JIJimmyThemenstarter1 Beiträge · seit 201330. Juni 2013 · #1Hallo Namibia Freunde
ich sah auf der ASCO homepage einen Eintrag über die Heli Rettung in Namibia:
http://www.mercyflights.eu/Hat jemand mit denen Erfahrung gemacht?
Gibt es die Heli Rettung bei Notfällen, die zum Beispiel über die Notrufnummer +264 61 230 505 alarmiert werden, in Namibia?
Merci für Hinweise, kenne mich mit dem Rettungswesen in Namibia noch nicht aus,
Jimmy
jaw2'048 Beiträge · seit 200701. Juli 2013 · #2Hallo Jimmy,
Erfahrung damit habe ich nicht. Es ist eine reine Versicherung.
Ich habe mir die Seite mal angesehen - da fiel mir sehr auf, dass kein einziges Bild eines Rettungshubschraubers zu sehen ist. Ich vermute sehr, dass die dann einen x-beliebigen Heli chartern, damit eine mehr oder weniger professionellen Transport garantieren. Um das zu überleben, ich meine ohne medizinische Betreuung während des Fluges, muss der Patient schon in einem recht guten Zustand sein.
Ich bitte sehr mich zu korrigieren, aber meines wissens gibt es im ganzen südlichen Afrika keinen einzigen Rettungshubschrauber in unserem Verständnis, also mit kompletter intensivmedizinischer Ausstattung. Und es gibt nach wie vor nichts vergleichbares zum Flying Doctor Service in anderen Gegenden der Welt.
Daher ist mir sehr unklar, was da eigentlich geleistet werden kann und was nicht. Grundsätzlich bin ich im südlichen Afrika da skeptisch, weil die Infrastruktur einfach fehlt.
Ich selbst bin Mitglied der
Deutschen Rettungsflugwacht (DRF). da ist im Förderbeitrag die Rückholung aus dem Ausland mit dabei. In der Schweiz gibt es eine ähnliche Organisation / Versicherungsmöglichkeit.
Primäreinsätze von Rettungsmitteln (Notarztfahrzeug oder auch Hubschraubereinsatz) zahlt die deutsch Krankenversicherung in der Höhe, wie es max. auch in D entstanden wäre oder sicherer die Auslandskrankenversicherung, allerdings musst du da vor Abflug eine Deckungszusage organisieren oder eine gute Deckung deiner Kreditkarte auch nach Kaution beim Autovermieter übrig haben. Da ich privat krankenversichert bin muss ich ohnehin immer in Vorleistung gehen. Ich habe dafür eine extra Kreditkarte dabei, die 10.000€ Deckung hat undvon mir im südlichen Afrika nur für medizinische Notfälle benutzt wird.- was ich in sehr vielen Reisen in über 30 Jahren aber noch nie gebraucht habe.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200601. Juli 2013 · #3Hallo Jimmy,
willkommen im Forum.
Ich höre als in Namibia lebender in Deinem Beitrag das erste Mal davon. Hier wird in Flugrettungsfragen eigentlich immer und ausschließlich eMed 24 bzw. SOS International gerufen.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
helga655 Beiträge · seit 200601. Juli 2013 · #4...schon wieder so'n blöder Versuch, eine nutzlose Versicherung zu verticken... 🤢 😠
Lb Gruß von Helga
jaw2'048 Beiträge · seit 200701. Juli 2013 · #5hallo Christian,
Hat Emed einen Hubschrauber in Namibia angeschafft? Ich habe die Seite von denen aufgerufen, da steht auch ein Hubschrauber, aber es ist keine Kennung sichtbar. Früher hatten beide ausschließlich Flugzeuge im Einsatz (neben den Fahrzeugen von sos-international). Aber möglicherweise gibt es tatsächlich jetzt einen einzigen Rettungshubschrauber in Namibia (die Reichweite wäre dann ca. 200km für Rettungsflüge ohne zwischenbetankung hin und zurück). Für die Dimensionen des Landes außerhalb Region Windhuk machen die Flugzeuge einfach mehr Sinn. Die Versicherung von Jimmy bietet aber explizit Hubschraubertransport im Notfall an. Es heißt dort aber auch nur Transport und nicht medizinische Hilfe vor Ort und medizinische Begleitung beim Transport - daher bin ich da doch sehr skeptisch.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
GUGuido.Gast01. Juli 2013 · #6Hallo,
ich war da vor einigen Wochen über die ASCO-Website auch drüber gestolpert und hatte mir das angesehen. Die haben keine eigenen Rettungshubschrauber oder -flugzeuge. Das ist ein reines Versicherungsprodukt. Bei Bedarf beauftragen und bezahlen die E-Med Rescue oder SOS International.
Man kann sich auch bei SOS International direkt versichern. Das ist erheblich teurer (z.B. 149 USD für 3 Wochen) beinhaltet aber auch mehr Leistungen. Die Mehrleistungen braucht/will man häufig gar nicht. Das man bei Bedarf aus dem letzten Winkel heraus geholt wird, ist der relevante Punkt. Sofern Mercyflights denn seriös funktioniert, finde ich das durchaus ganz attraktiv.
Wie gut das in der Praxis generell alles funktioniert, ist die andere Frage. Bis ins Hartmannstal und zurück sind es ab Windhoek rund 1.500 km. Mit Hubschraubern, die fast überall landen können, geht das wohl nicht und bis zum nächsten Airstrip, auf dem ein Kleinflugzeug landen kann, können es im Kakoveld auch viele Stunden sein.
Beste Grüße
Guido
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200601. Juli 2013 · #7Hi Jaw,
es gibt hier keine Hubschrauber zur Flugrettung, nur Flugzeuge und diese werden von Emed "betrieben" (bzw. nicht mal das, aber die nutzen diese). Hatte mich da wohl etwas undeutlich ausgedrückt.
Würde aber auch nicht verstehen, warum man Hubschrauber hier nutzen sollte: Reichweite, Kosten etc. sprechen dagegen.
Hi Guido,
für Deutsche ist die Auslands-KV des ADAC wohl eine der günstigsten und besten Möglichkeiten. Die zahlen auch ohne viel Bürokratie alle Flugrettungen.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
GUGuido.Gast01. Juli 2013 · #8Hallo Christian,
travelNAMIBIA schrieb:für Deutsche ist die Auslands-KV des ADAC wohl eine der günstigsten und besten Möglichkeiten. Die zahlen auch ohne viel Bürokratie alle Flugrettungen.
Unsere zahlt das auch. Theoretisch. Aber da ist wieder die Frage, wie gut das im Notfall klappt? Im Gegensatz zu Deutschland, fliegen die in Namibia ja erst los, wenn die Kostendeckung gesichert ist. Weiß Du, ob denen für den Anfang eine 0815-Kreditkarte mit dem üblichen Limit (3.000-5.0000 EUR?) ausreicht?
Wenn die erst eine schriftliche Bestätigung (Fax) der Kostenübernahme durch die Versicherung in Deutschland wollen, dann ist man z.B. im Kaokoveld möglicherweise tot, bevor man das organisiert hat. Wir hatten hier doch schon mal einen Praxis-Bericht vom Elefantenunfall im Senyati-Camp, wo das Leben der Frau davon abhing, dass die verdammte Versicherung in Deutschland die Bestätigung der Kostenübernahme faxt. Sonst wäre sie nicht nach Südafrika ausgeflogen worden und wahrscheinlich elendig in Kasane verreckt.
Ist man direkt bei International SOS versichert, hat man solche Probleme nicht.
Beste Grüße
Guido
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200601. Juli 2013 · #9Hi Guido,
ich hatte leider einen Flugrettungsfall in der Familie. Dort hat der ADAC innerhalb einer Stunde eine Kostenzusage an eMed gefaxt und los ging es. Die Maschine ist sogar schon vor Zusage in Windhoek losgeflogen, da der behandelnde Arzt vor Ort (zum Glück war einer vor Ort) auf die Dringlichkeit hingewiesen hat. Bei Ausländer geht Emed wohl regelmäßig davon aus, dass diese im Zweifel auch das selber zahlen könnten. Kreditkarte oder Vorkasse waren nicht nötig.
ABER: Die Flugrettung in Namibia, so gut sie theoretisch auch ist, ist seit 2-3 Jahren an sehr strenge Auflagen gekoppelt. So darf nicht mehr auf öffentlichen Straßen gelandet werden und auch nicht mehr bei Nacht außerhalb von Flugplätzen die für Nachtflug zugelassen sind (also Farmer die mit Fackeln die Straße beleuchten ist nicht mehr erlaubt). Das schränkt natürlich in der Praxis teilweise sehr ein.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200801. Juli 2013 · #10Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200601. Juli 2013 · #11Hallo lilytrotter,
siehste mal, da habe ich was dazu gelernt. Habe den Hubschrauber hier noch nie gesehen und kenne auch niemanden der von dem schonmal gehört hätte?! Leider sehe ich auch die Registrierung des Helikopters auf den Bildern nicht... vielleicht ist er aus Südafrika?
Ich weiß dass Nampol ihre Hubschrauber im Zweifel zur Verfügung stellt - die sind aber ohne medizinische Einrichtung.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
magic-vibes582 Beiträge · seit 201001. Juli 2013 · #12Hallo,
das mit den strengen Auflagen der Flugrettung, worüber Christian geschrieben hat, kann ich bestätigen. Wir hatten einen Verletzten mit offenem Bruch im Hartmans Tal, der schnellstmöglich nach Windhoek musste. Die Flugrettung wollte nicht auf der Landebahn von Serra Caffema landen, weil sie angeblich nicht für sie zugelassen ist. Wir sollten den Verletzten nach Opuwo bringen, was natürlich nur unter sehr großen Schmerzen gegangen wäre und viel zu lange gedauert hätte. Wir haben dann einen privaten Flieger gechartert, der dort ohne Probleme gelandet ist und den Verletzten nach Windhoek gebraucht hat. Die Deutesche Krankenversicherung hat alles anstandslos bezahlt.
Schöne Grüße
Volker
Planungshilfe und Buchungen von Mietwagen, Unterkünften und Aktivitäten ohne zusätzliche Kosten.
www.magic-vibes.de SASASOWEWI3'080 Beiträge · seit 200902. Juli 2013 · #13Registriert auf v5-hoc, ich schau mal was ich rausfinden kann, ich habe genug kontakte in diese richtung...
Liebe Gruesse sasowewi
maddy2'167 Beiträge · seit 200902. Juli 2013 · #14jaw schrieb:
Ich bitte sehr mich zu korrigieren, aber meines wissens gibt es im ganzen südlichen Afrika keinen einzigen Rettungshubschrauber in unserem Verständnis, also mit kompletter intensivmedizinischer Ausstattung. Und es gibt nach wie vor nichts vergleichbares zum Flying Doctor Service in anderen Gegenden der Welt.
Daher ist mir sehr unklar, was da eigentlich geleistet werden kann und was nicht. Grundsätzlich bin ich im südlichen Afrika da skeptisch, weil die Infrastruktur einfach fehlt.
Viele Grüße
jaw
Hallo Jaw,
Oh ja, in Suedafrika schon! schau mal hier:
http://www.ams.org.za/ , unter About us und Fleet
Wir sehen die hier auch oefters vorbeifliegen!
Gruss aus Sodwana
Maddy
GUGuido.Gast02. Juli 2013 · #15Hallo Volker,
magic-vibes schrieb:das mit den strengen Auflagen der Flugrettung, worüber Christian geschrieben hat, kann ich bestätigen. Wir hatten einen Verletzten mit offenem Bruch im Hartmans Tal, der schnellstmöglich nach Windhoek musste. Die Flugrettung wollte nicht auf der Landebahn von Serra Caffema landen, weil sie angeblich nicht für sie zugelassen ist. Wir sollten den Verletzten nach Opuwo bringen, was natürlich nur unter sehr großen Schmerzen gegangen wäre und viel zu lange gedauert hätte.
Vielen Dank für diesen interessanten Erfahrungsbericht. Wenn die auf dem Airstrip der Serra Cafema Lodge von Wilderness Safaris generell nicht landen, dann werden die wohl im Marienflusstal und bei Orupembe auch nicht landen. Das bedeutet dann wohl, dass es in den entlegensten Gegenden des Landes, praktisch keine Luftrettung gibt. Also ausgerechnet da, wo die Luftrettung am Wertvollsten wäre, weil man sonst teilweise 10 und mehr Stunden bis ins nächste einfache Krankenhaus braucht (Opuwo). Damit werden dann zumindest für mich Versicherungsangebote wie Mercyflights komplett entwertet.
Haben andere hier auch noch Erfahrungen mit der Luftrettung in Namibia sammeln dürfen?
Beste Grüße
Guido
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200602. Juli 2013 · #16Hallo Guido,
das kann ich so, auch aus eigener (gottseidank indirekter) Erfahrung, nicht bestätigen. Die Flugrettung landet bei Tag auf allen zugelassenen Flugplätzen. Eine Auswahl findest Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Flugh%C3%A4fen_in_NamibiaWenn der Pilot, als verantwortlicher Flugzeugführer, dem zustimmt, wird auch auf nicht zugelassenen Landebahnen z.B. auf Farmen gelandet. "Außenlandungen" sind hingegen nicht mehr erlaubt. Und nachts eben nur auf für NVFR zugelassenen Flugplätzen (d.h. in dem Fall sprechen wir leider nur von einer handvoll).
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
kleinerhase78229 Beiträge · seit 201102. Juli 2013 · #17Ich möchte an dieser Stelle einmal aus eigener Erfahrung auf etwas hinweisen, was, wenn man sich "versichert" glaubt, oft unterschätzt wird: Versicherung hin oder her, vor Ort ist Vorkasse angesagt!
Wir sind nach unserem Unfall von Sossusvlei aus nach Swakopmund geflogen worden- trotz der telefonischen Kostenzusage vom ADAC hieß es da (nachvollziehbarerweise): Kreditkarte auf den Tisch.
Ebenso im Krankenhaus,wo erstmal eine Anzahlung in Höge von 16000 NAD angefallen sind, ehe wir einen Arzt gesehen haben.
Im Vergleich zu so einem Elefantenunfall zB war unser Unfall ja undramatisch.
Dennoch haben wir vor Ort für Flüge, Aufenthalt im KH, Untersuchungen wir Röntgen etc., sowie die vorzeitigen Rückflüge knapp 13.000 Euro zu zweit gezahlt.
Hinterher haben wir vom ADAC alles zurück bekommen, aber vor Ort musste man in Vorleistung gehen.
Wenn man solche Beträge innerhalb von wenigen Tagen braucht, stößt eine Kreditkarte dann uU auch mal an ihre Grenzen.
Man sollte also schon die Möglichkeit haben, schnella n genügend Geld zu kommen.
(Ein wenig Off Topic, da das natürlich auch nix daran ändert, wenn es aus entlegendsten Regionen kaum eine Möglichkeit gibt, schnell in ärztlicher Behandlung zu sein).