THEMA: Das Glück ist mit den Dummen
13 Mai 2011 08:22 #187272
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  • Tanja am 13 Mai 2011 08:22
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Hallo Kathy,

vielen Dank für deinen tollen Reisebericht. In letzter Zeit habe ich kaum noch Berichte gelesen, weil es einfach sooo viele geworden sind hier. Aber speziell Erfahrungen in punkto KTP interessieren mich sehr. Wir waren im Dezember 2010 zum 2. Mal dort und ich kann es kaum erwarten, wieder dorthin zurückzukommen. Dieser Park ist m. M. n. was ganz Besonderes und die Tiervielfalt sowie die Freundlichkeit der Angestellten dort, zusammen mit der wunderbaren Landschaft befeuern meine Sehnsucht...

Ich freue mich auf die Fortsetzung deines Reiseberichtes und sage nochmal Danke. So ein Bericht ist sicher ganz schön viel Arbeit (ich habs z. B. nicht geschafft, einen zu verfassen) und auch deine Bilder sind wunderbar.
Viele Grüße von der sehnsüchtigen
Tanja
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13 Mai 2011 16:05 #187317
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  • Kathy_loves_Africa am 13 Mai 2011 16:05
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5.Tag: 20.04.2011
Kieliekrankie - Grootkolk
263,4 km

Heute Nacht flog immer wieder eine kleine Fledermaus in unserem Schlafzimmer herum. Mein Mann schlief jedoch tief und fest und glaubte es mir anfangs nicht wirklich. Doch es sollte auch noch anders kommen in den nächsten Tagen…
Übrigens, heute war sowieso mein(!) großer Tag. Ich durfte mit dem tollen, neuen Auto bis nach Grootkolk fahren!!! Allerdings nur, da mein Mann mit einem wehen Fuß nicht recht konnte :dry: Naja, er bereute es später noch, denn die „Kalahari Seenplatte“ war ein Traum zum Fahren!

Von Kieliekrankie führte unser Weg zuerst nach Kij Kij und da die Straße nach Twee Rivieren immer noch gesperrt war, hatten wir das Nossob-Tal Richtung Norden bis nach Dikbaardskolk ganz für uns alleine. Anfangs waren es nur Pfützen auf der Straße, irgendwann ärgerten wir uns, dass wir nicht von Beginn an die ganzen „Seen“ gezählt hatten, und dann tauften wir die Straße im Nossob-Tal auf den Namen „Kalahari-Seenplatte“, denn sie glich regelrecht einer Seenlandschaft. Nach den letzten heftigen Gewittern stand hier oftmals alles unter Wasser.







Dies hatte aber auch einen besonderen Reiz, denn nie zuvor hatten wir eine solch beeindruckende Fülle von Tieren hier erlebt. Riesige Oryx-, Kuhantilopen- und Springbockherden zogen durch das Tal. Wir hatten auch das Glück einen Honey Badger zu sehen, doch leider verschwand er sehr schnell im hohen Gras. Auf dem Weg nach Nossob konnten wir auch einen Adler ausmachen, der auf einem Baum thronte.







Im Nossob Camp angekommen, tankten wir noch kurz und mein Mann putzte die Autoscheiben, da ich wohl zu schnell durch manch ein Wasserloch gefahren war ;-) Auf der Karte der Wildsichtungen war Richtung Grootkolk ein roter Punkt für Löwen eingetragen. Wir entdeckten auch immer wieder Löwenspuren im Sand, doch Löwen sahen wir leider keine. Später erfuhren wir, dass sie im dichten Gras lagen, jedoch nur schwer zu sichten waren.





Wenige Zeit später lief eine ganze Gruppe kleiner Strauße auf der Straße. Wo waren da wohl die Straußeneltern? Etwas weiter entfernt sahen wir sie. Doch einige Kilometer entfernt lief ein ganz kleines, einsames Straußenkücken in der Hitze an der Straße entlang. Weit und breit waren keine anderen Strauße zu sehen, hoffentlich hatte es seine Familie nicht verloren… Ich weiß, es sind die Gegebenheiten der Natur, aber man würde so ein kleines Tierchen doch am liebsten einpacken und mitnehmen…

In Grootkolk empfing uns dann der Ranger und wir bezogen unser Chalet.



Mein Mann plauderte etwas mit unserem Nachbarn, wie sich bald herausstellte auch ein Fomi! Abends wurde dann wie immer der Grill zum Braai angeworfen. Doch schon um 20 Uhr war es überall ganz still, alle hatten sich schon in ihre Unterkünfte verzogen. Da die fliegenden Tierchen immer penetranter wurden und auch der Wind immer mehr auffrischte, beeilten wir uns mit dem Essen und räumten rasch das Geschirr zusammen. Danach verzogen wir uns auch in unsere Betten, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein. Die Nacht war recht ruhig, ohne Fledermausflug über dem Kopf ;-) Doch da wir am nächsten Morgen später als alle anderen aus dem Bett kamen, waren wir die letzten, die zum Game Drive aufbrachen. Doch, hmmm, das Glück ist mit den Dummen ;-)


Liebe Grüße
Kathy & Marco
Letzte Änderung: 04 Aug 2013 15:14 von Kathy_loves_Africa. Begründung: Die Sonne
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15 Mai 2011 12:15 #187440
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6.Tag: 21.04.2011 Teil 1
Grootkolk - Gharagab
83,9 km

Pünktlich um 7 Uhr hörten wir die Aufbruchstimmung in den benachbarten Chalets, nur wir waren wieder einmal nicht ganz fertig… Da heute aber keine lange Strecke vor uns lag, wollten wir zuerst zu einem kleinen Game Drive aufbrechen, danach nochmal nach Grootkolk zurückkommen und „packe, packe Auto“ spielen. Gesagt, getan, starteten wir, auf Anraten unseres Rangers, Richtung Süden zum Kannaguass-Wasserloch. Viel war hier nicht los und so beobachteten uns die 4 hübschen Oryx-Antilopen bei unserem Keksfrühstück im Auto ;-) Die Zeit verflog trotzdem wie im Flug und wir machten uns auf den Rückweg zum Camp.

Doch plötzlich hinter einer Kurve… Da stand er… Ein stattlicher, schwarzmähniger Kalaharilöwe, direkt an der rechten Seite der Sandpiste!!! Wow, er war sehr imposant! Langsam trottete er am Straßenrand entlang, schaute ins Tal, lief weiter und überquerte die Piste. Wir folgten ihm langsam und in gebührendem Abstand. Bei dem Anblick fehlten uns wieder einmal die Worte. Er war nicht unser erster Löwe den wir sahen, aber es ist immer wieder ein sooo faszinierendes Erlebnis. Im Nachhinein stellten wir anhand unserer Bilder fest, dass er eine Viertelstunde direkt vor uns herlief, bis er stehen blieb, sich umschaute und dann langsam die Düne hinauflief und verschwand. Wir waren ja heute Morgen nicht wirklich auf Löwensuche, aber das Glück ist eben mit den Dummen ;-)











Wir überlegten auf dem Weg zurück zum Camp wie es wohl wäre, wenn er jetzt über die Dünen liefe, um dann am Wasserloch in Grootkolk seinen Durst zu stillen. Aber soviel Realität sollte sein und es wäre ja des Glücks zuviel gewesen, wenn wir ihn noch einmal gesehen hätten. So kehrten wir kurz darauf ins Camp zurück, zeigten dem Ranger ein paar Schnappschüsse des Löwen, packten unsere Sachen zusammen und beluden das Auto. Immer wieder schauten wir, ob der Löwe nicht doch den Weg über die Dünen zum Wasserloch finden würde. Doch leider sahen wir ihn nicht mehr kommen. Die benachbarten Chalets wurden vom Ranger schon wieder auf Vordermann gebracht und so wollten wir dann auch rasch aufbrechen. Ich saß mit noch offener Tür im Auto und… Da war er!!! Direkt hinter dem benachbarten Chalet muss er sich vorbeigeschlichen haben, wenige Meter hinter uns…. Und nun trottete er ganz gemächlich Richtung Wasserloch! Unser stattlicher, schwarzmähniger Kalaharilöwe! Schnell liefen wir hinter die niedrige Abgrenzung des Chalets und genossen ganz alleine im Camp, wie er sich am Wasserloch niederließ und trank. Wir waren hin und weg. Einige Zeit konnten wir ihn so noch beobachten, bis er langsam durch das hohe Gras weiterlief und sich wohl auf die Suche nach einem schattigen Rastplatz für den Tag machte. Welch ein phantastisches Löwenerlebnis!







Letzte Änderung: 04 Aug 2013 15:14 von Kathy_loves_Africa. Begründung: Die Sonne
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15 Mai 2011 12:21 #187442
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6.Tag: 21.04.2011 Teil 2
Grootkolk - Gharagab
83,9 km

Mit diesem beeindruckenden Erlebnis im Kopf machten wir uns nun auf den Weiterweg. In Union´s End zeigte sich ein ganz anderes Bild als im Oktober 2009. Wo man hinschaute stand hohes Gras! Auf dem 4x4-Trail ging es dann weiter nach Gharagab. Hier stand das Gras teilweise so hoch, dass es bis an die Außenspiegel des Autos reichte.







Im Camp bezogen wir das Chalet Nr.1 und nun war für den Nachmittag relaxen angesagt. Von der Terrasse überblickten wir die wunderschöne Landschaft, Oryx-Antilopen und Strauße schauten am Wasserloch vorbei und Falken jagten dort. Auf der Aussichtsplattform genossen wir die Abendstimmung und nach dem abendlichen Braai saßen wir noch eine ganze Weile auf der Veranda, wo uns ein Springhase besuchte…














Liebe Grüße
Kathy & Marco
Letzte Änderung: 04 Aug 2013 15:15 von Kathy_loves_Africa. Begründung: Die Sonne
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16 Mai 2011 13:22 #187570
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7.Tag: 22.04.2011
Gharagab - Bitterpan
168,7 km

Heute klingelte wieder früh der Wecker, doch was war jetzt los? Das Licht funktionierte aus irgendwelchen Gründen heute Morgen nicht. Da wir aber auch keine Lust hatten mit der Taschenlampe ins Bad zu gehen, blieben wir noch ein wenig im Bett liegen, bis es draußen etwas heller wurde. Kurz fertig machen und schon hieß es wieder zusammenräumen und ab gings zuerst einmal Richtung Nossob. Als wir eine Gruppe Erdmännchen entdeckten, hätten wir diesen possierlichen Tierchen stundenlang zusehen können. Sie schauten immer aus dem hohen Gras hervor, tauchten wieder ab, um an anderer Stelle wieder Ausschau zu halten. So kamen sie ganz neugierig bis fast an unser Auto heran, überquerten vor uns die Straße und vollführten direkt vor uns richtige Kunststücke. Zwei Singhabichte kreisten in unmittelbarer Nähe in der Luft, weswegen die Erdmännchen sehr wachsam waren und auf der anderen Seite der Straße wieder im hohen Gras verschwanden.



Ohne weitere große Unterbrechung fuhren wir nach Nossob und wurden bei manch einer Düne im Auto heftig durchgerüttelt. In Nossob liefen wir noch an den Hide, tankten das Auto und kauften noch ein paar Kleinigkeiten im Shop ein. Ein netter Mann öffnete uns das Tor zum 4x4-Trail nach Bitterpan. Ach, auch hier war eine neue Ausfahrt, seit unserem letzten Besuch!



Unterwegs flogen immer wieder Vögel ganz dicht vor das Auto und Korhaane stiegen, sich laut beschwerend, in die Luft. Wir sahen auch eine Oryx-Familie mit einem noch ganz kleinen Oryx-Jungen. Doch schnell liefen die drei davon. Auch ein kleiner Schabrackenschakal suchte ganz schnell das Weite.



Im Camp angekommen, packten wir erst einmal unsere Vorräte in den Kühlschrank und genossen die wunderschöne Aussicht auf die Bitterpan. Drei Strauße erfrischten sich an den letzten Wasserstellen der Pan und in der Ferne heulten Schakale.







Mittlerweile besitzt in Bitterpan jede Unterkunft einen eigenen Braai-Bereich. Da wir in den letzten Tagen mit dem Grillen immer so ziemlich die letzten waren, beschlossen wir, heute den Grill einmal etwas früher anzumachen. So waren unsere Grillsachen fertig, als auch die südafrikanischen Nachbarn zu unserer Linken am Essen waren. Faszinierend war, dass sie wieder einmal pünktlich um 8 Uhr schlafen gingen, während wir noch ein wenig die Abendstimmung mit einem Windhoek Lager auf der Terrasse genossen. Doch was war das? Auf der rechten Seite begannen jetzt die Grillvorbereitungen erst richtig, während links schon alles schlief. Na, da merkte man doch die deutschen Wurzeln unseres Nachbarn auf der rechten Seite, der vor nahezu 30 Jahren aus dem Schwabenland nach Südafrika ausgewandert war. Na, da hätten wir heute ja auch später grillen können ;-)

Die Nacht war geprägt von einem enormen „Fledermausflugverkehr“ im Chalet. Es huschte nicht nur eine Fledermaus wie in Kieliekrankie umher, nein, ein Ventilator wäre hier ganz und gar unnötig gewesen ;-)

Liebe Grüße
Kathy & Marco
Letzte Änderung: 04 Aug 2013 15:15 von Kathy_loves_Africa. Begründung: Die Sonne
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16 Mai 2011 13:33 #187571
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  • Hanne am 16 Mai 2011 13:33
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Hallo Kathy und Marco,

lese mit Spannung Euren Reisebericht - und freu mich riesig - denn im Februar
sind wir das erste mal im KTP:)
Herzlichen Dank.
Liebe Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Letzte Änderung: 16 Mai 2011 13:34 von Hanne.
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