Moin zusammen,
in den letzten Tagen gab es einige Ereignisse, die einer Klärung der Frage über die weitere Entwicklung des Südens Afrikas im Allgemeinen und die Entwicklung Südafrikas –und in seinem Gefolge die Namibias und wahrscheinlich auch Botswanas– weitere Nahrung boten.
Im großen Rahmen ist der SADC–Gipfel in Sambia zu nennen, der ganz deutlich gemacht hat, dass schwarzafrikanische Regierungen an der Entwicklung ihrer Länder und dem Wohlergehen ihrer Völker nicht das geringste Interesse haben!
Dieser Verbund hat doch allen Ernstes das Ziel formuliert, bis 2018 eine gemeinsame Währung zu schaffen! Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Diskussion, ob Griechenland mit seinen damals um die 10% Inflation zu den Euro–Ländern gehören sollte. Die SADC will in etwas mehr als der doppelten Anzahl an Jahren eine wohl 10.000x höhere Inflation wegbügeln. Daran kann man sehen, dass schwarzafrikanische Regierungen nur in einer Disziplin gut sind: Bauen von Luftschlössern mit dem Mund.
Eine weitere Entwicklung ist ebenfalls überdeutlich geworden, nämlich dass Mbekis Gerede von der Vermittlung zwischen ZANU und MDC nur ein dreistes Täuschungsmanöver zur Verschleierung seiner andauernden moralischen und materiellen Unterstützung Mugabes ist. Selbst Sambias Präsident wurde wieder ins Glied gezwungen.
Mbeki nimmt zur Unterstützung Mugabes die Schädigung seines eigenen Landes durch den unkontrollierten Zufluss von aus Zimbabwe fliehenden Menschen in Kauf. Das Urteil der Welt über sein Handeln ist ihm egal. Unter seiner Präsidentschaft hat sich Südafrika in der UNO zur Unterstützung einer solchen Vorbildregierung wie dem Militärregime in Myanmar in die Bresche geworfen.
Zimbabwe, Myanmar, Libyen, Kuba, Iran.
Alles Vorbilder für Südafrika in der Achtung der Menschenrechte! Und geht ruhig einmal davon aus, dass diesen Ländern in nicht allzu ferner Zeit seitens des Präsidenten nachgeeifert werden wird. Mbeki hat nämlich durch das Feuern seiner stellvertretenden Gesundheitsministerin und das Festhalten an Rote–Beete–Manto ein für allemal klargestellt, dass es für ihn unerheblich ist, wie viel Volksvermögen von seinen Ministern geklaut wird, wie viel sie durch die Beteiligung ihrer Familien an Firmen, die öffentliche Aufträge (WM, Gautrain) ausführen, die sie selbst beschließen, verdienen oder wie gut sie arbeiten.
Einzig und allen wichtig ist die nie hinterfragte Gefolgschaft zum Präsidenten in allen Punkten!
Das, was Mbeki zurzeit betreibt, war in Zimbabwe in den Achtzigern zu beobachten: das langsame und bedächtige Ausschalten von Konkurrenten (Zuma, SACP–Chef, COSATU). Ebenfalls werden immer wieder Tätigkeitsfelder für eine Aufgabenzentralisierung lanciert. Dies ist umso dreister, als hierfür dann die schlechte Aufgabenerfüllung auf provinzieller oder kommunaler Ebene als Begründung herhalten muss.
Dass dies notwendigerweise so sein muss, da die erste Garnitur des ANC ja auf nationaler Ebene agiert, die zweite auf Provinzebene und die dritte auf kommunaler Ebene macht man sich viel zu selten bewusst. Schlimm für das Land ist nur, dass sich ja jede Ebene bereichern möchte! Hoffnung für das Land, eine Diktatur im Mugabe–Stil vermeiden zu können, bietet zunächst noch, dass seine föderale Struktur einem Präsidentendiktator im Moment noch ein großes Hindernis darstellt.
Warum ist das Ganze nun auch für Namibia von Bedeutung? Egal, wie man zu Eigentum und Organisation des Wirtschaftswesens steht, eines gilt immer: Das Geld, welches man ausgibt muss man erst einmal verdienen!
Die Staaten des SADC nicht wichtig genug, um andauernd von außen finanziert zu werden. In allen SADC–Staaten gibt es zu wenige Arbeitsplätze. Die jeweils einheimische Wirtschaft kann die fehlenden Jobs nicht schaffen, also müssten Investitionen von außerhalb kommen. Diese kommen aber nur dann, wenn das Investitionsklima stimmt (Infrastruktur, Justizwesen, verfügbares Personal) oder wenn eine unverzichtbare Ressource (Öl, Coltan) vorhanden ist. Ob in letzterem Fall auch Jobs geschaffen würden, steht noch dahin.
Diese Voraussetzungen liegen im SADC–Raum nicht vor. Wenn sich, wie zu erwarten, der Verfall Südafrikas spätestens nach 2010 massiv beschleunigt, wird auch Namibia wegen seiner Abhängigkeit von Südafrika in den Abwärtssog hinein geraten.
Wie dem auch sei, Ihr seid jedenfalls live dabei. Die Anfänge der Despotie in Zimbabwe liegen zeitlich zu lange zurück, aber an die namibische Unabhängigkeit 1990 und das Ende der Apartheid 1994 dürften sich viele hier noch gut erinnern können. 25 Jahre dauert es in Schwarzafrika nach den bisherigen Erfahrungen maximal, bis die einheimische Führungsschicht ihr Land komplett ruiniert hat. Wir werden es also noch miterleben.
Gruß, Michael
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