Kapitel 30: Die Jäger von Kwang
Als wir gegen 16 Uhr endlich an der für mich berühmten Wasserstelle "Kwang" ankamen, also die Stelle von der ich mir schon seit Wochen wünschte hinzureisen, sahen wir genau diese folgende Szene.

Ein leeres Wasserloch, zwei bis drei Bäume, und ganz weit hinten im Tal ein paar Gnus. Also alles in allem genau die Sorte Aussicht, die einem förmlich zuruft:
Hier gibt's nichts zu sehen. Fahr einfach weiter!
Nicht ganz so ins Bild passten aber die drei abgestellten Fahrzeuge samt Insassen. Und der eine hatte auch ein ziemlich dickes Ding (Teleobjektiv) im Anschlag. Möglichst unauffällig fuhren wir zu einem der Fahrzeuge hin und fragten nach, ob hier irgendwas besonderes zu sehen wäre. Und zu meiner Freude wurde uns bestätigt, dass hier tatsächlich Löwen anwesend waren! Allerdings dämpfte die Beschreibung dann auch gleich wieder die Vorfreude, denn diese lautete lediglich: "Dort drüben unter dem Baum."
Wir mussten dreimal nachfragen, um herauszufinden, dass tatsächlich der erste Baum gemeint war, welcher gerade mal ein Katzensprung von der Wasserstelle entfernt war.
Wir suchten uns eine strategisch gute Parkposition und mein Privat-Fotograf fing an die schattige Stelle unter dem Baum ganz genau unter seine Tele-Vergrösserungs-Lupe zu nehmen. Das Ergebnis war jedoch nichts! Kein Öhrchen, kein Schnurrhaar, keine Schwanzquaste, nichts!

Aber gefiedertes Volk war zu sehen, wie der eben gelandete Lannerfalke.

Und als dann auch noch einer dieser "ich-weiss-nicht-zu-welcher-Art-du-gehörst"-Adler auf dem Erdboden landete und dort die längste Zeit herumstolzierte als sei er hier der König am Wasserloch, fing ich schon an zu zweifeln, ob wir von den anderen Touristen nicht vielleicht auf den Arm genommen worden waren.


Doch dann sah ich sie! Ganz knapp über den Grashalmen, zwei Löwinnen-Öhrchen!

Und dann noch für einen kurzen Moment auch noch eine Hinterpfote, bevor alles wieder im hohen Gras verschwand.

Aber zumindest wusste ich jetzt sicher, dass ich nicht die einzige Löwin hier an der Wasserstelle war.
Nach 40 Minuten des Wartens wurde es dann mal spannend, als ein einzelnes durstiges Gnu sich der Wasserstelle näherte.

Und man kann mir erzählen was man will, aber diese Viecher sind nicht blöd! Die wissen genau, dass da irgendwas im Busch ist, wenn an einem Wasserloch fünf Autos rumstehen und jeder mit seiner Kamera wie gebannt ins scheinbare Nichts zielt.


Doch die einzige Löwin der Gnu-Bulle sehen konnte war ich. Und da ich ihm nicht gefährlich genug aussah, war der Durst am Ende dann doch grösser. Tja, ich bin eben eine perfekte Ablenkung.

Und es reichte auch für ein paar Schluck Wasser, bis...
...ja bis sich meine Schwester dachte den freiwilligen Gast mal etwas genauer ins Visier zu nehmen, was diesem wiederum vermutlich den Schreck des Tages eingebracht hat.

Und während das Gnu mit voller Geschwindigkeit davon galoppierte, bekam auch ich einen Schreck! Aber einen freudigen Schreck!
Ja schau mal, wer da alles die ganze Zeit schon im Gras lag! Drei Löwinnen und ein Löwe!


Safari: "Hallo Safo, Betzi, Twiggy und Menelaos, Königinnen und König der Kalahari! Ich bin Königin Safari von Sossusvlei und Sesriem."
Jetzt, da alle wach waren, gab es auch etwas Interaktion zu sehen!
Einmal 'schmusi' mit Kuschelmähne. 😄


Jedoch schien Menelaos von so viel Zuneigung seiner Jägerin Twiggi sozial leicht überfordert zu sein und ging ihr lieber aus dem Weg.


Safo, Schwester Nummer Drei, schaute sich erst einmal etwas um und machte dann etwas Gesichts-Muskel-Joga.



Generell wurde sich dann in die schattigeren Plätzchen umpositioniert, während die Gnus weiter hinten in der prallen Sonne standen.

Als sich dann alle Vier wieder hingelegt hatten, war wieder absolut Nichts zu sehen, ausser schattigem Gras.
Mein absoluter Respekt! Wahrliche Geisterlöwen! =^.^=

Etwas spannend wurde es dann noch, als die ganze Gnuherde keine 50m entfernt vorbeizog an dem Löwenrudel vorbeizog. Doch diesmal rührte sich kein Öhrchen. Und ich denke, auch die Gnus wussten was sie da taten.
Für ein paar weitere Minuten blieb es ruhig, bis sich eine meine Schwester Betzi aufsetzte und für ein paar schöne Fotos posierte. Zumindest dachte das mein Privat-Fotograf. Ich hingegen, der Löwensprache mächtig, wusste spätestens jetzt, dass es sich wohl möglich sehr lohnen würde noch weiter zu warten.



Ach wie schön ist Schwesternliebe! Da wäre ich nur allzu gerne mittendrin!



Mit zunehmender Stunde versammelten sich dann immer mehr Gurrtauben an der von den Löwen beschützten Wasserstelle.


Wobei die Tauben von den Löwen nur vor den Grasfressern beschützt wurden. Freie Fahrt, oder besser gesagt, freien Flug hatten die Adler oder Falken, welche immer mal wieder in Höchstgeschwindigkeit über das Wasserloch jagten und versuchten eine Taube beim Abheben zu erwischen.

Privat-Fotograf: "Safari! Schau! ein Löwenjunges!"
Safari: "Ich wusste es! Endlich kommen sie zum Trinken!"
Privat-Fotograf: "Wie du wusstest es? Hast du etwas doch Röntgenaugen oder was?"
Safari: "Natürlich nicht! Aber was glaubst du wen Mama Betzi vorhin wohl angefaucht hat? Bestimmt keinen Grashüpfer."
Privat-Fotograf: "Moment... Du hast ihnen schon Namen gegeben?"
Safari: "Na klar! Und jetzt rede nicht so viel, sondern mache das wofür ich dich mitgenommen habe! Da kommen nämlich bestimmt gleich noch mehr!"
Und wie immer wenn es um Löwen geht, hatte ich Recht. =^.^=
Unter meinen wachsamen Augen und natürlich auch unter denen ihrer Mama, trauten sich die Kleinen endlich aus dem Gras.

Auftritt der Rasselbande!

Awww.... ^^
Kommt ruhig näher. Tantchen tut euch nichts.

Privat-Fotograf: "Das eine Löwenjunge sieht verletzt aus."
Safari: "WAAASSS!!! Wer wagt sowas! Dem werde ich aber sowas von...(zensiert)!!!"
Leider sah man ihm auch an, dass es ihm nicht ganz so gut ging. Denn während seine Geschwister und Halbgeschwister muter miteinander tobten und spielten, hielt er sich merklich zurück. Oder es lag vielleicht auch einfach nur daran, dass er der Kleinste unter seinen Geschwistern war. Und irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass er deswegen von seiner grossen Halbschwester auch ein wenig gemobbt wurde. Jedenfalls hielt sie ihren jüngeren Halbbruder eine ganze Weile am Schwanz fest. Was aber auch irgendwie wieder total süß war.




Nach dem einige ein wenig gedrunkten hatten, wurde weiter munter das Wasserloch erkundet, miteinander gespielt und anschleichen geübt. So wie zum Beispiel Löwchen Nummer 5 sich hier schon professionell hinter fünf Grashalmen versteckte und seine Geschwister ins Visier nahm.

Hier mal alle Fünf auf einem Bild.

Safari: *Seufz* "So jung müsste man nochmal sein! Dann würde ich mich zu ihnen gesellen und mitspielen. Wobei... warum nicht?"
Privat-Fotograf: "Nix da! Ich sag es dir! Ich nehm dich an die Leine, wenn du auch nur eine Anstalt machst hier aus dem Wagen zu springen!"
Safari: "Aber diesmal passt doch alles! Ich bin eine Löwin! Ich habe die richtige goldgelbe Fellfarbe! Und ich habe sogar auch genau die richtige Kampfgrösse für die Kleinen! Ein Löwenjunges mehr oder weniger fällt den zwei Mamas bestimmt nicht auf!"
Privat-Fotograf: "Und du weisst auch ganz genau, welches Löwenjunge zu welcher Mama gehört?"
Safari: "Nein, aber...!"
Privat-Fotograf: "Und weisst du überhaupt wer von den drei Löwinnen überhaupt Mama ist?"
Safari: "Nein, aber...!"
Privat-Fotograf: "Und hast du irgendwo ein 'Eau-de-la-meute' herumliegen? Oder wie willst du das mit dem Rudelgeruch anstellen?"
Safari: "Nein, habe ich nicht..."
Privat-Fotograf: "Safari. Jetzt geniesse doch einfach mal den Moment so wie er ist. Und ich mache derweil ein paar weitere Fotos als Erinnerung und für unser Rudel Zuhause. Okay?"
Auch wenn ich mit meinem ganzen Herzen wünschte es wäre anders, aber diesmal hatte er leider Recht. Selbst ohne meinen Plüschanteil hätte ich als echte kleine Löwin nicht einfach zum Rudel spazieren können. Also tat ich ausnahmsweise mal wie mir geheissen und genoss einfach den Moment. Und der war, ich kann es nicht anders sagen, W-U-N-D-E-R-S-C-H-Ö-N !!!
Sieht schon ganz schön kräftig aus der kleine Löwe.

Der gewinnt bestimmt schon jeden Kampf gegen seine Geschwister!


Hier sieht man übrigens ein gutes Beispiel einer Löwen-Jagdtechnik, bei der die Hinterbeine des Opfers mit einem gezielten Pfotenschlag überkreuzt werden und es so zu Fall gebracht wird.


Und hier der klassische Nackenbiss. Wie goldig! =^.^=

Und immer wieder Anschleich-Übungen. Am Besten natürlich von hinten!



Oder mit natürlicher Deckung. =^.^=

Zum Leidwesen der Kleinen, waren die Gurrtauben aber noch ausserhalb ihrer Reichweite.



Die hatten aber sowieso schon mit den ebenfalls jagenden Raubvögeln genug zu tun!

Im schönsten Abendsonnenlicht gab es dann noch ein paar letzte Fotos, bevor die Rabauken zurück zu ihrer Mama und Tanten mussten.



Nachdem sich alle Löwen wieder ins hohe Gras gelegt hatten, hatte ich und mein Privat-Fotograf auch mal Zeit die Fotos der anderen anwesenden Tiere zu sichten.
So wie zum Beispiel diese beiden Raben, die zum Baden gekommen waren.


Und auch dieser Raub-Adler, der sich nach der ganzen Fliegerei auch mal erden musste.

Wie so oft bei unseren Löwen-Begegnungen, hatte mein Privat-Chauffeur die genaue Abfahrtzeit in Abhängigkeit der Entfernung zum Camp berechnet. Und so waren wir an diesem Abend dann auch die Allerletzten, die den Rückweg nach Nossob antraten.
Safari: "Tschüss, meine liebe Verwandtschaft! Und vielen Dank, dass ihr euch von eurer schönsten Seite gezeigt habt. Bis morgen früh, wünsche ich euch eine gute Nacht!"

Mit den maximal erlaubten 50 km/h, fuhren wir also die Strasse zurück und verpassten den sowieso nicht vorhandenen Sonnenuntergang an diesem Abend.

Allerdings hatte der Kgalagadi Transfrontier Park an diesem Abend noch eine andere Überraschung parat. Denn so ungefähr 3 km vor dem Tor trafen wir wieder auf die anderen Parkgäste, welche mit uns die Zeit bei den Löwen verbracht hatten.
Wie immer fragten wir neugierig nach der Sichtung und bekamen per Zeigefinger die Richtung zu vier Geparden angezeigt!
Na die nehmen wir doch auch gerne noch mit! =^.^=



Gerade noch pünktlich zur Torschliessung erreichten wir das "Nossob Camp". Nach Abgabe des Laufzettels trafen wir dann noch Silke und Harald auf der Campsite. Diese hatten ihr Wohnmobil neben das Wohnmobil von Waldemar gestellt. Er war ebenfalls ein Deutscher und auch schon seit ein paar Wochen ganz alleine im südlichen Afrika unterwegs.
Zusammen unterhielten wir uns noch eine ganze Weile. Hauptsächlich darüber, dass das Leben im Camper sich zwar romantisch anhört, aber nicht selten alles andere als bequem ist. Und auch über Starlink und Waldemars Erfahrung, dass dieses Kommunikationssystem in Namibia geoblockiert ist, bevor dann gegen 21 Uhr jeder von uns ins Bett wollte.
Da die drei unser Angebot, mit uns zur Premium Campsite zu kommen, dankend abgelehnt hatten, fuhren wir dann die paar Meter im Dunkeln zu unserem heutigen Schlafplatz.
Von der doch recht positiven Erfahrung der letzten Nacht, wollte mein Privat-Chauffeur sich den Zeltaufbau wieder sparen und direkt im Auto schlafen. Für mich kein Problem. Nur als dann mein Privat-Chauffeur innerhalb einer Stunde zum dritten Mal alle Fenster aufmachte, ausstieg, die Campinglampe am Waschhäuschen anschaltete und dann noch mindestens fünf-mal ums Auto lief, mussten dann doch mal dringend ein paar Worte gewechselt werden.
Safari: "Bis du jetzt zum Kater geworden? Oder warum läufst du so katzentypisch fünf-mal um deinen Schlafplatz, bevor du dich endlich hinlegst?"
Privat-Chauffeur: "Glaube mir. Ich würde auch schon viel lieber im Land der Träume sein, wenn es in unserem Wagen nicht so brüllend heiss wäre. Und da ich nur sehr ungerne mit offenem Fenster schlafen möchte, bleibt mir nichts anderes übrig als durchzulüften."
Safari: "Dann tue was du nicht lassen kannst. Ich jedenfalls mache jetzt die Augen zu und Träume von den fünf süssen Löwenkinder die wir gesehen haben."
Er hat noch zwei weitere Male die ganze Prozedur durchgezogen, bevor er dann doch das hintere Fenster einen kleinen Spalt offengelassen hat und übermüdet eingeschlafen ist.
Ich hingegen war fast wunschlos Glücklich. Denn der heutige Tag hatte eigentlich alles geboten, was ich mir von dieser Reise erhofft hatte. Und alles was jetzt noch in den verbleibenden anderthalb Tagen kommen würde, wäre einfach nur noch ein schönes zusätzliches Geschenk.
Tja, hätte ich an diesem Abend schon gewusst, was mich am nächsten Morgen erwarten würde, ich hätte vor lauter Aufregung kein Auge zugetan! =^.^=
Als wir gegen 16 Uhr endlich an der für mich berühmten Wasserstelle "Kwang" ankamen, also die Stelle von der ich mir schon seit Wochen wünschte hinzureisen, sahen wir genau diese folgende Szene.
Ein leeres Wasserloch, zwei bis drei Bäume, und ganz weit hinten im Tal ein paar Gnus. Also alles in allem genau die Sorte Aussicht, die einem förmlich zuruft:
Hier gibt's nichts zu sehen. Fahr einfach weiter!
Nicht ganz so ins Bild passten aber die drei abgestellten Fahrzeuge samt Insassen. Und der eine hatte auch ein ziemlich dickes Ding (Teleobjektiv) im Anschlag. Möglichst unauffällig fuhren wir zu einem der Fahrzeuge hin und fragten nach, ob hier irgendwas besonderes zu sehen wäre. Und zu meiner Freude wurde uns bestätigt, dass hier tatsächlich Löwen anwesend waren! Allerdings dämpfte die Beschreibung dann auch gleich wieder die Vorfreude, denn diese lautete lediglich: "Dort drüben unter dem Baum."
Wir mussten dreimal nachfragen, um herauszufinden, dass tatsächlich der erste Baum gemeint war, welcher gerade mal ein Katzensprung von der Wasserstelle entfernt war.
Wir suchten uns eine strategisch gute Parkposition und mein Privat-Fotograf fing an die schattige Stelle unter dem Baum ganz genau unter seine Tele-Vergrösserungs-Lupe zu nehmen. Das Ergebnis war jedoch nichts! Kein Öhrchen, kein Schnurrhaar, keine Schwanzquaste, nichts!
Aber gefiedertes Volk war zu sehen, wie der eben gelandete Lannerfalke.
Und als dann auch noch einer dieser "ich-weiss-nicht-zu-welcher-Art-du-gehörst"-Adler auf dem Erdboden landete und dort die längste Zeit herumstolzierte als sei er hier der König am Wasserloch, fing ich schon an zu zweifeln, ob wir von den anderen Touristen nicht vielleicht auf den Arm genommen worden waren.
Doch dann sah ich sie! Ganz knapp über den Grashalmen, zwei Löwinnen-Öhrchen!
Und dann noch für einen kurzen Moment auch noch eine Hinterpfote, bevor alles wieder im hohen Gras verschwand.
Aber zumindest wusste ich jetzt sicher, dass ich nicht die einzige Löwin hier an der Wasserstelle war.
Nach 40 Minuten des Wartens wurde es dann mal spannend, als ein einzelnes durstiges Gnu sich der Wasserstelle näherte.
Und man kann mir erzählen was man will, aber diese Viecher sind nicht blöd! Die wissen genau, dass da irgendwas im Busch ist, wenn an einem Wasserloch fünf Autos rumstehen und jeder mit seiner Kamera wie gebannt ins scheinbare Nichts zielt.
Doch die einzige Löwin der Gnu-Bulle sehen konnte war ich. Und da ich ihm nicht gefährlich genug aussah, war der Durst am Ende dann doch grösser. Tja, ich bin eben eine perfekte Ablenkung.
Und es reichte auch für ein paar Schluck Wasser, bis...
...ja bis sich meine Schwester dachte den freiwilligen Gast mal etwas genauer ins Visier zu nehmen, was diesem wiederum vermutlich den Schreck des Tages eingebracht hat.
Und während das Gnu mit voller Geschwindigkeit davon galoppierte, bekam auch ich einen Schreck! Aber einen freudigen Schreck!
Ja schau mal, wer da alles die ganze Zeit schon im Gras lag! Drei Löwinnen und ein Löwe!
Safari: "Hallo Safo, Betzi, Twiggy und Menelaos, Königinnen und König der Kalahari! Ich bin Königin Safari von Sossusvlei und Sesriem."
Jetzt, da alle wach waren, gab es auch etwas Interaktion zu sehen!
Einmal 'schmusi' mit Kuschelmähne. 😄
Jedoch schien Menelaos von so viel Zuneigung seiner Jägerin Twiggi sozial leicht überfordert zu sein und ging ihr lieber aus dem Weg.
Safo, Schwester Nummer Drei, schaute sich erst einmal etwas um und machte dann etwas Gesichts-Muskel-Joga.
Generell wurde sich dann in die schattigeren Plätzchen umpositioniert, während die Gnus weiter hinten in der prallen Sonne standen.
Als sich dann alle Vier wieder hingelegt hatten, war wieder absolut Nichts zu sehen, ausser schattigem Gras.
Mein absoluter Respekt! Wahrliche Geisterlöwen! =^.^=
Etwas spannend wurde es dann noch, als die ganze Gnuherde keine 50m entfernt vorbeizog an dem Löwenrudel vorbeizog. Doch diesmal rührte sich kein Öhrchen. Und ich denke, auch die Gnus wussten was sie da taten.
Für ein paar weitere Minuten blieb es ruhig, bis sich eine meine Schwester Betzi aufsetzte und für ein paar schöne Fotos posierte. Zumindest dachte das mein Privat-Fotograf. Ich hingegen, der Löwensprache mächtig, wusste spätestens jetzt, dass es sich wohl möglich sehr lohnen würde noch weiter zu warten.
Ach wie schön ist Schwesternliebe! Da wäre ich nur allzu gerne mittendrin!
Mit zunehmender Stunde versammelten sich dann immer mehr Gurrtauben an der von den Löwen beschützten Wasserstelle.
Wobei die Tauben von den Löwen nur vor den Grasfressern beschützt wurden. Freie Fahrt, oder besser gesagt, freien Flug hatten die Adler oder Falken, welche immer mal wieder in Höchstgeschwindigkeit über das Wasserloch jagten und versuchten eine Taube beim Abheben zu erwischen.
Privat-Fotograf: "Safari! Schau! ein Löwenjunges!"
Safari: "Ich wusste es! Endlich kommen sie zum Trinken!"
Privat-Fotograf: "Wie du wusstest es? Hast du etwas doch Röntgenaugen oder was?"
Safari: "Natürlich nicht! Aber was glaubst du wen Mama Betzi vorhin wohl angefaucht hat? Bestimmt keinen Grashüpfer."
Privat-Fotograf: "Moment... Du hast ihnen schon Namen gegeben?"
Safari: "Na klar! Und jetzt rede nicht so viel, sondern mache das wofür ich dich mitgenommen habe! Da kommen nämlich bestimmt gleich noch mehr!"
Und wie immer wenn es um Löwen geht, hatte ich Recht. =^.^=
Unter meinen wachsamen Augen und natürlich auch unter denen ihrer Mama, trauten sich die Kleinen endlich aus dem Gras.
Auftritt der Rasselbande!
Awww.... ^^
Kommt ruhig näher. Tantchen tut euch nichts.
Privat-Fotograf: "Das eine Löwenjunge sieht verletzt aus."
Safari: "WAAASSS!!! Wer wagt sowas! Dem werde ich aber sowas von...(zensiert)!!!"
Leider sah man ihm auch an, dass es ihm nicht ganz so gut ging. Denn während seine Geschwister und Halbgeschwister muter miteinander tobten und spielten, hielt er sich merklich zurück. Oder es lag vielleicht auch einfach nur daran, dass er der Kleinste unter seinen Geschwistern war. Und irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass er deswegen von seiner grossen Halbschwester auch ein wenig gemobbt wurde. Jedenfalls hielt sie ihren jüngeren Halbbruder eine ganze Weile am Schwanz fest. Was aber auch irgendwie wieder total süß war.
Nach dem einige ein wenig gedrunkten hatten, wurde weiter munter das Wasserloch erkundet, miteinander gespielt und anschleichen geübt. So wie zum Beispiel Löwchen Nummer 5 sich hier schon professionell hinter fünf Grashalmen versteckte und seine Geschwister ins Visier nahm.
Hier mal alle Fünf auf einem Bild.
Safari: *Seufz* "So jung müsste man nochmal sein! Dann würde ich mich zu ihnen gesellen und mitspielen. Wobei... warum nicht?"
Privat-Fotograf: "Nix da! Ich sag es dir! Ich nehm dich an die Leine, wenn du auch nur eine Anstalt machst hier aus dem Wagen zu springen!"
Safari: "Aber diesmal passt doch alles! Ich bin eine Löwin! Ich habe die richtige goldgelbe Fellfarbe! Und ich habe sogar auch genau die richtige Kampfgrösse für die Kleinen! Ein Löwenjunges mehr oder weniger fällt den zwei Mamas bestimmt nicht auf!"
Privat-Fotograf: "Und du weisst auch ganz genau, welches Löwenjunge zu welcher Mama gehört?"
Safari: "Nein, aber...!"
Privat-Fotograf: "Und weisst du überhaupt wer von den drei Löwinnen überhaupt Mama ist?"
Safari: "Nein, aber...!"
Privat-Fotograf: "Und hast du irgendwo ein 'Eau-de-la-meute' herumliegen? Oder wie willst du das mit dem Rudelgeruch anstellen?"
Safari: "Nein, habe ich nicht..."
Privat-Fotograf: "Safari. Jetzt geniesse doch einfach mal den Moment so wie er ist. Und ich mache derweil ein paar weitere Fotos als Erinnerung und für unser Rudel Zuhause. Okay?"
Auch wenn ich mit meinem ganzen Herzen wünschte es wäre anders, aber diesmal hatte er leider Recht. Selbst ohne meinen Plüschanteil hätte ich als echte kleine Löwin nicht einfach zum Rudel spazieren können. Also tat ich ausnahmsweise mal wie mir geheissen und genoss einfach den Moment. Und der war, ich kann es nicht anders sagen, W-U-N-D-E-R-S-C-H-Ö-N !!!
Sieht schon ganz schön kräftig aus der kleine Löwe.
Der gewinnt bestimmt schon jeden Kampf gegen seine Geschwister!
Hier sieht man übrigens ein gutes Beispiel einer Löwen-Jagdtechnik, bei der die Hinterbeine des Opfers mit einem gezielten Pfotenschlag überkreuzt werden und es so zu Fall gebracht wird.
Und hier der klassische Nackenbiss. Wie goldig! =^.^=
Und immer wieder Anschleich-Übungen. Am Besten natürlich von hinten!
Oder mit natürlicher Deckung. =^.^=
Zum Leidwesen der Kleinen, waren die Gurrtauben aber noch ausserhalb ihrer Reichweite.
Die hatten aber sowieso schon mit den ebenfalls jagenden Raubvögeln genug zu tun!
Im schönsten Abendsonnenlicht gab es dann noch ein paar letzte Fotos, bevor die Rabauken zurück zu ihrer Mama und Tanten mussten.
Nachdem sich alle Löwen wieder ins hohe Gras gelegt hatten, hatte ich und mein Privat-Fotograf auch mal Zeit die Fotos der anderen anwesenden Tiere zu sichten.
So wie zum Beispiel diese beiden Raben, die zum Baden gekommen waren.
Und auch dieser Raub-Adler, der sich nach der ganzen Fliegerei auch mal erden musste.
Wie so oft bei unseren Löwen-Begegnungen, hatte mein Privat-Chauffeur die genaue Abfahrtzeit in Abhängigkeit der Entfernung zum Camp berechnet. Und so waren wir an diesem Abend dann auch die Allerletzten, die den Rückweg nach Nossob antraten.
Safari: "Tschüss, meine liebe Verwandtschaft! Und vielen Dank, dass ihr euch von eurer schönsten Seite gezeigt habt. Bis morgen früh, wünsche ich euch eine gute Nacht!"
Mit den maximal erlaubten 50 km/h, fuhren wir also die Strasse zurück und verpassten den sowieso nicht vorhandenen Sonnenuntergang an diesem Abend.
Allerdings hatte der Kgalagadi Transfrontier Park an diesem Abend noch eine andere Überraschung parat. Denn so ungefähr 3 km vor dem Tor trafen wir wieder auf die anderen Parkgäste, welche mit uns die Zeit bei den Löwen verbracht hatten.
Wie immer fragten wir neugierig nach der Sichtung und bekamen per Zeigefinger die Richtung zu vier Geparden angezeigt!
Na die nehmen wir doch auch gerne noch mit! =^.^=
Gerade noch pünktlich zur Torschliessung erreichten wir das "Nossob Camp". Nach Abgabe des Laufzettels trafen wir dann noch Silke und Harald auf der Campsite. Diese hatten ihr Wohnmobil neben das Wohnmobil von Waldemar gestellt. Er war ebenfalls ein Deutscher und auch schon seit ein paar Wochen ganz alleine im südlichen Afrika unterwegs.
Zusammen unterhielten wir uns noch eine ganze Weile. Hauptsächlich darüber, dass das Leben im Camper sich zwar romantisch anhört, aber nicht selten alles andere als bequem ist. Und auch über Starlink und Waldemars Erfahrung, dass dieses Kommunikationssystem in Namibia geoblockiert ist, bevor dann gegen 21 Uhr jeder von uns ins Bett wollte.
Da die drei unser Angebot, mit uns zur Premium Campsite zu kommen, dankend abgelehnt hatten, fuhren wir dann die paar Meter im Dunkeln zu unserem heutigen Schlafplatz.
Von der doch recht positiven Erfahrung der letzten Nacht, wollte mein Privat-Chauffeur sich den Zeltaufbau wieder sparen und direkt im Auto schlafen. Für mich kein Problem. Nur als dann mein Privat-Chauffeur innerhalb einer Stunde zum dritten Mal alle Fenster aufmachte, ausstieg, die Campinglampe am Waschhäuschen anschaltete und dann noch mindestens fünf-mal ums Auto lief, mussten dann doch mal dringend ein paar Worte gewechselt werden.
Safari: "Bis du jetzt zum Kater geworden? Oder warum läufst du so katzentypisch fünf-mal um deinen Schlafplatz, bevor du dich endlich hinlegst?"
Privat-Chauffeur: "Glaube mir. Ich würde auch schon viel lieber im Land der Träume sein, wenn es in unserem Wagen nicht so brüllend heiss wäre. Und da ich nur sehr ungerne mit offenem Fenster schlafen möchte, bleibt mir nichts anderes übrig als durchzulüften."
Safari: "Dann tue was du nicht lassen kannst. Ich jedenfalls mache jetzt die Augen zu und Träume von den fünf süssen Löwenkinder die wir gesehen haben."
Er hat noch zwei weitere Male die ganze Prozedur durchgezogen, bevor er dann doch das hintere Fenster einen kleinen Spalt offengelassen hat und übermüdet eingeschlafen ist.
Ich hingegen war fast wunschlos Glücklich. Denn der heutige Tag hatte eigentlich alles geboten, was ich mir von dieser Reise erhofft hatte. Und alles was jetzt noch in den verbleibenden anderthalb Tagen kommen würde, wäre einfach nur noch ein schönes zusätzliches Geschenk.
Tja, hätte ich an diesem Abend schon gewusst, was mich am nächsten Morgen erwarten würde, ich hätte vor lauter Aufregung kein Auge zugetan! =^.^=