Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201510. Apr. 2023 · #1
Prolog
In Afrika gleicht kein Tag dem anderen. Man weiß nie, was die Natur uns heute zu bieten hat und mit welchen Erinnerungen wir abends ins Bett gehen. Genau das macht das Abenteuer, die Spannung aus. Und genau deswegen infizierte uns das Afrika-Virus damals ganz ganz stark. Eine Impfung wurde - zum Glück - noch nicht erfunden, es hilft nur, immer wieder zurück zu kehren. Zurück an die Orte, an denen es keinen Morgen gibt, an dem man aufwacht und nicht glücklich ist.
Wir blicken zurück auf 13 beeindruckende Tage Safari in der Masai Mara. Drei neue Tiere dürfen Petra und ich nun in unsere Sammlung wunderbarer Begegnungen aufnehmen - so viel vorweg.
Die Mara hat uns diesmal vor allem mit ihrem satten Grün mächtig beeindruckt, das durch einige heftige Regenfälle von Tag zu Tag immer intensiver wurde. Lange haben wir überlegt, ob der März für uns infrage kommt und je mehr ich nach Meinungen gefragt habe, desto unsicherer waren wir uns. Von "März ist toll" bis über "wenn ihr Pech habt, regnet es jeden Tag" war alles dabei. Dann stand fest, dass wir es versuchen und es Anfang/Mitte des Monats wagen wollen. Ich persönlich liebe Regen und noch mehr das eben erwähnte satte Grün. Bilder von Tieren während eines Wolkenbruchs waren mein Wunsch - so viel sei verraten, ich wurde dahingehend nicht enttäuscht!
Unser Mutter-Tochter-Gespann, das dem ein oder anderen schon bekannt sein dürfte, rundete diesmal noch die liebe Jennie als Begleitung ab und unser Fahrer George hatte drei Tier-verrückte Mädels an Bord. Ich lernte Jennie vor einigen Jahren in einer Namibia Facebook Gruppe kennen und wir wollten uns 2020 eigentlich in Okaukuejo zum Sundowner treffen. Wer sich erinnert, weiß, wieso der Urlaub nicht zustande kam - das leidige C* Thema hat aber hier nichts zu suchen. So hatten wir immer mal wieder Kontakt, aber ein Treffen gab es nun erst als Vorbereitung auf diesen Trip. Und was soll ich sagen? Es passte auf Anhieb!
Unterwegs waren wir wieder mit dem lieben George Kiriama, der uns diesmal ein neues Camp vorab empfahl. So verbrachten wir die erste 4 Nächte im wunderschönen neuen Bella Camp, das uns vollends überzeugte. Weil wir Deutschen gerne wissen, woran wir sind, buchten wir aber für die restlichen 7 Nächte das für uns bewährte Zebra Plains Camp. Am Schluss des Berichts wird es zu allem noch ein Fazit geben.
Die Bilder sind ein Mix von Petra und mir und ab und zu noch von der lieben Jennie, die etwas professioneller unterwegs war und uns schon mal retten konnte, wenn ich filmte und Petra überfordert war mit ihrer Technik. Ich bleibe meiner Sony RX10M4 weiterhin treu und bin weiterhin sehr glücklich mit ihr. Die größten Pluspunkte bei dieser Kamera sind die tollen Filmaufnahmen, ohne groß umstellen zu müssen, und die extrem vielseitige Brennweite von 24-600 mm. Petra hat weiterhin ihre Panasonic Lumix fz1000ll im Gepäck und ist nach wie vor zufrieden mit ihr. Zwischendrin verirren sich auch noch Handy Bilder.
Ich freue mich sehr, wenn ihr mit einsteigen wollt und wir unsere Glücksmomente noch einmal mit euch gemeinsam Revue passieren lassen können. In Erinnerungen schwelgen, das ist es doch, was viele von uns antreibt, weiterzumachen und in unserem Fall hart zu arbeiten, um unsere Träume leben zu können.
das nenne ich ja mal ein super Timing: ein neuer Reisebericht von Dir, gerade in dem Moment in dem mein Mann und ich in den letzten Zügen unserer Planung für unsere vierte Kenia-Reise im November 23 liegen. Dank Deiner und Klaudis Reiseberichte werden wir dieses Mal auch erstmalig mit George unterwegs sein und - auch das eine Premiere - nicht ausschließlich direkt im Reserve übernachten, sondern das Zebra Plains Camp ausprobieren. Für beide Tipps sind wir schon jetzt sehr dankbar und daher wurde es auch Zeit, nicht mehr länger nur still mitzulesen, sondern sich ganz offiziell für Infos, Bilder, Inspiration und natürlich spannende Lektüre zu bedanken!
Ich freue mich auf Deine Eindrücke einer verregneten Mara, die wir zuletzt im März 2020 erleben durften. Wir gehörten damals zur Fraktion „es regnet jeden Tag - und zwar richtig“!
Viele Grüße Elke
Enilorac65770 Beiträge · seit 201711. Apr. 2023 · #7
Hallo Laura, ich komme sehr gerne mit auf eure Reise! Habe schon auf einen Reisebericht von dir gehofft. Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201511. Apr. 2023 · #8
Liebe Mitreisende,
gleich startet der etwas trockene Anfang und ich freue mich sehr, euch alle dabei zu haben!
@Gabi Bei euch habe ich auch soo gerne mitgelesen und kann kaum glauben, dass ihr eure Sehnsucht bereits wieder stillt 😎 Prost und eine schöne zeit für euch!
@Elke Ach wie schön, das freut mich aber zu hören! Für mich persönlich hat es keinen Unterschied zwischen Bella Camp und Zebra Plains gemacht, was das Wohnen im Park oder außerhalb anging 😉 Wenn man morgens im Dunkeln startet, sieht man eh nix 😄 oh wow, dann hatten wir ja Glück, dass das Wetter für uns mitgespielt hat. Einzig am letzten Tag wandelte es sich schlagartig und es hatte den Beigeschmack "ein guter Tag für die Abreise".
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201511. Apr. 2023 · #9
8./9./10. März Kenia here we come
Diesmal fieberten wir bereits dem Tag vor dem Abflug entgegen (8.3.), denn schon heute können wir uns als Dreiergespann gemeinsam auf den Urlaub einstimmen. Da Petra und ich näher am Flughafen wohnen und am nächsten Tag in der Früh alles glatt gehen soll, reist Jennie bereits am Mittwoch an und bei leckeren Malawi Shandys und Pizza steigt die Vorfreude mit jeder Minute! Wir haben eine Menge zu bequatschen und die Zeit verfliegt schon jetzt - egal, schlafen können wir auch morgen im Flieger!
Seit Wochen verfolgen wir immer wieder die Nachrichten und zittern bis zu Letzt, dass es keinen Streik am Flughafen geben wird. Entwarnung - als wir endlich die Koffer los sind, können wir das erste Mal durchatmen. Nach dem wohl teuersten Milchkaffee meines Lebens und einer kleinen Stärkung, stoßen wir nun mit einem breiten Grinsen auf die nächsten zwei Wochen an!
Alle anderen Procedere am Flughafen durchlaufen wir mittlerweile schon routiniert und obwohl wir viel zu früh dran waren (ihr wisst ja, Petra wird zum Drill Instructor, wenn es um Pünktlichkeit geht), warten wir gefühlt nur wenige Minuten am wenig einladenden Gate aufs Boarding. Der Wartebereich liegt im düsteren Erdgeschoss, also ist klar, wir müssen mit dem Bus zur Maschine fahren. Zwischenzeitlich erreicht mich nämlich auch die Nachricht eines Freundes und Flughafenmitarbeiters, dass unser Flieger am Arsch der Welt stehen würde. Keine Ahnung, wie lange wir im viel zu vollen Bus herum tuckern, bis wir ihn endlich erreichen - mein Kumpel hat nicht gelogen - einmal Flughafen-Rundfahrt inklusive.
Wir heben pünktlich ab, genießen ein verhältnismäßig leckeres Essen mit richtigem Besteck und lenken uns ein wenig mit dem Entertainment ab. Schon bald erreichen wir die Alpen, die mit einer wunderschönen Wolkendecke überzogen sind.
Kurz darauf fallen uns bereits die Augen zu. Wieder wache ich geradeso auf, dass ich den Sonnenuntergang erlebe und werde auch diesmal wieder ein wenig sentimental. Von hier oben scheinen zwar alle Sorgen klein, allerdings bilde ich mir ein, man ist auch den Liebsten ganz nah, die uns viel zu früh verlassen mussten.
Pünktlich landen wir in Nairobi und auch hier müssen wir uns in viel zu volle Busse quetschen - nein, wir warten noch kurz und nehmen den Letzten, hier haben wir etwas mehr Platz um uns herum. Der Nachteil: Wir sind bei den Letzten in der Immigration. Wir stehen ewig an, bis wir daraufhin auch endlich unser Gepäck einsammeln und frische Luft schnuppern können. Von Minusgraden ins warme Kenia ist schon eine Umstellung. Vorgestern froren wir noch bei Schnee und Frost und nun schwitzen wir in unseren dicken Pullis.
Unseren Shuttle Service zum Hotel finden wir unter all den Schildern problemlos und die Fahrt durch die leeren und dunklen Straßen Nairobis bringen wir schnell hinter uns. Wir haben uns für diese Nacht im Progressive Park Hotel eingebucht, da uns das Tamarind Tree Hotel ein recht unverschämtes Angebot gemacht hat. Es war uns im Vorfeld wichtig, dass das Hotel bereits in Richtung Narok liegt und wir am nächsten Morgen nicht allzu weit durch die Rush Hour fahren müssen.
Leider gibt es hier keine Bar und man kann auch keine Getränke kaufen - Petras kühles Bier fällt also schon mal flach. Die Zimmer sind okay, allerdings haben Petra und ich lediglich 0,5 l Wasser für uns beide zusammen. Aber Hauptsache ein dicker Fernseher ziert die Wand. Egal, wir wollen eh nur duschen und schlafen, dann geht es morgen früh ja schon wieder weiter.
Eine recht warme Nacht ging schnell vorbei und als ich gerade dabei bin, meine Sachen zu sortieren, kommt Petra freudestrahlend ins Zimmer und erzählt mir überglücklich, dass George bereits auf uns wartet! Sie war wie immer weit vor mir wach und genoss ihren ersten Kaffee am Morgen als George auf den Hof fuhr und sie sich in die Arme fielen.
Na, dann muss ich doch auch schon mal Hallo sagen und die Begrüßung mit George treibt auch mir ein paar Freudentränchen in die Augen. Es ist als würde man sich schon ewig kennen, ein sehr vertrautet Gefühl. Nach einem übersichtlichen Frühstück, wo es immerhin leckeres Obst gibt, starten wir mit George und seinem Freund und Kollegen Edward zunächst Richtung Narok. Auch diesmal haben wir uns für die Hinfahrt per Auto entschieden.
Nairobi lassen wir hinter uns und George parkt den Wagen am Aussichtspunkt mit Blick auf den unglaublich beeindruckenden Ostafrikanischen Grabenbruch.
Um uns herum besticht die Landschaft vor allem in Einem: Trockenheit. Unsere liebe Freundin Klaudia hat bis vor ein paar Tagen die Mara besucht und uns bereits erzählt, dass es sehr grün sein soll. Davon ist auf dem Weg nach Narok noch nicht viel zu sehen. Nach einem Stopp in einem netten Café und einem für Petra erfolglosen Versuch, Bargeld zu ziehen, geht es weiter Richtung Talek. Wie bereits beim letzten Besuch fahren wir gar nicht durch Talek durch, sondern passieren das erste Gate einer Conservancy, das wir wiedererkennen.
Bis zum Bella Camp ist es allerdings noch ein gutes Stück und so finden wir uns immer mehr im Herzen der Mara ein, die wie versprochen vom Regen schon gut gesegnet wurde. Allerdings zeigen uns die ersten Eindrücke auch, dass momentan viel weniger Wild zu finden ist als bei unserem Besuch im November 2021.
Das Bella Camp liegt direkt am Talek und man kann es von außen, wie die meisten kleinen Camps, nicht sehen. Erst wenn man zwischen den Bäumen einen geschotterten Weg erkennt, weiß man, dass hier unsere Unterkunft liegt. Die Begrüßung fällt unheimlich fröhlich aus und alle singen für uns und schenken uns ihr herzlichstes Lachen!
Zuerst zeigen sie uns unsere Zelte, die nebeneinander liegen, aber dennoch sehr schön im Busch eingebettet sind. Die Zelte sind größer als sie auf der Homepage wirken und wir fühlen uns direkt sehr wohl! Auch die Reißverschlüsse schließen super dicht.
Für ein langes Ankommen bleibt aber erstmal nicht viel Zeit, denn nach einem schnellen Frischmachen erwartet uns schon der Lunch in einer wunderschönen Kulisse. Hier erfahren wir auch, dass wir für alle vier Nächte die einzigen Gäste sein werden. Insgesamt gibt es hier 8 Zelte. Bevor wir aber essen, werfen wir einen Blick auf den Hippo Pool im Talek River, genau unter uns. Die Geräuschkulisse einiger grunzender Hippos begleitet unsere Mittagspause.
Die frischen Salate als Vorspeise schmecken jetzt bei der Hitze besonders gut und auch Hauptgang und Dessert sind super lecker. Man merkt direkt, dass hier mit Liebe gekocht wird. Auch der Chefkoch höchstpersönlich fragt nach jedem Essen, ob's geschmeckt hat. Dass wir ihm sagen, wie sehr wir Knoblauch lieben, wird sich übrigens durch die ganzen vier Tage ziehen 😄
Nachdem wir uns ein wenig eingerichtet haben, geht es auch schon auf unseren ersten Gamedrive. Wir wollen mal ganz bescheiden anfangen und wünschen uns zwei Leoparden.
Ob das hinhaut? Verrate ich euch im nächsten Kapitel 😉
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201512. Apr. 2023 · #12
10.03. Fortsetzung
Wir verlassen gerade das Camp, da sehen wir bereits einige Autos in der Ferne stehen. George lässt sich ja normalerweise nicht in die Karten schauen, aber diesmal fragt er uns, ob wir gerne die beiden verbliebenen Gepardenbrüder (ehemals die 5 Musketeers) sehen möchten oder lieber einen Leo. Als hätten wir uns abgesprochen, entgegnen wir fast alle drei gleichzeitig: Leo 🤩 George hat natürlich schon per Funk oder Handy diese beiden Highlights in Erfahrung gebracht.
Trotzdem bin ich sehr froh, dass meine Lieblingsgazelle als erstes Tier 2023 auf meiner Speicherkarte landet - eine Grant Gazelle.
Wir erreichen unser Ziel nach nicht ganz 20 Minuten: Es handelt sich um den prächtigen Leopardenmann Lorgogol, den wir 2021 für etwa fünf Sekunden beobachten durften. Damals, erinnere ich mich, war er recht abgemagert, heute ist er gut gesättigt. Mit dicker Wampe liegt er unten im Flussbett und verdaut das Baby Hippo, das er gestern gerissen hat.
Währenddessen beobachtet George kritisch die Wetterseite am Himmel, wo sich die Wolkendecke immer dunkler zuzieht. Zwischen uns und dem Camp liegt eine heikle Durchfahrt, die bei starkem Regen nicht zu meistern wäre und wir müssten in diesem Fall schnell umkehren.
Wenn man ihn so da liegen sieht, kann man kaum Action von ihm erwarten. Allerdings lugt bereits nach kurzer Zeit eine Hyäne um die Ecke und voller Spannung warten wir ab, was passieren wird.
Sie wittert den Kill im Baum, sieht ihn aber nicht, erklärt George. Nur sehr langsam nähert sie sich Lorgogol, aber dieser bemerkt sie relativ schnell und ist verständlicherweise not amused. Er duckt sich und stellt seinen Kamm auf.
Die Hyäne zögert. Lorgogol entspannt sich wieder. Ebenso zieht das heftige Unwetter in der Ferne an uns vorbei.
Die Hyäne wagt sich näher ran - zu nah! Er faucht sie an und zeigt Zähne. Kommt es zum Angriff? George meint, selbst ein so stattlicher Leo weiß, dass er keine Chance gegen Hyänen hat.
Das scheint der Hyäne allerdings nicht ganz klar zu sein und sie zieht sich nochmals zurück. Unsere Anspannung löst sich etwas.
Lorgogol entschließt sich, dass es auf dem Baum sicherer wäre und macht Anstalten, zu seiner Beute zurück zu kehren.
Just in dem Moment taucht die Hyäne ebenfalls oben zwischen den Büschen auf und die beiden Kontrahenten treffen aufeinander. Was wird passieren? Wir rechnen damit, dass der Leopardenmann sich auf den Baum zurückzieht, aber falsch gedacht! Er greift die Hyäne tatsächlich an! Die Schreie gehen uns durch Mark und Bein, auch wenn man in den Büschen nicht viel sieht. Die Hyäne lässt nicht locker, bis Lorgogol anscheinend einen ordentlichen Treffer landet und sie aufgibt.
Sie zieht sich zurück und er schwingt sich mit einer gekonnten Leichtigkeit nach oben.
Danach können wir unser Glück kaum fassen, wie wunderbar er für uns posiert. Er scheint zu wissen, was für ein Prachtkerl er ist. Und kundenfreundlich obendrein, denn er hätte seine Beute genauso gut in einen der dichteren Bäume hängen können. Wir können uns gar nicht satt sehen!
Unverrichteter Dinge zieht nun die Hyäne weiter und auch für uns ist es langsam Zeit, aufzubrechen. Eine letzte Aufnahme im Gegenlicht, mit der ich allerdings weniger zufrieden bin.
Auf den weiten Ebenen voller Topis und Thomson Gazellen hoffen wir vergeblich auf eine schöne Stimmung am Himmel, der immer noch von einer dicken Wolkendecke überzogen ist.
Zurück im Camp erzählen wir enttäuscht, dass es keine von uns gewünschten zwei Leoparden gab und alle lachen. Das Feuer brennt bereits und wir stoßen auf einen gelungenen Safari-Start an.
Das Abendessen wird im Essenszelt serviert, was für uns drei natürlich viel zu groß wirkt, aber dafür kann ja keiner was. Draußen fängt es plötzlich heftig an zu regnen und wir lassen uns das leckere Essen schmecken!
Danach werden wir von den Nachtwächtern zu den Zelten begleitet, denn hier gilt ganz streng: Sobald es dunkel ist, niemals alleine vom Zelt weg bewegen. George erzählt uns, wie im Februar 4 Löwenmänner mitten im Camp eine Auseinandersetzung hatten. Da ich von dieser Auseinandersetzung gelesen habe, zweifeln wir seine Erzählung auch nicht an. Sowas muss man sich mal vorstellen - alleine diese Geräuschkulisse! Rund ums Camp hören wir während einer Regenpause die Hyänenrufe, die ich so liebe und das Grunzen der Hippos, auf das sich Petra so gefreut hat. Wir fühlen uns hier sehr sicher.
picco6'376 Beiträge · seit 201113. Apr. 2023 · #13
Hoi Laura
Unglaublich! 🙄 Da reise ich seit Jahren durch Afrika und suche das seltene Zwerg-Baumhippo und Du latschst da einfach so ran und hältst es noch für den Hauptgang eines Leopartenfrühstücks! 🤩 Pffft und Doppel-Pffft!!! Bin ja gar nicht neidisch, so was von nicht neidisch.... 😊 😗 😣
Im Ernst: Eine once-in-a-lifetime-Hammersichtung!!! Glückwunsch!! 🙂
leo1962102 Beiträge · seit 201813. Apr. 2023 · #15
Hallo ihr Lieben,
Auf euren Bericht habe ich mich besonders gefreut, nachdem wir euch in der Mara bereits von Auto zu Auto gesehen haben und zum Finale dann gestresst von der Fahrt zum Airstrip - inclusive unfreiwilligem Steckenbleiben in einem ausgewachsenen Teich - ins auf uns wartende Flugzeug gestürmt sind. Das war ja eine Überraschung, euch dort wieder zu treffen! Wir haben uns sehr gefreut, euch kennenzulernen. Ich bin mega gespannt auf eure Erlebnisse. Die Fotos sehen ja schon mal richtig gut aus.
Katma1722560 Beiträge · seit 202113. Apr. 2023 · #16
Hi Laura! Was für Hammer-Fotos! Auch ich bin ein bisschen gelb im Gesicht... Freu mich schon auf die Fortsetzung! Liebe Grüße, Kathrin
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201514. Apr. 2023 · #17
Hallo zusammen,
@picco & yvy ich hätte auch zu gerne gesehen, wie er das Baby in den Baum geschleppt hat 😮 George meinte, vermutlich war das Hippo schon tot und er hat es gar nicht selbst getötet. Als das Licht am Anfang nicht auf unserer Seite war, mussten wir auch ein paar Mal hinschauen, um zu erkennen, was das mal für ein Tier war.
@Birgit Wie schön, von dir zu lesen! Wir haben uns so gefreut, euch im Flieger getroffen zu haben, schade, dass es zu laut war, um noch ein wenig zu quatschen. Als wir Platz genommen hatten, haben wir uns über die coolen Piloten gewundert, dass sie tatsächlich auf euch gewartet haben. Uns hat man erzählt, sie wären meistens recht arrogant und wer nicht pünktlich am Airstrip wäre, hätte Pech gehabt. Aber nach unserem Morgendrive kann ich mir vorstellen, wie eure Fahrt aussah... Schön, dass du nun auch virtuell dabei bist bzw. ihr 🙂
@Kathrin vielen lieben Dank für das Lob und dein Interesse 🙂
H.Badger1'824 Beiträge · seit 201615. Apr. 2023 · #18
Liebe Laura, gestern sind wir aus unserem Osterurlaub in der Provence/Camargue zurückgekehrt, von wo aus ich auf dem Handy bereits ein wenig mitgelesen habe. Das sind ja schon schöne Eindrücke zu Beginn eures Trips! Euer Leoparden-Kater ist wirklich ein stattliches Exemplar. Ab jetzt bin ich offiziell dabei. Herzlich Sascha
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201516. Apr. 2023 · #20
11.03. Löwen satt
Mein Unterbewusstsein hat das Unwetter in dieser Nacht zwar wahrgenommen, aber dank der Ohropax habe ich es als normalen Regen eingestuft. Übrigens bedauere ich sehr, dass ich durch die Stöpsel die ganzen Natur Geräusche verpasse, wäre da nicht das laute "Natur"-Geräusch neben mir im Bett 😄
Als wir uns im Hauptzelt für einen ersten Kaffee treffen, erzählen mir Petra und Jennie, wie heftig das Unwetter gewütet hat und sie dachten, es schwemmt die Zelte weg. Na, da sind wir mal gespannt, wie es außerhalb des Camps aussieht. Einen solch heftigen Regen hatten wir beim letzten Mal definitiv nicht.
An diesem Morgen ist auch der tödliche Unfall passiert.
Wir sammeln im Zelt noch all unsere Sachen ein und sind startbereit 🙂
Um 6 Uhr starten wir im Dämmerlicht unsere erste Morgenpirsch für diesen Urlaub. Ja, man muss sich überwinden, so früh aufzustehen und zuhause wird man dafür für verrückt erklärt. Aber wenn man sich dann mal aufgerafft hat, gehören diese frühen Ausfahrten definitiv zu meinen Lieblingsmomenten einer Safari. Man ist voller Erwartungen, was der Tag Spannendes bringen wird.
In der Tat ist es extrem nass und George fährt sehr bedacht. Es beginnt zu dämmern und plötzlich möchte Jennie für einen Schakal halten. Hä? 🤨 Ja Moment, der sieht aber irgendwie anders aus, rätseln wir. Er trägt eine sehr weiße Schwanzspitze. Als er den Kopf hebt, ist George ganz aus dem Häuschen und klärt uns auf: Es handelt sich um einen Streifenschakel 🤩 Mir gelingen mehr Beweisbilder als anschauliche Aufnahmen, zumal meine Kamera noch gar nicht bereit ist und mir nachher schleierhaft ist, wie ich mit diesen Einstellungen überhaupt etwas einfangen konnte. Aber siehe da, ein neues afrikanisches Tier für uns!
Leider ist er sehr scheu und es bleibt bei diesen Beweisbildern. Na, besser kann der Morgen ja kaum starten! Wir fahren weiter und bemerken eine Löwin, die ein deutliches Ziel zu haben scheint. Da Bilder in Bewegung noch nichts werden bei dem schwachen Licht, fahren wir zu ihrem angepeilten Ziel: Dem Rongai Pride mit zwei Paschas, einem halbwüchsigen Männchen, einigen Löwinnen und 10 Cubs! Sie haben in der Nacht drei - ich wiederhole - drei Büffel gerissen, auf die sie sich nun verteilt haben, um die Reste zu verspeisen. Zugegeben, drei kleine Büffel, aber wir können uns trotzdem kaum entscheiden, wo wir uns positionieren sollen.
Der Rongai Pride wird von den Black Rock Boys regiert, von denen momentan zwei der vier hier beim Rudel sind und noch eine Weile bleiben werden, da die Cubs noch nicht so alt sind. Sobald ein Rudel Junge hat, bleiben die Paschas immer als Beschützer in der Nähe, andernfalls können sie sich auch mal zwei Wochen gar nicht blicken lassen, wenn das Rudel keinen besonderen Schutz braucht. Die beiden anwesenden Paschas sind Oloimina und Lorkulop. Zweiterer hat sich bereits als wir ankamen auf den Weg runter zum Flusslauf gemacht.
Wir beobachten weiter das Geschehen im Rudel. Am besten gefällt mir hier die Wetterstimmung. Das Gras ist klatsch nass, ebenso die Löwen und solche Bilder fehlten mir noch. Rundherum wimmelt es von Hyänen, aber hier traut sich keine näher als 200 Meter ans Rudel heran. Zumal alle Löwinnen sie stets im Blick haben.
Mit Zustimmung vom Rest würde ich gerne nach Lorkulop schauen, der sich am Wasser aufhält. Er trägt seit Wochen eine heftige Verletzung an der Lefze mit sich herum, die bei einer Büffeljagd entstand. Aufgrund neuer Jagden und ständiger Bewegung an dieser Stelle, wächst hier nichts mehr richtig zusammen und kann auch von den Vets nicht genäht werden. Immerhin sieht die Wunde sauber aus. Dennoch macht er auf uns keinen guten Eindruck. Zitat Jennie: Der wohl deprimierteste Löwe, den ich je gesehen habe. Zugegeben, die nasse, platte Mähne wertet bei dieser Erscheinung auch nicht wirklich auf.
Anscheinend hat er Probleme beim Trinken und muss seine Schnauze ins Wasser stecken, was für Katzen ja alles andere als angenehm ist. Er macht sich wieder auf den Weg zurück zum Rudel und wir begleiten ihn. Eine Handvoll Autos folgen ihm und wir erkennen mal wieder, wie wenig Notiz er von den Autos nimmt. Wenn er mal dran vorbei läuft, markiert er locker flockig noch die Hinterachse und lässt sich nicht weiter stören.
Beim Rudel herrscht nach einer Weile Aufbruchstimmung und nachdem wir nun fast zwei Stunden mit den Löwen verbracht haben, fahren auch wir weiter.
Ich bitte George, zu den Wasserböcken zu fahren, die so malerisch im hohen Gras stehen. Wir lieben einfach ihre Herzchennasen! Die Sonne ist zwar schon lange aufgegangen, schafft es aber nicht, durch die Wolkendecke zu strahlen. Dafür ist aber auch das Licht zum Fotografieren nicht so grell, wie es normalerweise um diese Uhrzeit wäre.
Direkt in der Nähe gibt es einen Hyänenbau und George erinnert sich, wie sehr ich Hyänen liebe - und vor allem die kleinen Cubs. Tatsächlich sind das für mich die mit Abstand süßesten Tierbabys, die es gibt! Ich würde sie auch heute am liebsten in den Rucksack packen und mit nehmen.
Jetzt knurren uns aber auch gehörig die Mägen nachdem wir schon den Löwen bei ihrem Frühstück zuschauen mussten. George steuert dafür ein wunderschönes Plätzchen an, das ich sofort wiedererkenne. Beim letzten Mal habe ich Klaudia und Petra unten auf den Felsen sitzend fotografiert, da war alles soweit ausgetrocknet.
Was uns direkt positiv auffällt ist, dass das Bella Camp Tupperdosen für das Frühstück verwendet und wir somit fast gar keinen Müll verursachen. Wir lassen es uns vor dieser wunderschönen Kulisse schmecken.