ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200823. Sept. 2019 · #41
28.07.2019
Um 6 Uhr stehe ich auf. Toni bleibt liegen. Er will es heute "Take it easy". Ausserdem kann er nicht mehr so krabbeln wegen seinem Knie. Draussen ist es frisch, 14 Grad. Eine halbe Stunde später begebe ich mich zum Restaurant. Die Aussicht von da aus mit dem Nebel ist schon besonders!
Hier noch einmal der Pool von einem anderen Winkel.
Ich suche mir einen Tisch aus
und eile zum Buffet. Beim ersten Blick sieht es sehr einladend aus.
Leider sind einige Croissants von gestern und manche Vazahas bedienen sich, legen sie zurück und nehmen Andere....
Danach bleibt noch Zeit zum Zähne putzen.
Der Nebel löst sich auch langsam auf.
Punkt um 7 Uhr erscheint Léon.
Wir fahren gleich Richtung Parc National Tsingy de Bemahara Office. Da erwartet uns der Guide. Am Schalter werde ich zur Kasse gebeten. Eintritt pro Person: 55'000 Ariarys Piroge: 20'000 Ariarys Park Taxen 10'000 Ariarys Verwaltungskosten 2'000 Ariarys und 135'000 Ariarys für den Guide (maximum 4 Personen pro Guide)! Für den Guide gibt es auch einen Halbtagespreis. Ich erkundige mich darüber. Da heisst es der Manambolo Circuit (Piroge + Petit Tsingys) endet um 14 Uhr. Ist kein halber Tag mehr.....
Die nehmen es echt nicht von den Lebendigen hier! 😎
Am Ufer herrscht schon reger Fähre Verkehr.
Léon verlässt uns und ich folge dem Guide Richtung Fluss.
Und schon geht es los. Die Flussfahrt ist sehr reizvoll und beschaulich. Sie führt vom Fähranleger aus etwa 2 Kilometer den Manambolo Fluss hinauf.
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200824. Sept. 2019 · #42
Fortsetzung
Die Tsingy haben eine grosse spirituelle Bedeutung für die Malagasy. Sie gelten als Heimstatt der Vazimba (Stamm aus dem Volk der Sakalava). Neben der eindrucksvollen Landschaft findet man in der Manambolo Schlucht auch zahlreiche offene Grabstätten. Hier auf dem Bild sieht man die Schädel herausragen.
Man kann von der Piroge austeigen und sie näher betrachten. Sie bestehen aus Knochenresten. Nicht gerade mein Cup of Tea...Wenn es euch interessiert müsst ihr zahlreiche "Fady" beachten. Fady ist das madagasische Wort für Tabu. Hier handelt es sich aber um Regeln die sich auf verschiedene Situationen, Menschen, Tiere, Orte oder sogar ein bestimmtes Verhalten beziehen. Die Fady in den Tsingy: - nicht rauchen - nichts mitnehmen - nicht dem dem Finder auf etwas zeigen
Der Manambolo ist ein langer, ruhiger Fluss. Seine flache Gewässer führen grosse Mengen von alluvialen Ablagerungen mit. Diese geben ihm diese typische lehmige Farbe. Der Fluss ist nun von riesigen Felsen umgeben auf denen Bäume wachsen in denen Halbaffenfamilien und Vögel Zuflucht finden.
Wenn die Pirogenfahrer keinen Auftrag haben mit Vazahas, fischen sie.
Unser Pirogefahrer hat schon seine Tagesmahlzeit für die Familie gefangen.
Erster Stop ist die Tropfsteinhöhle.
Da kann man Stalagmiten und Stalagtiten bewundern.
Ich empfehle euch eine Stirnlampe mitzunehmen. Ich hatte meine vergessen.... Die Höhle lohnt sich echt, ist aber nicht für jedermann zu empfehlen. Die Klaustrophoben sollten es lieber lassen!
Anschliessend geht es gleich weiter zur nächsten Höhle.
Diese benötigt schon gute Knie und Beine. Man muss nämlich hochkrabbeln.
Da kann man Fledermäuse beobachten. Die ganze Pirogefahrt dauert eine Stunde.
Zurück auf dem Ufer erklärt mir der Guide den ANKELIGOA Circuit. Er soll 3 Stunden gehen.
Es ist nur 9 Uhr. Das heisst um 12 Uhr wäre das ganze schon hinter mir......
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200825. Sept. 2019 · #43
Fortsetzung
Der Ankeligoa Circuit gehört zu den Kleinen Tingy (Petits Tsingy). Als kleine Tsingy wird der leichter zugängliche Teil des Parks bezeichnet. Er schliesst sich direkt an die Manambolo Schlucht an. Uebrigens das Wort TSINGY beudeutet auf Malagasy wortwörtlich "auf Zehenspitzen laufen". Damit wird auf die messerscharfen Kanten Bezug genommen, die die Kalksteine haben. Feste Schuhe sowie lange Hosen sind für das Terrain ein Muss.
Die verwirrende Topografie der Tsingy bekommt man hier auch gleich zu spüren.
Es macht aber Spass hier zu klettern.
Ohne Guide geht man hier verloren. Durch das Labyrinth der Felsen führt der Weg hinauf über Stufen
Leitern
bis zu den sogenannten Petits Tsingy.
Die Kalkfelsenwelt der Tsingy ist durch Wind und Wasser vor Millionen Jahren so komisch ausgewachsen dass die UNESCO sie zum Weltnaturerbe erklärt hat. Die Formationen entstanden aus riesigen Korallenbänken die aus dem Meer herausgehoben wurden.
Von oben merkt man wie eng es werden kann! Dann heisst es einfach Baucheinziehen.
Man kommt auch an Höhlen vorbei und sieht Fledermäuse.
Anschliessend erreicht man den Wald mit seiner Vielfalt an Vegetation.
Mein Guide ist leider nicht sehr gesprächig....Er guckt mich auch ganz kommisch an. Ich denke er wundert sich dass die alte Tante noch so gute Beine hat. Er war warscheinlich auf das Schlimmste gefasst! 😄
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200826. Sept. 2019 · #44
Fortsetzung
Wir laufen noch eine Weile durch den Wald in der Hoffnung einige Lemuren zu sichten. Leider werden wir keine sehen.
Und so erreichen wir das Ufer
und das Parkbüro um 11 Uhr. Die ganze Tour ist somit beendet! Für den Ankeligoa Circuit haben wir gerade 2 Stunden benötigt... Ich bin stocksauer und begebe mich zum Schalter. Ich sehe nicht ein warum ich für 3,5 Stunden den Guide 135'000 Ariarys zahlen muss. Für mich gilt es als halber Tag. Am Schalter gibt man mir jetzt eine andere Antwort. Ab 2 verschiedene Aktivitäten (Piroge und Circuit) wird automatisch ein ganzer Tag berechnet. Also Leute ihr wisst jetzt Bescheid. 🙄 Léon ist inzwischen auch angekommen. Ich mache ihm klar dass ich mich verarscht fühle und das ich morgen länger unterwegs sein möchte. Er unterhält sich eine Weile mit dem Guide und wir verabreden uns morgen für 7 Uhr um die "Grands Tsingy" zu erkunden. Léon beichtet mir auch dass der Guide mich unterschätzt hatte. Ich glaube aber auch dass die angegebenen Zeiten für die verschiedene Circuits im Park für sehr unfitte Vazahas sind.... 😎 Léon ist auf einmal ganz happy. Er erklärt mir dass er morgen auch mit uns mitkommt. Er hat die "Grands Tsingy" nie besucht und freut sich sehr.
10 Minuten später erreichen wir den Eingang vom Hotel. Viele Gäste scheinen heute erwartet zu werden.
Toni liest am Schwimmbad. Ich erzähle ihm von meinem Frust. Zum Mittagessen entscheiden wir uns das Nachbarhotel "L'Olympe du Bemahara" zu besuchen.
Es verfügt auch über ein Schwimmbad.
Die Lage ist nicht so optimal wie unser Hotel aber das Olympe besitzt einige Pluspunkte. Das Restaurant finden wir mehr als akzetabel
und es gibt einen richtigen Pizza Ofen.
Wir bestellen uns natürlich eine Pizza. Einfach lecker! Miam miam. Das Personal ist ausserdem sehr freundlich und hilfsbereit. Wir reservieren auch gleich einen Tisch für das Abendessen. Den Nachmittag verbringen wir beim Faulenzen am Pool. Der Sonnenuntergang ist heute Abend echt sehenswert.
Wir geniessen den Abend im L'Olympe du Bemahara in vollen Zügen.
Wir bestellen einen gemischten Salat
und Zebu Rumpsteak. Es schmeckt alles sehr gut. Gegen 22 Uhr geht es ins Bett.
29.07.2019
Um 6 Uhr wird wieder aufgestanden. Der Nebel löst sich wie gestern langsam auf.
Punkt um 7 Uhr holt mich Léon ab und wir fahren zum Parkbüro wo uns der Guide erwartet. Hier noch einmal die Preise vom Tsingy NP.
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200827. Sept. 2019 · #45
Fortsetzung
Unser Guide erklärt uns am Parkbüro dass wir normalerweise 9 Uhr abwarten müssen. Da wird ein "Convoi" aus Sicherheitsgründen mit Polizei für die Vazaha bis zu den "Grands Tsingy" organisiert. Die meisten Turisten hier bleiben nur 2 Nächte in Bekopaka. Am zweiten Tag fangen sie die Tour mit der Piroge an und um 9 Uhr geht es an zu den Grossen Tsingy. Léon findet es übertrieben. Der Vorteil jetzt gleich loszufahren ist das wir allein für 2 Stunden im Park sein werden. Wir fahren allein los... Für die 20 Kilometer bis zum ANDAMOZAVAKY Circuit benötigen wir über eine Stunde.
Die Piste ist in einem sehr üblen Zustand. African Massage.... 😗 Gegen 08.20 erreichen wir den leeren Parkplatz.
Um die "Grands Tsingy" zu besuchen muss man unbedingt sportlich und fitt sein. Bei den Touren trägt man ein Klettergeschirr mit dem man sich in die Installierten Führungsseile in den Felsen einhakt. So kann man abgesichert emporklettern.
Unser Weg führt uns zuznächst über eine mit Gras bewachsene Hügelkette. Oben auf der Anhöhe sieht man Wald aber keine Tsingy. Gleich am Anfang im Wald erblicken wir unsere erste Lemuren. Zuerst ein Wieselmaki
dann ein Rotstirnmaki
und zum Schluss von weitem auch Van Der Decken sifakas.
Diese erreichen eine Kopfumlänge von 40 bis 48 Zentimeter. Der Schwanz kann bis zu 60cm lang werden. Sie sind vorwiegend weiss gefärbt, die Oberseite des Kopfes ist braun. Das schwarze Gesicht ist unbehaart.
Der Circuit verläuft dann durch schattige Canyons, kühle Wälder
und Höhlen.
Heute habe ich meine Stirnlampe dabei!
Menschen mit Uebergewicht werden hier Probleme haben um die engen Felsspalten zu passieren. Sie versperren Einem auf einmal den Weg.
Gegen 09.30 erreichen wir auch schon die erste Platform.
Bei dieser atemberaubende Landschaft fühlt man sich einfach auf einem anderen Planet.
Fluffy174 Beiträge · seit 200627. Sept. 2019 · #46
Hallo Annick,
ich folge Euch ein klein bisschen neidisch 😊 😛 die Tsingy de Bemaraha fehlen mir noch 😄
Falls es für Dich von Interesse ist: der graue Lemur ist ein Wieselmaki, der braune ist nicht etwa ein Brauner Lemur sondern ein Rotstirnmaki und zu guter letzt hast Du noch einen Sifaka - sieht man nicht gut - düfte aber ein Van der Decken Sifaka sein.
Alle Achtung, dass ihr so eine aufregende Tour selbst geplant habt. Kannst du mir sagen, wie man die Großen Tsingys einschätzen muss. Mein Lebensgefährte ist 2m groß mit ziemlichem Leibesumfang. Ist die Wanderung wirklich unmöglich für kräftige Personen?
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200829. Sept. 2019 · #48
@ Carmen: du scheinst dich in Lemuren sehr gut auszukennen..Und ja es interessiert mich. Habe es auch gleich in meinem Thread geändert. 🙂
@Yvy: Was meinst du mit ziemlichen Leibesumfang? Sumo? Wenn ja, dann kommt er bestimmt nicht überall durch. Ich bin auf jedem Fall der Meinung dass man schon eine gute Kondition mitbringen muss. Und da oben wird es auch sehr heiss.... 😎
Ich wünsche euch allen einen schönen sonnigen Sonntag Annick
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200830. Sept. 2019 · #51
@Picco: vom letzten Forumstreffen in der Schweiz schätze ich dich auf XXL. Sollte passen! Du kommst noch durch.
@Yvy: bei euch habe ich echt meine Bedenken.....Ich glaube auch nicht dass der Guide euch mitnehmen würde. Das Material und die ganze Felseneinrichtung ist nicht dafür gedacht....
Fortsetzung
Der Kletterpfad wird uns anschliessend zur Hängebrücke bringen. Von weitem erblicken wir sie schon.
Bevor wir sie erreichen müssen wir noch einige Hindernisse meistern.
Langsam wird es auch sehr heiss! Und da ist sie auf einmal.
Einer nach dem Anderen balancieren wir uns über diese wackelige Hängebrücke. Von da aus schaut man in die 70 Meter tiefen Schluchten hinunter.
Anschliessend begeben wir uns zum zweiten Aussichstpunkt.
Kaum zu glauben dass das riesige Labyrinth aus grauen Kalksteinen durch Ablagerungen von Riffen entstanden ist!
Nach dem Sinken des Meeresspiegel wurde es freigelegt und im Laufe der Zeit zu teils in stecknadelspitzen Felsauswachsungen verwandelt.
Wir bewundern eine Weile dieses Schauspiel. Dann geht es wieder steil hinab in eine Schlucht.
Wie schon erwähnt ist es nicht Jederman's Sache.
In der Schlucht finden wir eine Höhle die uns kühle Luft schenkt. Mensch tut das gut.
Es gibt danach noch einige Leiter
bis zum Weg der uns wieder in den Wald zurück führt. Da erblicken wir einen Riesencoua.
Dieser Vogel geht überwiegend auf dem Boden auf Nahrungssuche. Er läuft auf dem Waldboden und scharrt in den Blättern nach Insekten. Er kann eine Grösse von 58 bis 62 Zentimetern erreichen.
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200801. Okt. 2019 · #52
Fortsetzung
Bevor wir wieder die Hügelkette erreichen, erblicken wir noch einen Rotstirnmakki.
Eine Schaar von Vazahas kommt uns dann entgegen. Es wird Zeit abzuhauen! Der Parkplatz ist auch bumsvoll und Einheimische verkaufen Obst und Wasser. Kinder hoffen auf eine kleine Gabe.
Natürlich steht da ein Polizist. Er befehlt uns auf das nächste Convoi zu warten. Léon redet sich zum Glück daraus. Er behauptet wir hätten noch eine Fähre zu nehmen.....Der Polizist lässt uns weiterfahren. Gegen 13 Uhr sind wir in der Lodge zurück. Danach gönnen wir uns einen Salatteller im L'Olympe du Bemahara.
Dann geht es zurück zum Le Soleil des Tsingy.
Den Rest des Nachmittags verbringen wir beim Faulenzen am Pool. Ab und zu lassen sich da Echsen erblicken.
Der Sonnenuntergang wird auch wieder ein Erlebnis.
Nach dem Abendessen plaudern wir noch eine Weile mit einer deutschen Familie und dann heisst es hop ins Bett!
30.07.2019
Um 6 Uhr stehen wir auf und packen die Koffer. 20 Minuten später frühstücken wir und punkt um 06.45 holt uns Léon ab. Wir fahren gleich zur Fähre. Ein Uebergang pro Wagen kostet 5000 Ariarys.
Auf der anderen Seite wartet auch schon wieder ein Convoi mit Polizist. Wir sollen da eine Stunde warten......
Léon redet sich wieder daraus und wir dürfen mit einem anderen Wagen weiterfahren.
Um 10.30 kommen wir in Belo sur Tsiribihina an. Léon bringt uns direkt zum MAD ZEBU Restaurant.
Es soll überall in Madagaskar für sein gutes Zebufleisch bekannt sein. Ein Tisch erwartet uns. Léon denkt an alles!
Ohne Reservation bekommt man am selben Tag keinen Platz. Das Lokal macht sofort einen sympathischen Eindruck.
Das gebrachte Bier mit dem kleinen Hut finden wir einmalig!
Reden wir nicht vom Toilettenschild! 😄
Wir sind zu früh dran aber wir haben noch einen langen Tag vor uns. Wir bestellen eine hausgemachte Gemüsesuppe und ein Zebufilet.
Miam, miam, das Fleisch zergeht unter der Zunge. La crème de la Crème. Léon isst mit den anderen Drivers und scheint auch mehr als zufrieden zu sein.
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200802. Okt. 2019 · #53
Fortsetzung
Gegen 11.30 fahren wir zur Fähre die uns nach Tsimafana bringen wird. Die Fahrt kostet 50'000 Ariarys pro Wagen.
Es handelt sich um 2 Boote mit einem Deck aus Brettern auf dem wir den Wagen parken.
Die Fähren werden durch zwei einzylindrige unabhängig voneinander bediente Dieselmotoren angetrieben und gesteuert.
Einige modernere Ferrys entdecken wir auch unterwegs!
45 Minuten später erreichen wir das Ufer von Tsimafana. Die Einheimischen gucken die Vazahas genauer an.
Man bereitet die Ausfahrt vor.
Wir steigen dann aus und Léon kommt mit dem Wagen nach.
Auf dem Weg nach Morondava fahren wir dann an viele Sakalava Gräber vorbei.
Manche wurden mit netten Malereien geschmückt.
Bald erreichen wir unser erstes Ziel: Le Baobab Sacré, der Heilige Affenbrotbaum. Um sich ihm zu nähern muss man die Schuhe ausziehen.
Wie das Oekosystem rund um einen Affenbrotbaum eigentlich aussieht sehen wir hier. Er steht nicht frei sondern ist von vielen anderen Bäumen umgeben. Der Baumriese ist von einem Zaun abgetrennt.
Der Stamm hat einen Umfang von 26 Metern. Die Kinder im Dorf begrüssen uns wie immer.
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200803. Okt. 2019 · #54
Fortsetzung
Wir bleiben nicht sehr lange beim Baobab sacré denn wir haben noch Einiges vor. Uebrigens, die RN8 Piste ist heute besonders tiefsandig.
10 Kilometer südlicher gibt es eine Abzweigung von der RN8 nach rechts. Nach einigen staubigen Kilometern mit wasserreiche Buschlandschaft
erreicht man LES BAOBABS AMOUREUX. Es handelt sich um 2 Liebende ineinander verschlungenen Stämme.
Die Einheimischen versuchen natürlich von diesem Naturwunder zu profitieren!
Toni kauft einen kleinen Baobab aus Palissandre Holz. 12 Kilometer vor Morondava sehen wir auf einmal am Strassenrand die bekannte ALLEE DES BAOBABS. Sie besteht aus über einem Dutzend fast gleichaltriger Affenbrotbäume beiderseits der Piste.
Alles Resten eines einstmals gewaltigen Waldes.
Ab 17 Uhr kommen da etliche Taxis und Pick ups um den Sonnenuntergang da zu bewundern. Am Office wurde auch eine Bar für die Vazahas eingerichtet.
Ich kann mir schon vorstellen dass man beim Sunset super gute Bilder schiessen kann. Die Einheimischen die da ihre Souvenirs verkaufen kommen schon langsam an.
Die ersten Taxis lassen sich auch blicken.
Wir entscheiden den Sonnenuntergang nicht abzuwarten. Der ganze Rummel würde uns nerven. Und so fahren wir weiter und kommen an grünen Reisfeldern vorbei.
Nach einigen Kilometer gelangt die RN8 auf die Asphaltstrasse der RN35. Wir biegen rechts ab Richtung Morondava. Links geht es nach Ambositra. Gegen 16.15 erreichen wir unsere heutige Unterkunft in Morondava: DAS SELECT HOTEL
An der Rezeption werden wir auch freundlich empfangen. Léon verabschiedet sich von uns. Er übernachtet bei seinem Bruder in der Stadt. Er holt uns morgen um 9 Uhr wieder ab. Wir bekommen den Schlüssel zu Zimmer 109. Es liegt im ersten Stock und es gibt keinen Aufzug. Im Flur sieht es wie in einem Spital aus.
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200807. Okt. 2019 · #55
Fortsetzung
Das geräumige Zimmer sieht nicht schlecht aus. Es besteht aus einem King Size Bett
Klimaanlage, Ventilator, Wifi
und Fernseher.
Das Badezimmer ist zweckmässig eingerichtet und sauber.
Das Zimmer kostet 27 euros, da kann man echt nicht meckern! 😎
Im Hof gibt es sogar ein Schwimmbad.
Morondava Stadt ist einfach aufgebaut. Das Zentrum erstreckt sich entlang der Rue principale die zum Meer führt. Am Ende biegt nach links die Route de La Plage ab. An deren Ende knickt die Rue de l'Indépendance ab. Diese ist die Hauptachse zur Halbinsel Nosy Kelly auf der nette Resorts und Restaurants stehen.
Gegen 19 Uhr nehmen wir ein Tuk Tuk der uns zur Halbinsel bringt. Wir haben da einen Tisch bei LE CAPANNINA reservieren lassen. Das Restaurant macht einen guten Eindruck.
Unser Mojito lässt sich wie Limonade trinken! 😛
Wir bestellen Avocado/Crevettes. Schmeckt sehr gut.
Die Tuna Médaillons sind uns leider ein wenig zu fettig angemacht.
Gegen 21.30 kehren wir zum Hotel zurück.
31.07.2019
Wir haben sehr gut durchgeschlafen. Gegen 07.30 gehen wir zum Frühstücksraum.
Das Frühstück besteht aus Spiegeleier, frische Früchte, Baguette Brot, Butter, Marmelade, Saft und starken Café.
Es kostet 15'000 Ariarys pro Person. Da treffen wir auch Vazahas die im Le Soleil des Tsingy übernachtet haben. Man begrüsst sich. Danach packen wir unsere Sachen. Die Aussicht von unserem Zimmer aus ist nicht gerade romantisch....
Anschliessend spazieren wir noch ein wenig auf der Hauptstrasse herum.
Die Stadt zählt ca 40'000 Einwohner. Sie bietet keine besondere Sehenswürdigkeiten. Der Verkehr nimmt rasch zu.
Einfach traumhaft! Die Baobab Allee und überhaupt diese tollen Bäume sind absolut einzigartig. Auch in Australien sind die Baobabs anders. Für mich ein absolutes Sehnsuchtsziel. Schade, dass ihr den Sunset vermieden habt, aber ich kann es verstehen. Vielen Dank für die abenteuerlichen Eindrücke!
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200808. Okt. 2019 · #57
Fortsetzung
Punkt um 9 Uhr erscheint Léon. Unser Gepäck wird vom Zimmer herunter gebracht und wir verabschieden uns vom freundlichen Personal. Eine gute Adresse! 🙂
Zuerst halten wir bei der ersten Tankstelle in der Stadt an. Das Auto wird vollgetankt sowie die 2 Kanister Reserven.
Zwischen Morondava und Tulear gibt es meistens keinen Sprit! Wir sind nicht die Einzigen beim Tanken.
Bald verlassen wir die RN35 und somit die Asphaltstrasse. Die Piste wird schnell tiefsandig.
Es gibt auch mehrere kleine Flüsse zum überqueren. Die Einheimischen haben hier Stöcke im Wasser befestigt um den Drivers die genaue Passage zu zeigen.
Und gleich danach kommt auch schon die erste Strassensperre. Die Dorfeinwohner wollen natürlich Geld. Léon verhandelt. Nach 5 Minuten können wir weiterfahren. Die Strassensperren sind illegal aber die Menschen sind so arm. Jede Masche ist OK um sich Geld zu beschaffen. Die Polizei kommt ab und zu vorbei und beseitigt sie. Sie werden aber gleich danach wieder aufgebaut! 😣
Immer wieder erblicken wir unterwegs einzelne Baobabs.
Einige Kilometer weiter gibt es die zweite Strassensperre. Da wird auch wieder gepalabert.
Insgesamt sind es heute 4 Strassensperren und wir werden 20'000 Ariarys los.... 😎
Langsam sehen wir von weitem die Küste. Die Piste bringt uns wieder durch tiefsand Passagen.
Auf einmal erblicken wir eine Gruppe von Einheimischen. Ein Wagen zieht auch einen Anderen. Männer schieben das beschädigte Fahrzeug im Sand.
This is Africa aber auch Madagaskar.
Bevor wir unser nächstes Ziel erreichen, die Salinen von Belo sur Mer, gibt es noch eine tiefe Pfütze zu durchquerren. Léon meistert sie ohne Problem. Ich kann mir schon vorstellen wie es hier bei Regensaison ausschaut....
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200809. Okt. 2019 · #59
@Mari: du schreibst von der Copa aus: Meinst du Copacabana? Oder was meinst du damit?
Fortsetzung
Bald erreichen wir auch die Salinen. Belo sur Mer ist für seine Ausbreitungen von Salzgruben soweit das Auge reicht sehr bekannt. Dieses Können wird auch von Generation zu Generation weitergegeben.
Die Familien reinigen den Sand um daraus Salzklumpen herauszunehmen und es wird auch gleich weiter verschifft.
Das Befahren dieser Gegend ist nicht ungefährlich wegen des oft weichen Bodens erklärt Léon. Man muss genau wissen welche Spuren man da folgt. Anschliessend beim Verlassen der Salinen fährt Léon deshalb auf einer kleineren Piste einen 1,5 km längeren Umweg am Rand entlang und nicht auf der Hauptpiste mitten durch diese Fläche.
Gegen 13 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft für die nächsten 2 Nächte: HOTEL ENTREMER www.beloentremer.com
Es besteht aus 6 Bungalows und macht sofort einen guten Eindruck. Wir werden auch gleich von Laurence, die Besitzerin, empfangen. Ihre Freundlichkeit und Gelassenheit machen dass wir uns gleich wie Zuhause fühlen. Wir werden sofort zum Mittagessen gebeten. Genial denn wir sind hungrig.
Die Aussicht vom Restaurant ist ein Geschenk für die Augen.
Reden wir nicht vom Essen. Der frische Fisch mit den verschiedene Salaten ist ein Geschenk Gottes! 😛 Anschliessend werden wir von Laurence zu unserem Bungalow 5 Agate gebracht.
Unser Gepäck erwartet uns im Zimmer. Es besteht aus einem Grand-Lit
ANNICKThemenstarter8'057 Beiträge · seit 200811. Okt. 2019 · #60
Fortsetzung
Im Badezimmer gibt es kein warmes Wasser. Wenn man warm duschen möchte gibt es draussen in der prallenden Sonne eine grosse Kiste mit vollen Wasserflaschen. Am Abend erreicht die Temperatur in den Flaschen 60 Grad. Man vermischt das Wasser von den Wasserflaschen in einen Eimer und tut kaltes Wasser dazu. Und schon kann man sich warm waschen! 😛
Anschliessend treffen wir Stephane. Er kümmert sich um die verschiedene Aktivitäten hier im Hotel. Und so organisiert er uns den Besuch von Belo sur Mer Dorf. Normalerweise kann man dort direkt hinlaufen aber es ist Flut und wir benötigen die Hotelpiroge.
Auf der anderen Seite erblicken wir schon Algen beim Trocknen. Die Insel Madagaskar ist auch für die Algenzucht bekannt. Werde später noich darüber berichten.
Wir gehen den Strand entlang
und finden die Passage die uns ins Dorfzentrum führt.
Da erkundigen wir uns wo wir Dorote finden können. Belo sur Mer ist nämlich ein Zentrum des Schiffbaus und Dorote, laut Stephane, wird uns alles darüber erklären.
Uebrigens sind wir hier im Land der VEZO. Sie kamen ursprünglich aus Ostafrika und leben heute als halbnomadische Fischer im Süden Madagaskars, in der Gegend zwischen Tuléar, Morondava und Majunga. Mit ihren schmalen, selbstgebauten Pirogen aus Mangrovenholz wagen sie sich auch bei hohem Wellengang ins Meer. um Fisch und Meeresfrüchte für ihren Lebensunterhalt zu beschaffen.
Dorote scheint hier im Ort sehr bekannt zu sein. Man zeigt uns die Richtung. Immer wieder sehen wir im Dorf Algen.
Endlich erreichen wir die Bleibe von Dorote.
Er vermietet auch kleine Bungalows aber echt "very basic". Dorote begrüsst uns recht herzlich und bringt uns gleich zu seinem zukünftigen Boot.
Es ist schon wahnsinnig mit welch rudimentären Mitteln da seetüchtige Dhows gezimmert werden!
Die Schrauben werden aus Holz erzeugt sonst verrosten sie.
Hier biegt man ein Holzbrett bis zur gewünschten Wölbung.
Es handelt sich um Eisenholz. Es geht im Wasser unter und gilt als Besonderheit. Eisenholz ist also dichter als Wasser! Nach einer Stunde verbaschieden wir uns mit einem Trinkgeld von Dorote. Er freut sich riesig.