Route im Kaokoveld

26 Antworten · 8'796 Aufrufe · gestartet 18. Apr. 2017 von Alex380
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Themenstarter129 Beiträge · seit 201318. Apr. 2017 ·
Liebe Fomis,

ich würde mir gerne ein paar Meinungen zu unserer angedachten Route im Kaokoveld holen. Hauptsächlich geht es dabei um Zeit- und Routeneinschätzungen, bestenfalls von Reisenden, die in den letzten Jahren ähnliches gefahren sind. Wir sind mit eigenem Landcruiser unterwegs.
Starten werden wir zu der Teiletappe in Epupa, ca. am 08.09.2017 (sind ohne Buchungen unterwegs - daher kann das auch den ein oder anderen Tag variieren). Ich gebe für unsere gedachten Tagesetappen mal die T4A KM- und Zeitangaben an, an denen wollte ich mich orientieren.

1. Tag: Epupa - Van Zyls (145KM / 6:34h)
Dachte, den Van Zyls heben wir uns für den nächsten Morgen auf, besser als ihn Abends zu fahren.

2. Tag: Camp Syncro (71KM / 4:16h)
Auf direktem Weg.

3. Tag: Hartmannstal (108KM / 5:07h)
Möchte über den "Short Cut" durch die Berge von Mariental ins Hartmannstal wechseln. Lt. Camp Syncro (Facebook) ist dieser derzeit aufgrund des Regens nicht zu empfehlen, mal sehen ob er bis September wieder fahrbar ist. Würden gerne möglichst weit im Norden campen, welcher Nordstich ist zu empfehlen? Laut T4A gibt es ja einen ganz westlichen (zu den Monster Dunes) und auch zwei weiter östlich, wobei da Lodges eingezeichnet sind. Könnte allerdings sein, dass ich dort oben zum campen nicht mehr all zu viel Windschutz finde, oder?

4. Tag: Orupembe (130KM / 4:58h)
Welche Route in den Süden ab Hartmannstal ist denn die schönste? Hatte mal die westlichste (Groendrom) angedacht. Laut T4A auch die kürzeste, hat wer andere Erfahrungen gemacht? 130KM in 5h - der Schnitt scheint ja relativ flott zu sein.

5. Tag: Puros (86KM / 7:55h)
Durch Khumib und Hoarusib. Laut Zeitangabe T4A ein ewiger Ritt, aber bei soviel Flussbett wahrscheinlich auch nicht unrealistisch. Der Wechsel von Khumib in Hoarusib wird jedoch mit 2:04h bei 16,5KM angegeben, dass kommt mir etwas lang vor. Tatsächlich so anspruchsvoll?

6. Tag: Palmwag (208KM / 5:12h)
Bleiben evtl. aber auch in Warmquelle stehen. Hoanib lassen wir aus, da wir den 2015 schon hatten, samt Crowthers Trail.

Wie stimmen denn eurer Meinung nach die KM und Stundenangaben so überein? Habt ihr andere Erfahrungswerte?
Generell starten wir meist gegen 9 Uhr und wollen spätestens zwischen 16 - 17 Uhr aufhören. Bei einem Tag (Orupembe nach Puros) scheint mir das aber etwas knapp zu werden, v. a. da einige Stopps, Tierbeobachtungen und Pausen natürlich drin sein sollen. Theoretisch kann ich auch noch einen Puffertag einbauen. Wie gefällt euch die Streckenauswahl, würdet ihr andere fahren?

Das Thema Sprit beschäftigt mich auch noch. Ich habe max. 160l Tankinhalt (Diesel), wobei ich sagen muss, dass unser Schleifer kein Spritsparwunder ist. Er (HDJ80 - Automatik) nimmt sich schon auf Teerstraße bei 110 km/h gerne 16 Liter, von daher gehe ich für das Kaokoveld mal mit 21 Litern auf 100KM ins Rennen.
Ich komme zuvor aus dem Caprivi über Ruacana. In Ruacana kann ich also letztmalig voll tanken. Denke, ich müsste dann bis Palmwag rechnen, oder wie sind eure Erfahrungen mit der Kanistertankerei und Verfügbarkeit in Okangwati und Puros? Sehe immer die Gefahr von besonderes dreckigem Diesel oder auch mal einem Schuss Wasser darin. Sesfontein soll auch nicht immer Diesel haben.
Das macht rund 1.000KM (lt. T4A genau 916KM) von Ruacana bis Palmwag, also insgesamt 210 Liter, wobei ich von Ruacana - Epupa - Okangwati sowie Sesfontain - Palmwag im Schnitt sicherlich mit weniger auskomme. D. h. in Ruacana min. 3 x 20l Kanister auf das Dach, hm... Opuwo als Zwischenstopp möchte ich vermeiden. Was meint ihr? Gibt es andere Ideen? Sprit schnorren in Camp Syncro möchte ich nicht.

Falls das jetzt noch jemand liest, der in ähnlichem Zeitraum ähnliches vor hat, kann er sich gerne melden. 😎

Über ein paar Meinungen dazu würde ich mich sehr freuen!

Schönen Gruß
Alex
Gast18. Apr. 2017 ·
Hallo,
Alex380 schrieb:5. Tag: Puros (86KM / 7:55h)
Reine Fahrzeit für Orupembe-Purros Campsite ca. 3 Stunden. Im September ist es schon lange trocken und es existieren dann gut ausgefahrene Tracks in den Flussbetten. Da kann man 30-40 km/h fahren. Auf der Querverbindung zwischen Khumib und Hoarusib über den Berg geht es etwas langsamer voran, aber besonders schwierige Stellen gibt es da auch nicht.

Gerade mal geguckt: Meine T4A-Version (v16.5 in Basecamp) gibt mir 3:24 für die Strecke aus. Welche T4A-Version nutzt Du denn?

Beste Grüße

Guido
Themenstarter129 Beiträge · seit 201319. Apr. 2017 ·
Hi Guido,

besten Dank für's gucken, das hilft mir schon einmal weiter! Habe nebenbei auch noch etwas in Reiseberichten gelesen, knapp 8 Stunden benötigt soweit niemand für die Strecke. Ich habe derzeit nur eine Papierkarte, aktuell aber nicht bei mir und die Zeiten deshalb aus der online verfügbaren genommen.

Kann noch jemand etwas zu Tag 4 / Hartmannstal - Orupembe sagen, welche Route in Richtung Süden ist die schönste? Habe mal etwas durch die Beiträge der "Konzessionsproblematik" gelesen, bin aber noch nicht so recht schlau geworden wie weit man denn nun eigentlich offiziell in das Hartmannstal darf.

Noch Erfahrungen zur Dieselsituation in Okangwati und Puros?

Gruß
Alex
195 Beiträge · seit 201519. Apr. 2017 ·
Hallo Alex!

In Okangwati sollte es eigentlich schon Sprit geben, in Purros halt fragen wenn man eh schon durchfährt, und in Sesfontein ist ja eine ganz ordentliche Tankstelle und der Ort so groß, daß sich zur Not wohl Kanister auftreiben lassen.

Die Querung vom Van Zyl nach Westen (korrigiert nach Tippfehler am 21.4.) ist grundsätzlich eher ruppig immer an den Bergrücken die es zu queren gilt, da gibt es zudem mehrere Pisten, jene die in T4A online als very bad (oder so ähnlich) beschrieben sind würde ich definitiv meiden, bin da neulich Richtung Osten gefahren, und das wäre Richtung West nicht machbar gewesen (sehr steile Felsauffahrten).

Im Hartmanntal ist rund um die Lodgen alles als "No Entry" ausgeschildert, alles! Ein Reiseveranstaltr aus windhoek hat mir gesagt das wäre nicht rechtens, weil die Lodge nur eine Lodge-Konzession hat und nicht für das ganze Gebiet, ob man sich die Streiterei im Urlaub antuen will muß jeder für sich entscheiden. Ich wollte es mir antun, bin unmittelbar vor dem Lodgeauto mit neuen Gästen drinnen in die verbotene Piste eingefahren, war aber ein blödes Gefühl und nicht sehr entspannt da oben, auch wenn wir alle Pisten abgefahren sind. Windschutz: Nejt. Zum Kunene runterfahren: Nejt wegen steiler Rückfahrt zu heikel. Gehen könnte man (ich schätze 2 Stunden hin und zurück, uns war's bei 42 Grad an dem Tag zu heiß. Mariental ist netter, grün, Wasser zum Baden (ja, ich weiß, Kroks). Hartmannstal nur wer Mariental schon kennt und danach auch diesen Punkt unbedingt gesehen haben will.

Rückfahrt West-Piste über Groendrom landschaftlich nett. Sat-Phon hast Du mit? Da "oben" und "links" fährt praktisch niemand.

Grüße

Martin

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Nähe Van Zyl Richtung Mariental

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Südlich von Groendrom

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Groendrom, seht fad aus, man sieht aber schön in die Sanddünen im Skeletonpark...

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...an die man auch etwas herankommt

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Kurz vor den Hartmann-Lodgen dann die Verbotsschilder, wirklich bei jeder Kreuzung

Würde man weiterfahren, käme man soweit an den Kunene heran, den Grenzfluß zu Angola:
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facebook.com/martin.friedl.790
zuletzt bearbeitet 21. Apr. 2017
2'542 Beiträge · seit 200719. Apr. 2017 ·
Tankstelle Sesfontain beim Fort ist bei mir Glückssache.
Einmal mit Motorrad: kein Benzin. Vielleicht morgen. Haben dann im Ort aus Fässern getankt.
Drei Jahre später mit Auto: Kein Diesel, Dieselpumpe kaputt. Vielleicht morgen. Sind dann nach Palmwag gefahren.
Auf die Tankstelle verlass' ich mich nicht mehr 😉
lg
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
Gast19. Apr. 2017 ·
Hallo,
Martin F. schrieb:Ein Reiseveranstaltr aus windhoek hat mir gesagt das wäre nicht rechtens, weil die Lodge nur eine Lodge-Konzession hat und nicht für das ganze Gebiet,
Die Lodge hat eine exklusive Nutzungsvereinbarung für einen Teil der Marienfluss Conservancy mit der Marienfluss Conservancy. Die Conservancy verpflichtet sich dazu, Nicht-Lodge-Gäste nach Möglichkeit aus dem exklusiv von Wilderness genutzten Gebiet zu vertreiben. In dem Vertrag zwischen Conservancy und Wilderness Lodge wird aber explizit darauf hingewiesen, dass die Gesetzeslage in Namibia es nicht hergibt, den exklusiven Nutzungsanspruch durchzusetzen.


SC1toets.jpg



Beste Grüße

Guido
195 Beiträge · seit 201519. Apr. 2017 ·
Cool! Das sind ja mal richtige Insider-Infos, danke! Da kann man dann ja wieder ganz ruhig schlafen im Hartmannstal.
Grüße
Martin
facebook.com/martin.friedl.790
Gast19. Apr. 2017 ·
Hallo,

es ist meines Erachtens etwas komplizierter. Wilderness zahlt eine feste Jahresgebühr plus 8% vom Umsatz an die Conservancy und tut einiges für den Naturschutz und die Locals. Insofern darf man deren exklusiven Nutzungsanspruch schon respektieren. Es ist verständlich, dass die angepisst sind, wenn sie viel Geld bezahlen, um Touristen etwas bieten zu können und Selbstfahrer das exklusive Gebiet komplett kostenfrei auch nutzen.

Noch komplizierter wird das alles dadurch, das Serra Cafema keine offiziell vom MET anerkannte Konzession ist und nicht eindeutig öffentlich und exakt dargelegt wird, was genau das exklusiv genutzte Gebiet umfasst. Stand April 2016 gibt es mindestens eine Piste, an der kein No-Entry-Schild steht. Und ich spreche von einer sehr deutlichen Piste und nicht von einer Spur, auf der vor 3 Jahren mal jemand gefahren ist. Ob das Absicht oder ein Fehler ist, weiß ich nicht.

Und wer noch nicht ausreichend verwirrt ist: Das NTB hat 2014 angefangen, diverse Selbstfahrer-Routen zu vermarkten - darunter die Arid-Eden-Route. Dazu wurden Broschüren aufgelegt. In der Arid-Eden-Route-Broschüre dazu gibt es eine Karte, in der im Hartmannstal am Kunene eine Lodge und eine Campsite eingezeichnet ist und in der nicht ersichtlich ist, dass es da gesperrte Gebiete gibt. Wenn es solche Fehlinformationen von der offiziellen Tourismusbehörde in Namibia gibt, darf man sich natürlich auch nicht wundern, wenn Leute genau das machen wollen: Als Selbstfahrer zum Campen an den Kunene im Hartmannstal fahren.
karte.gif


In der Broschüre heißt es zum Hartmanns Valley
Hartmann’s Valley is a 70 kilometre valley that is only accessible to seasoned four wheel
drivers. In the south, the road starts by crossing a number of steep-sided river valleys.
It soon changes to compacted corrugated sand, which shakes your vehicle violently.
Finally, this becomes soft before high dunes prevent you reaching the Kunene by
vehicle. Despite the harsh conditions, it is very beautiful.
Wie gesagt: Das ist eine offizielle Broschüre, die sich an Selbstfahrer richtet. Kein Wort davon, das da irgendwas verboten wäre. In der Realität wird das NTB den exklusiven Nutzungsanspruch von Wilderness sicher nicht negieren wollen und das Ganze ist der Inkompetenz beim NTB und deren Zuarbeitern geschuldet.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 19. Apr. 2017
1'166 Beiträge · seit 200819. Apr. 2017 ·
Hallo Martin und Guido,

ihr beide kennt euch offensichtlich dort oben gut aus. Auch wir wollen diesen Juni ins Hartmanntal. Ich hatte vor ein paar Monaten schon mal wegen der Routen angefragt, aber leider keine Antwort bekommen:
https://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/288556-anfahrt-serra-cafema.html?start=6#451191

Würde mich freuen, wenn ihr mir einen Tipp geben könntet. Ins Tal rein wollen wir über die grüne Trommel fahren.
Laut den Betreibern von Camp Syncro hat es geregnet, sodass es entlang der Green-Drum-Piste nicht mehr ganz so wüstenhaft aussieht: https://www.facebook.com/CampSyncro/photos/pcb.1080611952083866/1080605322084529/?type=3

Grüße
Axel
Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana / Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Namibia Rastlos durchs Kaokoveld und Damaraland ... (2017) Stippvisite im Damaraland und Kaokoveld (2016)
zuletzt bearbeitet 19. Apr. 2017
195 Beiträge · seit 201520. Apr. 2017 ·
Hallo Axel!
Grün rauf, blau oder rot runter klingt eh OK.
Düne siehst Du ja vor Ort, da muß man sich im Forum nicht viel darauf vorbereiten. Da du offenbar im Camp dort schläfst werden die sich schon drum kümmern was dort sinnvoll zu besichtigen ist. Runter kommt man eine Düne ja immer, rauf nicht immer, das kann man nur vor Ort entscheiden. Aber man kann ja auch runter gehen zum Kunene, nach 3 Tagen im Auto finde ich das auch eine gute Abwechslung - und vermittelt eventuell mehr Wüstenerlebnis.
Mein Motto ist immer hinfahren, dann sieht man schon.
Grüße
Martin
facebook.com/martin.friedl.790
Themenstarter129 Beiträge · seit 201321. Apr. 2017 ·
Hallo zusammen,

allen besten Dank für die ausführlichen Antworten. Das mit dem Hartmannstal scheint ja so eine Sache zu sein, aber wir werden es uns dann im September genauer ansehen. 🙂

Martin, danke für die spitzen Fotos, das macht Lust auf mehr! Wie ich sehe bist du auf Carnet unterwegs, das haben wir auch schon hinter uns. Soll der Wagen mal wieder zurück nach D?
Ich habe allerdings noch nicht ganz verstanden was du mit der Querung nach Osten vom Van Zyls meinst, die in Richtung West schwierig zu fahren ist? Wir sind ja in Richtung Westen unterwegs, von Epupa kommend.

In Okangwati ist Sprit aber nur aus Fässern zu bekommen, oder?
In Sesfontein hingegen habe ich im September 2015 Diesel bekommen, ist wohl eine Glückssache. So ganz passt mir das noch nicht, 60l Diesel auf dem Dach zu fahren, aber bis zum Van Zyls sollte ich das alles in den Haupttank bekommen.

Somit wären eigentlich die unklaren Fragen beseitigt, wir freuen uns auf die Tour durchs Kaokoveld!

Schönen Gruß & Danke für die konstruktiven Beiträge (ist ja heute nicht mehr selbstverständlich wenn ich so in's Forum gucke...)

Alex
4'130 Beiträge · seit 200821. Apr. 2017 ·
Hallo, Alex380,

du bist doch recht gut vorbereitet. Zu deinen Zeiten hast du schon Antworten erhalten. Es sieht alles passend aus.
Okangwati zu tanken, ist O.K. bei der Herero-Lady. Sehr speziell... – keine Angst vor Gepanschtem: Sie füllt (sie lässt füllen! - sie selbst kassiert nur!) in durchsichtigen Kanister, da schaut man selbstverständlich hinein: Man sieht, ob es klar ist oder sich was am Boden absetzt (Info mit dem durchsichtigen Kanister ist schon älter (09)* sollte sich das geändert haben, dann ggf. den Durchfluss durch den Pumpschlauch beobachten). – Einer von uns seht immer direkt daneben! Man gießt letztlich über einen „Wasserflaschentrichter“ in den Tank, da siehst du es in jedem Fall! – bei uns war’s etwas lustig, es gingen Unmengen daneben - wir haben dann eine Wasserflasche schräg/längs aufgeschnitten (Boden dranlassen) und ihnen beigebracht, wie man über diese Methode und der richtigen Handhabung des Kanisters (Öffnung zum auskippen nicht nach unten sondern über die „obere Ecke“...) zu zweit „plemperfrei“ befüllen kann... (sie waren begeistert).
Ohne den Treibstoff zu sehen, lassen wir unter solchen Bedingungen nicht befüllen! Gibt es keine Kontroll-Möglichkeit, dann selber einen Wasserflaschentrichter herstellen und darüber befüllen lassen, damit man sehn kann.
Letztlich sind wir lieber bereit selbst Hand anzulegen und uns einzusauen, als dass wir die Kontrolle unterlassen. Da kennen wir keine Peinlichkeiten!

Bei Dreck: Kurz warten, absetzen lassen und durch ein Tuch gießen, den letzten Liter nicht einfüllen lassen - Hast du einen Vorfilter? – ist’ne sinnvolle Sache, dann muss man nicht mehr soviel Sorgenfalten bilden...
Aber, wie schon oben erwähnt und auch hier im Forum von anderen in den letzten Jahren berichtet, scheint es bei ihr O.K.

Zur Versorgungssicherheit: Gehe davon aus, dass du an deinen genannten Orten Versorgung hast, wenn nicht: Plan B. Opuwo, - und ggf. Strecke neu sortieren... Eine recht banale Entscheidung, die einem alles leicht macht. Ist noch nie eingetroffen, aber wenn es so kommt, dann ist es eben so (da ist ein wenig Fatalismus sehr hilfreich... 🙂 – dann muss man halt den Plan rechtzeitig ändern, haben zwar mehr Storage als du, fahren allerdings auch entsprechend mehr hin und her...

Gruß lilytrotter

*vielleicht hat sich ja auch alles geändert, mittlerweile... und ist modern geworden... 🙂
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 21. Apr. 2017
195 Beiträge · seit 201521. Apr. 2017 ·
Mein Tippfehler:
VanZyl nach Westen habe ich gemeint, habe es jetzt im Post korrigiert.
LG
Martin
facebook.com/martin.friedl.790
143 Beiträge · seit 200821. Apr. 2017 ·
Hallo Alex,

Die Idee, auf dem van Zyl´s Paß oben zu übernachten, ist sehr gut! Hier kann man so richtig die Seele baumeln lassen!

Ich möchte Dir jedoch ein paar Tipps zum Hartmanntal geben:
In Deine Planung hast Du zu wenig Zeit für das Hartmanntal einfließen lassen. Bedenke, daß Du Zeit benötigst um überhaupt bis zum nördlichen Ende mit den Dünen zu gelangen. Der Weg dorthin auf der westlichen Route von Green Drum aus ist auch schön, …da möchtest Du bestimmt ein paar Abstecher in die flachen Wanderdünen oder auf eine der „Koppies“ machen. Auch glaube ich, daß Du mehrmals Luft ablassen mußt, da einige „Weichsandpads“ auch bergauf führen. Das alles benötigt Zeit! Ich würde Dir dringend empfehlen, zwei Nächte im Hartmanntal zu übernachten. Dann hast Du einen ganzen vollen Tag vor Ort Zeit. Es gibt zu viel zu sehen, zu besteigen und zu befahren!

Lasse Dich auch nicht durch diese sogenannten „Verbots“-Schilder „verkackeiern“! Wie schon hier im Thema wunderbar von Guido aufgezeigt: Wilderness bläst sich damit nur auf!

Meine Routenempfehlung:
Van Zyl´s Paß morgens runter und dann die direkte Pad (Abzweig: S17 39 45.9 E12 40 02.4) via Red Drum, Blue Drum, Orange Drum und Green Drum auf die Westroute ins Hartmanntal einfahren.

Kurz eingeworfen: Vor Red Drum kannst Du an einer (noch) funktionierenden Wasserstelle Deine Trinkwassertanks auffüllen. S17 47 19.5 E12 32 06.8 Das darfst Du! Lasse Dich nicht von Himbas am Wasserschöpfen hindern! Habe neulich Selbstfahrer wieder 2 Km mit zurückgenommen, weil Himbas ihnen angeblich verboten hätten Wasser zu nehmen. Es ging dann doch, …ohne Probleme!
Solltest Du noch vor Erreichen des Dünengürtels von der Dämmerung überrascht werden, so kannst Du ohne Probleme eine der Spuren folgen die von der Piste abzweigen. Meist geht es auf eine Koppie oder zu einem Baum oder in ein kleines Rivierbett.

Auch hier ein kurzer Einwurf: Ich möchte Dich und auch die anderen Hartmanntalbesucher darum bitten, keine neuen Spuren zu ziehen! Es gibt genügend alte Tracks die gut zu nutzen sind, also kein Grund neue Spuren zu erzeugen. Dies gilt natürlich nicht für den Dünengürtel. Hier halten sich Spuren manchmal nur für wenige Minuten, …wenn der Südwester anständig bläst!

Der neue Tag sollte dann früh beginnen, denn durch den niedrigen Sonnenstand gibt es einzigartige Schatten und Kontraste zu erleben! Das sollte niemand verpassen! Begib Dich (…bitte mit äußerster fahrerischer Vor- und Umsicht!) in den Dünengürtel. Fahre nie über die Dünenkämme ohne zu wissen was Dich dahinter erwartet.

Die zweite Übernachtung könntest Du Dir auf einer Kuppe suchen, von der Du eine wahnsinnige Rundsicht genießen kannst! Ich habe es aber bisher erst einmal geschafft den Gipfel zu erreichen, …allerdings fahre ich immer mit Anhänger. Jedenfalls waren die Nacht und der anschließende Sonnenaufgang wirklich atemberaubend! S17 12 34.6 E12 06 31.9

Die Rückfahrt aus dem Hartmanntal kannst Du dann getrost über den „Shortcut“ wagen. Es geht nur bergab. Insgesamt gibt es nur zwei steile Passagen: S17 33 50.2 E12 26 02.5 und S17 33 23.8 E12 28 02.6 Anschließend geht es problemlos bis zum Camp Syncro.

Die Rückfahrt geht dann wieder über Red Drum. Dort schon würde ich nach Süden abbiegen um bei Orupembe irgendwo im Khumib Rivier zu übernachten. Das ist ein schöner Tagestrip. Anschließend ist es nicht mehr weit bis Purros.

Viel Spaß! Vielleicht sehen wir uns in Purros am 4.Mai?

Herzliche Grüße aus Windhuk,

Olli
p.s.: zur Einstimmung noch ein paar Bilder:

CampaufdemVanZylsPass.jpg


morgensüberdemHartmanntal.jpg


nachdemSüdwestwind.jpg


BlickvoneinerNachtlager-Kuppe.jpg
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
502 Beiträge · seit 201622. Apr. 2017 ·
Hallo Olli, toller Beitrag, tolle Bilder - Kompliment!!! Fühle mich da als Lodge-to-Lodge-Driver und D-Routen-Bezwinger eher als Greenhorn unter Euch Abenteurern. Wünsche uns allen noch viele schöne Tage im südlichen Afrika.
Gruß, Dieter
1'166 Beiträge · seit 200822. Apr. 2017 ·
Hallo Olli,

ich danke dir auch für deinen informativen Beitrag. Der Aussichtspunkt/Übernachtungsplatz am Van Zyls Platz hat mir angetan. Ist es möglich dieses Teilstück (Marienflusstaal bis Aussichtspunkt) von West nach Ost zu fahen. Oder würde dies Piste und/oder Fahrzeug schaden?

Grüße
Axel
Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana / Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Namibia Rastlos durchs Kaokoveld und Damaraland ... (2017) Stippvisite im Damaraland und Kaokoveld (2016)
143 Beiträge · seit 200822. Apr. 2017 ·
Moin Axel!

Gleich zu Beginn: nein! Den van Zyl´s Paß fährst Du bitte nicht von West nach Ost hinauf! Der Piste würde dies nicht schaden, …schlechter geht es einfach nicht mehr. Jedoch solltest Du an Dein Fahrzeug denken und an Deine eigene bzw. die Sicherheit Deiner Beifahrer. Ich persönlich bin bis vor sechs Jahren noch öfter den Paß hochgefahren. Seitdem aber der van Zyl´s Paß von so vielen Fahrzeugen befahren wird, haben sich die Pistenbedingungen für eine Hochfahrt sehr verschlechtert. Mittlerweile liegen so viel Geröll und große lockere Klippen in der Spur, daß selbst ein erfahrener Off-Road-Fahrer in einem Fahrzeug mit drei Differentialsperren ein aus meiner Sicht unkalkulierbares Risiko einginge!

Dies ist auch der Grund, warum ich in meinem vorigen Beitrag den van Zyl´Paß in der Routenführung zuerst angegeben habe. Dann fährt ihn hinab, macht eine Schleife über die Tonnen in das Hartmanntal und über die Marienflußebene zurück Richtung Orupembe / Purros ab Red Drum.

Liebe Grüße aus Windhuk,

Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
Gast22. Apr. 2017 ·
Hallo,
aos schrieb:Der Aussichtspunkt/Übernachtungsplatz am Van Zyls Platz hat mir angetan. Ist es möglich dieses Teilstück (Marienflusstaal bis Aussichtspunkt) von West nach Ost zu fahen.
Du kannst auch einfach im Marienflusstal bis an den Fuß des Passes fahren. Bis zu den 3 hintereinander liegenden und auch in T4A eingezeichneten Viewpoints auf das Marienflusstal sind es von da 800-1900 Meter. Wenn Du gut zu Fuss bist, erreichst Du den ersten Viewpoint per pedes nach 10-15 Minuten und bis zum Hintersten sind es ca. 30 Minuten. Das ist für Mensch, Maschine und Pass die am wenigsten schädliche Variante.

Generell gibt es im ganzen Kaokoveld viele Hügel/Felsen, die eine Besteigung mit wunderbaren Aussichten belohnen. Bitte berücksichtigen, dass der zwecks Aussicht auf das Marienflusstal gut liegende Mount Ondau für die Himbas heilig ist und nicht bestiegen werden sollte.

Beste Grüße

Guido
83 Beiträge · seit 201622. Apr. 2017 ·
Grossartige emotionale Bilder Olli!
2x Australien, brunei, vietnam, 3x Indonesien, namibia, südafrika, mosambik, swaziland, chile, argentinien, mexiko, 2x kanada, Kalifornien, Florida, Singapur, nevada, ruanda, nepal, kambodscha, vietnam und brasilien sowie einmal durch südeuropa mit dem camper in der elternzeit
1'166 Beiträge · seit 200822. Apr. 2017 ·
Danke für die Infos.
Gut, dann werden wir am Fuße des Passes zelten (wir kommen aus dem Hartmanntal) und morgens zum Sonneraufgang hochwandern (sind nur ca. 2km). Schöner wäre es gewesen, oben zu campieren.

Grüße
Axel
Solo die zweite 04/19 - Namibia-Teil Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Botswana / Kalahari/Nordwest Nam (April/Mai 2018) - Namibia Rastlos durchs Kaokoveld und Damaraland ... (2017) Stippvisite im Damaraland und Kaokoveld (2016)