DAS STAUNEN IM WALDE - Madagaskar Oktober 2018

Reisebericht 49 Antworten · 11,0k Aufrufe · gestartet 02. Jan. 2020 von Bhekisisa
Themenstarter468 Beiträge · seit 200702. Jan. 2020 ·
Liebe Fomis!

Jetzt haben wir schon 2020 - ein gutes neues Jahr euch allen nachträglich - und ich mähre immer noch an meinem Reisebericht vom Oktober 2018 rum! Es ist schon eine Schande, wenn auch eine sehr luxuriöse, wenn man mit den Berichten über gemachte Reisen nicht hinterherkommt 😉 ... Wenn ich aber auch immer so viele Worte machen muss! Das ist auch diesmal wieder so, denn wir, die wir erstmals auf Madagaskar waren, haben wieder ungemein viel erlebt und vieles entdeckt, was uns neu war, obwohl wir es schon oft in Filmen gesehen und davon geträumt hatten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr uns auf dieser Reise begleitet, auf der wir das Staunen im Walde lernten - und auch kennenlernten.

Damit ihr wisst, wo wir waren, beginne ich mit der Reiseroute und gestehe dann, warum wir nicht schon viel früher dort gewesen sind.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch Barbara
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1'068 Beiträge · seit 201302. Jan. 2020 ·
Oh wie schön !

Vielen Dank für den ersten Teil des Berichts.

Madagaskar ist eines meiner Traumziele....du zeichnest einen Weg auf, der auch mir weiterhelfen könnte 🙂

Gruß
Mabe
Themenstarter468 Beiträge · seit 200707. Jan. 2020 ·
Liebe Mitreisende!

Nachdem wir ewig mit unserem Kopfkino schwanger gegangen waren und schließlich Nägel mit Köpfen gemacht und eine Tour nebst Flügen gebucht hatten, ist es jetzt endlich so weit: wir reisen nach Madagaskar. Ein langer Weg liegt vor uns, eine Einreiseprozedur, holperig wie das Bachbett eines Hochgebirgsflüsschens, muss durchlaufen werden, dann dürfen wir unsere Füße auf madagassischen Boden setzen – der Urlaub kann beginnen. Doch was ist das? Wir kriegen nicht den von uns „bestellten“ Guide, sondern ein Zweiergespann an die Seite gestellt, das auf den ersten Blick wenig verheißungsvoll rüberkommt...

Doch lest selbst! Viel Spaß dabei wünscht euch Barbara

@Mabe:Ja, auch für uns war (und ist) Madagaskar ein Traumziel und wir sind froh und glücklich, dass wir uns diesen Traum erfüllt haben. Also lass dich nicht abhalten, auch dir deinen Traum zu erfüllen. Und wenn du irgendwelche Tipps oder einen näheren Hinweis auf den Veranstalter brauchst, helfe ich dir gerne weiter, so gut ich kann.

Liebe Grüße von Barbara
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zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2020
1'068 Beiträge · seit 201307. Jan. 2020 ·
Oh wie schön, es geht weiter!

Ich glaube, ich muss jetzt mal ne Zeit aussetzen damit ich den Bericht in einem Rutsch lesen kann...immer diese Appetithäpchen ist schon was fies 😉

Ich schick dir mal ne PM

Salü
Mabe
630 Beiträge · seit 200808. Jan. 2020 ·
Liebe Barbara,

Ich bin schon gespannt, wie Ihr im Land (und mit den Guides) zurecht gekommen seid. Der Anfang verspricht interessante Erlebnisse.

In Vorfreude

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
Themenstarter468 Beiträge · seit 200708. Jan. 2020 ·
Hallo Mabe!
Das würde ich mir noch mal überlegen, ob ich nicht lieber den süßen Schmerz des Wartens auf das nächste Appetithäppchen in Kauf nehmen würde, als Wochen und Monate zu harren, bis ich endlich mit dem Bericht fertig bin. Schließlich sind wir erst in Madagaskar angekommen und bis es wieder nach Hause geht, verstreichen in Echtzeit drei Wochen, in Berichtzeit kann das durchaus so sein wie mit Menschen- und Hundejahren... 😉
Doch mach, wie es für dich am spannendsten oder schönsten ist – ich gebe mir Mühe, nicht allzu lang herumzutrödeln. Versprochen!

Hallo Klaus!
Oh ja, die hatten wir, die interessanten Erlebnisse! Aber ich kann dir schon mal verraten, dass uns Madagaskar mit offenen Armen aufgenommen hat, wir uns sehr geborgen fühlten und auch, dass wir unsere Guides ganz schnell wieder aus der Schublade rausgeholt haben, in die wir sie bei der ersten Begegnung gesteckt hatten. Na, zumindest den einen. Der andere musste noch ein bisschen schmoren!

Liebe Grüße von Barbara
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751 Beiträge · seit 201109. Jan. 2020 ·
Hallo Barbara,

als Fan deiner Berichte bin ich natürlich auch wieder bei
Ananatananadingsbums oder Tananaananairgendwie
😄 dabei.
Deine Wortwahl ist unübertroffen und die gezeigten Bilder äußerst verführerisch.
Ich freu mich und habe kein Problem, wenn es dabei gemütlich zu geht...
Grüße (auch an Heinz),
Nette
1'068 Beiträge · seit 201309. Jan. 2020 ·
Ok, hab´s mir überlegt...kann weitergehen 🙂

Gruß
Mabe
Themenstarter468 Beiträge · seit 200714. Jan. 2020 ·
Liebe Mitfahrer,

es geht weiter! Wir haben eine Nacht in Tana verbracht und freuen uns schon, dass es jetzt endlich richtig los geht. Und obwohl wir nicht pünktlich abgeholt werden und ohnehin den folgenden drei Wochen im Hinblick auf unsere Guides etwas zweifelnd entgegenschauen, gelingt es uns vieren, uns einander anzunähern, sodass sich die zwischenmenschlichen Wolken beinahe zur Gänze auflösen. So können wir uns ganz auf die ersten Eindrücke - und es sind viele - konzentrieren: Über das sehr eigene Flair Tanas, kulinarische Relikte aus der Kolonialzeit, geisterfreundliche Bauweise und eigenwillige Andenken ist alles dabei. Doch überzeugt euch selbst!

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch Barbara

@Mabe: Dein Wunsch ist mir Befehl! Ich hoffe, deine Entscheidung wird belohnt!

@Nette: Es freut mich ganz besonders, dass du wieder mit dabei bist! Und Heinz hat sich sehr über deinen Gruß gefreut!!!
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200723. Jan. 2020 ·
Liebe Begleiter!

Die nächste Etappe ist online! Heute geht es vom kühlen Antsirabe Richtung Glutofen Westküste - der Temperaturanstieg ist deutlich zu spüren. Unterwegs betrauern wir kahles Land, das trotzdem wunderschöne Seiten hat, Heinz „beschult“ die Kinder von Dabolava, mittags gibt es mal wieder Lunch, das Etablissement ist aber eher - naja -, wir überqueren den Tsiribihina (über die Brücke, obwohl man zu Fuß auch rüberkäme), delektieren uns an Entenliesln, Ziegenpeters und den ersten Baobabs und beschließen den Tag mit einem Dinner, bei dem Mamy fehlt, wir aber dafür Fonzy kennenlernen.

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht euch
Barbara
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zuletzt bearbeitet 23. Jan. 2020
3'883 Beiträge · seit 201123. Jan. 2020 ·
Hallo Barbara,
was du über das Abholzen schreibst, haben wir leider auch in Sambia sehen müssen. Überall brannte der Busch, an den Straßen wurde die Holzkohle verkauft. So riesig wie in Brasilien sind die Feuer und Wälder in Sambia natürlich nicht, aber über kurz oder lang wird dort über weite Landstriche die Erosion einziehen. Es ist zum Heulen! Auf dem Weg zu einer unserer Unterkünfte sind wir mitten in ein solches Buschfeuer geraten. Kurz vor uns ist ein Baum über den Fahrweg gefallen, und wir mussten umkehren.

Danke für deinen spannenden Bericht,
es grüßt dich freshy
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5'483 Beiträge · seit 200924. Jan. 2020 ·
Hallo Barbara,

als "Krone der deutschen Sprachelite" 😉 möchte ich mich ganz doll für diesen inhaltlich und sprachlich hervorragenden Reisebericht bedanken. Ich freue mich schon auf die nächsten Reisetage.

Gibt es auch Bilder von Euren beiden Guides? Du schreibst so viel von ihnen, da wäre es schön, wenn man ein Bild der beiden vor Augen hätte.

Alles Gute
Thomas
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200724. Jan. 2020 ·
Liebe Freshy,

ja, es ist zum Heulen! Überall auf der Welt fällt Wald der Gier, der Dummheit, aber auch der Not der Menschen zum Opfer. Es ist wirklich ein Trauerspiel! Und das, was du über Sambia sagst, kann ich nur bestätigen. Wir waren im Oktober dort und das ganze Land war praktisch ein Brandherd. Überall brannten Feuer, vernichteten die Vegetation und gerieten dabei offenbar immer wieder außer Kontrolle, sodass auch viele Bäume in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ende Oktober verbrachten wir eine knappe Woche im Mana Pools NP, der ja direkt gegenüber von Sambia liegt, nur getrennt durch den Fluss. Und die ganzen Tage unserer Anwesenheit wütete in den sambischen Bergen ein kilometerlanger, riesiger Brand. Tagsüber sah man „nur“ die Rauchschwaden, doch in der Nacht glühte es gespenstisch und man konnte beobachten, wie sich die Flammen immer weiter in den Wald fraßen. Erschwert wurde das Ganze dann noch durch Temperaturen zwischen 45 und 51 (!) Grad Celsius...
Und die Sache mit der Holzkohle ist wirklich augenfällig. Teilweise stehen an stark befahrenen Durchgangsstraßen über Kilometer riesige Holzkohle-Säcke, jeder 25 kg schwer – soweit das Auge reicht. Aber womit sollen die Menschen sonst kochen? Es ist ein Elend!!!
Mit dem umfallenden Baum habt ihr ja verdammtes Glück gehabt! Gott sei Dank ist euch nichts passiert! Es ist ja schon ein Wagnis, durch Buschbrandgebiet zu fahren, man weiß nie, ob einen nicht die Flammen einschließen oder zu nahe kommen oder eben ein Baum umfällt. Und auch, wenn ihr eure Unterkunft nicht erreicht habt, was zwar sehr ärgerlich ist, so könnt ihr doch froh sein, da heil wieder rausgekommen zu sein! Was wahrscheinlich zahlreiche Tiere nicht von sich behaupten können...

Ich danke dir für deinen Beitrag, liebe Grüße
von Barbara


Zambia_Abholzung.jpg


Lieber Thomas!

Vielen Dank für dein Lob (besonders das „sprachliche“) – und das aus dem Munde eines Hannoveraners 😉
Natürlich kann ich deinen Wunsch nachvollziehen, unsere vielzitierten Guides gerne sehen zu wollen. Deshalb habe ich mal eine Kollage zusammengestellt, auf denen du alle relevanten Beteiligten sehen kannst: Heinz und mich, Mami und Vati, Aina, der Ende der zweiten Woche zu uns stieß, Christian, unseren Guide aus dem Kirindy und Sahouli aus dem Andasibe. So wird mein Bericht hoffentlich persönlicher, hautnäher und plastischer. Nachdem du uns nun „in echt“ kennst, wünsche ich dir weiterhin viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße aus dem Seppl-Land
von Barbara


Mad_Mannschaft.jpg
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zuletzt bearbeitet 24. Jan. 2020
2'462 Beiträge · seit 200624. Jan. 2020 ·
Liebe Barbara,
das ist einer der schönsten Reiseberichte, die ich je lesen durfte.. eine Liebeserklärung an das Land und seine Einwohner. Ich dachte immer, Madagaskar würde mich nicht reizen, aber Deinen Bericht zu lesen, belehrt mich eines Besseren. Lieben Dank dafür.

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
2'462 Beiträge · seit 200624. Jan. 2020 ·
Topobär schrieb:Hallo Barbara,

als "Krone der deutschen Sprachelite" 😉
Thomas
Möchtest Du ihr erklären, dass der niedersächsische Genitiv (Jochen seine Tasche, Hans sein Pferd) ein weiterer notwendiger Fall ist oder soll ich? 😛 😄
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
1'068 Beiträge · seit 201325. Jan. 2020 ·
Wie schön, es geht weiter. Ich freue mich sehr über jede Etappe 😁

"Vati und Mami" ...herrlich!!

Viele Grüße
Mabe
5'483 Beiträge · seit 200927. Jan. 2020 ·
Sanne schrieb:
Topobär schrieb:Hallo Barbara,

als "Krone der deutschen Sprachelite" 😉
Thomas
Möchtest Du ihr erklären, dass der niedersächsische Genitiv (Jochen seine Tasche, Hans sein Pferd) ein weiterer notwendiger Fall ist oder soll ich? 😛 😄
Mach mal. Grammatik war noch nie meine Stärke. 😁
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8'058 Beiträge · seit 200827. Jan. 2020 ·
Hallo Barbara,

Bin erst heute auf deinen Reisebericht über Madagaskar gestossen und habe ihn auch gleich gelesen.

Habe auch viele Ecken durch deine Bilder erkannt.

Danke für's teilen.

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
1'471 Beiträge · seit 200827. Jan. 2020 ·
Liebe Barbara,

ich möchte Dir heute auch mal ein paar Zeilen schreiben. Natürlich habe ich Deinen herzallerliebst geschriebenen Reisebericht bis hierhin verschlungen und warte sehnlichst auf die Fortsetzung. Danke Dir, dass Du uns alle teilhaben lässt. 😛
Wir waren 2012 und 2014 auf Madagaskar unterwegs und haben einen Teil unseres Herzens dort verloren. Die 3. Reise ist schon in unseren Köpfen und wartet auf die Umsetzung. Annick hat uns mit ihrer Reiseberichterstattung wieder einen Schupser gegeben und Du setzt jetzt noch einen oben drauf. Ja, mach mal. 🤩
Liebe Grüße aus Berlin,

Moose.
Sanne schrieb:Liebe Barbara,
das ist einer der schönsten Reiseberichte, die ich je lesen durfte.. eine Liebeserklärung an das Land und seine Einwohner. Ich dachte immer, Madagaskar würde mich nicht reizen, aber Deinen Bericht zu lesen, belehrt mich eines Besseren. Lieben Dank dafür.

Viele Grüße
Sanne
sorry - offtopic:
Hach die Sanne ist aufgetaucht! 🤩
Meld Dich doch mal, wir treffen uns am 15. Februar wieder mal in Berlin...
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=a8a948-1342536910.jpg Fotobericht Madagaskar 2012 - Zwei Knäckebrote auf Lemurensuche Fotobericht Südafrika 2013 - Von Elefanten gejagt, von Katzen verlassen Fotobericht Madagaskar 2014 - Madagascar Ostküste - Teil 2 der Knäckebrot-Saga
Themenstarter468 Beiträge · seit 200729. Jan. 2020 ·
Liebe Sanne!

Ach Mensch, das ist wirklich das schönste Kompliment, das du mir machen konntest – ich bin ganz gerührt und freue mich tierisch darüber! Und ich wäre stolz, wenn du tatsächlich aufgrund meines Berichts (Genitiv!) eine Reise nach Madagaskar ins Auge fassen würdest. Das Land ist wunderschön und würde dich sicher in seinen Bann ziehen. Man muss aber auch ganz klar sagen: je zeitnaher du diese Reise antrittst, desto besser, denn Abholzung und Umweltzerstörung schreiten in rasantem Tempo voran und was man heute noch bewundern kann, könnte morgen schon der Vergangenheit angehören. Also schreibe ich weiter und gebe mir die größte Mühe, dich noch mehr für Madagaskar zu begeistern.

Was den niedersächsischen Genitiv anbelangt: wir Bayern sind mit notwendigen Sonder-Fällen vertraut und haben ebenfalls einen eigenen Genitiv, der schriftdeutsche würde uns beim Sprechen niemals über die Lippen gehen. Und der bairische Genitiv ist dem niedersächsischen sehr ähnlich, zumindest in der einen Form. Es gibt aber noch eine zweite und die beiden Abarten werden je nach Kontext gebraucht.
Fall 1: Der Benedikt und der Florian sind im Kindergarten. Es ist ein heißer Sommertag und im Garten wurde ein Planschbecken aufgebaut, das von den Kindern fleißig genutzt wird. Doch es ist schon Nachmittag und die Mütter holen ihre Kinder ab. Schnell ziehen sich Benedikt und Florian an, verwechseln aber in der Eile ihre Hemden. Florians Mutter ist erstaunt, ihren Sprössling in einem grellbunt geblümten Hemd zu sehen. „Ja, Flori, du schaugst ja aus wia a Kaschbal!“, fragt sie mit entsetztem Unterton. Benedikts Mutter fühlt sich angegriffen. „Tsss, Frau Kandlbinder, des is am Bene sei Hemad, des hamma von unsara Hawaiireise mitbrocht, aber då san Sie gwieß no ned gwen.“ Sie schält die beiden Knaben aus den Oberteilen, tauscht sie, steckt ihren Sohn in das richtige Hemd und zerrt ihn grußlos nach Hause.

Fall 2: 15 Jahre später, der Benedikt hat sich seine Vorliebe für bunte Hemden bewahrt und wandelt damit auf Freiersfüßen. Er hat ein Auge auf die Sixn-Kathl geworfen und lange um sie geworben. Abend für Abend stand er unter ihrem Balkon und warf Steinchen an ihr Fenster im ersten Stock. Heute hat ihn das Mädchen nun tatsächlich erhört und lässt ihn in ihre Kammer. Die beiden schmusen lange, immer auf der Hut vor ihren strengen Eltern. Dann hält es Benedikt nicht länger aus, er will die Kathl hautnah spüren. Gerade hat er sich seines Hemdes entledigt, als Schritte auf dem Gang ertönen. „Schnei, da Vadda, du muaßt vaschwindn!“ Benedikt drückt ihr trotz seiner Panik eine Kuss auf den Mund und flüchtet dann Hals über Kopf, hinaus auf den Balkon, und klettert so schnell er kann die Leiter hinunter. Er versteckt sich hinter de Efeu und kann hören, wie der Vater in Kathls Zimmer poltert. „Wos ist då los? Du bist doch ned alloa! Ja, Kreizkruzetürkn, i glaab, i sig vakehrt! Des is ja des Hemad vom Bene …!“

Nach diesem Exkurs in die Feinheiten des bairischen Genitivs verabschiede ich mich und arbeite weiter an meinem Bericht 😉

Liebe Grüße von Barbara


Liebe Annick!

Natürlich ist mir dein Bericht auch schon ins Auge gefallen, aber leider bin ich noch nicht dazu gekommen, ihn mir zu Gemüte zu führen. Das will ich bald mal in Ruhe tun. In Ruhe, denn es wäre schade, nur drüber zu fliegen, wenn sich jemand so viel Mühe damit gemacht hat. Ich freue mich schon darauf, denn es ist immer besonders schön, über die Erfahrungen anderer zu lesen, wenn man selbst schon vor Ort war. Und wenn du bestimmte Ecken auf meinen Bildern erkannt hast, haben wir wohl zumindest ein paar Ziele gemeinsam gehabt. Ich bin schon gespannt!

Danke für deinen Bericht und liebe Grüße von Barbara


Liebe(r) Moose!

Herzlichen Dank für deine Zeilen, ich freue mich sehr, dass du mein wortreiches Geschwalle dennoch mit Genuss verschlungen hast und dass es dich sogar animiert, den verlorenen Teil deines Herzens zu suchen und Madagaskar abermals zu besuchen. Ich kann es gut verstehen, dass ihr euch in diese Insel verliebt habt – mir geht es nicht recht viel anders!

Deshalb werde ich mich gleich dransetzen und weiterschreiben, damit deine Sehnsucht stets genährt bleibt und du recht bald auf die Insel deiner Herzfragmente und Träume zurückkehrst. Ja, ich mach ja schon! Morgen sollte es so weit sein...

Liebe Grüße aus München von Barbara
LINKS ZU ALLEN BISHERIGEN REISEBERICHTEN 2007 Afrikanische Augenblicke, Botswana 2008 Die Augen in Afrika, Botswana Sambia 2009 RegenZeitZauber, Namibia Botswana 2011 Wüsten voller Wunder, Südafrika Namibia Botswana 2013 SternStundenTage, Südafrika Namibia Botswana Zimbabwe 2014 WiederSehensFreude, Südafrikas Sukkulentenkaroo 2015 LebenTraumPfade, Uganda Ruanda Tansania 2018 Das Staunen im Walde, Madagaskar http://www.bariez.com Bilder aus Afrika, Reisetipps und Reiseblog
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2020