als Air Namibia im letzten Jahr mit mehr als einer Milliarde gerettet wurde, hat die Regierung gleich weitere Subventionen für die nächsten Geschäftsjahre eingeplant. Konkret:
2014/2015 = 362 Mio NAD 2015/2016 = 304 Mio NAD
Wie gewohnt reicht das alles wieder nicht. Die Untersuchung im Rahmen des letztjährigen Desasters bei Air Namibia hat man wie gewohnt im Sand verlaufen lassen und zuletzt gab es ja nur positive Meldungen zu Air Namibia. Jetzt gibt es die neue mittelfristige Finanzplanung des Finanzministeriums mit den neuen eingeplanten Subventionen für Air Namibia
2014/2015 = 475 Mio NAD 2015/2016 = 580 Mio NAD 2016/2017 = 760 Mio NAD (Quelle: Medium Term Expenditure Framework, Ministry of Finance, Seite 286, Subsidies and Transfers, Stand 19.02.2014)
Statt Air Namibia nach mehr als 20 Jahren absurder Subventionitis in einen Zustand zu bekommen, wo die halbwegs kostendeckend arbeiten, werden also in den nächsten Jahren die Subventionen für Air Namibia planmäßig Jahr für Jahr weiter steigen. Und dabei muss man wie in all den Jahren zuvor noch davon ausgehen, dass auch diese Zahlen wieder nicht reichen. Gegenüber der Planung von vor einem Jahr hat sich der Subventionsbedarf allein für die nächsten 2 Jahre ja schon wieder fast verdoppelt, was im Übrigen auch nicht nur durch Wechselkurseffekte erklärbar ist.
Wenn ich sehe, welche Probleme Namibia in anderen Bereichen hat, z.B. eine minimale medizinische Versorgung in der Fläche zu realisieren, dann bin ich immer komplett fassungslos, wie hier für ein vermeintliches Statussymbol sinnlos Geld verpulvert wird. Mehr als 1,8 Milliarden allein in den nächsten 3 Jahren. In meinen Augen haben die komplett ein Rad ab und denen ist nicht mehr zu helfen. Sorry.
vielleicht wird AN jetzt aus dem Militärhaushalt bezahlt - der ist immerhin um 66 % gestiegen (auf 6,6 Milliarden im Jahr) und nimmt mit 11 % am Haushalt nach Nordkorea und Georgien nun Platz 3 in der Welt ein...
Viele Grüße aus Windhoek Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201222. Feb. 2014 · #3
Guido, das ist halt die Denke der senil werdenden Alt-Swapo Topmannschaft. Es ist die Vordenke eines senilen Robert Mugabe, der immerhin David Livingstone - Denkmäler hat stehen lassen. Es ist eine schleichende Zimbabweisierung mit den Militärausgaben, vermutlich auch ein Herauskanalisierung von Geld für die eigenen Taschen über China und Nordkorea. Der kindisch-naive nordkoreanische Diktator ist wohl deren großes Vorbild, zumindest halten sie sich mit Protzbauten wie das Kaffeemaschinenmuseum mit ihm auf Augenhöhe, während Menschen hungern oder sterben aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung. Und wer glaubt, die Swapo würde bei einer verlorenen Wahl, die bei dem großen Wahlbetrug sowieso unwahrscheinlich ist, jemals die Macht abgeben, dem rate ich mal abzuwarten. Mugabe hat es denen gezeigt, wie man so etwas tut. Und Sammy als wahrer Dirigent hat in Lubango gezeigt, wie man mit vermeintlichen Gegnern umspringt. Ein weiteres afrikanisches Land wird langsam aber sicher in Grund und Boden gefahren, es geht eben nicht anders in Afrika. Das beste Beispiel ist der gigantische Ausbau des Hafens Walvis Bay, wo für die geplante Umschlagkapazität keine Infrastruktur zur Verfügung steht, noch welche geplant ist, als ein paar geflickte Schienen für die Eisenbahnlinie nach Tsumeb. Es können nicht einmal die 100.000 t Schwefelsäure pro Jahr von Tsumeb nach Walvis Bay transportiert werden.
ach, Vieles in Namibia läuft gar nicht so schlecht und angesichts diverser Bodenschätze und nur etwas mehr als 2 Millionen Hanseln sind die Zukunftsperspektiven theoretisch auch gar nicht so schlecht. Das da alles in die Grütze geht, ist zwar nicht auszuschließen, aber für mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgezeichnet. Klar läuft so einiges gravierend schief, aber das ist in fast jedem Land so und so ein paar schief laufende Dinge verkraftet ein Land, ohne das gleich alles in die Grütze geht (man schaue in Deutschland auf die unfassbar verkorkste Energiewende mit der ca. 500 Milliarden EUR für nix in den Sand gesetzt werden - Griechenland ist eine Lachnummer dagegen).
Nur bei Air Namibia falle ich wirklich vom Glauben ab. Nach mehr als 20 Jahren darf man dann schon mal dazu lernen. Dauer-Subventionen von 50-100 Millionen NAD pro Jahr könnte man sich noch schön rechnen und irgendwie rechtfertigen. Aber bei Subventionen in dieser Höhe kann man rechnen wie mal will. Es gibt keine Rechnung die das rechtfertigt und das ist und bleibt ein ökonomisch völlig absurdes Unterfangen. Hinzu kommt: Es ist eben kein reiches Land, das sich so eine Airline leistet, sondern ein Land, das nach wie vor Probleme hat, die grundlegendsten Bedürfnisse der Menschen sicher zu stellen.
Air Namibia wird dieses Jahr 50.000 bis 60.000 Touristen aus Europa herbei fliegen. Rechnet man die Subventionen auf diese Anzahl um, dann wird jedes Ticket mit grob 10.000 NAD subventioniert. Das ist völliger Schwachsinn. Da könnte man eher an Lufthansa und Emirates herantreten. Fliegt Ihr bitte nach Windhoek und Namibia subventioniert jedes Ticket mit 100 EUR. Da würde man zu deutlich geringeren Kosten den Tourismus weitaus mehr ankurbeln.
Die Milliarden, die in Air Namibia fließen, befeuern ja noch nicht mal die Binnenkonjunktur in Namibia, sondern diese namibischen Steuergelder fließen größtenteils ins Ausland ab: Flugzeug-Leasing, Kerosin, Wartung, ... Air Namibia selbst kann man da kaum noch einen Vorwurf machen. Ausnahmslos jedes Unternehmen würde sich in so einem Umfeld gemütlich einrichten. Der Staat stellt die Weichen falsch.
Beste Grüße
Guido
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201123. Feb. 2014 · #5
Warum ist dies im Botswana Forum? 🙄
Edit 24.02.2014: Hat sich erledigt! 😗
Best Regards
Adolf
Conservation is our passion!
Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'!
Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Cruiser schrieb:Warum ist dies im Botswana Forum? 🙄
Weil ich offenbar mal wieder beim Optiker vorbei schauen muss... 😎 Geändert.
Beste Grüße
Guido
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201223. Feb. 2014 · #7
Hi Guido, da ändert sich nichts, auch nicht durch die Minen, weil der Geldbedarf der Regierenden proportional immer schneller wächst und die Belastbarkeit von Farmen und Wirtschaft das Ende der Fahnenstange längst erreicht hat. Schau mal die ganzen neuen Steuern, die man sich wieder hat einfallen lassen. Man erstickt die Wirtschaft. Wie sollen die Menschen die bezahlen können? Analog Zimbabwe sind die Straßen ja im akzeptablen Zustand, aber als Tourist merkt man dien Niedergang nicht so wie die Einheimischen. Es sind die vielen "kleinen" aber einschneidenden Dinge: Windhoek als Hauptstadt ist nicht der Rest des Landes, auch Swakopmund ist kein Maßstab. Aber der Rest: Ortschaften verschmutzt und werden zu Slums, die Infrastruktur wird nicht repariert, Friedhöfe werden nicht mehr gepflegt und vertrocknen oder verbrennen, Zäune gehen kaputt, Müllabfuhr funktioniert nicht, Gesundheitsdienst auf unterstem Niveau, Schulen verfallen. Nicht einmal Wasser kann man mehr aus der Wasserleitung trinken. Aber Milliarden sind verfügbar für Prunkbauten und Heldenfriedhöfe, chinesische Waffen und Hubschrauber, Flugzeuge, Luxuskarossen, die laufend zu Schrott gefahren werden. Die Macht des Militärs wächst überproportional. obwohl es keinerlei Bedrohung von Außen oder Innen gibt. Deshalb nenne ich es Zimbabweisierung. Schau mal dort Ortschaften wie Hwange, Karoi oder Kariba an, die mal wunderschöne und saubere Ortschaften waren, Hwange - Ort ein richtiges Gartenparadies. Oder die Camps und Einrichtungen im Hwange und Mana Pools. Die brav ihr Geld aus Europa hinschleppenden Touristen sind ja blind dafür, sie sind unfähig, den ganzen Niedergang zu erkennen. Sie himmeln vieles in Afrika an und merken garnicht wie sie eigentlich durch Ruinen waten. Ich bin überzeugt, daß NAM spätestens 20 Jahren genauso aussieht, möglicherweise früher. Die ersten 20 Jahre liefen bei Mugabe ja auch einigermaßen... Leider! Die einzige Hoffnung verbleibt bei der inzwischen unzufriedener werdenden jüngeren Generation, die begreifen, daß die verknöcherten Parteiideologen weg müssen, nur scheitert es daran, daß man traditionell alte Leute nicht zur Rechenschaft zieht oder fort jagt. Deshalb müssen alle weiter beten daß der Liebe Gott ihnen nicht mehr all zu lange gnädig sein mag. Mugabe hat dann ja auch irgendwann den Mob auf die Farmer losgelassen, als er Versprechen und Hoffungen nicht mehr erfüllen konnte. Wie lange dauert das beim Sammy als Parteichef und wahrem Regenten?
Elchontherun1'250 Beiträge · seit 200925. Feb. 2014 · #8
Hallo zusammen,
steht heute in der AZ (habe keinen neuen Thread eröffnet, deshalb hier):