mitglied19210 schrieb:my4seasons schrieb:
die Bevölkerung zwecks "Klimaschutzes" mit engmaschigen Richtlinien zu belästigen und zu drangsalieren passt nicht zu der Entscheidung die Einfuhr von Elektroautos mit prohibitiven Zöllen zu belasten. Ganz einfach.
USA, Kanada und EU, die die Bevölkerungen dazu drängen Verbrenner abzuschaffen und Elektroautos zu kaufen, damit die Erde nicht verkocht, verhängen Zölle auf Elektroautos, und das nur deshalb, weil China damit Geld verdienen würde.L
Du schreibst halt Quatsch. Im Leben ist nicht alles schwarz-weiß und dann muss man Kompromisse eingehen.
Du wolltest bestimmt einfach nur sagen, dass du meine Meinung nicht teilst. 😎
Du meinst, man muss manchmal Kompromisse eingehen und Prioritäten setzen. Stimmt. Dabei sind Bedeutung und Dringlichkeit wichtige Kriterien.
In diesem Fall geht es darum, dass die angeblich dringende ("5 vor 12") VERHÜTUNG des WELTUNTERGANGS eine geringere Priorität hat als das Geschäft, das man sich nicht vermasseln lassen will.
Es soll (angeblich) eine Industrie geschützt werden, die den Politikern völlig schnuppe ist, wenn es z.B. um die Folgen der Russlandsanktionen geht. Wir erinnern uns alle an die berühmte Antwort eines Wirtschaftsministers auf Alarmrufe der Industrie und des Handwerks wegen sanktionsbedingter und ideologiebedingter Verteuerung von Energie:
"Wenn Unternehmen eine Zeitlang nichts produzieren, dann gehen sie nicht insolvent; sie hören nur auf zu arbeiten".
Niemand - weder die EU, noch die USA, noch Kanada haben Zölle auf chinesische Elektroautos verhängt, weil, wie Du behauptest, "China damit Geld verdienen würde." Es wurden Strafzölle verhängt, weil China seine Automobilindustrie stark subventioniert und dann für europäische und nordamerikanische Hersteller kein fairer Wettbewerb möglich ist.
Dann sind also deutsche Prämien für den Kauf von Elektroautos oder Steuervorteile für die Ansiedlung von Unternehmen keine Subventionen?- Wieder was gelernt.
Boeing hat Airbus übrigens mal vor dem WTO-Gericht verklagt, weil Airbus in Europa Subventionen erhalte. Blöd nur, dass die Europäer beweisen konnten, dass die US-Regierung Boeing quersubventioniert, über Mondpreise für Boeings militärische Produkte. - So ist das mit den Subventionen: sie sind gut, wenn sie einem selber nützen, schlecht, wenn sie der Konkurrenz nützen.
Nun also ALAAARM, weil China (angeblich) die Automobilindustrie subventioniert.
Da muss die Verhütung des Weltuntergangs ("Klimakatastrophe") halt warten. 😈
Es geht ums Prinzip des "freien und fairen Wettbewerbs". Oder ums Geld. Oder um beides. Und natürlich bei USA immer ganz oben in der Begründung: die "nationale Sicherheit", sprich die eigene Dominanz.
Da muss man eben Prioritäten setzen.
So ungefähr, wie ja auch der Feuerwehrmann erst Brotzeit macht und dann - selbstverständlich unter Einhaltung der Arbeitszeitordnung - Häuserbrände löscht. - Prioritäten! Kompromisse!
Die klassischen "Big Four" der chinesischen Autokonzerne (SAIC, FAW, Dongfeng, Changan) mit ihren unzähligen Marken sind alles Staatskonzerne.
Ja, und? Autokonzerne sind Autokonzerne, ob sie nun einer Milliardärsfamilie gehören, oder einem Fonds von Blackrock oder einem Staat.
Das kommunistische System Chinas war bisher kein Hindernis Geschäfte zu machen - es haben so ziemlich alle großen Unternehmen des Westens die Wettbewerbsvorteile Chinas sehr gerne genutzt. Auch zum Schaden hiesiger Arbeitnehmer und Unternehmen.
Dann muss man abwägen, was schlimmer ist: Eine möglicherweise verzögerte Durchdringung mit E-Autos oder die mögliche Zerstörung der heimischen Autoindustrie.
Die deutsche Autoindustrie hat vor solchen Strafzöllen ausdrücklich GEWARNT!
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/elektroautos-china-102.htmlWer glaubt, dass es um den Schutz der heimischen Autoindustrie geht, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Die USA haben ganz offiziell beschlossen, dass China der neue Feind ist.
Es geht darum, den unaufhaltsamen Aufstieg Chinas als Wirtschaftsmacht mit allen erdenklichen Mitteln zu bremsen. Um den Chinesen Knüppel zwischen die Beine zu werfen, ist keine Begründung dämlich genug. Es ist auch völlig egal, was die dadurch angeblich geschützte eigene Industrie von solchen Manövern hält - und überhaupt - kanadische Autoindustrie …? *kopfkratz*
Das gleiche Thema kommt übrigens - völlig losgelöst von Klimathemen - u.a. beim Maschinenbau auf, wo die deutschen Anbieter unter die Räder der (angeblich) subventionierten chinesischen Maschinenbauer kommen und nun Zölle diskutiert werden.
Unsere Maschinenbauer - und nicht nur die - kommen unter die Räder, weil ihnen die Russland-Sanktionen die Beine weg gehauen haben. Das sollte sich inzwischen eigentlich herumgesprochen haben.
Außerdem gibt es dieses Inflation Reduction Act, mit dem die USA europäische Unternehmen abwerben will. Durch was: durch Subventionen. 😈
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu-subventionen-foerderung-ira-michel-1.5737590Wir können dagegen zwar nichts machen, aber deshalb muss man sich doch nicht für dumm verkaufen lassen. Oder wie ein kluger Mann einst sagte: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.