Reisebericht: Drei Wochen Äthiopien mit dem Rotel

Reisebericht 98 Antworten · 18,5k Aufrufe · gestartet 18. Jan. 2020 von CrocV
Themenstarter165 Beiträge · seit 201519. Jan. 2020 ·
Danach fahren wir weiter nach Norden. Zurück ins Oromogebiet. Nochmals durchqueren wir Shashemene. Im gesamten Oromogebiet fallen uns immer wieder Frauen auf, die komplett verschleiert sind. Ein Phänomen, das es laut unserer Reiseleiterin so vor 5 Jahren in Äthiopien kaum gab.
Bei der Weiterfahrt auf der A7 sehen wir ab Arsi Negele zunächst viele große Maisfelder, dann große Weinfarmen und zuletzt bis kurz vor Ziway endlose Reihen riesiger Gewächshäuser.
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Endlose Gewächshäuser kilometerlang. Mindestens 10 Reihen hintereinander.

Laut unserer Reiseleiterin waren hier bis vor wenigen Jahren überall kleine Gehöfte von Bauern, die sich in Subsistenzwirtschaft selbst versorgten. Nun sehen wir hier die Auswirkungen des in ganz Afrika grassierenden „Land Grappings“ . Große Flächen werden von der Regierung an ausländische Investoren verkauft und die dort teils seit Generationen lebenden Menschen einfach vertrieben. Besitztitel oder gar ein Grundbuch gibt es nicht. Die Menschen sind rechtlos. Und da sich in einer wahren Bevölkerungsexplosion die Anzahl der Äthiopier von 40 Millionen in den 80er Jahren auf heute über 110 (!) Millionen erhöht hat, gibt es für die so Vertrieben auch nirgends mehr freie, für die Landwirtschaft nutzbare Flächen. Wir sehen neben großen Feldern vor allem auch endlose Reihen von Gewächshäusern, in denen meist Blumen (!) für den europäischen Markt angebaut werden. Etliche Schilder weisen auf französische und holländische Firmen hin.
Andererseits versucht der Staat aber auch die Landflucht Richtung der Städte einzudämmen. Denn wenn Landbewohner in die Städte ziehen, landen diese fast automatisch in Elendsquartieren am Stadtrand. Um diese Verelendung zu verhindern, möchte der Staat mit viele Projekten „die Stadt aufs Land bringen“. Überall in Äthiopien sehen wir große Neubausiedlung, oft mitten auf dem Land im Nirgendwo. Teilweise bewohnt, oft noch im Bau befindlich. Der Gedanke dahinter ist: Die Landbewohner sollen in ihrer Gegend bleiben und weiter ihre Felder bestellen. Dennoch können sie durch diese neuen Siedlungen auch städtische Vorzüge genießen. Die neuen Häuser sind massiv aus Stein gebaut mit Blechdächern. Anders als die bisherigen Hütten aus Eukalyptusstangen mit einem Lehm/Dung-Verputz. Der äthiopische Staat plant anscheinend, bis zu 8000 solche Siedlungen im Land zu bauen.

Mittags erreichen wir unser bereits bekanntes Hotel in Ziway am See.
Wir genießen einen Kaffee samt Weihrauch.
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Dann bemerken wir plötzlich über das Dach einige Meerkatzen heranpirschen. Das ungewohnte Rotel lockt sie an.
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Als ich um das Rotel rumlaufe, sehe ich gerade noch eine Meerkatze von einem offenen Fenster der Fahrgastkabine wegspringen. Zum Glück war jemand im Bus, so das der freche Räuber sich doch nicht getraut hat, rein zuklettern. Nach und nach schließen alle ihre Kabinenfenster, denn die „Belauerung“ durch die Meerkatzen geht noch einige Zeit weiter. Danach laufen wir alle zum See und sehen dort wieder viele Vögel.
Einige unternehmen spontan einen Bootsausflug auf eine Insel, wo es ein altes Kloster mit Bibliothek gibt.
Aber ob das Kloster offen ist, wisse der örtliche Guide nicht. Wir verzichten daher. (Gut so. Das Kloster war geschlossen.)
Auf der größten der fünf Inseln (Tullu Gudo) im Ziway-See soll nach der Zerstörung der Stadt Axum einige Zeit die Bundeslade in Sicherheit gebracht worden sein. Über die Geschichte des axumitischen Reiches und der Bundeslade werden wir noch mehr hören, wenn wir im späteren Verlauf der Reise die Stadt Axum erreichen - was aber leider deutlich schwieriger werden würde, als wir jetzt ahnen.

Zurück auf beim Hotel gehe ich erst mal auf Fotopirsch.
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Weissbrauenweber ?
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Senegalamarant ??
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Dorfweber ?
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Afrikadrossel ?
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Mennigbrust-Nektarvogel ?
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Blaubrustspint ?
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2020
96 Beiträge · seit 201820. Jan. 2020 ·
Vielen Dank für diesen spannenden Einblick in Eure Reise und die interessanten Schilderungen der regionalen "Probleme". Ich hoffe auf Dein Fazit zu "Rotel".

Mit bestem Gruß
Stefan
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
Hallo Stefan,
natürlich wird es ein komplettes Fazit geben.
Und ich werde dabei auch auf Rotel eingehen.

Viele Grüße
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
22.11.2019 Auf nach Norden
Am Morgen laufe ich wieder alleine im Morgenlicht zum See. Genieße nochmals den Anblick der vielen Vögel – und sehe meinen ersten Wiedehopf in Afrika !
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Silberreiher
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Haubenzwergfischer ?
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Schafstelze ?
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Wir fahren heute zunächst wieder nach Addis Abeba. Ein langes Stück davon auf der neuen, vierspurigen Autobahn, die einige Zeit parallel zur neuen Eisenbahnlinie nach Dschibouti verläuft. Es hat wieder zu regnen begonnen. Auf der Autobahn kommen wir auch an Bishoftu (ehemals Debre Zeyit) mit seinen bekannten Kraterseen vorbei. Hier in der Nähe ist auch die Maschine der Ethiopian Airline aufgrund des Softwarefehlers von Boeing abgestürzt.
Die Einfahrt nach Addis Abeba gestaltet sich aufgrund einer Baustelle recht chaotisch, Wir müssen zeitweise auf eine nicht geteerten Umleitung, die einfach durch Brachland geebnet wurde. Richtige Fahrspuren sind kaum erkennbar, so das sich der Verkehr in beide Richtungen jeweils einen eigenen Weg bahnt.
Mittags besorgen meine Frau und ich uns in Addis Abeba in einem Cafe/Bäckerei nur einige Gebäckstücke für unterwegs. Dann laufen wir beide noch zur Medhane Alem Kathedrale.
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Da heute ein Feiertag für St. Michael ist, findet ein Gottesdienst statt. Wir laufen durch das Tor auf das Gelände, bleiben dann aber zögernd stehen. Bei äthiopischen Gottesdiensten ist es wie gesagt üblich, dass die Gebete der Priester per Lautsprecher nach draußen übertragen werden, denn viele der Gläubigen bleiben außerhalb der Kirche und beten dort. Daher sind überall auf dem Gelände in Andacht versunkene Gläubige verteilt. Ein alter Wächter sieht uns beide und winkt uns heran. Auf unsere Frage teilt er uns mit, wir könnten ruhig herumlaufen. Nur in der Kirche sollen wir nicht fotografieren.
Aber wir wollen eh nicht als Touris in den laufenden Gottesdienst in der Kirche platzen. Wir laufen nur eine langsame Runde um die Kirche, beobachten die Menschen und lassen die Stimmung auf uns wirken.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
Danach geht die Fahrt weiter nach Norden. Wir kommen jetzt ins Hochland auf 2.800 Meter. Wieder gibt es Regenschauer.
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Unsere Reiseleiterin ist seit 13 Jahren in Äthiopien zu dieser Jahreszeit unterwegs und hat noch NIE Regen erlebt. Langsam machen sie und der Fahrer sich Sorgen. Wenn es weiter regnet, bekommen wir im Norden Probleme. Eine Tagesetappe führt uns auf einer nicht asphaltierten Piste nach Mekele. Bei Regen ist die Strecke nicht zu fahren.
Hoffen wir also auf ein Ende des Regens. Auch die Bauern können diesen gerade gar nicht brauchen. Überall läuft die Teff-Ernte. Dazu ist trockenes Wetter notwendig.
Um den langen Fahrtag etwas zu verkürzen, erzählt uns unsere Reiseleiterin unter anderem eine schöne Legende aus Äthiopien: Die orthodoxen Äthiopier glauben, zur Geburt kommt ein Engel zu jedem Baby und erzählt ihm alles über das Leben. Das Baby schreie in dem Moment zum ersten Mal, wo der Engel ihm vom Sterben berichtet.
Hier im Hochland nördlich von Addis Abeba sehen wir viele neu gebaute chinesische Fabriken. Alle meterhoch eingezäunt. Die Chinesen sind in Äthiopien überall präsent.
Sie bauen viele Straßen. Aber leider nicht besonders gut. Einfache Teerdecke auf Schotter. Fertig. Geht schnell, ist aber spätestens nach 10 Jahren komplett kaputt und nicht mehr befahrbar. Die Äthiopier haben einen eigenen, spöttischen Namen dafür: Ghiro Road. (Ghiro = Kichererbenbrei).
Auch die neue Hochbahn in Addis Abeba stammt von den Chinesen. Dafür erhalten Sie aber auch alle Einnahmen aus den Fahrkartenverkauf.
Auch sehen wir viele oft rote LKWs „Made in China“ auf Äthiopiens Straßen. Die Äthiopier nennen diese LKWs „Roter Terror“.
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Denn die Bauart ist veraltet. Die LKWs sind noch mit uralter Plattenfedern-Technik ausgestattet.
Es sind Blattfedern, die auch heute noch bei uns verwendet werden. (Dank an Stefan-Hannover)
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Was für eine sehr schlechte Kurvenlage sorgt.

Die mangelhafte bis gar nicht vorhandenen Fahrausbildung der äthiopischen Fahrer und der verbreiteten Neigung, die LKW hoffnungslos zu überladen, sorgt für viele verheerende LKW-Unfälle. Wir kommen auf unserer Reise täglich an solchen Unfällen vorbei.

Die Dörfer der hier ansässigen Amharen und Oromo (hier sind auch die Oromo meist christlich) liegen alle auf Anhöhen und sind durch Mauern mit Toren als Durchlass eingefasst. Richtige Wehrdörfer also.
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
96 Beiträge · seit 201820. Jan. 2020 ·
ich greife mal kurz ein:

Es sind Blattfedern - und die sind, vor allem im Baubereich, gar nicht so veraltet und werden bei diversen Einsatzzwecken auch in Europa und D. immer noch gern genommen.
Natürlich hat eine Luftfederung einen besseren Federungskomfort, bei häufiger Überladung ist die Blattfeder allerdings die bessere Wahl, auch im Hinblick auf die Instandsetzungsmöglichkeiten dort.

Mit bestem Gruß
Stefan
zuletzt bearbeitet 20. Jan. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
Am späten Nachmittag erreichen wir Debre Berhan. Nachdem die bis 1974 in Äthiopien herrschende salomonische Dynastie (die sich auf die alten axumitische Könige berief) im Jahr 1270 der Zwage-Dynastie (Lalibela) die Macht entrissen hatte, wurde Debre Berhan unter dem neuen König Yakunno Amlak (1270-85) zur ersten Hauptstadt dieser Herrscherlinie. Die nächsten 300 Jahre bevorzugten es die salomonischen Herrschen dann allerdings, keine feste Residenzstadt zu haben, sondern wie unsere mittelalterlichen Kaiser von Pfalz zu Pfalz zu ziehen. Ein riesiger Hofstaat zog mit und so wurden die Regierungsgeschäfte jeweils direkt vor Ort erledigt. Erst Kaiser Fasilidas (1632-1667) baute dann in Gondar eine neue, ständige Hauptstadt. Aber dazu jeweils mehr, wenn wir auf unserer weiteren Reise Lalibela, Axum und Gondar erreichen werden.

Am Stadtrand kommen wir auch an den hier ansässigen Brauereien Habesha und Dashen vorbei.
Beim Hotel Getva direkt an der Hauptstraße bauen wir auf. Das Hotel gehört der bekannten Läuferin Gete Wami. Sie war Weltmeisterin und zweifache Medaillengewinnerin bei Olympia. Von ihren Preisgeldern hat sie das Hotel für ihre Familie gebaut.

Da wir etwas Zeit haben und heute ja ein kirchlicher Feiertag ist, laufen meine Frau und ich noch ein Stück durch die Stadt zu Kirche des Lichts Debre Birhan Selassie. Laut der Überlieferung soll der Kaiser Zara Yaqob an der Stelle ein übernatürliches Licht gesehen haben und daraufhin den Bau der Kirche angeordnet haben. Historiker vermuten, das dies 1456 stattfand und der Kaiser den Hally´schen Kometen gesehen hat.
Auf dem Weg dorthin sehen wir bereits viele Menschen in weißen Festtagsgewändern (Netala). Vor dem Gelände der Kirche halten wir wieder einen Moment. Wir sehen, das die Frauen rechts durch ein Tor auf das Gelände gehen, Männer links. Wir beide machen es genauso. Niemand hindert uns. Ich laufe bis vor zur Kirche. Hier sind Stühle aufgestellt. Viele junge Männer sitzen hier und beobachten mich etwas skeptisch, wie mir scheint. Nach einiger Zeit kommt ein alter Würdenträger aus einer Seitentür der Kirche und läuft quer über den Platz nahe an mir vorbei. Ich grüße ihn mit erhobener Hand und „Salam“. Er spricht mich sofort auf englisch an, fragt wie es mir geht. Ich frage ihn, ob es in Ordnung ist, wenn ich hier stehe. Er bejaht dies. Natürlich, gar kein Problem. Ich zeige auf meine Kamera, ob ich ein Foto der Kirche machen dürfe. Aber ja, meint er, ich könne sehr gerne hier fotografieren. Er verabschiedet sich von mir und geht weiter. Da die jungen Männer alle gesehen haben, wie der Würdenträger mit mir gesprochen hat und meine Anwesenheit legitimiert hat, beobachten sie mich jetzt auch nicht mehr. Jedenfalls kommt es mir so vor. Ich mache dezent 1-2 Fotos der Kirche, um die Andacht der Gläubigen , die zumeist im gartenartigen Kirchengelände hinter mir stehen, nicht zu stören.
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Ich laufe ein Stück weiter, treffe dort meine Frau, welche die Kirche umrundet hat und möchte aus dieser Position noch ein Foto machen. Sofort ist ein ungepflegter Mann mit fanatischem Blick, (der kein Festtagsgewand trägt), zur Stelle und bedeutet mir, keine Fotos zu machen.
Ich lasse es. Mit solchen Menschen kann man nicht reden. Später erzählt mir meine Frau, das dieser wohl selbsternannter „Religionswächter“ ihr bereits argwöhnisch um die gesamte Kirche gefolgt ist.
Innerhalb kürzester Zeit erlebe ich hier also die die beiden Extreme des Glaubens:
Zum einen die menschenfreundliche Toleranz, ja Nächstenliebe des alten Würdenträgers, der Verständnis und Nachsicht mit mir neugierigen Touristen hat. Und dann die extreme Intoleranz des selbsternannten Religionswächters.
Wir laufen zügig zurück, da erneut dunkle Wolken aufziehen. Es regnet wieder die ganze Nacht.

Was wir während der Reise noch nicht ahnen: Es handelt sich bei den ungewöhnlichen Regenfällen möglicherweise um die ersten Vorboten eines besonders starken "Indischen Ozean Dipol", das Gegenstück zum El Nino im Pazifik.
Diese Wetteranomalie sorgt durch ungewöhnlich kaltes Wasser vor Australien für eine langanhaltende Trockenheit, was dort zu den starken Bränden geführt hat.
Vor Ostafrika dagegen führt ungewöhnlich warmes Wasser zu verstärkten Regenfällen - und diese Regenfälle haben dort mittlerweile eine riesige Heuschreckenplage in Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda ausgelöst. Die sich leider nach verstärken könnte, wenn dort im März die regulären Regenfälle beginnen. 🙁
Die Menschen dort treffen diese durch den Klimawandel verstärkten natürlichen Phänomene mal wieder besonders hart. 🙁

Indischer Ozean Dipol:
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/1/13.html

Heuschreckenplage in Ostafrika:
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/wissenundtechnik/insektenplage-der-verzweifelte-kampf-gegen-die-heuschrecken/ar-BB102ULf?ocid=spartanntp
https://www.sueddeutsche.de/wissen/heuschrecken-plage-2020-afrika-1.4784106

Nachtrag im Jahr 2021:
Einer Beobachtung habe ich damals keinerlei Bedeutung beigemessen.
Unser Rotel stand in dieser Nacht im Garten des Hotels direkt an der Hauptstraße nach Norden. Ich bin mehrmals in der Nacht aufgewacht durch das Brummen einer langen Kolonne von Militärtransportern russischer Bauart der äthiopischen Armee. Das äthiopische Militär verlagerte anscheinend in dieser Nacht Militäreinheiten.
Was mich im Halbschlaf wunderte: Warum fahren die nach Norden Richtung Tigray ?
Im Süden um Harar rumort es doch gerade im Gebiet der Oromo ??
Mittlerweile wissen wir, was in der Region Tigray seither geschehen ist. Es herrscht Krieg.
Die andauernden Gebete der Priester für Frieden haben nichts bewirkt. Leider.
Ob diese Militärbewegungen damals schon Vorboten des Kommenden waren oder einfach "normale" Militärbewegungen im Land kann ich natürlich nicht sagen.
Dennoch ist mir dies sofort wieder eingefallen, als die ersten Nachrichten vom Einmarsch der äthiopischen Armee in die Region Tigray mit den damit verbundenen Kämpfen bei uns ankamen.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
3.11.2019 Durchs äthiopische Hochland
Nach dem Frühstück habe ich am Hotel eine kurze Unterhaltung mit einem äthiopischen Mitarbeiter der deutschen Botschaft, der in Leipzig studiert hat: Ja, die Lage in Harar ist immer noch problematisch. Mehr wisse er aber auch nicht.
Wir fahren weiter auf der A2 nach Norden. Es beginnt wieder zu regnen.
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Über Serpentinen geht es hoch auf über 3.100 Meter in Richtung Tarmaber Pass und dann durch einen 1938 durch die Italiener während der Besatzungszeit erbauten Tunnel in Richtung Debre Sina. Direkt hinter dem Tunnel sehen wir einige Dschelada (Blutbrustpaviane) am Straßenrand sitzen.
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Blicke kurz hinter der Passhöhe ins Land:
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In der Umgebung von Debre Sina lebt das Volk der Argobba. Muslime, die der Überlieferung nach von arabischen Einwanderern aus dem Stamm des Propheten Mohammed abstammen, die den Islam nach Äthiopien brachten. Tatsächlich gibt es historische Quellen, die belegen, das Mohammed 614 und 615 mehrere gefährdete Familien seiner engsten Anhänger, darunter auch seine beiden späteren Ehefrauen Umm Habiba und Umm Salama heimlich aus Mekka nach Äthiopien in Sicherheit bringen ließ. Dies wird als die erste Hidschra (Flucht) aus Mekka bezeichnet. Der in Mekka herrschende Stamm der Quraisch, der enge Handelsbeziehungen nach Äthiopien unterhielt, verlangte darauf am Hof in Axum die Auslieferung dieser Flüchtlinge. Der König von Axum lehnte dies jedoch ab und gewährte den Moslems sichere Zuflucht. Dies soll Mohammed später veranlasst haben zu verkünden, dass das christliche Äthiopien von der gewaltsamen Verbreitung des Islam mit Feuer und Schwert ausgenommen bleiben soll.

Aufgrund der jahreszeitlich sehr ungewöhnlichen Regenfälle der letzten Tage überqueren wir einen reißenden Fluss bei Jewaha.
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Mittagspause in Ataya. Meine Frau und ich laufen mal wieder die Hauptstraße entlang. Schon bei der Einfahrt ist uns ein Militärposten aufgefallen. Jetzt sehen wir in kurzem Abstand im Ort zwei weitere Militärposten. Auch einige bewaffnete Zivilisten sind unterwegs. Wir kehren nun doch lieber um und setzen uns auch ins Lokal und trinken etwas. Wir erfahren hier, dass es die letzte Tage auch in Ataya Unruhen gegeben hat. Daher die hohe Militärpräsenz.
Während wir so mit Blick auf die Straße dasitzen hält vor dem Lokal ein alter Mercedes-LKW. Den nehme ich natürlich genauer unter die Lupe. Mit viel Kreativität wurde der Laster immer wieder repariert.
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Am Nachmittag fahren wir weiter bis Kombolcha und bauen unser Rotel beim Hotel Sunnyside auf.
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Nachts regnet es schon wieder.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
1’625 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
Hallo CrocV

ich lese natürlich auch ganz eifrig mit. Ich verfolge die politische Situation in Äthiopien, da wir ja gerne ein zweites Mal dorthin wollen. Da war soviel Hoffnung vorhanden und nun?! Man muss für die Menschen hoffen, dass das Land Frieden finden wird.
Wir haben übrigens auf unserer Reise den Rotelwagen bei den Simienbergen stehen sehen.
Bin natürlich auch sehr auf Dein Fazit gespannt.

Viele Grüße
Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
24.11.2019 Auf nach Lalibela
Am Morgen geht es nach Kombolcha sofort steile Serpentinen nach oben. Zunächst haben wir noch einen tollen Blick zurück ins sonnige Tal. Aber als wir höher kommen, tauchen wir in die tiefhängenden Wolken ein.
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Immer wieder gibt es kurze Regenschauer.
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Bei einer Buschpause am Vormittag kommen vom Berghang einige Bauern mit ihren Kühen und einem Dromedar zu uns herunter, während wir noch unsere Blase erleichtern.
Ich blicke zu einem der Bauern und zucke lachend mit den Schultern. Er lacht zurück. Ja, auch die Ferenji (Fremden) müssen mal pinkeln. Das Eis ist gebrochen. Meine Bitte um ein Foto wird freudig bejaht.
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Danach stellen wir noch fest, das ich viel weniger Haare auf dem Kopf haben als einer der Bauern. Wer den Schaden hat, braucht nicht für den Spott zu sorgen.
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Zwei junge Frauen unterhalb auf einem Feld winken uns zu. Auch sie lassen sich gerne fotografieren.
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Wir sind jetzt im Gebiet der christlichen Amharen. Und was soll ich sagen: Uns kommen die Menschen hier viel entspannter und fröhlicher vor.
Wir bleiben bis Weldiya auf der A2 und machen dort im Lal-Hotel Mittagspause.
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Wieder laufen meine Frau und ich lieber etwas die Straße auf und ab, als im Hotelrestaurant zu essen. Wir möchten geröstetes Sorghum (die größte Hirseart) kaufen, das geschmacklich an Popcorn erinnert. In einem kleinen Laden versuchen wir uns mit Händen und Füßen verständlich zu machen, da wir leider die Bezeichnung des „Popcorns“ nicht kennen. Irgendwie begreift der Inhaber, was wir wollen, hat es aber nicht. Er nimmt uns am Arm und führt uns in den Nachbarladen. Dort liegt das Objekt unserer Begierde in der Auslage. Danach kaufen wir noch Wasser und nahe am Hotel an einem Straßenstand Bananen zum Ferenji-Preis. Trotz hartnäckigen Handeln unsererseits zahlen wir letztlich zu viel (wie wir durch ähnliche Käufe an anderen Tagen merken). Wir zahlen für 6 Bananen nicht die geforderten 50, sondern nur 35 Birr. 1 Euro entspricht etwas 32 Birr. Später zahlen wir für 4 Bananen ehrlichere 15 Birr. Letztlich tun uns die Ferenji-Preise nicht wirklich weh. Es geht immer nur um Cent-Beträge für uns. Der Birr hat in den letzten 10 Jahren unglaublich an Kaufkraft gegenüber dem Euro verloren. Vor 10 Jahren bekam man für 1 Euro etwas 12 Birr, heute rund 33 Birr !
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2024
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
Wir biegen nach der Mittagspause auf die B52 ab. Diese führt gen Westen und würde uns bis zum Tana-See bringen. Wir biegen aber in Gashena auf eine unbefestigte Sandpiste ab. Ehrlich gesagt, bei uns würde man sagen: Ein schmaler Feldweg. Das ist die Straße nach Lalibela ! Auf einer kurvenreichen Piste geht es jetzt mit teils spektakulären Ausblicken auf einer steilen Serpentinenstraße am Hang eines langen Bergtals immer höher hinauf. Die Hänge des Tals sind mit terrassierten Teff-Feldern überzogen. Ein atemberaubender Anblick.
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Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
Oben sind wir einige Zeit auf einer Hochebene mit vielen Rundhütten und Gehöften unterwegs.
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Dann geht es wieder in steilen Serpentinen bergab.
Dunkle Wolken ziehen auf. Wir fahren durch einen doppelten Regenbogen und erreichen gerade noch rechtzeitig den bereits asphaltierten Teil der Straße, bevor wieder ein starker Regenschauer einsetzt.
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Als es schon dunkel wird, erreichen wir das Seven Olives Hotel in Lalibela. Hier werden wir 3 Nächte verbringen. Nach der langen Anreise gönnen wir uns 2 volle Tage in Lalibela. Und hier werden wir auch jeweils im Hotel frühstücken. Die Rotelküche bleibt also auch morgens zu.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
Themenstarter165 Beiträge · seit 201520. Jan. 2020 ·
EXKURS zum historischen Hintergrund des Ortes Lalibela und des von der Zagwe-Dynastie gegründeten Reiches:
Als das Aksumitische Reich (wir werden das 300 km nördlich liegende Axum noch besuchen) ab 600 n. Chr. nach und nach an Einfluss verlor, begann das „dunkle Zeitalter“. Hierüber gibt es leider kaum Aufzeichnungen. Gesichert ist nur, dass das Christentum unter dem Druck eines jüdisches Reiches nach Süden in die unzugängliche Region um Lalibela ausweichen musste. Lalibela war die Hauptstadt der Zagwe-Dynastie, die nach dem Niedergang des Aksumintisches Reiches und dem „Dunklen Zeitalter“ hier vom 10. - 13 Jahrhundert ein mächtiges politisches und religiöses Reich begründeten. Die semitische Sprache Ge´es als religiöse Sprache war bei den Zagwe genauso etabliert wie zuvor im aksumitischen Reich und alle religiösen Schriften sind in Ge´es verfasst. Überhaupt führten sie die religiöse Praxis nahtlos weiter und es lässt sich kaum ein Unterschied zu vorherigen und nachfolgenden Dynastien feststellen.
Anders als die aksumitischen Könige, die in regen Austausch mit Europa und dem Vorderen Orient standen, beschränkte sich der Kontakt der Zagwe vornehmlich auf Ägypten, Jemen und Jerusalem. Besonders der Handel mit Ägypten florierte, da dieser Handelsweg damals sicher war und die Karawanen ihn ohne Störungen nutzen konnten. Die Zagwe betreiben auch Fernhandel per Schiff, bevorzugt über den Hafen von Zeila, ganz im nördlichsten Somalia, an der Grenze zu Dschibuti. Es gelang auch die Piraterie im Roten Meer einzuschränken, weshalb keine Woche verging, an dem nicht ein äthiopisches Schiff im Hafen von Aden im Jemen anlegte.
Heute neigen die Historiker zu der Ansicht, das die Kirchen vermehrt im beginnenden 13 Jahrhundert vor und während der Regentschaft von König Lalibela (ca. 1200-1225) entstanden. Vermutlich sollte mit der nördlichen Kirchengruppe ein neues Jerusalem für christliche Pilger entstehen, denn zur Zeit Lalibelas waren die Pilgerwege nach Jerusalem von Feinden blockiert.
1268 endete die Herrschaft der Zagwe-Dynastie durch die Wiedereinsetzung der salomonischen Dynastie, die dann bis zu Kaiser Haile Selassie im 20. Jahrhundert über Äthiopien herrschten.
Über das Leben des hochverehrten Königs Lalibela gibt es folgende Überlieferungen:
Bereits seine Wiege soll von einem Schwarm Bienen umschwirrt worden sein, was seine Mutter als Zeichen seiner späteren Königsherrschaft deutete. Aber zunächst herrschte sein älterer Bruder, der ihn nach der Legende aus Angst vor einer Entmachtung vergiften wollte. Drei Tage schlief Lalibela daraufhin und in einem Traumgesicht zeigte ihm Gott Jerusalem und forderte ihn auf, ein zweites Jerusalem zu bauen. Einer anderen Legende zufolge soll Lalibela tatsächlich in Jerusalem gewesen sein. Überliefert ist aus dortigen Quellen zumindest, das Sultan Sala ad-Din, genannt Saladin (1137-1193) den Äthiopiern gestattete, eine Kirche in Jerusalem zu bauen.
Als Lalibela dann König wurde, begann er laut der Legende den Bau der Kirchen mit Hilfe von Engeln, die Nachts die am Tag begonnenen Arbeiten der Steinmetze fortsetzten. Einige architektonische Elemente der Kirchen lassen aber darauf schließen, das auch ausländischen Handwerker beteiligt waren, vermutlich aus Ägypten, Indien und Armenien.
Laut Legende sollen so in nur zwanzig Jahren Bauzeit die elf Kirchen entstanden sein.
Historiker gehen heute eher davon aus, das die Kirchen mindestens über drei Generationen erbaut wurden.
Eine weitere Legende erzählt, das König Lalibela häufig längere Zeit den Herrscherhof verlassen habe, um unter einfachen Bedingungen beim Bau der Kirchen mitzuhelfen. Einmal folgte ihm heimlich seine Ehefrau, die nicht daran glaubte, das er wirklich ständig auf den Baustellen weilte und eher eine Nebenbuhlerin vermutete. Als sie sah, das alles wahr ist, soll sie sich so geschämt haben, das sie selbst eine Kirche erbauen ließ. Wir werden auch diese am morgigen Nachmittag besuchen.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
573 Beiträge · seit 201420. Jan. 2020 ·
Hallo CrocV,

sehr interessiert verfolge ich Deinen sehr interessanten Bericht. Danke für die vielen Hintergrundinformationen und die viele Mühe die Du Dir hier machst!

Liebe Grüße

Martina
2020: Februar/März Kuba und mehr https://martinasreisen.blog/ 2019 Mai/Juni: Botswana - Caprivi - Vic Falls hier im Forum https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/297741-slow-motion-runde-um-s-okavango-delta.html 2018 Sizilien, Äolische Inseln, La Reunion und mehr: https://martinasreisen.blog/ 2018 Ost-Sizilien und Liparische Inseln Reisebericht: https://www.umdiewelt.de/mTravelogue.php?t=9215&m=p 2017 Island - Spitzbergen - Nordkap - Norwegen Reisebericht: http://www.umdiewelt.de/Europa/Nordeuropa-oder-Skandinavien/Island/Reisebericht-9019/Kapitel-0.html 2016 Vietnam Reisebericht: https://www.vivien-und-erhard.de/forum/index.php?thread/9522-knapp-3-wochen-vietnam-von-s%C3%BCd-nach-nord-reisebericht/&pageNo=1 2015 Namibia Reisebericht: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286330-namibia-die-erste-mai-2015-ein-traum.html
Themenstarter165 Beiträge · seit 201521. Jan. 2020 ·
25.11.2019 Die Felsenkirchen von Lalibela
Der Ort Lalibela hieß ursprünglich Roha und wurde erst zu Ehren des Königs Lalibela nach diesem benannt. Lalibela liegt inmitten der Lasta-Berge auf 2.700 Metern. Entsprechend frisch ist es am Morgen. In eine Jacke gehüllt und mit Mütze auf dem Kopf verlasse ich das Hotelgelände und beobachte das erwachende Leben in Lalibela. Besonders interessieren mich heute die an vielen Orten in Äthiopien am Straßenrand aufgestellten Kicker. Ein paar Jungs sind schon am Spielen und ich betrachte es mir mal etwas näher, denn irgendwie hört sich das Geräusch anders an als bei uns. Und tatsächlich, anstelle der wohl längst kaputten Bälle spielen die Jungs mit abgerundeten kleinen Steinen.
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Durch die Sonne wärmt sich die Luft sehr schnell wieder auf, so das wir um 9 Uhr ohne Jacken zur Besichtigung der ersten Kirchengruppe starten können.
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Vorher haben wir uns sicherheitshalber die Socken und Hosenbeine mit Flohgift eingesprüht. Soll es doch in den Teppichen der Felsenkirchen möglicherweise diese kleinen Untermieter geben.
Wir laufen von unserem Hotel die kurze Strecke bergab zum Eingang der nördlichen Kirchengruppe. Als Tourist sieht man hier nur noch wenige Gläubige, denn seit einigen Jahren wurden die Gebetszeiten von den Besichtigungszeiten getrennt. Morgens ab 5 Uhr finden die Morgenandachten statt. Von 8-12 und 14-17 Uhr „gehören“ die Kirchen dann den Touristen.
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Am Eingang erfolgt wie immer eine Taschenkontrolle sowie eine Leibesvisitation. Dann können wir endlich den Kirchenbezirk betreten.
Direkt nach dem Eingang kommen wir zur Kirche Beta Medane Alem (Haus des Erlösers der Welt), die wie einige andere von einer gewaltigen Stahlkonstruktion aus den 60er Jahren zum Schutz von Erosion überspannt wird.
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Die Kirche ist angelehnt an die Alt-Aksumitische Architektur aus dem Fels gehauen worden und die größte Kirche in Lalibela. Die Fenster der unteren Reihe imitieren alt-aksumitische Vorbilder mit den „Affenköpfe“ genannten Balkenenden.
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Was oft nicht erwähnt bzw. wertgeschätzt wird: Neben den aus den Fels geschlagenen Kirchen existiert ein ausgeklügeltes System zu Entwässerung mit über das ganze Areal verteilten, separat in den Felsen geschlagenen Gräben. Eine großartige planerische und handwerkliche Leistung
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Nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen haben, treten wir ins Innere und sehen den von Säulen durchzogenen großen Innenraum. Die Säulen sind durch Halbbögen miteinander verbunden.
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In einem der Rundbögen sind drei Schilde angebracht. Einer davon soll der Schild König Lalibelas sein. Etliche Gemälde mit zumeist christlichen Darstellungen sind im Raum verteilt.
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Eines der Gemälde zeigt vier Könige. Der zweite von rechts ist König Lalibela.
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Daneben gibt es drei längliche Vertiefungen, welche die Gräber von Abraham, Isaak und Jakob symbolisieren.
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Praktisch alles in Lalibela ist von solch symbolischer Bedeutung erklärt man uns.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201521. Jan. 2020 ·
Wir verlassen die Kirche, ziehen unsere Schuhe wieder an und laufen durch einen schmalen, tunnelartigen Durchgang in den nächsten Hof zur Kirche Beta Mariam (Haus der Maria).
Dies ist vermutlich die älteste Kirche Lalibelas und soll die Lieblingskirche von König Lalibela gewesen sein. Im Hof sehen wir ein im Boden eingelassenes Taufbecken.
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Etwas abseits sitzen mehrere Frauen und bereiten Mehl für das Brot zur Speisung während der Gottesdienste.
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Die Fassade der viereckigen Kirche ist mit einer Vielfalt unterschiedlicher Fenster und drei hervorstehenden Eingangsportalen versehen. Das Hauptportal wird von zwei gemeißelten Reitern überragt, die einen Drachen töten.
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Die Fenster sind in Form des Andreaskreuzes und des indisches Schwastika (Glücksbringer) gestaltet. Nach der Überlieferung sollen auch indische Arbeiter beim Bau der Kirchen beteiligt gewesen sein.
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Zunächst zeigt uns aber ein Priester aus der daneben liegenden kleinen Kirche Bete Meskel (Kreuzkirche) ein 900 Jahre altes Kreuz im Lalibela-Stil.
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Auch hier ziehen wir wieder unsere Schuhe aus und geben sie in die Obhut einer Äthiopierin, der „Hüterin unserer Schuhe“, welche uns den ganzen Tag begleiten wird.
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Sich solch eine Hüterin zu engagieren ist ein sinnvolle Investition. Zum einen findet man so seine Schuhe wieder heil vor und zum anderen sind die Kirchen teils aneinander gebaut, so das wir dort ohne Schuhe von Kirche zu Kirche wechseln – und am Ende an ganz anderer Stelle unsere freundlich lächelnde Hüterin samt unseren Schuhen vorfinden.
Wir treten in die sehr kleine Bete Meskel ein. Der Priester macht uns auf das Kreuz anstelle eines Gewölbes im rechten Teil der Kirche aufmerksam.
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Diese kleine Kirche war ursprünglich von sehr hoher Bedeutung, soll hier doch ein Teil des Kreuzes Christi aufbewahrt worden sein. Daher auch der Name Kreuzkirche. Auch hier gibt es einige Gemälde.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201521. Jan. 2020 ·
Aufgrund der Enge sind wir schnell wieder draußen und betreten durch das Hauptportal nun die Beta Mariam. Welch ein Kontrast. Die Kirche ist reich mit Fresken, Malereien und Verzierungen versehen.
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Die 13 Meter hohe Kirche besitzt eine zweite galerieartige Etage, die nur von den Priestern betreten werden darf und als Aufbewahrungsort für Kirchenreliquien dient.
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Die Wandmalereien zeigen Szenen aus dem Leben Christi und Marias sowie verschiedene geometrische Motive (griechische Kreuze, Hakenkreuze, Davidsterne, Sonnenscheiben).
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Auch Tiere werden abgebildet. So ein roter und schwarzer Stier im Kampf als Sinnbild des Kampfes zwischen Gut und Böse.
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Am Wichtigsten ist hier allerdings die verhüllte „Säule des Lichts“. Diese Säule soll bis ins 16. Jahrhundert geleuchtet haben.
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Auf ihren 4 Seiten sind in griechisch und Ge´es die 10 Gebote, die Geschichte von der Entstehung und von Ende der Welt und die Entstehungsgeschichte der Kirchen von Lalibela eingraviert sein. Die Säule ist verhüllt, weil es sehr gefährlich sein soll für den einfachen Menschen. Allenfalls „hochgestellte“ Priester dürfen sie anzusehen.
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zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201521. Jan. 2020 ·
Nach dem Verlassen der Kirche betreten wir im gleichen Hof noch die Kirche Beta Denagel ( Jungfrauenkapelle ), die ursprünglich wohl von Nonnen im Dienst des Königs genutzt wurden.
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Die Kirche ist deutlich gröber aus dem Fels gehauen. Hier sehen wir ein sehr altes Gemälde von St. Georg.
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Wir verlassen nun auch diesen Hof, steigen eine Treppe hinab und folgen rechts einem Graben zum dritten Hof des nördlichen Kirchenkomplexes.
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Wieder ziehen wir unsere Schuhe aus und betreten die Kirche Bete Debre Sina (Heiliger Berg Sinai) . Die Kirche ist sehr schlicht gehalten mit ihren kreuzförmigen Säulen. Durch eine Tür kommt man in die Kirche Debre Golgota – wenn man ein Mann ist. Frauen haben keinen Zutritt.
Hier fallen sofort mehrere lebensgroße Reliefs von Heiligen ins Auge. Einige der Reliefs sind noch gut erhalten, so das sich anhand der Inschriften die äthiopischen Märtyrer Cherkos und Georg sowie der Evangelist Johannes bestimmen lassen. Neben den südlichen Relief sind an der Wand auch noch lebensgroße Wandmalereien von Heiligen zu erkennen.
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Hinter einem Vorhang befindet sich der Priesterbereich mit dem symbolischen Grab Jesu. Hinter dem Priesterbereich liegt der Zugang zur Selassie-Kapelle, die nur von Priestern betreten werden darf. Sie ist der heiligste Platz in Lalibela. Dort befinden sich drei Altäre, die dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist gewidmet sind. Diese Kapelle, so vermuten Historiker, könnte ursprünglich die Totenkapelle der Könige von Zagwe gewesen sein.
Nach Verlassen der ineinander übergehenden Kirchen kommt man durch eine Art Turm aus der nördlichen Kirchengruppe heraus. Dreht man sich nun um, entdeckt man am Turm ein Kreuzfenster, welches das Grab Adams symbolisieren soll.
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Wir laufen jetzt ein Stück an einigen doppelstöckigen Tukuls, den traditionellen Rundhäusern der Region vorbei.
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Die Bewohner hat man vor einigen Jahren daraus vertrieben, um hier eine Art „Freilichtmuseum“ einzurichten. Oder auch nur, weil man meint, der Anblick der einfachen Bevölkerung könnte die Touristen stören ? Jetzt warten hier jedenfalls aufdringliche junge Souvenirverkäufer auf uns. Als wir uns durchgearbeitet haben, laufen wir ein kurzes Stück auf einer Straße nach rechts und biegen dann auf einen Fußweg ein
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 02. Feb. 2020
Themenstarter165 Beiträge · seit 201521. Jan. 2020 ·
Leicht zu erkennen, das es hier zur bekanntesten Kirche Lalibelas geht: Entlang des Weges haben Souvenirhändler ihre Stände aufgebaut. Wir nähern uns von oben der Kirche Beta Giyorgis, die mit ihrer Kreuzform weltweit viele Reiseführer und Bücher über Äthiopien als Titelbild ziert.
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Auf einem kleinen Hügel oberhalb haben wir nun genau diesen Postkartenblick. Und der ist wirklich sehr eindrucksvoll.
Die Kirche wurde in einem Stück in den Fels hineingeschlagen.
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Durch einen schmalen ebenfalls tief in den Fels geschlagenen Graben steigen wir schließlich nach einiger Zeit zur Kirche hinab. An einer Seite des Grabens sollen die Hufspuren des Pferdes von St.Georg zu sehen sein, dem diese Kirche geweiht ist.
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Durch zwei in den Fels geschlagene Durchgänge kommen wir schließlich unten im Hof der Kirche an.
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In der Wand einer Seite ist eine Vertiefung geschlagen. Hier liegen die Gebeine von 3 Pilgern, die auf dem Rückweg aus Jerusalem hier gestorben sind.
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Auch in diesem Innenhof gibt es Vertiefungen, in denen heiliges Wasser gesammelt wird.
In der Kirche sind in einer Truhe die Werkzeuge von König Lalibela aufbewahrt, die dieser nach Beendigung der Bauarbeiten hier niedergelegt haben soll.
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Denn diese Kirche war wohl die letzte erbaute Felsenkirche in Lalibela. Dazu ist noch ein 500 Jahre altes Gemälde von St. Georg zu sehen. An der Decke wieder Kreuze und die 12 Säulen, welche die 12 Apostel symbolisieren.
Nach diesen Besichtigungen laufen wir zurück zum Hotel, um erst einmal Mittagspause zu machen. Wir setzen uns an einen Tisch im Garten, bestellen Kaffee und ich notiere alles, was mir noch einfällt von den vielen Erläuterungen.
Jaguar-Safari 2016: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11943-reisebericht-pantanal-2016-durch-die-serengeti-s%C3%BCdamerikas/ Nordperu 2017: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11861-reisebericht-nordperu-2017-auf-den-spuren-alter-kulturen/&pageNo=1 Mexiko 2022: https://www.unsernordamerika.de/suite53/forum/index.php?thread/11564-reisebericht-mexiko-2022-auf-den-spuren-alter-kulturen/ Äthiopien 2019: www.namibia-forum.ch/forum/168-diverses/298975-reisebericht-drei-wochen-aethiopien-mit-dem-rotel.html Indien Tigersafari 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/296690-reisebericht-tigersafari-indien-mai-2018.html Uganda 2015: https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287855-uganda-ruanda-nicht-nur-primaten.html?limitstart=0
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Was für eine super Tour. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Wahl, so ein interessantes Land zu bereisen.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway