ochim1103105 Beiträge · seit 201217. Nov. 2013 · #41
..das Virika-Krankenhaus mussten meine Tochter und ich im letzten leider auch aufsuchen, Lena wegen der herben Nebenwirkungen auf Praziquantel (ja, es ist wirklich so: Bis auf wenige Kraterseen sind alle Fließgewässer, auch der Nil voll von Schistosomen) und ich mit einer gehörigen Diarrhoe). Wir wurden sehr nett behandelt, interessiertes und freundliches Personal. Der Ablauf von der Aufnahme über Therapie, der Medikamentenausgabe erinnerte mich sehr an das Procedere in den sozialistischen Ländern. Da ich in den 80ern halbe Jahre in Rumänien und Ungarn verbrachte, musste wohl oder übel auch einmal ins Krankenhaus.
Tschüß
Achim
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201217. Nov. 2013 · #42
Hallo Achim,
du sagst es: den Gewässern dort ist wirklich nicht zu trauen. Wir haben daher von jeglicher Abkühlung Abstand genommen. Unsere letzte Station auf der Reise war Lake Mburo, und als wir dort abreisen wollten, beobachteten wir, dass einer der Angestellten Wasser aus dem See schöpfte und in das Fass für's Duschwasser füllte. Du kannst dir vorstellen, dass wir die nächsten Wochen ganz schön "geschwitzt" haben bis sämtliche Blutuntersuchungen abgeschlossen waren und Entwarnung kam. Ich habe mich danach erkundigt, ob das wohl so richtig ist und sie sagen, dass dem Wasser etwas zugesetzt wird, damit man damit duschen kann.
Wir waren mit der Betreuung im Virika auch wirklich sehr zufrieden. Es ist einfach, aber sehr sauber und alle sind sehr bemüht.
VG Klaudi
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200717. Nov. 2013 · #43
Helmut wird gut behandelt und erhält auch direkt vor Ort Medikamente
liebe Klaudia vielleicht magst du uns ja noch sagen was man ihm zur Behandlung verschrieben hat, würde mich sehr interessieren, vielen Dank!
Helmut liegt den ganzen Tag im Bett und schläft, langsam fangen aber die ersten Stellen an, blasser zu werden.
Zum Glück!
viele Grüsse leona
Gruss Leona
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201217. Nov. 2013 · #44
Dienstag, 15.1.2013 und Mittwoch, 16.1.2013
Die nächsten beiden Tage bleiben wir noch auf Kluge’s Guestfarm. Die Medikamentenallergie nimmt ihren Lauf: Morgens ist auch das Gesicht stark betroffen, die Lippen sind üppig angeschwollen, die Nase schief, die Augenlider dick. Dafür sieht der Oberkörper, wo alles begonnen hat, wieder besser aus. Wir frühstücken aber zusammen und Helmut will auch den Tag über aufbleiben, damit wir nachts besser schlafen können.
Ich mache eine Wanderung durch den "hauseigenen" Regenwald.
Im Nachbarzimmer wohnt seit heute ein Österreichisches Ehepaar. Die beiden sind mit Douglas‘ Camper mit Dachzelt unterwegs. Wie klein doch die Welt ist. Es stellt sich heraus, dass der Mann Internist ist, und er schaut sich an, was der Ugandische Arzt verordnet hat. Gottseidank findet er, dass Diagnose und Medikamentierung ok sind, das beruhigt uns zusätzlich.
Am zweiten Morgen nach dem Frühstück machen wir zusammen eine Wanderung durch den kleinen Regenwald. Ich bin so froh, dass es Helmut allmählich besser geht. Das Malarone kann er natürlich nicht weiter nehmen und ab sofort müssen wir doppelt Vorsorge treffen gegen eventuelle Mückenstiche. Ansonsten verläuft der Tag ruhig, wir packen schon ein bisschen und checken und säubern auch das Auto in Ruhe. Im Restaurant hatten wir schon beim Frühstück Kontakt zu zwei weißen Patres, die hier ein paar Tage Urlaub machen. Sie leben schon ihr ganzes Erwachsenenleben in Mbarara bzw. Kampala und wettern heftig über die westliche Pharmaindustrie. Aus ihrer Sicht ist eine Malariaprophylaxe unsinnig, es würde ausreichen, wenn man sich bei einer Erkrankung rechtzeitig behandeln lassen würde. So verschieden sind die Meinungen …
Am Nachmittag wagen wir einen kleinen Ausflug in die Kraterregion,
die sich südöstlich von Fort Portal erstreckt. Es ist unglaublich, wie sich hier Kratersee an Kratersee reiht. Die Landschaft ist phantastisch, die Straße windet sich durch die Hügellandschaft, von jeder nächsten Ecke hat man einen neuen Blick. Aber auch hier ist jeder Flecken Erde landwirtschaftlich genutzt. Überall stehen die kleinen Häuser der Bauern, ab und zu kommen wir durch ein Dorf. Die Straße ist extrem schlecht aber wir vertrauen auf die T4A-Karte und fahren selbst schmalste Wege. Ein einziges Mal müssen wir umkehren, der Weg scheint im Tal durch einen Sumpf zu führen. Der Feldweg wird zu einem Trampelpfad und das trauen wir uns dann doch nicht.
Wir essen auf der Guestfarm zu Abend und unterhalben uns noch einmal mit den beiden Patres. Morgen wird es endlich "normal" weitergehen.
picco6'375 Beiträge · seit 201117. Nov. 2013 · #45
Hoi Klaudia
Klaudi schrieb:...beobachteten wir, dass einer der Angestellten Wasser aus dem See schöpfte und in das Fass für's Duschwasser füllte. Du kannst dir vorstellen, dass wir die nächsten Wochen ganz schön "geschwitzt" haben bis sämtliche Blutuntersuchungen abgeschlossen waren und Entwarnung kam. Ich habe mich danach erkundigt, ob das wohl so richtig ist und sie sagen, dass dem Wasser etwas zugesetzt wird, damit man damit duschen kann.
🙄 😵 😠 Danke für die Info!!! Ich geb sie gleich an meine Mitreisenden weiter!!! 😮 😕 🙁
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201217. Nov. 2013 · #46
@Hallo Picco,
ich denke, dass das stimmt, was sie sagen. Sie können sich nicht erlauben, ihre Gäste zu gefährden. Von daher solltet Ihr euch nicht ängstigen. Wir haben uns aber, um das Thema endgültig aus dem Kopf zu bekommen (denn nur dort findet es statt) testen lassen.
Übrigens bin ich nicht sicher, ob das Wasser oben bei den Tents auch aus dem See kommt. Wir waren ja unten auf der Campsite.
@ Liebe Leona,
da musste ich aber erst mal tieftauchen: Also, die Verordnung lautete auf 7/7 Dexamethazone 0,5, also ein Corticoid, und Bethametasone 0,1 % Salbe, auch ein Cortisonprodukt.
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200717. Nov. 2013 · #49
Liebe Klaudi, danke vielmals dass dur dir die Mühe gemacht ahst nachzuschauen. Es kann gut sein dass die Ärzte diese Forums nun Steine werfen, aber ich als Laie habe genau diese Substanzen die Helmut verschrieben wurden immer auf Reisen mit dabei. Ich könnte die deutschen Bezeichnungen im internet suchen aber ich machs mal einfach und schnell (auf spanisch), vielleicht interessiert es ja doch niemanden: 1 DECADRON Ampulle 2ml (das sind 4mg/ml Dexametasona) = zum subcutan spritzen. (Da habe ich eine Einwegspritze mit dabei). z.B. im Feuchtgebiet Pantanal in Brasilien kam so eine Ampulle mal zum Einsatz als die Reaktion auf 125 Mückenstiche welche alle innerhalb von 15 Minuten stattfanden, meinem Mann beinahe die Luftröhre verschloss.
BETAMETASONA 0,1 habe ich auch als Salbe dabei und zwar ist es ein "combo" zusammen mit zwei weiteren Wirkstoffen, einer davon ein Fungizid (Clotrimazol) und ein Antibiotika (Gentamicina). Diese Salbe (Cuadriderm von Schering Plough) benutze ich immer dann wenn ich nicht weiss was los ist, ein Stich, ein Ekzem, eine Allergie, eine kleine Kratzwunde, oder sonst was. Gerade in dem feuchten Klima Ugandas wo sich jede kleine Wunde im Pechfall zu einem gewaltigen Problem verwandeln kann überlege ich nicht lange und benutze die Medis.
So und nun gehts ja auf euerer Reise normal weiter! grüsse herzlich leona
Gruss Leona
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200917. Nov. 2013 · #50
Hallo Klaudi, hallo Leona,
vielen Dank Euch beiden für den sehr interessanten Exkurs. Malarone habe ich eh nur als Standby mitgenommen, da wir Doxy gut vertragen, aber man weiß ja nie und deshalb wandert das von Euch empfohlene Kortison auch in unsere Reiseapotheke.
Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße 😘 Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201217. Nov. 2013 · #51
@Annick, ja, bei Kluge's ist man wirklich gut aufgehoben. Überhaupt hatten wir Glück, dass das alles in der Nähe von Fort Portal passiert ist, denn dort ist es doch ein bisschen fortschrittlicher als an manch anderen Orten.
@Leone, vielen Dank für diesen Super-Tipp. Wandert sofort in meine Notfalltasche für Januar.
Viele Grüße Klaudia
marimari2'240 Beiträge · seit 201117. Nov. 2013 · #52
Hallo Ihr Beiden, danke für Euren Bericht.
Mir ging es mit Malarone in Tansania ähnlich. Es ist jedem selber überlassen, wie er/sie es mit Profilaxe handhabt. Aber man sollte sich immer im Hinterkopf behalten, dass sehr viele Leute in Malaria-Gebieten wohnen und nicht ihr ganzes Leben Malaria-Profilaxe zu sich nehmen. Das könnte keine Leber verarbeiten. Meine konnte es schon für 2 Wochen nicht. Das hat meiner Meinung nichts mit der Pharmaindustrie zu tun. Das Angebot ist eben auf die Nachfrage gerichtet. Hoffe es ging bald besser- ich hatte 2 Wochen nach dem Urlaub noch mit Problemen zu kämpfen. Auch meine Leberwerte hatten sich nicht so schnell erholt. Gruss M.
Bernd1'182 Beiträge · seit 200618. Nov. 2013 · #53
Hallo zusammen,
wir haben jahrelang Malarone genommen, wenn wir in ein Malariagebiet gefahren sind - ohne Probleme. Vor ein paar Jahren waren wir in Ulusaba (Krüger), da lösten sich Hautfetzen von den Händen und den Füßen meiner Frau - es sah grauenhaft aus. Die Lodge besorgte einen Arzt, der sich sehr bemühte, die Bilder nach Durban zu Kollegen mailte - aber keiner konnte helfen. Wir sind dann in ein Krankenhaus in Nelspruit gefahren. Da hat ein Dermatologe gleich die Ursache erkannt: Malarone. Er zeigte uns Bilder mit ähnlichen Erscheinungen. Dann verschrieb er uns Kortison-Produkte. Nach rd. 2 Wochen war das Übel beseitigt. Seitdem nehmen wir Malarone nur noch als Stand-by Medikament mit.
Na denn... Endlich wird Malarone entmystifiziert. Wurde auch Zeit. Wir kennen Dutzende Personen, für die Malarone absolut unverträglich war.
Wir nehmen seit Jahren Lariam und fahren wunderbar damit.
Dies alles hat zum Ergebnis, dass es absolut keinen Sinn mach, über Vor- und Nachteile des einen oder anderen Medikaments zu philosophieren bzw. Ratschläge hierüber abzugeben.
Die Malariaprophylaxe ist und bleibt eine sehr patientenindividuelle Angelegenheit. Und da bleibt nur... Probieren geht über studieren. Ist leider so.
Schöne Grüße vom Alm
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201218. Nov. 2013 · #55
Donnerstag, 17.1.2013
Heute soll es weiter gehen. Vor der Abfahrt unterhalten wir uns noch ausgiebig mit Mariam Kluge über Land und Leute und wir saugen alles interessiert auf, was sie zu berichten weiß.
Auf guter Teerstraße fahren wir zum Queen Elizabeth Nationalpark. Der Blick auf den Park ist einfach großartig, und wir bedauern sehr, hier nicht wie geplant ein paar Tage bleiben zu können. Aber unser Zeitplan ist ja komplett durcheinander, nur das Gorilla-Tracking steht fest und dieser Termin bestimmt unsere weitere Planung. So fahren wir also schweren Herzens direkt durch nach Ishasha.
Direkt am Wegesrand winkten uns diese Gesellen:
Unterwegs treffen wir auf einen liegen gebliebenen LKW, der hier wohl schon längere Zeit liegt und repariert wird. Die Kupplung ist auseinandergeflogen und hat das Gehäuse zerschlagen.
Ersatzteile sind aber schon da und es geht wieder aufwärts mit der Reparatur. LKW-Fahrer in Ostafrika ist wahrlich kein langweiliger Beruf. Wir lassen noch eine Flasche Wasser dort, zu Essen hat die Mannschaft wohl genug.
Dann erreichen wir Ishasha.
Die Campsite am Ishasha liegt wunderbar direkt am Fluss.
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201218. Nov. 2013 · #56
Und wie selbstverständlich liegen direkt vor uns an der Flussbiegung die Hippos auf einer Sandbank.
Am anderen Ufer ist schon kongolesisches Staatsgebiet, es scheint aber zurzeit alles ruhig zu sein zwischen den beiden Staaten.
Die Sanitäranlagen sind tiptop, es gibt sogar eine Latrine mit Keramikeinsatz und Wasserspülung.
Schnell bauen wir unser Zelt auf und machen noch einen Abenddrive. Wir sind begeistert von diesem schönen Park, nicht nur wegen der vielen Tiere, die wir sehen, sondern auch die Landschaft gefällt uns sehr.
Nachts besucht uns ein Hippo am Zelt. Bei jedem Schritt, den das Tier macht, kann man den Mageninhalt schwappen hören. Ich traue meinen Ohren kaum und es dauert eine Weile, bis ich begreife, woher dieses merkwürdige Geräusch kommt. Weitere Geräusche, wie grasen und furzen, kann ich dagegen zweifelsfrei zuordnen.
muzungu365 Beiträge · seit 200618. Nov. 2013 · #57
Klaudi- hattet ihr auf der campsite einen Ranger als Aufpasser? Wir hatten dort spät am Abend Besuch von einen Ranger, der in gebührendem Abstand von uns dann sein Nachtlager aufgeschlagen hat ( der gute schlief an einem kleinen Feuer mit einer Art Regenponscho/Umhang). Wir haben kurz mit ihm gesprochen und er meinte es wäre sicherheitshalber wegen der vielen wilden Tiere..... später konnte man aber heraushören, das es wegen der kongolesichen Grenze auf der anderen Flussseite war.....
Bei uns sahen die abolutions nict so schick auf..... war aber trotzdem ein super schöner campsite. Freue mich auf die Fortsetzung. LG-Jörg
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE
"Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba
One elephant is killed every 15 minutes
www.iworry.org
helliulli142 Beiträge · seit 201118. Nov. 2013 · #58
ishasha war für uns eine der bezaubernsten campsites von gesamt uganda. ein kleiner, grüner, ebener fleck am wasser, umgeben von waldigem gebüsch, weit und breit kein mensch, nur hippos, diese in rauen mengen. wenige meter weiter, auf der anderen bach-seite: der kongo, gefürchtet, dunkelgrün und geheimnisvoll; sein ufer ohne lebenszeichen. auch bei uns blieben zwei ranger die ganze nacht. was sie im falle eines übergriffs ausrichten hätten können, möchte ich nicht zu bewerten haben.
lbg ulli
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201219. Nov. 2013 · #59
@ muzungu, Hallo Jörg, ja, auch wir hatten einen Ranger für die Nacht. Er kam allerdings, als wir schon auf der Matratze lagen. Wir hörten Schritte, als er vorbeikam und zum Unterstand ging, in aller Frühe morgens verschwand er wieder. Ich denke auch, dass sie das wegen der unmittelbaren Nähe zum Kongo machen. Nachts hörten wir übrigens von der anderen Seite her auch mal kurz eine MP-Salve. Ich hätte das als solche gar nicht erkannt aber Helmut war sich sicher, dass es MP-Schüsse waren.
@ helliulli, auch uns hat es dort sehr gut gefallen. Neben den richtigen Wilderness-Campsites war Ishasha auch unser Favorit. Wir werden auf jeden Fall im Januar 2014 dort wieder einen Tag (und Nacht) verbringen.
Viele Grüße Klaudia
KlaudiThemenstarter373 Beiträge · seit 201219. Nov. 2013 · #60
Hier noch ein paar Fotos vom Gamedrive am 17.1.2013