Hallo,
einen ausführlichen Reisebericht schreibe ich vielleicht an anderer Stelle noch mal. Aber vielleicht ist für den einen oder anderen ein kurzes, aktuelles Feedback zum Hwange und Gonarezhou NP hilfreich.
Hwange Nationalpark
Die Infrastruktur ist dort im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Diverse Picnic Sites/Exclusive Campsites sind schon renoviert, d.h. neu gestrichen und Bäder neu gefliest und ausgestattet. Die meisten Pisten waren in erheblich besserem Zustand als letztes Jahr. Statt Grader schicken die da jetzt einen kleinen Traktor lang, der ein Stahlgerüst mit 4 flach darunter montierten Reifen hinterher schleift. Und das bringt durchaus etwas. Farmer pflegen ihre Pisten und Airstrips ja häufig auf ähnliche Weise. Die aus Asphaltresten bestehende Hauppiste zwischen Shumba und Main Camp lässt sich so natürlich nicht verbessern.
Rund um Robins Camp ist viel abgebrannt und den nördlichen Rand des Parks kann man generell eher vergessen. Dort ist zum einen Wilderei wohl immer noch ein Problem und im Norden grenzen unmittelbar große Jagdkonzessionen an den Park, in denen wohl wirklich viel gejagt wird. Die wenigen kleinen Elefantenherden, die wir in der Gegend gesehen haben, reagierten alle völlig panisch auf Autos/Menschen. Traurig.
Wir wollten die erste Nacht am Deteema Hide verbringen (noch nicht renoviert). Im zuständigen Robins Camp hieß es "Nicht verfügbar". Wir sind auf dem Weg nach Sinamatella trotzdem hingefahren. Gegen 16 Uhr war auch niemand anders da oder hatte sich angekündigt. Caretaker und Ranger bei der benachbarten Picnic Site haben uns dann erlaubt, da zu übernachten. Etwas hartnäckig zu sein, kann sich also lohnen. Wäre doch noch jemand gekommen, hätten wir das Feld natürlich geräumt und wären auf die nicht weit entfernte Picnic Site umgezogen. Nachts haben über 7 Stunden immer wieder Löwen aus allen Richtungen und etwa 100 Meter Entfernung gebrüllt. Da der Hide keine geschlossene Einzäunung hat, lauscht man dann schon mal angestrengt in die Nacht, ob schon ein Kätzchen am Zelt schnüffelt. Manchmal schleichen sich dann auch Gedanken an, ob ein Dachzelt statt Bodenzelt nicht doch Charme hätte... Kurz vor Sonnenaufgang habe ich am Morgen in 80 Meter Entfernung 2 Löwen entdeckt, aber später waren in dem hohen Gras und dichten Busch rundherum keine Löwen mehr zu finden.

Kämpfende Giraffenjungbullen bei Guvalala

Die Folgen vegetarischer Ernährung?

Und übellaunig wird man auch?

Kommunikation
Die 2. Nacht haben wir im Kapula Camp verbracht. Da wir wegen erneuter Löwensichtung erst zum Sonnenuntergang da waren, haben wir nur ein Zelt im billigeren South Camp genommen. Da waren wir dann auch allein. Preis-/Leistungsverhältnis exzellent.
Die 3. Nacht haben wir auf der Ngweshla Picnic Site verbracht (bereits renoviert). Weil da in der Gegend auch die teuren Lodges von Wilderness Safaris und Co. liegen, sind dort alle Wasserlöcher in Betrieb und man hat die Wilderei in Griff. Die Landschaft ist dort etwas offener und die Tiersichtungen waren super. Nachts ist ein Elefant über den mickrigen Zaun gestiegen und um unser Bodenzelt getapst.

Ngweshla: jetzt neu mit Torwächter

Löwe (mit Halsband) bei Ngewschla, der sich freundlicherweise in der Abendsonne 15 m vor unser Auto gesetzt hat.

Ein bisschen Afrika-Kitsch...

... und noch mehr davon.
Als Walk-By-Client haben wir für die exklusiven Campsites 25 USD/Person gezahlt und nicht 150 USD, die für Vorbuchungen fällig werden. Wer außerhalb der Spitzenzeiten vorbucht, zahlt nur unnötig kräftig drauf.
Gonarezhou Nationalpark
In den Nationalpark fährt kaum jemand und man findet entsprechend kaum Informationen dazu. Wir hatten im Senyati-Camp ein nettes deutsches Paar getroffen, die gerade da waren. Der Wasserstand im Runde River soll immer noch so hoch sein, dass man den frühestens im August wieder durchqueren kann. Im Park angekommen hieß es, dass der Runde River mit geeignetem Auto zu machen wäre. Ich war skeptisch. Bevor ich auf der Südseite des Flusses Campsites buche und bei der Fahrt durch den Fluss das Auto versenke, wollte ich mir das erst mal angucken. Also passport am Office hinterlegt und erst mal die Furt angeguckt. Da fuhr glücklicherweise gerade ein einheimischer Landcruiser durch. Wassertiefe ca. 40cm und kein Problem. Wegen der großen Steine nur sehr, sehr holprig und Krokodile und Hippos in wenigen Metern Entfernung, so dass man weder vorher durchlaufen noch unterwegs aussteigen möchte. Wir haben dann für die erste Nacht Hlaro gebucht, von wo man auch einen wunderbaren Blick auf Flussbett und Klippen hat. Es gibt ein Plumpsklo und sonst nichts. Da das Plumpsklo noch komplett trocken ist, stinkt auch nichts. Unverständlicherweise benutzen das einige als Mülltonne und werfen da ihren Plastikmüll rein.

Flussquerung Runde River

Lief vor uns über die Piste und war so freundlich, sich im Mopanebusch noch einmal kurz umzudrehen, bevor er verschwand.

Statt der zum Sonnenuntergang bestellten Elefantenpolonaise durch das Flussbett mit 20 Tieren erschien nur der eine ältere Herr 😐

Hlaro

Chilojo Cliff
Die letzte Nacht hatten wir Chipinda Pools gebucht und wollten dann wieder nach Südafrika ausreisen. Eigentlich wollte ich den kürzesten Weg nach Südafrika nehmen, aber meine Madame wollte partout nicht noch mal durch den Fluss fahren und so haben wir den Umweg über Chiredzi genommen. Auf der guten Schotterpiste durch den Malilangwe Trust haben wir dann eine Art Revierkampf zwischen 9 Hyänen und 15 Wildhunden gesehen. Einmalig. Man sollte öfters auf die Frauen hören 😉 Video stelle ich später mal ein.




Ich kämpfe ja immer mit mir, ob man solche noch recht "unentdeckten" Traumgegenden überhaupt anpreisen soll, aber Gonarezhou braucht Touristen für eine langfristige Perspektive. Der Park ist landschaftlich wunderschön. Insbesondere bei den Klippen und der Uferwald am Runde River. Die Tiersichtungen waren besser als letztes Jahr zur selben Zeit in Mana Pools. Die Südafrikaner sind auch alle Mana-Pools-fixiert und fahren am Gonarezhou vor ihrer Haustür vorbei, weil er einen schlechten Ruf hat. Schön doof eigentlich. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt engagiert sich stark in dem Park und in den letzten Jahren haben sich die Tierbestände dort sehr erholt. Wir waren ganz sicher nicht zum letzten Mal da.
Sonstiges Zimbabwe
Matobo und Kyle haben uns nicht vom Hocker gerissen. Als Zwischenstop aber völlig OK. Unterwegs erzählten uns andere, dass in Pandamatenga nun definitiv auch CVG fällig ist, aber wir mussten die dort nicht bezahlen. Keine Ahnung, ob das täglich neu ausgewürfelt wird.
Wir hatten 22 Polizeikontrollen. 21 waren nett und problemlos. Bei der ersten hinter dem Hwange wurde die gesamte Lichtanlage geprüft. Ca. 5 mal wollte man das TIP sehen. Nur ein Polizist bei der letzten Polizeikontrolle zwischen Masvingo und Beitbridge war sehr rüde und unangenehm. Die Situation lies sich dann glücklicherweise mit einem weiteren Polizisten klären, der wie gewohnt sehr freundlich war.
Fazit
Ich habe durchaus zur Kenntnis genommen, dass einige hier im Forum in letzter Zeit größere Probleme in Zimbabwe hatten, aber ich kann eigentlich nur das Beste über Zimbabwe sagen. Mehrheitlich super freundliche Menschen. Das Land war für uns erneut problemlos zu bereisen. Da immer noch recht wenige Touristen kommen, ist man in den Nationalparks zumindest in der Nebensaison fast überall allein und hat alles exklusiv für sich. Fantastisch. Wenn ich z.B. Top-Plätze wie Linyanti oder Savuti in Botswana mit Top-Plätzen wie Ngweshla in Zimbabwe vergleiche, dann ist Letzterer nur halb so teuer und bietet viel, viel mehr. Entsprechend kann ich auf das überteuerte Okavango Delta und den Chobe NP wahrscheinlich für längere Zeit verzichten (mit Ausnahme vielleicht der Chobe Riverfront, die günstig von Kasane zu machen ist ). Zimbabwe sieht mich sicher wieder.
Beste Grüße
Guido
einen ausführlichen Reisebericht schreibe ich vielleicht an anderer Stelle noch mal. Aber vielleicht ist für den einen oder anderen ein kurzes, aktuelles Feedback zum Hwange und Gonarezhou NP hilfreich.
Hwange Nationalpark
Die Infrastruktur ist dort im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Diverse Picnic Sites/Exclusive Campsites sind schon renoviert, d.h. neu gestrichen und Bäder neu gefliest und ausgestattet. Die meisten Pisten waren in erheblich besserem Zustand als letztes Jahr. Statt Grader schicken die da jetzt einen kleinen Traktor lang, der ein Stahlgerüst mit 4 flach darunter montierten Reifen hinterher schleift. Und das bringt durchaus etwas. Farmer pflegen ihre Pisten und Airstrips ja häufig auf ähnliche Weise. Die aus Asphaltresten bestehende Hauppiste zwischen Shumba und Main Camp lässt sich so natürlich nicht verbessern.
Rund um Robins Camp ist viel abgebrannt und den nördlichen Rand des Parks kann man generell eher vergessen. Dort ist zum einen Wilderei wohl immer noch ein Problem und im Norden grenzen unmittelbar große Jagdkonzessionen an den Park, in denen wohl wirklich viel gejagt wird. Die wenigen kleinen Elefantenherden, die wir in der Gegend gesehen haben, reagierten alle völlig panisch auf Autos/Menschen. Traurig.
Wir wollten die erste Nacht am Deteema Hide verbringen (noch nicht renoviert). Im zuständigen Robins Camp hieß es "Nicht verfügbar". Wir sind auf dem Weg nach Sinamatella trotzdem hingefahren. Gegen 16 Uhr war auch niemand anders da oder hatte sich angekündigt. Caretaker und Ranger bei der benachbarten Picnic Site haben uns dann erlaubt, da zu übernachten. Etwas hartnäckig zu sein, kann sich also lohnen. Wäre doch noch jemand gekommen, hätten wir das Feld natürlich geräumt und wären auf die nicht weit entfernte Picnic Site umgezogen. Nachts haben über 7 Stunden immer wieder Löwen aus allen Richtungen und etwa 100 Meter Entfernung gebrüllt. Da der Hide keine geschlossene Einzäunung hat, lauscht man dann schon mal angestrengt in die Nacht, ob schon ein Kätzchen am Zelt schnüffelt. Manchmal schleichen sich dann auch Gedanken an, ob ein Dachzelt statt Bodenzelt nicht doch Charme hätte... Kurz vor Sonnenaufgang habe ich am Morgen in 80 Meter Entfernung 2 Löwen entdeckt, aber später waren in dem hohen Gras und dichten Busch rundherum keine Löwen mehr zu finden.
Kämpfende Giraffenjungbullen bei Guvalala
Die Folgen vegetarischer Ernährung?
Und übellaunig wird man auch?
Kommunikation
Die 2. Nacht haben wir im Kapula Camp verbracht. Da wir wegen erneuter Löwensichtung erst zum Sonnenuntergang da waren, haben wir nur ein Zelt im billigeren South Camp genommen. Da waren wir dann auch allein. Preis-/Leistungsverhältnis exzellent.
Die 3. Nacht haben wir auf der Ngweshla Picnic Site verbracht (bereits renoviert). Weil da in der Gegend auch die teuren Lodges von Wilderness Safaris und Co. liegen, sind dort alle Wasserlöcher in Betrieb und man hat die Wilderei in Griff. Die Landschaft ist dort etwas offener und die Tiersichtungen waren super. Nachts ist ein Elefant über den mickrigen Zaun gestiegen und um unser Bodenzelt getapst.
Ngweshla: jetzt neu mit Torwächter
Löwe (mit Halsband) bei Ngewschla, der sich freundlicherweise in der Abendsonne 15 m vor unser Auto gesetzt hat.
Ein bisschen Afrika-Kitsch...
... und noch mehr davon.
Als Walk-By-Client haben wir für die exklusiven Campsites 25 USD/Person gezahlt und nicht 150 USD, die für Vorbuchungen fällig werden. Wer außerhalb der Spitzenzeiten vorbucht, zahlt nur unnötig kräftig drauf.
Gonarezhou Nationalpark
In den Nationalpark fährt kaum jemand und man findet entsprechend kaum Informationen dazu. Wir hatten im Senyati-Camp ein nettes deutsches Paar getroffen, die gerade da waren. Der Wasserstand im Runde River soll immer noch so hoch sein, dass man den frühestens im August wieder durchqueren kann. Im Park angekommen hieß es, dass der Runde River mit geeignetem Auto zu machen wäre. Ich war skeptisch. Bevor ich auf der Südseite des Flusses Campsites buche und bei der Fahrt durch den Fluss das Auto versenke, wollte ich mir das erst mal angucken. Also passport am Office hinterlegt und erst mal die Furt angeguckt. Da fuhr glücklicherweise gerade ein einheimischer Landcruiser durch. Wassertiefe ca. 40cm und kein Problem. Wegen der großen Steine nur sehr, sehr holprig und Krokodile und Hippos in wenigen Metern Entfernung, so dass man weder vorher durchlaufen noch unterwegs aussteigen möchte. Wir haben dann für die erste Nacht Hlaro gebucht, von wo man auch einen wunderbaren Blick auf Flussbett und Klippen hat. Es gibt ein Plumpsklo und sonst nichts. Da das Plumpsklo noch komplett trocken ist, stinkt auch nichts. Unverständlicherweise benutzen das einige als Mülltonne und werfen da ihren Plastikmüll rein.
Flussquerung Runde River
Lief vor uns über die Piste und war so freundlich, sich im Mopanebusch noch einmal kurz umzudrehen, bevor er verschwand.
Statt der zum Sonnenuntergang bestellten Elefantenpolonaise durch das Flussbett mit 20 Tieren erschien nur der eine ältere Herr 😐
Hlaro
Chilojo Cliff
Die letzte Nacht hatten wir Chipinda Pools gebucht und wollten dann wieder nach Südafrika ausreisen. Eigentlich wollte ich den kürzesten Weg nach Südafrika nehmen, aber meine Madame wollte partout nicht noch mal durch den Fluss fahren und so haben wir den Umweg über Chiredzi genommen. Auf der guten Schotterpiste durch den Malilangwe Trust haben wir dann eine Art Revierkampf zwischen 9 Hyänen und 15 Wildhunden gesehen. Einmalig. Man sollte öfters auf die Frauen hören 😉 Video stelle ich später mal ein.
Ich kämpfe ja immer mit mir, ob man solche noch recht "unentdeckten" Traumgegenden überhaupt anpreisen soll, aber Gonarezhou braucht Touristen für eine langfristige Perspektive. Der Park ist landschaftlich wunderschön. Insbesondere bei den Klippen und der Uferwald am Runde River. Die Tiersichtungen waren besser als letztes Jahr zur selben Zeit in Mana Pools. Die Südafrikaner sind auch alle Mana-Pools-fixiert und fahren am Gonarezhou vor ihrer Haustür vorbei, weil er einen schlechten Ruf hat. Schön doof eigentlich. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt engagiert sich stark in dem Park und in den letzten Jahren haben sich die Tierbestände dort sehr erholt. Wir waren ganz sicher nicht zum letzten Mal da.
Sonstiges Zimbabwe
Matobo und Kyle haben uns nicht vom Hocker gerissen. Als Zwischenstop aber völlig OK. Unterwegs erzählten uns andere, dass in Pandamatenga nun definitiv auch CVG fällig ist, aber wir mussten die dort nicht bezahlen. Keine Ahnung, ob das täglich neu ausgewürfelt wird.
Wir hatten 22 Polizeikontrollen. 21 waren nett und problemlos. Bei der ersten hinter dem Hwange wurde die gesamte Lichtanlage geprüft. Ca. 5 mal wollte man das TIP sehen. Nur ein Polizist bei der letzten Polizeikontrolle zwischen Masvingo und Beitbridge war sehr rüde und unangenehm. Die Situation lies sich dann glücklicherweise mit einem weiteren Polizisten klären, der wie gewohnt sehr freundlich war.
Fazit
Ich habe durchaus zur Kenntnis genommen, dass einige hier im Forum in letzter Zeit größere Probleme in Zimbabwe hatten, aber ich kann eigentlich nur das Beste über Zimbabwe sagen. Mehrheitlich super freundliche Menschen. Das Land war für uns erneut problemlos zu bereisen. Da immer noch recht wenige Touristen kommen, ist man in den Nationalparks zumindest in der Nebensaison fast überall allein und hat alles exklusiv für sich. Fantastisch. Wenn ich z.B. Top-Plätze wie Linyanti oder Savuti in Botswana mit Top-Plätzen wie Ngweshla in Zimbabwe vergleiche, dann ist Letzterer nur halb so teuer und bietet viel, viel mehr. Entsprechend kann ich auf das überteuerte Okavango Delta und den Chobe NP wahrscheinlich für längere Zeit verzichten (mit Ausnahme vielleicht der Chobe Riverfront, die günstig von Kasane zu machen ist ). Zimbabwe sieht mich sicher wieder.
Beste Grüße
Guido