Kann Camping in Botswana auch 'gemütlich' sein

7 Antworten · 4'366 Aufrufe · gestartet 23. Feb. 2011 von wiesan
Antworten
Themenstarter2 Beiträge · seit 201123. Feb. 2011 · #1
Hallo liebe Forums-Gemeinschaft

Ich plane eine Reise in Namibia und eben ev. auch Botswana. Das würde heissen, mit 4x4/Dachzelt von Kasane nach Maun.

Ich bin die Art von Campingfreund, welche auch mal am Abend gern gemütlich vor dem Feuer sitzt, ein Bier trinkt und ein gutes Essen brutzelt... ohne sich irgendwelche Sorgen zu machen. Ich habe viel gelesen im Forum von
- Löwen, Elefanten usw. im Camp
- Hyänen, welche das Steak vom Grill stehlen
- Flusspferden, die das Gras unter dem Zelt fressen wollen
- Nervende und stehlende Affen usw.
Ich bin sehr dankbar für diese vielen Beiträge, kann mir daher vorstellen das mal so ein 'Zwischenfall' sein kann. Nur frage ich mich jetzt ob das die Regel ist?

Muss ich mich darauf einstellen, dass ich keinen Abend ohne ungebetenen Besuch gelassen werde oder ist in 80% der Fälle 'Ruhe und Frieden' im Camp? (Wenn das nicht der Fall ist, muss ich mir nämlich überlegen, ob ich mich nicht als Weichei abstempeln lassen und in Namibia hinter dem Zaun des Campingplatzes bleiben sollte, mich dafür aber in Ruhe meinem Bier und Feuer widmen kann... 😉 )

Vielen Dank für die Erfahrungen von euren bisherigen Reisen. Viele Grüsse
wiesan
387 Beiträge · seit 200623. Feb. 2011 · #2
Hallo wiesan,

die beschribenen Beispiele sind tatsächlich nicht häufig - abgesehnen von den Affen, welche Abends normalerweise auf die Bäume gehen. Du wirst also dein Feierabend Bier idR geniesen können welches aber tatsächlich am Besten schmeckt wenn man die Geräusche der Nacht, stürzende Bäume, Hyänen, Löwen, trötende Elefanten und Hippos hört. Die aussergewöhnlichen Ereignisse bleiben aber länger im Gedächtnis und werden natürlich auch lieber weitererzählt.

Ich empfehle darum immer gerne sich erst Sorgen zu machen wenn es einen Anlass dazu gibt. Andernfalls geht schnell die Gemütlichkeit flöten.

Prost

Joachim
Neuerscheinung: "Sieben Monate Afrika - ein Reisebericht". 470 Seiten, 494 Farbbilder http://www.ja-louis-verlag.de Reiseberichte: http://www.afrika-2005.de
5'479 Beiträge · seit 200923. Feb. 2011 · #3
Wir haben in der Region abends immer sehr gemütlich am Lagerfeuer gesessen, Bier getrunken und gegrillt/gekocht.

Elefanten, Hippos, Löwen und Hyänen halten normalerweise Abstand solange das Lagerfeuer brennt. Die kommen erst ins Camp, wenn das Feuer erloschen ist. Ein einziges mal haben wir eine Hyäne erwischt, als sie versucht hat, den offen stehenden Ladefläche des Wagens zu entern. Allerdings war diese auch auf der dem Feuer abgewandten Seite des Autos.

Das Hyänen das Fleisch bei Grillen vom Grill klauen halte ich für Camperlatein.

Vor Affen braucht Ihr Euch abends überhaupt keine Sorgen machen. Meerkatzen und Paviane sind tagaktiv und verschwinden mit Einbruch der Dunkelheit auf ihre Schlafbäume.

Ein Tier, dass tatsächlich zum räubern vorbei kommen könnte, ist der Honigdachs. Die sind völlig furchtlos, aber auch nicht wirklich gefährlich. Den Besuch durch einen Honigdachs würde ich deshalb auch eher als Urlaubs-Highlight, denn als ungemütliche Störung einordnen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 23. Feb. 2011
630 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #4
Hallo wiesan,
'Ruhe und Frieden' im Camp
werden nach Einbruch der Dunkelheit eher durch feierwütige Gruppen gestört als durch Tiere.

Es gibt nicht viel schöneres als abends am Lagerfeuer zu sitzen und den Geräuschen der Nacht zu lauschen.


Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
843 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #5
Hallo Wiesan,

bisher hatten wir nur eine wirklich "bedrohliche" Begegnung mit einer Hyäne, die aus dem Nichts auftauchte, und mehr als nah hinter dem Stuhl meiner Freundin "parkte".
Auf einem Campsite im Delta stand abends ein Elefant ca. 8m von uns weg auf einem Termitenhügel, um von einem Baum zu fressen. Und eine Hyäne sowie ein Zibetkatze streiften nah, aber kurz vorbei.
Das war's - ich möchte fast schon sagen: leider!
Das sind also eher Ausnahmen.

Die meisten Tiere haben unsere Campsite besucht, wenn wir schon fast im Tiefschlaf waren: Hyänen, ein Honigdachs, Riedböcke, Kapfüchse u.a.

Jede der bewusst erlebten Begegnungen war für uns ein Highlight, aber gestört haben die uns bei nichts am Lagerfeuer.

Solange sich die halbwüchsige Hyäne nicht an Dich kuschelt, wenn Du versunken klassischer Musik lauschst, wie einem Bekannten letzten Sommer geschehen, ist das alles nur "halb so wild".

Aber, immer schön wachsam sein da draussen 😉!

Viel Spass und besinnliche Stunden am Lagerfeuer!

LG

Dirk
0
zuletzt bearbeitet 23. Feb. 2011
4'129 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #6
Hallo, wiesan und Willkommen im Forum!

Gemütlichkeit ist vielleicht nicht genau das, was man in der Wildnis Botswanas suchen sollte...

Du kannst nur dann entspannen, wenn du auch gleichzeitig in der Wildnis mit Umsicht handelst.
Du kannst dich entspannen, solange dein „Löwenfeuerchen“ brennt und du nicht unter einem Pavian-Nachtplatz campierst und nicht auf einem Hippopfad!
Und nicht unter der Akazie, die der Ele grad schüttelt - und solange die Hyäne nur das Steak vom Grill stiehlt, was sie in South Gate besonders gerne tun…
Und wenn denn die Löwen durch ein Camp streifen, fährt man halt auch mal mit den Auto zum Ablution-Block.

Es geht ja nicht nur um Entspannung im Urlaub, dort in den NP’s, - uns persönlich geht’s dort eigentlich mehr um die Spannung.

Schöne spannende Erlebnisse wünscht lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 23. Feb. 2011
962 Beiträge · seit 200723. Feb. 2011 · #7
Also, wiesan wie schon gesagt, in den nicht eingezäunten Camps ist es sehr wichtig :
Immer schön wachsam sein da draussen !😃 Und v.a. dicht am Lagerfeuer bleiben!
Wir haben im Moremi öfter zwei äusserst freche Hyänen erlebt, die unverschämt waren und auf unser Verscheuchattacken gar nicht reagiert einmal haben sie seelenruhig die erschlichene Olivenölflsche geknackt.
Auf Löwen sollte man immer!!! gefasst sein, sie tauchten im Familienrudel direkt an der Toilette auch ohne Brüllgeräusche plötzlich auf und suchen mitunter auch die wärmeren Lagerfeuer in den kühleren Jahreszeiten.
Schlimmer, gefährlicher und respektloser reagieren die Alphamännchen der Paviane, sie fürchten nur die Steinschleudern, da sie damit oft schon Erfahrung gemacht haben. ein wehrhafter Knüppel tut's mitunter auch, wenn sie gar nicht weichen wollen.
Be carfull rät Frank 😛
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193547-afrika-2011-so-qbeautiful-greenq-1teil.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/193761-afrika-2011-so-beautiful-green-teil-2.html http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/195398-a-f-r-i-k-a-2011-so-beautiful-green-teil-3.html
Themenstarter2 Beiträge · seit 201123. Feb. 2011 · #8
Hallo zusammen

Die Antworten kommen hier ja extrem schnell! Vielen Dank!

Bin froh zu hören, dass man - unter Beachtung einiger Grundregeln - auch ohne die Erstellung eines Wachplanes und montiertem Nachtsichtgerät einige schön gemütliche Stunden am Feuer verbringen kann. Muss nur noch schauen, wo ich eine schöne Steinschleuder kaufen kann 😉

Viele Grüsse
wiesan