Raubüberfall

511 Antworten · 116k Aufrufe · gestartet 03. Dez. 2018 von GinaChris
Antworten
2'462 Beiträge · seit 200619. Juni 2019 · #221
Ich bestreite Eure Erfahrungen doch gar nicht. Ich sage nur, man sollte Namibia nicht mit Ländern vergleichen, die eine sehr viel höhere Bevölkerungsdichte haben.
Nehme ich zwei Länder, die ähnlich schwach besiedelt sind und eine ähnliche Regierungsform haben und in die vergleichbar viele Touristen aus einem Forum reisen und aus Land A erhalte ich ständig Nachrichten über Raubüberfälle, aber aus Land B nicht oder sehr viel weniger, dann kann ich doch zu dem Ergebnis kommen, dass die Wahrscheinlichkeit überfallen zu werden, in Land A höher ist. Dabei spielt es doch keine Rolle, ob es an mangelnder Polizei, lascher Justiz oder was auch immer liegt.
Ich habe Hannover genannt, weil es Landeshauptstadt ist und vergleichbar viele Einwohner hat. Einen Vergleich mit Berlin, das mindestens zehn mal so groß ist wie Windhoek halte ich für schwierig.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
33,1k Beiträge · seit 200619. Juni 2019 · #222
Hi GinaChris,
Für die Frage, wie sicher Namibia für Touristen ist, gibts doch bestimmt passendere Seiten.
ja, die von Christoph genannte Travel Risk Map.

Hi Sanne,
Aber drei Kriterien rauszunehmen, um Deine Theorie zu stützen, halte ich für unzulässig. Ich überspitze das jetzt absichtlich, um meinen Punkt klar zu machen.
Du missverstehst mich. Ich habe nicht meine Theorie gestützt, sondern Deine Aussage "es geht um Krieg und ähnliches" versucht zu widerlegen. Es geht eben keineswegs nur um Krieg.
Nun erkläre ich hier jedem, er solle bloß nicht nach Deutschland fahren, weil dort Demonstrationen gewalttätig werden können und Nordkorea ungleich sicherer ist..
Nordkorea ist ein sehr sicheres Reiseland, wie so viele in denen Unterdrückung herrscht. Perfektes Beispiel war Libyen unter Ghadaffi... das mit Abstand sicherste Reiseland Afrikas.
Nehme ich zwei Länder, die ähnlich schwach besiedelt sind und eine ähnliche Regierungsform haben und in die vergleichbar viele Touristen aus einem Forum reisen und aus Land A erhalte ich ständig Nachrichten über Raubüberfälle, aber aus Land B nicht oder sehr viel weniger, dann kann ich doch zu dem Ergebnis kommen, dass die Wahrscheinlichkeit überfallen zu werden, in Land A höher ist.
Die Wahrscheinlichkeit kann aber in Land A dennoch sehr sehr gering sein. Zudem würde ich das Land B gerne mal kennen lernen. Mit vergleichbarer Bevölkerungsdichte und Umständen fallen mir da z. B. Botswana (da haben wir ja schon, anhand von Statistiken, hier im Forum mehrfach aufgezeigt, dass es eher unsicherer als Namibia ist, zumindest was die "nackten Zahlen" angeht) und die Mongolei ein...

Im Prinzip sind aber solche Ländervergleiche eh egal, da man eben in Land A und nicht Land B reisen will. Und wenn einem dieses Land A zu gefährlich ist, dann lässt man es eben und muss meiner Meinung dann auch nicht ständig und wiederkehrend, gar gebetsmühlenartig mitteilen, wie "unsicher" Land A ist. (letzter Teilsatz nicht auf Dich bezogen, Sanne!)

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 19. Juni 2019
2'462 Beiträge · seit 200619. Juni 2019 · #223
Das ist ja genau mein Punkt. Nordkorea ist ein sicheres Reiseland, im Index aber auf Platz 150 +/-... Also, was sagt der Index dann für die Sicherheit von Touristen aus? Relativ wenig, weil der Index im Wesentlichen beschreibt, wie viel Sicherheit und Frieden für die Welt von einem Land ausgehen und da ist innere Sicherheit ein Kriterium unter sehr vielen.

Und ja, ich denke, Botswana wäre ein ganz guter Vergleich 😉
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
403 Beiträge · seit 200619. Juni 2019 · #224
Sanne schrieb:Das ist ja genau mein Punkt. Nordkorea ist ein sicheres Reiseland, im Index aber auf Platz 150 +/-... Also, was sagt der Index dann für die Sicherheit von Touristen aus? Relativ wenig, weil der Index im Wesentlichen beschreibt, wie viel Sicherheit und Frieden für die Welt von einem Land ausgehen und da ist innere Sicherheit ein Kriterium unter sehr vielen.

Und ja, ich denke, Botswana wäre ein ganz guter Vergleich 😉
Bereffs Botswana

Mein Mann wurde in Nata überfallen, ich hab dies auch hier gepostet. Damals sagten alle, was in Nata, das gibt es doch nicht.

Gruss Margrit
661 Beiträge · seit 201519. Juni 2019 · #225
Vielen Dank mike 57...
du hast es auf den Punkt gebracht....und hast genügend Erfahrung.......nicht nur als Tourist, sondern im Alltag, das zählt.
Grüessli
Malbec
546 Beiträge · seit 201820. Juni 2019 · #226
Ich habe seit langem gestern mal wieder in diesen thread reingeschaut und ein bisschen gelesen. Und dann nachgedacht. Und dann einiges daraus nochmal gelesen. Und nochmal nachgedacht. Und ein bisschen im Netz gegoogelt, und nochmal nachgedacht und gelesen..... Und versuche gerade dem nachzuspüren, was in diesen Diskussionen um die Sicherheit immer wiederkehrend zu finden ist:
Die Spanne zwischen „Verharmlosung“ (also der „Vorwurf“, etwas Ernstes nicht ernst genug zu nehmen. Woraus quasi eine gefährliche Naivität entsteht) und Panikmache (also der „Vorwurf“, dass etwas überbewertet wird. Woraus unnötige Angst entsteht).

Ich frage mich selbst immer wieder: wie finde ich in dieser Spanne eine realitätsnahe Mitte, wenn ich mich in mir unbekannte (oder manchmal eben auch bekannte!) Regionen begebe?
Ich bin in Kenya/“Nairobbery“ aufgewachsen (Alter 10 Jahre bis 19 Jahre). Das hat mich nachhaltig geprägt zu diesem Thema der „gefühlten“ und der „realen“ Sicherheit(s-Wahrscheileichkeit…).
Und ich merke immer wieder:
Obwohl ich ein sehr Verstand-gesteuerter Mensch bin, wird es bei diesem Thema für mich sehr schnell sehr emotional (innerlich).
Warum ist das so?

Vermutlich weil es bei dieser Frage um unser Leib und Leben geht.
Und weil, wenn man bei egal welcher Risikowahrscheinlichkeit, der Eine Betroffene ist, dann nützen einem alle Statistiken nichts.

Insofern hat jeder Beitrag und jede Ansicht in diesem thread ihre Berechtigung, denke ich.
Wollen wir aber der Frage einer "realitätsnahen Risikoeinschätzung" nach gehen, müssen wir wirklich aufpassen wieviel Gewicht wir persönlichen Erlebnissen geben – ebenso wie den „Medien“ (dazu gehört auch ein Forum wie dieses) – denn hier gibt es ein Ungleichgewicht in der Berichterstattung, was die Realität betrifft.

Schaut man sich die von Yoda911 empfohlene Karte „ravel risk map“ an
z.B. www.travelriskmap.co...planner/map/security
, fällt mir z.B. auf, dass Kenya zwei Sicherheitszonen zugeordnet werden – der südwestliche Teil fällt unter „medium“, der nördliche, Nairobi und die Grenzen im Norden unter „high“. Das ist, soweit ich es beurteilen kann, durchaus realitätsnah.
(Da ich mit diesem sehr vielfältigen Land ziemlich umfassende „Begegnungen“ hatte und noch habe, nehme ich mir ein solches vor, um zu sehen, wo und wie ich eine solche Statistik einordnen kann, bzw. ob sich daraus für mich andere glaubhafte Dinge entnehmen lassen.)

An anderen Stellen dieser Karte stutzt man vielleicht – so z.B., wenn man dieser Diskussion zuhört: über die Zuordnung, dass Namibia und die USA in der selben Gruppe („low“) zu finden sind wie Deutschland.
Seit ich mich während meiner eigenen Doktorarbeit mit Statistiken beschäftigt habe, verstehe ich den Satz: „Glaube nie einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“.
Insofern, seyko: ich kann dir ein wenig zustimmen und nachvollziehen, dass Du dieser Einordnung anzweifelst und deshalb wohl diese ganze Statistik in Frage stellst.
Nach der Karte ist ein Aufenthalt in Deutschland nicht weniger gefährlich als in den USA.
Entschuldige das ich schmunzeln muss.
Man muss sich doch aber, wenn man solche Statistiken anschaut und stutzt, fragen: „huch, warum ist das so? Ist da was dran? Wenn ja, was? Vielleicht ist meine bisherige Wahrnehmung verzerrt?“ Und kann sich durch eine solche Statistik korrigieren lassen?
Ich denke nämlich, dass diese Karte ziemlich gut ist, und z.B. auch mike mit seinen Einschätzungen richtig liegt.
Mit welchen Teilen Afrikas ich es vergleiche? Also in Marokko, Senegal und Nigeria habe ich gelebt, Mauretanien, Mali, Niger , Tschad , Sudan, Guniea, Guinea bissau, Liberia und Südafrika bereist. Also Namibia ist in Gegensatz zu allen genannten Ländern sicherer.
SA ist wesentlich gefährlicher, jedoch werden Touris besser geschützt.
Wenn man von den vielen privaten Waffen in den USA liest, und von den „Unfällen“ die im häuslichen Umfeld damit vorkommen, den „Amokläufen an Schulen“, die dort mehr Menschen töten als in Deutschland usw…., dann meint man natürlich die USA seien nicht so sicher wie Deutschland.
Man sollte aber vielleicht mit in Betracht ziehen, dass
1) Die USA sehr viel mehr Einwohner hat
2) Es sowohl in USA als auch in Deutschland wie in jedem Land Ballungszentren gibt, und auch „Ballungszentren“ für Gewalttaten (da sind wir bei der alten Diskussion: in New York gehen die meisten Besucher auch nicht in bestimmte Stadtteile, wie sie genauso in Hamburg oder Berlin oder Frankfurt manche meiden). Insofern ist ein Vergleich zwischen gesamten Ländern natürlich etwas sehr lückenhaft
3) Diese Karte hier lediglich 5 Einteilungen für ca. 200 Länder der ganzen Welt bietet, d.h. zwei Länder können auf der Rangliste mathematisch gesehen 40 Plätze auseinander liegen, und doch der selben „Risikostufe“ zugeordnet werden.

4) Und das ist der für mich schwierigste Punkt, um in Worte zu fassen, aber ein nicht unerheblicher:
Jeder sieht die Welt erst mal aus seiner Perspektive. Und setzt das eigene zunächst unbewußt als „Norm“.
Da man in westlichen Ländern in der Regel während eines Lebens nicht unbedingt persönlich mit Raubüberfällen in Berührung kommt, wirken auf einen die Anzahl der touristisch berichteten Raubüberfälle in Namibia erst mal furchteinflößend. Setzt man sie aber in Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern (s. mike) in Bezug, dann bleibt Namibia vermutlich nach wie vor ein relativ sicheres Reiseland auf diesem Kontinent.
Dennoch bleibt es ein Land auf dem afrikanischen Kontinent, und da gibt es andere Normen, andere Umgangsweisen, andere Werte als in westlichen Ländern, und dieser Punkt wird aus meiner Sicht von westlicher Seite nach wie vor völlig unterschätzt – sowohl in der Politik wie auch in persönlicher, touristischer Hinsicht usw. Ich begebe mich in einen völlig andere Kontext, und das bringt zwingend andere Gefahren und andere Umgangsweisen mit sich. Diese kann ich meist nicht mit meiner „eigenen Norm“ auflösen oder greifen.
Hier passt auch mikes Bemerkung, dass
Aber auch hier habe ich bei den Touris bemerkt ...... ich habe ja recht und Vorrang und nicht was KÖNNTE der Andere jetzt machen. Der Vertrauengrundsatz existiert in Afrika halt nicht, das ist zur Kenntnis zu nehmen und für die anderen mitzudenken.
Vergleiche ich aber afrikanische Länder miteinander (und eben nicht mit einem westlichen Land), also Länder, in denen die "allgemeine Umgangsweise usw." einander ähnlicher sind, dann bleibt im Verhältnis zwischen diesen Namibia immer noch deutlich sicherer als viele andere, auch wenn es für mich als Deutschen dort durchaus Gefahren/Risiken gibt, denen ich in Deutschland nicht (in dem Maße) ausgesetzt bin.
Will ich diese "ausschalten", dann muss ich in westlichen Ländern bleiben.....

So, wieder mal eine lange Abhandlung geworden. Vielleicht hat sich der ein oder andere dennoch durchgewühlt.
Es ist auch KEINE abschließende Beurteilung meinerseits zu diesem Thema – ich bleibe hier auch „im Fluss“ und ein Lernender.

Ich wünsche jedem von Euch, für sich immer wieder eine gute Mitte zwischen den oben genannten Spannungen zu finden!!!
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2019
169 Beiträge · seit 200720. Juni 2019 · #227
Rehema schrieb:Ich habe seit langem gestern mal wieder in diesen thread reingeschaut und ein bisschen gelesen. Und dann nachgedacht. Und dann einiges daraus nochmal gelesen. Und nochmal nachgedacht. Und ein bisschen im Netz gegoogelt, und nochmal nachgedacht und gelesen..... Und versuche gerade dem nachzuspüren, was in diesen Diskussionen um die Sicherheit immer wiederkehrend zu finden ist:
Die Spanne zwischen „Verharmlosung“ (also der „Vorwurf“, etwas Ernstes nicht ernst genug zu nehmen. Woraus quasi eine gefährliche Naivität entsteht) und Panikmache (also der „Vorwurf“, dass etwas überbewertet wird. Woraus unnötige Angst entsteht).

Ich frage mich selbst immer wieder: wie finde ich in dieser Spanne eine realitätsnahe Mitte, wenn ich mich in mir unbekannte (oder manchmal eben auch bekannte!) Regionen begebe?
Ich bin in Kenya/“Nairobbery“ aufgewachsen (Alter 10 Jahre bis 19 Jahre). Das hat mich nachhaltig geprägt zu diesem Thema der „gefühlten“ und der „realen“ Sicherheit(s-Wahrscheileichkeit…).
Und ich merke immer wieder:
Obwohl ich ein sehr Verstand-gesteuerter Mensch bin, wird es bei diesem Thema für mich sehr schnell sehr emotional (innerlich).
Warum ist das so?

Vermutlich weil es bei dieser Frage um unser Leib und Leben geht.
Und weil, wenn man bei egal welcher Risikowahrscheinlichkeit, der Eine Betroffene ist, dann nützen einem alle Statistiken nichts.

Insofern hat jeder Beitrag und jede Ansicht in diesem thread ihre Berechtigung, denke ich.
Wollen wir aber der Frage einer "realitätsnahen Risikoeinschätzung" nach gehen, müssen wir wirklich aufpassen wieviel Gewicht wir persönlichen Erlebnissen geben – ebenso wie den „Medien“ (dazu gehört auch ein Forum wie dieses) – denn hier gibt es ein Ungleichgewicht in der Berichterstattung, was die Realität betrifft.

Schaut man sich die von Yoda911 empfohlene Karte „ravel risk map“ an
z.B. www.travelriskmap.co...planner/map/security
, fällt mir z.B. auf, dass Kenya zwei Sicherheitszonen zugeordnet werden – der südwestliche Teil fällt unter „medium“, der nördliche, Nairobi und die Grenzen im Norden unter „high“. Das ist, soweit ich es beurteilen kann, durchaus realitätsnah.
(Da ich mit diesem sehr vielfältigen Land ziemlich umfassende „Begegnungen“ hatte und noch habe, nehme ich mir ein solches vor, um zu sehen, wo und wie ich eine solche Statistik einordnen kann, bzw. ob sich daraus für mich andere glaubhafte Dinge entnehmen lassen.)

An anderen Stellen dieser Karte stutzt man vielleicht – so z.B., wenn man dieser Diskussion zuhört: über die Zuordnung, dass Namibia und die USA in der selben Gruppe („low“) zu finden sind wie Deutschland.
Seit ich mich während meiner eigenen Doktorarbeit mit Statistiken beschäftigt habe, verstehe ich den Satz: „Glaube nie einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“.
Insofern, seyko: ich kann dir ein wenig zustimmen und nachvollziehen, dass Du dieser Einordnung anzweifelst und deshalb wohl diese ganze Statistik in Frage stellst.
Nach der Karte ist ein Aufenthalt in Deutschland nicht weniger gefährlich als in den USA.
Entschuldige das ich schmunzeln muss.
Man muss sich doch aber, wenn man solche Statistiken anschaut und stutzt, fragen: „huch, warum ist das so? Ist da was dran? Wenn ja, was? Vielleicht ist meine bisherige Wahrnehmung verzerrt?“ Und kann sich durch eine solche Statistik korrigieren lassen?
Ich denke nämlich, dass diese Karte ziemlich gut ist, und z.B. auch mike mit seinen Einschätzungen richtig liegt.
Mit welchen Teilen Afrikas ich es vergleiche? Also in Marokko, Senegal und Nigeria habe ich gelebt, Mauretanien, Mali, Niger , Tschad , Sudan, Guniea, Guinea bissau, Liberia und Südafrika bereist. Also Namibia ist in Gegensatz zu allen genannten Ländern sicherer.
SA ist wesentlich gefährlicher, jedoch werden Touris besser geschützt.
Wenn man von den vielen privaten Waffen in den USA liest, und von den „Unfällen“ die im häuslichen Umfeld damit vorkommen, den „Amokläufen an Schulen“, die dort mehr Menschen töten als in Deutschland usw…., dann meint man natürlich die USA seien nicht so sicher wie Deutschland.
Man sollte aber vielleicht mit in Betracht ziehen, dass
1) Die USA sehr viel mehr Einwohner hat
2) Es sowohl in USA als auch in Deutschland wie in jedem Land Ballungszentren gibt, und auch „Ballungszentren“ für Gewalttaten (da sind wir bei der alten Diskussion: in New York gehen die meisten Besucher auch nicht in bestimmte Stadtteile, wie sie genauso in Hamburg oder Berlin oder Frankfurt manche meiden). Insofern ist ein Vergleich zwischen gesamten Ländern natürlich etwas sehr lückenhaft
3) Diese Karte hier lediglich 5 Einteilungen für ca. 200 Länder der ganzen Welt bietet, d.h. zwei Länder können auf der Rangliste mathematisch gesehen 40 Plätze auseinander liegen, und doch der selben „Risikostufe“ zugeordnet werden.

4) Und das ist der für mich schwierigste Punkt, um in Worte zu fassen, aber ein nicht unerheblicher:
Jeder sieht die Welt erst mal aus seiner Perspektive. Und setzt das eigene zunächst unbewußt als „Norm“.
Da man in westlichen Ländern in der Regel während eines Lebens nicht unbedingt persönlich mit Raubüberfällen in Berührung kommt, wirken auf einen die Anzahl der touristisch berichteten Raubüberfälle in Namibia erst mal furchteinflößend. Setzt man sie aber in Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern (s. mike) in Bezug, dann bleibt Namibia vermutlich nach wie vor ein relativ sicheres Reiseland auf diesem Kontinent.
Dennoch bleibt es ein Land auf dem afrikanischen Kontinent, und da gibt es andere Normen, andere Umgangsweisen, andere Werte als in westlichen Ländern, und dieser Punkt wird aus meiner Sicht von westlicher Seite nach wie vor völlig unterschätzt – sowohl in der Politik wie auch in persönlicher, touristischer Hinsicht usw. Ich begebe mich in einen völlig andere Kontext, und das bringt zwingend andere Gefahren und andere Umgangsweisen mit sich. Diese kann ich meist nicht mit meiner „eigenen Norm“ auflösen oder greifen.
Hier passt auch mikes Bemerkung, dass
Aber auch hier habe ich bei den Touris bemerkt ...... ich habe ja recht und Vorrang und nicht was KÖNNTE der Andere jetzt machen. Der Vertrauengrundsatz existiert in Afrika halt nicht, das ist zur Kenntnis zu nehmen und für die anderen mitzudenken.
Vergleiche ich aber afrikanische Länder miteinander (und eben nicht mit einem westlichen Land), also Länder, in denen die "allgemeine Umgangsweise usw." einander ähnlicher sind, dann bleibt im Verhältnis zwischen diesen Namibia immer noch deutlich sicherer als viele andere, auch wenn es für mich als Deutschen dort durchaus Gefahren/Risiken gibt, denen ich in Deutschland nicht (in dem Maße) ausgesetzt bin.
Will ich diese "ausschalten", dann muss ich in westlichen Ländern bleiben.....

So, wieder mal eine lange Abhandlung geworden. Vielleicht hat sich der ein oder andere dennoch durchgewühlt.
Es ist auch KEINE abschließende Beurteilung meinerseits zu diesem Thema – ich bleibe hier auch „im Fluss“ und ein Lernender.

Ich wünsche jedem von Euch, für sich immer wieder eine gute Mitte zwischen den oben genannten Spannungen zu finden!!!
Antje
Eine wie ich finde großartige, wertschätzende und sachliche Analyse, vielen Dank!
1'096 Beiträge · seit 200920. Juni 2019 · #228
@Antje

Vielen Dank für diese sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
Ich persönlich finde nicht, dass es bei Threads dieser Art um "Verharmlosung" oder "Panikmache" geht bzw. gehen sollte.
Selbstverständlich ist auch nicht jeder gefährdet, der durch Namibia reist (wie ich schrieb, hatten wir keine Angst).

Dennoch halte ich es für sinnvoll darüber zu berichten. Wenn Reisende bspw. Maschen kennen (Road Blocks auf einsamen Strassen, ausbremsen, Hinweise auf angeb. Reifenpannen, etc.), können sie darauf reagieren und so besser vermeiden überfallen zu werden.

Ebenso könnte es hilfreich sein sich kleine Safes in den Urlaub mitzunehmen (Sauerkrautdosen die hohl sind, Ölfläschchen o.ä.) und die Wetrtsachen so bspw. in den Lebensmitteln zu verstauen. Was auch immer - der eigenen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und bei Mietwagen ist alles effektiver als sein Zeugs im Rucksack af dem Rücksitz zu deponieren. Wer einen eigenen Wagen fährt, kann sich eine Mittelkonsole mit abschliessbarem Safe einbauen und hat dann zumindest bei den "klassischen" Raubüberfällen Ruhe.

LG
Seyko
Gast20. Juni 2019 · #229
Interessante Diskussion zum Thema gefühltes und "objektives" Risiko, das sehr stark von der „Warte“, von der aus beurteilt wird, geprägt wird. Das hat Rehema mE sehr gut herausgearbeitet. Diese Diskussion gab es ja schon öfters bzw. ob es überhaupt thematisiert werden soll (die Verharmloser vs. die Panikmacher, © Rehema).
Ich persönlich finde es schon richtig, dass das thematisiert wird. Angeblich soll das Forum ja hauptsächlich für die Fragen der „Anfänger“ da sein und nicht vornehmlich dem Fachsimpeln der seasoned travellers dienen. Und da sollte dann schon auch akzeptiert werden, dass auch auf diese Risiken hingewiesen wird und Ratschläge für angepasstes Verhalten gegeben werden*), insbesondere wenn man sieht, wie vollkommen uninformiert und unbedarft Manche sind, und das nicht nur bei den „Sicherheitsfragen“.
Und dann ist da noch die vertrackte Frage der Statistiken und Rankings. Ich persönlich finde sie nützlich und halte Viele für aussagekräftig. Haarig wird es dann, wenn aus diesen Zahlen, die auf Grund ihrer Erhebung eher „großräumige“ Verhältnisse beschreiben, grob verallgemeinernd auf kleinere Risikogruppen (z. B. Touristen) oder Gebiete angewandt werden. Z. B. ist RSA eines der gewalttätigsten Länder der Welt, trotzdem ist das Risiko eines internationalen Touristen dort in der Regel verschwindend klein, weil erstere sich in ganz anderen Regionen und Lebensumständen aufhalten als die südafrikanischen Opfer.
Und das führt zur vertrackten Frage der Wahrscheinlichkeiten, denn geringe Wahrscheinlichkeit (siehe oben) bedeutet eben leider nicht, dass einem NICHTS passieren kann. Kürzlich war ich in RSA an Plätzen im touristischen Bermudadreieck und „am Land“, wo hier und in der Presse, zeitgleich und kurz davor und danach schwere Gewaltverbrechen an Touristen und Einheimischen berichtet wurden. Bei keinem Vorfall hätte ich durch „richtiges“ Verhalten irgendwie verhindern können zum Opfer zu werden, außer nicht dort gewesen zu sein. Am Wahltag habe ich in einem Provinzkaff mit böser crime stats record übernachtet, habe nirgends ein weißes Gesicht gesehen, bin zu Fuß „shoppen“ gegangen. Hier sitze ich nun unbeschadet und schreibe das. Hatte ich bloß mehr Glück als Verstand, lässt sich meine Unversehrtheit statistisch begründen? ME NEIN, denn das einhundertjährige Ereignis kann heute, morgen oder in 120 Jahren zuschlagen. Oder umgekehrt, niemand würde Lotto spielen, wenn er 50 Jahre auf einen Gewinn warten müsste.
Daher und trotzdem ist WARNEN und vor allem VORBEUGEN wichtig, wozu es ja hier viele Anleitungen gibt. Dann hat man wenigstens das gemacht, was man eben selber machen kann. Und wenn man sich bloß deswegen besser fühlt, hat man schon alleine dadurch davon profitiert.
Werner
*) zumal ja die Bewältigung so eines Vorfalls in Afrika unvergleichlich komplizierter und schwieriger ist.
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2019
33,1k Beiträge · seit 200620. Juni 2019 · #230
OFF TOPIC
-------------------
Hi Seyko,

jetzt muss ich mal ganz unabhängig vom Reiseland nachfragen.
Ebenso könnte es hilfreich sein sich kleine Safes in den Urlaub mitzunehmen (Sauerkrautdosen die hohl sind, Ölfläschchen o.ä.) und die Wetrtsachen so bspw. in den Lebensmitteln zu verstauen. Was auch immer - der eigenen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt
machst Du Dir ernsthaft über sowas, für Deinen URLAUB Gedanken? Damit wäre die schönste Zeit des Jahres bei mir schon in der frühesten Planungsphase beendet und ein anderes Reiseziel ausgesucht. Es mag als Camper noch etwas anderes sein (da kenne ich mich bekanntlich nicht so mit aus), aber bei einer normalen Reise mit Hotel, Mietwagen etc würde ich nirgend bei den von mir besuchten oder zu besuchenden Zielen mit solchen Gedanken auch nur spielen. Aber vielleicht bin ich da eine Ausnahme. "Ständige" Angst, dass etwas z.B. geklaut wird etc. gehört doch nicht zu einem Urlaub?!

ON TOPIC
------------------
Hallo Werner,

Du schreibst sehr wahre Worte. Warnen ist absolut ok, aber eben in einem Maße, dass es für andere Reisende sinnvoll ist. Wenn es z.B. häufig/regelmäßig zu Überfällen auf einem bestimmten Wanderweg am Tafelberg kommt, dann sollte das natürlich erwähnt werden. Schlussfolgerung ist daraus aber nicht, dass man nicht zum Tafelberg, nach Kapstadt oder gar Südafrika reisen sollte. Schlussfolgerung ist auch nicht, dass andere "bescheuert" sind, die sagen, dass man wunderbar in vielen Gegenden Kapstadts auch nachts spazieren gehen kann. Es hilft auch niemandem einen einmaligen Fall z.B. eines Raubes auf einer Lodge in Namibia, die 30 Jahre lang unbeschadet war, breit zu treten. Es ist schlichtweg dann ein Einzelfall gewesen. Ich las gerade etwas von einer 5-Sterne-Luxuslodges im Segment von US$1000 die Nacht auf den Seychellen, wo eine europäische Touristen über Stunden von einem Angestellten missbraucht wurde. Weder sind deswegen die Seychellen, noch diese Insel oder das Hotel zu meiden. Die Chance ist verschwindend gering, dass soetwas dort genau nochmals passiert. Das heißt aber nicht, dass es nicht anderswo durchaus irgendwann, vielleicht morgen oder in 10 Jahren, nochmal passieren kann.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2019
1'096 Beiträge · seit 200920. Juni 2019 · #231
@Christian

Du magst es mir nicht glauben aber wir sind 7 Monate angstfrei gereist. 😁
Die Dosen habe ich tatsächlich hier gekauft und mitgenommen und hatte dafür gute Gründe. Ich kannte das Prinzip nicht aber war davon sehr angetan, denn sie sind unauffällig, da sie absolut authentisch aussehen.

Gründe:
Bspw. hatten wir 6.000 USD in bar dabei um einen Monat nach ZIM reisen zu können.
Wir haben die Mittelkonsole mit Safe von Big Country in unserem LandCruiser verbaut aber wir haben dennoch Geld im Auto verteilt gelagert.
Ich bin in meinem Leben noch nie überfallen worden, was aber nicht heisst, dass ich nicht vorsorgen sollte. In SA hat bspw. jemand versucht die Beifahrertüre aufzureissen als wir beim einkaufen waren und meine Frau alleine im Auto sass. Die Tür war verriegelt.
Ich mag das nicht aber wir wurden derart oft von Einheimischen gewarnt, dass wir uns daran gehalten haben und immer die Türen während unseres recht kurzen Aufenthaltes in SA gelockt haben.

14 Tage nach unserem Start hatten wir Premiere: Wir wurden Opfer eines Kreditkartendiebstahls. Uns wurden im Süden Namibias umgerechnet 3200 EUR von der Karte gestohlen. Es wären 4200 EUR hinzu gekommen, wäre es die normale KK mit normalem Limit gewesen. Es war eine Prepaid, die wir extra für die Reise angeschafft haben und sie hatte nicht mehr genügend Guthaben drauf um den 2. Diebstahl möglich zu machen. Wir haben die Karte nur zum einkaufen und tanken genutzt und zu dieser Zeit lediglich bei einer (bekannten und beliebten) Lodge avisiert. Meine Frau wollte unbedingt in dieser Lodge eine Nacht übernachten. Dazu 3 Nächte auf dem zugehörigen Campingplatz. Nur wegen der Lodge habe ich auf dem Weg angerufen und reserviert. Da der Betrag höher war, sollte ich die KK Infos per Telefon durchgeben. Am Ende des Aufenthaltes habe ich aber mit einer anderen Karte bezahlt. Das bedweutet, dass die Prepaid Karte niemals offiziell in dieser Lodge in Erscheinung trat.
2 Tage später waren die 3200 über Einkäufe in Europa entwendet.

Innerhalb einer Woche hatten wir eine neue Karte und den Betrag erstattet bekommen. Es ist uns kein Schaden entstanden und wir waren währenddessen auch relaxt. Das zeigt dennoch, dass Vorsicht angebracht ist. Danach haben wir sehr vieles bar gezahlt und hatten wieder entsprechende Summen im Auto.

Campingurlaub bedarf imho einer anderen Herangehensweise.

Grüsse
Seyko

PS: Wenn doch jeder im Land weiss, dass Camper viel Zeugs mit sich führen, kann ich solche Dosensafes doch mitführen und zumindest mein Bargeld besser schützen.

Und ja, ich weiss das Namibier alles mit Karte zahlen - aber Ihr bekommt auch eine Nachricht bei einer Transaktion und könnt umgehend reagieren. Touristen erhalten diese Nachricht in aller Regel nicht und können im Missbrauchsfall meist nicht direkt reagieren.
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2019
Gast21. Juni 2019 · #232
mike57 schrieb:
Also kurz zusammengefasst: Vernünftig bekleidet und ohne große Touristenaufmachung ist das Land zumindest im Vergleich zu großen Teilen Afrikas sehr sicher.
Halle Mike, habe eben etwas nachgelesen, also….ohne speziellen Bezug auf Namibia...

…immer wenn meine Frau 5 Meter hinter mir geht, mit Blick und Ausdruck:
DIESER MANN GEHÖRT NICHT ZU MIR!!! weiß ich, dass es Zeit ist, in mein „Äußeres“ zu investieren. Das „Abgelegte“ wird dann meine Arbeits- und/oder Reisekleidung und bleibt manchmal auch dort und Viele freuen sich darüber. Und so hat und kriegt Alles seinen Platz.
Und jetzt erfahre ich, dass mich mein Kleidungsverwertungskonzept auch vor Überfällen schützt. Suppi Mike, bei dir ist alles so einfach 😁 . Ein bissi was (Ösi-speak) ist schon dran, aber bloß angesabbert zu sein, ist leider kein verlässlicher Schutz gegen das, wovon hier, (oder zumindest im Titel) die Rede ist.
Grüße
PS und gleich vorweg, ich habe nicht deine Reiseerfahrung, bloß Hausverstand
Grüße
zuletzt bearbeitet 21. Juni 2019
82 Beiträge · seit 201923. Juni 2019 · #233
loser schrieb:
mike57 schrieb:
Also kurz zusammengefasst: Vernünftig bekleidet und ohne große Touristenaufmachung ist das Land zumindest im Vergleich zu großen Teilen Afrikas sehr sicher.
Halle Mike, habe eben etwas nachgelesen, also….ohne speziellen Bezug auf Namibia...

…immer wenn meine Frau 5 Meter hinter mir geht, mit Blick und Ausdruck:
DIESER MANN GEHÖRT NICHT ZU MIR!!! weiß ich, dass es Zeit ist, in mein „Äußeres“ zu investieren. Das „Abgelegte“ wird dann meine Arbeits- und/oder Reisekleidung und bleibt manchmal auch dort und Viele freuen sich darüber. Und so hat und kriegt Alles seinen Platz.
Und jetzt erfahre ich, dass mich mein Kleidungsverwertungskonzept auch vor Überfällen schützt. Suppi Mike, bei dir ist alles so einfach 😁 . Ein bissi was (Ösi-speak) ist schon dran, aber bloß angesabbert zu sein, ist leider kein verlässlicher Schutz gegen das, wovon hier, (oder zumindest im Titel) die Rede ist.
Grüße
PS und gleich vorweg, ich habe nicht deine Reiseerfahrung, bloß Hausverstand
Grüße
Also Herr Loser,
wer hat was von angesabbert gesagt? ein paar Ölflecken dürfen es aber dann schon sein. Probiere es einfach aus, wenn man dem Herrn Räuber zumindest den Eindruck vermittelt kein Touri zu sein.
Frau ? Meine kennt mich auf Resien nicht anders und wenn es dann ins Top - Resto geht, kann man ja in die Reservelade greifen. auf mich und uns wurde schon geschossen (Sudan) , überfallen wurde ich eignetlich in 25 Jahren noch nie. Sorry gelogen, in Rio 2x aber das ist dort im öffentlichen Bus an der Tagesordnung.
Wie immer man es macht bleibt jedme selbst überlassen, wichtig ist nur sich in der Schar der Touris nicht als schwächstes Glied der Kette zu präsentieren. Notfalls halt die Frau u Hause lassen 🙂
LG M+
Die Ösi Sprache ist halt schon lässig 🙂
Gast23. Juni 2019 · #234
Hallo Herr Mike 🙂 ,
meine Replik @ „Handtäschchen, Strohhut, Schmuck und anderer Firlefanz ist halt zum unterscheid von Shorts und einem 3 Tage getragenen T-Shirt sehr geeignet Begehrlichkeiten zu wecken…Also kurz zusammengefasst: Vernünftig bekleidet und ohne große Touristenaufmachung ist das Land zumindest im Vergleich zu großen Teilen Afrikas sehr sicher….Ich sehe es relativ einfach: Vermittle - bestmöglich - den Eindruck, dass es keine vernünftige Idee wäre Dich zu überfallen. Selbstbewusstes Auftreten, entsprechende Kleidung , der bestmögliche Eindruck "ich kenne mich aus und bin von hier…“
udgl. war so gemeint:
Es gibt viele Arten von Delikten Krimineller gegen Touristen: Diebstahl, Betrug, insbes. KK, Einbruch bis Raubüberfälle mit unterschiedlichen Graden von Gewaltandrohung bis –ausübung…..im Zelt, im Auto, im Zimmer....die hier und in anderen Themen angesprochen wurden.
Bei Vielen davon spielt mE. das Erscheinungsbild und Auftreten des Opfers eine viel geringere Rolle als die Gelegenheit und die Begleitumstände. Wenn du z.B. auf einem Rastplatz oder Aussichtspunkt oder beim Spaziergang ausgeraubt wirst, bist du mE in abgetragener Kleidung genauso dran wie im teuren „outdoor outfit“. Für den Kriminellen zählt das „Erfolgspotenzial“ (Einsamkeit, Zeugen, Gegenwehr/Hilfe….bis Abhauen).
Deine hilfreichen Verhaltenshinweise beziehen sich eben nur auf eine bestimmte Situation, während es noch viele andere gibt, in denen Aussehen und Auftreten unwesentlich sind.
Und das mit „selbstbewusster“ Körpersprache und (aggressiver) Botschaft an die Umwelt ist auch so eine Sache. Nicht jeder ist so ein Prachtkerl wie du, ist diesbezüglich weniger leistungsfähig, ist manchmal alleine bzw. nicht in einer Gruppe, muss dabei Wertsachen mit sich herumtragen, usw. Was soll man dann machen? Nur mit Baseballschläger (schwingend) ausgehen?

Egal und wie auch immer, du hast die Lösung, in diesem Sinn: Safe travels!!
Werner
Und dass die Staaten des südlichen Afrikas für Touristen vergleichsweise sicherer sind als andere Afrikas oder sonst wo, glaube ich dir aufs Wort.
zuletzt bearbeitet 23. Juni 2019
568 Beiträge · seit 201423. Juni 2019 · #235
Hi loser und Alle,
wie früher hier schon geschrieben, waren wir schon Opfer eines Raubüberfalls in Namibia.
Gegen das Messer an meinen Rippen hatte ich einfach keine Argumente gegen die drei Männer gefunden, die mich niedergeschlagen hatten und die Autoschlüssel wollten...
Dumm gelaufen, wie auch damals in Warschau, als mein Auto geklaut wurde oder bei meinem entfernten Nachbarn in unserer süddeutschen Kleinstadt, bei dem am hellichten Tag eingebrochen wurde.

Also nie mehr Namibia, Polen oder Süddeutschland????
Da setzte ich seither doch eher erfolgreich auf die statistische Wahrscheinlichkeit:
ich war seither oft in Polen (mit neuerem Auto!), wohne immer noch in Süddeutschland, und nach dem diesjährigigen
Südafrika-Besuch im Herbst (oh, da wurde mir ja vor ca. 20 Jahren mal der Kofferraum aufgebrochen, seither nicht mehr...) steht auch Namibia wieder an. Muss noch 'ne Runde ausgeben für alle die lieben Helfer von damals.

Wer viel lebt, hat etwas mehr Risiko als der, der sich dem Leben verweigert.
Statistisch gesehen bin ich sogar eher ein Unglücksrabe, lasse mich aber davon nicht beirren.
Ernsthafte Verletzungen blieben mir bisher erspart, selbst die Versicherungen waren kulant, also was soll's?
Soll ich auf hunderte positive Erlebnisse verzichten, wegen der wenigen negativen?
Hätte ich vor 40 Jahren nicht heiraten sollen, weil es ab und zu mal a bissle Ehezoff gab?
Nee, die Gesamtbilanz spricht eine andere Sprache.

Von den Tausenden Verkehrsopfern oder den noch viel häufigeren Opfern von Krankenhausinfektionen
in (z.B.) Deutschland fange ich gar nicht erst an,
Da sind, statistisch gesehen, die afrikanischen Räuber Waisenknaben dagegen...
Nicht dass ich damit irgenjemanden beleidigen will, nur die Dinge plakativ ins Verhältnis setzen.
Der Afrikaurlaub ist nicht das größte Risiko, dem wir uns aussetzen!
Also: entspanntes Reisen euch allen!

Grüßle
Randfontein
82 Beiträge · seit 201924. Juni 2019 · #236
loser schrieb:Hallo Herr Mike 🙂 ,
meine Replik @ „Handtäschchen, Strohhut, Schmuck und anderer Firlefanz ist halt zum unterscheid von Shorts und einem 3 Tage getragenen T-Shirt sehr geeignet Begehrlichkeiten zu wecken…Also kurz zusammengefasst: Vernünftig bekleidet und ohne große Touristenaufmachung ist das Land zumindest im Vergleich zu großen Teilen Afrikas sehr sicher….Ich sehe es relativ einfach: Vermittle - bestmöglich - den Eindruck, dass es keine vernünftige Idee wäre Dich zu überfallen. Selbstbewusstes Auftreten, entsprechende Kleidung , der bestmögliche Eindruck "ich kenne mich aus und bin von hier…“
udgl. war so gemeint:
Es gibt viele Arten von Delikten Krimineller gegen Touristen: Diebstahl, Betrug, insbes. KK, Einbruch bis Raubüberfälle mit unterschiedlichen Graden von Gewaltandrohung bis –ausübung…..im Zelt, im Auto, im Zimmer....die hier und in anderen Themen angesprochen wurden.
Bei Vielen davon spielt mE. das Erscheinungsbild und Auftreten des Opfers eine viel geringere Rolle als die Gelegenheit und die Begleitumstände. Wenn du z.B. auf einem Rastplatz oder Aussichtspunkt oder beim Spaziergang ausgeraubt wirst, bist du mE in abgetragener Kleidung genauso dran wie im teuren „outdoor outfit“. Für den Kriminellen zählt das „Erfolgspotenzial“ (Einsamkeit, Zeugen, Gegenwehr/Hilfe….bis Abhauen).
Deine hilfreichen Verhaltenshinweise beziehen sich eben nur auf eine bestimmte Situation, während es noch viele andere gibt, in denen Aussehen und Auftreten unwesentlich sind.
Und das mit „selbstbewusster“ Körpersprache und (aggressiver) Botschaft an die Umwelt ist auch so eine Sache. Nicht jeder ist so ein Prachtkerl wie du, ist diesbezüglich weniger leistungsfähig, ist manchmal alleine bzw. nicht in einer Gruppe, muss dabei Wertsachen mit sich herumtragen, usw. Was soll man dann machen? Nur mit Baseballschläger (schwingend) ausgehen?

Egal und wie auch immer, du hast die Lösung, in diesem Sinn: Safe travels!!
Werner
Und dass die Staaten des südlichen Afrikas für Touristen vergleichsweise sicherer sind als andere Afrikas oder sonst wo, glaube ich dir aufs Wort.
Hi Werner,
naturgemäß sehe ich es etwas anders aufgrund meiner langjährigen Auslandsaufenthalte und ich bin sicherlich auf die "europäische Kriminalität" anfälliger als Du. Diesmal wirklich ganz kurz:
Arten der Kriminalität:
Diebstahl : Na ja das kann schon mal passieren, man trägt meist ein wenig Mitschuld und davor ist man ja auch in Europa nicht sicher.
Kreditkartenbetrug: Zahlt ja bei einer vernünftigen Karte die Firma und ich gebe ja auch die Karte nirgendwo aus der Hand.
Überfälle: Das Thema haben wir ja schon abgehandelt. Zusätzlich noch: Touristen "Hotspots" meiden (leicht für mich , da kein Interesse), versuchen bestmöglich als Einheimischer aufzutreten (Logos von Leihwagenfirmen, T-Shirts "I love Germany" etc. wenn es geht vermeiden) , Geld im Auto unauffällig verteilen (die angesprochenen Dosen, leere Flaschen für Reserveöl etc., Dachzelt)
Wir wurden z.B. mehr in Afrikaans angesprochen als in DE oder EN.
Gasspray und/ oder E-Schocker bei Menschenansammlungen bereit halten und auch dann wirklich verwenden. Baseballschläger wird sich wohl keiner finden, aber ein gut ausgerüstetes Fahrzeug verfügt ja über eine Axt 🙂
Was ich damit sagen will: Vollkommen richtig , ich stimme mit Dir überein für den Herrn Räuber zählt das Erfolgspotential und genau das ist der Punkt. Ist der Räuber nicht vollkommen mit Drogen zu gedröhnt (was ihn ungefährlicher macht) wird er seine Chance abwägen. Frei nach dem Motto wann greift der Löwe denn einen Elefanten an ..... wohl nur wenn er sehr hungrig ist oder der Elefant schwach.
Das hat alles nichts mit dem von Dir zitierten "Prachtkerl" zu tun sondern nur mit 25 Jahren Aufenthalt in Asien, Südamerika und Afrika. Obwohl man als "kurzfristiger" Einheimischer über eine bessere Infrastruktur wie Hund und geeignete Selbstverteidigungsgeräte verfügt, geht es auch ohne diesen Dingen.
Nicht vergessen Kriminelle verfügen nicht unähnlich von Hunden über einen gewissen Instinkt. Und wem beißen Hunde am häufigsten?
In diesem Sinn, keine Panik aber Vorsicht
M+
2'462 Beiträge · seit 200625. Juni 2019 · #237
Ganz sicher ist es leichter, wenn man mit Einheimischen verwechselt wird, gerade in Südafrika sind die ja gern auch mal bewaffnet. Die Touristen, die ich so kenne, sind in der Regel eher ungeübt mit dem Gebrauch von Messern und Gassprays. Und ob ich mir gern vorstellen möchte, dass Touristen mit einer Axt durch Swakopmund laufen, weiß ich auch nicht 😄

Den für mich besten Rat bekam ich vor vielen Jahren mal von einem Südafrikaner: lieber 5 Minuten ein Feigling als ein Leben lang tot.

In diesem Sinne, einen schönen Tag,
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
2'530 Beiträge · seit 201109. Juli 2019 · #239
https://www.az.com.na/nachrichten/touristen-im-schlaf-ausgeraubt2019-07-08/

iGowati Gästefarm, Khorixas.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
zuletzt bearbeitet 09. Juli 2019
33,1k Beiträge · seit 200616. Juli 2019 · #240
"Police bust daylight robbers"
"SWIFT action by City Police officers yesterday led to the recovery of items, including a camera valued at more than N$7 000, and some identification documents stolen from tourists...."
https://www.namibian.com.na/80838/read/Police-bust-daylight-robbers

Viele Grüße
Christian

@Cruiser
Weißt Du wo die "iGowati Gästefarm nördlich von Khorixas" liegt? Ich vermute die AZ hat was durcheinander bekommen. Ich kenne nur die iGowati Lodge/Country Hotel, die mitten in Khorixas ist...
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 16. Juli 2019