Dachzelt - Kondensfeuchtigkeit

29 Antworten · 8'287 Aufrufe · gestartet 15. Juni 2013 von toemmel
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709 Beiträge · seit 201116. Juni 2013 ·
lilytrotter schrieb:Ääähh??? Worum gehts dir, Rocky1964?...
Ich wollte dem Threadstarter u.a. die physikalischen bzw. thermodynamischen Infos liefern. 🙂

Viele Leute können ja auch im eigenem Haus oder Wohnung nicht richtig mit Wärme, Lüften und Möbelaufstellung usw. umgehen und haben dann Probleme mit Schimmel. Das ist dann nicht immer auf Baumängel zurück zuführen. 😮
lilytrotter schrieb:...
Das Ortec Camp Vario benötigt keine albernen zusätzlichen Dachplanen, das Dach ist absolut dicht und für das Kondenswasser hat es den Himmel...
Dann ist der Dachbereich ja doch "doppelwandig"... 😗
lilytrotter schrieb:...Reine Sommer- und Schönwettercamper kennen Kondenswasserbildung eher nicht, bei Frost sieht das ganz anders aus...
Naja... Ich z.B. campe seit meinem 3..4 Lebensjahr, und nicht nur im Frühling, Sommer oder Herbst, sondern auch im Winter. Erst mit alten Armeezweimannzelt aus Baumwolle. Später mit kleinem einwandigen Bergzelt (Kunstfaser) bis auf ca. 2000m Höhe. Mit Bastei-Wohnwagen, mit einem 1,5-4x4-Pickup mit Hardtop, mit Autocamp-Dachzelt (mit eingehängtem Innenzelt) auf Jeep XJ in der Wüste bei teils zweistelligen Minusgraden, mit Wohnmobil und Aha-Canopy. 😎

Kondenswasserprobleme hatten wir beim einwandigen Bergzelt (Kunstfaser, die Lüftungsflächen sind beim Modell "Fichtelberg" zu klein) und beim Bastei-Wohnwagen (mangelhafte Isolierung am Dach). 😈

Kondenswasserbildung nervt. 🤢
Zelte mit einem Dach aus nicht wasseraufnahmefähiger Kunstfaser ohne Innenzelt oder eingehangenem zusätzlichen Himmel oder zusätzlicher äußerer Dachhaube und zu kleinen Lüftungsöffnungen machen einfach keinen Spaß...
lilytrotter schrieb:...Glaub nur dran...
Mach ich. 😎


Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 16. Juni 2013
1'309 Beiträge · seit 200916. Juni 2013 ·
Hallole,
aus meiner nicht gerade kurzen Campingerfahrung kann ich berichten, dass das Problem auch mit der Qualität des Zeltmaterials zu tun hat.
Mit Dachzelten kenne ich mich nicht aus, aber bei Bodenzelten/Wanderzelten gibt es riesige Unterschiede bezüglich der Kondenswasserbildung, die sich nicht dadurch erklären lassen, dass man mehr oder weniger nachts gelüftet hat. Unterhalb der Wohlfühltemperatur werden unsere Zelte immer komplett verschlossen.
Je mehr Aldi, Lidl oder Decathlon im Zelt steckt, desto nasser wird es nachts. Je mehr North Face, Vaude o.ä. drin steckt, desto besser verteilt sich das Kondenswasser unter dem Zeltdach.
Ein Tipp aus einem anderen Forum: eine Babywindel unters Zeltdach hängen 🤪
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
2'664 Beiträge · seit 201216. Juni 2013 ·
Jeder Physikprofessor kann es erläutern, daß man die Physik nicht bescheißen kann. Auch nicht mit kühnsten Phantasien.

Was man nachts ausschnauft, steigt auf, weil wärmer als die Umgebungsluft. Man schnauft keine trockene Luft aus, auch wenn man es sich einbildet.

Und weil diese wärmere Atemluft durch die Unterseite der kalten Segelplane aufgefangen wird, setzt sich die Atemluft dort ab und die Feuchtigkeit kondensiert. Das ist die berühmte Wasserbildung.

Je weniger man lüftet, umso mehr Kondensatbildung hat man.
Man kann Baumwolllaken, Handtücher oder sonstwas darunter hängen, die äußere Plane ist dennoch durch das Kondensat benetzt. Und man kann die Tücher tagsüber rausnehmen und trocknen lassen. Oder man läßt sie im Klappzelt, muß sich aber nicht wundern, wenn alles anfängt zu stinken. Das sind dann die Bakterien. Und ist das über einen längeren Zeitraum, dann gibt es da sogar Schimmel. Dann hat man ein Hygieneproblem.

Alles andere ist doch Haarspalterei. Es ist doch unerheblich, von wo das Zelt stammt, ob von Aldi. Lidl, Howling Moon oder sonstwem. Je besser die Qualität und Wasserdichte eines Zeltes, umso weniger Wasser nimmt die Plane auf. Umso mehr Kondensat hat man bei nicht ausreichender Belüftung.
H.
zuletzt bearbeitet 16. Juni 2013
1'309 Beiträge · seit 200916. Juni 2013 ·
Swakop1952 schrieb:
Alles andere ist doch Haarspalterei. Es ist doch unerheblich, von wo das Zelt stammt, ob von Aldi. Lidl, Howling Moon oder sonstwem.
Das kann ich aus Erfahrung nicht bestätigen. In einem guten Zelt liegt man nicht in einer Tropfsteinhöhle, auch wenn man nachts nicht lüftet. Dass sich bei allen Zelten das Kondenswasser bildet, ist klar. In einem guten Zelt tropft das aber nicht zurück. Da spielt es wohl auch eine Rolle, wie zwischen Außenzelt und Innenzelt die Luft zirkulieren kann.
Das ein Zelt täglich gelüftet werden muss, versteht sich von selbst.
VG Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
1'155 Beiträge · seit 200616. Juni 2013 ·
Swakop1952 schrieb:

Jeder Physikprofessor kann es erläutern, daß man die Physik nicht bescheißen kann. Auch nicht mit kühnsten Phantasien.

.
… die einzige Lösung die ich sehen ist den Taupunkt positiv zu beeinflussen um die Kondensatbildung zu unterdrücken. Dies kann durch Temperatur oder Druckerhöhung im Zelt erfolgen, will heissen einen Kompressor an das Dachzelt anzuschliessen oder ein kleines Feuer im Zelt zu entfachen… 😎

lg tom
75 Beiträge · seit 201116. Juni 2013 ·
Tomcat schrieb:
Swakop1952 schrieb:

Jeder Physikprofessor kann es erläutern, daß man die Physik nicht bescheißen kann. Auch nicht mit kühnsten Phantasien.

.
… die einzige Lösung die ich sehen ist den Taupunkt positiv zu beeinflussen um die Kondensatbildung zu unterdrücken. Dies kann durch Temperatur oder Druckerhöhung im Zelt erfolgen, will heissen einen Kompressor an das Dachzelt anzuschliessen oder ein kleines Feuer im Zelt zu entfachen… 😎

lg tom
Oder die Innenzelttemperatur auf das gleiche Niveau wie Außen absenken. Selbst im Bundeswehrschlafsack hast du Tauwasser 😄 Die letzte Möglichkeit ist der Nacktschläfer 😈
Gast17. Juni 2013 ·
Dass bei den modernen Kunstfasern und Beschichtungen das Material wenig oder eine nur untergeordnete Rolle spielt (weil allesamt kein Wasser aufnehmen können) mag wohl so sein. Das muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass das Material überhaupt keine Rolle spielt. Erinnert euch doch an die Zeit, als „Zeltleinwand“ noch solche war und man (gute Qualität vorausgesetzt) kein Überzelt gegen Regen benötigte. Die Naturfasern nehmen Wasser auf und dichteten sich durch die damit verbundene Volumenzunahme quasi von selbst. Bei so viel Aufnahmevermögen für Feuchtigkeit ist dann auch Kondenswasser kein Problem. Ich hatte ein Original-Igluzelt, mit aufgepumpten Gummischläuchen als Diagonalstreben anstelle von Stangen. Es blieb auch nach tagelangem Regen trocken (einwandig, ohne Überzelt!). An tropfendes Kondenswasser kann ich mich nicht erinnern, allerdings an Raureif, da war es echt kalt. Das Zelt hatte ich ca. 10 Jahre lang in Verwendung, ohne dass es nennenswerte Verschleißerscheinungen aufwies; wohl das einzige englische Qualitätsprodukt das ich je kenngelernt habe.

Auch im modernen Dachzelt oder Bodenzelt hatten wir noch nie „Tropfsteinhöhle“, wir waren allerdings nie in extrem kalten Wetter. Ich glaube auch, dass ein Bodenzelt durch das größere Volumen ein besseres „Raumklima“ hat.
Grüße Werner
Themenstarter116 Beiträge · seit 201218. Juni 2013 ·
Dank Euch allen für die zahlreichen Beiträge.

Wie so häufig bei Urlauben.... einfach stressfrei laufen lassen. Alles kann man einfach nicht vorwegplanen.
Werden nun alle bauphysikalischen Gedanken und thermodynamischen Prozesse beiseite schieben und hoffen, dass die Querlüftung und ein zusätzlich eingespanntes/eingehängtes Mikrofasertuch uns vor literweisen Tropftiraden schützen werden 😉

THX Euch
Petra&Tom
Reisebericht unserer Namibiareise 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/280385-es-geht-richtung-sueden.html Reisebericht unserer Namibia- Botswanareise 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283611-chobe-moremi-und-namibias-norden.html
2'097 Beiträge · seit 200618. Juni 2013 ·
Hallo Petra und Tom,

wir haben auch seit vielen Jahren das Problem mit morgendlichem Regen im Dachzelt. Ganz wichtig ist zwar – wie ja schon von vielen geschrieben – eine möglichst gute Belüftung. Aber obwohl wir die beiden Seitenfenster aufmachen (und die Außenteile hochklappen) und sogar oft mit hochgerollter Einstiegsseite schlafen (also nur hinter dem Fliegengitter), tropft es gegen Morgen manchmal auf die Köpfe. Dafür nehmen wir uns ein altes Handtuch mit, das wir außen am Zelt über die Metallstange hängen. So kann man mal schnell den Zelthimmel trockenwischen und hat dann wieder Ruhe.

Ich vermute auch, dass die Zelte je nach Hersteller mit dem Kondenswasser mehr oder weniger Probleme haben. Euer Zelt sieht wie ein Echo 4x4 Tent aus. So eines haben wir auch immer.

Falls es übrigens besonders kalt wird (im August und im Süden Namibias sehr gut möglich), friert das Kondenswasser an der Zeltdecke fest. Dann regnet es entweder feine Eiskristalle, oder es bildet sich eine dünne Eisschicht. Die kann man zum Teil auch mit dem Handtuch entfernen (die Hände werden schön kalt dabei). Der Rest taut dann tagsüber im zusammengeklappten Zelt, und man hat abends beim Aufklappen eine wunderbar feuchte Matratze. In so einem Fall versuchen wir während einer Mittagspause das Zelt aufzuklappen und rundum zu öffnen, damit alles trocknen kann. Das erledigt die Wüstenluft ja zum Glück ruckzuck.

Euch eine tolle Reise nach Namibia und möglichst wenig Feuchtigkeit im Zelt. Unsere Freunde raten uns immer, etwas weniger zu atmen 😉

Viele Grüße,
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
3'080 Beiträge · seit 200918. Juni 2013 ·
Also, wir haben ein Zelt von Hannibal, ich bin kein Experte was Physik und Materialkunde angeht, kann aber berichten das wir mal abgesehen von einigen wenigen Tröpfchen an den Metallstangen (davon gibts nur drei in unserem Zelt) keine Probleme mit Kondenswasser haben, auch wir lassen den Eingangsbereich offen und schließen nur das Moskitonetz, die Seitenfenster bleiben auch offen, ob das fehlende Wasser an der Lüftung oder dem Material des Zelts liegt kann ich nicht beurteilen, vielleicht ist es eine Kombination aus beidem.

lg sasowewi