Reisebericht

"Safari", Löwinnen überall!

von Black Lion · begonnen 01. Apr. 2026 · 48 Teile

Teil 101. Apr. 2026


Namibia

Das Land in welchem ich vor zwei Jahren mein Löwinnenherz gelassen habe. Ein Land, von welchem ich immer wieder geträumt habe das dort alle meine Träume wahr werden können. Und mein grösster Traum war nichts geringeres als zu einer echten und berühmten Löwin zu werden! Ja, man wird ja wohl noch träumen dürfen!
Wieso? Ach, ich habe vor lauter Schwärmerei natürlich mal wieder vergessen mich vorzustellen. Ich bin Königin "Safari"!

Chronist! Präsentiert mein Foto!


Safari: "Wer soll das sein?"

Chronist: "Die Löwin oder der Mann?"

Safari: "Beide!"

Chronist: "Also der Mann heisst Valentin und die Löwin Sirga. Über die gab es mal einen Film!"

Safari: "Kenne ich beide nicht. Also sprich, kennt die doch bestimmt niemand mehr! Sprich nicht berühmt genug! Sprich, versuch's nochmal!"

Chronist: "Wie ihr wünscht, eure Majestät."


Safari: "Und wer ist das?"

Chronist: "Das sind Elsa und Joy Adamson!"

Safari: "Elsa? War das nicht die Eiskönigin? Und warum ist das Foto in Schwarz-Weiss?"

Chronist: "Nein, ich meine natürlich die berühmte Löwin Elsa. Und das Foto ist in Schwarz-Weiss, weil es schon fast 80 Jahre alt ist."

Safari: "BITTE WAS?!? Ich bin doch keine 80. jährige Oma! Selbst Tantchen ist ja noch nicht mal so alt!

Chronist: "Entschuldigt bitte zu tiefst eure Majestät. Gewährt ihr mir noch einen letzten Versuch?"

Safari: "Weil du es bist."


Safari: "Awww! Königin Nala! Mein Vorbild! Jetzt fühle ich mich wirklich geehrt! Wobei ich glaube, dass ich bis zu ihrer Berühmtheit noch einen sehr weiten Weg vor mir habe.
Aber Dankeschön! Das ist wirklich lieb von dir mich mit Nala, der Königin des geweihten Landes zu vergleichen." =^.^=

"Um aber unsere Untertanen, ähmm... ich meine natürlich unsere Leserschaft nicht noch weiter zu verwirren, ist es, denke ich, jetzt an der Zeit für mein richtiges Foto... Chronist!"

Chronist: "Das mit der Krone, eure Majestät?"

Safari: "Ich bitte darum!"


Und für alle die sich jetzt fragen, ob ich nun völlig durchgedreht und übergeschnappt bin, kann ich sagen:

Ja bin ich! Aber zurecht!

Und für alle die wissen wollten, wie es dazu kommen konnte, dass eine grosskatzenverrückte Plüschlöwin zu einer Königin wurde, möchte ich sagen: Heftet euch an meine Schwanzquaste und lest meinen Reisebericht! =^.^=

Euch erwarten, unglaubliche Erlebnisse, herzliche Begegnungen, ein Safari-Suchspiel, ein Lied zum mitsingen, ein Dashcam-Video-Beweis und eine Geschichte die ihr so bestimmt noch nie gelesen habt!




Anordnung der Königin: "An alle die eventuell schon mehr über meine Reise wissen. Nicht spoilern und Schnauze halten!"
Chronist: "Safari! Wortwahl bitte!"
Safari: "Was denn?!? So heisst das Ding zwischen meinen Augen und Nasenspitze nunmal!"
Teil 203. Apr. 2026
Kapitel 1: Kaputt?

Wie so häufig, fängt eine Reise nach Afrika weit vor dem Abreisetag an. In unserem Fall ungefähr 6 Monate vorher, nachdem mein Reiseorganisator in zwei seiner drei Wochen Sommerurlaub doch Zuhause für die Firma arbeiten musste und daher den Entschluss fasste, seinen nächsten Urlaub in einem Land mit eingeschränkter Erreichbarkeit zu verbringen. Und was böte sich da besser an als Namibia? Also Okay von der Familie eingeholt, günstigen Flug in der Nebensaison gesucht und gebucht und Steffi von Namibia Click and Travel kontaktiert. Da es wieder (leider nur) 2 Wochen waren, wollten wir uns diesmal auf den südlichen Teil des Landes konzentrieren. Also Sossusvlei, Fish River Canyon und den Kalahari Tranfrontier Park (KTP), von welchem wir sehr viel Positives gelesen haben. Nachdem recht schnell klar war, dass die Buchungen im KTP die schwierigsten werden würden, warteten wir ersteinmal ab, was Steffi für 4-5 Tage dort würde noch erbeuten können. Am Ende wurden es dann, nach einer geplatzten Buchung in "Mata Mata" für die letzte Nacht, "Mata Mata Campsite", "Twee Rivieren Campsite", "Nossob Superior Campsite" und nochmal "Twee Rivieren Campsite". Die Tatsache, dass unsere darauf folgende und letzte Unterkunft vor dem Abflug die 385km weit entfernte "Lapa Lange Lodge" war, schreckte meinen Privat-Chauffeur damals nicht. Und auch generell hatte er auch mit Ababis 4x4-Fahrtaining - Seserim - Sossusvlei - Tiras eine teilweise recht enge Zeittaktung in seiner Reiseplanung. Aber als routinierter Fahrer sah er das recht entspannt bis ungefähr 2 Wochen vor Abflug.

Reiseleiter: "AUuuu!"
Safari: "Was ist los? Geh mir jetzt ja nicht kaputt!"
Reiseleiter: "Bandscheibenvorfall im Nackenwirbel in kombination mit tauben rechten Zeigefinger, Muskelverspannungen und Schmerzen im ganzen rechten Arm. Ich bin aber echt ernsthaft am überlegen..."
Safari: "Nix da! Ich freu mich jetzt schon ein halbes Jahr auf diese Reise! Ich will nach Namibia! Daher denke ja nicht dran! Und du brauchst ja, jetzt erst recht, schliesslich auch mal Urlaub!"

Zum Glück haben wir eine sehr weise Löwin (Ärztin) in der Familie, welche meinen Reiseleiter mit so viel Medikamenten und Schmerzmitteln versorgt hat, so dass es für ein ganzes Löwenrudel gereicht hätte. Und zum Glück gehörte Autofahren noch zu einen der Positionen die einigermassen angenehm war. Im Gegensatz zu am PC sitzen oder, wie sich leider erst später herausstellte, gerade im Dachzelt liegen. Problemmatisch war dann noch, dass mein Reiseleiter nichts schweres tragen sollte. Ich mit meinen 3kg Plüschgewicht war da weniger das Problem. Aber die 23kg Reisetasche (zum Glück mit Rollen) und die schweren Kameras und Objektive schon eher.
Apropos Gewicht. Um mich und seine ganze Kameraausrüstung ins Handgepäck zu bekommen (max. 8kg), hat er erstens auf einen Laptop verzichtet und die Bilder-Datensicherung übers Handy gemacht. Ja das geht! Und zweitens hat er sein schweres Teleobjektiv in einer passenden Kühltasche als persönlichen Gegenstand deklariert. Das war zwar nicht dumm, aber zeitweise ziemlich unpraktisch.

Reiseroute:

08.03.2026 Direktnachtflug Eurowings Discover
09.03.2026 Londiningi Guest House in Windhoek
10.03.2026 Ababis Guestfarm
11.03.2026 Sesriem NWR Camp
12.+13.03.2026 Farm Tiras
14.+15.03.2026 Mount Canyon Guestfarm
16.03.2026 Mesosaurus Camp
17.03.2026 Red Dune Camp
18.03.2026 Kalahari Game Camp (Upgrade auf Chalet)
19.03.2026 Mata Mata Camp
20.03.2026 Twee Rivieren Camp
21.03.2026 Nossob Premium Camp
22.03.2026 Twee Rivieren Camp
23.03.2026 Lapa Lange Lodge
24.03.2026 Direktnachtflug Eurowings Discover

Stromversorgung:
12V/220V Konverter mit EU-Steckern für den Zigarettenanzünder.
Wir haben also unsere Batterien (Handy/Kameras) immer tagsüber wärend der Fahrt geladen. =^.^=

Navigationssystem:
Handy mit OpenStreetMap in Verbindung mit dem eingebauten Navigationssystem meines Reiseleiters.

Kameraausrüstung:
Canon R50 + Tamron 10-24 (Landschaften)
Canon R10 + Sigma 50-500 OS (Tiere und Nahaufnahmen)
Sigma 12mm F1.4 (Sternenhimmel!!!)
Sigma 105mm F1.4 (Lichtmonster *)
Sigma 18-200 C (Allrounder)
Simga 2x-Konverter (für noch mehr Vergrösserung)
Canon 24mm 2.8 Pancake (Kameraabdeckung)

(*) Safari zu Privat-Fotograf: Wehe dir, wenn ich wegen dem Reisen-Ding wieder mehrmals durch den Flughafenscanner muss!
Teil 305. Apr. 2026
Kapitel 2: Lioness on Board

Wie schon bei unserer letzten Reise 2024, so ging es auch diesesmal an einem Sonntag Nachmittag los mit dem Auto in Richtung Frankfurt Flughafen. Bei 3-4 Stunden Fahrzeit und mit bis zu 18°C Aussentemperatur, war dies auch schon einmal ein erster Dauertest für meinen Privat-Chauffeur mit seinem Bandscheibenvorfall. Mit "Gateway-Gardens" kannten wir ja schon den Weg zu unserem Parkhaus, welches wir gegen 17:30 Uhr erreichten und wo wir unser Auto für die nächsten 16 Tage abstellen konnten. Der Weg zur S-Bahn-Station war diesmal dann auch nicht ganz so mühsam. Zwar war der Zugang zur Station immer noch eine halbe Baustelle, aber dafür gingen die Rolltreppen. Vor 2 Jahren musste mein Reiseleiter seine schwere Reisetasche noch die Treppen selber runtertragen.
Mit der S-Bahn (S9) ging es dann genau eine Station weiter zum Bahnhof Frankfurter Flughafen, wo wir dann praktischer Weise auch gleich in Terminal 1 bei unseren Check-In-Schalter herauskamen. Die 21kg Reisetasche wurde ja noch problemlos angenommen, aber der Wanderrucksack fürs Handgepäck mit mir und der Kameraausrüstung wurde sehr kritisch beäugt.

Check-In-Mitarbeiter: Und das auf ihrem Rücken geben sie auch auf?
Reiseleiter: Nein, Löwen gehören ins Handgepäck!
Check-In-Mitarbeiter: Drehen sie sich mal um! Und das passt?
Reiseleiter: Ja, das passt.
Check-In-Mitarbeiter: Maximal 8kg?!
Reiseleiter: Habs extra nachgewogen.

Mit der Angst im Nacken, dass wir ab jetzt auf der Fahndungsliste der Handgepäck-Schummler waren und ich dann 5-Minuten vorm Boarding würde dazu genötigt werden doch noch mit horrenden Extrakosten ins Hauptgepäck verfrachtet zu werden (habe da mal ein beunruhigendes Youtube-Video gesehen...), ging es dann weiter zur automatischen Passkontrolle. Doch dort ging dann der Reisepass nicht plötzlich nicht! Selbst nach dem dritten Versuch kam einfach nur ein nichtsaussagendes grosses rotes Kreuz auf dem kleinen Display. Aber auch hier hatte mein Reiseleiter eine Lösung parat, indem er einfach seinen Personalausweis einsetzte.

Und dann kam die Gepäck-Kontrolle, mit welcher ich seit der Australien-Reise leichte traumatische Erinnerungen verbinde...
Warum mein Reiseleiter seinen Plastik-Gürtel ausziehen musste, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis. Und dann wollten sie mich anscheinend auch erst gar nicht kontrollieren (in den Scanner schieben). Vielleicht sah ich ihnen zu bissig aus?
Aber Kontrolle muss eben sein, so dass ich nach dem Scan, wie sollte es auch anders kommen, natürlich auch wieder zur Sonderkontrolle rausgezogen wurde... Daran war bestimmt nur wieder dieses blöde Riesen-Objektiv schuld!
Während mein Reiseleiter sofort anbot, aus Angst um seine Objektive den Rucksack selber auszupacken, meinte der Beamte nur ganz ruhig, dass das ja nur eine zufällige Standardkontrolle sei. Ja ja, von wegen! Am Ende wurde dann aber tatsächlich nur ein Sprengstoffabstrich vom extra in einer Kühltasche eingepackten Teleobjektiv gemacht, welches sich aber natürlich zu diesem Zeitpunkt ganz unten im Rucksack befand. Naja, so hatte mein Reiseleiter wenigstens die Gelegenheit alles neu sortiert einzupacken.


Der Weg zum Gate C20 war dann mal wieder der maximal längst mögliche Weg vom Terminal 1 aus und entsprach fast schon einer kleinen Wanderung (ca. 600m). Mit 10kg auf dem Rücken (7.5kg Handgepäck + 2.5kg persönlicher Gegenstand) aber dann doch nicht ganz so angenehm. Und wie fast immer, waren wir um 19:30 Uhr, also 2 Stunden zu früh, da. Aber besser so als umgekehrt.


Wie immer versuchte ich meiner ersten Aufgabe, Kontakte knüpfen, gerecht zu werden, indem ich ganz lieb aus dem Rucksack schaute. Aber irgendwie nahm niemand wirklich Notiz von mir. Entweder war einfach zu viel los, oder es war einfach so ein "Typisch Deutsch"-Verhalten der Reisegäste. Erst nach ungefähr einer Stunde gelang es meinem Reiseleiter die 5er-Reisegruppe aus NRW neben uns in ein Gespräch zu verwickeln und ihnen unser Fotobuch von meiner ersten Namibia-Reise 2024 zu zeigen.


Irgendwann ging dann auch das Boarding los, bzw. wurden wir ersteinmal in Busse verfrachtet und zur Aussen-Park-Position gefahren. Dort angekommen mussten wir aber noch weitere gute 15 Minuten im Bus warten, weil der Kabinen-Service noch nicht ganz fertig war. In einem vollgestopften Bus wurde das dann aber nicht nur mir, sondern auch allen anderen Fahrgästen zu warm, was leichte Unmutsäusserungen hervorbrachte. Aber zumindest haben wir dort erfahren, dass der Busfahrer länger als bis Mitternacht arbeitet würde. Und seine Kollegen auch noch die ganze Nacht durch, so dass uns solch ein Fiasko wie kürzlich am Münchner Flughafen würde erspart bleiben. Dort mussten nämlich kürzlich alle Passagiere unfreiwillig wegen einem Nachtflugverbot für einen eigentlich 90-minütigen Flug im parkenden Flugzeug übernachten...

Unser Sitzplatz-Lotteriespiel ging diesmal mit einem freien Nebenplatz nur teilweise auf. Aber der Airbus A330 war auch fast voll besetzt, so dass wir uns glücklich schätzen konnten zumindest einen freien Platz neben uns zu haben. Ich hatte da aber spontan eine Idee, wie ich dieses Problem würde lösen können...

Safari: "Magst du einen Privatflieger haben?"
Reiseleiter: "Was hast du vor?!"
Safari: "Ich rufe einfach laut: LION ON BOARD!"
Reiseleiter: "Und wer soll dann das Flugzeug fliegen?"

Letztendlich haben wir uns dann mit dem einen freien Sitzplatz zufrieden gegeben und uns nach dem pünktlichen Abflug um 22:00 Uhr den Minecraft-Film angeschaut. Man war der Film peinlich!
Müde wie wir waren, versuchten wir dann zu schlafen. Wobei es bei meinem Reiseleiter beim dem Versuch blieb. Viel zu gross für die Economy und mit seiner kaputten Bandscheibe im Nacken, musste ich ihm letzlich aushelfen zumindest eine Position zum Dösen zu finden, indem ich mich auf seinen Schoß setzte und er seinen Kopf auf meinem Kopf abstützte. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass ich neben meiner Rolle als Kontaktknüpfer, Fotomodell und Kameraauflage auch als Kopfkissen würde herhalten müssen. Aber um ehrlich zu sein: Für eine Reise nach Namibia würde ich (fast) alles tun!
Teil 409. Apr. 2026
Kapitel 3: "Pro", wie Profi oder Professionell

Ein weiterer Grund, warum wir nicht schlafen konnten, waren die vielen Turbolenzen über der Sahara und dem Äquator. Und wären die Piloten den Gewitterzellen nicht so geschickt ausgewichen, wären wir bestimmt noch deutlich heftiger durchgeschüttelt worden. Irgendwann vor dem Morgengrauen gaben wir das Schlafen dann endgültig auf und schauten uns noch einen weiteren Film an („IF – Imaginary Friend“), bis schließlich auch schon das Frühstück serviert wurde. Dabei habe ich mich auch ein wenig mit meiner Sitznachbarin Kiara aus Windhoek angefreundet. Besonders ihre coolen Kopfhörer hatten es mir angetan.



Die Landung am "Hosea Kutako Airport" war dann auch pünktlich um 9:20 Uhr. Und da wir in der letzten Reihe saßen, waren wir auch die Ersten, welche über die hintere Treppe aussteigen konnten.



Aus anderen Reiseberichten wussten wir, dass jetzt Eile angesagt war. Also nutzte mein Privat-Träger seine langen Beine voll aus und legte ein ordentliches Tempo vor. Nach einer kurzen Verwirrung in der Ankunftshalle, wo denn nun der Weg zu den Visa-on-Arrival-Schaltern war (ganz rechts in der grossen Halle), waren wir dann tatsächlich die Dritten in der Schlange. Allerdings freuten wir uns etwas zu früh. Der Grenzbeamte an unserem Schalter hatte am vorherigen Sonntagabend offenbar bis tief in die Nacht gefeiert hatte und drohte nun, mit offenen Augen in seiner Kabine einzuschlafen. Gerne hätte ich ihm ja einen Kaffee oder eine Cola angeboten, aber beides gab es ja leider erst nach den Kontrollen. So kamen wir immerhin noch in den Genuss, die sehr laute Ansage der Poilizeichefin mitzuerleben, die allen anwesenden Touristen ausdrücklich einbleute, ja keine Bußgelder direkt an Polizisten zu bezahlen oder gar zu versuchen, diese zu bestechen.
Trotz der langen Visa-Prozedur waren wir mit bei den Ersten die zur Gepäckausgabe kamen. Und da unsere auffällig beklebte Reisetasche auch unter den Ersten auf dem Laufband war, konnten wir uns auch gleich am noch nicht überfüllten MTC-Schalter nebenan anstellen. Also noch schnell das grosse "MTC-Touristen-Abzocke-Paket" erworben und schon waren wir wieder online. Wobei... wollten wir nicht eigentlich ein paar Offline-Tage hier in Namibia verbringen?

Ein kleinen Scherz erlaubte sich noch die Beamtin beim Zoll, als sie nach meinen Einreisepapieren fragte. Routiniert erklärte ich ihr, dass ich ja offensichtlich zu den Einheimischen gehöre! =^.^=

Hinter dem Zoll wurden wir dann auch schon von "Pro", unserem Fahrer von "Safari Car Rental", empfangen und gefragt, ob wir noch irgendwas brauchen. Wir waren tatsächlich die einzigen Gäste, die er vom Flughafen abholen musste, sodass wir nach einem kurzen Abstecher zum ATM (nur südafrikanische Rand) auch gleich losfahren konnten. Wir wollten gerade die Ausfahrschranke vom Parkplatz passieren, als plötzlich das Telefon meines Reiseleiters mit der neuen namibianischen Nummer vibrierte. Etwas irritiert über die ebenfalls auf dem Display angezeigte namibianische Nummer nahm er das Gespräch an - nur um im nächsten Moment schockiert zu erfahren, dass er seinen Reisepass am MTC-Schalter vergessen hatte! Also schnell nochmal zurück in den Flughafen, durch den Scanner, an den MTC-Schalter, wieder durch den Scanner und zurück zu "Pro", welcher geduldig mit mir am Auto wartete. "Oh Mann, geht das schon wieder los!", dachte ich nur und erinnerte mich sogleich an unsere Verluste bei unserer letzten Reise. Das kann ja heiter werden.

Mit "Pro" verstanden wir uns sogleich super, so dass die Fahrt zur Autovermietung auch ruhig hätte etwas länger dauern können. Und wie grün es überall war! Das war ja wie bei uns Zuhause im Spät-Fühling!




Bei "Safari Car Rental" angekommen wurden wir auch gleich von der Rudelanführerin..., ähm ich meine natürlich Chefin Rike, persönlich begrüßt. Sie erkannte mich sofort (ich muss wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben), so dass auch die Formalitäten für meinen Privat-Chauffeur schnell erledigt waren. Von "Pro" liessen wir uns dann noch die wichtigsten Dinge am Auto zeigen (Wagenheber, Allrad-Zuschaltung, 2. Ersatz-Rad), sowie noch einmal den Dachzelt-Abbau. Recht bald konnten wir dann auch mit dem vorläufigen Einräumen des Fahrzeugs beginnen. Apropos Fahrzeug: Der Toyota Hilux den wir hatten sah mal wieder aus wie neu! Mit nur 66669 km auf dem Tacho und fast neuen Reifen war er mit seiner zusätzlichen Campingausrüstung perfekt für unsere Reise ausgestattet.




Als Dank für seine freundliche und kompetente Unterstützung und Einweisung bekam dann "Pro" anstatt eines Trinkgeldes sogar ein kleines verpacktes Geschenk, über das er sich sehr freute. Und auch die erste digitale Kopie meines Fotosbuches von 2024 konnten wir bei "Safari Car Rental" lassen. "Pro" wollte sich unbedingt alle 84 Seiten mal in Ruhe ansehen, anstatt nur schnell durchzublättern. Es dürfte letztendlich so um die Mittagszeit gewesen sein, als wir uns von Rike und Pro verabschiedeten und losfuhren.



Unser erstes Ziel war wie immer der Superspar bei der "Maerua Mall" in Windhoek. Über die neue Autobahn war dieser auch sehr schnell zu erreichen. Dort deckten wir uns ein für die ersten Tage, inklusive Notreserven (Cola!!!) und kauften auch ein leckeres Sandwich als Mittagessen. Und danach ging es auch schon quer durch die Stadt zu unserer ersten Unterkunft, dem "Londiningi Guest House". Da es noch früher Nachmittag war, versuchte mein Reiseleiter spontan noch eine Stadtrundfahrt bei "Bwana Tucke-Tucke" zu organisieren. Leider gab es an diesem Tag jedoch keine passende Gruppe, der wir uns hätten anschließen können – und für uns allein war es zu kurzfristig und zu stressig. So entschieden wir uns lieber im Hinterhof vom "Londiningi Guest House" unsere Zimmer zu tauschen (Zimmer 9 statt 6), unsere Sachen zu sortieren und den Hilux richtig einzuräumen.





Zimmer 9 hatte den Vorteil, dass wir unseren Toyota direkt neben dem Hintereingang parken und so auch unsere Kühltruhe direkt an eine Steckdose anschliessen konnten. Und vielen Dank an Steffi von "Namibia Click and Travel" für das schöne Notizbuch!



Nach einer für meinen Reiseleiter dringend notwenidigen Dusche, gingen wir dann gegen 17:00 Uhr dann auch noch, über einen weiteren Abstecher zum ATM (NAD), zu "Joe's Beerhouse". Ich kann schon irgenwie verstehen, warum dieses Lokal (oder passt eher Schneke?) von vielen Touristen und vielleicht auch Einheimischen so gehypt wird. Und der "Lion's Paw Chocolate Brownie" war ja auch lecker. Aber irgendwie wollte der Funke bei uns nicht so richtig überspringen. Vielleicht auch deswegen, weil wir allein an einem grossen runden Tisch saßen und meinem Reiseleiter der rechte Arm wegen seiner Bandscheibe ordentlich wehtat.




Zurück im "Londiningi Guest House" ruhten wir uns noch kurz aus, bevor es um 19:00 Uhr zum Abendessen ging.



Da hier alles nach Zimmernummer organisiert war, bekamen wir auch hier wieder unseren eigenen Tisch für uns alleine. Allerdings saßen wir strategisch grünstig beim Wasserspender, so dass die neben uns plazierte "Camelhorse-Safari-Elfer-Truppe" gar nicht daran vorbeikam, ihre erste Löwinnensichtung zu bekommen. =^.^=



Aber auch die Kellnerin war total nett zu mir und freute sich darüber in meinem Fotobuch von 2024 ein wenig blättern zu dürfen. Wie vermutet war sie noch nie wirklich aus ihrer Umgebung herausgekommen und wusste daher gar nicht, wie schön ihr eigenes Heimatland eigentlich ist. Viel zu schnell verging der Abend mit dem leckern Abendessen. Aber nach einer schlaflosen Nacht im Flieger waren wir froh uns gegen 21:15 Uhr ins gemütliche Bett kuscheln zu dürfen.

Und morgen würde unser Abenteuer mit einer ersten Löwinnensichtung dann richtig losgehen! =^.^=
Teil 512. Apr. 2026
Kapitel 4: Löwenfutter

Es war noch dunkel draussen, als ich aufgewacht bin. Zuerst dachte ich ja, dass es zur Freude der Namibianer regnen würde. Aber nach einem kurzen Check auf der rückseitigen Terrasse stellte sich schnell heraus, dass das passelnde Geräusch nur vom Wind in den Bäumen kam. Immer noch etwas müde, habe ich mich nochmals ins gemütliche Bett gekuschelt und mir die ersten Abenteuer unserer Reise herbeigeträumt, während draussen nicht nur die Hunde, sondern auch eine Autoalarmanlage geheult haben.
Als es draussen langsam hell wurde sind wir aufgestanden und haben uns das Guest House mal etwas näher angesehen. Dafür das die Anlage fast mitten in der Hauptstadt liegt, ist sie wirklich schön gestaltet.






Dabei bekam ich auch die Gelegenheit mich mit meinesgleichen anzufreunden. Wobei die kleine Hauskatze leider etwas schüchtern war.



Etwas weniger schüchtern waren dann da schon die Kellnerinnen beim Frühstück. Auch sie schauten sich neugierig mein Fotobuch an und am Ende reichte es auch für ein Gruppenfoto.



Fast zeitgleich mit der Reisegruppe, fuhren dann auch wir los in unseren ersten Namibia-Abendteuer-Tag. Unser erster Stopp war die "Klein Windhoek Schlachterei" im Norden von Windhoek in der Albert Wessels Street. Hier wollten wir uns noch mit richtigem Wildfleisch für unsere kommende Braai-Abende am Lagerfeuer versorgen. Während ich auf unser Auto aufpasste ging mein Privat-Chauffeur in den Laden. Und dank meines guten Gehörs konnte ich das Gespräch mit der Verkäuferin mit einem Ohr mitverfolgen.

Privat-Chauffeur: "I would like to have 300 Gramm of game meat. Do you have something to sell?"
Verkäuferin: "I have to look."
*Verkäuferin verschwindet im Hinterraum und kommt nach 5 Minuten mit einem sehr grossen Stück Kudu-Fleisch zurück. Sie legt das Fleisch auf die Waage, welche 1.7kg anzeigt.
Verkäuferin: "This is Kudu. Okay?"
Privat-Chauffeur: "Sure* Please make me 3 or 4 slices."
*Verkäuferin verwindet wieder im Hinterraum und kommt nach weiteren 5 Minuten mit dem selben Fleischstück zurück. Sie legt das zuvor gezeigte aber nun in vier Stücke geteilte Kudu-Fleisch auf die Waage, welche natürlich immer noch 1.7kg anzeigt.
Privat-Chauffeur: "A said I would like to have 300-400 gramm for me for braai! This is way too much!"
Verkäuferin: "But you said '4 pieces'."
Privat-Chauffeur: "I said '4 slices' and 300-400 gramm. Zero dot three kilogramm, you understand? How should I eat alone 1.7kg?! With this I could feed a lion!"
*Safari brüllt im Auto*
Safari: "Futter für einen Löwen?! Hier! HIIIIER!!!"

Zu meinem absoluten Mismut, blieben meine Rufe im Laden jedoch ungehört. Na mein Privat-Chauffeur kann was erleben, wenn er zurück kommt. Ich jage ihm jedenfalls nichts mehr!
Als er dann tatsächlich mit nur mit vier winzigen Kudu-Scheibchen zurückkam, schaute ich, wie vermutlich jede beleidigte Katze, ihn mit meinem Hintern nicht mehr an. Ohne ein Wort zu wechseln fuhren wir dann noch kurz an die nächste Shell-Tankstelle, um unser Auto auf 160 Liter Diesel vollzutanken. Jaja, dafür hatte er dann plötzlich Geld... *grumel*

Über die Autobahn A1 umfuhren wir das Windhoeker Stadtzentrum und bogen auf die nach süd-westen verlaufende C26 ab. Dort kamen wir nach wenigen Kilometern und hinter einer Müllhalte in eine der Polizei-Kontroll-Stationen, welche es vermutlich an jeder Ausfahrstrasse aus Windhoek gibt. Der von seinen Kollegen am Posten alleine gelassene Polizeitbeamte machte mit seinem Sturmgewehr um die Brust gleich einen ernsten Eindruck. Letztendlich wollte er aber nur den (deutschen!) Führerschein meines Privat-Chauffeur sehen. Da dieser diesen aber noch in der grossen Reisetasche hinten im Canopy hatte, konnte er seinen Führersvhein ersteinmal nicht vorzeigen. Netter weise wollte uns der Polizeitbeamte trotzdem schon weiterfahren lassen. Vermutlich hatte er sofort erkannt, dass mein Privat-Chauffeur einfach nur ein unwissender Tourist ist. Oder aber er dachte sich, dass ich, eine einheimische Löwin, schon würde auf ihn aufpassen. Aber mein Privat-Chauffeur wäre nicht mein Privat-Chauffeur, wenn er nicht pflichtbewusst an der Strassenseite angehalten, den Führerschein aus der Reisetasche geholt und es dem Polizeitbeamten trotzdem gezeigt hätte. Ab da blieb der Führerschein dann auch immer im Geldbeutel in der Hosentasche.



Nach ein paar weiteren wenigen Kilometern durch eine schöne hügelige und völlig grüne Landschaft endete die Teerstrasse in einer breiten weiterführenden Schotterpiste. Spätestens jetzt war ich gefühlt richtig in Namibia angekommen.
Auf dem nächsten Hügel mit zusätzlich schöner Aus- und Weitsicht, reduzierten wir den Reifendruck auf 1.8 bar und den Blasendruck auf null und schossen ein paar Landschaftsfotos.




Über viele Kilometer folgten wir teilweise frisch gekräterten C26 bis hinter der Fram "Göllschau", um dann auf die D1265 in Richtung "Nauchas" und "Spreetshoogte Pass" abzubiegen. Hier hatten wir auch unsere erste unverhoffte Sichtung in Form einer Schildkröte. Von ihr wurden wir auch dezent darauf hingewiesen, wie man in seinem Urlaub in Namibia fahren sollte. Langsaaaaam und entspaaaaannt.




Da ich ja kein Löwenfutter erhalten habe, habe ich unterwegs versucht mir selber was zu jagen.
(Foto: Safari jagt Rinder)


Und ja, ich war verzweifelt!
(Foto: Safari jagt Verkehrssünder)


Mein ständiges Bitten nach Stopps fiel dann auch irgendwann meinem Privat-Chauffeur auf...

Privat-Chauffeur: "Safari, jetzt sag doch mal was mit dir los ist! Dieses Schweigen und ständig diese Stopps."
Safari: "Was erwartest du denn von einer halb verhungerten Löwin?!?"
Privat-Chauffeur: "Halb verhungert!? Wieso...??"
Safari: "DIE EINEINHALB KILO FLEISCH ZUM BEISPIEL, WELCHE DU HAST LIEGEN LASSEN!"
Privat-Chauffeur: "Hey, Schrei mich doch nicht gleich so an!"
Safari: "SETZ MICH DOCH AUS, WENN ICH DIR NICHT PASSE!"

Das hätte ich besser nicht sagen sollen... Wir haben daraufhin tatsächlich angehalten und er hat mich ausgesetzt und ist weggelaufen!!!

HILFE!! Arme, ausgehungerte, ausgesetzte Löwin in... weiss jemand wo ich bin???
Auf dem Schild steht irgendwas mit "Nett hier" und "Baden-Württemberg" (Link zum Sticker)!

Teil 618. Apr. 2026
Kapitel 5: Das Herz Namibias

Anmerkung des Privat-Chauffeurs zum letzten Kapitel:
Keine Sorge. Safari überdramatisiert nur mal wieder. Ich habe sie natürlich nicht zurückgelassen und bin nur 20m weiter zum Baum mit den Mahaliwebern gelaufen. Also alles halb so wild.





Standpauke von Safari:
Halb so wild?! HALB SO WILD?!
Naja, ich jedenfalls habe solch einen Schock bekommen, so dass ich doch glatt vom Schild gefallen bin!


Am Ende haben wir uns dann aber Beide wieder etwas beruhigt und noch weitere Fotos am südlichen Wendekreis gemacht.


Kurz vor der Farm "Nouams" durfte ich dann doch nochmals mein Jagdglück versuchen. Und während mein Privat-Fotograf also meine Jagdszene über seine Kamera auf der SD-Karte verewigte, raste plötzlich ein Auto an uns vorbei.

Ach, wäre ich doch einfach beim 100-km/h-Schild geblieben...

(Foto von Safari beim Achtung-Rinder-Schild)


Da dann auch mein Privat-Chauffeur Hunger bekam, sind wir zur nicht mehr weit entfernten Farm "Nouams" gefahren. Und während ich wieder auf unser Auto aufpassen durfte, ist mein Privat-Chauffeur in den kleinen Hof-Laden gegangen. Wirklich was zu Essen hat er aber nicht gefunden. Nur eine Tischdecke als Souvenir, sowie etwas Salz fürs Braai. Also soweit alles völlig unspektakulär.
Komisch wurde es für mich aber, als er dann schnell ein paar Fotos auf sein Handy übertragen hat und damit nochmal zurück in den Laden gegangen ist. Was hatte er denn jetzt vor?!?

Als er nach kurzer Zeit wiederkam, grinste er wie ein Honigkuchenpferd. Verwundert fragte ich ihn, was denn passiert sei und bekam folgende Geschichte erzählt...
Bei seinem Einkauf im Hof-Laden wurde er von einem Mann (dem Farmbesitzer?) angesprochen, was er denn eben an der Strasse fotografiert habe. Ihr erinnert euch an das Auto, dass uns passierte, als ich mich gerade auf die Lauer nach Rindern gelegt hatte? Dieser Mann muss wohl im vorbeifahrenden Auto gewesen und meinen Privat-Fotografen gesehen haben. Mich als gut getarnte Löwin hat er natürlich übersehen.
Seine Frage bekam er dann jedenfalls wahrheitsgemäß folgendermaßen beantwortet:

Farmbesitzer: "Hi! What did you see back there on the road?"
Privat-Fotograf: "I have seen a lion!"

Die Beiden haben nur kurz gelacht und meinen Privat-Fotografen vermutlich als unwissenden Tourist abgestempelt. Und der Mann ist dann auch gelassen seiner Wege gegangen, als mein Privat-Fotograf die Sachen bei der Farmbesitzerin bezahlt hat.
Doch wer meinen Privat-Fotografen kennt der weiß, dass er sowas nicht auf sich sitzen lassen wollte. Immerhin hatte er ja ein "Beweisfoto"...

Als mein Privat-Fotograf dann, nach der Übertragung des obigen Beweisfotos auf sein Handy, zurück in den Laden gegangen ist, um eben zu beweisen, dass er wirklich eine Löwin gesehen hat, ist dann folgendes passiert:

Mit einem leichten Grinsen im Gesicht zeigt mein Privat-Fotograf das Foto der Verkäuferin und denkt sich:
'Die erkennt bestimmt gleich, dass ich nicht gelogen, aber trotzdem nur einen Scherz gemacht habe. Immerhin ist Safari ja nur 110cm und keine 240cm gross. Und als eine erfahrene Farmbesitzerin erkennt sie bestimmt auch gleich, dass Safari nur Plüsch-Löwin ist.'

Die Farmbesitzerin hingegen dachte:
'Scheisse! Der Mann hat nicht gelogen! Da versteckt sich tatsächlich eine Löwin im Grass! Was mache ich jetzt bloß? MEINE RINDER!! Ich muss sofort meine Rinder irgendwie in Sicherheit bringen! Und einen Jäger muss ich auch gleich organisieren, dass er mir die Löwin einfängt oder zumindest vertreibt! Oh mann! Ich hatte heute doch noch echt andere Probleme zu lösen!!!'
Ja, ich konnte es selbst kaum glauben, als mir mein Privat-Fotograf dieses gerade stattgefundene Erlebnis erzählt hat! Sie hat mich tatsächlich für eine ECHTE LÖWIN gehalten!!!
Wow! Das hat mich so unglaublich glücklich gemacht! Auch wenn mir die Farmbesitzerin dabei etwas leidtat. =^.^=

Nachdem die Farmbesitzerin dann doch etwas zu lange und zu still auf das auf dem Handy angezeigt Foto gestarrt hatte, klärte mein Fotograf die Situation auf. Er zeigte ihr ein anderes Foto von mir und dem "Achtung-Rinder-Schild", wo ich komplett zu sehen war. Und auf diesem Bild hat dann auch sie erkannt, dass von mir gewiss keine Gefahr für sie oder ihre Rinder ausgeht. Und nachdem ihr der Riesen-Stein vom Herzen gefallen ist, hat auch sie gelacht.

Ach wie gerne wäre ich direkt mit dabei gewesen. Aber stattdessen bewachte ich aber das Auto und bestaunte den schönen Blumengarten.





Unsere weitere Reise führte dann über "Nauchas" auf die D1275, vorbei an "Namibgrens" zum "Spreetshoogte Pass".



Vom oberen View Point hat man wirklich eine fantastische Aussicht auf das tiefer gelegene Land. Und für einen Moment hatte ich das Gefühl, bis hinter den Horizont sehen zu können.





Doch mein persönlicher Lieblingsplatz lag etwas weiter unten beim tieferen View Point. Denn hier hat es neben einem schönen schattenspendenden Baum...



... auch ein "Gondwana Herz" zum liebhaben.


Ich mag dieses Foto. =^.^=

Mit Unterstützung der Motorbremse im 2. und 1. Gang, ging es dann die 1000m Höhenmeter die steile Passstrasse hinunter. Die hat immerhin bis zu 22% Gefälle! Das war definitiv nur was für Schwindelfreie wie mich und meinen Privat-Chauffeur.

Auf der Tiefebene angekommen, entdeckten wir bei der "Farm Ubib" dann entweder sehr merkwürdige Kühe oder ein verwirrendes "Achtung-Pferde-Warnschild"...




Am Ende der D1275 ging es dann links ab auf die C14. Und von hier aus war das bekannte "Solitare" mit seiner berühmten "McGregor's Bakery" und dem von jedem heiß begehrten "Apple Pie" dann auch nicht mehr weit. Natürlich mussten wir hier einen (Tank-)Stopp einlegen und überprüfen, was an den Apfelkuchen-Gerüchten dran ist.




Mein Gaumen-Fazit lautet: Schmeckt gut. Aber ich weiß auch, wo ich einen besseren Apfelkuchen bekomme.

Viel interessanter waren sowieso die verwirrten Blicke der anderen Touristen und der frechen Spatzen auf mich. =^.^=



Ein weiteres Highlight waren für mich die Erdhörnchen. Hier konnte ich meine Anpirschkünste mal so richtig demonstrieren. Ich wette ohne Lockmittel/Futter kommt sonst niemand so nah ran wie ich!



Privat-Fotograf: "Doch ich mit meiner Kamera!" 🙂



Safari: Sehr witzig, mein Lieber. Sehr witzig. Ich lach mich tot... nicht.

Ja und dann kam der Traum jedes Hobby-Fotografen in Form jede Menge herumstehender alter und total verrosteter Autos.
Kann mir das jemand mal erklären, warum fast jeder Tourist Fotos von den Dingern macht?



Wobei mal so auf einem Traktor sitzen war schon mal ganz nett.



Bis zur "Ababis Guestfarm", unserem Endziel für den heutigen Tag, war es dann nur noch ein Katzensprung von 14km.



Hier wurden wir erst von ein paar Ziegen vor dem Garten und dann von zwei sehr lieben Hunden im Garten begrüßt, bis wir uns schließlich zu Katrin, der hier lebenden Rudelanführerin... ähm ich meine natürlich, Farmbesitzerin, vorarbeiten konnten.





Da wir für die kommende Nacht die einzigen Camper waren, konnten wir uns die Campsite aussuchen. Mein Privat-Chauffeur fragte noch kurz, ob er denn schon den Theorieteil des 4x4 Fahrtrainings machen könnte. Da der Fahrtrainer noch unterwegs war, musste dies ganz normal morgen früh stattfinden. Kurz wurden noch die Zeiten fürs Abendessen abgesprochen und schon ging es zu den Campsites.

Mit der Campsite Nr.3 suchten wir uns die abgelegenste Campsite heraus.



Mein Löwe-Für-Alles ging dann erst mal im urigen Dusch-und-Toilettenhäuschen sich duschen und abkühlen. Dann baute er das Dachzelt auf und ging sich wieder unter der Dusche kurz abkühlen. Dann wurde sich etwas ausgeruht und dann wieder per 5 Sekunden Dusche abgekühlt. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es an diesem Nachmittag auf Ababis sehr heiß war?



Aber mit heißen Temperaturen hatten wir ja gerechnet und diese auch genossen. Weniger genossen haben wir aber die, zwar nicht stechenden aber dafür umso nervigeren Fliegen. Mit denen hatten wir zwar auch gerechnet und ein entsprechendes geruchsintensives Gegenmittel zum Einsprühen gekauft, aber den Fliegen war das anscheinend egal. Die wollten, auf Teufel komm raus, jede Körperöffnung (Ohren, Nase und Mund) genauer inspizieren. Ich war ja zu meinem Glück immun. Als Plüsch-Löwin habe ich ja keinerlei Öffnungen. Aber mein Löwe-Für-Alles war fast nur mit seinen Pfoten am Wedeln und Fliegen verscheuchen.
Erst als er schwarze Socken zum Trocknen aufstellte, fanden das einige der Fliegen interessanter...



Am Ende war aber alles halb so wild und wir wurden, durch die sich gegen Abend bildenden Quellwolken, mit einem absolut traumhaften Sonnenuntergang belohnt.




Was soll ich sagen? Ich strahlte nur so vor Glück!




Mein erster richtiger Sundowner!



Für 20 Uhr waren wir dann zum Abendessen auf der Veranda des Haupthauses angemeldet. Und fast wären wir zu spät gekommen, da der direkte Fussweg von der Campsite, wohl durch die letzten Wassermassen im "Tsondab" Fluss, an einer kleinen Klippe endete. Im Dunkeln suchte mein Pfadfinder-Löwe mit seiner Stirnlampe einen Ersatzweg und fand diesen zum Glück auch ein paar Meter weiter Flussaufwärts.

Das Abendessen selber fand mit Katrin und Uwe, Isabell und Roland (unser 4x4-Fahrlehrer) und allen anderen Gästen plus Praktikant an einem großen Tisch statt. Das Essen selber war nicht nur sehr lecker, sondern auch sehr unterhaltsam! Und das lag nicht nur an den interessanten Gesprächen über Schlangen, Fahrtrainings (Roland saß uns direkt gegenüber) und Kirche, sondern auch an den fünf Geckos die an der Hauswand zwei der riesigen Netzflügler fingen. Das Größenverhältnis zwischen Gecko und Netzflügler war dabei in etwa so, als wenn ich einen ganzen Springbock alleine verspeisen würde. Dem entsprechend war der Gecko nach seiner Mahlzeit wie wir: Völlig satt und fast kugelrund!



Zum Glück haben auch die riesigen Netzflügler, wie fast alle fliegenden Insekten denen wir begegnet sind, keine Stacheln.



Im Gegenteil waren diese Rieseninsekten sogar so friedlich, so dass erst Roland und dann auch mein Reisebegleiter einen auf den Finger nahm.
"Roland, der Netzflügler-Flüsterer" =^.^=


Gegen 21:30 Uhr machten wir uns in völliger Dunkelheit dann über den trittsichereren Fahrweg auf den Rückweg zu unserer Campsite. Dabei wurden wir, wegen dem Licht der Stirnlampe, von sehr vielen Netzflüglern "geknuddelt", was für mich eindeutig eine arge Verletzung meiner Privatsphäre darstellte.

Eigentlich hatten wir uns so auf die erste Nacht im gemütlichen Dachzelt gefreut. Aber leider machte die leicht verschobene Bandscheibe meines Reisebegleiters ihm hier einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Sobald er sich hinlegte, fing fast der komplette rechte Arm an zu schmerzen. Verzweifelt kletterte er nochmals aus dem Zelt und warf sich eine zweite Schmerztablette ein. Danach muss er sich noch mit ein paar ersten Milchstraßen-Foto-Versuchen abgelenkt haben. Ich hingegen war schon längst im Land der Träume...

Teil 724. Apr. 2026
Kapitel 6: Mit vier Pfoten geht es immer besser!
(Mittwoch, 11.03.2026)

Noch lange vor Sonnenaufgang wachten wir in der Morgendämmerung auf. Ich, als Löwin im Einklang mit der Natur, natürlich gut erholt und voller Energie. Mein Reisebegleiter... nun ja, sagen wir einfach, er war froh, nach ein bisschen Schlaf wieder aufstehen zu dürfen.



Gerne hätte ich ihm ja im Mondschein beim Zeltabbau geholfen. Aber mit meinen zwei linken Pfoten wäre ich ihm dabei vermutlich eher hinderlich gewesen. Dafür bekam er aber meinen vollen Respekt für den überaus sauberen Abbau noch vor den ersten Sonnenstrahlen!



So konnten wir den heraufziehenden Sonnenaufgang in aller Ruhe genießen – und alleine das war jede Minute des frühen Aufstehens wert.





Da wir uns auf praktischen und zeittechnischen Gründen auch für das Frühstück auf "Ababis" angemeldet hatten, verließen wir kurz vor 8 Uhr unsere Campsite und fuhren hinüber zum Farmhaus. Ich bewundere ja meine kleineren Felidae-Verwandten. Trotz der Gegenwart des zwar lieben, aber auch großen Hundepaars, blieben sie völlig entspannt auf ihren ganz gemütlichen Plätzchen liegen. "Ababis" ist wirklich ein kleines Tierparadies auf Erden.






Roland, unseren 4x4 Fahrtrainer, trafen wir schon beim Frühstück. Und nachdem wir uns bei dem ausgiebigen Frühstücksangebot gestärkt hatten, ging es anschließend in gemütlicher Runde mit dem theoretischen Teil los.

(Schulungsraum)


Da ich, im Gegensatz zu meinem Privat-Chauffeur, von Technik nicht viel verstehe, konnte ich mir nicht wirklich viel merken. In Erinnerung geblieben ist mir nur noch der Leitsatz vom 4x4-Fahren: "So langsam wie möglich, so schnell wie nötig." Und, dass es um Getriebe- und Kupplungsarten, sowie Differenzialsperren ging. Soweit ich das verstanden habe, hatte unser Toyota Hilux eine automatische Hinterpfoten-Verknotung sobald der Vier-Pfoten-Antrieb aktiviert war. Deswegen sollte man in diesem Modus auch keine engen Kurven auf hartem Untergrund (Teer) fahren. Oder so ähnlich?
Mann ich bin eine Löwin, ich muss sowas nicht wissen!

Viel spannender war ohnehin der praktische Tei, der kurz nach 10 Uhr begann. Mit Roland auf meinem Beifahrersitz machten wir erst einmal eine Vollbremsung, bevor wir dann in das teils sandige, teils steinige Flussbett hineinfuhren. Dort erklärte dann Roland meinem Privat-Chauffeur, wie und wo lang und in welchen Getriebe-Gängen er am besten fahren sollte. Und nachdem mein Privat-Chauffeur dies und auch die Fahrzeugabmessungen halbwegs im Griff hatte, wurde es ernst. Mit der nächsten praktischen Aufgabe vor Augen, lotste uns Roland in eine besonders tiefsandige Stelle. Dort durfte sich dann mein Privat-Chauffeur erst einmal so richtig eingraben und festfahren. Natürlich mit voller Absicht.



Da passte echt keine Schwanzquaste mehr unter das Auto! Nur ein kleines Stückchen tiefer und wir hätten ganz schön buddeln müssen, um unser Fahrzeug da wieder herauszubekommen! Doch unter Rolands Anleitung schaffte es mein Privat-Chauffeur, sich ganz langsam und kontrolliert aus dieser Situation wieder freizufahren. Ich war ehrlich beeindruckt. Von meinem Privat-Chauffeur und vom Fahrzeug!

Doch wer nun denkt, das war schon alles: Weit gefehlt! Danach wurde es erst richtig interessant, als es in eine alte Kiesgrube mit jede Menge Böschungen und Hügelchen ging. Nicht nur einmal hatte mein Privat-Chauffeur ernsthafte Bedenken das von Roland vorgegebene Hindernis wirklich zu schaffen. Aber unser Hilux bewies am Ende was in ihm steckte (und was eben auch nicht)! Und zweimal stand er sogar nur auf zwei Pfoten... ähm, ich meine natürlich Räder! Für euch Zweibeiner nichts Besonderes, für mich hingegen ein echtes Kunststück!

Und zum Abschluss haben wir dann noch den stürmischen "Olymp" erklommen. Hier zeigte sich abermals, dass vier Pfoten einfach besser sind als nur zwei. =^.^=




Danke Roland für Alles!!! =^.^=



Zurück am Farmhaus, war der Fahrspaß gegen 13:30 Uhr dann leider vorbei. Allerdings genau zur richtigen Zeit, da wir ja heute noch nach "Sesriem" und vielleicht auch noch ins "Sossusvlei" wollten. Also fix bei Katrin die Verköstigungen bezahlt, ein paar Fotos übers Mobilfunknetz in die Heimat geschickt und schon bekam mein Privat-Chauffeur seine Offroad-Fahrtraining-Urkunde von Roland. Jetzt konnte auf dem letzten Stück ins Sossusvlei nun wirklich nichts mehr schiefgehen.
Teil 826. Apr. 2026
Kapitel 7: Auf in die Wüste!

Vorbei am Köcherbaum unweit von "Ababis" ging es zur C19, wo wir unseren "Olymp" nochmals aus einer neuen Perspektive von unten bestaunen konnten.




Die C19 Schotterpiste selber war, wie eigentlich fast alle Strassen auf unserer Reise, in einem ausgezeichneten Zustand. Da hatten wir im Vorfeld auch schon anderes gelesen. Hier ein paar Impressionen von Unterwegs.




Und ja, ich habe ein Faible für Tierwarnschilder entwickelt. Für mich als Löwin ist das ja auch nur logisch. Denn wo vor Huftieren gewarnt wird, müsste es für mich ja auch welche zum Jagen geben.



Gegen 15:15 erreichten wir dann "Sesriem" und bekamen vom Wachpsosten am ersten Gate die Nummer 82 zugewiesen. Ich vermute mal wir waren das 82. Fahrzeug an diesem Tag. Vom Wachposten wurden wir dann auch gleich zum zweiten Gate weiter innen weitergeschickt, um dort unsere Parkgebühr für einen Tag zu bezahlen.



Zurück an der Rezeption im Camp (also dort wo auch der Shop und die Bar ist) konnten wir uns auf der Campsite anmelden. Wir bekamen die Campsite 4 zugewiesen. Diese hatte einen schönen Abstand zu den anderen Campsites, war aber trotzdem nicht allzuweit ab vom Schuss.

Als nächste Attraktion stand der "Sesriem-Canyon" auf dem Reiseplan. Der Weg dorthin war leider übeles Wellblech. Aber zum Glück waren es ja nur 4km und somit ausnahmsweise ertragbar.
Am Parkplatz vor dem Canyon waren wir zu dieser Mittagshitze lediglich das zweite Auto, was auf nur sehr wenige Touristen im Canyon hindeutete.



Wie vermutlich viele andere Besucher vor uns, fragten wir uns zunächst, wo genau der Einstieg zum Canyon zu finden ist. Wirkliche Wegweiser hierfür gibt es vor Ort ja komischer Weise keine. Die Lösung, bzw. der Weg war dann aber doch nicht allzuschwer zu finden. Einfach vom Parkplatz aus durch die Absperrung laufen und dann nach Rechts (Richtung Westen) der dort beginnenen Senke folgen. Diese führt immer tiefer bis man schließlich über eine schmale Treppe unten im Canyon ankommt.



Senke (Eingang zum Canyon)


Der Eingang zum Canyon eignete sich auch perfekt für einen kleinen Touristen-Hinterhalt. Das war schon fast wie bei Wilhelm Tell!
"Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen!"



Und ich bin mir ziemlich sicher... sie hat mich tatsächlich nicht gesehen. =^.^=



Da ich definitiv den schattigeren Teil des Canyons bevorzugte sind wir nach Osten zum Anfang gelaufen. Hier gab es sogar noch etwas Wasser! Eine willkommene Abwechslung zu der ansonsten sehr trockenen Umgebung.




Für ein paar Minuten hatten wir diesen Ort ganz für uns allein. Doch dann – wie es auf unseren Reisen fast schon Tradition ist – tauchte der obligatorische Schweizer mit seinem Freund auf. Nach ein paar ersten Sätzen auf Englisch, wechselten wir dann recht schnell ins Schwiitzerdütsch und tauschten uns über die bisherigen Reisestationen aus. Da die beiden für den heutigen Abend noch keine Unterkunft hatten, haben wir ihnen "Ababis" und Rolands 4x4 Fahrtraining empfohlen.

Auf dem Rückweg habe ich dann für mich auch einen passenden Wanderstock gefunden. =^.^=




Theoretisch kann man den Canyon wohl auch bis zu seinem Ende erkunden. Aber das war uns dann zu weit, bzw. zu Heiß und die Zeit zu knapp. Da bespaße ich doch viel lieber die nächsten Touristen die unverhofft zu ihrer wohl ersten Löwensichtung kamen. Und der Guide der Truppe war auch sehr nett. Der fand nämlich, dass mein Namen super zu mir passt, weil "Safari" auf Swahili ja "Reise" bedeutet.

Zurück über die Huppel-Piste ging es wieder nach "Sesriem" und dann durchs zweite Gate auf die Teerstrasse in Richtung "Sossusvlei". Auf dem Weg zum "Sossuspoort Viewpoint" bei der "Dune 1" haben wir eine rein männliche Straussen-Gruppe, sowie einen süssen Vogel gesehen. Müsste eine Rüppell Trappe sein, wenn ich mich nicht irre.




Am Aussichtspunkt bot sich uns ein beeindruckender Blick über das "Tsauchab-Tal", welches sich rund 60 Kilometer tief in die rote Namib-Wüste hineinzieht.




Und hier war es endlich so weit. Zum ersten Mal durfte ich meine Pfoten in den roten Sand der Namib setzen. 🙂



Da es erst kurz nach 18 Uhr war und das innere zweite Tor noch bis 20:30 Uhr geöffnet blieb, fuhren wir weiter. Immer der untergehenden Sonne entgegen, tiefer in das Tal hinein.



Unser Endziel wurde schließlich die Dune 40, die sich im goldgelben Abendlicht farblich von ihrer allerschönsten Seite zeigte.



Aber auch ich konnte mit meiner Fellfarbe in diesem fantastischen Licht ganz gut mithalten.


*Safari zu ihrem Privat-Fotografen*
Safari: "Warum ist denn das Foto so schief?!"
Privat-Fotograf: "Das ist ein europäischer Blickwinkel!"
Safari: "Aha... Das kapierst auch nur du!"

Genauso schräg wie der Bildwinkel, war auch die Frau auf dem Foto. Die ist nämlich nur schnell zur Düne gerannt und hat etwas Sand in ein Glas gefüllt. Und wofür? Für Zuhause! Ich hoffe nur zum Wohle der Namibwüste, dass sie ein Einzelfall bleibt!

Aber zurück zu ein paar weiteren schönen Fotos von der Düne, dem Sonnenuntergang und mir.





Und so als "Cargirl" mache ich doch auch keine schlechte Figur. =^.^=



Privat-Fotograf: "Safari! Das ist das falsche Auto!"
Safari: "Wie falsch? Aber der hat doch die gelbe Kordel... Egaaal!
Die Camper gehören doch eh alle Ober-Löwin Rike von Safari Car Rental!"



Erst als wir uns auf den Rückweg zum "Sesriem-Camp" machten, bemerkten wir unseren Zeitplanungsfehler. Zwar war das zweite innere Tor bis um 20:30 Uhr geöffnet, aber die Sonne ging natürlich bereits schon um 19:15 Uhr unter! Und eigentlich sollten wir, aus Sicherheits- und Versicherungsgründen, im Dunkeln kein Auto mehr fahren... Ich hoffe Ober-Löwin Rike von "Safari Car Rental" liest hier nicht ganz so genau mit, bzw. drückt vielleicht auch mal ein Auge zu. Und neben einem wunderschönen Sonnenuntergang, sahen wir tatsächlich noch unser erstes Raubtier: Einen Schakal!




Kurz vor 20 Uhr erreichten wir schließlich wieder "Sesriem". Das letzte Dämmerlicht war gerade verschwunden, und die Campsite lag bereits völlig im Dunkeln. Doch der Aufbau des Dachzelts war inzwischen für meinen Privat-Reiseleiter schon zur Routine geworden. Nach einer kurzen Fellpflege und einem einfachen, aber zufriedenstellenden Salami-Butterbrot-Abendessen, lagen wir daher schon gegen 21:30 Uhr im Bett.
Ich schlief wieder sofort ein. Mein Privat-Reiseleiter etwas später. Was wir beide zu diesem Moment unter den Sternen Namibias allerdings noch nicht ahnten: Der nächste Tag würde alles bisher dagewesene toppen.

Bleibt also dran an meiner Schwanzquaste!
Eure Safari =^.^=
Teil 929. Apr. 2026
Kapitel 8: Die unglaubliche Sensation im Dead Vlei!

Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber vermutlich war es entweder der unruhige Schlaf meines bandscheibengeplagten Privat-Reiseleiters, oder der Bio-Blasen-Wecker, der uns um 4:50 Uhr aufstehen ließ. Oder vielleicht auch beides. Da wir ja am Vorabend nicht wirklich zum Campieren sondern nur zum Schlafen gekommen waren, musste mein Privat-Reiseleiter auch nur das Dachzelt zusammenklappen und einpacken. Und so kam es, dass wir um 5:30 Uhr tatsächlich die Ersten am zweiten inneren Gate waren! Da blieben noch ein paar Minuten, um sich schnell was zwischen die Zähne zu schieben, bevor dann überpünktlich um 5:43 Uhr die Schranken geöffnet wurden.
Mit den erlaubten 60 km/h sind wir losgefahren. Alle schön vorbildlich in einer Reihe, wie eine in der Dunkelheit leuchtende Lichterkette. Dann, hinter der ersten Kurve und ausser Sichtweite des Gates, waren plötzlich alle Geschwindigkeitsbeschränkungen egal. Die Kolonne zerfiel, Motoren heulten auf, und es wurde beschleunigt, was das jeweilige Fahrzeug hergab. Mein Privat-Reiseleiter meinte, dass wir teilweise bestimmt mit weit über 100 km/h überholt wurden. Und das, wie wir später rekonstruieren konnten, vom Sossusvlei-Shuttle-Service und anderen professionellen Reiseleitern!
Okay, zugegeben. Als wir auf halben Weg, nach dem "Tsauchab-River-Crossing", dann wieder überholt wurden, hat sich mein Privat-Chauffeur an den Überholer dann auch drangehängt und ihn quasi als Strassenzustands-Auskundschafter ausgenutzt. Zumindest solange bis dessen Geschwindigkeit dann doch wieder für sein eigenes Sicherheitsgefühl zu gross wurde.

Mit dem Gefühl Letzter zu sein, erreichten wir den 4x2-Parkplatz am Ende der Teerstrasse und liessen ihn gleich links liegen. Nur schnell den All-Pfoten-Antrieb hinzugeschaltet, einmal tief durchgeatmet und schon ging es in das berühmte sandige Flussbett des ausgetrockneten Tsauchabs.
Rolands Tipp vom 4x4-Fahrtraining folgend, bauten wir gut Geschwindigkeit auf (ca. 40 km/h), um die Gefahr eines Steckenbleibens zu minimieren. Mit dieser Strategie überholten wir dann wiederum tatsächlich ein anderes Fahrzeug auf dem Abschnitt, welches nur halb so schnell war wie wir. Und als wir am "Dead Vlei-Parkplatz" ankamen, waren wir die Ersten?!?

Okay... damit hatten wir jetzt nicht gerechnet, aber hatten natürlich auch nichts dagegen die Ersten am "Dead Vlei-Parkplatz" zu sein. =^.^=

Also schnell in der Morgendämmerung, wo ja noch alles schattig ist, einen möglichst schattigen Parkplatz für später gesucht, Trinken und Kamera in den Wanderrucksack gepackt und schon machten uns auf den Weg.
Und gerade als wir mit unserer Wanderung ins Dead Vlei starteten, kamen die nächsten Fahrzeugen mit den nächsten Touristen an.



Da war es übrigens 6:45 Uhr und die Sonne konnte nicht mehr weit vom östlichen Horizont entfernt sein.



Denen in fast gerader Linie stehenden und weiß bemalten Pfosten folgend, liefen wir in nur 15 Minuten ins Dead Vlei. Und zusammen mit einer netten Gruppe Japaner, waren wir dann tatsächlich die Allerersten Besucher an diesem noch sehr frühen Morgen.
Ich glaube ein völlig menschenleeres Dead Vlei sieht auch nicht jeder.



Vorbildlich studierten wir ersteinmal die hier geltenen Benimm-Regeln. Keine Drohnen, kein Klettern und generell kein Berühren der Bäume!



Mit der Qual der Wahl, machten wir uns auf zu unserem ersten Baum und machten das was wohl jeder Tourist hier macht. Fotos.



Doch dann! Völlig unerwartet, machte mein Privat-Fotograf eine wirklich sensationelle Entdeckung!

Während ich das tat was Löwinnen nunmal so tun, entdeckte mein Privat-Fotograf eine Antilope im Dead Vlei! Ein Springbock der wirklich am allerletzten grünen Busch vor der sich dahinter ewig erstreckenden Namib-Wüste seinen Magen füllte!



Doch wer jetzt denkt, dass war schon alles - nein!
Denn was er dann sah, würde ihm wirklich niemand glauben, wenn er nicht ein Beweisfoto gemacht hätte!
Und das war wirklich die Senstion des Tages! Ach was sage ich! Die Sensation des Jahrhunderts!

Erst nur eine kurze Bewegung in seinem Augenwinkel wahrnehmend, entdeckte er eine sich anschleichende, jagende Löwin!


- Absolut senstationelles Foto von einer jagenden Löwin im Dead Vlei !!! -


Unglaublich, nicht wahr?

So natürlich wundervoll!
Und einfach nur elegant und fotogen!
Ich mag Aktion-Fotos von mir. =^.^=

Leider bot das Gelände viel zu wenig Deckung, so dass ich am Ende wirklich keine Chance hatte auch nur ansatzweise dem Springbock näher zu kommen, ohne von ihm gesehen zu werden. Er ist daher seiner Wege gegangen, zurück ins Sossusvlei.

Wir hingegen widmeten uns wieder den toten und lebenden Bäumen. Die laufen auch wenigstens nicht weg. =^.^=




Und gegen kurz nach 7:30 Uhr schaffte es dann auch die Morgensonne über die riesige Düne des "Dead Vlei".




Baum Nummer 3, oder 4? Ach wer weiss das schon so genau.





Es waren jedenfalls genug Bäume für alle da.




Irgendwann wurde der Schatten im Tal der toten Bäume immer spärlicher. Und da weder ich noch mein Privat-Fotograf grosse Lust darauf hatten von der heissen Sonne durchgebraten zu werden, machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Toyota auf dem Parkplatz.

Privat-Fotograf: "Safari? Würde es dir was ausmachen dich auf dem Rückweg im Rucksack zu verstecken?"
Safari: "Kann ich machen. Was hast du vor?"
Privat-Fotograf: "Ich hab da eine Idee die dir gefallen könnte."

Und damit ihr die folgende Begegnung auch in vollen Zügen miterleben könnt, hier noch die "Original-Fotos" von meiner Springbock-Jagd am frühen Morgen. Diese bitte kurz einprägen. Denn diese Fotos werden ab nun eine wichtige Rolle spielen.

!!!!! Sensationelles Foto A: "Springbock im Dead Vlei!!!!!



!!!!! Noch sensationelleres Foto B: Jagende Löwin im Dead Vlei!!!!!


Wir waren noch nicht ganz oben auf der ersten Sattel-Düne, als uns auch schon ein erstes geeinetes Opfer entgegenkam. Es war ein englisches Ehepaar eines schon etwas älteren Semesters. Und die nicht ganz so sportliche Frau, ich nenne sie jetzt einfach mal "Elisabeth", keuchte schon merklich durch den für sie anstrengenden Anstieg.

Private-Photographer: "Hi! How are you?"
Elisabeth: *breathing heavingly* "Hi! I'm fine, I'm fine"
Private-Photographer: "Congratulations! You just did the last slope. It's amazing down there in the Vlei. The light, the shadows and the dead trees between the dunes...
And I even saw a hunting lioness this morning!"

Elisabeth: *looking suspicious* "You are kidding me!"
Private-Photographer: "No! Really! I can show you the photos I made."
Elisabeth: "Seriously?!"

Private-Photographer: *showing her sensational photo A* "See! Here is the antilope gazing at the bush..."
Private-Photographer: *skipping to sensational photo B* "...and here is the lioness."

Elisabeth: *a bit shocked* "Oh my god!!! Darling see! He is telling the truth! A lioness!! Unbelievable!"

Was soll ich sagen... Ich war stolz wie Simba nach der Rückeroberung seines Königreiches!!!
Ich meine ich bin jetzt doch wirklich in voller Grösse auf dem Foto zu sehen. Und trotzdem war Elisabeth und auch ihr Mann völlig überzeugt, dass ich eine wahrhaftig echte Antilopen-jagende Löwin bin!
Boah! Mein plüschiges Löwinnen-Herz platze nur so vor Freude!

Danke, völlig besorgte und leicht verängstigte Elisabeth! Danke, Danke, Danke!!! =^.^=

Elisabeth: *now worried* "Is the lioness..., is she still down there?!?"
Private-Photographer: "No, don't worry! I caught her!"
Elisabeth: *puzzled* "YOU DID WHAT??!!"

Unter den ungläubigen Augen von Elisabeth nahm mein Privat-Fotograf seinen Rücksack vom Rücken und öffnete das Hauptfach, aus welchem ich ihr wiederum mit einer Freudenträne in meinen Augen entgegenstrahlte.

Privat-Fotograf: "Here she is! Sorry for the joke, but I hope I made your day!"
Elisabeth: *laughs with all her heart* "You did! You definetly did!"

Ich glaube die Frau war sehr froh darüber es am Ende doch nicht mit einer erwachsenen 130kg schweren Raubkatze zu tun zu haben, sondern nur mit einer kleineren süssen 3kg schweren Kuschelkatze. Und ich glaube auch, dass ihr diese Begegnung wirklich den Tag gerettet hat. Denn ich bin mir fast sicher, dass sie nur aus Liebe zu ihrem Mann die Strapazen auf sich genommen hat. Damit er, wie sollte es auch anders sein, im Dead Vlei Fotos von toten Bäumen machen kann.

*Safari zu ihrem Privat-Fotografen*
Safari: "Das war ja aber schon etwas gemein, so eine ahnungslose Touristin hinters Licht zu führen. Mit einem erfahrenen einheimischen Guide würde das hier vermutlich nicht funktionieren."
Privat-Fotograf: "Top die Wette gilt! Da vorne kommt einer mit seiner Touri-Gruppe!"


Ich versteckte mich also ganz schnell wieder im Wanderrucksack und lauschte gespannt der Dinge die da kamen.

Privat-Fotographer: "Hi! How are you?"
Tour-Guide: "Fine! And you?"
Privat-Fotographer: "I am excited! I just had an unbelievable sighting!
I saw a hunting lioness in the Dead Vlei over there!"

Tour-Guide: "That's impossible. You must have misjuged something."
Privat-Fotographer: "No really! I can show you the photos!"
Privat-Fotographer: *showing ihm photo A* "See! Here is the springbock at the bush..."
Privat-Fotographer: *skipping to photo B* "...and here is the hunting lioness."

*Tour-Guide stares for some seconds at photo B on the camera display...*
Tour-Guide: "I can't believable it! I never ever heard of a similar sighting here. When did you see the lion?"
Privat-Fotographer: "This morning! Just when the sun came up."

*Some of his tour guests also take a look at photo B*

Tour-Guide: "This morning!?! And in which direction did the lion go?"
Privat-Fotograf: "Well, I catched her!"
Tour-Guide: "Sorry, what?"
Privat-Fotograf: "I catched the lioness!"
Tour-Guide: "WHAT!?!"

Tourist: "Ah, that's a toy lion!"

*Tour-Guide takes a third look at the photo and starts to laugh*
Tour-Guide: "Oh! You tricked me! You really tricked me!"

Ich war fassungslos! Ist es denn zu glauben? Er glaubte es auch! Er, der hier bestimmt schon tausendmal im Dead Vlei und Sossusvlei war!
Ich werd noch verrückt! Nein, was rede ich denn! Ich werd noch zu einer echten Löwin! Zu einer ECHTEN LÖWIN !!!!!
Ich könnte BRÜLLEN VOR FREUDE!!!

Mit einem absolut unbeschreiblichen Glücksgefühl sind wir dann das restliche Stück zum Parkplatz gelaufen und haben uns dort ersteinmal einen erfrischenden Schluck gut gekühlten Wassers gegönnt. Einmal zum Abkühlen der Körpertemperatur und einmal zum Abkühlen meines Gemütszustandes. Nicht das ich wieder in eine Glücksstarre verfalle wie vor zwei Jahren schonmal.
Und auch wenn ich am Anfang das Gefühl hatte durch das Folgen der linken Fahrspur vom Kurs abgekommen zu sein, war der Weg durch den Tiefsand für mich trotzdem noch wie fliegen... . Genauso wie die Teerstrasse ab dem 4x2-Parkplatz. Die Dünenlandschaft links und rechts wehte nur so an uns vorbei, während ich weiterhin mit meinen Gefühlen über allen Wolken schwebte.




Erst die grosse Oryx-Herde, welche am "Sossuspoort Viewpoint" bei der "Dune 1" vor uns die Strasse überquerte, holte mich wieder aus meinem schönen Tagträumen zurück.





Zum Glück ist das kein Nashorn, sonst hätte mein Privat-Fotograf das Foto wegen der genauen Positionsangabe wohl leider zensieren müssen. -_-



Aber bei diesen ganzen Oryx-Sichtungen und unseren dadurch verursachten Foto-Stopps kam mir eine Idee...

Safari: "Du ich habe da eine Idee..." *flüster*
Privat-Fotograf: "Das funktioniert nie im Leben! Aber ich bin dabei!"
Safari: "Das werden wir ja sehen!"

Wir hielten also bei der kleinen Flussdurchfahrt beim Abzweig zur "Sossus Dune Lodge" an. Und während ich mich gerade noch sichtbar unter einem Baum versteckte, holte mein Privat-Fotograf seine Kamera mit dem grossen Teleobjektiv hervor.

Die Falle war gestellt...
Teil 1006. Mai 2026
Kapitel 9: Safaris Touristenfalle!

Die Falle am "River Crossing vor Sesriem" war gestellt und die Jagd auf Touristen eröffnet!

Unser Plan war eigentlich recht einfach. Mein Privat-Fotograf musste nur so tun, als ob er gerade eine mega-tolle und sensationelle Tiersichtung beobachte. Und ich? Ja ich musste einfach nur ich sein: Eine wilde Löwin! =^.^=




Mein Privat-Fotograf hatte unseren Camper so positioniert, so dass er die vom "Sossusvlei" kommenden Fahrzeuge schon von weitem erspähen konnte. Und die Fahrzeuge welche vom "Sesriem-Camp" durch die Flussbett-Senke mussten, hatte er im Rückspiegel im Blick.



Und wie auf einer richtigen Jagd, war ersteinmal warten angesagt. Und während ich es mir im Schatten des Baumes gemütlich machte, hat mein Privat-Fotograf nebenbei was getrunken und die ersten Foto- und Dashcam-Sicherungen gemacht.

Aber dann, nach nur wenigen Minuten, kam schon das erste Fahrzeug vom Sossusvlei!
Ich habe mich also, bereit zum Sprung, schön flach auf den Boden gelegt und mein Privat-Fotograf seine gut ein halben Meter lange Kamera mit Teleobjektiv aus dem Fahrerfenster gestreckt. Um die Illusion nicht zu zerstören, hat er nicht einmal zum ankommenden Fahrzeug geschaut, sondern seinen Blick voll und ganz auf mich konzentriert. Nur mit seinen Ohren konnte er lauschen, wie die Motorengeräusche des sich nähernde Fahrzeugs immer lauter wurde und dann einfach an uns vorbeifuhr?!

Was?
Warum?
Hey! Kommt zurück!
Ihr verpasst gerade...
...die Sichtung eures Lebens...

Aber durch einen Fehlschlag lässt sich eine Löwin wie ich natürlich nicht entmutigen. Bei meinen Schwestern klappt es mit der Jagd schliesslich auch nicht immer auf anhieb!
Als dann aber auch die nächsten sechs Fahrzeuge ohne überhaupt langsamer zu werden an uns vorbeifuhren, musste ich eine Kriesensitzung mit meinem Privat-Fotograf abhalten.

Safari: "Du muss dich entweder mehr anstrengen oder du brauchst ein grosseres Teil!"
Privat-Fotograf: "Ein noch grösseres und schwereres Objektiv macht meine Bandscheibe nicht mehr mit und ich streng mich doch schon so gut an wie es geht!
Ich denke du darfst dich einfach nicht so gut verstecken, so dass die Leute eine Chance haben dich zu sehen."
Safari: "Okay, mache ich. Aber dafür steigst du bitte ab jetzt aufs Dach und versteckst dich nicht mehr hinter der Windschutzscheibe und dem Rückspiegel!"

Aus Sicherheitsgründen ist er nätürlich nicht aufs Autodach gesteigen, sondern hat sich bei offener Fahrertür nur auf die Einsteigshilfe gestellt. Aber dennoch ragte er nun mit seiner Grösse gut ersichtlich über das Autodach hinaus.
Und ich machte es mir nun auf dem dicken Ast gemütlich. Durch meine Fellfarbe zwar immer noch getarnt, aber alles andere wäre dann auch zu offensichtlich gewesen.



Zum Glück kamen auch die nächsten sechs Fahrzeuge aus Richtung des Airstrips/Sossusvlei, denn so waren sie als weiss leuchtende Punkte schon von Weitem zu erkennen. Zu unserem Pech jedoch hielt auch hier niemand an. Ich fragte mich, ob wir immernoch etwas flasch machten, oder ob es einfach am Ort lag. Im Etosha-Park wären jetzt bestimmt schon zwei Autos neben unserem Camper gestanden. Oder die Leute haben einfach keine Zeit mehr heutzutage, beziehungsweise einen viel zu straffen Zeitplan im Urlaub. Ach, wenn die alle nur wüssten was sie verpassen!



Tschüss Reisebus voller sensationshungriger Touristen. Auch wenn ihr mich nicht gesehen habt, ich habe euch gesehen!

Da nun auch die Bildersicherungen fertig waren, wollten wir schon aufgeben und selber weiter fahren, als das nächste weisse motorisierte Gefährt am Horizont aufblitzte. Also gut, einen letzten Versuch noch.
Ich machte mich also auf meinem Ast breit, während mein Privat-Fotograf zum wiederholten Male halb aufs Dach steig und den völlig begeisterten Wildlife-Fotografen miemte. Ab ungefähr einer halben Löwinnen-Springlänge (ca. 100m) hörten wir das lauter werdende Brummen des Motors wie er sich näherte.
Doch genau auf der Höhe unseres Wagens verwandelten sich die Motorengeräusche plötzlich in Bremsgeräusche!

Sie halten an! Sie halten tatsächlich an!!!



Um diesen Moment in vollen Zügen zu geniessen, müssen wir in der Zeit ca. 30 Sekunden in die Vergangenheit reisen und uns imaginär in das andere Auto des jungen deutschsprechenden Paares begeben.

*Partnerin zu ihrem Partner*
Partnerin: "Schau mal dort vorne! Da steht ein Mann auf der Tür und fotografiert irgendetwas im Busch.
Komisch... Ich sehe da nichts, du etwa?
Partner: *ganz cool* "Ja, einen Löwen."
Partnerin: "Einen WAS?!? WO? HALT AN!!!
*Partner macht eine halbe Vollbremsung und setzt dann noch ein Stück zurück*
Parnter: "Dort auf dem Baum liegt er."
*Partnerin lacht laut und macht erste Fotos von mir*
Partnerin: "Geil! Einfach nur geil!"

Schnell ging mein Privat-Fotograf zum Fahrzeug des jungen deutschen Paares und teilte ihnen freudig mit, dass die Beiden unseren Tag gerettet haben. Und auch wenn die Beiden in unsere Falle getappt waren, waren sie froh angehalten zu haben. Hier erzählten sie uns auch den oben geschriebenen Wortwechsel. Allerdings habe ich im nachhinein den Verdacht, dass zumindest er mich im Dead Vlei schon zuvor gesehen hatte. Sonst wäre er nicht so ruhig beglieben.

Nach ein paar weiteren netten Worten und Reiseerzählungen fuhren die Beiden dann glücklich weiter. Und auch wir wollten eigentlich weiter, als dann das nächste Auto anhielt, die Insassen ihre Fenster runtermachten und mit ihren Handys mich abfotografierten wie ein Weltstar!

Diesmal war es eine ganze Vierer-Truppe im lebenserfahrenen Alter aus Deutschland, welche überglücklich war auf unsere Touristenfalle hereingefallen zu sein. Auch diesmal unterhielt sich mein Privat-Fotograf mit den netten Leuten und beglückwünschte diese zu ihrer ersten Löwen-Sichtung, während meine Glücksgefühle in ungeahnte Höhen schossen.

Aber es sollte noch besser kommen. Beflügelt von den beiden Erlebnissen, blieben wir noch etwas länger auf der Lauer. Und nur wenig später hielt nicht nur ein, sondern gleich zwei Autos gleichzeitig an!

Ich glaub es nicht! Ich verursache meinen ersten Löwin-Sichtungs-Stau!!!



Etwas überfordert ist mein Privat-Fotograf erst zu dem Fahrzeug gelaufen, welches etwas weiter weg von meinem Baum zum stehen kam. Dort schaute eine Frau, ich nenne sie jetzt mal "Susan", verwundert aus dem Beifahrerfenster, da sie mich wegen der Entfernung und meiner natürlichen Tarnung noch nicht gesehen hatte.

Susan: "What do you see?"
Private-Photographer: *with enthusiasm* "A lion!"
Susan: WHAT?! WHERE???
Private-Photographer: "At the tree."
*Susan searching the tree with her camera*
Susan: "Oh there! Genious! *smilies*
Can we make a photo?"
Private-Photographer: "Sure!"



Viel besser als die Frau mit ihrem Mann, waren aber die vier Südafrikaner im zweiten Auto. Mit denen hatten wir so richtig Spaß! Die stiegen nämlich aus ihrem Auto aus und genossen ihre Löwinnen-Sichtung wirklich in vollsten Zügen. Besonders Chris, der Ober-Löwe der Truppe, war begeistert und meinte, dass wir ja nie unseren Humor im Leben verlieren sollten. Aber auch seine Mitreisenden meinten, dass dieser Halt der beste Stopp des ganzen Tages war.
Und mal ehrlich: Wann hat man auch schon mal die Chance mit einer Löwin ein Selfie zu machen, ohne Angst haben zu müssen gefressen zu werden? =^.^=

Vielen Dank euch für das Video und das Foto!

Sensations-Video: Löwin bei Sesriem gesichtet! (Link zum Video)



Danach wurde mein Privat-Chauffeur noch zu einer traditionellen Runde Springbock-Köttel-Weitspucken eingeladen, bei dem er als Neuling glücklicher Weise den zweitletzten Platz belegte, da er ansonsten hätte einen Ausgeben müssen. Es ist erstaunlich, wie weit die Dinger fliegen können!

Mit einem Gemütshoch sondergleichen sind wir nach den Südafrikanern dann auch in Richtung "Sesriem-Camp" abgezogen. Und mit ganzen zwölf "gefangenen" Touristen konnte ich am Ende meiner Jagd auch wohl mehr als nur Stolz sein!

Aber wer jetzt denkt, dass wars schon. Weit gefehlt! Das Beste kommt erst noch!
Teil 1107. Mai 2026
Kapitel 10: Safaris Veradeligung

Nach meiner erfolgreichen Touristenjagd dachte ich eigentlich, dass es das jetzt gewesen sei. Ehrlich! Ich ging wirklich davon aus, dass wir im Camp-Shop nur noch ein paar Vorräte auffrischen und mein Privat-Chauffeur sich noch was schnelles zwischen die Zähne schieben würde. Aber da kannte ich meinen Privat-Chauffeur wohl noch nicht gut genug!



Wir erreichten das "Sesriem-Camp" ziemlich genau gegen Mittag und mein Privat-Reiseleiter ging als erstes in den Shop um ein paar Mineralwasserflaschen und Süssgetränkedosen zu besorgen. An der Kasse fragte er dann die Kassiererin, ob es denn auch hier ein Sichtungsbuch gäbe, wo man Tiersichtungen eintragen könnte.

Shop cashier: "I'm sorry. We had a sighting book in the past, but not anymore. But what did you see?
Private-Photographer: "Oh, I saw quite a lot of anymals! I saw a jackal, a big group of oryx, a spingbock and a lioness!"
Shop cashier: "Sorry, you saw a LION?!"
Private-Photographer: "Yes, a lioness!"
Shop cashier: "Sorry, but that can't be true."
Private-Photographer: "I can show you the photos, if you like."
*Shop cashier woman coming around her desk to take a closer look*
Private-Photographer: *showing her sensational photo A* "See! Here is the antilope at the very last bush in Dead Vlei..."
Private-Photographer: *skipping to sensational photo B* "...and here is the hunting lioness."
Zur Wiederholung, hier nochmals die beiden "Sensations-Fotos":
Sensations-Foto-A: "Springbock im Dead Vlei

Sensations-Foto-B: Jagende Löwin im Dead Vlei
Mit sichtbar offenen Mund starrte die gute Frau auf das Kameradisplay, wo das Sensations-Foto-B mit mir zu sehen war. Sie gehörte zu meinen, ich nenne sie ab jetzt "Gläubigen", und rief aufgeregt die Rezeptions-Mitarbeiterin von gegenüber zu sich. Auch hier zeigte mein Privat-Fotograf ihr zunächst das Sensations-Foto-A mit dem Springbock im Dead Vlei und dann Sensations-Foto-B mit mir in Lauerstellung. Was soll ich erzählen? Auch sie war überzeugt, dass ich auf dem Foto eine echte Löwin war!
Natürlich wurde mein Privat-Fotograf sofort ausgefragt, wann und wo genau er die Löwin denn gesehen habe, was er leicht mit weiteren Fotos vom Dead Vlei und seinen vertrockneten Bäumen belegen konnte. Durch die aufgeregte Unterhaltung der Dreien angelockt, kam als nächstes dann auch die Kellnerin aus der Bar, ich nenne sie jetzt mal "Sarah" da sie später noch eine Rolle spielen wird, hinzu. Und auch sie wurde, als sie die Fotos gesehen hatte, sofort zu meiner nächsten Gläugien!
Mit der Situation leicht überfordert, riefen die drei Damen als nächstes noch ihren Kollegen aus dem Lager hinzu, um noch eine vierte Meinung zu bekommen. Auch er konnte die Behauptung von einer Löwin im Sossusvlei ersteinmal nicht glauben und schaute sich das Sensations-Foto-B daher ganz genau an. Aber nach dem anscheinend unumstösslichen Beweisfoto glaubte er es auch!
Aber er war ein mann der Tat und erkannte, dass man zum Schutz der Gäste vor einer wilden und furchterregenden Löwin umgehend das Management informieren musste...

...jaaaa...
Und hier scheiden sich nun die Erinnerungen von mir und meinem Chronisten. Seine Wahrheit ist kurz und langweilig. Meine 'alternative' Wahrheit hingegen ist viel spannender und lustiger und für das weitere Verständnis unserer Reise sowieso unabdingbar!

Chronist-Version:
Da mir die Situation nun doch zu heiß wurde und ich keine allgemeine Panik auslösen wollte, hielt ich den Mann noch rechtzeitig auf. In beisein aller vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe ich dann ein weiteres Foto von Safari gezeigt, auf welchen gut zu sehen war, dass sie keine grosse und gefährliche, sondern eine ganz weiche und liebe Löwin ist.
Trotz oder vielleicht auch gerade wegen meines Scherzes, haben alle am Ende herzhaft gelacht und sich für diesen schönen Scherz bedankt.

Safari-Version:
Um den Mann aus dem Lager beim Management zu unterstützen, ging mein Privat-Fotograf mit nach draussen vor den Shop. Und einmal dürft ihr raten wer da auf dem Parkplatz im Auto wartete und diese noch nichts ahnend bewachte. Natürlich ich! Eine absolut wilde und (un)gefährliche (Plüsch-)Löwin! =^.^=
Die ungefährliche Wahrheit erkennend, hat der Mann freudig gelacht und die Idee vorgeschlagen, den drei Damen im Shop doch einen kleinen Schrecken einzujagen. Da wir schon so viel Schabernak an diesem Tag angestellt hatten, waren wir da natürlich gerne dabei!

Mein Privat-Chauffeur ging wieder zurück in den Laden und lenkte die drei Damen für ein paar Momente ab. Während dessen kletterte ich auf den Rücken des Mannes und umschlang seinen Hals mit meinen samtweichen Vorderpfoten. Dann rannte er in den Shop und rief laut: "She's got me! She's got me!" Nur um im nächsten Moment mich zu meinem Privat-Fotografen zuzuwerfen, welcher mitten zwischen den nun völlig schockierten Frauen stand. Alle wichen sie einen Schritt zurück bevor auch sie erkannten, dass ich zwar eine Löwin, aber eben auch keine ganz wilde Löwin war.

Wir haben alle Gelacht und dann noch viel mehr Gelacht, als mein Privat-Fotograf noch von Elisabeth und dem Tour-Guide im Dead Vlei erzählte. Und auch von den vier Fahrzeugen, welche wir zu einem Sichtungshalt bringen konnten.
Und zur Krönung meinte Sarah, die Kellnerin von der Bar, noch am Ende zu mir: "You are the first desert lion queen here in Sesriem!"
Und genau dies war fortan mein Titel!
"Safari, die erste Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem"
Teil 1210. Mai 2026
Kapitel 11: Löwinnen überall!

Chronist: "Können wir ab jetzt bitte wieder zur richtige Wahrheit zurückkehren?"
Safari: "Als ob du immer und überall bei der richtigen Wahrheit bleiben würdest! Vergiss nicht! Jetzt kommt der Teil mit Lydia!"

Also weiter in der Erzählung.

Mit unseren Shopeinkäufen bin ich wieder zurück ins Auto, um meiner Pflicht als Wach-Löwin nachzukommen. Mein Privat-Chauffeur hingegen wollte noch unbedingt im Restaurant eine Kleinigkeit zum Mittag essen. Dort traf er an der Bar wieder auf die vier Südafrikaner. Zur Erinnerung: Das waren die mit dem Löwen-Selfie-Foto und dem Köttel-Spuck-Wettbewerb. Die arme Breeda, welche verloren hatte, musste ihren Jungs wirklich ein Bier ausgeben. 🙁
Im Gespräch mit der Gruppe, welche übrigens als eine Art Betriebsausflug zusammen durch Namibia reisten, wurden dann noch weitere persönliche Geschichten erzählt. Und da auch Sarah, die Kellnerin, meinen Privat-Fotografen nochmals darum bat ihrem Bar-Kollegen die Sensationsfotos von der jagenden Löwin zu zeigen (er war auch ein Gläubiger 🤩 ), kam er nicht wirklich zum Essen. Erst als sich die Südafrikaner verabschiedeten, kam etwas Hoffnung auf den griechischen Salat mit Hühnchenstreifen in Ruhe futtern zu können. Doch kaum war die südafrikanische Gruppe aus dem Restaurant, als auch schon eine junge Frau vom anderen Ende der Bar herüberrutschte.

Diese junge Frau war Lydia, eine Reiseleiterin aus Uganda, und hatte wohl mit einem Ohr etwas von einem sensationellen Foto einer jagenden Löwin im Dead Vlei mitbekommen. Sie fragte, ob sie das Foto den auch mal sehen dürfte, was sich mein Privat-Fotograf natürlich nicht zweimal fragen lies. Auch sie bekam zuerst Sensations-Foto-A (Springbock) und dann Sensations-Foto-B (Löwin Safari) auf dem Kameradisplay gezeigt und war sofort überzeugt. Als Influencerin auf Instagramm sah sie natürlich sofort das Potenzial eines solch phänomenalen Fotos und riet meinem Privat-Fotografen es sofort auf Social Media zu posten. Da mein Privat-Fotograf aber keine Social Media Accounts hatte, war das natürlich nicht möglich. Und als Lydia stolz ein Löwenrudel-Kurzvideo mit über 1000 Likes präsentierte, bot mein Privat-Fotograf ihr einfach an das Foto auf ihr Handy zu übertragen, so dass sie es selber posten könne. Ich gehe mal stark davon aus, dass Lydia in diesem Moment einen imaginären Blick in die Zukunft vor Augen hatte, in welcher ihr dieses Sensations-Foto mit der jagenden Löwin im Sossusvlei vermutlich mehrere Millionen von Likes und tausende von Kommentaren auf ihren Instagramm-Kanal einbringen würde. 😄
Aber zu ihrer absoluten Verzweiflung funktionierte weder die Bluetooth-Übertragung auf ihr iPhone noch auf ihr älteres Android. Dafür wurde dann zumindest meinem Privat-Fotografen ein Flyer ihres Reisebüros in die Hand gedrückt und ihm das Versprechen abgenommen sich nach dem Urlaub umgehend bei ihr zu melden. Und auf eine gemeinsame Reise nach Ostafrika hat sie ihn auch noch gleich eingeladen... 🙄
Bevor Lydias Reisegruppe dann auch weiterfahren musste, hat mein Privat-Fotograf sie, unter dem Vorwand ihr unbedingt noch die Fotos von den drei Leoparden aus unserem Fotobuch zeigen zu müssen, noch an das von mir bewachte Auto gelockt. Ich weiss bis heute nicht wie, aber er hat es tatsächlich noch geschafft unserFotobuch aus der Beifahrertür zu holen und ihr die entsprechende Fotobuchseite zu zeigen, während ich die ganze Zeit auf dem Beifahrersitzt saß. Erst als er dann direkt auf mich zeigte, traffen sich unsere Blicke...

Ich habe in meinem ganzen Leben noch niemanden so lauthals Lachen hören! Sie hat sich wirklich gekrümmt vor Lachen, als sie erkannte, dass sie die letzte halbe Stunde in die Falle einer Plüsch-Löwin getappt war. Oder, um Lydia selbst zu zitieren: "You have cracked my ribs, Safari!". Denn natürlich haben wir uns nach der Reise bei ihr gemeldet und ihr noch das versprochene Sensations-Foto zukommen lassen. 😉

Leider blieb ihr nur Zeit für ein schnelles Selfie.



Danke auch dir vielmals, Lydia!
Auch du hast mich darin bestärkt, dass man alles sein kann was man nur will!
Und in meinem Fall ist das natürlich:
Eine ECHTE und WILDE LÖWIN!

Es war kurz nach 13 Uhr, als auch wir endlich von "Sesriem" losfuhren. Kaum zu glauben, dass erst ein Vormittag vergangen war! Vor uns lag eine mehrstündige Fahrt nach "Tiras" endlang der schönen C27, welche am Rande der Namib-Wüste nach Süden führte.




Doch nach den aufbauenden und traumwahrwerdenden Erlebnissen im Sossusvlei und in Sesriem an diesem Morgen war für mich an Stillsitzen nicht mehr zu denken.

Mein sehnlichster Traum: Zu einer wilden und echten und berühmten Löwin zu werden war wahrgeworden!

Wenn zwar nur in den Augen meiner Gläubigen. Aber dafür mehrfach!

Ich strotzte nur so vor Löwen-Kraft, -Energie und Selbstbewusstsein!
Ich hätte einen Elefanten niederingen können!
Ich hätte ganz Etosha im Sturm erobern können!
Ich hätte vor unbändiger Freude so laut brüllen können, so dass es in GANZ NAMIBIA ZU HÖREN GEWESEN WÄRE!!!

Brüllen!
Das war die Lösung!

Als neue Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem brauchte ich ja noch eine Rudel-Hymne zum Mitsingen!
Und mir fiel auch gleich genau das richtige Lied dazu ein: Das Lied der Löwinnen!

*Safari zu ihrem Privat-Chauffeur*
Safari: "Spiel meine Hymne! Spiel das Lied der Löwinnen!"
Privat-Chauffeur: "Lied der Löwinnen? Du meinst das Lied der englischen Frauenfussball-Nationalmannschaft?"
Safari: "JA! Aber mit meinen umgedichteten Strophen wird es unser Lied werden!"
Privat-Chauffeur: "Moment. Du hast einen neuen Liedtext?"
Safari: "Natürlich! Und damit das auch richtig funktioniert, müssen die fett geschriebenen Wörter besonders laut gebrüllt... ich meine gesungen werden!"
Feel the energy rise, as cool desert air fills the night.
In the heart of our journey united side by side.
Raise your voices high and let our anthem ring out.
With the roar of the lionesses hear the whole world shout!

Ohhhhooo…Ohhhhooohhh…!!!

Under the starlight, new wonders revealed!
Our hearts blazing with courage, refusing to yield.
Rike commands her pride, giving orders with might!
Safari stands fearless behind, her heart brimming with pride.

Sonja anchors the basecamp, a fortress standing strong.
Logi and Konni are relentless, posting all day long.
Every mile of ground covered, each second we fight!
We rise as one pride, with destiny in sight.

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads up high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

Ohhhhooo…Ohhhhooohhh…!!!

Even when cornered, we never lose heart or the fight.
Lydia strikes true, with the power to set things right.
Elisabeth steps up to the path with nerves made of steel.
Steffi leaps forth, making her victory real.

As our pride erupts in joy, the whole nation quakes.
Our roars boom like thunder, as history awakes.
Waving tails with fur of gold, united we stand!
On this epic journey, we walk in our land!

Oh, we are the lionesses, hear our roar!
From Namibia to the world, we'll soar!
With love and unity, we lift our heads up high.
In destiny’s embrace, we'll never say die.

For every lioness who paved the way.
We honour your legacy, come what may.
With dreams ignited and hearts burning bright.
We carry your spirit forward, ever ready to fight!

In the story of lionesses, you've etched your name.
Inspiring generations to strive for the same.

Raise your voices loud and strong, let our anthem ring.
The lionesses' spirit fuels the joy that we sing.
We stand together now, this moment we claim.
Forever united in campfire's flame!

Our roar lives on, in harmony and grace.
With honour won, we all proudly embrace!

Safari: "Oh, jetzt bin ich erst so richtig heiß! Spiel es nochmal!"
Privat-Chauffeur: "Hab bitte erbarmen mit meinen Ohren!"
Safari: "Niemals! Ich sagte NOCHMAL!"
Privat-Chauffeur: "Hilfe! Ich habe eine Raubkatze erschaffen!"
Safari: "Wie wahr! Oh wie wahr-rrrrrrrRRRRRRRRR!"

*Safari brüllt laut*

"NOCHMAL!!!"



PS: Ich wünsche allen Löwenmamas alles Liebe und Gute zum Muttertag! Das Lied der Löwinnen gilt auch für euch!
Safari =^.^=
Teil 1312. Mai 2026
Anmerkungen zum "Lied der Löwinnen"

Ghostwriter:
"Sag mal Safari. Die Namen in deinem Lied sind ja alles Namen von Personen.
Also:

Rike, von Safari Car Rental, mit deren Camper wir unterwegs waren.
Steffi, von Namibia Click and Travel, die uns die Reise organisiert hat.
Logi und Konni (Daxiang) aus dem Namibia-Forum, die uns mit ihren Tipps geholfen haben.
Lydia, die Reiseleiterin aus Uganda die sich fast vor Lachen die Ribben gebrochen hätte.

Doch wen meist du mit Elisabeth? Etwa die Dame im Dead Vlei die als erstes auf unser Löwinnen-Jagd-Foto hereingefallen ist?"

Safari:
"Eigentlich meinte ich meine Reisebericht-Stamm-Leserin (sphinx) aus dem Namibia-Forum. Aber deine Elisabeth darf sich gerne auch angesprochen fühlen, falls sie das hier je lesen sollte. Genauso wie Kiara vom Hinflug. Die habe ich auch noch nicht vergessen."

Ghostwriter:
"Und wer ist Sonja?"

Safari:
"Nicht spoilern! Die kommt noch!"
Teil 1413. Mai 2026
Kapitel 12: Sommerresidenz

Nach leider nur 12-maliger Wiederholung meiner Hymne, von welcher ich jedes Wort lauthals hinaus in die Namib gebrüllt habe, kam die Erlösung meines Privat-Chauffeurs in Form einer neuen Sichtung. Mitten im "NamibRand Naturreservat" sichteten wir zwei Bergzebras. Vermutlich ein Paar, welche Abseits der Strasse nach etwas fressbaren suchten und ansonsten ihrer Wege gingen.






Der weitere Weg nach "Betta" war gezeichnet von einer schier endlosen Strasse und noch endloseren Weiten.




"Betta" lag so ziemlich auf halben Wege zwischen "Sesriem" und "Tiras" und eigente sich hervorragend als Zwischenstopp. Für uns gab es ein erfrischendes Getränk zur Abkühlung und für unseren Camper neue Energie in Form von Diesel-Treibstoff. Und die Toiletten auf der Rückseite des Hauses sind mir auch noch positiv in Erinnerung geblieben.



Gut gestärkt konnten wir dann auch die nächsten zwei Stunden oder 140km in Angriff nehmen.





Hinter "Spes Bona" ging es dann weiter bis zum Ende der Strasse am Abzweig an der C13. Gerne hätte ich ja noch im Nahe gelegenen "Helmeringhausen" vorbeigeschaut. Aber für noch einen Zwischenstopp fehlte nun einfach die Zeit. So sind wir nach rechts, Richtung Süden, abgebogen.
Und nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir das grosse Tal im "Tirasberg Conservancy". Die plötzliche Aussicht war einfach gigantisch!



Durch die vielen Satellitenbilder, welche sich mein Privat-Reiseleiter bei der Planung der Reise angeschaut hatte, erkannte er auch sofort den Hügel mit unserer Campsite.

(Farm Tiras)


Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang erreichten wir dann "Farm Tiras", wo wir auch schon von Tanja, unserer Gastgeberin für die nächsten zwei Tage, erwartet wurden. Mit dem "Mountain Camp B" hatten wir hier einer der Orte gebucht, auf welche ich mich im Vorfeld am meisten gefreut habe. Auch wenn ich persönlich noch lieber das "Rustic Camp" in Beschlag genommen hätte. Aber dieses war zum Zeitpunkt unserer Buchung leider schon vergeben, nur im jetzt doch frei zu sein! Für einen Moment überlegten wir, ob wir nicht tauschen sollten. Aber für das "Rustic Camp" brauchte es leider eine gewisse Vorbereitungszeit, da es dort kein fliesendes Wasser gibt. Von daher blieben wir bei unserem "Mountain Camp". Und da wir bis jetzt die einzigen Gäste waren, hatten wir den Hügel auch für uns ganz alleine. =^.^=

Die Übergabe der Schlüssel und die Erläuterung des Weges auf einer kleinen Karte verlief schnell. Unter anderen auch, weil mein Privat-Chauffeur den Weg schon aus den Satellitenbildern kannte. Kurz informierte uns Tanja noch über die anderen Wege zu schönen Orten und über die Wildpferde auf der Farm. Und eigentlich hätten wir uns mit ihr bis in die Nacht hinein unterhalten können, wenn wir nicht noch unser Camp bei Tageslicht hätten aufbauen wollen. So verabschiedeten wir uns nur kurz bis Morgen und schon ging es zur Campsite.

Das "Mountain Camp" hat uns auf Anhieb gefallen. Besonders der Balkon über den WC und Duschräumen, sowie die Feuerstelle mit der bemalten Mauer drumherum, sind schon etwas besonderes. Und dann natürlich die Aussicht! Nach meiner Ernennung zur Königin, habe ich mich hier gefühlt, wie auch einer Sommerresidenz! Nur der Sonnenuntergang wurde mir leider duch die aufziehenden Wolken verwehrt.





Um später nicht im Dunkeln zu stehen, wurde zuerst das Lagerfeuer angezündet und dann erst das Dachzelt aufgebaut. So hatten wir dann schon in der Dämmerung ein gut brennendes Feuer mit Glut zum Grillieren. Wir hatten ja schliesslich noch die Orxy-Steaks aus Windhoek auf welche wir uns freuen konnten.

Die Steaks mit Kartoffeln waren gerade fertig, als plötzlich neben mir was auf den Boden aufschlug. Zuerst konnte ich nichts entdecken. Doch dann traf mich was an der Schulter! Und dann auch am Kopf!
Hilfe! Ein Heuschrecken-Geschwader greift uns an!

Zum Glück für uns waren die Heuschrecken uns gegenüber unbewaffnet und wurden lediglich vom Licht des Feuers angezogen. Dies bewies dann auch eine etwas ungeschickte Heuschrecke dadurch, dass sie direkt in die Feuerglut hineinflog...
Um aber etwas Ruhe am Lagerfeuer zu bekommen, hat mein Grillmeister einfach die LED-Campinglampe unten in die Auffahrt gestellt. So konnten sich viele der lichtverliebten Tierchen dort versammeln, ohne geröstet zu werden.

Wir blieben noch wach bis fast um Mitternacht und bewunderten den funkelnden Sternenhimmel samt Milchstrasse.




Privat-Fotograf: "Sag mal, musst du deine Nase den wirklich überall reinhalten?"
Safari: "Ups... Sorry!" =^.^=
Teil 1516. Mai 2026
Kapitel 13: Schöne Überraschungen

"Safari! Aufstehen! Fotoshooting!"

Mit diesen Worten wurde ich leicht unsanft aus meinem Land der Träume herauskatapultiert. Und wie schön ich gerade geträumt hatte! Darüber wie sensationgierig über mich und meiner Sichtung im Sossusvlei in den namibianischen Nachrichten und Zeitungen berichtet wird!
Mit einem ausgiebigen Gähner habe ich dann langsam meine Augen geöffnet und festgestellt... dass es noch Stockdunkel war?!?
Vermutlich hatte bei meinem Privat-Fotografen mal wieder der Bio-Wecker zugeschlagen.
Immer noch müde und noch nicht fähig ganze Sätze zu bilden, habe ich meinen Privat-Fotografen kurz gefragt:

Safari: "Wie spät?"
Privat-Fotograf: "5:15 Uhr!"
Safari: "WAAAASSS!!! Warum zum Teufel weckst du mich um diese Uhrzeit?!"
Privat-Fotograf: "Als Königin von Sesriem und Sossusvlei musst du doch noch gekrönt werden!"
Safari: "Und womit willst du mich hier draussen in der Natur und mitten in der Nacht den bitteschön krönen?"
Privat-Fotograf: "Mit dem Schönsten was die Welt zu bieten hat!"

Jetzt wurde ich doch langsam neugierig, was er denn wohl meinte, und stand natürlich ebenfalls auf. Als ob ich auch eine andere Wahl gehabt hätte.
Was mich dann erwartete, war dann einfach nur traumhaft schön!



Awww...
Danke, mein lieber Privat-Fotograf, -Reiseleiter, -Chauffeuer und was du sonst noch alles für mich bist!

Wir haben uns dann nochmal ins Dachzelt zurückgezogen und im warmen Bett durch unser Fenster auf den Sonnenaufgang gewartet.





Zum Frühstück gab es ein einfaches Salamibrot mit Landjäger und Käse sowie eine Bratkartoffel vom letzten Abend. Und wie ebenfalls am letzten Abend, hatten wir auch heute Morgen wieder ein paar wenige Heuschrecken zu Besuch.





Vermutlich waren sie aber noch im Energiesparmodus, denn sie verhielten sich absolut ruhig.

Mit einer weiteren Übernachtung auf Tiras stand heute nichts Festes auf unserem Reiseplan. Wir hatten also den ganzen Tag zur freien Verfügung. Was also tun? Naja, wer meinen Privat-Reiseleiter kennt, der weiß, dass er den ganzen Tag schon wieder voll durchgeplant hatte.
Als Erstes auf seiner Wunschliste stand für den heutigen Tag ein Ausflug zur berühmten D707. Eine Strasse entlang der Namib-Wüste, von der viele behaupten, sie sei die schönste Strasse ganz Namibias. Na dann schauen wir mal!



Na, der Ausblick sieht doch schon mal schön aus! Und dabei waren wir noch auf der C13 und noch gar nicht auf der D707! Die begann erst noch 5km südlich der "Farm Tiras"!



Zuerst ging es zwischen zwei Bergen hindurch und vorbei an der "Farm Excelsior", welche zwar mit Kaffee und Kuchen warb, aber von der Ferne aus keinen gemütlichen Eindruck machte. Und dann, kerzengrade Strassenabschnitte so weit das Auge reichte. Östlich die Tirasberge und im Westen die roten Sanddünen der Namib-Wüste.





Was soll ich sagen? Wer Weite und Einsamkeit sucht, der ist hier wohl genau richtig. Neben nur einer Handvoll unaufhaltsamer Autos haben wir zumindest aber auch noch ein paar Tiere gesehen. Solange man im Fahrzeug fuhr, waren die erstaunlicherweise meistens noch sehr gechillt. Aber wehe, man hält an und will ein Foto machen!







Irgendwo auf der Hälfte der D707 sind wir dann stehen geblieben, haben den Motor und die Musik ausgemacht und sind einfach mal ausgestiegen.



Stille...



Doch dann rief mein Privat-Fotograf plötzlich: "Safari! Drei Autos am Horizont! Foto-Falle! Versteck dich!"

Wo um alles in der Welt soll ich mich hier bloss auf die Lauer legen? Hier gibt es ja gar nichts Gescheites zum Verstecken!
Naja, ich habe mein Bestes gegeben...



... und natürlich umsonst. Mein Privat-Fotograf wurde mit seinem Teleobjektiv auf dem Autotürrahmen stehend von den drei vorbeikommenden Autos einfach ignoriert, die mit grossem Abstand hintereinander herfuhren. Ich vermute mal die gehörten zusammen und hatten, wie anscheinend viele Touristen, keine Zeit.

Mit einem Blick auf die digitale Karte überlegten wir, ob wir durch die Hitze noch eine weitere Stunde bis zum Ende der D707 fahren sollten. Doch von "Spes Bona" aus waren es dann auch wieder mindestens 1.5 Stunden über die C-Strassen, oder 2 Stunden zurück über die D707 nach Tiras.
Wir entschieden uns direkt zurückzufahren, uns etwas auszuruhen und dann am Nachmittag noch eine Runde über das Farmgelände zu drehen.

Auf dem Rückweg kamen wir wieder am "Vogelbaum" vorbei. Diesen hatten wir schon auf dem Hinweg entdeckt, als alles Federvieh Reissaus nahm, als wir anhalten wollten. Dieses Mal versuchten wir es vorsichtiger und schlichen uns langsam an.





Doch ohne Deckung vergebens! Mal wieder nur Flügel und Hintern! *gruml*
Aber bei diesen schier endlosen Weiten, so wie hier bei "Gunsbewys", sieht man ja heute schon wer übermorgen zu Besuch kommt!




Schon leicht durchgeröstet von der Mittagshitze kamen wir wieder an der "Farm Excelsior" vorbei und lasen erneut das Werbeschild mit Kaffee und Cold Drinks. Aber auch von dieser Seite aus, sah die Farm nicht so aus, als ob es hier ein gemütliches Plätzchen geben würde. So fuhren wir mit 60 km/h an der Farmzufahrt vorbei, nur um im gleichen Moment aus den Augenwinkeln Tische und Stühle schön platziert unter den Bäumen zu sehen. Hmm... ob vielleicht doch...
Es dauerte ein paar weitere Entscheidungssekunden, bis wir schliesslich doch anhielten, umdrehten und zurückfuhren. Erst einmal nur mit dem Gedanken: Wir können ja erstmal nur schauen.

Was wir dann sahen, sah dann aber mehr als nur gemütlich aus.
Unweit der Strasse stand ein mit netten Sprüchen und mit Sonnenblumen bemalter Caravan. Und vor dem Caravan gab es drei Tische mit Sitzgelegenheiten, welche urig und mit ganz viel Liebe plaziert waren.



Vor dem Eingang saß ein junger Mann und eine Oma, die uns nett begrüsste und gleich neugierig fragte, wie es denn komme, dass eine Löwin mit einem Privat-Chauffeur durch Namibia reise. Ich weiss nicht wie, aber durch ihre offene und freundliche Art habe ich sie sofort in mein Löwinnen-Herz aufgenommen. Und während sich mein Privat-Chauffeur im Caravan am Kühlschrank und an den Keksen selbst bedienen durfte, zeigte ich Sonja, der Caravan-Lady, voller Stolz mein Fotobuch von meiner letzten Namibia-Reise und erzählte ihr von meinen Erlebnissen und Abenteuern. Und während sie langsam durch mein Fotobuch blätterte, sprach sie zu dem jungen Mann neben uns immer mal wieder, dass er diese Orte im Buch unbedingt auch besuchen müsste.



Denn wie sich dann bald herausstellte, war der junge Mann auf seinem ganz eigenen Abenteuer unterwegs. Nur mit einem Fahrrad, war er schon aus "Kapstadt" bis hierher geradelt und wollte noch über "Sesriem" und "Swakopmund" bis zur "Skelettküste". Doch aktuell wartete er hier auf einen Freund, der morgen oder vielleicht auch erst übermorgen mit einem Fahrrad hier ankommen sollte. Irgendwie hatten wir etwas Mitleid mit ihm, als er von den Strapazen erzählte, die das Fahrradfahren auf den unbefestigten Strassen mit sich bringt und schenkten ihm unsere noch übrig gebliebenen Lammrippen. Nicht, dass der Gute uns noch auf halbem Weg vom Fahrrad kippt!



Aber auch Sonja, die Caravan-Lady, hatte einiges aus ihrem Leben zu erzählen. Und so verweilten wir fast eine Stunde bei ihrem Caravan-Café.

Danke Sonja, für deine Offenheit und die schöne Zeit!
Teil 1618. Mai 2026
Kapitel 14: Natur pur!



Bis zu unserem nächsten Halt bei Tanja auf "Tiras" war es nur ein Katzensprung. Hier wollten wir uns eigentlich nur ein paar Fotos über das Gäste-WLAN nach Hause schicken und uns für unseren Self-Drive über das Farmgelände anmelden. Aber da wir im Gegensatz zum Vorabend heute Zeit hatten, wurde aus dem 'kurz' ein 'bisschen länger'.



Wir waren gerade angekommen, als auch schon die nächsten potenziellen Gäste am Farmhaus ankamen. Es war ein Paar aus Südafrika, dass nach dem besten Weg nach "Sesriem" fragte. Mal davon abgesehen, dass sie an der D707 gerade vorbeigefahren waren, waren es auch über die schnellere C13/C27 mit ihrem Trailer mindestens 4 Stunden Fahrzeit bis "Sesriem"! Und da es ja schon Nachmittag war, rieten nicht nur Tanja, sondern auch mein Privat-Chauffeur davon ab, diese Strecke noch am selben Tag zu fahren. Unsere analogen Strassenkarten vorzeigend, rieten wir ihnen entweder noch bis maximal "Betta" zu fahren oder gleich hier zu bleiben. Die Campsite C unter uns war ja noch frei.
Während sich die Beiden etwas abseits an ihrem Trailer beratschlagten, kam Tanja mit einer gut gekühlten Flasche Wasser wieder zu uns zurück und erzählte uns, dass am Vorabend auch noch eine ganze Familie mit ihrem Camper nach Sonnenuntergang ankam. Die hatten Entfernungen und Fahrzeiten wohl ebenfalls völlig unterschätzt! Zum Glück gibt es auf Tiras für solche Fälle eine Notfall-Campsite beim Farmhausgelände, wo Tanja dann diese Spontan-Gäste unterbringen konnte.

Das Paar aus Südafrika hatte sich mittlerweile entschieden. Sie wollten die nächste Nacht hier bleiben. Während Tanja also wieder zurück ins Farmhaus eilte um die Schlüssel zu holen, bekamen wir Besuch von "Miez-Man". Als noch junger Kater war er ganz schön wild, aber gleichzeitig auch ein hübscher Kerl!



Aber nicht nur der Kater, auch der wunderschöne Garten hatte inzwischen unsere Aufmerksamkeit geweckt. Mit Tanjas Erlaubnis schauten wir uns also ein wenig um.




Hallo? Jemand zuhause?


Wir waren noch nicht weit gekommen, als uns "Miez-Man" auch schon seine nützlichen Eigenschaften demonstrierte. Ich sag da nur: Guten Appetit!


Hier gab es wirklich allerlei zu entdecken. Gärten, Hühner, Hüte und Schmetterlinge!






Satter "Miez-Man"


Seine Schwester "Minki" hingegen war nur am Pennen... ähm... ich meine natürlich Energiesparen!



Nachdem wir unsere Exkursion durch den Garten beendet hatten, sprachen wir Tanja nochmal bezüglich der Farmrundfahrt an. Wir wollten unser Glück bei den Wildpferden im nördlichen Teil der Farm versuchen. Tanja erklärte uns auf einer einfachen Karte welche Wege wir nehmen mussten, um dort hinzugelangen. Eigentlich wollte sie ihre letzte handgezeichnete Karte nicht aus der Hand geben. Aber als wir ihr als Pfand unser Fotobuch von 2024 anboten, war der Deal perfekt. Während Tanja nun neugierig in unserem Fotobuch stöbern konnte, zogen wir mit ihrer Karte los.

Wir mussten zuerst über die Strasse zurück zur Campsite und um den Hügel herum. Hier entdeckten wir eine weitere botanische Überraschung. Einen noch relativ jungen Köcherbaum.



Von dort aus ging es dann weiter durch ein weiteres Tor zur ersten Rindertränke, wo auch schon der erste Wegweiser für die Rundfahrt stand. Weiter ging es durch ein Flussbett an dessen Rand hoch oben in einem Baum fleissig an einer Webervogel-Kolonie gearbeitet wurde.



An der nächste Rindertränke stand dann der nächste Wegweiser, welcher entlang des Weidezauns nach Norden zeigte. Wir waren vielleicht 300m gefahren, als der Orientierungssinn meines Privat-Chauffeurs Alarm schlug. Über eine Art Triangulation mit den umliegenden Bergen und Tälern, sowie des Weidezauns und der hinter uns liegenden Rindertränke, bestimmte sein internes Navigationssystem, dass wir unmöglich auf dem richtigen Weg sein konnten, auch wenn uns der Wegweiser eindeutig hierher gelotst hatte. Also umgedreht und zurück bis zum Wegweiser und dann den anderen Weg eingeschlagen. Dieser führte uns erneut durch das Flussbett zur dritten Rindertränke. Hier versammelten sich allerdings keine Rinder, sondern Spatzen.



Oder sind das vielleicht sogar Webervögel? Wir brauchen dringend einen Ornithologen in unserem Rudel! Der wüsste beim nächsten Federvieh bestimmt sofort, zu welcher Art dieser gehört.



Weiter ging es zwischen zwei Bergen hindurch in Richtung Damm. Dort sahen wir dann zwar keine Pferdeherde, aber dafür eine Rinderherde.





Und natürlich gab es auch ganz viel Landschaft, Weite und Einsamkeit.




Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Abstecher zur "Rustic Campsite" gemacht. Falls ich es in meinem Leben jemals wieder hierher nach Tiras schaffe sollte, dann will ich unbedingt hier campieren! Dieser Platz mitten in der Natur ist einfach unglaublich schön und so vollkommen ruhig, abgelegen und idyllisch.



Und die Aussicht bis zum Horizont ist auch ein gigantisches Natur pur!





Selbst wenn man hier nackt aus der Dusche kommt und sich von der Sonne auf der Bank trocknen lässt, gibt es weit und breit einfach niemanden der es sehen und den das stören könnte. Bis auf den eventuell anwesenden Partner oder Camping-Kollegen natürlich.



Über einen Umweg über die Farm (mein Privat-Reiseleiter musste mal nach Hause telefonieren), fuhren wir zurück zur Campsite. Und während ich den Sonnenuntergang mal wieder irgendwo hinter den Wolken suchte, bereitete mein Privat-Grillmeister bereits unser nächstes Braai vor.




Bei einem gemütlich knisternden Feuer gab es in der Abenddämmerung wieder leckeres Oryx-Steak mit Beilagen. Und diesmal konnten wir, Gott sei Dank, den ganzen Abend auch ohne Heuschrecken-Attacke genießen. =^.^=




Mit der letzten Fackel unseres Lagerfeuers sind wir dann schlafen gegangen. Und während mein bandscheibengeplagter Privat-Chauffeur nach einer schmerzfreien Schlafposition suchte, träumte ich schon von unseren nächsten Abenteuern.

Und selbst wenn Morgen eigentlich nur gemütlicher Fahrtag zur "Mount Canyon Guestfarm" geplant war, also eigentlich nichts besonders Spannendes, sollte uns Namibia auch diesmal wieder mit einer unglaublichen Geschichte überraschen. Bleibt also dran an meiner Fährte! Es lohn sich!

Eure Safari =^.^=
Teil 1720. Mai 2026
Kapitel 15: Safari, die Samariter-Löwin
(Samstag, 14.03.2026)

Auch an diesem Morgen wurde ich wieder von meinem Reisebegleiter noch vor dem Morgengrauen geweckt. Diesmal kam bei ihm jedoch neben seinem Bio-Wecker auch noch die zweite Ausscheidungsmöglichkeit in flüssiger Form zum Zug. Das war seit gestern schon das dritte Mal, dass er es so eilig hatte.
Er vermutete, dass es vielleicht das Trinkwasser der Farm war, auf das er so reagierte. Ich hingegen hatte eher den Verdacht, dass es vielmehr eine Nebenwirkung der ganzen Schmerztabletten war, von denen er bisher täglich zwei genommen hatte.
Wie dem auch sei. Es war zu früh. Und vor allem war es zu kalt. Also zwei gute Gründe noch bis zum Sonnenaufgang dösend liegend im warmen und gemütlichen Bett zu bleiben.



Erst mit den ersten Sonnenstrahlen sind wir dann aufgestanden und haben, nach einem einfachen Frühstück, unsere sieben Sachen zusammengepackt. Dann ein letztes Mal rüber zur Farm, um den Campingschlüssel abzugeben und um unser Fotobuch wieder gegen die handgezeichnete Farm-Karte zurück zu tauschen. Gerne wäre ich noch zwei weitere Tage hier geblieben!



Kurz vor 10 Uhr sind wir dann losgefahren. Weit kamen wir allerdings nicht bis zu unserem nächsten Kurzereignis. Ungefähr 3km vor Tiras sahen wir einen kleinen SUV am Strassenrand stehen, welcher aus näherer Betrachtung nicht nur einen platten, sondern sogar einen völlig zerstörten rechten Hinterreifen hatte. Natürlich hielten wir an und fragten den jungen Franzosen, ob er Hilfe benötige, was dieser jedoch dankend ablehnte. Mit dem Hinweis, dass die Farm Tiras nicht weit ist falls er doch Hilfe braucht, sind wir dann weitergefahren. Auf der C13 immer weiter Richtung Süden.




Nicht selten habe ich mich gefragt, wovon die Tiere hier draussen eigentlich leben. Wie z.B. diese Gruppe an Straussen, welche wir unweit des Weges sichteten.




Die Wüstenmelonen am Strassenrand dürften ihnen wohl auf jeden Fall zu hart sein.

Wenig später erreichten wir das Dörfchen "Aus", was mit seinen geschätzten 100 Einwohnern die wohl wichtigste Siedlung im Umkreis von 100 Kilometern ist! Immerhin laufen hier überregional wichtige Strassen wie die B4 und die C13 zusammen. Und einen Bahnhof, ein Hotel und eine Kirche gibt es hier auch!
Nach zwei Tagen in einsamer Natur, bekommt man hier ja fast schon wieder Grossstadt-Feeling. =^.^=




Die gute Infrastruktur nutzend, füllten wir nicht nur den Tank unseres Gefährtes an der Tankstelle, sondern auch dessen Reifen mit frischer Druckluft auf 2.0 bar beim Reifenhändler daneben. Und nach einem kurzen Schlenker durch den Lebensmittel-Shop, waren auch unsere Getränke-Vorräte wieder gut aufgefüllt.

Jetzt waren wir bereit für 180 km Teerstrasse! Wie unfassbar nicht-aufregend! -_-

Aber ein Fahrtag war nun mal ein Fahrtag und gehört nunmal auch zu solch einer Reise hinzu.
Also los, Herr Privat-Chauffeur! Drück kräftig aufs Gaspedal!

Wir kamen ganze 7 km weit, bis wir wieder anhielten. Ihr fragt euch warum? Oh, dazu gibt es tatsächlich eine interessante Geschichte.

Wir waren also gerade mehr oder weniger aus "Aus" herausgefahren, als wir in der Ferne auf unserer rechten Seite ein stehendes Auto bemerkten. In Europa etwas ganz normales, aber hier in Namibia mitten im Nirgendwo? Mein Privat-Chauffeur machte daher schonmal langsamer und wurde dann noch langsamer, als eine Person hilfesuchend auf die Strasse lief und uns zuwinkte.


(Link zum dazugehörenden Dashcam-Video)

Wir hielten an und fragten, ob etwas was passiert sei. Eine andere Touristin war mit ihrem Auto liegen geblieben, weil ihr das Benzin ausgegangen war. Sie fragte uns, ob wir sie nach Aus zur nächsten Tankstelle fahren könnten, von welcher wir ja gerade erst herkamen. Samariter-Löwin und Hilfs-Chauffeur, die wir nun mal waren, konnten wir ihre Bitte natürlich nicht abschlagen. Wir wendeten kurz, während sie ihren Ersatzkanister aus dem proppenvollen Kofferraum herauszog und schon waren wir auf dem Weg in die Regionalmetropole "Aus". Auf dem Weg erfuhren wir von der jungen Frau, dass sie aus China kommt, "Yumeng" heisst und dass die letzte Tankstelle wohl kein Benzin mehr hatte.
An der Tankstelle in "Aus" begrüssten wir den Tankwart dann heute zum zweiten Mal und baten ihn diesmal den Kanister mit Benzin aufzufüllen. Das misslang dem Tankwart jedoch in der Form, dass der Kanister überlief (zum Glück im Dreckwasser abgesicherten Bereich) und wir jetzt nicht nur einen benzingefüllten, sondern auch benzingetränkten Kanister hatten. Ohne eine weitere Sauerei in unserem Wagen zu verursachen, gestaltete sich der weitere Transport des Benzinkanisters also schwierig. Doch hier kam meinem Privat-Chauffeur die gute Idee, den Kanister einfach in eine grosse Plastiktüte zu stecken, die er glücklicherweise noch von Zuhause mitgenommen hatte.
Vorausdenkend fragten wir auch gleich noch nach einem Trichter zum Einfüllen. Aber einen solchen gab es angeblich nicht. So musste zur Not später eine halb aufgeschnittene PET-Flasche herhalten, von welchen wir ja noch genügend in unserem Müllbeutel hatten.

Auf der Rückfahrt zu Yumengs Wagen unterhielten wir uns weiter und hörten nun auch den deutlich interessanten Teil ihrer Geschichte. Denn was uns am Anfang gar nicht aufgefallen war, nicht nur Yumeng, sondern auch ihr Auto stammte aus China! Also ich meine jetzt nicht per Flugzeug hierher geflogen und per Schiff hierher transportiert, so wie wir und unser Toyota Hilux. Nein!
Sie ist mit ihrem Auto von China aus, über Russland, Finnland und durch weitere 65 Länder in Europa und Afrika, bis hier nach Namibia gefahren! Wow! Das nenne ich mal ein Abenteuer!

Zurück an Yumengs Wagen sah man ihrem Auto die Strapazen dieser langen Reise auch deutlich an. Besonders die Windschutzscheibe war mit notdürftig geflickten Löchern und mit Klebeband überklebten Rissen übersät und gehörte dringenst ausgetauscht. Yumengs Problem war nur, dass ihr chinesisches Fabrikat hier nicht verkauft wurde und sie daher an keine Ersatzteile herankam! o.o
Natürlich half mein Privat-Chauffeur ihr anschließend noch das Benzin so vorsichtig wie möglich in den Tank zu füllen, während ich dem armen Auto mal ein paar dringend benötigte Liebkosungen schenkte.




Bleib tapfer, geplagtes Hybrid-Auto und Wohnwagen für Yumeng! In ein paar Monaten bist du hoffentlich wieder bei dir Zuhause in China. Halte durch!



Mit einem guten Gewissen einem Menschen in Not geholfen zu haben, zogen wir weiter. Der geteerten B4 folgend, immer weiter Richtung Osten.
Solche schnurrrr-geraden Strassen findet man in Europa immer weniger. Mein Privat-Chauffeur hat nämlich mal von einem Strassenplaner gehört, dass gerne absichtlich leichte Kurven in neue Strecken eingebaut werden, um die Aufmerksamkeit der Fahrer besser aufrechtzuerhalten. Und Aufmerksamkeit brauchte es hier auch, denn die Strasse, beziehungsweise der Fahrstreifen war recht schmal im Vergleich zu den viel breiteren Gravelroads.

Weniger Aufmerksamkeit schenkten wir aber den seltsam tanzenden Jungs am Strassenrand, welche dazu noch ein Richtungsschild als Schlagzeug misbrauchten. Die wollten, zusammen mit ihren auf der anderen Strassenseite wartenden Kollegen, uns bestimmt nur um Geld anbetteln.



So fuhren wir und fuhren, bis wir die Brücke über den "Fish River" / "Fischfluss" erreichten. Hier machten wir am angrenzenden Rastplatz eine kurze Sightseeing-, Drink- und Snackpause. Und da wir ja in der namibianischen Regenzeit unterwegs waren, führte der Fluss auch überraschend viel Wasser.




Safari: "Wäre es nicht schön, wenn auch ein Fluss nach mir benannt werden würde? Ich meine, wer mag den schon Fische ausserhalb seines Tellers?"
Privat-Chauffeur: "Träum weiter, Safari. Ausserdem passen Löwen und Wasser ja wohl so gar nicht zusammen."

Seufz... auch wenn er leider recht hatte, hatte er eben recht.
Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen! =^.^=
Teil 1822. Mai 2026
Kapitel 16: Träume werden wahr

Bis zu unserem Abzweig zur C12 war es vom Fish River nicht mehr weit. Da wir ab der Kreuzung nun wieder auf unbefestigten Wegen unterwegs waren, wurde sogleich auch wieder der Reifendruck abgelassen. Hier gab es früher wohl einmal einen kleinen Haltepunkt der Eisenbahn mit dem Namen "Jurgen". Vermutlich wohl noch aus der Kolonialzeit. Aber so, wie die Gleise aussehen, ist hier bestimmt schon seit Jahrzehnten kein Zug mehr abgefahren.



Je näher wir dem Naute-Damm kamen, desto mehr bewässerte Landwirtschaft war abseits der Strasse zu sehen. Und dann, ganz unverhofft und plötzlich, erfüllte sich plötzlich mein nächster Wunsch!

Safari: "STOPP! Halt an!"
Privat-Chauffeur: "Was? Warum?"
Safari: "MEIN FLUSS!!!"
Privat-Chauffeur: "Wie?! Dein Fluss? Ich... ich glaubs nicht!"

Mir egal, ob mein Privat-Chauffeur es glaubte oder nicht. Aber hier, am Fusse des Naute-Damms, war er: MEIN Fluss!!! 🤩



Und gratis obendrauf gab es auch noch eine kostenlose Reifenoberflächenreinigung in Form einer Flussdurchfahrt.



Weiter ging es, vorbei an der Zugunglücksstelle, wieder zurück zu den Gleisen und anschließend kilometerlang an ihnen entlang bis zum Bahnübergang bei "Chamaites".




Hier begann die etwa 13 km lange Zufahrt zu unserem nächsten Refugium: Der "Mount Canyon Guest Farm".





Kurz darauf erreichten wir am späten Nachmittag das Farmhaus und wurden, nachdem wir an der Rezeption geklingelt hatten, von Abraham freundlich begrüsst. Wir hatten das obere der beiden Mountain Chalets gebucht, den "Luiperd Room 6".



Wie sich schnell herausstellte waren wir für die nächsten beiden Tage wieder die einzigen Gäste! Nichtsdestotrotz bekamen wir den vollen Service und konnten sogar die Zeit für das Abendessen bestimmen! Ja wie cool ist das denn bitte?! Strategisch wählten wir 18:00 Uhr, um dann noch genug Zeit am Chalet für den Sonnenuntergang um 19:15 Uhr zu haben.
Nach der Schlüsselaushändigung, begleitete Abraham uns zum Chalet, um uns dessen technische Raffinessen zu zeigen. Anstelle eines klassischen Nasenhöhlenaustrocknungsgerätes (Klimaanlage) gab es zu meiner Freude ein Kühlgerät, welches mit Luftbefeuchtung die Frischluft von draussen abkühlen konnte. 🤩
Und dann das an den Fels gebaute Chalet selber! Ein Traum! Hier würde ich am liebsten sofort sesshaft werden und den ganzen Tag nur alle vier Pfoten von mir strecken!





Und auch die Aussicht war von Beginn an vielversprechend.



Die Zeit bis zum Abendessen nutzte ich zum Ausruhen und Energiesammeln, während mein Privat-Reiseleiter das halbe Auto leerräumte. Denn wir hatten uns dieses Chalet nicht nur wegen der traumhaften Lage ausgesucht, sondern auch um nach ungefähr einer Woche mal unser Bilder zu sichern, etwas Wäsche zu waschen und sowieso alles neu einsortieren zu können.

Wie vereinbart begaben wir uns weniger später dann auch schon zum Farmhaus, wo wir von Abraham und unserem 3-Gänge-Buffet-Abendessen erwartet wurden. Wow! Und das obwohl wir ja, wie schon erwähnt, die einzigen Gäste waren!
Es gab paniertes Oryx-Schnitzel, Bratkartoffeln, Gemüse und verschiedene Salate zur Auswahl an der Theke. Alles allein schon für sich ein herrlicher Gaumenschmaus!
Lediglich Zitronenscheiben für die eiswürfelgekühlte Cola hatten sie nicht, aber waren sofort bereit unsere selbst mitgebrachte Zitrone zu verarbeiten.



Ebenfalls ein schönes Zeichen der Gastfreundschaft fand ich, dass Abraham auch zu uns an den Tisch kam und wir uns mit ihm etwas unterhalten konnten. Hier erfuhren wir unter anderem, dass er die Rinderzucht wegen den unzuverlässigen Regenmengen in den letzten Jahren aufgegeben hatte und nun zum Touristenfänger geworden war. So wie ich ja auch! =^.^=

Als wir kurz vor Sonnenuntergang zurück zum Chalet fuhren, fühlten wir uns kugelrund, so vollgefressen hatten wir uns! Wobei sich mein Privat-Reiseleiter wohl leicht überfressen hatte, so schnell wie er wieder auf das WC flüchtete. Er musste wirklich dringend zusehen, dass er von den Schmerztabletten loskam.

Unseren Sundowner verbrachten wir dann gerade noch rechtzeitig auf der über dem Chalet angelegten Aussichtsplattform. Dort blieben wir auch bis weit über die Abenddämmerung hinaus und beobachteten stillschweigend das Farben- und Wolkenspiel am Himmel.






Und ich erinnere mich auch noch gut daran, dass wir uns am Ende einfach nur mit dem Rücken auf den Boden gelegt und zu den vielen tausend Sternen hinauf geschaut haben. Das war einfach unbeschreiblich schön!





Für einen langen Moment überlegte ich, einfach hier oben meine Augen zu schliessen und einzuschlafen. So wie es meine wilden Artverwandten jede Nacht in der Kalahari oder im Etosha tun.
Aber letztlich wurde ich, müde wie ich war, doch nach unten getragen und zwischen vielen Kissen in ein grosses und weiches Bett gelegt. Und während mir augenblicklich die Augen zufielen, erwachte ich in meinem Traum wieder oben auf der Aussichtsplattform als echte und wilde Löwin und schaute weiter hinauf zu den leuchtenden Sternen. =^.^=
Teil 1924. Mai 2026
Kapitel 16: Lion River Canyon mit kostenlosen Streicheleinheiten
(Sonntag, 15.03.2026)

Einfach Schnurrrrrtastisch!

Was gibt es schöneres als nach 7 Stunden Tiefschlaf gut erholt aufzuwachen? Und die Tatsache, dass es erst kurz nach Vier war und draussen noch die Sterne funkelten, war sogar noch schöner!
Leise schlichen wir uns für eine Weile raus und gingen wieder hinauf zur Aussichtsplattform. Die Aussicht und die Sterne! Ich konnte mich daran wirklich nicht sattsehen!




Nachdem wir uns dann nochmals ins Bett verkrochen hatten (war dann doch zu frisch), sind wir erst zwei Stunden später richtig aufgestanden. Nur eine kurze Katzenwäsche und schon waren wir Punkt 7:00 Uhr zum Frühstück am Farmhaus. Rozelle, die Frau von Abraham, hat auch beim Frühstück keine Mühen gescheut uns alles anzubieten was sie auch einer ganzen Reisegruppe angeboten hätte. Aber wir sind sehr genügsame Frühstücker. Einen frischen Orangensaft, ein Butterbrot mit Wurst und vielleicht noch etwas Obst reichen uns völlig aus für einen guten Start in den Tag.

Kurz nach Sonnenaufgang fuhren wir gegen 7:30 Uhr dann auch schon los. Wie ein von Delphinen begleitetes Boot... ähm ich meine natürlich wie eine von Vögeln begleitete Löwen-Königin, fuhren wir die 13 km zurück zur Hauptstrasse.

Video mit von den uns begleitenden Vögeln (Link zum Dashcam-Video)

Unser Ziel für heute war der berühmte "Fish River Canyon", in den übrigens auch "mein Fluss" mündet.



Obwohl wir uns beeilten, um den Canyon bei schönem Morgenlicht zu erreichen, zog sich der Weg dann aber doch schon etwas. Und bei "Hobas" musste ich für einen kurzen Moment sogar um meine Einreise bangen! Nein! Ihr könnt mich doch jetzt nicht draussen lassen!
Zu meinem Glück war der Wachmann auf meiner Seite und ich konnte meine doppelte Artzugehörigkeit als Löwin und Plüschtier geltend machen.



Nachdem wir den Parkeintritt bezahlt und nochmals das letzte WC vor dem Abgrund besucht haben, ging es dann auf die letzten Kilometer zum ersten Aussichtspunkt. Am "Fish River Canyon Viewpoint" angekommen konnten wir gerade noch schnell folgendes Foto schiessen, bevor wir unverhofft die nächste schöne Begegnung hatten.



Ich hatte mich noch nicht einmal richtig in Pose werfen können, als dann auch schon der riesige Canyon weit in den Hintergrund und ich kleines Kuschel-Löwi gewaltig in den Vordergrund gerückt wurde. Denn hinter uns kamen Arno und Pia aus der schönen Schweiz den Aufgang zur Aussichtsterrasse hinauf und machten mich augenblicklich zum Zentrum aller Aufmerksamkeit. Was soll ich sagen? Die waren mir mit ihrer Offenheit auch sofort so sympathisch, wie langjährige Freunde!
Wir unterhielten uns sehr ausgiebig über Löwinnen als Reisebegleiter, den Canyon, die Schweiz und was uns sonst noch so alles einfiel. Und natürlich mussten auch Fotos gemacht werden! Denn genau wie mein Privat-Fotograf sind auch Arno und Pia begeisterte Hobby-Fotografen.




Ich hoffe ihr nutzt meine Steilvorlage und haltet euer Versprechen euch hier im Forum anzumelden. Denn ich würde nur zu gerne euren Reisebericht lesen, wo ihr eine Löwin am "Fish River Canyon" getroffen habt! =^.^=

Das nächste Touristen-Unikat trafen wir dann direkt vor der Aussichtsterrasse. Dort stand nämlich mit pinkem Gesicht ein irischer Abenteurer und erzählte anderen Gästen von seinen bisherigen Reiseerlebnissen. Viel besser als diese war jedoch seine Profession! Als Physiotherapeut war er genau der richtige Profi für meinen bandscheibengeplagten Privat-Reiseleiter. Und neben ein paar Ratschlägen, bekam mein Privat-Reiseleiter sogar noch eine kostenlose 5-Minuten-Nacken-Massage (mit Aussicht)!

Ja, vielen Dank, Michael!



Mit all diesen Erlebnissen verbrachten wir fast eine Stunde am "Fish River Canyon Viewpoint". Und auch wenn durch die höher steigende Sonne der Schattenwurf im Canyon immer weniger wurde, wollten wir uns noch die anderen Aussichtspunkte ansehen. Als nächstes fuhren wir daher im langsamen Löwen-Trap-Tempo (maximal 20km/h) zum Parkplatz des "Hiker's Viewpoint" hinüber.



Vom Parkplatz aus mussten wir noch das letzte Stück auf eigenen Pfoten zurücklegen, um zum Aussichtspunkt und dessen Picknickplatz mit Plumsklo zu gelangen. Hier beginnt auch der Abstieg zum Wanderweg durch den "Fish River Canyon", dessen Betreten für normale Besucher strengstens verboten ist. Ich kann mir gut vorstellen das hier in der Vergangenheit der ein oder andere am noch kühlen Morgen die 550 Höhenmeter zum Fluss herunter gewandert ist und es dann in der aufkommenden Mittagshitze nicht mehr aus eigener Kraft nach oben geschafft hat. Von der Absturzgefahr ganz zu schweigen.



Da blieb ich doch lieber hier oben und genoss die Aussicht auf den Canyon und den nächsten potenziellen Zwischensnack.





Wobei... Ich glaube diese Plattgürtelechse ist sicherlich kein gesundes Fressen. So wie die aussieht ist da viel zu viel Farbstoff drin!

Für ungefähr eine halbe Stunde hatten wir den Aussichtspunkt für uns alleine, bis ein belgisches Urlauberpaar hinzukam. Und da der Mann sich wohl durch das Teleobjektiv meines Privat-Fotografen beeindrucken ließ, wollten er und seine Frau unbedingt ein professionelles Foto mit mir haben.

Ja, gerne doch! Und vielen Dank für die Streicheleinheit!



Nach den netten Belgiern, kam dann auch noch ein Paar aus Südafrika zum Aussichtspunkt. Die wollten zwar kein Selfie mit mir, aber dafür gerne ein Foto von der ersten Namib-Wüsten-Löwen-Königin von Sossusvlei und Sesriem haben.

Auch mit ihnen kamen wir ins Gespräch. Er, ein Farmer aus Südafrika, erzählte uns von seiner Angst, dass er aufgrund seiner weissen Hautfarbe und Kolonialvergangenheit seine Farm weggenommen werden könnte. Soweit nicht schön. Wie dann aber ausgerechnet er ein Anhänger des wohl launischsten Präsidenten der Welt sein konnte, der sich einfach aus einer Laune heraus mit Gewalt das nimmt was er will, entzog sich völlig meinem Verständnis. Besonders dann wenn er ja eigentlich will, dass sich andere Männer eben nicht mit Gewalt das nehmen was sie wollen. Er versuchte noch meinen Privat-Fotografen zu bekehren, aber der stand auch ganz fest auf meiner Seite. So einigten wir uns am Ende, dass wir uns eben nicht einig waren und gingen unserer Wege.

Vom "Hiker's Viewpoint" sind wir dann noch zum "Sunset Viewpoint" gefahren. Wieder in langsamen Löwen-Trap-Tempo, da die Wege entlang der Felskante doch sehr uneben waren. Hier hatten wir noch einmal einen dritten Blick auf den Canyon, aber dafür diesmal jedoch ohne jegliche Infrastruktur.




Dafür gab es für mich speziell einen Aussichtspunkt auf dem Aussichtspunkt. =^.^=



Gegen 12:30 Uhr waren wir dann zurück in "Hobas" und plünderten dort im Shop die letzten Flaschen mit sprudelndem Mineralwasser.



Und das alles unter den Augen dieses wirklich grimmig dreinblickenden Parkplatzwächters!

Teil 2025. Mai 2026
Kapitel 17: Ein Roadhouse voller Löwinnen!

Da die Mittagszeit schon längst vorüber war, meldete sich der leere Magen meines Privat-Chauffeurs. Außerdem gingen uns die Bargeldreserven zur Neige und unser Hilux wollte auch mal wieder betankt werden. Was lag daher näher, als auf dem Rückweg einen Zwischenstopp im "Roadhouse Canyon" zu machen. Von diesem Ort hatten wir schliesslich schon während unserer Reiseplanung gehört und gelesen. Also gesagt, getan!

Zuerst wurde der Hilux mit ungefähr 80 Litern Diesel versorgt und dann zum Abkühlen im Schatten eines überdachten Stellplatzes abgestellt, bevor wir uns auf der Suche nach einem Mittagessen das Haupthaus betraten. Ich kann mich noch gut an die ersten überraschten Blicke der Angestellten erinnern, als ich an die Rezeption im Shop trat. Offensichtlich sah man hier eine Löwin nicht alle Tage.
Aber neben einem kurzen Moment der Verwunderung, sah ich auch sofort echte Herzlichkeit und Freundlichkeit in deren Augen. Das waren nicht nur Angestellte, sondern auch Löwinnen im Herzen! Also Rudelschwestern!

Für unser Mittagessen suchten wir uns einen schattigen Tisch im Aussenbereich aus. Für mich war das natürlich auch strategisch der perfekte Platz“, um den Touristen des ankommenden Gruppenreisebusses aufzulauern! =^.^=



Ich bekam allerdings gar nicht genug Zeit mir ein geeignetes Touristen-Opfer auszusuchen, als wir auch schon von Löwin Selma bereits mit einem erfrischenden Getränk versorgt wurden. Und natürlich mussten sie und Löwin Mendy mich für ein gemeinsames Foto nicht zweimal fragen. =^.^=




Safari: "Ohhh! Jaaa! Am Ohr mag ich es am Liebsten!"
*Schnurrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*
Safari: "Und jetzt bitte eine Kuschelrunde!"




Als dann kurz darauf auch noch unser Mittagessen kam, fühlte ich mich erneut wie eine Königin!



Und wie an jedem guten Adelshof gab es natürlich auch hier Spatzen die ihren Teil vom Festmahl stibitzen wollten.




Nach dem Essen, sahen wir uns dann noch etwas im Garten um. Das "Roadhouse Canyon" machte seinem Namen mit den vielen alten Autos wirklich alle Ehre. Hier gab es, ähnlich wie in "Soliare", von alt und überraschend gut erhalten, bis ganz alt und verrostet viele interessante Fotomotive für Oldtimerliebhaber.



Ich frage mich, was wohl zuerst da war. Das Autowrack oder der Köcherbaum?


(Antwort: Das Autowrack)

Und es gab auch ein neues Warzenschwein-Schild für meine Sammlung!



Und ein weiteres Namibia-Herz zum Knuddeln und Liebhaben!



Zum Abschluss wollte mein Privat-Reiseleiter noch ein wenig durch den Shop stöbern und unsere Bargeldreserven am ATM aufstocken (es gab südafrikanische Rand!). Ich hingegen nutzte die Zeit viel lieber für einen Plausch mit meinen Herzens-Schwestern und noch ein paar weitere Kuscheleinheiten. =^.^=




Danke, Löwin Milencia! Deine herzliche Umarmung werde ich nie vergessen! =^.^=

Zur Diskussion mit allen 207 Beiträgen