THEMA: Der kürzeste Weg vom Kilimanjaro nach Tortola
11 Apr 2020 23:05 #586045
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  • tigris am 11 Apr 2020 23:05
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Lieber busko,

bei Deinem Tempo und diesen gewaltigen Höhenmetern komme ich ganz schön aus der Puste.... ;)

Trotzdem begleite ich Dich gerne auf den Kili und bin gespannt, ob ich es bis zum Gipfel schaffe.
:huh:

Herzliche Grüße
Simone
Historie meiner bisherigen Reisen ins südliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: Namibia Südtour * 03/2005: ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy durch NAM * 12/2007 -01/2008: Namibia Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: 4 Wochen Tanzania/Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: 4 Wochen Südafrika Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: Namibias Norden, Caprivi und ein bißchen Botswana
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12 Apr 2020 00:20 #586050
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  • Gabi-Muc am 12 Apr 2020 00:20
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Hallo Busko,

wieviel Personen waren denn in Eurer Gruppe unterwegs und wieviel Gruppen waren es denn insgesamt? Das sieht ja ziemlich viel Menschen aus. Wieviel Personen waren denn so in den Camp's? Ich werde das sicherlich nie erleben, da wäre ich viel zu unsportlich dazu....

LG

Gabi
01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute von Kapstadt zum Addo Elephant Park
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12 Apr 2020 09:47 #586061
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  • picco am 12 Apr 2020 09:47
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Hoi Busko

Genau auf den Steinen am Lava-Tower sind wir auch gesessen!
Die Erinnerungen kommen mit Wucht!!! :woohoo:
Das war mein höchster in Afrika je erreichter Punkt auf je nach Quelle um die 4600müM!
Dabei hab ich mich so auf meine 7te Übernachtung höher als der Mont Blanc gefreut...
Letzte Änderung: 12 Apr 2020 09:51 von picco.
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12 Apr 2020 09:56 #586063
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@Hermann: Herzlichen Glückwunsch nachträglich! Ob wirs geschafft haben.....naja.....ich würde sagen, dranbleiben, weiterlesen!

@tigris: Liebe Simone, ja, es war sehr schweisstreibend, aber es hat sich so was von gelohnt! Eine wunderbare Mischung von physischer Tätigkeit, unglaublich schöne Aussicht, Landschaft, Flora und Fauna, Entspannung und, nicht zuletzt die Gemeinschaft mit Menschen die einem viel bedeuten.....eine einfach perfekte Melange!

@Gabi-Muc: Wir waren insgesamt 30 Personen - 16 Touristen und 14 Träger. Es waren an dem Tag und auf unserer Route nur wir unterwegs - wer einen Tag vor oder hinter uns war entzeiht sich unsere Kenntnis.....es ist ein wenig wie (nur noch deutlich stärker, weil viel weitläufiger) im Sossus vlei.....gefühlt 500 Menschen am Gate und kein (wenige) Mensch(en) in Sicht im Vlei.....Düne 45.....Dead vlei! In den Camps waren wir in der Regel unter uns, vielleicht noch eine weitere, kleine Gruppe, aber daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern, muss also nicht störend gewesen sein.

@Picco: Lieber Picco, es freut mich sehr, dass die Bilder doch (positive) erinnerungen hervorbringen! Das ist ja mitunter das schönste am Berichteschreiben und -lesen!

liebe Grüsse,
busko
Letzte Änderung: 12 Apr 2020 13:46 von busko.
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12 Apr 2020 13:56 #586078
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Wir diskutieren viel über die Evolution, sind erstaunt über den weitestgehend identischen Bauplan grösserer Lebewesen im Tierreich; nehmen wir mal eine Eidechse, einen Vogel, ein Mensch, ein Delphin und eine Fledermaus. Spezies die stellvertretend alle Lebensräume, Land, Luft und Wasser abdecken. Solch diverse Tierarten! Doch, sieht man sich die Skelette dieser Spezies mal genauer an, so muss einem auffallen, dass sie, abgesehen von „verlängertes dies, oder verkürztes das“, ziemlich baugleich sind! Weiterhin interessant erscheint uns die konvergente Evolution von z.B. Vogel und Fledermaus – beide haben sich auf den gleichen Lebensraum spezialisiert, aber, auf so grund unterschiedlicher Weise! Während die Vögel aus Ur-Reptilien vor Urzeiten hervorgegangen sind, ist die Entwicklung der Fledermaus relativ rezent aus kleine, mausähnliche Säugetiere hervor gegangen. Wir mutmassen weiterhin, dass die Ur-Fledermäuse den Konkurrenzkampf mit den damals schon sehr effektiven Vögeln mit denen sie die „Evolutionäre-Nische“ teilen, vielleicht nur überleben konnten, indem sie nachtaktiv geworden sind?



Pflanzengigantismus in allen Formen!





Wundersame, übermannsgrosse Geschöpfe


Die Entdeckertruppe - allesamt warm eingemummelt!


Die berüchtigte Barranco-Wand an der manch ein (auch sehr guter) Bergsteiger gescheitert ist





Wie aus einem dunkleren Kapitel der Herr der Ringe.....Bilbo und die Lobelien-Ents!


.....das Gleiche in "freundlicher"!



Am hellichten Tag!.....am Äquator!!!


Abendstimmung im Barranco Camp


Aufbruch in einen schweren Tag

Wir sind nun gut eingelaufen und dies ist auch gut so, denn der nächste Tag hat es schon etwas in sich! Es wird deutlich steiler und schroffer, an einigen Stellen muss man sich durchaus auch mit den Händen weiterhelfen, aber (und diejenigen die dies öfter gemacht haben werden es wissen), irgendwann geht man in ein Modus über in dem eine gewisse „Automatik“ übernimmt und die Beine ohne nachzudenken einen nach vorne bringen. Das Ziel, das Barafu Hütten Camp, liegt auf über 4600 m auf einem Bergrücken, mit wunderbarer Sicht auf die unendliche Ebene im Süden, Mawenzi im Osten und dem wunderbar (damals noch!) mit Gletschern durchzogenen Kibo im Nordwesten. Was für eine Sicht! Schade nur, dass inzwischen die Kopfschmerzen deutlich zugenommen haben und man bei jeder Bewegung überlegt; muss ich das wirklich jetzt tun?! Wir hängen rum, fotografieren, trinken viel und versuchen uns geistig auf das vorzubereiten was Morgen kommen wird!



Es geht gleich am Camp los.....rauf und runter über Stock (aber nur sprichwörtlich!) und Stein (sehr viel davon!)


Wieder mal "so eine" Passage!


Der Kili, Nachmittags vom Barafu-Camp aus


Wo gehts lang?.....gibts denn oben auch ne Pommesbude?


Wunderbare Abendstimmung im Barafu-Camp.....die Wolken Branden aus der Ebene an den Kili an; der wehrt sich.....noch! Im Hintergrund links, der 5148 m hohe Mawenzi, eine anspruchsvolle Kletterpartie!

Es wird sehr früh gegessen und direkt nach Sonnenuntergang ab in die Zelte. Es ist nämlich so, dass wir um 23.00 los müssen!!!
Letzte Änderung: 12 Apr 2020 14:21 von busko.
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13 Apr 2020 12:10 #586149
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Nach einer durch vieles, nur nicht Schlaf, geprägten (Halb)Nacht werden wir geweckt! Nein, eigentlich nur aufgefordert aufzustehen. Ich glaube nicht, dass irgendeiner von uns wirklich geschlafen hat. Wir ziehen alles an was wir haben, es ist klirrend kalt, schalten die Stirnlampen an und gehen, stumm, mechanisch die Geröllhalde hoch. Fast wie bei der Düne 45 - 2 Schritte nach vorne, einen zurück! Die Kopfschmerzen nehmen zu, die ersten kehren um, wir beissen die Zähne zusammen und gehen weiter, immer weiter, bis schliesslich der Kraterrand bei Gilmans (Stella) point erreicht ist. Zunächst Euphorie, dann die Erkenntniss, dass es noch gut 130 Höhenmeter und ganze 6 km zum „Freiheitsgipfel“ sind! Die nächsten streichen die Segel und gehen, mit tränen überströmten Wangen wieder nach unten!
Wir fragen uns: „Ja, was in Himmels Namen wollte der Leopard hier oben???
Weiter geht’s, die Sonne geht auf und erleuchtet die Gletscher mit einem, auch durch die Höhe bedingtem, nicht von dieser Welt erscheinendem Licht. Es ist einfach überwältigend, wir können nicht anders, uns kommen die Tränen; eine Mischung von Bewegung und Freude. Wir haben die Kälte (gemessene -18 Grad, und das ziemlich genau am Äquator!!), die Kopfschmerzen und die Müdigkeit vergessen und gehen, fast im Laufschritt auf den Gipfel zu. Es ist Weihnachtstag (25.12) und was für ein Geschenk! Wir wollen gar nicht mehr weg von hier, verbringen eine, vielleicht zwei Stunden dort oben; können uns nicht satt sehen, fühlen, spüren!



Magische Stimmung kurz vor Sonnenaufgang in der Nähe von Gilmans point; uns fällt hier bereits auf, dass die Gletscher abrupt, mit einer hohen Wand enden, nicht almählich auslaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten!


Die Kolonne der müden "Übriggebliebenen"!


Die Sonne steht am Horizont, die teilweise über 30 m hohen Gletscherwände werden von der tropischen, afrikanischen Sonne wunderbar in Szene gesetzt!


Gletscher, Wolken und Ebene.....filigran und, ach so prekär! Wir wissen, dass dies nur "auf Zeit" ist, saugen es in uns auf!








Die letzten Bastionen des Gletschers trotzen der afrikanischen Sonne


Schemenhaft im Hintergrund, der 4560 m hohe Meru. Der Arusha Nationalpark liegt am Hang des Berges, wunderbar, idyllisch auf dem Hügelrücken zwischen Meru und Kilimanjaro


Der Blick in den Krater ist atemberaubend.....überall sind noch zeichen der vulkanischen Aktivität zu sehen.....kleine Dampf- und Gaswolken entweichen der Erde. Durch die sehr intensive Sonneneinstrahlung, vor allem bei dieser Höhe sind die Kontraste zwischen dem weissen Eis und der schwarzen Lava besonders extrem


Das Gipfel"kreuz" mit einigen mehr oder weniger interessanten Angaben





Es ist geschafft! Wir stehen auf dem höchsten Punkt Afrikas!


[An dieser Stelle muss ich einfach mal folgende Anmerkung zu einer der (vor Corona) aktuellen Diskussionen in DE loswerden: Wir haben am 25.12.2005 vom Gipfel des Kibo mit dem Mobiltelefon einwandfrei mit unseren Kindern in DE, inklusive Fotos verschicken, kommunizieren können!!! Wo ist nun die „dritte Welt“? Im ach so „primitiven“ Afrika, oder vielleicht doch genau hier, bei uns, wo obiges auch Heute noch, nach mittlerweile 15 Jahren mancherorts nicht gelingt?!]

Der Guide drängt, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Es geht zurück; die „Düne-45-ähnliche Verhältnisse“ sind hierbei durchaus hilfreich! Zunächst zurück zum Barafu Camp wo wir deftig essen, uns 2 Stunden ausruhen und dann eine weitere Höllentour, immer den elend langen Grad hinunter, bis zum Mweka Hütten Camp auf 3100 m! Die gesammte Tagestour ist also 1300 m hoch und dann 2800 m runter und das bei der Meereshöhe - das ist ein Wort! Wir sind euphorisch, atmen kräftig durch, Kopfschmerzen sind weg und (fast) vergessen; es bleibt pure Freude am Erlebten!



Die gleiche Gletscherzunge wie beim Aufstieg, nur 2 Stunden später im grellen Sonnenschein.....welch ein Unterschied!


Unser Lager in Mweka.....Todmüde, aber was für eine Freude am erlebten!


Der Kili verabschiedet sich in Stil.....zarter Wolkenschleier bei Sonnenuntergang.....wir staunen mit offenem Mund und feuchten Augen!







Wir fahren zurück nach Moshi, geniessen die Stadt noch ein wenig und fahren anschliessend noch 3 Wochen auf Safari, wobei wir die Nationalparks; Lake Manyara, Ngorongoro, Serengeti, Arusha und Tarangire besuchen. Dies ist aber ein anderes Kapitel und hat nur wenig mit dieser Geschichte zu tun, daher werde ich hier auch nicht zu diesem Abschnitt berichten.
Abschliessend hierzu vielleicht noch die Bemerkung, dass diese Gesamttour in die top 3 unserer „Allzeit-Bestenliste“ gehört!



Katalysator? Staubfilter? Was ist das?.....auch die "Handbremse" war richtig gut!


.....und TSCHÜSS, AFRIKA!
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So, wie kommt man also nun vom Kilimanjaro nach Tortola?
Letzte Änderung: 13 Apr 2020 14:30 von busko.
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