keine Löwen und Geparden. Saisonal suchen auch Elefanten aus dem Amboseli-Ökosystem den Arusha NP auf. Sie sind aber auch durch den wachsenden Bevölkerungsdruck direkt an den Parkgrenzen eher selten zu sehen. Dafür gefällt es hier Büffeln und Giraffen umso mehr.


Serengeti Ndoogo - Kleine Serengeti, Arusha NP


Serengeti Ndoogo - Kleine Serengeti, Arusha NP

Die Vegetation des Parks besteht hauptsächlich aus tropischem Bergregenwald, der sich an den Hängen der Berge und Krater vulkanischen Ursprungs ausgebreitet hat. Zahlreiche Seen und Sumpfgebiete bieten einer vielfältigen Flora und Fauna eine Heimat.

Auf der einfachen Gravelroad ging es am Kraterrand bis zum Buffalo View Point, der einen guten Blick auf einige im ca. 400 m tiefer liegenden, sumpfigen Krater grasende Büffel bot. Von der reichen Vogelwelt (im Park sollen über 400 Arten leben) konnte ich bislang noch nichts sehen doch schließlich entdeckten wir wenigstens einige Paare des wunderbar gefärbten Seidenturackos im Dunkel der hohen Bäume.

Die Straße um den Ngurdotkrater herum ist nicht mehr vollständig befahrbar, aber sie bot einige schöne Aussichtspunkte, an denen man das Fahrzeug verlassen darf.


Commelina benhalensis, Arusha NP


Weißkehlmeerkatze/Sykes' monkey (Cercopithecus albogularis), Arusha NP


Old Ngurdoto Gate, Arusha NP


Kilimandscharo Colobus (Colobus guereza caudatus), Arusha NP


Old Ngurdoto Gate, Arusha NP


Buffalo Point, Ngurdoto Crater, Arusha NP


Buffalo Point Picnic, Ngurdoto Crater, Arusha NP


Seidenturako/Hartlaub's Turaco (Tauraco hartlaubi), Buffalo Point, Ngurdoto Crater, Arusha NP

Weiter ging es in nordwestlicher Richtung vorbei an den Senetos Pools und dem Lake Longil. Unterwegs sahen wir noch einen Weißstirnspint und einen Ziernektarvogel, aber leider spielte das Licht aufgrund des schlechten Wetters nicht mit, um anständige Fotos zu erstellen. Das ist so typisch für Ostafrika. Man muss immer mit bewölktem Himmel rechnen.

Auf Höhe der Momella Wildlife Lodge erreichten wir eine große offene Fläche, die Kamba ya Fisi (Ort der Hyänen) genannt wird. Hyänen beobachteten wir nicht, aber eine große Büffelherde, einige Wasserböcke und rechterhand, bereits außerhalb des Parks die Hatari Lodge und die Momella Wildlife Lodge. Dort grasten auch Rinder in friedlicher Koexistenz zwischen den Büffeln. Steffi konnte sich herrlich für die neugeborenen Büffelkälber begeistern.


Kamba ya Fisi, Arusha NP


Kamba ya Fisi, Arusha NP


Kamba ya Fisi, Arusha NP


Momella Lodge

Unsere in der Rivertrees Lodge für 14 US$ georderten Lunchboxes verspeisten wir in der Mittagszeit am Momella Gate. Neben einem kleinen Informationszentrum kann man im angeschlossenen Kiosk auch Kaffee und Kaltgetränke erwerben. Hier starten auch die Touren der Merubesteigung.

Der Himmel verfinserte sich bedrohlich und bald fielen von Bltz und Donner begleitet die ersten Tropfen eines anständigen Tropengewitters.

Was tun bei Regen? Wir schauten uns die Momella Lodge an, die ehemalige Farm von Hardy Krüger, die sich 12 Jahre in seinem Besitz befand. Gleichzeitg war dies auch der Drehort des des Kinoklassikers "Hatari" u.a. mit John Wayne und Elsa Martinelli in der Besetzung. Die riesige Lodgeanlage mit 107 Zimmern verströmt den Charme alter Zeiten, andere Gäste waren nicht zu sehen.

Viel früher gehörte das Land der Trappe-Familie. Margarete Trappe ist 1906 zusammen mit ihrem Mann nach Ostafrika ausgewandert und hat rund um Momella und Ngongongare einige Farmen betrieben.

Neben der Unterhaltung der Farm war sie immer wieder auch als Jägerin und Führerin von Jagdgesellschaften aktiv, die gerade zu Beginn des Jahrhunderts sehr populär waren. Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg und dem damit verbundenen Verlust der deutschen Kolonien wechselte sie die Staatsbürgerschaft und wurde Britin, um weiterhin in Tanganjika, dem späteren Tansania, bleiben zu dürfen.

Aufgrund ihres ungewöhnlichen Lebenslaufes, insbesondere als weiße Frau in einem afrikanischen Land, und ihres fairen Verhaltens gegenüber den einheimischen Massai und den Tieren wurde sie in Tansania sehr bekannt. Man nannte sie dort die „Mutter der Massai".

Nach ihrem Tod verpachtete ihr Sohn Rolf 1961 die Farm an Paramount Pictures für Howard Hawks' Film Hatari!. Später beteiligten sich Jim Mallory und Hardy Krüger an der Farm und betrieben die Momella Game Lodge. Später ging die Farm im Arusha National Park auf. Ein Teil von Momella wird heute von Hatari Lodge Safaris betrieben.
Quelle: wikipedia.de

Wer sich für die Geschichte interessiert, dem sei wärmstens folgende eingängige Literatur empfohlen: Eine Farm in Afrika, Hardy Krüger und Die weiße Jägerin, Rolf Ackermann.


Arusha NP


Momella Gate, Arusha NP


Momella Lodge


Jochen und John Wayne, Momella Lodge


Momella Lodge


Momella Lodge


Momella Lodge

Die wenigen verbliebenen Angestellten der Lodge freuten sich uns einen heißen Kaffee kredenzen zu können, bevor wir nach ca. einer Stunde bei Nieselregen den Rückweg durch den Nationalpark Richtung Usa River antraten.

Bei Ngongongare konnten wir dann doch einen mehr oder weniger verschwommenen Blick auf den Gipfel des Mount Meru werfen und kamen mit einem Jungen ins Gespräch, der mit Vergnügen Kornelkirschen kaute.

Da uns für die Campingtour zur Herstellung von Rock Shandy noch Angostura fehlte, versuchten wir es in einem deutschsprachigen, gut sortierten Shop in Ngongongare. Leider waren wir nicht erfolgreich.


Elipsenwasserbock, Serengeti Ndogo - Kleine Serengeti, Arusha NP


Mt. Meru, Ngongongare


Kornelkirschen, bei Ngongongare

Zurück in der Lodge teilte mir der sehr hilfsbereite, französische Manager mit, dass er in Arusha keinen Canon Support aufgetrieben hat, sich die Kamrea aber nach Entfernung von Akku und Speicherkarten nach einigen Stunden von selbst repariert hat. Der Fehler ist wohl bekannt und wird im Internet diskutiert. Zunächst war ich erleichtert und hoffte, dass mich das teure Stück nicht wieder im Stich lässt. Auf jeden Fall wird nach Rückkehr in Deutschland ein Telefonat mit Canon erfolgen, denn auch die EOS 650D glänzte bereits durch Errormeldungen in der Vergangenheit.

Leider gab es im Rivertrees, dass gut gebucht war, heute kein Buffet, sondern ein Setmenü. Man kann jedoch alternativ ohne Aufpreis auch von der umfangreichen Speisekarte bestellen. Die Pizzen hier sind sehr lecker und deshalb sind auch viele einheimische Weiße regelmäßig zu Gast. Das super schnelle Wifi tut ein Übriges.


Jochen, Steffi, Axel, Rivertrees

Fortsetzung folgt!

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Marina
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26 Apr 2014 19:22 #334780
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19.02.2014 Usa River - Arusha - Mto wa Mbu, 133 km


Karte Usa River - Lake Manyara

Schon zum Morgengrauen weckten uns die Affen, das fröhliche Vogelgezwitscher und der unsägliche Meuzzin. Wir genossen noch einmal eine anständig heiße Dusche und packten unser Gepäck zusammen. Im Restaurant benötigte man für die Kaffeebestellung wieder länger als eine halbe Stunde. Manchmal denke ich, da müssen erst die Bohnen auf der nächsten Plantage geerntet und getrocknet werden.

Ich nutzte die Zeit um unsere Getränkerechnung zu begleichen und erste Postkarten zu schreiben. Gegen 08.00 Uhr erwarteten uns Sikoyo, Lazaro und Jessica, unsere 25 jährige Assistentköchin auf dem Parkplatz von Rivertrees, um unsere Siebensachen im Wagen zu verstauen. Der neue Engel Freezer hatte seinen Platz im Long Wheel in einer extra angefertigten Alu-Umrandung im hinteren Teil des Wagens gefunden und funktionierte perfekt.


Rivertrees Country Lodge, Usa River

Kurz vor 09:00 Uhr erreichten wir Arusha, wo wir noch nach Angostura für ein anständiges Rock Shandy schauen wollten. Da auch Erika und Toni sowie La Leona zur gleichen Zeit in Nordtansania unterwegs waren, hatte ich mir überlegt ein „Zeichen" zu setzen und hatte in Deutschland Aufkleber für Reserveradcover herstellen lassen. Dafür hatte Sikoyo nun über Nacht die Hüllen in Arusha in Auftrag gegeben und nun mussten sie noch in einer kleinen, lebhaften Seitenstraße beklebt werden.

Außerdem stieß unser junger Koch Prosper zu uns, der die Wagen mit Unmengen von Lebensmitteln befüllte. Die ganze Prozedur dauerte eineinhalb Stunden, in denen wir unseren Spaß mit den Tansanitklopfern und den lokalem Masai hatten. Die weltweit einzige Mine für die blauen Schmucktansanite liegt in der Nähe Arushas. Man kann sie von der A104 aus sehen. Die aktuellen Funde dieser begehrten Steine erreichen leider nicht mehr die Qualität früherer Jahre und oftmals gewinnen die farblosen bzw. braunen Steine minderer Qualität erst durch einen Brennvorgang unter hohen Temperaturen ihre Farbe. Je tiefer das Blau umso wertvoller und teurer der Stein. Ich hätte ja gerne einen Rohling für meine Mutter mitgenommen, die ein Faible für Schmucksteine hat, aber die unbehauenen Steine fragwürdiger Herkunft waren einfach zu teuer. Nichtsdestotrotz werden wir auf einer unseren nächsten Reisen einen Tag für die Minenbesichtigung reservieren.
Jochen hatte wie immer seinen Spaß mit den Straßenhändlern, die Kunsthandwerk jeglicher Art zu teuren Preisen an den Mann bringen wollten.

Ein besonderes Highlight war jedoch Jochens Märchenstunde mit den Masai, die hier an jeder Ecke in kleineren oder größeren Gruppen scheinbar unbeteiligt das Treiben beobachten. Einer der Masais erklärte Jochen die traditionellen Tänze der Masais. Jochen erklärte ihnen, dass es auch in Deutschland eine ähnliche Volkgruppe wie die Massai gibt. Sie heißen Bayern, tanzen in Lederhosen, hauen sich dabei auf die Schenkel und anschließend gibt´s Backpfeifen. Außerdem haben die Bayern sehr starke Frauen, die 17 große, schwere Bierkrüge auf einmal tragen können... Die Masais, Jochen und wir hatten richtig Spaß!


Papst Johannes Paul II ist auch dabei! Arusha


Arusha


Tansanitbearbeitung, Arusha


Tansanitbearbeitung, Arusha


Tansanitbearbeitung, Arusha


Arusha


Reserveradcover unseres Long Wheel, Arusha


auch der Short Wheel wurde standesgemäß dekoriert


Jochen bei seiner Lieblingsbeschäftigung - dem Handeln


Arusha


Arusha


High Heels Schuhgeschäft, Arusha


Fahrschule, Arusha


Reifenhändler, Arusha


Arusha


Cultural Heritage, A104 Arsuha

Gegen 10.00 Uhr verließen wir die Stadt im grünen Bergland westwärts auf der gut ausgebauten A104 vorbei am Cultural Heritage, Kaffeeplantagen und dem Arusha Airport. Es ging durch die topfebenen und von Bodenerosion bedrohten Ardai Plains. Im Norden werden die Plains von den ca. 2600m hohen Monduli Mountains begrenzt, im Süden schließt sich die Massai Steppe an. Durch Hobbyjägerei in den 80iger Jahren ist der Wildtierbestand in dieser Region nahezu ausgerottet worden.

Die heftigen Gewitter der letzten Tage haben teilweise große Pfützen entstehen lassen. Entweder es gibt über lange Zeit zu wenig Regen, oder in kurzer Zeit viel zu viel Regen, den der Boden nicht aufnehmen kann. Wertvolle Erde wird weggeschwemmt, Infrastruktur wird zerstört. Überweidung tut ein Übriges zur Verschärfung der Situation.

Vermehrt sehen wir links und rechts der Straße Masai Bomas. Da die Bevölkerung hier ständig von Wassermangel bedroht ist, hat die Regierung begonnen kleine Staubecken anzulegen, in denen das Wasser aufgefangen wird.

Steffi und Jochen kramten ihre Kisuaheli Sprachführer heraus, engagierten Jessica als Lehrerin. Wir alle haben viel und herzlich gelacht. Ich denke, dass Steffi ihre Sache am besten gemacht hat und nun ein Diplom verdient hat.


Arusha


Arusha Airport an der A104


A104 zwischen Arusha und Makuyuni


A104 zwischen Arusha und Makuyuni


A104 zwischen Arusha und Makuyuni


A104 zwischen Arusha und Makuyuni


Wir haben natürlich niemand bei der Arbeit gesehen...

Bei Makuyuni bogen wir rechts Richtung Mto wa Mbu ab. Die A104 führt weiter Richtung Tarangire Nationalpark. Am Horizont zeigte sich das imposante Escarpment des Rift Valley. In der staubigen Ebene legten wir eine kurze Pipipause ein und hatten Freude mit zwei jungen Masaikindern, die die Ziegen hüteten.

Unterwegs hatten wir ja recht gutes Wetter, aber hier in der Ebene war es brüllheiß und am Himmel braute sich sich schon wieder etwas Bedrohliches zusammen.

Wie so oft in Ostafrika werden viele Güter und Waren auf dem Fahrrad transportiert und je näher wir Mto wa Mbu kamen umso bunter wurde das Straßenbild. Vor allem die vielen Tuk Tuks brachten ordentlich Farbe ins Spiel. In Arusha waren sie mir gar nicht so aufgefallen. Abgesehen davon säumen jede Menge Craftläden die Straßenränder.


junge Masaihirten zwischen Makuyuni und Mto wa Mbu


zwischen Makuyuni und Mto wa Mbu


zwischen Makuyuni und Mto wa Mbu


Mto wa Mbu


Mto wa Mbu

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26 Apr 2014 19:33 #334783
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Liebe Marina,

vielen Dank für den bereits sehr interessanten Beginn Deines Berichts.

Was konnte denn Jochen für einen Preis bei den Highheels raushandeln und wann sehen wir die mitgebrachten "Schrankschuhe"?? :P

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
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