Quo vadis, SA?

1’048 Antworten · 262k Aufrufe · gestartet 26. Sept. 2006 von Yoshikawa
Bilder klein
Antworten
72 Beiträge · seit 200722. Aug. 2007 ·
hallo VA,
wir sind auch im november in nam und bots und haben und von einem fliegerclub in maun ein angebot machen lassen für einen tagesausflug nach vic falls, da wir uns die weite fahrt sparen wollten. es sieht so aus, dass wir ab flughafen maun nach vic falls fliegen, dort aufenthalt haben, per taxi die falls besuchen können und dann über kasane (zum günstigeren tanken) am späten nachmittag wieder nach maun zurückfliegen. das ganze wird um die 600 euro kosten. das ist zwar viel geld. aber wir werden das wahrscheinlich machen, da wir 1. zeit sparen können und 2. über das okavango delta und chobe und die falls fliegen können und wir 3, auch ein teures hotel an den falls sparen.
wann seit ihr denn dort? vielleicht kann man das zusammen machen.
gruß christine
3’766 Beiträge · seit 200622. Aug. 2007 ·
christine0007 schrieb:
hallo VA,
wir sind auch im november in nam und bots und haben und von einem fliegerclub in maun ein angebot machen lassen für einen tagesausflug nach vic falls, da wir uns die weite fahrt sparen wollten. es sieht so aus, dass wir ab flughafen maun nach vic falls fliegen, dort aufenthalt haben, per taxi die falls besuchen können und dann über kasane (zum günstigeren tanken) am späten nachmittag wieder nach maun zurückfliegen. das ganze wird um die 600 euro kosten. das ist zwar viel geld. aber wir werden das wahrscheinlich machen, da wir 1. zeit sparen können und 2. über das okavango delta und chobe und die falls fliegen können und wir 3, auch ein teures hotel an den falls sparen.
wann seit ihr denn dort? vielleicht kann man das zusammen machen.
gruß christine
Hallo Christine,

klingt vernüftig und verlockend obwohl es kein "ALDI" Preis ist, könntest du evtuell nähres über den Anbieter / Ablauf an mich beamen?

Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
72 Beiträge · seit 200722. Aug. 2007 ·
hi va, kann ich heute abend beantworten - muss leider jetzt weg.
gruß christine
ThemenstarterGast22. Aug. 2007 ·
Moin zusammen,

hier die Einschätzung eines ehemaligen Zimbabwe-Korrespondenten des Guardian:
In 1990, on the eve of the tenth anniversary of Zimbabwe's independence, when the country's outlook was still quite rosy, I drove through Harare's leafy northern suburbs to interview Ian Smith, the leader of the white minority rebels who declared unilateral independence in the 1960s rather than accept black majority rule.

After a few minutes listening to a self-justifying diatribe about the evils of black government by "communist terrorists" I switched off my tape recorder and politely made my excuses, shaking my white liberal head in amazement at his antedeluvian views.

Today I find it extremely painful to read the daily news from Zimbabwe and realise that perhaps "good old Smithy" had a point. Mugabe has managed in those 17 years since my interview to make the case for something utterly inconceivable - that Ian Smith was right all along in saying that black rule would lead to chaos.

So if African rulers want to banish the media stereotype of their continent as a place of famine and disaster, the first thing they have to do is put aside the cosy rules of the leaders' club and isolate Mugabe, just as European countries isolated the governments of Spain, Greece and Portugal when they were under dictatorship. If they can't deal with this issue in their own backyard, then turning up in Lisbon and asking the EU for help with their problems is going to be a complete waste of time.
http://commentisfree.guardian.co.uk/john_morrison/2007/08/a_view_of_the_summit.html

Gruß, Michael
188 Beiträge · seit 200722. Aug. 2007 ·
Hallo VA,

ich stimme dir zu, es wäre schade dies nicht zu tun. So ganz kann ich auch nicht die rigorosen Meinungen "alles geht an Hr. M." nachvollziehen.

Ich war vor genau 3 Wochen dort. Es bieten alle Lodges in Kasane Tagestouren nach VicFalls also Simbabwe an. An ein Angebot via Sambia kann ich mich zumindest von der Chobe Safari Lodge nicht entsinnen. Ich habe allerdings keine Tagestour sondern den ebenso angebotenen One-Way-Transfer gemacht, da ich 2 Nächte in VicFalls geblieben und von dort zurückgeflogen bin.

Der Grenzübergang BOT/SIM war ganz unproblematisch und wäre sehr schnell gegangen, wenn der SIM-Grenzer nicht mitten drin ein Telefongespräch angenommen hätte. Daher kleine Schlange hinter uns. Ich habe gehört/gelesen, dass der Grenzübergang BOT-SAM wesentlich problematischer sein soll.

Für die Fälle auf SIM-Seite benötigst du ca. 2-3 h. Ob bei einem Tagesausflug, die Zeit für einen Rundflug ausreicht, kann ich dir nicht sagen. Zur Flugzeit von 15 Minuten kommt mindestens noch der An- und Abtransfer zum Flughafen. Bei mir waren alle Flüge ab VicFalls ausgebucht und man hat mir einen Flug ab Livingstone angeboten, was ich angenommen habe. Ich wurde von der sambischen Fluggesellschaft abgeholt und auch wieder zurückgebracht. Die Kosten fürs Tagesvisum (10 US-$) waren in den Flugkosten (95 [SAM] anstatt 90 US-$ [SIM]) enthalten. Der Abholer hat uns auch jeweils an den Genzschlangen vorbeigelotst. Dennoch hat es gedauert. Zwischen VicFalls und Livingstone herrscht ein reger Grenzverkehr. Viele leben in einer Stadt und arbeiten in der anderen. Und das hot wie hüh. Die Schlangen (ohne Schleuser) haben mich davon abgehalten, mir nochmal zu Fuß die Fälle von der SAM-Seite anzusehen. Ich rate dir auf jeden Fall einen Flug vorher zu buchen. Setze dich vorher per Mail, Fax oder Fon mit deiner Kasane-Lodge in Verbindung.

Es lohnt sich aber auch 1 oder sogar 2 Übernachtungen in VicFalls zu machen. An einem Vormittag haben wir einen Spaziergang mit Löwen (1 h) und anschließend einen Ritt auf Elefanten durch den Busch (auch 1 h) unternommen. Mit An- und Abfahrt, Zwischentransfer und Buschfrühstück hat es von 6 bis nach 11 gedauert. Kosten zusammen 130 US-$ (einzeln je 90). Auf jeden Fall lohnt sich ein Abendessen in der BOMA (liegt etwas außerhalb auf der Victoria Falls Safari Lodge). War eine sehr gute Empfehlung von FoMi Joerg. Weiterhin gibt es die besten Curio-Shops in VicFalls. Leider sind die besten Stücke zu groß und/oder zu schwer.

Und meines Erachtens tut man auch den Leuten Gutes. Jedes Trinkgeld kommt ihnen direkt zu. Ebenso die Käufe bei den kleinen Andenkenhändlern. Wir haben einem Portier Euro-Münzen in Dollarscheine gewechselt und er hat gestrahlt. Wir haben alte Sachen in den Mülleimer getan. Der Kofferträger fragte, ob wir der Putzfrau dafür nicht eine Geschenkquittung ausstellen könnten, was wir natürlich taten. Und sie war so glücklich, dass die Geschenkliste von uns noch verlängert wurde.

Ich habe dort nur sehr hilfsbereite, freundliche, lächelnde Menschen getroffen, die fast immer einen Scherz auf den Lippen hatten. (Trotzdem oder gerade wegen ???)

Fazit: Ich kann TROTZ Mr. M. jedem nur VicFalls empfehlen und das nicht nur der Fälle wegen.

Fried-liche Grüße
Reisebericht Namibia und drum herum 2007: http://www.sauert.net/reisen/211d.php
ThemenstarterGast22. Aug. 2007 ·
Moin Fried,

Du schriebst:
So ganz kann ich auch nicht die rigorosen Meinungen "alles geht an Hr. M." nachvollziehen.
In Zimbabwe gibt es kein freies Unternehmertum mehr. Beim "Nationalisieren" von Farmbetrieben und Lodgen kommt jemand und sagt, das gehört jetzt dem Staat. Produzierendes Gewerbe ist nicht mehr existent. Der Handel wird gezwungen, unter Einstandspreisen zu verkaufen oder zu schließen, mit den handelnden Personen danach im Knast. Jegliche wirtschaftliche Tätigkeit unterliegt der Genehmigungspflicht. Die in VicFalls erwirtschafteten Devisen verbleiben nicht bei den Erwirtschaftern. Mugabe ist Big Brother und seine Kamarilla kann das im Lande noch Verbliebene nach Belieben ausplündern.

Verfolge einfach einmal eine Weile http://www.zimbabwesituation.com/ und Du wirst verstehen, was ich meine.

Gruß, Michael
Gast22. Aug. 2007 ·
Das was Yoshikawa gepostet hat sollte uns allen zu Denken geben. Jeder muß jetzt das ganze Außmaß der folgen von Simbabwe erkennen. Hier ist wahrlich nicht das postkoloniale Geschehen verantwortlich. Die Probleme werden selbst geschaffen. Die Weissen in Simbabwe haben ein funktionierendes System hinterlassen, wie in den meisten Staaten auch. Und was ist daraus geworden?
Wacht endlich auf! Wir müssen uns nicht mehr für koloniale Sachen verantworten. Der Schwarze hat für Freiheit gekämpft, doch was er daraus macht, liegt sicher nicht bei uns. Er zerstört alles und wir werden trotzdem dafür zahlen.
Oh, ich krieg die blanke Wut, wenn ich so was lese. Da kann ich nur eines sagen, auch wenn ich jetzt hier rausfliege "Gott schütze die Weissen in Nam und SA, die alles für ihr Land tun.
Denn die Weissen erwirtschaften dort das Geld, was diese durchgeknallten Schwarzen zum Himmel rauswerfen. Das sollte sich jeder hier mal vor Augen halten, wenn er dort Urlaub macht und diese Leute noch in Schutz nimmt oder nichts sehen will.
Wo bleibt da die Moral? Jetzt nach Simbabwe zu fahren heißt, einen Despoten zu unterstützen. Warum nicht gleich nach Nordkorea?
Ich glaube, die meisten hier sind niemals in einer Diktatur aufgewachsen wie ich. Die DDR war nämlich nichts anderes. Das sollten hier einige Leute bedenken, wenn sie über Simbabwe sprechen und es geil finden, zu den Vic Falls zu reisen. Das Volk hungert, und die, die für Wohlstand gesorgt haben, wurden enteignet. Das war in der DDR 1972 nicht anders. Und damit ging es bergab. Den Rest der Geschichte ist ja bekannt.
ThemenstarterGast22. Aug. 2007 ·
Moin zusammen,

Mbeki hat wohl doch keinen Einfluss genommen:
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=6&art_id=nw20070821103514526C374239

Nur ein Teil des Volkes ist weiterhin unverständig:
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=6&art_id=iol1187702404246M533

Dass sie ihren Job nicht gemacht hat, so what?
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=6&art_id=nw20070821165200769C732316

Für Minister gelten andere Regeln, als für normale Bürger? das ist ja ganz etwas Neues!
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=6&art_id=vn20070822035216649C122403

Gruß, Michael


www.mg.co.za<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 22/08/2007 20:57
72 Beiträge · seit 200723. Aug. 2007 ·
@virus africanum
hallo kurt, entschuldige - ich bin später als versprochen...
ich habe meine mails mit dem "kalahari flying club" noch mal durchgesehen. es sieht so aus, als ob sie nur cessna 4-sitzig zur verfügung habn (da müsste ich noch mal nachfragen), wir würden, das steht noch nicht ganz fest, am
28. oder 29. nov. von maun nach vic falls fliegen, nach den einreiseformalitäten fahren wir mit dem taxi zu den falls, nach der besichtigung fahren wir zum flughafen zurück und dann geht es wieder nach maun. ich denke, dass wir einen sight seeing flug über die falls machen und auch chobe und moremi überfliegen.
preis ca. 600, dazu kommen natürlich noch taxi, visum, eintritt...
freundliche grüsse christine
ThemenstarterGast24. Aug. 2007 ·
Moin zusammen,

die südafrikansiche Regierung scheint entschlossen, die Berichterstattung über die öffentliche Person Manto Tshablala-Msimang verbieten lassen zu wollen.

Rote-Beete-Manto wird die Sunday Times verklagen und der Staat wird die Kosten tragen:
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=6&art_id=nw20070823195156306C378557

Zurücktreten will sie jedoch nicht:
http://www.mg.co.za/articlePage.aspx?articleid=317343&area=/breaking_news/breaking_news__national/

Sie fragt, was sie falsch gemacht hätte:
"I'm not stepping down. I don't understand why I should step down unless, as the president has said, you give him reasons for what it is I have done."
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=3045&art_id=iol1187861867849M530

Vielleicht sollte sie Mail&Guardian lesen?
http://www.mg.co.za/articlePage.aspx?articleid=317388&area=/insight/insight__national/

Ein Anekdötchen am Rande: Ein Mitarbeiter des südafrikanischen Statistikamtes meint die AIDS-Artikel der südafrikanischen Lesart anpassen zu müssen:
http://www.int.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=6&art_id=nw20070824150754985C109106

Insgesamt haben Mbeki und sein Kabinett offensichtlich ein massives Problem mit der Pressefreiheit, wenn sie sich denn in Kritik äußert:
http://www.mg.co.za/articlePage.aspx?articleid=317321&area=/breaking_news/breaking_news__national/


Kommen wir nun zu Namibia!

Wie in Südafrika, sind auch in Namibia Rundfunk und Fernsehen Propagandainstrumente der herrschenden Partei geworden. Unliebsame Berichterstattung durch den Namibian wurde auch schon einmal durch Anzeigenentzug gekontert.

Wie es im allgemeinen um die Meinungsfreiheit in Namibia bestellt ist, zeigt die Vorgehensweise nicht nur von Partei, sondern auch vom Präsidenten, der doch eigentlich eine halbwegs unparteiische Rolle spielen sollte, in der Vorgehensweise gegen den Vorsitzenden der namibischen Menschrechtskommssion, Ya Nangoloh, dem Hochverrat vorgeworfen wird, weil er die Rolle Nujomas in Lubango untersuchen lassen will.

Leider erlaubt der Namibian keine direkte Verlinkung, deshalb hier der Volltext von heute:


Friday, August 24, 2007 - Web posted at 8:12:24 GMT
Our Democracy Is Under Threat
IT IS no exaggeration to state that at present, our democracy is under threat.

Not from without, but from within.
The furore surrounding the submission by the National Society for Human Rights (NSHR) to the International Criminal Court (ICC) has culminated in actions and reactions that are not befitting a democratic nation.
What is perhaps of most concern is not necessarily those speaking somewhat irresponsibly at times, either for or against the NSHR submission, but the stance of our own President Hifikepunye Pohamba.
The President should be above the fray, rather than fuelling the situation in defence of his predecessor, Sam Nujoma.
It is not in keeping with his status as Head of State.
The President may well have been 'embarrassed' as he claimed, by the questions on the part of fellow SADC heads of state about the NSHR submission against Nujoma, but his response to critics to 'pack up and go' does not reflect well upon his high office.
We are honestly surprised at such statements emanating from a man who is usually conciliatory by nature.
Adding insult to injury is the fact that State House appears to be orchestrating the vitriol against Phil ya Nangoloh and the NSHR on the part of Swapo branches and sections.
It was significant to note that a recent petition by the Swapo Omusati branch handed to Governor Kayone was faxed to the petitioners from State House the day before the demonstration took place! We honestly ask the question whether it is incumbent on our Head of State, who is not the President of Swapo, to do the work of the ruling party sections, and whether this in fact is not an abuse of President Pohamba's office.
At times like these, when emotions are running high, we would expect to look to the President for some statesmanlike guidance to the nation, rather than him actively taking one side against the other as he has done.
We can surely rightly expect the President to be the foremost authority on democracy and our Constitution and to point out to those in his Party calling for Ya Nangoloh's head upon the stake (in figurative terms at present, we hasten to add!) that it is not treasonous to do what he has done in his submission to the ICC and that whether one agrees with him and the NSHR or not, it is also not an undemocratic act.
Seventeen years after Independence we would expect a better general knowledge about our democratic Constitution, and what it means.
Yet regrettably it appears as though those Namibians who are marching in protest against Ya Nangoloh, and calling for laws and other restrictions against the non-governmental organisations and the media, are being used by the ruling Party simply to beat the drum for the former President and Father of the Nation.
The demand for Ya Nangoloh to withdraw his submission from the ICC, or face charges of high treason, is absurd beyond belief.
High treason is clearly defined as an attempt to overthrow a legitimate government, and this is not even remotely what Ya Nangoloh has done.
To make such an accusation is not within the bounds of reason, and our President (in the absence of Swapo leadership, who are unlikely to do so!) is surely duty bound to point this out, rather than to incite conflagration by giving impressionable Swapo loyalists the indication that it is in fact the case.
The NSHR ICC submission is not about our Head of State, not even about our Government or our country.
It concerns our history and the man who spearheaded the struggle for our independence, during which wrongdoings were committed.
He is being called to account on behalf of those people who suffered loss because of these historical acts.
Quite apart from the NSHR submission, we continue to believe that it will be easier for parts of our nation to forgive and forget if they are told the story of what led to Lubango.
It is an issue that the Father of the Nation continues to cast aside, citing national reconciliation as the reason.
This does not exonerate or ignore the evils perpetrated on our people by the apartheid regime.
We had the chance for redress; attempts were even made to extradite certain offenders to Namibia to stand trial, but our own Government was lukewarm in its efforts to do so.
We should bury the past at some point.
We need to do this in order to move forward.
But it's going to destroy us unless we can face our demons head-on by simply acknowledging the truth.
We would urge President Pohamba to pursue this path rather than help to put our democracy in danger.


Ein weiterer Punkt ist die Untersagung des Auftritts des zimbabwischen Professors Makumba an der UNAM auf Veranlassung des Botschafters Zimbabwes:
http://www.az.com.na/politik/namibia-auch-in-gefahr.21331.php

Meinungs- und Pressefreiheit sieht für mich anders aus! Hier manifestieren sich die Anfangssymptome aus Zimbabwe in zwei weiteren Ländern des südlichen Afrikas.

Gruß, Michael


www.mg.co.za<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 24/08/2007 20:23
1’457 Beiträge · seit 200626. Aug. 2007 ·
Hier manifestieren sich die Anfangssymptome aus Zimbabwe in zwei weiteren Ländern des südlichen Afrikas.
Wie sagt man hier so schoen: Zimbabwe is the trailer, South Africa the movie . . .
🤨


Du hast recht kaisi, der Schwarze an sich ist einfach unfaehig etwas in Sachen Wirtschaft oder Politik zu wege zu bringen. Wie vor Hunderten von Jahren im Busch ! Ein funktionierendes System muss wieder her. Ein zweiter Ian Smith, denn der war ja kein Diktator.<br><br>Post geändert von: konno, am: 26/08/2007 10:31
100 Beiträge · seit 200626. Aug. 2007 ·
@kaisi

Ich trau mich gar nicht dir zuzustimmen .
Vor gar nicht langer Zeit wurde ich , hier im Forum , geschimpft weil ich von einem Besuch der Vic - Fälle von ZIM - Seite , aus den genannten Gründen , abgeraten habe .
Man kann die Fälle sich auch von Sambia aus anschauen !
http://www.TickerFactory.com/
Gast26. Aug. 2007 ·
Du hast recht kaisi, der Schwarze an sich ist einfach unfaehig etwas in Sachen Wirtschaft oder Politik zu wege zu bringen.
Das ist mir zu undifferenziert und kann schnell rassistisch wirken. Das Ganze lässt sich meines Erachten primär auf ein Bildungs- und Wissensdefizit herunterbrechen. Da haben die "Weißen" historisch bedingt einfach einen gravierenden Vorteil.

In Bezug auf Politik: Parteien und Politiker in allen Ländern wollen Macht bekommen und Macht behalten. Wenn die Mehrheit des Volkes ungebildet ist, dann sind Thesen wie "Die bösen Weißen mit ihrem ungerechtfertigten Besitz sind schuld" leider ein hervorragendes Mittel. Wenn diese Länder dann auch noch keine jahrzehntelange demokratische Struktur und Tradition haben, dann wird es für Scharlatane in der Politik leider sehr einfach.

In Bezug auf Wirtschaft: Wenn man nicht gelernt hat, wie man eine Farm betreibt, wie man kalkuliert, wie man Geschäfte tätigt, dann geht das alles zwangsweise in die Hose. "Schwarze" mit guter Bildung sind regelmäßig auch sehr gute Geschäftsleute.
Ein funktionierendes System muss wieder her. Ein zweiter Ian Smith, denn der war ja kein Diktator.
Nein. Bildung muss her.

Tendenziell - aberabsolut gesehen weit weniger ausgeprägt - haben wir ähnliche Probleme auch in Deutschland. Alle die schlechte Bildung und/oder schlechte Perspektive haben, sind einerseits besonders empfänglich für politische Scharlatane insbesondere am linken und rechten Rand. Weiterhin gefährdet die teilweise unzureichende Bildung Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Guido
1’457 Beiträge · seit 200626. Aug. 2007 ·
Guido, da gebe ich dir hundert % Recht. Mein Kommentar sollte eigentlich ironisch sein, war wohl nicht so einfach ersichtlich, nach dem ernstgemeinten Anfang.
Bildung und Zugang zu Ressourcen, vA Kapital, das ist das Problem. Wobei Simbabwe auch unter Mugabe mal ein sehr starkes Bildungssystem hatte (Betonung auf Vergangenheit)
ThemenstarterGast26. Aug. 2007 ·
Moin zusammen,

neulich hat der Präsident des Kongos, Kabila, geäußert, dass die Wirtschaft seines Landes leider nicht wachsen könne, da 90% der Straßen zerstört seien. Diese 90% beziehen sich auf die vorhandenen Straßen im Jahr der Unabhängigkeit 1960! Kongo, der Staat Schwarzafrikas, der eines der schrecklichsten Schicksale während seiner Kolonialzeit, zunächst als Privatbesitz des belgischen Königs, später als Kolonie des belgischen Staates, hinter sich hat.

Nun, sollte man meinen, käme die Ankündigung, dass der Staat in den nächsten 10 Jahren jährlich n Millionen in die Hand nimmt, Ingenieure und andere Arbeitskräfte anheuert, um pro Jahr 5.000 km Straße anzulegen. Kommt aber nicht! Komisch, nicht?

Auf einem der innerafrikanischen Seen schippert immer noch ein Schiff aus der deutschen Kaiserzeit als einziges Transportmittel herum. Das Schiff bedient eine Nachfrage. Man sollte nun meinen, dass die Anliegerstaaten sagen: „Kommt, lasst uns zusammenlegen und eine moderne Flotte schaffen, damit der Handel zwischen unseren Ländern prosperiert.“ Kommt aber nicht! Komisch, nicht?

Außerhalb des Apartheid-Gürtels wurde nach Ende der Kolonialzeit nur eine einzige Eisenbahnlinie neu gebaut, die Tansam-Bahn, die den sambischen Kupfergürtel mit den tansanischen Hafen Daressalam verbindet -von den Chinesen! Der Erhaltungszustand aller Eisenbahnlinien ist in der Regel beklagenswert. Für eine wirtschaftliche Entwicklung der „Hinterländer“ wären funktionierende Bahnlinien sicherlich nicht das Schlechteste. Gibt`s aber nicht oder nur kaum! Komisch, nicht?

Kann mir jemand von Euch irgendein Beispiel dafür nennen, dass eine staatliche oder wirtschaftlich bedeutsame Einrichtung in Schwarzafrika unter ausschließlich einheimischen Management auch nur den übernommenen Standard hätte halten können? Ich gebe Dir uneingeschränkt recht, Guido, Bildung muss her! Aber genau das ist ja eine der staatlichen Institutionen, die regelmäßig zuerst geschrottet werden.

Und so kommt es dann halt immer wieder entweder zu weißen Elefanten oder zu solch kolossalen Missverständnissen, wie Ramatex in Namibia. In der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 18.08. heißt es dazu:
Die Tage des Konzerns in Namibia sind ohnhin gezählt. Manager Ong bereitet den Abzug vor. „Uns bleibt nichts anderes übrig“, schimpft er, während er in einer Werkshalle, an schwarzen Arbeiterinnen vorbeischreitet. „Die Afrikaner verstehen nichts von Wirtschaft.“
Konnos Beitrag weist aber auf einen wahren Kern. Es könnte sich nämlich in der Nachsicht heraus stellen, dass das Zeitalter von Kolonialismus und Apartheid -trotz aller Verbrechen und Ungerechtigkeiten- das für die schwarze Bevölkerung materiell (Gesundheit, Lebensmittelversorgung und, ja, auch Bildung!) beste gewesen ist. Das schlimmstmögliche Armutszeugnis für die Selbstregierung.

Es geht mir hier nicht um ein Wiederherstellen der alten Zustände! Jeder hat das Recht, sich selbst ins Unglück zu stürzen! Es geht mir nur darum, dass wir Europäer endlich aufhören, in Sack und Asche zu gehen und auf die immer gleichen Ausreden der schwarzafrikanischen Regierungschefs herein zu fallen, wenn sie auf ihren Betteltouren mit ihren persönlichen 747 einschweben.

Gruß, Michael<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 26/08/2007 14:59
1’457 Beiträge · seit 200626. Aug. 2007 ·
TIA sag ich da mal. This is Africa. Aber diese Diskussion mit Uebernahme kapitalistischer Systeme und Wirtschaftlicher Produktivitaet als Kriterium fuer eine funktionierende Gesellschaft hatten wir ja bereits.
ThemenstarterGast26. Aug. 2007 ·
Moin Konno,

prinzipiell akzeptiert, aber sollte nicht jede Gesellschaftsform zumindest ihrer Leute ernähren wollen und können?

Gruß, Michael<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 27/08/2007 08:28
Gast28. Aug. 2007 ·
Nur ganz kurz: ich finde auch vieles in Namibia kritikwürdig, aber die Pressefreiheit erscheint mir in Namibia eigentlich recht intakt. Sehr kritische Zeitungen wie die AZ existieren und staatliche Unternehmen wie NamPost schalten sogar Anzeigen in der AZ. Über diesen finanziellen Hebel staatlicher Unternehmen setzen Regierungen ja ansonsten zuerst an, wenn sie bestimmte Medien unterdrücken wollen.

Guido
ThemenstarterGast28. Aug. 2007 ·
Moin Guido,

im Grundsatz stimmt das schon. Wenn man aber einmal die Lupe zur Hand nimmt, werden doch erste kleine Befremdlichkeiten sichtbar.

Zunächst einmal ist die Bedeutung von AZ und Namibian (Republikein kann ich nicht beurteilen, und den Observer lasse ich `mal außen vor) für das gesamte Land sicherlich eher nicht so groß, da sie sich an wenig mehr als 5% der Bevölkerung wenden, wenn ich einmal unterstelle, dass die Mehrheit der Namibier ihr weniges Geld wohl kaum für Zeitungen ausgeben wird. Hier dürfte also die Propagandamaschine NBC die erheblich größere Wirkung entfalten.

Darüber hinaus ist die Berichterstattung der beiden Zeitungen in meinen Augen ziemlich vorsichtig. Missstände werden zwar benannt, aber selten weiter verfolgt und hinsichtlich ihrer Behandlung hinterfragt.Trotz allem werden die Zeitungen immer wieder aus Regierungs- und Parteikreisen angegriffen und als unpatriotisch dargestellt. Ich glaube, dass keine der namibischen Zeitungen sich eine Kampagne, wie die der südafrikanischen Sunday Times gegen Rote-Bete-Manto erlauben könnte. Der Bewegungsspielraum der Presse dürfte im Zweifel eher eng ausfallen.
Namibias Fernseh- und Radiosender NBC (Namibian Broadcasting Corporation) liegt ganz in Staatsbesitz. Im August 2002 entliess Präsident Nujoma seinen Informationsminister und übernahm die Rolle selbst. Viele Jounalisten bangen seitdem um die Zukunft der Pressefreiheit in Namibia. Mehrfach wurden in der Vergangenheit kritische Journalisten abgemahnt, und auch die Justiz wird regierungsseitig immer wieder bemüht, um allzu regierungskritische Pressedarstellungen zu unterbinden.
http://www.namibia-info.net/namibia/news.html

Gruß, Michael<br><br>Post geändert von: Yoshikawa, am: 28/08/2007 13:42
Dieses Thema ist geschlossen — neue Antworten sind nicht möglich.
Quo vadis, SA? · Seite 10 · Namibia-Forum