marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200708. Nov. 2013 · #42
Die Fahrt von Mumbwe nach Mayukuyuku ist problemlos. Teerstrasse und dann 10km guter Schotter. Mayukuyuku liegt sehr schön am Kafue River, auch die Campsite. Von unserem Platz hatten wir einen offenen Blick auf den Fluss und konnten zusehen wie sich die Hippos abends aus dem Wasser rappeln. Bei einem Glas Weisswein ist das eine ziemlich gute Einstimmung auf das Abendessen. Die Waschgelegenheiten sind sehr sauber, geradezu luxuriös. Wirkliches Buschfeeling kommt aber höchstens dadurch auf, dass Dusche etc. nicht allzu nah beim Auto sind und wir deshalb abends dort nicht mehr hingingen.
Warmwasser wird wie an allen Orten mit Holz erzeugt. Eine Technologie ohne Gefahr von Stromausfall.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200708. Nov. 2013 · #43
La Leona schrieb: Trotzdem, eines muss man euch lassen, Anfängerglück! Wir waren 3 Tage bei Chris Mc Bride und haben die Löwen nicht gesehen! wenn du mal von unserer Reise lesen magst hier ein link
... Anfängerglück 😮 ist doch gut, kann man die Anwesenheit der Tiere noch nicht programmieren. Ich kann Dich beruhigen wir hatten schon Tage ohne Tiersichtungen 🙂
Kannst Du den Link Deiner Reise noch posten?
Wie sah das mit der Schlafkrankheit aus? Wir trafen am Strassenrand den Mann einer Mangos verkaufenden Bäuerin. Der wollte von uns spontan 2000 Kwacha, sah aber eher wie ein Junkie aus.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200709. Nov. 2013 · #44
15. Oktober
Heute planen wir einen Gamedrive. Mal schauen was es im Kafue zu entdecken gibt. Wir entscheiden uns zuerst entlang dem Fluss zu fahren, der Duiker Rd entlang, dann über die Hook Bridge, Mukame Loop und evtl. je nach Zeit noch den Shishembe Loop zu fahren.
Wir fahren sehr langsam um ja nichts zu verpassen, aber auch die Tracks beschleunigen uns nicht. Die Gegend ist teilweise abwechslungsreich, teilweise etwas monoton. Wir sehen bis zur M9 lediglich einige Impalas und Pukus. Währenddem Pukus gelassen sind, reagieren die Impalas sehr schreckhaft, wenn Autos nahen. Es ist spannend diese tierartlichen Unterschiede so eindeutig fest zu stellen. Ein schreckliches Erlebnis wird uns noch längere Zeit begleiten. Die ersten Impalas haben bereits geworfen, es naht die Regenzeit. Wir fahren um eine Kurve und zwei Impalas fliehen hastig, ein ganz frisch geworfenes Kitz im Schlepptau. Wir halten an, die beiden erwachsenen Tiere rennen weiter, vom Kitz keine Spur. Als wir weiter fahren liegt es mit gebrochenem Bein am Wegrand, mit absoluter Panik in den Augen.
WIR HABEN EIN IMPALA GETOETET!
Auch wenn dies Natur ist, sind wir als Eindringlinge schuld am Tod dieses Tieres. Von nun an werden wir noch vorsichtiger fahren. Bis zur M9 sehen wir keine Tiere mehr. Nach der Brücke biegen wir in den Südteil des Kafue NP ein, nach kurzer Zeit kommt der Mukambi Loop. Zu Beginn sehen wir auf der trockenen Erde einige Elis. Danach folgt eine endlose Strecke über betonharte Erdschollen. Wir fahren mit höchstens 10kmh, es fühlt sich an wie der schlimmste Bruchharst auf einer Skitour. Tiere ausser Pukus und Impalas sehen wir keine, auch wenn wir streckenweise dem Kafue folgen. Die Landschaft ist hier sehr kahl!
Die meiste Zeit fahren wir durch solche Landschaft
Kleine Termitenhügel auf harten Schollen ist ein prägendes Element der Gegend
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200709. Nov. 2013 · #45
15. Oktober
Nach dem Mukambi Loop sind wir heiss und müde. Wir hatten Gelegenheit uns mit den TseTse zu messen und haben nun das Diplom in „TseTse Chasing“ erhalten. Wenn wegen einer Fotografie das Autofenster geöffnet wird dringen sie sofort ein. Die Taktik besteht nun darin bei jeder Fliege die sich am Fenster setzt das Fenster während der Fahrt langsam zu öffnen, zu sehen dass der Feind entweicht um anschliessend das Fenster mit grösster Geschwindigkeit zu schliessen. Auf Fahrerseite bei gewissen Strecken ein spannendes Unterfangen. Langsam spricht sich bei den TseTses herum, dass wir ein ernst zu nehmender Gegner sind, oder sind wir einfach schläfrig geworden?
Wir beschliessen nach Mayukuyuku zurück zu kehren. Wir verfahren uns und sehen uns ungeplant im Shishembe Loop.
Hier hat es Wasser und wir sehen auch wieder Tiere: Puku, Impala, Elis im Wasser. Spannend ist, im Unterschied zum South Luangwa NP, dass im Kafue die Tiere entdeckt werden müssen und nicht auf dem Reissbrett bereit stehen. Das gehört für uns auch zu einem richtigen Afrika Urlaub.
Bei der Rückkehr erblicken wir von der von Chinesen erbauten Spinal Rd noch Zebra, Liechtenstein Heartebeast und Kudu. Gegen 16.00 sind wir dann in der Nähe von Mayukuyuku, machen einen Abstecher an den Kafue und gehen auf einer kleinen Transitstrecke parallel zum Fluss zurück. Auf dieser letzten Teilstrecke hat es wieder Bäume über dem Track und v.a. sehr, sehr viele DORNEN.
Liechtenstein's Heartbeast, gibt es praktisch nur im Kafue NP
ich lese auch immer noch fleißig mit. Vielen Dank für den schönen Bericht. Ich hoffe, es geht bald weiter und hoffentlich habt Ihr noch viele Tage vor Euch.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200710. Nov. 2013 · #47
16. Oktober
Heute brechen wir von Mayukuyuku auf und fahren der River Road entlang zur Kaingu Lodge. Das sind vielleicht 60km. Wir stehen auf und packen zusammen. Unsere Nachbarn, nette junge Leute stehen auch auf. Sie alle studieren im UK und sind das erste Mal in einem afrikanischen Nationalpark unterwegs. Unter ihnen hat es drei junge Damen aus Lusaka, der Rest kommt aus dem UK und Indien. Eine junge Engländerin ist noch ganz von der Nacht gezeichnet. Sie hatten ihre Zelte wunderschön unter Bäumen aufgestellt. In der Nacht kamen dann Elis und fanden selbstverständlich gerade diese Bäume besonders lecker. Es war bestimmt ein fulminanter Einstieg in den NP. Ich hatte am Abend zuvor noch gefragt ob sie wirklich diesen Ort wählen wollen. Da die Campsite sehr gepflegt ist dachten sich wohl alle „der übertreibt ein wenig.“
Wir lachen ein wenig, aber nur bis wir an unserem Auto den vorderen linken Pneu beachten. Voll platt, da nützt ein Kompressor rein gar nichts mehr. Im Reifen steckt tatsächlich ein megagrosser Dorn. Wie schön ist doch das offroad Fahren im afrikanischen Busch! Zuerst gehen wir es locker an, und schaffen es auch das Reserverad unter dem Fahrzeug zu Boden zu bringen. Dann aber bemerken wir, dass die Muttern für unsere Schraubenschlüssel zu gross geraten sind. Nun lachen die Engländer leise, da auch sie nur die Normschlüssel haben. Auch in der Lodge fragen wir vergeblich nach grösseren Schlüsseln. Da ist mit Reifenwechsel nichts zu machen. Wir sitzen tief im Schlamassel. Nicht auszudenken was tief im Busch geschehen wäre. Glücklicherweise haben wir pro Person und Tag 5 Liter Trinkwasser mitgenommen. Niemand kann uns da helfen! Ein kleiner Vorteil ist höchstens, dass wir nun länger in Afrika bleiben können/müssen. Auch ohne „Ibidumm-Zältli“ merken wir schliesslich, dass über den Muttern Kappen sitzen ☺☺, welche man mit einem einfachen Sackmesser entfernen kann.
Nun geht es ans Auto hochheben:
1. Versuch: der Wagenheber versinkt im Sand. Na wunderbar. Auf unserer Packliste bei der Abreise aus der Schweiz stand klipp und klar „Brett“. Ich meine darauf verzichten zu können, das hat es in Zambia auch, sofern man in Lusaka daran denken würde. Niemand auf der Campsite hat ein Brett. Bis sich da ein weibliches Wesen daran erinnert, dass wir ein Rüstbrett bei den Küchenutensilien haben. Gesagt, getan: Küchenbrett unter den Wagenheber, aber es reicht immer noch nicht. 2. Versuch: Hi-Jack. Wir setzen ihn seitlich an, bis es beinahe eine Beule in der Türe gibt. Der Lack ist bereits etwas ab (und eine mikroskopische Beule haben wir ebenfalls geschafft). Hi Jack geht wieder weg. 3. Versuch: Wagenheber unter die Achse und nun geht es wunderbar.
Mit dem Kompressorschlauch des zweiten Autos können wir beide Pneus (denjenigen der immer Luft verliert und den platten) füllen. Nach Duschen sind wir reisebereit. Uebrigens: die Pneus bei unserem Auto sind sehr abgefahren, das ist beim zweiten Fahrzeug deutlich besser. Diese ist aber auch nicht ganz problemlos: der Tank leckt und wir können jeden Morgen zwischen einem und zwei dl Diesel auffangen, damit nicht alles im Boden versickert. Bei diesem Bushranger funktioniert, das habe ich ja bereits erwähnt, der Kühlschrank nicht. Ansonsten sind aber beide Autos tipp top.
Die Landschaft ist ziemlich abwechslungsreich. Die River Road ist mit dem GPS einfach zu finden. Wir kommen zu einem Wasserloch, warten dort bis wir die Hitze und die eindringenden TseTses zu unangenehm empfinden. Säuger haben wir keine gesehen aber Wasservögel incl. schwarze Störche. Die Strecke führt durch Buschland, teilweise durch sandige Wadis.
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200710. Nov. 2013 · #48
hallo Marc ein Tier anzufahren ist ein schreckliches Erlebnis es ist wie ein Boxhieb in den Bauch, man spürt den Schmerz in den Innereien und Schuld und Reue begleiten einen tagelang. Ich hoffe nur das Impala war dann auch tot, nicht nur schwer verletzt, denn du schreibst von einem gebrochenen Bein und dem Todesblick...
Die Schlafkrankheit hat sich bei dem besagten Mann in Mumbwa so gezeigt: fast alle Gesichtsmuskeln waren gelähmt, die Augenlider waren halb geschlossen und er sprach extrem langsam, jedoch total koherent.
Bei der Bezeichnung Anfängerglück meinte ich natürlich Anfängerglück als Gast bei McBride und vorallem bei nur einem Tag dort.
Freue mich wies bei Euch weitergeht, Kaingu stand damals ebenfalls auf unserem Programm, versuche unten nochmals den link mit unserem kurzen Bericht von 2005 einzufügen. liebe Grüsse leona
Sanne2'462 Beiträge · seit 200610. Nov. 2013 · #49
Hallo Marc,
bin schon so gespannt, wie Euch Kaingu gefallen hat - wir fanden es ja wunderbar 😉
Danke auch für den interessanten Einblick in den Reifenwechsel... wir hatten letztes Jahr einen im Hwange (Simbabwe), zwei wechselten den Reifen und ich hatte die wichtige Aufgabe, im Nationalpark nicht nur nach Tieren Ausschau zu halten, sondern das Ereignis auch fototechnisch zu dokumentieren 🙂
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200710. Nov. 2013 · #50
Hallo Leona
La Leona schrieb: Ich hoffe nur das Impala war dann auch tot, nicht nur schwer verletzt, denn du schreibst von einem gebrochenen Bein und dem Todesblick...
Die Schlafkrankheit hat sich bei dem besagten Mann in Mumbwa so gezeigt: fast alle Gesichtsmuskeln waren gelähmt, die Augenlider waren halb geschlossen und er sprach extrem langsam, jedoch total koherent.
Wir haben es zm Glück nicht angefahren, es hat sich im betonharten Boden selber verletzt. Ich habe es dann nicht getötet, frage mich noch heut ob es nicht besser gewesen wäre, das Toedurteil stand fest. Es ist immer die Frage wie weit man eingreifen soll /darf.
"Unser" junge Mann hatte defintiv keine Schlafkrankeit, war drogenkrank
Habe Deinen Bericht gelesen, deckt sich in Vielem mit dem was wir erlebt haben. Vielen Dank!
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200710. Nov. 2013 · #51
Schliesslich kommen wir zu einem Wegweiser und nehmen die New Road. Wie wohl die alte gewesen wäre? Auf der neuen schaffen wir ein Tempo von 10kmh. Wenigstens hat es keinen Gegenverkehr, oder ist es eine Einbahnstrasse ☺? Ueberholt werden wir auch nie. Den Spuren nach zu schliessen wird die Strecke definitiv selten befahren, sicherlich nicht jede Woche. Zu fahren ist es toll, Tiere sehen wir aber fast keine. Einige Impalas und Pukus, einmal warthogs, einmal im Unterholz einen waterbuck und einmal einen Duiker. Dafür gibt es wunderbare Bäume.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200710. Nov. 2013 · #52
Nach vier Stunden haben wir die Strecke geschafft und sind am Eingang zur Kaingu Lodge und Campsite. Dort soll man das Fahrzeug mit Insektenspray gegen TseTses behandeln. Den Sinn dahinter sehe ich nicht ganz, ausser das ganze Camp würde regelmässig mit Insektenvertilger besprüht. Egal wir tun es. Wir haben übrigens das Brevet „TseTse Vertreiben“ mit Erfolg bestanden und schaffen es innert zehn Minuten fünf TseTses aus dem Auto zu bugsieren, ohne dass sich wieder die gleiche Anzahl nach drinnen bewegt.
Wir kommen in Kaingu an, wo uns Julia und Gill, die Manager, SEHR herzlich begrüssen. Sie zeigen uns die Campsite, schön im Schatten von Bäumen gelegen. Unter uns der Kafue, den wir aber wegen der vielen Bäume kaum sehen. Die Waschanlage ist wie in Mayukuyuku sehr professionell, aber für mich beinahe etwas luxuriös. Wir stellen die Zelte auf und spazieren dann Richtung Rapids, wo man zwischen den Flussstufen geschützt von Crocs baden könne. Der Kafue mäandriert hier zwischen Felsen und Inseln. Landschaftlich ist dies ein echtes Highlight, das einen Umweg lohnt!
Unsere Brote sind übrigens mittlerweile alle schimmlig, na ja toasten könnte man sie noch, dann riecht man es nicht so penetrant. Julia bietet uns aber an, frisch gebackenes Brot zur Verfügung zu stellen. Wer könnte da nein sagen! Die Herren gehen zur Lodge, trinken ein Mosi und holen das Brot beim Eindunkeln.
Portraits der Reisenden, konform mit den neuen Datenschutzrichtlinien der EU (und selbstständig entschieden auch der Schweiz)
Das Nachtessen besteht aus Spags und als Sugo die (am Vorabend) lange gekochten Tomaten aus Mumbwe. Eines unser besten Essen in Zambia!!!
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200711. Nov. 2013 · #54
17. Oktober
Ganz richtig dies ist ein Geburtstagskuchen, eine torta da nusch. Man kann sie gut transportieren und sie schmeckt auch in Afrika wunderbar. Das Frühstück mit Kuchen, Früchten, frischem Brot, Confitüre, weetabix ... ist ein Genuss. Bald brechen wir aber auf.
Der Geburstagsmorgen bringt eine Bootsfahrt auf dem Kafue. Gil führt uns durch die Inselwelt des Kafue, umrundet Felsen und Hippos – eine Zauberwelt zwischen Wasser und Fels, mittendrin liegt die Kaingu Lodge. Wir hatten uns auch für einen Gamedrive im NP interessiert, auf der andern Seite des Flusses. Dieser wäre aber ganztags gewesen, wir hingegen wollten nochmals einen halben Faultag einlegen bevor wir nach Lusaka zurück fahren. Nun bewegen wir uns mit dem Boot im Kafue und geniessen die Ausblicke auf Felsen, Vögel und Bäume. Trotz eifrigem Beobachten sehen wir ausser Pukus und Buschböcken keine Säugetiere die an Land leben.
Wir landen auf einer Insel mit Gras so grün und kurz wie englischer Rasen. Ob Julia und Gil die Hippos so abgerichtet haben? Es wäre sehr schön sich hier einen Sundowner zu genehmigen.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200712. Nov. 2013 · #55
und weil es so schön ist noch mehr Bilder vom Kafue. Landschaftlich ist dies sicher eine der reizvollsten Flusslandschaften in ganz Afrika.
Den Nachmittag verbringen wir faulenzend, lesend, für die Chemieprüfung lernend, Pneu aufpumpend, schwatzend und duschend. Die Sonne senkt sich und beim Eindunkeln haben die Bäume scherenschnittartige Konturen.
Selbstverständlich gibt es heute einen Sundowner Gin n' Tonic und danach ein feines Essen. Dank des perfekten Kühlschranks haben wir sogar nochmals Fleisch.
Dies war mein dritter Geburtstag in Afrika. Der erste in den Nxai Pans (Baines Baobab), das zweite Mail in Maun (Sedia Hotel) wo ich mich so auf den Hamburger gefreut hatte, leider war er verdorben. Und nun dieses Mal inmitten einer wunderbaren Flusslandschaft, begleitet von der besten Familie.
In heller Mondnacht gehen wir nochmals ins Dachzelt, morgen werden wir in Lusaka sein.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200712. Nov. 2013 · #56
18. Oktober
Unsere Zambiaferien neigen sich dem Ende entgegen.
Wir verabschieden uns von Julia und Gil, geben ihnen die überflüssigen Wasserflaschen, streichen uns für die Reise nach Lusaka Butterbrote und fahren los. Dieses Mal geht es via Itezhi Tezhi Road zur M9, zuerst aber auf der direkten Strasse zum Mweenga Gate. Die Strecke ist wiederum voller potholes, im Vergleich zur River Rd aber eine Autobahn, dafür ist die Landschaft um Einiges eintöniger. Wieder – wie auf dem Weg zu McBride sehen wir beinahe keine Tiere. Dafür muss vor kurzem ein Motorrad die Strecke gefahren sein. Ich fühle mich bereits als Scout, dass ich es bemerkt habe...
Nach knapp zwei Stunden kommen wir zum Gate. Eine junge und sehr hübsche Uniformierte fragt nach unseren Plänen, ich frage sie ob sie viel Arbeit habe, worauf sie antwortet: „Yes we have quite heavy traffic here.“ „How many cars a day?“ „About 50“.
An den Ständen kaufen wir eine warme Cola und fahren weiter auf der Itezhi Tezhi Rd Richtung M9. Nach insgesamt drei Stunden erreichen wir sie und haben bald Hunger.
Wir fahren in diese Waldlichtung und packen unsere letzten zwei Dosen Cola und die Eingeklemmten aus. Nun erscheint ein Bauer, lächelt uns zu. Wir geben ihm eine unserer zwei Colabüchsen. Da er nicht weiss wie öffne ich sie für ihn. Danach reichen wir ihm noch eines unserer Sandwiches. Nun essen wir alle zusammen und radebrechen Englisch. Es herrscht eine herzliche Stimmung, auch ohne viele Worte ist es für alle eine wunderbare Begegnung. Unsere Essensresten geben wir ihm ebenfalls: drei Schnitten geräuchertes Fleisch, welches mit dem Wort „meat!!“ sofort gegessen werden. Unser frisches Kaingubrot und den Käse geben wir ihm. Als er realisiert, dass es „bread and cheese“ sind freut er sich sehr. Wir lachen uns alle nochmals an und unser neuer Freund verschwindet wieder im Wald.
Nach der Abzweigung nach Mumbwe (leider haben wir keine Zeit für einen Stopp geht es weiter nach Lusaka. Unterwegs kaufen wir noch Mangos. Leider können wir keine so schön in Pyramiden angeordneten Tomaten kaufen. Das Meiste wird verrotten. Hätten wir nur die Möglichkeit Tomaten in Zambia einzumachen und im Winter bei uns als Sugo zu verkaufen. Das Transportwesen in Afrika ist noch nicht so ausgefeilt, dass Kleinbauern von einem funktionierenden Markt profitieren könnten. Immerhin sind sie Selbstversorger, könne das BIP nicht steigern, was andererseits aber auch ein falsches Bild von Afrika ergibt.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200712. Nov. 2013 · #57
Wir machen noch einige Fotos von Lusaka, besonders der Mumbwe Rd., wo ausrangierte Utensilien wie Turnschuhe aufgemöbelt werden und wieder auf neue Besitzer warten.
Die Familien werden im Pioneer Camp abgeladen, die Herren fahren zum Flughafen um die Fahrzeuge zurück zu geben, was problemlos verläuft. Zum Nachtessen gibt es Rump- oder T-Bone Steak, was sonst.
marc21Themenstarter191 Beiträge · seit 200712. Nov. 2013 · #58
19. Oktober
Nach dem Frühstück noch schnell einige Anishctskarten schreiben. Im Pioneer Camp können wir noch einen Hilux von Hemingway betrachten. Ist sehr viel schicker als unsere Bushrangers. Perönlich hat mir die Einteilung beim Ford aber besser gefallen, da es nicht so voll mit Einbauten war.
Nioch zwei Fotos vom Pioneer Camp und ab gehts zum Flughafen. Am Lusaka Airport kaufen wir noch zwei Geschenke (Maccadamia für uns) ein. Eigentlich dürften wir in die Executive Lounge, sie scheint allerdings geschlossen. Mit SAA fliegen wir nach J'burg und mit Swiss weiter nach Zürich.