Raubüberfall

24 Antworten · 12,0k Aufrufe · gestartet 05. Juni 2024 von ALM
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Themenstarter2'319 Beiträge · seit 201105. Juni 2024 · #1
Wie bereits meinem Reisebericht (klich mich) über unsere diesjährige Tour angerissen, hier nun folgend das Geschehen betreffend des von uns erlittenen Raubüberfalls mit Gewaltanwendung.

An unserem letzten Reisetag jetzt fuhren wir am späten Vormittag nach Windhoek. Unser Rückflug war am Abend vorgesehen und deshalb wollten wir unseren Urlaub am letzten Tag gemütlich ausklingen lassen. So hatten wir uns ein Mittagessen im Joe’s Beerhouse auferlegt, bevor wir den Wagen bei Bushlore zurückgeben wollten.

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg, den Wagen vollzutanken. Auserwählt für diesen Vorgang hatten wir die Puma-Tankstelle Ecke Bachstraße/John-Meinert-Straße. Wir fuhren vor, tankten und wollten zahlen. Hierzu legte ich eine Kreditkarte vor; die Zahlung wurde jedoch nicht ausgeführt.
Während ich eine andere Kreditkarte zückte, marschierte der junge Tankwart mit dem Kartenzahlungsgerät in den Tankstellenkabuff, um nach ein paar Augenblicken mit einem solchen (dem gleichen?) grünen Zahlapparat wieder bei uns zu erscheinen. Der zweite Zahlungsversuch war erfolgreich und wir bogen in die Bachstraße, um zu Buschlore zu fahren.

Ca. 400 m vor dem Bushlore-Anwesen meinten wir dann, den wenigen Kleinmüll, der sich in den beiden letzten Tagen im Auto formiert hatte, zusammenzusammeln und dann den Wagen quasi jungfräulich bei Bushlore zurückzugeben.
Wir bogen in die Schubertstraße ein und hielten das Fahrzeug auf dem breiten, unbefestigten Bürgersteig gleich hinter der Kreuzung an und schalteten den Motor aus.
Trotz Sicherheitsgurt noch auf der Pelle, bückte ich mich, um eine kleine, leere Saftflasche und andere Papier- und Kunststoffschnipsel einzusammeln, als ich mich wiederaufrichtend im Beifahreraußenrückspiegel eine Person erkannte, die an der hinteren Beifahrertür stand. Zunächst dachte ich, es wäre ein Bettler. Ich drehte mich nach links um und sah dann die Person, welche mit einem handgroßen Stein bewaffnet vor der Wagentür stand, um daraufhin in diesem Moment mit drei Schlägen das hintere Autofenster zu zerstören.
Im gleichen Augenblick geschah das Gleiche auf der Fahrerseite. Eine zweite Person malträtierte das hintere Fenster, bis es brach und schnappte sich einen auf der Rückbank auf den drei Kopfkissen und zwei Schlafsäcken befindlichen Rucksack, der „nur“ unwichtig Dinge wie ein Kapuzenshirt, ein E-Reader und eine Lesebrille sowie anderes Kleinzeug enthielt.

Wir stiegen beide aus dem Wagen; derweil flüchtete der eine Verbrecher als auch der andere in Richtung eines dunkelgrauen Kleinwagens, der in Mitten in der Schubertstraße schon abfahrtbereit Richtung Bachstraße stand.
Als der erste Verbrecher sah, daß ich einen Rucksack auf dem Rücken trug, der zuvor nicht sichtbar im Beifahrerfußbereich war und den ich mir in Windes Eile über die Schultern gezogen hatte, sah er eine Chance und kam auf mich zu gerannt.
Derweil war es einem von uns gelungen, dem zweiten Räuber unseren Rucksack zu entreißen. Daraufhin kam diesem ein dritter Kerl zur Hilfe. So hatte es einer von uns mit zwei Typen zu tun und der andere, ich, mit zunächst einem. Beide waren wir also in eine Rauferei verwickelt.
Als es meinem Gegner nicht gelang, meinen Rucksack an sich zu nehmen, kam der vierte Bandit (der Fahrer des Fluchtwagens) mit einem Messer in der Hand ins Geschehen und rannte auf mich zu. Im zwischen mir und dem Verbrecher stattfindenden Zerr- und Reißgemenge hatte der vierte Kriminelle jedoch kein leichtes Spiel, gezielt von seiner Waffe Gebrauch zu machen. Erschwerend kam für die beiden hinzu, daß ich mit meinen langen Beinen mit Erfolg den Messerangreifer auf ordentlich Abstand zu mir halten konnte.

Die ganze Szenerie war selbstverständlich begleitet von unseren Hilfeschreien, die dann dazu führten, daß zunächst aus dem Health Center im Straßenkreuzungsbereich eine junge Frau und dann weitere Nachbarn zum Vorschein auf die Straße kamen.
Dies veranlaßte die Verbrecher sich schleunigst mit dem erbeuteten, mit Habseligkeiten geringen Wertes bestückten Rucksack ins Auto zu schwingen und mit Vollgas ihre Flucht einzuschlagen.

Über das dann Nachfolgende mit der zum Tatort erschienenen Polizei und das qualvolle Prozedere auf der Polizeidienstelle möchte ich hier an dieser Stelle bewußt nicht eingehen. Ich werde dies jedoch in meinem Reisebericht kundtun.
Da es ja unser letzter Reisetag war, habe ich Gott sei Dank auch noch etwas Zeit, das alles in nette Worte zu kleiden. Auch wenn es mir schwer fallen wird, unser Erlebnis mit der Polizei Windhoek hübsch und gefällig zu Papier zu bringen. Nur so viel: Ohne Worte...

Jetzt kann man sicherlich lebhaft darüber philosophieren, ob es von uns unklug war, auf den Rücksitzen des Wagens Schlafsäcke, Kopfkissen und einen Rucksack visuell zu präsentieren und vermutlich so dem Zapfsäulenheini den Input zu geben, seine kriminellen Kumpanen hierüber zu unterrichten, damit diese die Verfolgung von uns ab der Tankstelle aufnehmen und die Tat begehen konnten.
Ob eine komplett leere Autorückbank jedoch die Gefahr eines solchen Raubüberfalles verhindert oder zumindest minimiert hätte, ist eine berechtigte Frage, die sich gemeinhin stellen läßt. Doch im Anbetracht der Aussagen mehrerer Nachbarn und auch Polizeibediensteten, daß es in der jüngeren Vergangenheit vermehrt auch zu solchen Gangüberfällen kam, obwohl nichts im Fahrzeuginneren sichtbar war, und dann eben das Canopygehäuse oder der Kofferraum bei parkenden bzw. haltenden Fahrzeugen aufgebrochen wurde, läßt den Glauben an bestimmte Sicherheitsparameter schwinden.

Ganz schrecklich wird es dann, wenn trotz leerem Fahrzeuginnenraum, die vordere Fahrer- bzw. Beifahrerscheibe zertrümmert wird und sich die dahinter sitzende Person urplötzlich mit Fäusten malträtiert sieht oder, noch schlimmer, mit einer Waffe bedroht wird. Da nutzt dann das beste visuelle Nichtpräsentieren der persönlichen Habseligkeiten gar nix und man zieht freiwillig die Geldbörse oder Tasche oder was auch immer.

Hotspots der Ganovenbandenüberfälle wären generell derzeit u. a. der gesamte Bereich um die/an der Maerua Mall sowie der Weg von der City zum Flughafen raus und von dort in die Stadt, ist das, was wir zu Ohren bekamen.

Gelegenheit mach Diebe, und was als Gelegenheit definiert werden kann, ist so bereitschichtig, daß die eigene Phantasie an ihre Grenzen stößt.
Es ist, unseres Dafürhaltens nach, deshalb auch illusionär zu glauben, wenn einer der Reisenden zum Beispiel anläßlich eines Supermarkteinkaufes beim Wagen bliebe, würden Raubüberfälle nicht passieren. Doch wenn mehrere Täter auf die Bühne treten, dann ist auch der am Fahrzeug Zurückgebliebene machtlos, wenn in das Wageninnere eingebrochen wird oder er von mehreren Tätern angegriffen oder sogar mit einer Waffe bedroht wird.

Wir sind uns ebenfalls sicher, daß unsere Verbrechergang ihre Tat auch direkt vor dem Bushlore-Tor durchgeführt hätte.
Denn wenn wir dort vorgefahren wären, hätte es 100%ig ein Weilchen gedauert, bis das Schiebetor sich öffnete und wir hätten einfahren können. Absolut Zeit genug, um rasch zu viert zwei Seiten des Autos sowie dessen Insassen zu attackieren und in dem mit laufendem Motor bereitstehenden Fluchtwagen abzuhauen.

Wie dem auch sei...
Wer bisher glaubte, Windhoek wäre im Vergleich zu südafrikanischen Großstädten im Wettbewerb der Kriminalität eher eine fromme Betschwester, der irrt. Das bandenmäßig verübte Verbrechen nimmt auch dort immer mehr Durban-Charakter an.

Und zu guter Letzt...
Ob es dumm war von uns, aus dem Auto zu steigen oder nicht, stellt sich als Frage für uns im Nachhinein eigentlich nicht.
Vielleicht hätte der eine oder die andere einfach den Wagen geistesgegenwärtig angelassen und wäre mit rauchenden Reifen davongerast oder denkt, das in dieser Situation getan zu haben. Dies kam uns jedoch in den Bruchstücken von Sekunden in völliger Perplexität und kompletter Überrumpelung gar nicht in den Sinn.
Ein jeder handelt eben instinktiv ganz individuell und dem Unbetroffenen mögen zwar vermutlich adäquatere Verhaltensweisen als der unseren in den Kopf schießen. Doch als Nichtinvolvierter ist man leider zunächst nur Idealist, dessen eigener Instinkt erst dann in Spiel kommt, wenn die Kacke am Dampfen ist. Dies soll jetzt nicht meinen, daß wir uns als Helden fühlen. Nein.

Auf Reisen, so wie im gesamten übrigen Leben auch, gibt es zu meinem Bedauern keine Möglichkeit, sich Raubüberfällen zu entziehen.
Jetzt hatte es uns erwischt. Bad luck. Doch man sollte ja dem Schlimmen auch immer etwas Positives abgewinnen, auch wenn es schwerfällt. So trösteten wir uns damit, daß wir 1. mit dem Verlust von eigentlich nicht essentiellen Hab und Gutes mit einem blauen Auge davongekommen sind, 2. diesen Raubüberfall erst in den wirklich letzten fünf Minuten unserer Reise erleben mußten und 3. einer brenzligen Situation beherzt, entschlossen und tapfer begegnen können.

So long...

Alm
zuletzt bearbeitet 05. Juni 2024
152 Beiträge · seit 201705. Juni 2024 · #2
Puh, sowas wünscht man niemanden. Schützen kann man sich nicht davor. Zum Glück seit ihr noch glimpflich aus dem Überfall davongekommen. Ich weiß nicht wie ich reagiert bzw. agiert hätte. Wenn sowas am Anfang der Reise passiert wäre, hätte die Angst kein Urlaubsfeeling aufkommen lassen können. Trotzdem hinterlässt so ein Ereignis Spuren bei einem, die nicht jeder gut wegsteckt.
Danke fürs teilen und hoffentlich vermiest euch dieser Vorfall nicht die Freude ans Reisen.
980 Beiträge · seit 202305. Juni 2024 · #3
Vielen Dank für deinen ehrlichen Bericht Alm. Ich denke auch, dass man in einem Überrumplungsmoment instinktiv handelt und nicht wohlüberlegt. Dafür ist keine Zeit und man reagiert irgendwie.

In anderen Situationen habe ich selbst schon erlebt, dass ich nicht entsprechend meiner Vernunft reagiere wenn ich überrumpelt werde.
Raubüberfälle gibt es überall auf der Welt. Die einen tun es aus Verzweiflung und andere weil sie wissen dass sie es können.

Es kann uns alle treffen. Wir können nur versuchen es ihnen mit den uns möglichen Vorkehrungen so schwer wie möglich zu machen und hoffen, dass wir im Fall der Fälle klimpflich davonkommen.

Ich bin tatsächlich froh zu lesen, dass euch nichts schlimmeres passiert ist. Das war gegen vier Angreifer schon ein kleines Wunder.

Aus eurem Reisebericht geht aber hervor, dass ihr eure schönen Reiseerinnerungen von dem Überfall trennen könnt und das freut mich für euch.
Liebe Grüße, Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
768 Beiträge · seit 201705. Juni 2024 · #4
Oh nein! Das ist schon schade, dass man auf einer Reise nach Afrika immer froh sein muss wenn nichts passiert. Hauptsache ist, dass ihr nicht verletzt wurdet. Nicht auszudenken! Also doch eine Art happy end, Glück im Unglück.
Ich hoffe, dass ihr diesen Vorfall gut verarbeiten könnt. Vielleicht hilft euer Beitrag, dass man sich wieder bewusst wird, was man besser nicht tun sollte… Man hofft ja immer, dass einem sowas nicht passiert. Wir sind auch bald in Windhoek und ich möchte so einen Überfall nicht erleben müssen. Nachdenkliche Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
1'675 Beiträge · seit 200705. Juni 2024 · #5
Das ist ja nun eher untypisch für das, was man bisher zu Windhoek hörte. Wenn diese eher brutalen Kreise quasi schon "bekannt" sind, müsste die Obrigkeit normalerweise schon agieren. Vielleich weiß Christian was dazu, oder Bwana?
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
33,1k Beiträge · seit 200606. Juni 2024 · #6
Das ist ja nun eher untypisch für das, was man bisher zu Windhoek hörte. Wenn diese eher brutalen Kreise quasi schon "bekannt" sind, müsste die Obrigkeit normalerweise schon agieren. Vielleich weiß Christian was dazu, oder Bwana?
Solche Fälle kommen leider immer mal wieder vor, nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Einheimischen. Es bleibt dennoch eine absolute Ausnahme. Viele der räuberischen Gruppierungen (es sollen aktuell 4-5 größere aktive in Windhoek sein) sind namentlich bekannt und werden auch immer mal wieder festgenommen. Wie "üblich" werden sie wenig später auf Kaution freigelassen. Auch sehr frustrierend für die Polizei, aber daran wird sich kaum etwas ändern, solange die Justiz nichts ändern. Viele von den Gruppen sind Gelegenheitsdiebe, andere wiederum planen Hauseinbrüche ziemlich detailliert. Immer mal wieder wird einer von so einer Bande durch Polizei oder z. B, einen Hausbesitzer erschossen, was für einige Monate dann Ruhe bringt. Das ist aber natürlich keine Langzeitlösung.

Gut, wenn auch frustrierend ist, dass ALM es zur Anzeige gebracht hat. Nur so kann überhaupt etwas unternommen werden. Insgesamt merke ich als hier in Windhoek wohnender aber keinen Anstieg der allgemeinen Kriminalität seit z. B. Corona. Was zugenommen hat, sind die (teilweise aggressiv auftretenden) Bettler an den Ampeln, wobei da auch viel in den letzten Wochen getan wurde (Deportierung nach Angola, Aufnahme der Kinder in staatliche Einrichtungen etc).

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
897 Beiträge · seit 201506. Juni 2024 · #7
Danke fürs Teilen und den detaillierten Bericht.
Vielleicht kann man sich damit doch zumindest mental auf so eine Situation vorbereiten.
Aber 4 Angreifer, das ist schon heftig.
Interessant deine Einschätzung, dass vermutlich der Tankwart telefoniert hat.
Der Einsatz des Messers lässt es mir kalt den Rücken runter laufen!
Das hätte schief gehen können.
Wir machen es in Namibia ( und auch in SA) so,
dass tatsächlich immer einer im Auto bleibt beim Tanken/Einkaufen, wenn Gepäck dabei ist.
Auch liegt vorne immer ein Stock griffbereit.
Ich habe immer ein Fake Portemonnaie mit alten Karten und etwas Geld vorbereitet, welches man dann hergeben kann.
In Windhoek haben wir uns so kurz wie möglich aufgehalten.
Im Bierhaus waren wir gar nicht.
An Ampeln lassen wir viel Abstand und rollen langsam und sind immer (meist) aufmerksam.
Ich bin da vielleicht etwas übervorsichtig, oder auch nicht?
Am liebsten fahren wir direkt raus und suchen uns etwas außerhalb.
Aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen,
kann es uns natürlich genauso erwischen und man ist einfach überrumpelt.

Hoffe ihr habt den Überfall gut verarbeitet?

LG yvy
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3'883 Beiträge · seit 201106. Juni 2024 · #8
Schluck!!!

Hallo Andreas,
vor einer solchen Situation habe ich immer Angst gehabt. Glücklicherweise sind unsere unschönen Erlebnisse mit kriminellen oder korrupten Afrikanern "harmlos" abgelaufen. Trotzdem haben auch diese Spuren hinterlassen.
Es ist aus meiner Sicht nicht damit getan, die Halunken zu erwischen und bestrafen. Was eindeutig fehlt, ist die ernst gemeinte Prävention seitens der Politik und der Behörden, s. Christians Post. Wir merken das auch hier in unserem "sicheren" Deutschland. Kriminalität und Terror von links, rechts und Islamisten werden viel zu nachlässig behandelt - weil es sich nur um Einzelfälle handelt (wirklich?) - es ja so viel Wichtigeres gibt. Nach dem Anschlag in Mannheim und kurz vor den Wahlen (Ich wohne in BaWü) werden wieder große Reden geschwungen, wird Entsetzen geheuchelt. Dabei klingt Hilflosigkeit durch. Danach gerät die Tat mehr oder weniger in Vergessenheit. Neue Kathastrophen rücken in den Vordergrund.

Noch sind wir weit entfernt von afrikanischen Verhältnissen, doch wir sollten uns nicht in Sicherheit wiegen.

Ich wünsche euch eine baldige Bewältigung dieses grausigen Erlebnisses.

Viele Grüße von
freshy,
die ihren Kropf leeren musste
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
2'844 Beiträge · seit 201106. Juni 2024 · #9
Moin Alm,

danke!, dass Du über dieses Erlebnis ausführlich berichtest, es nicht nur in Deinem Reisebericht ( gern weiter... 😉 ) erwähnst.
In all' den Jahren südliches Afrika (aber nicht nur dort) reist bei mir diese zarte, latente Angst vor einem Überfall mit. (an jeder Ampel verschwindet mein iPad hinter meinen Waden) Die Situation eines Überfalls kann man ja im Vorfeld nicht üben.

In Südafrika sind wir - nach etlichen Aufenthalten- schon recht "nachlässig" geworden. Früher hatte ich auch ein Extra-Portemonnaie mit, unser Auto haben wir bei Einkäufen immer vertrauensvoll gemeinsam verlassen.
Dann waren wir im Herbst 22 in SA, in der Zeit, als der tödliche Überfall am Numbi-Gate stattfand. Wir waren allein mit der Managerin dort und ich habe sie gefragt, was man in so einem Fall machen solle?! Antwort: "Alles, was der Räuber will!" Ich war entsetzt, ich würde doch nicht meine Dokumente, KK, Handy im Auto lassen und alles auf nimmer Wiedersehen.... "Im Sarg brauchst Du kein Handy mehr..." - war die Antwort, die mich entsetzt hat. Leider hatte die sehr nette Lady wohl recht!
Also habe ich - erstmalig! bei unserer Weiterfahrt (Ausfahrt aus Krüger) - das Wichtigste in eine Bauchtasche gepackt: Pässe, Impfpass, eine KK, ein Handy - weites Shirt drüber, und mich sicherer gefühlt.

Ich hoffe sehr, dass ihr das Geschehene irgendwann beiseite schieben könnt, vergessen kann man es nicht! (Einruch in unser Haus ist 20 Jahre her -und fast täglich präsent). Und Afrika wieder genießen könnt!
Herzliche Grüße
Christina
537 Beiträge · seit 202006. Juni 2024 · #10
travelNAMIBIA schrieb: Insgesamt merke ich als hier in Windhoek wohnender aber keinen Anstieg der allgemeinen Kriminalität seit z. B. Corona. Was zugenommen hat, sind die (teilweise aggressiv auftretenden) Bettler an den Ampeln, wobei da auch viel in den letzten Wochen getan wurde (Deportierung nach Angola, Aufnahme der Kinder in staatliche Einrichtungen etc).
Das kann ich genau so bestätigen.

@Alm: Ich bin froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Ist trotzdem ein traumatisierendes Erlebnis, das ihr hoffentlich bald verarbeitet habt.
zuletzt bearbeitet 06. Juni 2024
48 Beiträge · seit 202306. Juni 2024 · #11
Hallo Alm
Danke für deinen ausführlichen Bericht.
Nur gut, dass ihr nicht verletzt wurdet.
Da kann einem ja gleich ganz anders werden, wenn man sowas erleben muss.
Wir wollen ja, in diesem Jahr, auch noch nach ZA und NA.
Ich denke wir werden noch vorsichtiger sein (wenn das überhaupt geht?), mit euerm Erlebnis im Hinterkopf.

Viele Grüße OnkelMü
Fernreisen gemacht: 1993 und 1996 Marokko, 1999 Senegal, 2000 Kenia, 2002 Westsahara, 2011 Ecuador, 2014, 2016, 2022, 2023 USA, 2019 Namibia+Botswana+Simbabwe, 2024 Südafrika+Namibia, 2025 Panama Fernreisen geplant: 2026 Norwegen, 2026 USA (Florida), irgendwann: Grönland Lieblingsdestinationen: Namibia, Spanien+Kanaren, USA, Grönland+Spitzbergen
32 Beiträge · seit 202206. Juni 2024 · #12
Gut das euch nichts passiert ist! Bei mehreren Täter und einer davon mit Messer - ist so ein Verlauf schon wirklich nicht immer zu erwarten!

Ein gesonderter Abgabe-Geldbeutel mit noch gültigen aber bereits gesperrten Kreditkarten und Cash (!!) (es gibt ja Währungen die nach "viel" aussehen) sind eine gute Massnahme.

Beim Fahren wachsam bleiben, in urbanen Gebieten das Umfeld im Auge behalten, fahrbereit blieben bei Halt an Ampeln, immer Abstand halten um noch einen Plan B.) zu haben - und im zweifel nichts riskieren.

Die Jungs haben geklaute Fahrzeuge, ihnen sind Beulen egal... Wir Reisende haben zumindest den Selbstbehalt an der Backe... Mann muss sich die kämpfe gut aussuchen, die man bereit ist zu bestreiten... Einbruch, Überfall, Unfall - wir können uns versichern und erleiden so finanziell zumindest nur einen überschaubaren Schaden...

Aber reden kann man viel, ich hätte mein Reisefahrzeug auch nicht kampflos übergeben, trotz verzögerter Wegfahrsperre...

trippin
120'000 Reisekilometer (u.a. Transafrika (west), Island, Südamerika).
zuletzt bearbeitet 06. Juni 2024
4'129 Beiträge · seit 200814. Juni 2024 · #13
Vielen Dank, ALM, dass du von dem Überfall ausführlich berichtet hast.
Jeder solcher Berichte kann einem helfen, sich Gedanken zu machen, wie mann/frau reagieren möchte/würde, im Fall des Falles. Auch wenn es dann anders geschieht, im Stress des Überfalls. Denn die Täter sind immer in Vorteil: - überraschend, in der Überzahl und gewaltbereit! Es kann jedem passieren, überall. Nicht oft, aber es ist eben möglich.
Interessant ist, dass es immer im Nachhinein eine „Merkwürdigkeit“ bis hin zu einer Reihe von „Auffälligkeiten“ zu erkennen gibt, die sich zu einem roten Faden fügen, bis zum Überfall. Ist uns auch mal so gegangen, in Oshakati. Hatte ich derzeit auch hier beschrieben. Gegen sowas hat man eher keine Chance und kann nur froh sein, wenn es „glimpflich“ abgeht.
Um so mehr halten wir es mittlerweile für wichtig, einer solchen Situation zu "entfliehen" um die eigene Unversehrtheit zu erhalten. Und unversehrt den leidigen Gang zur Polizei stur zu erledigen. Nebenbei war unser langer Aufenthalt auf der Polizei eine gute Lehrstunde. Es bestand ein sehr hohes Aufkommen zu bearbeitender Probleme, höflich und mit großer Bedächtigkeit wurde jedem Bürger nacheinander geholfen, das scheinbare Chaos hat uns sehr beeindruckt. Es funktioniert. Wir haben alle notwendigen Unterlagen/Papiere erhalten, damit wir Kontakt zur Botschaft aufnehmen konnten. Aber das nur am Rande.

Das Wichtigste ist, dass man körperlich unversehrt aus einem Überfall heraus kommt, alles andere ist nur Geld und Psycho.
Wir tendieren da im Reagieren zu Deeskalation und Null–Kampfbereitschaft!

Liebe Grüße von uns
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 14. Juni 2024
212 Beiträge · seit 201908. Okt. 2024 · #14
... spricht dafür, sich doch mal smash and grab Folie auf die Fenster machen zu lassen. Bisher hab ich das immer vor mir hergeschoben.

Daß manche Kartenlesegeräte nicht gehen ist aber häufig an den Tankstellen, weil unsere Karten dort nicht mit allen Geräten lesbar sind. Dann muß das Gerät der anderen Bank genommen werden. Bei mir gehen auch oft nur die grünen Geräte von FNB.

Aktuell hat es einen unbewaffneten Raubüberfall auf einem Farm Campingplatz in der Umgebung von Otumborombonga gegeben, 3 Männer erbeuteten abends von einer Rentnerin, die in ihrem Auto saß, Handy und Laptop.
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
248 Beiträge · seit 201509. Okt. 2024 · #15
Die Lady ist seit etwas über 3 Jahren mit ihrem Hilux in Afrika unterwegs.

https://www.facebook.com/lilli.pilli.94

1104 days solo overland #ontheroad in Africa
21.35 - At a campsite: I’m sitting in my bed in the back of the Toyo. I have the lights on and the doors are open, letting in the cool night breeze. The 1102 days report was already written and trying to upload.
21.45 - Next to my car, I hear footsteps crunching through the barred but open window. I think to myself: It’s strange why the night watchman is walking so close to my car, they don’t usually do that, they always respect privacy.
Suddenly I see a movement on my mosquito net, which covers the back of my bed with the doors open. The net is pushed up and a face appears. I still think it’s a night watchman who is worried because my doors are open.
A second and third face appear close to either side of the first. I shout at them: What do you want ...
Money, money - where’s the money?
There’s no money here. The middle one grabs my ankles and tries to drag me out of the car.
Money, money - where’s the money?
I’m kicking and kicking, I’m already halfway out of bed and can free myself from the brutal grip. Then his mate snatches my mobile phone out of my hand. I tug, but can’t hold it.
Money, money - where’s the money?
The third bandit pushes past me on my right into my bed and grabs something. The middle one tries to grab my feet again, but only tears my duvet cover.
As quickly as it started, it was over again. The three of them flee into the bush with their stolen goods.
I shakily dig out my compressed air horn, crawl out of the car and try to alert the lodge on whose campsite I’m standing with the loud horn. Before I close my doors to run to the bar, I realise that my laptop bag is gone too, so that’s it: laptop gone, phone gone.
The lady of house rushes towards me. Has something happened to you? Burglars have tried to break into a bungalow …
To be continued …

How and where?
These were probably your most pressing questions about my robbery last Saturday.
I told you how yesterday.
I’ll keep where to myself, but I’ll say this much: it happened at a lodge with a campsite.
As I like to do, I positioned myself right at the edge of the campsite so that I could look out of my Toyo bed into the wilderness. There are lots of cute dik-diks (small, normally very shy antelopes) running around the grounds.
Especially in the early morning, I would be able to watch them from my bed.
I had switched off the light that illuminates the campsite. Instead, I sat in bed behind my mosquito net with the doors open and my lights on inside.
If you want to put it like that, that’s 3 mistakes:
1. offside
2. in the dark
3. open doors
An invitation that I now deeply regret. Only - you’re always smarter afterwards.
What do I learn from this?
Although I love being in the African wilderness as much as possible and enjoying the nature around me, I have to say goodbye to these cherished habits.
Yes, the days when you could be so free and unprotected are probably over. You can only really do that in places where nobody knows that there are potential victims.
Yes, that was me: a potential victim - in the wrong place at the wrong time.
der Weg ist das Ziel..... 2000 Januar Namibia (Anfängerroute ohne Forum) https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299399-zurueck-in-die-zukunft-namibiareise-2000.html?start=0 // 2015 Februar Solotour (abseits der Änfängertour)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285792-4x4hilux-meine-fotoausruestung-und-ich.html // 2017 Februar Solotour ( der Süden, Kalahari und KTP)- https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291851-der-sueden-ein-hilux-kameraequipment-und-ich.html?limitstart=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html // 2019 März Solotour (Damaraland und Kaokoveld) https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/300049-ausblick-nein-leider-nur-rueckblick.html// 2023 April Altes und Neues (Kalahari -Namib- Damaraland- Etosha- Waterberg)..... to be continued
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2024
16,9k Beiträge · seit 201217. Okt. 2024 · #16
Polizei nimmt zwei Verdächtige nach Diebstahl von über 164.000 N$ im Brandberg Rest Camp fest

... Der Beschwerdeführer, ein 25-jähriger Tourist aus Deutschland, meldete den Diebstahl. ...
Laut dem Polizeibericht sollen drei Verdächtige das Fenster der Beifahrerseite des Fahrzeugs eingeschlagen haben, bevor sie mit den Wertsachen flohen. ...
... Zu den gestohlenen Gegenständen gehörten zwei Canon-Kameras, sechs Kameraobjektive, ein Apple MacBook Pro 2018, zwei Rucksäcke, eine Kameratasche, zwei Pässe, zwei Powerbanks, zwei Netzteile, eine Knieschiene, zwei Impfpässe, ein Kartenspiel und ein internationaler Führerschein. ...


LG
Logi
33,1k Beiträge · seit 200609. Nov. 2024 · #17
HAUS SCHWERINSBURG
5 Schwerinsburg st
Windhoek

German Tourists
Time of robbery 10h15
Robbed items: 2 German Passports, 2 credit cards, 1 bank card, 2 German driving licenses
Cash
Camara
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
655 Beiträge · seit 200609. Nov. 2024 · #18
https://de.globometer.com/kriminalitaet-raubueberfall.php
Anzahl der Raubüberfälle in der Welt
Seit Jahresbeginn 1 680 606 Seit Ihrer Anmeldung 15 Weltweit werden mehr als 1,972 Millionen Raubüberfälle pro Jahr gezählt, das sind fast vier pro Minute. Quelle: UNODC
...um mal einen sachgerechten Bezug herzustellen....
MfG Helga
0
778 Beiträge · seit 200610. Nov. 2024 · #19
Guten Abend zusammen,

hat hier ev. noch jemand mehr Infos zu dem Raubüberfall im Haus Schwerinsburg (siehe Post von travelNAMIBIA von gestern)? Wir wollen da demnächst unsere erste Nacht vor der Weiterfahrt Richtung KTP verbringen und ich wüsste gerne mal, wie das abgelaufen ist und ob es wirklich Raub oder (nur) Diebstahl war. Wenn ich das bei google suche, finde ich gar nichts...

Danke und viele Grüße von Tanja
33,1k Beiträge · seit 200611. Nov. 2024 · #20
Tanja schrieb:Guten Abend zusammen,

hat hier ev. noch jemand mehr Infos zu dem Raubüberfall im Haus Schwerinsburg (siehe Post von travelNAMIBIA von gestern)? Wir wollen da demnächst unsere erste Nacht vor der Weiterfahrt Richtung KTP verbringen und ich wüsste gerne mal, wie das abgelaufen ist und ob es wirklich Raub oder (nur) Diebstahl war. Wenn ich das bei google suche, finde ich gar nichts...

Danke und viele Grüße von Tanja
The people had checked out already and where in their car with re aranging their things.
Pls don't blame Haus Schwerinsburg. Was not on their property.  
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