THEMA: 5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil III Namibiarunde
16 Mai 2025 14:14 #706614
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Einleitung Teil III - Rundreise Namibia

Bevor es mit dem dritten Teil unserer Elternzeitreise weitergeht, möchte ich vorab ein paar allgemeine Dinge schildern. Einiges findet sich bereits im Eingangspost zum zweiten Teil unserer Reise (siehe hier).

Die Runde mit Camper in Namibia war relativ einfach - mehr oder weniger eine Standardroute. Für uns war es zwar bereits das vierte Mal in Namibia, aber einerseits wollten wir meinen Eltern die “Highlights” zeigen, andererseits manche Highlights 8 Jahre nach unserer ersten Reise nach Namibia und viele Afrika-Erfahrungen reicher noch einmal aus einem neuen Blickwinkel sehen und gegebenenfalls neu bewerten. Auch hier bestand aber die Schwierigkeit, nach Möglichkeit längere Fahrstrecken zu vermeiden. Je nach Strecke in Namibia nicht ganz trivial bis unmöglich, wenn man nicht unendlich viel Zeit hat. Wir hatten “nur” 3 Wochen, also einen ziemlichen Standardzeitraum, während wir es bei der Reise im Übrigen ja gewohnt waren, ein großzügigeres Zeitbudget zu haben (das natürlich immer noch viel zu kurz war).

Selbst wenn die grobe Route klar ist, bietet die Frage, wo genau man wieviele Nächte bleiben möchte, dann natürlich dann immer noch Potential für Diskussionen - vor allem wenn plötzlich noch mehr Interessen zu berücksichtigen sind. Fest stand jedoch von vornherein, dass Etosha aufgrund der Malaria-Problematik mit Kind <1 Jahr in der Regenzeit für uns wegfällt. Damit konnten wir gut leben. Klar ist Etosha in Grün toll (das hatten wir glücklicherweise im Januar 2020), aber wir erhofften uns ausreichend Safari–Gelegenheiten an anderen Stellen. Meine Eltern sollten dann ohne uns noch eine Woche im Norden dran hängen.

Wir wollten zudem - trotz Camper - Stops mit nur einer Nacht wenn möglich vermeiden, um zu verhindern, dass wir bzw. die Kinder jeden Tag stundenlang im Auto sitzen.

Die ursprüngliche Idee für die ursprünglich geplante Tour 2023 (die dann der Geburt von K2 zum Opfer fiel) war, zwar einige Highlights anzusteuern, ansonsten aber die uns noch unbekannteren und zum Teil etwas "abenteuerlicheren" Ecken, vor allem im Nordwesten, zu besuchen. Nachdem wir nun noch ein “Baby” dabei hatten, war klar, dass der “Abenteuergrad” etwas zurückgeschraubt werden muss, vor allem auch noch in der Regenzeit. Als weitere Schwierigkeit kam hinzu, dass wir ja aus Richtung KTP kamen und Namibia wieder Richtung Kapstadt verlassen würden und somit versuchten, möglichst wenig Strecken doppelt/dreifach zu fahren.

Ein paar Punkte waren für uns jedoch fest gesetzt:

- Wir wollten unbedingt einmal ins Namibrand NR, da die Bilder schlicht unglaublich sind und es bisher wegen Verfügbarkeiten nie geklappt hatte
- Wir wollten endlich mal eine der Campsites im Namib Naukluft NP kennenlernen
- Wir wollten den Übergang der Wüste ins Meer südlich von Walvis Bay sehen
- Ebenso die Robben in Cape Cross endlich mal besuchen

So entwickelte sich eine Route, die wohl einen halbwegs vernünftigen Kompromiss aus allen Bedürfnissen und Anforderungen darstellt. Wenn wir was schönes gefunden hätten, hätten wir gerne noch einen Zwischenstop zwischen Kalahari und Namibrand eingelegt. Wir waren verhältnismäßig lange in Swakopmund, was allerdings auch als kleine Pause ganz gut war und uns die Zeit bot, in Ruhe die diversen Angebote wahrzunehmen und mal “Urlaub” zu machen. Zum Ende hin mussten wir eine Stelle finden, an der wir uns sinnvollerweise trennen können und von der aus meine Eltern weiter zum Etosha und wir zurück nach Windhoek fahren konnten. Hier wählten wir als letzten gemeinsamen Stop den Brandberg.

Insgesamt hatten wir uns schließlich auf folgende Route verständigt:

2 N Krumhuk
2 N Bagatelle Kalahari Game Ranch
2 N Namibrand NR Jupiter CS
2 N Sesriem
1 N Mirabib
1 N Blutkuppe
5 N Swakopmund
2 N Spitzkoppe
1 N Mesum Krater
2 N Brandberg (ab hier dann wieder alleine)
1 N Erongo Rocks
3 N Krumhuk

Anbei vorab ein paar Bilder zur Einstimmung (dieser Teil wird deutlich landschaftslastiger und wildlife-ärmer).



















Der Bericht ist natürlich "gesonnt", so dass er mit Klick auf das Sonnensymbol rechts oben ohne Kommentare gelesen werden kann.
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17 Mai 2025 22:29 #706665
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Tag 30 23.03.2024 Krumhuk

Nachdem wir am Vortag in Krumhuk angekommen waren und uns am Wiedersehen gefreut hatten, war der heutige Tag für Autotausch und Einkäufe vorgesehen, damit es am nächsten Tag richtig losgehen konnte.



Wir gingen zur am Vorabend abgemachten Uhrzeit zum Frühstück, müssen dann jedoch noch einige Zeit warten, da der zuständige Koch offenbar etwas verplant ist. Das Frühstück ist überdurchschnittlich, vor allem die Existenz von leckerem Brot ist aus deutscher Sicht natürlich nicht zu unterschätzen.

Dann gehen wir in den Farmshop und besprechen mit einem Mitarbeiter, was denn aktuell alles verfügbar wäre bzw. für uns frisch geerntet werden könnte und geben eine Liste mit Wünschen ab (Brot, Milchprodukte, Gemüse). Es wird uns zugesichert, zu beschaffen, was möglich ist.

Anschließend fahren wir nach Windhoek zum Tanken, dannzu Bushlore (bzw. meine Eltern zu Europcar, um ihr am Flughafen entliehenes kleines Auto dort abzugeben). Die Übergabe bei Bushlore ist unproblematisch. Es gibt hier jedoch wohl die Policy, mit dem Kunden nochmal zum Tanken zu fahren, um sicherzustellen, dass der Tank wirklich voll ist.. Hier hätten wir uns also durchaus Zeit sparen können.. Da der Kindersitz für K1 echt in Ordnung war, bitten wir darum ihn doch nach Möglichkeit für unsere nächste Miete in 3 Wochen zur Seite zu legen. Man sichert uns zu, ihn zu reinigen und dann für uns zu reservieren (was für ein Service!).

Hier unterhalten wir uns auch noch ein wenig mit einem Mitarbeiter über die Reinigung der Fahrzeuge (unseres ist für fast einen Monat Nutzung eigentlich recht ok, der Staub hält sich noch in Grenzen). Hierfür werden im Canopy alle Einbauten soweit abgeschraubt, dass man überall hinkommt und dann mit viel Wasser und Bürsten gereinigt. Insgesamt dauert die Reinigung/Prüfung eines Fahrzeugs wohl knapp einen Tag für 2 Mann..

Anschließend werden wir - ein letztes Mal in unserem alten Auto - zu Savanna gefahren, wo wir seltsame Blicke dafür ernten, aus einem Bushlore-Auto auszusteigen und zur Konkurrenz zu marschieren.

Hier müssen wir leider etwas warten, bis der Papierkram erledigt werden kann. Es zahlt sich dabei bereits aus, zwei weitere Erwachsene als Betreuungspersonen dabei zu haben, da es hier eine nette Spielecke gibt.

Wir erhalten unser bei der Klein Windhoek Schlachterei bestelltes und hierher geliefertes Fleisch (wir wussten im Vorfeld nicht, ob und was wir auf Krumhuk bekommen würden) und bezahlen dieses in bar.

Dann gehen wir zur Übergabe und Einweisung in die Fahrzeuge in die Halle. Das Licht ist für eine Prüfung ziemlich suboptimal. Zudem gibt es eine ganze Reihe von offenen Punkten, die bei erster Prüfung nicht in Ordnung sind.. Beim Bushcamper geht der Kühlschrank nicht rein - es wird ein neuer Griff montiert, das Problem ist dadurch aber nur zu 80% gelöst und es erfordert weiterhin viel Kraft und Beiseiteschieben des Dichtungsgummis, um ihn rein oder raus zu bekommen. Eine Decke fehlte. Beim Ford Ranger meiner Eltern war der Wassertank noch leer, ein Reifen hatte zu wenig Luft, das Kabel des Kompressors war kaputt..

Unser Aufbau ist sehr abgewohnt. Die Schlösser wurden wohl xmal getauscht. An unserem Schlüsselbund sind 20 (!) verschiedene Schlüssel, teilweise farblich codiert, teilweise ohne jede Markierung. Es ist also vor allem zu Beginn ein ewiges rumprobieren.. Warum man hier nicht die Schlösser einheitlich tauscht, weiß der Geier. Als wir das später bei Bushlore erzählten, wurde dort nur gelacht und man wollte es uns nicht glauben..

Der Aufbau ist - gerade etwa auch im Vergleich zur älteren Bushcamper-Version (für 2 Personen) von Savanna nicht wirklich durchdacht. Der Raum wird definitiv nicht gut genutzt, es gibt viel zu viel Kram, den man nicht braucht (und von dem wir einen Teil da lassen). Selbst der einweisende Mitarbeiter hat Probleme, alles hinten drin unterzubringen (und das alles ohne jedes Gepäck/Vorräte). Retrospektiv waren wir hier auch immer noch zu wenig streng. Man hätte noch etliches mehr an Zeug, das man nicht braucht, da lassen können und dafür einiges, was sinnvoll gewesen wäre (etwas mehr Teller/Schüsseln als nur 3, eine größere Schüssel für Salat oder Boxen für Lebensmittel) stattdessen mitnehmen..

Beim Ford Ranger kann man nicht an den Kühlschrank gelangen oder das Display ablesen, ohne ins Canopy zu klettern. Den Deckel des Kühlschranks kann man aber auch dann nur zu 30/40% öffnen, da er sonst an der Decke anstößt.. Man hat also nicht einmal die Chance, bis auf den Boden des Kühlschranks zu sehen oder ihn dort sauber zu machen..

Die Reifen waren leider auch etwas grenzwertig für “offroad”..


(wirklich viele (taugliche) Bilder von der Übergabe gibt es nicht - da Auto wird später ab und an zu sehen sein)

Alles in allem schon viel zum Meckern, dafür ist der Preis echt in Ordnung gewesen. Ob wir nach diesen Erfahrungen (am Ende nochmal mehr Fazit) nochmal bei Savanna mieten würden, weiß ich nicht - allenfalls wenn der Preis erneut sehr attraktiv wäre.

Nach der anstrengenden und zeitraubenden Übergabe (allein für Einweisung und Reparaturen über 2 Stunden) ging es zum Essen ins CorkNFork neben der Mearua Mall (sehr zu empfehlen). Dann gehen wir zum Einkaufen zum Superspar, nur um festzustellen, dass es hier zwar viele deutsche Produkte zu absurden Preisen gibt, die Auswahl ansonsten - verglichen mit anderen Märkten - aber ziemlich unterdurchschnittlich ist (man wird ja mit der Zeit schlauer - weitere Einkäufe in Windhoek erledigten wir daher direkt in der Mearua oder in der Grove Mall - um viele Welten besser). Eigentlich wussten wir um die durchwachsene Auswahl bereits aus vorherigen Besuchen, weshalb wir wieder dort hingingen und nicht nach nebenan, weiß ich nicht mehr.

Wein/Bier/Savanna hatten wir bereits zuvor beim Embassy Bottle Store vorbestellt. Die Lieferung war schon am Vortag durch meine Eltern abgeholt worden als erste Amtshandlung nach der Ankunft in Namibia (damit es heute an einem Samstag nicht zu stressig wird).

Am Auto stellten wir fest, dass der Ford Ranger schon wieder Luft verlor.. Wir fuhren daher zurück nach Krumhuk, meine Eltern drehten nochmal eine Runde zu Savanna, wo glücklicherweise trotz vorgerückter Stunde (ca. 17:00 Uhr an einem Samstag) noch jemand vor Ort war und den Reifen wechselte.

Unser Hilux Bushcamper fuhr sich im Vergleich zum Bushlore Hilux (eine Generation jünger, deutlich bessere Reifen, kein so hoher Aufbau, noch nicht 140.000km gelaufen..) signifikant schlechter. Schwammig, kaum Druck beim Gas geben.. Wir hatten schon Sorge, es würde irgendetwas nicht stimmen. So wirklich genau konnten wir es aber nicht einengen, weshalb wir nichts unternahmen. Das Auto hielt auch ohne Probleme die drei Wochen durch, zu 100% wohl fühlt man sich damit aber nicht immer, je nach Situation.

Als wir alle endlich wieder auf Krumhuk waren, gab es kaltes Abendessen (mit leckerem Krumhuk-Brot) und wir begannen den Versuch, alles Gepäck zu sortieren und in unseren Bushcamper unterzubringen. Wir hatten bereits geplant, einen Teil unseres Gepäcks auf Krumhuk zu lassen (etliches würden wir in den kommenden 3 Wochen nicht benötigen) und mussten auch insoweit sortieren.

Leider fing es genau nach dem Abendessen an zu Gewittern und es schüttete so ausgiebig, wie wir es bisher in Namibia noch nicht erlebt hatten. Wir waren daher gezwungen, alles, was wir draußen zum Sortieren verteilt hatten, schnell wieder ins Haus zu schleppen (und zwischendrin die Kinder ins Bett zu bringen).. Auch hier zahlte es sich wieder Haus, mehr Personen dabei zu haben, weil das Retten alles Sachen deutlich schneller ging.

Danach sortierten wir im Schein der Stirnlampen noch länger weiter, schließlich musste unser Cottage am nächsten Tag um 10:00 Uhr geräumt und dann alles Gepäck an seinem Platz sein..

Wir hatten ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass alles soo langwierig und anstrengend werden würde und waren davon ausgegangen, dass man innerhalb eines Tages stressfrei Auto abgeben, neues Auto holen, Einkaufen und Einräumen kann - schließlich hatten wir schon öfters Campingfahrzeuge übernommen mit anschließendem Einkauf etc.. Hier sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, zum Start einer Campingreise genug Zeit einzuplanen. Rückblickend wäre ein weiterer Tag in Krumhuk wohl deutlich stressfreier gewesen (oder der Verzicht auf ein leckeres Mittagessen in Windhoek - das war aber unser Ersatz dafür, dass wir außerhalb wohnten und daher Abends nicht Essen gehen konnten).
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17 Mai 2025 22:29 #706666
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Tag 31 24.03.2024 Bagatelle Kalahari

Der heutige Tag war in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Tag. Wir brachen heute nicht nur zu unserer ersten Camping-Erfahrung mit Kindern auf, sondern es war zudem der Geburtstag meiner Frau. Auch hier hatten wir natürlich überlegt, ob wir die Routenplanung nicht besser gestalten könnten, um zu einem entspannteren Geburtstag zu gelangen, aber die wirklich perfekte Lösung fiel uns nicht ein.

Wir standen extra früh auf, um noch vor dem Frühstück (dessen Dauer aufgrund der wechselhaften Mitarbeiter nicht verlässlich planbar war) weiter aufzuräumen bzw. zu packen. Alles Gepäck, dass wir da lassen wollten (sehr praktisch wenn man mehrfach am selben Ort nächtigt), fuhren wir zum Haupthaus und luden es dort ab: die große 45l Kühlbox, Kraxe, Reisebett und eine Reisetasche voll mit anderem Kram, den wir voraussichtlich nicht brauchen würden (u.a. auch nochmal diverses Zeug aus unserem Bushcamper bzw. Sachen, die wir mit 2 Fahrzeugen doppelt hatten, wie Teekessel, Eierbehälter o. Thermoskanne).


(das ist nur der Teil des Gepäcks, der da bleiben sollte..)

Ich hatte im Vorfeld extra angefragt, ob es möglich wäre, einen Geburtstagskuchen vorzubestellen (nachdem Krumhuk am Wochenende ein beliebtes Kuchen-Ausflugsziel ist), was mir bestätigt wurde - sogar die Anforderungen hatten wir besprochen. Tatsächlich war er aber wohl vergessen worden. Denn während wir normal frühstückten, sahen wir durch das Küchenfenster wie der Koch gerade damit beschäftigt war, den Kuchen zu backen.. Irgendwann kam auch eine Mitarbeiterin und teilte uns kleinlaut mit, dass der Kuchen noch etwas dauern würde. Angesichts der vorgerückten Stunde entschieden wir, das Frühstück zu beenden, alles fertig zu machen u. auszuchecken und dann nochmal in Ruhe Kuchen zu essen.

Ich ging derweil schonmal in den Farm Shop, um unsere Bestellung von Gestern zu holen. Natürlich wusste dort niemand etwas davon und es wurde nichts gesammelt oder reserviert. Auch hier bemühte man sich aber redlich und machte sich sofort auf, alles was möglich war, noch zu beschaffen. Dieser Aufwand rentierte sich auch definitiv. Die Produkte waren extrem gut und hochwertig. Das Brot ist auch nach einer Woche noch gut und lecker (nur natürlich bei der trockenen Hitze ausgetrocknet). Auberginen, Paprika und Tomaten waren frisch geerntet, zudem gab es noch Joghurt, Salami, geräucherten Wildschinken, Droewoors und Bacon.

Gegen 10:30 Uhr ist der Kuchen schließlich fertig und man hat sich echt Mühe gegeben und uns nochmal einen schönen Tisch im Garten gedeckt sowie nochmal Kaffee aufgesetzt. Leider schmeckte der Kuchen nicht ganz lege artis.. Vielleicht war Salz und Zucker verwechselt worden? Außerdem war er viel zu riesig für uns 6. Aufgrund des durchwachsenen Geschmacks mussten wir leider auch das Angebot, ihn einzupacken, ablehnen..

Tatsächlich los kamen wir dann erst gegen 11:30 Uhr..

Fazit Krumhuk:

Auch wenn es sich ein wenig so anhört, als wäre es ein reiner Chaos-Laden, würden wir jederzeit wieder hier hin und fanden es insgesamt sehr toll dort. Preisleistungsverhältnis ist für die Unterkünfte top. Das Essen ist sehr gut. Es gibt für Kinder viel zu tun und zu entdecken (Tiere, Schaukel etc.), die Aussicht ist toll, die Häuser sind gut ausgestattet (sogar mit Waschmaschine (!)) und sehr sauber. Das einzige Manko ist die Organisationsstruktur dahinter, die zwar angenehm unhierarchisch und basisdemokratisch organisiert ist, aber eben auch eine etwas aufwändigere Kommunikation oder klarere Zuständigkeiten bräuchte. So ist man als Kurzzeitgast (es gibt neben Praktikanten und sonstigen Helfern auch scheinbar nicht wenige Leute, die mehrere Wochen o. Monate hier wohnen) manchmal etwas verloren.

Die Fahrt auf der B1 bis Höhe Kalkrand war unspektakulär. Hier biegen wir nach links auf Gravel ab. Die Strecke ist sehr schön, schon bald sieht man die ersten Dünen der Kalahari. Aber auch hier ist es extrem trocken (während es um Windhoek doch deutlich grüner war als in anderen Teilen Namibias). Bereits auf der Fahrt sehen wir diverse Tiere auf Farmen entlang der Straße.



Auf Bagatelle angekommen werden wir mit Begrüßungsdrink willkommen geheißen und man zeigt uns den Rezeptionsbereich, Restaurant, Bar und Pool. Alles kann gleichermaßen von Campern und Lodgegästen benutzt werden, heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Wir erhalten die Gruppen-Campsite ganz am Ende der Campsites. Hier haben wir einen Riesenplatz für uns und für jedes Geschlecht gleich mehrere Duschen und Toiletten.. Zudem sind wir gute hundert Meter vom nächstem Camper entfernt.

Wir bauen unser Camp auf. Wir hatten extra (noch in Südafrika) eine größere Plane gekauft, die wir als Unterlage verwenden wollten, damit K2 sich wenigstens irgendwo bewegen kann, ohne immer im Sand sitzen zu müssen. Wir legten es unter den Tisch und es hielt trotz Wind sehr gut und erfüllte seinen Zweck immer wieder. Für Tisch und Hängematte gab es einen schönen Baum.

Kaum hatten wir Tisch und Stühle aufgebaut und uns für ein kühles Getränk niedergelassen, gab mein Stuhl ein reißendes Geräusch von sich und ich saß auf dem Hintern.. Da nur an der Rezeption Empfang war, fuhren meine Frau, K2 und ich nochmal die ca. 2 Kilometer zur Rezeption für die Abstimmung mit Savanna, ein bisschen Pause und ein weiteres Stück Kuchen zum Geburtstag. Savanna teilte uns mit, dass wir einfach einen neuen Stuhl kaufen sollten. Den alten sollten wir aber bitte nicht wegwerfen, sondern wieder mitbringen, um zu prüfen, ob er repariert werden kann (sehr zweifelhaft, aber TiA..). Das bedeutete aber auch, ein weiteres großes Trumm in unserem beengten Ladebereich für die nächsten 3 Wochen.





Der Abend wird sehr schön, leider zeigt sich hier gleich ein immer wiederkehrendes Problem: wie bringt man Kochen, Essen, Abspülen, Kinder ins Bett bringen und den Wunsch, im schönsten Abendlicht die Gegend zu Fotografieren, sinnvoll zusammen. Wir hatten insoweit noch keinen Plan entwickelt oder uns Gedanken gemacht (ohne Kinder gab es das Problem ja nicht in dem Maße). So geschah es nun, dass wir gemütlich beim Abendessen saßen, als rund um uns wunderbarstes Licht mit tiefstehenden Wolken war.. Daher leider nur ein paar Schnappschüsse, um die Höflichkeit nicht überzustrapazieren :)

(Ich bitte an dieser Stelle zu entschuldigen, dass es bisher fast keine "Behind The Scenes" Fotos o. Fotos von Campsite, Ausrüstung etc. gibt - da gibt es irgendwie sehr wenig Fotos ohne jemand von uns gut erkennbar mit drauf..)
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17 Mai 2025 22:30 #706667
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Tag 32 25.03.2024 Bagatelle Kalahari

Die erste Nacht war wohl für alle in Ordnung. Auch die Kinder schliefen ihre erste Nacht im Camper gut.

An dieser Stelle sind vielleicht ein paar Zeilen zur Schlafsituation im Savanna Familiencamper sinnvoll (ähnliche Modelle gibt es inzwischen auch bei Bushlore u. evtl. auch bei anderen). Es gibt das “normale” aus den “normalen” Bushcampern bekannte Bett oben unter dem Aufstelldach. Zusätzlich gibt es unten ein weiteres Bett ebenfalls längs zur Fahrtrichtung, für das ein Teil der Außenwand nach Außen geklappt wird, mit einem Bügel und Drähten stabilisiert wird und dann mit einer Plane überzogen wird. Klappt in Auf- und Abbau ganz gut. Das einzige Problem ist, dass es keine Lagermöglichkeit bzw. kein sinnvolles Konzept bzgl. der Matratze und Bettzeug für das untere Bett gibt. Sie ist nicht einmal so eingeschnitten, dass man sie irgendwie knicken könnte, sondern muss jedes mal halb zusammengerollt (so gut wie das bei Matratzen nunmal geht) untergebracht werden. Aufgeklappt ist der Platz für 2 kleine Kinder oder einen Erwachsenen u. ein Kind ausreichend. Ich schlief mit K1 oben, meine Frau mit K2 unten. Als Rausfallschutz haben wir, solange wir selbst noch nicht im Bett waren, beim oberen Bett den hochklappbaren Fußbereich (der Teil, der hochklappbar ist, damit man besser stehen kann) hochgeklappt. Sobald ich auch im Bett war, wurde K1 bis ans obere Ende des Bettes gezogen und ich schlief diagonal als Barriere. Das erforderte manchmal nächtliche Korrekturen, war aber in Summe wohl hinreichend sicher. Bei K2 war die Fallhöhe natürlich deutlich niedriger, so dass hier eine einfache Blockade mit Decken/Kisse ausreichte und beim späteren Schlafen immer ein Erwachsener im Weg lag.

Dass das nicht immer ausreicht und der Aufbau noch in ungeahnter Richtung Tücken aufweisen würde, mussten wir zu einem späteren Zeitpunkt feststellen: Nach außen hin wird, wie geschildert, eine Plane über den herausstehenden Teil gezogen. Diese wird mit einem Gummizug an zwei Haken festgezurrt. Leider hat wohl niemand bedacht, dass bei zu punktueller Belastung durch zu kleine Personen (vulgo: Kleinkinder) der Abstand zwischen diesen Haken deutlich zu groß ist. Eines Morgens hatte K2 offenbar am Rand geschlafen und war plötzlich zwischen Plane und Klappe einfach durchgerutscht, so dass sie mit den Beinen draußen hing.. Wir konnten das Problem für die Zukunft umgehen, in dem wir den Gummizug etwas anders (straffer) befestigten, als laut Savanna vorgesehen und haben Savanna natürlich über das Risiko informiert bei Rückgabe, wirklich interessiert hat das offenbar (wie so vieles andere) aber nicht..

Wir frühstücken ausgiebigst mit Rührei, Bacon, gebratenen Pilzen und Tomaten und leckerem Brot. Dann widmen wir uns der weiteren Gepäck-Optimierung und entspannen in der Hängematte. K2 hält Mittagsschlaf, K1 ist froh das Opa da ist und er mit dem Spaten Löcher in den Sand buddeln kann. Nachmittags fahren wir gemeinsam Richtung Haupthaus für einen Besuch am Pool (wenn man schonmal einen hat und es warm ist), gönnen uns ein kaltes Getränk und besuchen den Souvenirshop.

Ein stattlicher Kudu-Weibchen marschiert ungeniert durch den Barberich und am Pool vorbei.



Am Abend wird das erste Mal gegrillt (hier hat es sich sehr bewährt, fürs Marinieren Plastiktüten und Klippverschlüsse mitzunehmen - passt in jede Kühlbox, kann schön massiert und am Ende entsorgt werden).



Es kommt immer stärkerer Wind auf und es scheint ein Gewitter aufzuziehen.



Als wir uns zum Essen setzen wollen, fängt der Wind an, Sand mitzutragen. Wir beschließen daher umzuziehen und tragen den Tisch in den riesigen, nach vorne offenen Spülbereich unserer Riesen-Campsite. Leider passiert uns hierbei ein Malheur. Die Beine des Tisches hatten sich beim Tragen offenbar leicht gelockert, kurz nach dem Abstellen knickt er ein und alles landet auf dem Boden.. Wenigstens gefliest und nicht sandig..

Regnen tut es nicht, dafür gibt es einen spektakulären Sonnenuntergang (zum Glück sind wir rechtzeitig ein paar Minuten vorher mit dem Essen fertig geworden).





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Tag 33 26.03.2024 Namibrand NR - Jupiter CS

Heute bemühen wir uns, morgens etwas schneller zu sein und frühstücken weniger ausgiebig. Dennoch dauert es etwas, bis alles wieder verstaut und an seinem Platz ist. Hier merkt man noch die Eingewöhnungsphase.

Kurz nach dem Checkout, noch auf Farmgelände, sehen wir eine Gruppe Erdmännchen. Ich wusste zwar, dass es sie theoretisch hier gibt, hatte aber nicht damit gerechnet, sie tatsächlich zu sehen. Für meine Eltern war es die einzige realistische Möglichkeit gewesen, auf ihrer Route überhaupt Erdmännchen zu sehen.

Sie ließen sich fotografieren, ohne von uns Notiz zu nehmen und gingen ihrer Dinge nach.







Dann mussten wir irgendwann doch weiter, hatten wir heute doch eine nicht unerhebliche Etappe vor uns (die wir bei geeigneter Möglichkeit für einen Zwischenstop auch unterbrochen hätten).

Fazit Bagatelle:

Wir können dir normalen Campsites nicht beurteilen, da wir nur unsere Riesen-Campsite näher begutachtet hatten. Die anderen Campsites sind etwas enger beisammen, aber immer noch mit gutem Abstand. Alles ist sehr organisiert und es macht alles einen sehr durchdachten Eindruck. Bisweilen wirkt es im Hauptbereich etwas trubelig, das mag aber auch an unseren fehlenden Erfahrungen mit größeren Unterkünften liegen. Es ging jedenfalls durchwegs gesittet zu. Aktivitäten hatten wir erwogen, aber letztlich nicht durchgeführt, da wir nicht wussten, wie gut das mit den Kleinen klappt und wir daher für eine Sundowner-Fahrt nicht so viel Geld ausgeben wollten. Die Dünen-Chalets sind natürlich bekannt und sicher traumhaft. Aber auch für Camper ist es hier nicht ohne Grund ein sehr beliebter erster Stop.

Wir fuhren nach Mariental und dort zum Agra, um einen neuen Campingstuhl zu kaufen, meine Eltern fuhren zum Superspar, um nach den Dingen unserer Einkaufsliste, die wir beim Superspar in Windhoek und auf Krumhuk nicht bekommen hatten oder von denen wir feststellten, dass wir sie vergessen/falsch dimensioniert hatten, zu suchen.

Es folgte eine langweilige Teerstraße bis nach Maltahöhe, wo wir nochmals auftankten. Dann ging es über den Zarishoogte Pass weiter. Die Landschaft ist sehr spektakulär, die Bewölkung, die auf Regen hoffen lässt, unterstreicht das nochmal. Kurz tröpfelt es für ein paar Minuten. Leider ist Anhalten für uns an dieser Stelle schwierig, weil K2 endlich eingeschlafen ist und wir befürchten, sie würde bei einem zu langen Stop aufwachen.







Insgesamt zieht sich die Strecke irgendwann doch. Dann sind wir endlich am richtigen Abzweig. Es geht bis zur Rezeption und von dort nochmals einige Kilometer bis zu unserer Campsite. Die liegt wirklich traumhaft. Inmitten von Dünen mit tollem Fernblick in die Weite der Namib. Es gibt eine toll gestaltete Aufenthaltsplattform mit Dusche, WC, Waschbecken und Platz für Tisch/Stühle, der über Planen vor Sonne und/oder Wind geschützt werden kann. Die Campsite ist absurd teuer - für 2 Personen + Auto über 100€ pro Nacht - aber definitiv in ihrer Art einmalig. Auch Koiimasis oder Namtib haben tolle Campsites am Rand der Namib. Das hier ist aber, was Ausstattung und vor allem auch Umgebung angeht, nochmal ein anderes Level. Ich hätte nicht gedacht, dass man etwa die Campsite auf Namtib nochmals toppen könnte.







Heute sind wir was die Abendplanung angeht schlauer. Wir kochen schnell Nudeln mit Sauce, so dass wir fertig sind, bevor das beste Licht beginnt und begeben uns dann alle gemeinsam auf die Dünen hinter unserer Campsite zum Sonnenuntergang.

Man kann sich fast nicht satt sehen. Egal in welche Richtung man schaut, bietet sich eine einmalige Aussicht. Als Fotograf hat man es hier wirklich super schwer.. Ich liebe es ja, im tollen Licht herumzuspringen und immer wieder neue Ecken und Perspektiven abzulichten.










(hier sieht man die Lage der Campsite)



Auch hier sieht man aber mal wieder - blauer Himmel allein ist bei weitem nicht so toll, wie Wolken am Himmel. Insoweit haben wir heute großes Glück und erleben einen traumhaften Sonnenuntergang.





Auch die Kinder sind im Himmel. K2 hat Sand für sich entdeckt und ist gar nicht mehr davon abzuhalten, sich im Sand zu wälzen und mit dem Sand zu spielen - ein Glück, dass sie sich in einem so riesigen Sandkasten befindet und auch die nächste Zeit noch genug Gelegenheit haben wir, ihrer neuen Liebe zu Sand nachzugehen.







Nachdem die Sonne untergegangen war, mussten wir leider zurück, ohne die blaue Stunde genießen zu können. Die Kinder mussten nicht nur ins Bett gebracht werden, sondern zuerst auch noch entsandet und abgeduscht..



Anschließend wird kurz ein Astrofotografie-Versuch unternommen, der bereits aufgehende Mond verleidet jedoch den Spaß. Ein Kapfuchs schaut kurz vorbei und lässt sich nicht stören.
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17 Mai 2025 22:31 #706669
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Tag 34 27.03.2024 Namibrand NR

Der Versuch, früher aufzustehen für den Sonnenaufgang, misslingt. Dafür haben wir halbwegs ausgeschlafen.







Nach dem Frühstück überlegen wir ob und wann am besten wir den 4x4 Rundkurs durch das Reserve in Angriff nehmen wollen, können uns aber nicht einigen und verschieben es zunächst auf Nachmittag.

Insgesamt ist es heute sehr heiß. Wir sind sehr dankbar für das Schatten spendende Dach. Aber die Hitze und das Rumsitzen machen auch ein wenig lethargisch. Zum Aufstehen und rumfahren hat irgendwann niemand mehr so richtig Lust. Wir beschließen daher, auf den Drive zu verzichten.





Am Abend werfen wir - natürlich rechtzeitig - den Grill an.



Dann geht es wieder in die Dünen zum Sonnenuntergang.









Dieser fällt heute etwas weniger spektakulär aus als Gestern (eine wichtige Erinnerung daran, keine Chance auf Tagesrandzeiten ungenutzt zu lassen), ist aber dennoch traumhaft.







Auch heute lassen sich die Kinder nicht davon abbringen, sich im Sand zu wälzen und zu kugeln.







Nachdem die Kinder im Bett sind (heute klappte es etwas schneller) geht es rasch ans weitere Fotografieren, ehe der aufgehende Mond alles überstrahlt.







(Kurze Foto-Anmerkung/Disclaimer: Eigentlich hatte ich in der Vergangenheit durchaus einen höheren Anspruch an Astrofotografie und könnte es wohl auch auf anderem Niveau ausführen, d.h. mit mehreren Aufnahmen zur Rauschreduzierung, Fokus-Stacking etc.. Aber bei begrenztem Zeit- und Aufmerksamkeitsbudget sowohl vor Ort als auch Zuhause muss es halt quick & dirty gehen (zudem sind die meisten Astro-Fotos dann doch irgendwie zu kitschig, um sie sich groß irgendwo hinzuhängen). Daher sind alle Astro-Fotos im Bericht nur aus einer Aufnahme und nur in Lightroom bearbeitet und mehr als Erinnerung/fürs Fotobuch etc. gedacht als für den großen fotografischen Pixelpeeper-Anspruch).

Auch heute erhalten wir beim Genießen der Abendkühle wieder Besuch.

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