THEMA: Nein, wir sind nicht in den Flitterwochen!
09 Feb 2011 19:04 #174814
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  • dirkmandy am 09 Feb 2011 19:04
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Hallo Zusammen,
tja was soll man sagen: der Alltag hat uns wieder....
Aber heute habe ich es wieder geschafft und nun kommt er auch schon, der nächste Tag!

LG
Mandy
Letzte Änderung: 09 Feb 2011 19:10 von dirkmandy.
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09 Feb 2011 19:09 #174815
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Mittwoch 12.01.2011, Tagesziel Koiimasis

Heute geht unsere Tour in die Tiras Berge. Ziel ist die Ranch Koiimasis. Da wir nur 250 Kilometer zu fahren brauchen, lassen wir uns mit dem Frühstück Zeit.

Im Auto bereite ich natürlich, wie jeden Tag, alles generalstabsmäßig für die Fahrt vor. Trinkflaschen gefüllt mit kaltem Wasser in die Kühlbox, Ferngläser griffbereit auf die Rückbank, Kamera in die Mittelkonsole und Karte auf den Schoß. Es kann losgehen.

Kurz hinter Sesriem fällt uns das Hotel „Le Mirage“ auf. (Kennt das jemand?) Es sieht aus wie eine Burg. Da wir diese Gestaltung mitten in der Wüste sehr lustig finden, mache ich ein Foto….

Und dann springt es mir in grünen Lettern entgegen: Akku leer!
Neeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnn! Der Albtraum eines jeden Nambia-Reisenden. Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, geht die Strecke heute über die D707, die Traumroute Namibias. Katastrophe.
Ich mache die Kamera schnell aus, um noch ein paar Energiereste zu sparen. So können wir vielleicht noch 2-3 Fotos machen. Könnte ja sein, dass heute die Big Five über die Straße rennt :laugh:

(Die kläglichen Reste reichen tatsächlich noch für 2 Bilder)


Die Strecke D707 ist wirklich sehr schön. Rote Sanddünen schmiegen sich an dunkle Berge, gefolgt von weiten Ebenen, die mit einem zarten grün überzogen sind. Landschaftlich ist es sehr abwechslungsreich und spannend. Auch hier sieht man eine Menge Tiere. Wer die Möglichkeit hat, diese Route zu fahren, sollte es unbedingt machen.

Auf der Ranch angekommen, sind wir von der Weite fasziniert. Für Pferdeliebhaber ist es ein echter Traum. So stehen entlang des Weges zur Lodge unzählige Pferde mit Fohlen.



Die gesamt Anlage ist toll. Alles ist in die Landschaft integriert. Es gibt nur 4 Bungalows. Die Tatsache, dass wir die einzigen Gäste sind, verstärkt das Gefühl der Einsamkeit (positiv) noch mehr. Die erste Amtshandlung besteht natürlich darin, den Akku der Kamera wieder aufzuladen.



Von der Ranch aus wird ein Nightdrive angeboten, den wir uns nicht entgehen lassen wollen. Wir wissen zwar nicht, was uns erwartet, freuen uns aber Namibia auch bei Nacht zu erleben.
Den Nachmittag verbringen wir im und am Pool. Es ist herrlich einfach mal nur zu relaxen.



Auf zum Abendessen: Im Restaurant suchen wir unseren Tisch. Sollte ja eigentlich nicht so schwer sein, sind wir ja die einzigen Gäste. Wir sehen allerdings nur einen Tisch für drei Personen.
Sehr seltsam – gibt es in Namibia etwa einen Brauch von dem wir noch nichts wissen???? Oder ist uns gar meine Oma hinterher gereist? Denn es riecht verdächtig nach ihrem (Rot- bzw.) Blaukraut! :laugh: Wir witzeln weiter vor uns hin, werden aber schnell aufgeklärt, dass noch ein weiterer Gast erwartet wird. Macht Sinn, warum sollte der arme Mensch auch alleine sitzen :laugh:



Dann kommt Wulff, der Besitzer der Ranch und umliegenden Farmen. Er ist der fehlende „Gast“ - eine schöne Bezeichnung :) Wir unterhalten uns sehr nett und erfahren wieder mehr über Namibia.

Das heutige Menü:

Vorspeise: Kürbissuppe
Hauptspeise: Springbock-Steak und Lamm mit Rotkraut und Kartoffeln
Nachspeise: eingelegtes Obst

Um 20:45 Uhr werden wir von Anke, der Farmbesitzerin, abgeholt. Wir nehmen vorne in der Fahrerkabine platz, so dass wir alles gut verstehen können. Tommy, Ankes Sohn, steht auf der Ladefläche des Jeeps und leuchtet für uns die Umgebung aus. Unsere Erwartung ist eigentlich nicht so hoch, da wir uns nicht vorstellen können, dass viel zu sehen ist.

Wir fahren noch nicht weit, da stoppt das Auto. Direkt vor uns auf der Straße sitzt ein Schreigecko. Anke „fängt“ ihn für uns ein. Wobei fangen wohl etwas übertrieben ist. Der Kleine ist so vollgefuttert, dass er sich noch nicht mal mehr bewegen kann. Da fällt, auf die Frage nach einem Namen, die Wahl nicht schwer: BERND. Angelehnt an meinen Papa, der auch gerne mal soviel isst, dass jedes bewegen schwer fällt :laugh: (Sorry Papa!!!)
Bernd wird natürlich schnell wieder laufen gelassen und es wird penibel darauf geachtet, dass ihm nix passiert.

Kurz darauf leuchtet Tommy eine Falbkatze an. Sie bleibt tatsächlich auf einem Felsvorsprung stehen und lässt sich von uns beobachten. Niedlich, wie sie sich immer wieder vor ihrem eigenen Schatten erschrickt.

Die Fahrt geht im Schritttempo weiter über das Farmland. Wir sehen Hasen, einen Uhu, Streifeniltis (kleine Stinktiere), Steinböcke und Klippspringer sowie einen Kapfuchs. Eine Walzenspinne die ich als groß betitele (Handgroß), wird als Medium abgetan. Dann sehen wir noch eine Löffelhund-Familie. Die Kleinen suchen mit nach unten gestellten Ohren nach Futter. Ich finde sie so putzig, dass ich sie am liebsten mitnehmen würde.

Anke hält auch an einem 25 Jahre alten Werbervogelnest. Wir dürfen aussteigen und das Nest von unten beobachten. Dabei zeigt sich, dass wir perfekt vorbereitete Reisende sind. Ankes Taschenlampe gibt nämlich den Geist auf und wir können sofort mit einer Ersatzlampe aushelfen :laugh: Es ist schon interessant zu beobachten, wie die Vögel ihre Köpfe aus dem Nest stecken.
Wir werden aber ausdrücklich gewarnt, diese Beobachtung Tagsüber zu unterlassen. Die Gefahr, dass statt Vögeln eine Schlange aus dem Nest schaut, ist einfach zu groß. Ich möchte mir nicht vorstellen, was dann passiert. Obwohl die Verlockung sich ein solch imposantes Nest genauer anzuschauen schon groß ist. Wahrscheinlich auch für andere Touristen.

Denn gesuchten Leoparden finden wir leider nicht. Die Gewissheit, dass er in der Nähe ist, ist aber groß. Er hatte vor kurzem ein kleines Fohlen auf der Farm gerissen. Da wir aber bereits Leoparden gesehen haben, ist die Enttäuschung nicht so groß. Wir erfreuen uns einfach an allen Tieren. Sind unsere Erwartung ja bereits mehr als übertroffen.

Mein Fazit: In der Nacht sind alle Tiere niedlich :laugh:

Nach einer ausführlichen Sternenkunde machen wir uns auf den Weg zu unserem Bungalow. Davor grasen gerade ein paar Klippspringer. Wir genießen dieses Bild und machen es uns noch mal auf der Terrasse gemütlich. (Tipp: vor dem Nightdrive eine Flasche Wein aufs Zimmer bestellen, sonst gibt es wie bei uns nur Tee :) )
Wir gehen heute mit der Gewissheit ins Bett, dass man in Namibia auch in der Nacht nie allein ist :)

Fazit Ranch Koiimasis: Ein traumhafter Platz, wo man sich ganz allein fühlt. Entspannung pur. Es ist das erste Mal bei dieser Reise, dass wir uns ärgern, bereits vorab alle Unterkünfte gebucht haben. Ansonsten wären wir nämlich sehr gern noch eine zweite Nacht auf Koiimasis geblieben. Ein absolutes Muss: der Nightdrive.!

Tageskilometer: 242
Letzte Änderung: 31 Jul 2013 21:29 von dirkmandy.
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10 Feb 2011 08:20 #174857
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  • Topobär am 10 Feb 2011 08:20
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dirkmandy schrieb:

Mein Fazit: In der Nacht sind alle Tiere niedlich :laugh:

Auch die Walzenspinne? :unsure:
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10 Feb 2011 08:34 #174861
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  • africantraveler am 10 Feb 2011 08:34
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es geht wieder weiter... juhuu.

Mein Tipp: immer ein Ersatzakku für die Kamera kaufen, mitnehmen und auch laden ;)

Diese vergleichsweise kleine Investition lohnt sich allemal.

Gruss
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10 Feb 2011 16:05 #174932
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  • Beate2 am 10 Feb 2011 16:05
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Hallo Mandy, hallo Dirk,

danke für die tollen Eindrücke. Beim Lesen fühlt sich an, als ob ich mit fahre... :cheer:

Eine Frage zu Koiimasis: Wieviel habt ihr für den Night Drive dort bezahlt?
Leider bleiben wir dort auch nur 1 Nacht :(

Danke und viele Grüße
Beate
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10 Feb 2011 17:05 #174954
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  • HHDeern am 10 Feb 2011 17:05
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Vielen Dank für den schönen Bericht von Koiimasis. Wir freuen uns schon, weil wir im April dort 3 Nächte (Campsite) gebucht haben. Die D707 werden wir auch fahren.
Jetzt warte ich mal gespannt auf eure Fortsetzung :)

LG
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