Tagebuch 2010 Botswana

21 Antworten · 7'283 Aufrufe · gestartet 01. Jan. 2011 von Jambotessy
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Themenstarter2'610 Beiträge · seit 200701. Jan. 2011 · #1
Hallo Fomis,

heute traue ich mich auch einmal mein Tagebuch aus 2010 einzustellen:

TAGEBUCH BOTSWANA 2010



26.02.2010

Heute starten wir gen Afrika! Um 13.44 geht der Zug zum Flughafen Frankfurt, Abflug um 21.45 Uhr mit SAA nach Johannisburg und Weiterflug am nächsten Tag um 9.50 Uhr nach Windhoek.


27.02.2010 Kilometerstand 333.081

Pünktlich um 11.50 Uhr landen wir in Windhoek. Der Flug mit SAA war sehr angenehm: die Sitzabstände um einiges großzügiger als bei Air Berlin, doch es bleibt der Nachteil des Zwischenstopps in Jo´burg. Geschlafen haben wir sogar besser als erwartet, trotzdem sind wir ziemlich geschafft. Außerdem mussten wir doch ganz schön zum Anschlussflug hetzen.

Die Sorge direkt nach der Ankunft gilt unserem Gepäck. Wir haben bisher zu diesem Thema nichts Positives über Zwischenlandungen und Weiterflüge über Jo´burg gehört und wir können es kaum glauben, als fast ganz zu Anfang unsere beiden Gepäckstücke auf dem Laufband liegen. Jetzt kurz noch Geld tauschen (1:10); der Kurs ist leider schlechter als vor 1 Jahr (1:12).

Zuverlässig - wie immer - ist der von H.H. organisierte Taxifahrer zur Stelle, der uns zu Kalahari-Car-Hire bringt. Ein Pärchen gibt gerade sein Fahrzeug ab, ansonsten sind wir die einzigen Kunden. In Ruhe übernehmen wir unser Auto – dasselbe, wie im letzten Jahr, nur der Motor wurde inzwischen ausgetauscht. Es gibt zudem eine Zusatzbatterie für den Kühlschrank. Auch unsere Wünsche von der zu Hause getippten Liste bekommen wir ohne Umschweife erfüllt (z.B. 3 leere Kisten zum verstauen der Lebensmittel, je 3 Kanister für Diesel bzw. Wasser, 2. Gasflasche usw.). Das von uns georderte Satelliten–Telefon liegt schon bereit, Frau Pinsenschaum ist wieder sehr zuverlässig.

Gegen 14.00 Uhr sind wir fertig und fahren zum nahe gelegenen Supermarkt und zur Tankstelle. Unser Gepäck haben wir bei H.H. gelassen, wir werden es später bei ihm abholen. Zu Hause habe ich schon eine lange Einkaufsliste getippt und so haben wir in relativ kurzer Zeit alles zusammen. Nach der langen Anreise sind wir ziemlich geschafft und unkonzentriert und hätten sonst womöglich die Hälfte vergessen.

An der Kasse haben wir Schwierigkeiten unseren Weinvorrat zu bekommen. Neuerdings gilt in ganz Namibia, dass an Samstagen nach 13.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen kein Alkohol mehr verkauft werden darf. Ich bequatsche die Kassiererin aber so lange, bis wir die beiden Weinkanister doch mitnehmen dürfen. Dafür habe ich großzügig auf die 2 SixPacks Bier verzichtet. Bier kann man auch in Botswana überall kaufen, im Gegensatz dazu ist die Auswahl an Wein nicht sehr groß. Das Windhoek Lager Light Bier können wir problemlos einpacken.

Zurück bei H.H. packen wir schnell unsere Plünnen ein und schon sind wir unterwegs zur nahegelegenen Arebbush-Lodge. Die Campinggebühren wurden nicht erhöht und so bezahlen wir N$ 240,00 für die 1 Nacht. Der uns zugewiesene Platz Nr. 8 liegt nah am Waschhaus und hat natürlich ein großes Sonnendach.

Gut 2 Stunden benötigen wir um aus- und umzupacken bis schlussendlich alles seinen Platz gefunden hat.

Wir kommen zu den Höhepunkten des Tages: heiße Dusche, Zähne putzen, frische Klamotten. Gerade als ich fertig bin, setzt Regen ein, dazu frischt der Wind böig auf. Ist nichts mit Shorts und T-Shirt, schnell ziehe ich eine lange Hose an und die Fleecejacke über. Darüber noch die mitgebrachte Regenjacke und wir machen uns auf den Weg ins Restaurant.

Chicken-Curry-Afrikanisch steht auf der Speisekarte. Hört sich verlockend an und schmeckt tatsächlich sehr gut. Dazu teilen wir uns noch einen Griechischen Salat und trinken je 2 große Flaschen Windhoek Lager. Zum Schluss gibt es für Günter noch eine große Tasse Kaffee.

Der Regen hat schon wieder aufgehört, als wir uns auf den Weg zurück zum Zelt machen. Um 20.30 Uhr fallen uns fast von selbst die Augen zu und wir kriechen schnell in den Schlafsack.

Ach, meiner Stimme geht es auch schon wieder bedeutend besser. Sie klingt zwar noch, als ob ich regelmäßig mit Whisky gurgele, aber ich bin schon zufrieden.


28.02.2010 KM 333.084

Um 7.30 Uhr werden wir gut ausgeschlafen wach, bei herrlichem Sonnenschein. Die Nacht war bedeutend ruhiger als noch vor 1 Jahr – kein Radau aus der Disco und gegen den Lärm der Hauptstraße haben wir uns Ohrenstopfen mitgebracht.

Wir räumen alles zusammen und frühstücken anschließend ausgiebig. Leider ist der Aufsatz für die Gasflasche total verstopft und wir schaffen es fast nicht Wasser für Kaffee bzw. Tee heiß zu bekommen. Zwischenzeitlich ziehen dunkle Wolken auf und wir beeilen uns das Zelt noch im trockenen Zustand zusammenzupacken.

Um 10.00 Uhr verlassen wir das Camp und legen einen kurzen Stopp bei H.H. ein. Hier tauschen wir den Gasflaschenaufsatz um und lassen uns noch 1 Lampe geben. Wir haben zwar eine Gaslampe aus Deutschland mitgebracht, aber das Gewinde vom „Reduzierer“ passt nicht. Wir werden versuchen unterwegs ein passendes Teil zu kaufen.

Unsere Fahrt geht anschließend zügig Richtung Klein-Windhoek. Da heute Sonntag ist, hat der Metzger leider nicht geöffnet, aber im Checkters Supermarkt habe ich Glück und kann doch noch vakuumverpacktes Wildfleisch kaufen. Leider finde ich keine Kopfkissen und so werden wir wohl unsere Fleecejacken zweckentfremden müssen.

Schnell liegt der Flughafen hinter uns und jetzt begegnen uns kaum noch Fahrzeuge, geschweige denn Touristen. Der Transkalahari Highway ist heute kaum befahren. Er ist auch viel besser in Schuss, als die Straßen in Deutschland.

Wir beschließen, heute bei Zelda zu campen. Warum hetzen? Sind wir doch früher als geplant unterwegs. In Gobabis schaffe ich es gerade noch in den Supermarkt zu kommen, bevor er um 14.00 Uhr schließt. Hier ergattere ich 8 Dosen Frühstücksfleisch und anständigen Käse, beides habe ich in Windhoek nicht bekommen. Im Take-Away kaufe ich uns ein paar Sandwiches und 2 Meatballs und auf einem Picknickplatz direkt hinter dem Ort lassen wir es uns schmecken.

Gut gestärkt gehen wir die letzten Kilometer bis zur Zelda Farm an. Kurzer Eintrag in ein Gästebuch und nach der Zahlung von N$ 100 für das Campen belegen wir einen Platz mit überdachtem Sitzplatz. Hier können wir es uns auch bei Regen gemütlich machen. Bei unserer Ankunft hat es noch ordentlich geschüttet, allerdings ist der Spuk nach 5-10 Minuten schon vorbei und die Sonne kommt wieder hervor. Wir sitzen entspannt und genießen die himmlische Ruhe, keine anderen Camper weit und breit. Und dabei bleibt es schließlich auch.

Es gibt ein Gehege mit Chitas und ein anderes mit Stachelschweinen. Eines wird ganz aufdringlich, als ich ihm eine Kartoffel zum fressen über den Zaun werfe. Es ist so gierig, würde wohl am liebsten hinüber klettern.

Anschließend genießen wir die heiße Dusche – uns immer vor Augen haltend, dass wir in der Centralkalahari darauf verzichten müssen.

Als wieder Regen einsetzt, sitzen wir trocken und gemütlich unter dem Strohdach. Zum Essen gibt es Kudusteaks, Salat und Brot und als Nachtisch einen richtig lecken, fettarmen Joghurt mit Früchten.

Um 20.30 Uhr kriechen wir in den Schlafsack- es fängt wieder an zu regnen. Aber davon bekomme ich fast nichts mehr mit denn ich schlafe sofort ein.


01.03.2010 18.45 Uhr 28° C

Um 7.30 sind wir ausgeschlafen und stehen auf. In Ruhe Zelt abbauen und frühstücken, dann noch duschen und um 9.00 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung Grenze.

Der Himmel ist wolkenverhangen, aber es regnet nicht.

Auf namibischer Seite werden wir von 2 sehr netten Zöllnerinnen abgefertigt. Ihre botsuanische Kollegin ist nicht so gut drauf. Anscheinend stören wir sie bei ihren diversen privaten Telefongesprächen.

Mit unseren restlichen Pulascheinen vom letzten Jahr können wir die Straßengebühr nicht bezahlen. Die Scheine wurden komplett ausgetauscht und angeblich kann man sie nur noch in der Bank in Gaborone umtauschen. So zahlen wir in N$ 160,00 und hoffen, dass wir die alten Scheine doch noch irgendwo getauscht bekommen.

Noch einen Halt bei 2 richtig netten Polizisten mit den üblichen Fragen woher und wohin und wir dürfen weiterfahren – wenn wir denn könnten. Der Wagen gibt keinen Mucks mehr von sich. Die Polizisten helfen schließlich beim anschieben und Gott sei Dank klappt es. Das kann ja heiter werden – woran mag es bloß liegen? Es gab vorher keinen Hinweis, dass die Batterie schwach sein könnte.

Mittlerweile haben sich die Wolken verzogen und die Sonne brennt vom blauen Himmel. Am Straßenrand gibt viele gelb blühende Blumen und saftig grünes Gras. Die in der Trockenzeit grauen Dornbüsche haben jetzt ihr grünes Blätterkleid angelegt.

Als wir Ghanzi erreichen ziehen Schönwetterwolken auf. Wir haben den Hilux nicht abgestellt und versuchen jetzt eine Toyotawerkstatt zu finden. Allerdings ohne Glück, ganz einfach, weil es hier keine gibt. Einen Einheimischen mit neuem Landcruiser haben wir deswegen angesprochen, aber er kann uns da auch nicht helfen. Allerdings steckt er seinen Kopf unter die Motorhaube um sich ein Bild zu machen. Er glaubt auch, dass es an der Batterie liegt und fährt mit uns zu einer kleinen Werkstatt. Hier hat der Besitzer aber wohl auch keine Ahnung oder auch nicht eine richtige Ersatzbatterie, jedenfalls lassen wir es dabei bewenden und rufen lieber H.H. an. Die Handyverbindung ist sehr schlecht, aber ich verstehe, dass er uns heute noch einen Mechaniker zum Thakadu Camp schicken wird. Der soll die Verbindungen zur Batterie prüfen.

Bei dem netten Einheimischen bedanken wir uns und machen uns auf den Weg zum Camp. Schon die 3 KM lange Anfahrt zeigt uns, wie viel es hier in den letzten Tagen geregnet hat: riesige Pfützen sind zu durchfahren. Die Besitzerin erzählt uns später, dass das Camp letzte Woche richtig abgesoffen ist. Auch jetzt können wir noch sehen, wie hoch das Wasser gestanden hat.

Auch hier können wir unsere alten Pula-Scheine nicht loswerden. Aber das ist kein Thema – da wir 2 Nächte hier bleiben werden, können wir die Campgebühren morgen bezahlen.

Wir richten uns auf einem schönen Platz ein (es gibt Strom + Licht). Heute ist es richtig heiß geworden und wir flüchten vor der Sonne in den Schatten. Schnell spanne ich meine Wäscheleine und wasche Unterwäsche, Socken und T-Shirts durch. Wer weiß, ob morgen wieder die Sonne scheint und in der Centralkalahari haben wir fürs Wäschewaschen kein Wasser übrig.

Wenig später taucht ein Mann in Begleitung einer jüngeren Frau auf – zu Fuß. Er trägt ein Prüfwerkzeug für die Autobatterie bei sich. Geschäftig macht er sich an der Batterie zu schaffen und fabriziert fast einen Kurzschluss. Er ist der Meinung, dass die Ersatzsicherung, die H.H. angebracht hat unbedingt mit der Batterie verbunden werden muss. Er lässt sich von mir nicht davon abbringen, obwohl ich ihm immer wieder sage, dass es sich um die Sicherung für den Kühlschrank handelt. Kurioserweise hat der Hilux heute schon mehrfach ohne Probleme gestartet und natürlich startet er auch jetzt sofort, was unseren „Mechaniker“ in seiner Meinung natürlich bestärkt. H.H. lässt uns ausrichten, wir sollen den „Mechaniker“ bezahlen, er würde uns bei der Rückkehr das Geld erstatten. Da wir ja immer noch keine Pulas besitzen, zahle ich ihm N$ 100,00 und er ist damit sehr zufrieden.

Jetzt stellt sich auch heraus, warum er mit seiner Freundin zu Fuß bei uns erschien. Sein Auto ist ca. 2 KM vor dem Camp mit einem platten Reifen liegen geblieben. Günter fährt mit ihm zum Auto um den Reifen zu wechseln und ich bleibe mit Priscilla – so heißt die Freundin nämlich – zurück.

Wir unterhalten uns prächtig; Priscilla ist 29 Jahre alt und hat eine 5 jährige Tochter (nicht vom Mechaniker). Die beiden sind seit einiger Zeit liiert (er stammt aus Swasiland, ca. 46 Jahre alt), aber sie ist nicht richtig glücklich mit ihm. Ich muss nur wenig bohren, um zu erfahren, dass er zu viel trinkt und dann wohl auch rabiat wird und sie schlägt (kaum zu verstehen, dass er sich traut, sie ist ein richtiger Wonneproppen und er ziemlich schmächtig). Ich rate ihr, sich doch einfach zu trennen, schließlich sind sie ja nicht verheiratet und sich einen Mann aus Botswana zu suchen. Na, das sei nicht so leicht, meint Priscilla schließlich trinken die jungen Botswaner auch und im Gegensatz zu ihrem „Swasiland-Freund“ haben sie dann auch noch nicht einmal eine feste Arbeit und sie müsse dann für beide arbeiten. Der „Swasiland-Freund“ hat nämlich einen guten Job in einer Lodge und sie arbeitet auch. So sind für Botswana-Verhältnisse ganz gut aufgestellt.

Die Zeit wird uns nicht lang, wir haben viel Spass miteinander und lachen viel zusammen (z. B. Priscilla hat ganz ernsthaft gemeint bei unserer Unterhaltung, das sie besser auch einmal nach Deutschland reisen solle. Wenn bei uns tatsächlich nicht so oft die Sonne scheint wie in Botswana, dann bestände bei ihr ja noch Hoffnung, dass ihre Haut auch so hell würde, wie meine. Oder - Priscilla hat Angst vor wilden Tieren. Nicht vor Spinnen oder Schlangen, nein vor „Wilden Tieren“. Welche wilden Tiere frage ich - na eben wilde Tiere wie z.B. Löwen antwortet sie. Ob wir wirklich oben im Zelt schlafen, mitten zwischen den wilden Tieren, will sie wissen. Klar ist meine Antwort. Aber da würden uns doch die wilden Tiere fressen - meint Priscilla. Ich frage sie: Priscilla, hast du schon einmal gehört, dass Löwen Touristen gefressen haben? - Nein antwortet sie. – Also, wenn die Löwen kommen, dann ziehe ich meinen Reisepass hervor und damit sie sehen, dass ich aus Deutschland komme, halte ihn hoch und rufe „ I am a tourist, don´t eat me“. Anschließend lachen wir uns beide halbtot – allerdings hat sie es mir anfangs sogar abgekauft.) Nach ca. 1 ½ Std. taucht Günter wieder auf und holt Priscilla ab. Ihr Freund traut sich nicht, durch das ganze Wasser zu fahren. Wir verabschieden uns ganz herzlich von einander.

Günter kann mir später sein Erlebnis mit dem Mann aus Swasiland erzählen: er ist mit ihm kreuz und quer durch Ghanzi gefahren auf der Suche nach einem neuen (alten) Reifen. Der gute Mann hat weder Werkzeug, Wagenheber oder sogar einen Ersatzreifen im Auto.

Mittlerweile haben sich die Wolken wieder verzogen und wir sitzen erschöpft im Schatten. Ich rappele mich endlich auf und mache mich daran, den Kühlschrank umzuräumen. Anschließend koche ich uns ein köstliches Mahl: Oryxgulasch, Nudeln und Tomatensalat.

Jetzt um 18.45 Uhr nähert sich die Sonne dem Horizont und die Temperatur liegt bei angenehmen 28°C. Wäre schön, wenn die Regenzeit schon vorbei wäre!!!!!

Gegen 20.30 Uhr gehen wir schlafen. Wir hören Gnus „gnu-en“. Es ist immer noch angenehm warm.





02.03.2010 11.30 Uhr 35° C KM 333.602

Kein Regen mehr in dieser Nacht, trotzdem ist heute Morgen alles klitschnass.

Um 6.30 Uhr stehen wir auf, gerade geht die Sonne auf und schickt ihre wärmenden Strahlen über den Horizont. Ziemlich schnell trocknet das Zelt ab. Wir frühstücken in aller Ruhe, werden dabei von Webervögeln beobachtet. Sie picken eifrig die hingeworfenen Krümel auf. Ein Frankolin gesellt sich dazu und schnappt sich die größeren Krumen.

Um 8.00 Uhr fahren wir in den Ort. In der Barclays Bank erfahre ich, heute erst ab 10.00 Uhr Geld getauscht werden kann. Also versuche ich es in der Wechselstube schräg gegenüber. Die junge Angestellte schließt gerade das „Büro“ auf und sagt mir gleich, dass sie nicht mehr als EUR 50, 00 tauschen kann, da ihr Chef ihr kein Geld gebracht hat. Na wenigstens habe ich jetzt etwas Bargeld. Im Supermarkt kann ich mit Kreditkarte bezahlen, ganz ohne Probleme. Bis auf Frischfleisch bekomme ich hier alles, was wir noch für die nächsten 10 Tage benötigen. Einen Angestellten muss ich bitten, mir noch 6 gr. Flaschen Pepsi Cola Light aus dem Lager zu holen, da das Regal fast leer ist und ich wenigsten 12 Flaschen mitnehmen will.

In einem kleinen Laden bekommen wir tatsächlich einen Gasregulator für die Campinglampe für P 80,00. Auch hier kann ich mit Kreditkarte zahlen. Zwischenzeitlich ist es fast 10.00 Uhr und ich bekomme in der Bank noch EUR 250,00 gewechselt.

Während ich hier warte, kommt Priscilla und begrüßt mich lauthals. Sie hat sich richtig herausgeputzt. Wie ich später von Günter erfahre, ist sie auf dem Weg zur Arbeit und hat Günter im Auto erkannt. Von ihm hat sie erfahren, dass ich in der Bank bin.

Noch einmal zurück in den Supermarkt - hier kaufe ich Schlauchzwingen für die Gaslampe und dann müssen wir nur noch zur Tankstelle und voll tanken. Endlich haben wir alles erledigt - wir sind inzwischen nassgeschwitzt.

Im Camp versucht Günter sogleich, die Lampe an die Gasflasche anzuschließen, aber der Schlauch ist zu dünn und passt nicht. Wir werden gleich einen der Arbeiter an der Rezeption bitten, das Verbindungsstück etwas abzuflexen.

Die Lampe funktioniert!!!! Super!!!!!!!

Im Camp relaxen wir im Schatten. Günter liegt in der Hängematte und ich habe die Füße hochgelegt. Obwohl wir uns ausschließlich im Schatten aufhalten, holen wir uns einen richtig üblen Sonnenbrand auf den Unterarmen, Schultern und auf der Nase.

Zwischendurch erfrischen wir uns etwas unter der Dusche (leider nur eiskaltes Wasser).

Abends gehen wir zum Essen in die Bar: Kudu-Khebab, Folienkartoffel mit Sauerrahm bzw. für Günter Reis mit Soße. Dazu noch 4 Light Bier und 2 Kaffee für zusammen ca. EUR 25,00.

Auch heute gehen wir wieder früh schlafen. Die Hitze hat uns wieder sehr müde gemacht. Nachts hören wir Gnus und Impalas rund um unser Camp grasen.


03.03.2010 7.00 Uhr 21° C /17.15 Uhr 36° C KM 333.631

Aufstehen um 6.20 Uhr. Wir haben gut geschlafen – zwar mussten wir ein paar Mal ´raus zum pinkeln, sind aber anschließend sofort wieder eingeschlafen.

Auch diese Nacht war wieder sehr feucht – kein Regen zwar, aber Gras und Zelt sind wieder pitschnass. Wir lassen das Zelt erst noch aufgestellt zum abtrocknen und frühstücken in aller Ruhe.

Anschließend packen, Wasser in den Duschsack füllen und ganz zum Schluss das jetzt trockene Zelt zusammenklappen.

Um 8.15 Uhr verlassen wir den Campplatz und fahren noch einmal nach Ghanzi zum Supermarkt. Hier erstehe ich 2 Flaschen Sonnenöl mit Lichtschutzfaktor 30 und da ich schon einmal dort bin, kaufe ich nochmals ein paar Flaschen Cola Light und mehrere fettarme Joghurts.

Endlich – es geht Richtung CKGR. Wir biegen von der Teerstraße ab, auf die uns schon vom letzten Jahr bekannte Allwetterpiste. Die 170 KM bis New Xade sind super gut zu befahren, aber dann geht es „rechts ab“ 70 KM Tiefsand vom Feinsten. Alle 10 KM steht ein Schild, es rechnet die Kilometer bis zum Eingangsgate ´runter. Für 10 KM benötigen wir zwischen 20 und 35 Minuten, je nach dem, wie tief der Sand ist.

Nur 1 LKW kommt uns auf der ganzen Strecke entgegen. Kurz vor Erreichen des Gates öffnet sich die Landschaft: grünes, hohes Gras, weite Ebene. Oryx und Strauße schauen verwundert. Wolken sind aufgezogen, der Wind weht jetzt sehr heftig.

Endlich, endlich das Xade–Gate steht vor uns. Ein Tor zum Himmel. Keine Menschenseele lässt sich blicken. Wir suchen den von uns gebuchten Platz Nr. 1 nichts, 4 + 5 ganz leicht zu finden, 2 + 3 auch den Hinweis sehen wir. Sollte Günter doch Recht haben, er meint einen Hinweis vor dem Gate gesehen zu haben. Aber da will ich nicht hin!!!!!!!!! Hier gibt es ein tolles Waschhaus mit sauberen Duschen und Toiletten und weit und breit keine anderen Camper. Warum soll ich so weit entfernt campen???

Wir stellen uns unter einen schönen Schattenbaum mit Grillstelle - scheint ein Ausweichplatz zu sein. Im Schatten lassen wir uns nieder, packen unsere Stühle aus und da nähert sich auch schon ein fettleibiger Ranger. Am Waschhaus steht jetzt auch ein weiterer Camper, der seine Wasservorräte auffüllt. Während ich mit dem dicken, freundlichen Ranger am Gate die Formulare ausfülle und er prüft, welche Camps wir gebucht und bezahlt haben, hält Günter schon einmal einen Plausch mit den 2 Schweizern Gabriel und Roland. Der Ranger ist damit einverstanden, dass wir an dem Platz bleiben, niemand sonst ja hier gebucht.

Die beiden Schweizer kommen aus dem Khutse N.P. und haben schon seit 4 Tagen keine Menschenseele getroffen. Sie füllen nur Wasser auf, duschen und fahren anschließend weiter zum Piper Pan Camp. Ihr Dieselvorrat ist knapp bemessen und wir scherzen, dass wir ihnen - da wir auf unserer Tour immer ihnen hinterher fahren - im Notfall helfen können. Die beiden müssen bald weiter, nur noch ein Zuwinken und wir sind wieder allein.

Günter geht es nicht so gut – hoffentlich habe ich ihn nicht angesteckt mit meiner Erkältung. Vorsichtshalber schluckt er eine Paracetamol und anschließend bauen wir das Zelt auf. Leider fehlt uns für die Hängematte der 2. Baum und so sitzen wir anschließend wieder im Schatten.

Die Dusche ist der Hit: richtig heißes Wasser. Schnell wasche ich auch noch Unterwäsche und T-Shirt durch.

Wir werden dann morgen auch noch einmal Wasser nachfüllen. Dann können wir etwas verschwenderischer in den nächsten Tagen damit umgehen. Trinken müssen wir es ja Gott sei Dank nicht, da wir genügend Getränke gebunkert haben, aber bei den Temperaturen ist eine Solardusche ja auch nicht schlecht. Da leben wir richtig im Luxus, anderes als die beiden Schweizer - die haben nur ein paar warme Bier und ansonsten Wasser aus dem Kanister. Noch nicht einmal gekühlt, da sie keinen Kühlschrank besitzen. (Wir werden an unsere Kenia-Zeiten erinnert))

Der Wind hat noch etwas zugelegt. Am Horizont ziehen schwarze Wolken auf und noch weiter entfernt schüttet es. Blitze sehen wir keine. Hoffentlich bleiben wir von diesem Unwetter verschont.

Zum Abendessen gibt es nur „kleine Küche“: Spiegeleier auf Toast, da wir nachmittags schon einen großen Joghurt verspeist haben. Während wir noch essen, kommt die schwarze Wand immer näher. Im letzten Augenblick entschließen wir uns, das Zelt wieder abzubauen. Ich glaube, wir brauchen alles im allem nur 3 Minuten und dann schüttet es auch schon, wie aus Kübeln. Wir sitzen trocken und schwitzend im Auto und kommen uns vor, wie in einer Autowaschanlage. So eine Menge Regen, dazu ein richtiger Sturm – kaum zu glauben, dass wir noch vor wenigen Minuten in der Sonne gesessen haben. Jetzt hoffen wir, dass die Regenfront schnell vorbei zieht.

Draußen hat es merklich abgekühlt, im Auto fühlen wir uns, wie in einer Sauna - der Schweiß rinnt uns von der Stirn. Gegen 19.30 Uhr stellen wir das Zelt wieder auf. Über uns blinken die Sterne, über Ghanzi tobt noch ein Gewitter.


04.03.2010 12.00 Uhr 35° C KM 333.789

6.00 Uhr – langsam wird es hell. Noch einmal kurz in den Schlafsack kuscheln, um 6.15 Uhr heißt es endgültig aufstehen.

Der Himmel ist wolkenlos, gerade geht die Sonne auf. Sie schickt schon die ersten wärmenden Strahlen zu uns. Frühstück und das übliche Zusammenräumen, dann genießen wir das heiße Wasser der Dusche ganz intensiv; unsere Abfahrt Richtung Piper Pan erfolgt um 7.50 Uhr.

Die ersten Kilometer führen uns durch unattraktiven Dornbusch, ohne irgendwelche Tiersichtungen – genau so, wie im letzten Jahr.

Nach ca. 15 KM sehen wir ganz frische Löwenspuren vor uns auf der Pad. Durch den Regen ist der Sand noch jungfräulich – die Reifenspuren der beiden Schweizer sind nicht mehr zu sehen. Langsam folgen wir der Spur, rechnen damit jeden Moment auf den Löwen zu treffen. Und wirklich, nach ca. 2 KM verlässt die Spur die Pad und führt rechts - auf der Fahrerseite - Richtung Busch.

Günter entdeckt die beiden Löwinnen dann noch. Sie drehen sich um, beobachten uns mit wachem Blick (man könnte ihn auch mordlüstern nennen) und verstecken sich im wogenden Grasmeer. Leider ist die Entfernung zu groß für Fotos - wir beobachten sie durch unsere Ferngläser. Immer wieder heben sie neugierig ihre Köpfe, ziehen aber schlussendlich weiter. Wie ein Spuk sind sie verschwunden.

Langsam fahren wir weiter, immer der Piper Pan entgegen. Die Landschaft bleibt unspektakulär, ab und zu lassen sich Oryx, Strauße und Gnus sehen. Der Himmel hat sich wieder stärker bewölkt, der Wind bläst fast schon unangenehm.

Wenig später erreichen wir die Piper Pan und Camp Nr. 2. Dieses liegt auf einem kleinen Hügel, von dichtem Buschwerk umgeben und ohne direkten Blick in die Ebene. Wir sind auch dieses Mal froh, dass wir Camp Nr. 1 gebucht haben.

Am Piper Pan Wasserloch sitzt ein großer Greif und sogar 2 kleine Enten schwimmen herum. Abends werden wir zurückkommen und sehen, ob sonst noch Tiere zur Tränke kommen.

Camp Nr. 1 ist danach auch bald erreicht. Seine Lage ist genau so schön, wie wir es in Erinnerung hatten. Wir stellen das Auto in den Schatten, holen die Stühle und den Tisch hervor und auch die Hängematte können wir endlich wieder zwischen 2 Bäumen spannen. Ich spanne schnell die Wäscheleine und unsere Handtücher von heute morgen können auch trocknen. Immer noch weht der Wind heftig, allerdings hat er auch die dicken, dunklen Wolken „verschluckt“.

Wir zaubern uns ein opulentes Mahl aus Brot, Frühstücksfleisch, Tomaten, O-Saft. Anschließend relaxen wir im Schatten: Günter in der Hängematte, ich lege die Füße hoch und schreibe Tagebuch. Jetzt um 12.30 Uhr können wir die Hitze im Schatten gut aushalten.

Der Wind hat es nicht geschafft, die dunklen Wolken endgültig zu vertreiben, es fallen sogar ein paar Regentropfen. Die Sonne setzt sich aber schnell wieder durch.

Um 15.30 Uhr machen wir uns auf zum Wasserloch – ausser den beiden Enten, die immer noch herumschwimmen - ist hier nichts zu sehen. Der anschließende Piper Pan Loop bringt auch nichts Aufregendes: ein paar Oryx, Gnus, Springböcke und weit entfernt ein paar Strauße.

2 Schakale stören wir bei ihrer Siesta, ein dritter zieht schnell von dannen als wir uns nähern. Die beiden anderen sind noch sooooo müde, sie bleiben liegen, beobachten uns aber mit 1 Auge wachsam. Günter findet einen leeren Schildkrötenpanzer. Wir packen ihn ein – wollen später entscheiden, ob wir ihn mitnehmen. Nach Hause, das geht wegen des Artenschutzes nicht, aber vielleicht geben wir ihn Conni für den Campplatz.

Wir brechen den Loop ab, als wir vor einer unübersichtlichen Schlammpassage stehen. Am Camp vorbei geht es ein Stück Richtung Phokoje Pan. Die Piste teilt sich – leider gibt es kein Hinweisschild – wir wählen den linken Abzweig. Nach ein paar Kilometern ohne Tiersichtungen geht es wieder zurück. (Ich glaube Richtung Phokoje Pan müssen wir uns übermorgen rechts halten).

Zurück im Camp mache ich mich direkt ans kochen: Kudugeschnetzeltes mit Paprika, Knoblauch, Kartoffeln und etwas Chakalaka. Es schmeckt himmlisch - wie im feinsten Gourmettempel.

Nach spülen und zusammenräumen sitzen wir mit einer kalten Weinschorle und genießen die hereinbrechende Dunkelheit. Die Wolken haben sich auch wieder verzogen und die Sterne blinken schon. Wir sitzen und genießen.

Die Campinglampe brennt - ein schönes, helles Licht. Trotzdem, wir sind so geschafft – wovon bloß? – um 20.30 Uhr kriechen wir in den Schlafsack.


05.03.2010 12.00 Uhr 35° C/19.30 Uhr 24°C

Um 6.00 Uhr gibt einen „Beautiful African Sunrise“. Aufstehen um 6.15 Uhr, Frühstück mit noch ganz frischem Brot, Käse, Marmelade, Kaffee, Tee. Zelt zusammen klappen – es ist noch etwas nass, nachts hat es tatsächlich etwas geregnet.

Um 7.30 Uhr fahren wir gemütlich los – Pirschfahrt Richtung Phokje Pan. Es lassen sich kaum Tiere blicken - Oryx, Gnus, 2 Schakale. Wo sind nur die großen Herden geblieben? Sollten sie schon Richtung Osten gezogen sein? Auch nachts haben wir weder Löwen brüllen, noch Hyänen kichern gehört.

Zurück zum Wasserloch – hier sitzen 2 Geier, fressen an den Resten einer Löwenmahlzeit, auch 2 Schakale versuchen einen Happen zu ergattern.

Gegen 10.00 Uhr sind wir wieder zurück im Camp. Es ist wieder sehr heiß. Zurzeit ist der Himmel noch blau, aber dicke Wolken schieben sich heran; der Wind hat wieder aufgefrischt.

Mit einem Joghurt machen wir es uns im Schatten bequem – die Hängematte ist abwechselnd besetzt. Zwischendurch gehen wir das kurze Stück bis zur Pad, halten mit den Ferngläsern nach Tieren Ausschau. Einmal meinen wir einen Löwen unter einem kleinen Busch zu erspähen, nachdem das Bild sich aber nach 1 Stunde nicht verändert hat, hat sich unsere Löwenhoffnung zerschlagen. Im letzten Matscheloch entdecken wir frische Spuren – Gepard? Hyäne? – wir wissen es nicht. Sie müssen von der letzten Nacht bzw. vom frühen Morgen stammen. Es wird nicht lange dauern und die letzte Feuchtigkeit ist verdunstet

Eine große Herde Gnus zieht am Horizont vorbei, Günter erspäht einen Schwarzstorch. Im Camp besuchen uns Paradiesvögel, Schildraben und ein Reichsvogel. „Lizzie“ - eine kleine Eidechse lugt ab und an hervor.

Der Wind ist schon fast zum Sturm geworden und treibt Staub vor sich her.

Gegen 16.00 Uhr starten wir noch einmal zu einer Pirschfahrt. Am Wasserloch entdecken wir 7 Geier, die allerdings sofort abheben, als wir uns nähern. Campplatz Nr. 2 sehen wir uns noch aus der Nähe an - er ist auch heute nicht besetzt. Anschließend fahren wir wieder ein Stück Piper Pan Loop und haben heute das Glück eine wirklich große Herde Oryxantilopen zu sehen. Ein einsames Gnu zieht vorbei und auch noch einige Strauße erspähen wir. Zurück am Wasserloch – aber auch jetzt finden sich keine größeren Tiere hier ein.

Im Camp muss wieder gekocht werden. Eine warme Mahlzeit täglich, dass muss sein. Es gibt Game-Steaks, Spaghetti, Tomatensalat. Das Fleisch ist butterzart und schmeckt göttlich - es wird wohl Kudu oder Oryx sein. Schnell klappen wir anschließend das Dachzelt auf und dann gönnen wir uns eine Wäsche von Kopf bis Fuß mit ca. 5 l Wasser für jeden. Es bleibt sogar noch Wasser übrig um die Unterwäsche durchzuwaschen. Anschließend fühlen wir uns frisch und sauber. Noch ein kurzer „Spaziergang“ zur Pad: ein einsames Springböckchen zieht Richtung Wasserloch, weit entfernt eine Herde Gnus. Eine Familie Perlhühner – ca. 30 Stück – zieht eifrig Gras pickend vorbei.

Zurück im Camp suchen wir alles nötige für die Nacht zusammen: Stirnlampen, Gaslampe. Die Perlhühner beziehen in der Zwischenzeit ihre Schlafbäume. Es dauert eine ganze Weile, bis alle Vögel ihren Platz eingenommen haben.

Uns wird es kühl – gefühlte 15° C entpuppen sich in Echt tatsächlich als 24° C. Wir haben uns schon an Temperaturen über 30 Grad gewöhnt.

Auch heute haben wir keine Menschenseele getroffen. In diesem Jahr scheinen noch weniger Touristen unterwegs zu sein, als 2009.

Als Höhepunkt des Abends mixt Günter uns wieder eine kalte Weinschorle.


06.03.2010 KM 333.938


Ohne Wecker werde ich auch heute um 6.00 Uhr wach. Weit entfernt brüllt ein Löwe. Die Sonne erhellt langsam den Horizont. Für Günter war es eine unangenehme Nacht – ein Husten hat ihn erwischt und ihn schlecht schlafen lassen. Zusätzlich hat er Krämpfe und muss dringend aufs Klo.

Noch einmal brüllt der Löwe, als wir um 6.15 Uhr die Leiter nach unten klettern. Frühstücken, Zähne putzen, Zelt zusammen klappen. Die Perlhühner verlassen ihre Schlafplätze und ziehen zur Nahrungssuche in den Busch.

Um 7.50 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung Phokoje Pan. Zuerst sehen wir wieder fast keine Tiere. In den Pans dann endlich Oryx und Springböcke.

Wir erreichen die Phokoje Pan. Da wir nicht genau wissen, wo sich der gebuchte Campplatz befindet – auf unserer Karte ist er sehr ungenau eingezeichnet – halten wir aufmerksam Ausschau danach. Wir fahren sogar 10 KM zurück, weil wir glauben, einen Abzweig verpasst zu haben. Schließlich fahren wir weiter und hoffen, das Camp doch noch zu finden.

2 Giraffen stehen nicht weit der Piste und zupfen Blätter von kleinen Bäumen. Jetzt tauchen nach und nach mehr Oryx und Springböcke auf. Die Pan ist sehr groß, immer wieder kommen wir an kleinere Pfannen und immer wieder neue Eindrücke. Tatsächlich sehen wir einen Abzweig zu einem Campplatz, leider ist es aber nicht unser gebuchter Platz.

Wir fahren weiter – einsame Landschaft, keine Menschenseele weit und breit. Phokoje Pan, San Pan, Pukuwi Pan- eine schöner als die andere. Herden von Springböcken, Oryx.

Irgendwie warten wir immer auf einen Hinweis – aber da es nur eine einzige Piste gibt, werden wir schon richtig sein. Endlich, ein Hinweisschild: Richtung Passarge Valley links, Sunday Pan rechts.

Wir folgen der Piste zum Passarge Valley. Eigentlich haben wir ja erst für morgen gebucht, aber wir werden sehen, ob wir schon heute im Camp Nr. 3 bleiben können.

Wir fahren, fahren, fahren – ein Hinweisschild zum Camp Nr. 3 taucht aus dem Nichts auf. Es geht etwas hügelan, liegt etwas abseits der Piste umgeben von Sträuchern.

Die beiden Schweizer vom Xade Camp – Gabriel und Roland - haben ihr Camp aufgeschlagen. Sie bieten uns an, hier zusammen mit ihnen für die nächste Nacht zu campen. Gerne nehmen wir ihr Angebot an und stellen uns etwas abseits in den Schatten.

Der Platz ist nicht einer der schönsten – vielleicht haben wir ja Glück und können morgen ein anderes unbesetztes Camp belegen. Nach einem kurzen Plausch fahren wir noch einmal los, die Gegend erkunden.

Das Passarge Valley öffnet sich kurz hinter dem Camp und gibt den Blick auf eine wunderschöne Landschaft frei: Ebenen mit goldfarbenem Gras, Herden von Oryx, Springböcke, Perlhühner in großen Familien zusammen geschlossen. Erdhörnchen laufen geschäftig über die Piste.

Bis zum nächsten Camp sind es 18 KM. Dieses Camp ist belegt – eine Australierin begrüßt uns. Sie und ihr Begleiter machen hier nur eine kurze Rast, wie sie uns erzählt. Trotzdem fahren wir für heute wieder zurück zu den Schweizern. Vielleicht ist das Camp morgen auch noch frei und wir können 2 Nächte dort verbringen. Es liegt fantastisch in der Ebene mit freiem Blick auf grasende Tiere.

Zurück in Camp Nr. 3 unterhalten wir uns mit Roland und Gabriel. Sie kommen aus der Nähe von Zürich.

Es ist heute sehr heiß und windig, Wolken gibt es im Gegensatz zu den vorherigen Tagen nur wenige.

Das Zelt haben wir schon aufgeklappt und ich beginne mit der Kocherei. Heute will ich wieder einen Kartoffel-Fleisch-Eintopf „zaubern“. Das letzte Frischfleisch/Eland schneide ich dafür ein kleine Streifen. Dazu kommen Zwiebeln, frischer Knoblauch, klein gewürfelte Paprika und natürlich gewürfelte Kartoffeln.

Während ich das Ganze vorbereite, entdeckt Günter eine kleine Puffotter am Camprand. Er hat Webervögel beobachtet und sich gewundert, warum sie so ein Gezeter machen und dabei immer ins Gras schielen. Da er sich mit dem Verhalten von Tieren gut auskennt, weiß er natürlich sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Webervögel machen so etwas nicht ohne Grund.

Die herbei eilenden Schweizer können auch gerade noch einen Blick erhaschen und bestätigen unseren Verdacht - es ist wirklich eine junge Puffotter. Obwohl sie nur ca. 35 cm lang ist, ist sie doch genau so gefährlich, wie eine ausgewachsene.

Abends sitzen wir 4 zusammen am Lagerfeuer. Roland ist ihr Koch – er zaubert ein vegetarisches Essen. Da sie keinen Kühlschrank haben, bleibt ihnen gar nichts anderes übrig. Roland ist Halbinder und hat seine eigene Currymischung mitgebracht. Gabriel bestätigt uns, dass sein Essen immer fantastisch schmeckt.

Auch heute kriechen wir wieder früh in den Schlafsack – 21.00 Uhr.


07.03.2010 13.30 Uhr 38° C KM 334.105


Wieder werden wir um 6.00 Uhr wach und warten mit dem Aufstehen nur noch, bis es etwas heller wird. Es ist noch angenehm kühl, doch schon wärmen die ersten Sonnenstrahlen. Der Himmel ist wolkenlos und sieht aus, wie frisch geschrubbt.

Nach dem Frühstück packen wir, wie üblich schnell zusammen. Noch eine kurze Verabschiedung von Roland und Gabriel und um 7.30 Uhr sind wir unterwegs.

Der Wind ist wieder aufgefrischt und das goldgelbe Gras wogt, wie ein überreifes Weizenfeld. Zwischendrin stehen Oryxherden von mehr als 25 Stück, ebenso hat sich eine Springbockherde großzügig verteilt.

Camp Nr. 2 ist wieder schnell erreicht. Es ist wirklich überwältigend, welch ein toller Blick man von hier aus in die weite Ebene hat. Leider können wir unseren Plan nicht umsetzen, hier bereits diese Nacht zu verbringen. Kurz nach unserer Ankunft nähert sich ein Fahrzeug. Es sind Deutsche, die für die nächste Nacht hier gebucht haben. Wir unterhalten uns eine Weile ganz nett, aber fragen, ob wir ebenfalls hier übernachten können wollen wir sie dann doch nicht. Lieber allein noch eine Nacht auf Camp Nr. 3 verbringen.

Der Mann erzählt uns, dass sie gestern auf Camp Nr. 1 übernachtet haben und 2 Geparden beobachten konnten, die eine Oryx überwältigten.

Wir verabschieden uns und fahren weiter in Richtung Camp Nr. 1. Überall grasen Oryx und Springböcke in großer Zahl. Kurz bevor wir den Abzweig zum Camp erreichen, fallen /fahren wir fast über 2 männliche Löwen, die halb auf der Piste liegend ihr Schläfchen halten. Es sind 2 richtig schöne, ausgewachsene Kalaharimähnenlöwen.

Nur widerwillig heben sie ihre Köpfe, als wir uns nähern. Schnell machen wir unsere ersten Fotos, haben Angst, dass sie sich wieder entfernen. Doch sie sind nur müde, haben sicher eine aufregende Nacht hinter sich. Als wir ihnen dann wohl zu nah auf die Pelle gerückt sind, stehen sie auf und legen sich etwas abseits der Piste unter ein Gebüsch in den Schatten. Jetzt liegen sie nur noch, heben noch nicht einmal mehr ihre Köpfe und schlafen tief und fest.

Wir beobachten sie noch eine ganze Weile - doch es gibt nichts uninteressanteres, als schlafende Löwen, die noch nicht einmal mit dem Schwanz zucken. Schließlich fahren wir die paar Meter bis zum Abzweig zum Camp und schauen es uns jetzt erst einmal Nr. 1 an. Es geht einen verschlungenen Pfad hügelan und dann stehen wir auf einem sehr schönen Platz. Der Blick kann zwar nicht so weit schweifen, wie in Nr. 2, doch es gibt viele schöne, schattenspendende Bäume. Hier haben wir in 2 Nächten auch noch gebucht und werden uns sicher wohl fühlen.

Es geht wieder zurück zu Camp Nr. 3. Die beiden Löwen liegen immer noch faul im Gebüsch. Die beiden Schweizer haben daneben geparkt und machen begeistert Fotos. Kurz ein paar Worte gewechselt und weiter geht es. Den Deutschen auf Platz Nr. 2 geben wir ebenfalls den Tipp, sich die Löwen anzusehen.

Es ist bereits Mittag, als wir unser Camp erreichen, wo wir wieder auf die Australier treffen. Sie machen hier Mittagsrast und fragen sofort, ob sie noch etwas bleiben dürfen. Klar doch, wer nett fragt, da haben wir kein Problem. Sie erzählt uns, dass sie bisher keine Löwen gesehen haben in Afrika und sie die Kalahari bereits morgen verlassen. Sie hätten einfach kein Glück mit Löwen und ihr Traum sei es immer noch, welche zu sehen. Na, da sollen sie schnell zum Camp Nr. 1 aufbrechen; die Löwen liegen sicher noch schlafend dort, rate ich ihnen. Schnell packen sie zusammen und brechen auf. Wir nehmen indes den besten Platz in Beschlag, hängen die Hängematte zwischen 2 schöne Schattenbäume, stellen Tisch und Stühle auf.

Ein opulentes Mittagessen, noch mit einigermaßen frischem Brot, Wurst, Frischkäse und Marmelade gönnen wir uns anschließend. Wir haben in Gobabis verpacktes Brot von einem deutschen Bäcker kaufen können, das ist jetzt unsere eiserne Reserve, danach gibt es dann nur noch Müsli.

Günter legt sich anschließend zu einem Schläfchen in die Hängematte. Er ist immer noch durch den Husten gehandicapt. Auch meine Erkältung ist noch nicht ganz ausgestanden, meine Stimme klingt auch noch ungewohnt rau.

Die Hitze ist heute der Wahnsinn – erst gegen 16.00 Uhr wird es erträglich. Wir backen Pfannkuchen aus Maismehl + Apfelschnitze (nicht zu empfehlen, schmeckt eigenartig, das Maismehl) und als Krönung des Tages waschen/duschen wir uns von Kopf bis Fuß.

Später kommt die Gaslampe wieder zum Einsatz. Wir horchen, ob irgendwelche Tierstimmen zu hören gibt, aber es bleibt still.




08.03.2010 6.45 Uhr 14° C /11.30 Uhr 34° C KM 334.175

Eine sehr ruhige und kühle Nacht liegt hinter uns – nur ein paar Schakale waren zu hören.

Um 6.15 Uhr geht die Sonne pünktlich auf und wir warten frierend auf ihre Wärme. Unser restliches Brot ist leider schimmelig und das „deutsche“ Brot wird ausgepackt (gut, dass ich die 4 Pakete noch gefunden habe).

Nachdem um 7.30 Uhr alles verpackt ist, machen wir uns auf den Weg. Anfangs sehen wir keinerlei Tiere, dann doch wieder Oryx und Springböcke in der Ebene. Das deutsche Paar kommt uns entgegen gefahren. Sie haben die Löwen noch gesehen und sind tatsächlich bis 18.00 Uhr neben ihnen stehen geblieben. In der ganzen Zeit haben die beiden sich nicht von der Stelle bewegt. Sie erzählen, dass auch die Australier jetzt endlich ihre Löwen gesehen haben. In der Nacht hatten sie Löwengebrüll in der Nähe des Camps, die Löwen müssten immer noch ganz in der Nähe liegen meinen sie noch, bevor wir uns verabschieden.

Im Camp angekommen packen wir wieder Tisch und Stühle aus und suchen zwei passende Bäume für die Hängematte. Anschließend fahren wir weiter bis zum Camp Nr. 1 - sehen auf dem Weg dorthin wieder Oryx und Springböcke in großer Zahl und auch einige Sekretäre. Die sind leider sehr scheu, uns gelingt nicht ein einziges Foto. Erdhörnchen wuseln auch heute wieder über die Pad, ein Honigdachs verschwindet eilig im Gras.

Das Camp erreichen wir wieder relativ schnell – heute gibt es keine Löwen auf/an der Pad. Wir machen wieder kehrt und fahren zurück.

Der Wind hat sehr aufgefrischt und wir hoffen, dass er sich schnell wieder legt. Ein einzelnes Gnu kreuzt unseren Weg, dann noch eine einsame Leierantilope.

Um 10.15 Uhr sind wir wieder zurück. Immer bläst der Wind unangenehm, aber dafür gibt es noch keinerlei Wolken und die Sonne brennt sehr heiß.

Später ziehen dann doch wieder weiße Wölkchen auf, wie jeden Tag pünktlich zur selben Zeit. Webervögel bauen an ihren Nestern, vereinzelte Schmetterlinge auf der Suche nach Nektar. Hier sind die Schmetterlinge weiß, in Camp Nr. 3 waren es braune Monarch Schmetterlinge. Mit unseren Ferngläsern suchen wir wieder die Ebene nach Tieren ab, entdecken eine große Herde Springböcke, die sich großflächig verteilt hat.

Eben kommt ein Fahrzeug der Parkverwaltung angefahren. Die Angestellten wollen von uns wissen, ob die Campplätze sauber sind, oder ob sonst etwas zum aussetzen gibt. Besonders für die Plumpklos interessieren sie sich. Die Toiletten der Sunday Pan haben ein paar besonders kluge Touristen zur Müllentsorgung zweckentfremdet. Sie haben ihren kompletten Plastikmüll dort entsorgt. So blöd kann doch wohl Niemand sein!!!!!

16.00 Uhr – die größte Hitze ist gebrochen. Wir beobachten mit den Ferngläsern, dass die Oryxantilopen jetzt langsam aus dem Schatten treten und weiter ziehen. Die große Springbockherde zieht in entgegengesetzter Richtung. Es ist die bisher größte Herde von Tieren, die wir in diesem Urlaub gesehen haben: weit mehr als 100 Stück.

Die Hitze haben wir im Schatten sitzend überstanden. Der Wind hat jetzt etwas nachgelassen und wir hoffen, dass wir später problemlos kochen können. Heute gibt es Hacksoße aus Corned Beef, Spaghetti und Tomatensalat. Es schmeckt uns wieder super. Hier in Afrika ist es ein tolles Essen – zu Hause habe ich es einmal nachgekocht und wir waren überhaupt nicht begeistert.

Nach einer wieder erfrischenden Wäsche mit sage und schreibe ca. 5 l Wasser (es reicht sogar zum Haare waschen!) sitzen wir später entspannt und horchen auf eventuelle Tierstimmen. Die Gaslampe brennt - leider lockt sie heute viele Insekten, vornehmlich Gottesanbeterinnen an. Die Weißweinschorle ist ein Genuss und schmeckt nach mehr. Eine Eule fliegt über uns, wir hören ihren klagenden Ruf. Um 20.45 Uhr sind wir wieder bettreif.


09.03.2010 11.00 Uhr 35° C / 14.30 Uhr 39° C/ 19.30 Uhr 28° C
20.15 Uhr 26° C KM 334.219


Nachts brüllen die Löwen aus kurzer Entfernung. Günter hat eine schlechte Nacht – um 3.00 Uhr schütteln ihn heftige Hustenanfälle. Nachdem er eine Tablette genommen hat, geht es langsam besser und wir können doch wieder einschlafen.

Aufstehen wieder um 6.15 Uhr, Frühstück mit „Müslibrot“ – schmeckt besser als das andere „Kommissbrot“. Losfahren um 7.15 Uhr – wir hoffen, die Löwen, die diese Nacht gebrüllt haben zu finden. Leider haben wir keinen Erfolg.

Es geht in Richtung Camp Nr. 1 – wieder viele Oryx und Springböcke verteilt im hohen Gras, Sekretäre lassen uns auch heute nicht in ihre Nähe, erheben sich in die Lüfte. Dann wieder schöne Landschaft komplett ohne ein einziges Tier, später wieder Giraffen und Strauße.

Am heutigen Camp fahren wir erstmals vorbei, weiter in Richtung Sunday Pan. Weite Ebenen, dichtes Buschwerk wechseln sich ab. Wir drehen um und nach insgesamt 2 ½ Std. Fahrt erreichen wir Camp Nr. 1. Es gibt hier viel Schatten und genügend Bäume für die Hängematte. Stühle und Tisch stehen schnell im Schatten. Morgens war es noch sehr wolkig, doch jetzt um 11.00 Uhr brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel.

Wir dösen im Schatten, so heiß haben wir es noch nicht gehabt in diesem Urlaub: 39° C im Schatten. Sogar den Webervögeln scheint es zu heiß zu sein, sie haben eine Siesta eingelegt und bauen jetzt nicht an den Nestern.

Ein Deutscher – Alleinreisender – kommt angefahren. Im Laufe des Gespräch stellt sich heraus, dass er aus unserer Gegend stammt. Ein komischer Typ – etwas hochnäsig und arrogant. Er erzählt, dass es in Düsseldorf in den letzten Tagen noch gescheit haben soll.

Jetzt um 15.30 Uhr wird es ganz langsam wieder angenehm. Wir fahren eine kleine Runde Richtung Camp Nr. 2, aber ausser den üblichen Verdächtigen sehen wir nichts Auffälliges.

Zurück im Camp bauen wir unser Zelt auf und kochen uns ein frugales Mahl: Spaghetti, Eier auf Frühstücksfleisch, Tomatensalat.

Für morgen kochen wir uns 2 l Pfefferminztee – einmal etwas anderes, als immer nur Cola Light. Über Nacht wird er abkühlen und kommt dann anschließend in den Kühlschrank.

Nachdem wir mit der üblichen „Waschorgie“ wieder mit ca. 5 l Wasser für Jeden von uns fertig sind, wird es auch schon Nacht. Die Stirnlampen haben wir parat gelegt und Günter zündet auch schon die Campinglampe an, stellt sie aber vorsichtshalber etwas abseits. So werden wir später hoffentlich von lästigen Insekten unbehelligt bleiben. Der Höhepunkt des Abends folgt dann auch sogleich: die eiskalte Weinschorle.

Um 20.30 Uhr liegen wir im Schlafsack – Günter hat wieder seinen all-abendlichen Hustenanfall, er leidet wirklich sehr.



10.03.2010 11.00 Uhr 37° C/ 15.00 Uhr 41° C

Eine aufregende Nacht liegt hinter uns. Zuerst brüllen gegen Mitternacht Löwen in kurzer Entfernung - immer wieder. Eine kurze Pinkelpause, nicht weit vom Auto entfernt und schon schlafen wir wieder.

Kurz vor dem Sonnenaufgang – gegen 5.45 Uhr werden wir durch das „Hecheln“ eines Leoparden direkt hinter unseren Zelt geweckt. Wir halten die Luft an und wünschen uns, Röntgenaugen zu besitzen um ihn durch die schwarze Nacht zu sehen. Still liegen wir, erwarten schon fast, dass das Tier auf die Motorhaube springt. Noch zweimal hechelt der Leopard, direkt hinter uns – danach hören wir ihn abziehen, dabei immer wieder hechelnd.

Wir warten bis es dämmert und bauen schnell unser Zelt ab. Um 6.15 Uhr sind wir schon unterwegs, folgen den gut sichtbaren Leopardenspuren. Sie führen die Piste hinab Richtung Ebene – hier hätten wir sicher keinen Leoparden gesucht. Ca. 1 Kilometer vom Camp entfernt sehen wir eine Bewegung im Gras, können zuerst nicht erkennen, um was für ein Tier es sich handelt. Als wir näherkommen, sehen wir tatsächlich den LEOPARDEN. Er ist dabei irgendeine Beute zu fressen. Es gibt hier keine Bäume, auf die er seine Jagdbeute bringen könnte, deshalb schlägt er sich hier direkt vor Ort seinen Bauch voll. Scheinbar hat er schon genug gefressen – er zieht schon bald nachdem wir ihn entdeckt haben weiter. Wir sind total aufgedreht – einen Leoparden zu sehen am Riss, das ist schon ein besonderes Erlebnis. Gut, dass die Canon so lichtstark ist- mit meiner Panasonic hätten wir sicher noch keine Bilder machen können.

Zurück im Camp frühstücken wir zuerst einmal ausgiebig. Webervögel zwitschern über uns im Baum, dann noch Zähne putzen und wieder alles ordentlich verstauen. Wir schauen uns noch einmal die Fußabdrücke des Leoparden an, er ist wirklich direkt hinter uns vorbei gezogen.

Unsere Fahrt geht der Sunday Pan entgegen. Offene Flächen und Dornbusch wechseln sich ab. Die roten Blüten der Aloepflanzen stechen aus dem Busch hervor. Endlich erreiche wir die Leopard Pan - Oryx und Springböcke verteilen sich in der Pfanne. Weiter geht es Richtung Sunday Pan. Zuerst auch wieder durch Dornbusch, dann öffnet sich die Ebene und die Sunday Pan ist erreicht.

Am Wasserloch mit Solarpumpe löschen ein paar Schakale ihren Durst. Warzenschweine erscheinen ebenfalls auf der Bildfläche und trinken sich satt, dabei bis zum Bauch im Wasser stehend. Wir verweilen ca. 30 Minuten und machen uns auf die Suche nach den Campplätzen. Wir finden Nr. 3 und 4 oberhalb der Wasserstelle, Nr. 2 liegt weiter entfernt auf einer kleinen Anhöhe. Camp Nr. 1 aber ist nicht zu finden. Es wird wohl wirklich so sein, dass dieses Camp zur Leopard Pan gehört.

Da wir in letzten Tagen bis auf das deutsche Paar und dem Alleinreisenden niemanden getroffen haben hoffen wir, dass auch hier keine anderen Camper gebucht haben. Wir sehen uns also Camp Nr. 3 an und fahren weiter zu dem etwas höher gelegenen Nr. 4. Dieses Camp gefällt uns am besten und wir beschließen erst einmal hier zu bleiben. Sollten noch Camper kommen, die gebucht haben, müssen wir uns eben umstellen.

Die Hitze ist wieder enorm – 38° C, im Schatten wohlgemerkt. Günter hat die Hängematte wieder zwischen 2 schöne Schattenbäume gespannt und döst etwas. Ich beschäftige mich mit Sudoku und habe die Beine hochgelegt. Seit ich vor ein paar Jahren fast von einer Schlange gebissen wurde, bin ich vorsichtig und lege die Beine hoch, wenn ich relaxe.

Kein Tier lässt sich blicken und auch sämtliche Vögel sitzen im Schatten und warten auf Abkühlung. Zum Mittagessen holen wir Käse, Hartwurst aus dem Kühlschrank, dazu noch Brot und als Nachtisch für jeden von uns eine halbe Dose Obst.

Weiter dösen im Schatten – gegen 14. 00 Uhr packen wir ein und fahren zum Wasserloch. Bevor wir uns hier zur Beobachtung niederlassen, fahren wir noch den Loop. Kein Schwanz lässt sich blicken: Oryx und Springböcke stehen versteckt im Schatten, die Hitze flimmert über der Pfanne.

Am Wasserloch bleiben wir stehen und warten darauf, dass Tiere zum Trinken kommen, bisher tanzen nur Schmetterlinge am Wasser.

Eine Herde Springböcke hat uns schöne Fotomotive gebracht. Einige Mutige stehen bis zum Bauch im Wasser und fast schon könnte man meinen, dass sie dabei lächeln vor Wohlbehagen – die anderen trinken eilig, dabei immer wieder vorsichtig die Köpfe hebend. Nach gut 5 Minuten ist alles vorbei und sie ziehen zurück in den Busch.

Lange tut sich nichts mehr, dann erscheint ein junger Gaukler. Er ist sehr vorsichtig und nähert sich dem Wasser im Zeitlupentempo. Auch die Schakale tauchen wieder auf, streifen auf der Suche nach Beute am Wasser entlang. Ein Greifvogel - einem Habicht ähnlich – versucht Webervögel zu fangen. Laut schreiend verschwinden sie im Gebüsch. Wir bleiben insgesamt 2 Std. am Wasserloch. Die erhofften Löwen sind leider nicht aufgetaucht.

Zurück im Camp kochen wir uns Hacksoße mit Nudeln und stellen anschließend das Zelt auf. Anschließend folgt das übliche Waschprozedere. Kaum bin ich angezogen und Günter noch nicht ausgezogen sehen wir, dass sich ein Fahrzeug mit großer Staubwolke nähert. Typisch denke ich, da stehen wir einmal auf einem nicht von uns gebuchten Platz und da kommen noch spät abends die rechtmäßigen Camper. Doch Glück gehabt – es sind lediglich Angestellte des Parks, die sich vergewissern wollen, dass alles sauber und zu unserer Zufriedenheit ist - sie prophezeien uns Löwenbesuch für die Nacht.

Nachdem Günter sich gewaschen hat, können wir uns endlich unserer Weißweinschorle widmen. Unsere Campinglampe lockt wieder eine Menge Gottesanbeterinnen an – wir müssen sie einige Meter entfernt von unserem Sitzplatz aufstellen. Um 20.45 Uhr haben wir die nötige Bettschwere und ab geht es in den Schlafsack. Noch ein letzter Blick auf die Millionen Sterne und die Milchstraße, sie scheint zum Greifen nahe.


11.03.2010 6.30 Uhr 18° C/ 10.45 Uhr 38° C/ 14.30 Uhr 40° C
19.00 Uhr 30° C KM 334.350


Beim ersten nächtlichen pipimachen hören wir keinerlei Tierstimmen. Beim nächsten Wachwerden hören wir einen Löwen am Wasserloch brüllen. Schnell die Leiter hinunter und das kleine Geschäft verrichten, damit uns später nicht das Wasser bis zur Unterlippe steht, sollte der Löwe noch näher kommen.

Wir schlafen wieder ein und werden erst durch das Brüllen eines Löwen direkt hinter unserem Zelt wach. Er lässt sein Gebrüll 3X direkt hinter uns ertönen (wir liegen stumm mit Herzklopfen und halten währenddessen den Atem an) und zieht dann - immer wieder weiter brüllend – Richtung Camp Nr. 3.

Aufstehen um 6.15 Uhr – als Erstes schauen wir nach der Löwenspur (Leroo La Tau). Nur ca. 5 m hinter unserem Auto ist er vorbeigezogen – wir haben uns also nicht geirrt, als wir meinten, ihn atmen zu hören zwischen dem Gebrüll. Er war schon verdammt nah.

Frühstücken, zusammenpacken, Zähne putzen – Routine am Morgen. Das grüne Licht des Kühlschranks springt nicht an, als wir den Motor starten. Wir müssen jetzt unterwegs nachschauen, ob er kühlt; vielleicht ist ja nur das Birnchen der Anzeige defekt.

Ein kurzer Abstecher zum Wasserloch: 2 Schakale, 1 Springbock. Anschließend führt unsere fahrt Richtung Leopard Pan (6 KM) durch eintönigen Dornbusch. Den Abzweig Richtung Deception Valley erreichen wir zügig. Kurz hinter diesem finden wir das Hinweisschild zu unserem für den gestern gebuchten Platz SUN01. Er liegt im dichten, unattraktiven Busch – nein Danke, gut, dass wir auf SUN04 geblieben sind. Auch gestern waren wir die einzigen Camper in der Sunday Pan. In der Hauptsaison sieht das hier sicher anders aus und wir hätten diese Möglichkeit nicht. (Der Parkangestellte gestern meinte auch, dass der Park sehr „empty“ sei)

Unsere Fahrt führt uns weiter durch Dornbusch mit einzelnen Bauminseln. Da – Günter hat aufgepasst – der vermeintliche Baumstamm auf der Piste entpuppt sich als dicke Pythonschlange. Leider ist der Kopf und der größte Teil der Schlange bereits im Buschwerk verschwunden und wir können nur 2-3 Fotos vom letzten Stück schießen. Ausgerechnet jetzt kommt auch noch ein Versorgungsfahrzeug der einzigen Lodge im Park angefahren und wir müssen die Piste räumen. Anschließend ist von der Schlange nichts mehr zu sehen - schade aber auch.

Wir sind noch ganz begeistert, als vor uns ein Karakul über die Piste rennt. Ein Satz und schon ist es im Busch verschwunden. Einen Karakul haben wir bisher noch nie in freier Wildbahn gesehen, schade nur, dass er wie der Blitz verschwunden ist. Er ist aber auch spät unterwegs – Karakule sind eigentlich nachtaktiv.

Der Busch weicht und gibt den Blick frei auf das Deception Valley. Von einem ehemaligen Wasserloch (im letzten Jahr haben wir noch Seidenreiher gesehen) ist nur noch hart gewordener Matsch übrig. Im Ganzen gesehen, ist es viel trockener als zur gleichen Zeit im letzten Jahr.

Es geht weiter - auf schlechter Piste mit tiefen Löchern ehemaliger Schlammpassagen - ein Stück in Richtung Lethiahau. Wir drehen allerdings bald wieder ab, da es schon wieder viel zu heiß ist.

Eine große Herde Springböcke, zusammen mit Oryx hat bereits Schutz vor der Sonne unter großen Schattenbäumen gesucht. Keine einzige Wolke ist am Himmel zu sehen, die Sonne brennt Löcher in die Haut. Unsren gebuchten Platz Nr. 3 finden wir schnell – er liegt von Bäumen und Busch umgeben. Allerdings gibt es viel Schatten und wieder die Möglichkeit die Hängematte aufzuhängen.

Die Hitze nimmt immer noch zu, nur ab und zu geht ein leichter Wind – er fühlt sich an, als käme er aus einem Backofen. In der Sonne kann man es nicht 2 Minuten aushalten. Gegen 15.15 Uhr machen wir uns trotzdem schon auf zu einer Pirschfahrt – viel zu früh, aber wir wollen der Lethargie entkommen und etwas Fahrtwind zur Abkühlung abbekommen.

Es sind kaum Tiere hier im Valley. Unter großen Bäumen Springböcke und Oryx, sonst nichts. Wir fahren bis zur Deception Pan – eine Salzpfanne ohne Vegetation. Das Flimmern der Hitze gaukelt uns von weitem vor, als sei sie voll mit Wasser, fast wären wir dieser Fata Morgana aufgesessen. Hier ist die Hitze noch größer und wir beeilen uns mit der Rückfahrt. Wir werden schon morgen das CKGR verlassen, 1 Tag früher als geplant. Es hat uns bis jetzt zwar super gut gefallen, aber ausser Hitze wird es hier morgen auch nichts aufregendes mehr bieten. Wir werden direkt nach Maun fahren und unsere zusammen- geschmolzenen Vorräte wieder auffrischen.

Jetzt um 18.30 Uhr sitzen wir satt gegessen, frisch gewaschen, von Perlhühnern umlagert auf Platz Nr. 3 und warten auf die Nacht. Insgesamt gibt es hier 6 Plätze und anscheinend sind davon 3 besetzt.

Langsam, ganz langsam wird es Nacht und damit kühler. All die Millionen Sterne zeigen sich, Schakale rufen aus der Ferne, sonst ist es still. Statt eines Lagerfeuers brennt wieder unsere geniale Lampe, lockt allerdings wieder viele, viele Motten an und sogar eine dicke, weiße, ekelige Spinne. Gegen 21.00 Uhr kriechen wir todmüde in den Schlafsack.


12.03.2010 KM 334.420

Beautiful African Sunrise – bereits um 5.50 Uhr stehen wir auf. Wir bauen das Zelt ab - noch mit Stirnlampe und frühstücken anschließend ordentlich mit Rührei. Nachdem wir alles verstaut haben, geht es um 7.00 Uhr los Richtung Matswere Gate.

Auch am frühen Morgen sind keine Tiere im Deception Valley. Auf den ersten Kilometern ist die Piste voller Löcher, allerdings gibt es meist eine Umgehungspiste. Nach einigen Kilometern wird die Piste dann wieder sandig und angenehmer zu befahren. Hier folgen wir wieder einer frischen Löwenspur. So viele frische Spuren von Löwen haben wir auch noch nie gesehen: auf den 40 KM bis zum Gate folgen wir insgesamt 3 verschiedene Spuren, die letzte geht fast bis zum Gate. Leider haben wir kein Glück und sehen die Verursacher der Spuren nicht.

Am Matswere Gate wird der Schreibkram von einer sehr freundlichen Frau von Bigfoot erledigt. Sie gibt uns noch den Rat, die Piste entlang des „Kukwe Fence“ zu nehmen. Sie sei weit angenehmer zu befahren als die über Rakops und insgesamt ist die Strecke auch kürzer.

Wir fahren Maun entgegen - 160 KM. Die Piste ist zuerst noch fest - gut zu befahren, wir aber zunehmend sandiger. Sie zieht sich eintönig entlang des Viehzauns, die Wildtiere von Rinder trennen soll. Ein toter Honigdachs und 2 tote Schakale, wahrscheinlich in der Nacht von Versorgungsfahrzeugen überfahren sind unsere einzigen Tiersichtungen. Nach endlos langweiligen 70 KM sind wir plötzlich in einer blühenden Landschaft – rechts und links der Piste blühen hohe, malvenähnliche Blumen. Nach insgesamt 90 KM erreichen wir das 1. Dorf und eine Teerstraße.

Es geht endlich zügig weiter – kein Auto weit und breit begegnet uns auf dieser 1. Etappe. Wir überqueren den Boteti, der ordentlich Wasser führt und erreichen die Desease-Kontrolle. Eine freundliche junge Angestellte erkundigt sich danach, ob wir Frischfleisch mit uns führen. Ich erkläre ihr, dass nach 9 Tagen Kalahari unsere Vorräte gänzlich aufgebraucht seien und wir in Maun Nachschub holen müssten. Sie kontrolliert daraufhin noch nicht einmal unseren Kühlschrank. Schließlich erreichen wir die Hauptverbindungsstraße Maun-Francistown.

Ca. 20 KM vor Maun wechseln wir schnell unsere Shorts und T-Shirts. Für Einkauf und Geldtausch möchten wir doch etwas netter“ aussehen. Gegen 12.00 Uhr stehen wir vor Supermarkt und Wechselstube. Ich tausche schnell 100,00 Euro und kaufe anschließend den halben Supermarkt leer. Zum Schluss noch Weißwein, ein paar Dosen Bier und Mineralwasser im Bottlestore eingekauft.

Wir sind hungrig, deshalb kaufe ich bei „Nando´s 2 Chicken-Burger. Während ich darauf warte, unterhalte ich mich mit einer freundlichen Angestellten. Die Menschen in Botswana sind sehr nett und wenn sie merken, dass man sich wirklich für ihr Leben interessiert, fangen sie gerne ein Gespräch an.

Endlich haben wir alles zusammen und mit Siebenmeilenstiefeln geht es zum Maun Rest Camp. Joyce hält noch ihr Mittagsschläfchen, aber ihr netter Angestellter – in all den Jahren immer noch derselbe – lässt uns auf den Campplatz.

Hungrig verdrücken wir die Burger, allerdings erst, nachdem ich den 1. Schub Wäsche durchgewaschen habe. Und anschließend – für heute der Höhepunkt – nutzen wir die sauberen Duschen mit heißem Wasser. Der ganze Dreck der Kalahari wird abgespült und wir fühlen uns anschließend einfach herrlich. Nach 9 Tagen ohne fließendes Wasser, weiß man eine Dusche wirklich zu schätzen.

Später sitzen wir eine Weile mit Joyce und Simon zusammen. Er hat soviel abgenommen, wir hätten ihn fast nicht erkannt. Wir bedanken uns noch für die tollen Tipps, die er uns letztes Jahr gegeben hat. Sie zeigen uns sagenhafte Fotos, die sie in all den Jahren während ihrer Fahrten mit Touristen machen konnten. Nächstes Jahr werden beide 60 Jahre alt und wollen in Rente gehen. Sie möchten den Campplatz verkaufen und nur noch zum eigenen Vergnügen herumreisen.

Im Camp relaxen wir noch eine Weile, bevor wir ein einfaches Abendessen vorbereiten: Käse, Brot, Frühstücksfleisch. Es ist immer noch brüllend heiß. Weiterhin sind wir die einzigen Gäste hier – auch in Maun heute Mittag haben wir keine anderen Touristen gesehen. Normalerweise trifft man sie immer im Supermarkt oder in der Wechselstube. Uns soll es recht sein, da werden wir diese Nacht sicher wieder ruhig schlafen können.

Morgen geht uns für uns in den Makgadigadi N.P. – Simon hat uns schon vorgeschwärmt, wie schön es zu dieser Jahreszeit dort sein wird. Wir freuen uns auf das Neue!

Unser persönlicher Nachtwächter hat auch schon seinen Platz eingenommen. Er ist 33 Jahre alt und spricht auch etwas English, nur stottert er so stark, dass wir uns manchmal den Sinn seiner Worte zusammenreimen müssen, weil wir ihn nicht verstehen. Er spielt Fußball und fährt in der nächsten Zeit mit seinem Team nach Südafrika – zur Weltmeisterschaft wird er wohl nicht fahren. Vielleicht ein Freundschaftsspiel – wir können es nicht in Erfahrung bringen. Er freut sich jedenfalls sehr, dass sehen wir, auch ohne seine Worte zu verstehen. Für die Nacht stellen wir ihm einen Stuhl zur Verfügung und etwas zu trinken. In 10 m Entfernung wird er auf uns aufpassen.

Um 21.30 Uhr gehen wir schlafen – es ist immer noch sehr heiss. Im Zelt herrscht geradezu eine Temperatur, wie in der Sauna. Also ruhig hinlegen und nicht bewegen, damit der Schweiß nicht rinnt. Im Laufe der Nacht wird es wohl noch kühler werden.


13.03.2010 15.00 Uhr 46° C /19.00 Uhr 32° C KM 334.638

Bis 6.00 Uhr super gut durchgeschlafen. Unser Aufpasser macht sich gerade von dannen. Schnell packen wir zusammen und frühstücken anschließend in aller Ruhe. Dann noch einmal unter die Dusche und schon sind wir wieder unterwegs.

In Maun ein kurzer Stopp am Supermarkt. Hinter mir höre ich eine Stimme rufen „Good Morning Madam“ – fühle mich aber nicht angesprochen, wen kenne ich schon in Maun. Dann noch einmal, dieses Mal lauter „ Good Morning Madam“ und ich drehe mich um. Die freundliche Angestellte vom Nando´s winkt mir freundlich zu.

Im Laden kaufe ich nochmals Cola, Brötchen und Mineralwasser. An der nächsten Tankstelle tanken wir voll – 122 l – und schon verlassen wir Maun. Wenig Verkehr in Richtung Nata und nur 1 Touristenfahrzeug bis wir am Gate einchecken.

2 netten Angestellten legen wir unsere Buchungsbestätigung vor und erledigen schnell den Schreibkram. Schon sind wir im Nationalpark unterwegs, auf tief sandiger Piste. Rechts und links nur eintöniger Dornbusch auf den ersten Kilometern. Wir sehen hier kein einziges Tier. Endlich erreichen wir den Boteti- an einem Aussichtspunkt in Höhe der Leroo-La-Tau Lodge haben wir einen tollen Blick auf den Fluss. Nicht weit entfernt liegt Khumaga – ein schönes Camp mit 5 einzelnen Plätzen und 2 Waschhäusern.

Doch wir haben für die nächsten 2 Tage Njuca Hills gebucht. Es ist unheimlich heiß, der Fahrtwind kühlt kein bisschen. Noch 34 KM Fahrt liegen vor uns – ständig durch Tiefsand fahrend, steile Anstiege, kurze Abfahrten. Eine sehr schöne Landschaft, aber gänzlich ohne Tiere. Es ist sehr anstrengend zu fahren, doch endlich erreichen wir das Njuca Hills Camp, schattige Bäume, Plumpsklo. Das Camp liegt auf einem Hügel, oberhalb einer großen Grasebene. Wären hier Herden von Wildtieren, der Platz wäre ideal. Aber heute ist wirklich kein einziges Tier zu sehen, nur Fliegen nerven uns.

Wir trinken uns ein Windhoek Lager Light und entschließen, zurück nach Khumaga zu fahren. Am Fluss werden wir eher Tiere beobachten können. Es werden wohl nicht alle Plätze gebucht sein, schließlich sind ja kaum Touristen unterwegs.

Nach 1 Std. konzentrierter Fahrt stehen wir auf dem Khumaga Platz. Er liegt wirklich schön oberhalb des Flusses, mit vielen großen Bäumen, die uns Schatten spenden. Alle Plätze sind frei (14.30 Uhr) und wir stellen uns auf Nr. 5. Für die anstrengende Fahrerei belohnen wir uns mit einem großen Joghurt, fettarm mit gemischten Früchten, empfehlenswert lecker hmmmm!!!!

Das Waschhaus ist sehr sauber und die Dusche erfrischt. Später ziehen Wolken auf, aber es wird einfach nicht kühler. Sogar der Fahrtwind heute Mittag kommt uns vor, als käme er aus dem Backofen.

Der Schatten auf Platz Nr. 5 wird immer dürftiger, so stellen wir uns nochmals um, auf einen Platz ohne Nummer, aber mit Grillstelle und nicht weit des 2. Waschhauses.

Ein Fahrzeug nähert sich – wir hoffen auf nette Touris, mit denen wir uns unterhalten können, doch es sind „nur“ Angestellte des Parks, die die Waschhäuser checken. Sie winken uns freundlich zu und verschwinden wieder.

Am Waschhaus sitzt eine Meerkatze – sehnsüchtig schaut sie durch die Fensterscheibe – möchte sie bei dieses Hitze auch gerne duschen???

Gegen 17.00 Uhr fange ich an zu kochen: Hähnchenbrust in Chakalakasosse, Spaghetti, Tomatensalat. Während ich alles vorbereite zum Kochen, nähert sich ein ca. 70 cm langer Waran, kommt bis auf ca. 5 m heran; leider verscheuche ich ihn, als ich den Fotoapparat aus dem Auto hole.

Während ich spüle in dem wunderbaren Waschhaus, baut Günter das Zelt auf. Es ist immer noch drückend heiss – wir rechnen mit einem Gewitter. Richtung Centralkalahari haben sich schon die ersten Wolken gebildet, sehen sehr bedrohlich aus. Wir hoffen, dass sie nicht näher kommen und sich auf der anderen Flussseite abregnen.

Ein Go-Away-Vogel ruft, andere Vögel stimmen in ein Abendkonzert ein. 18.30 Uhr - langsam wird der Tag zur Nacht. Immer noch liegt die Temperatur bei sage und schreibe 36° C. Günter springt heute schon zum 3. Mal unter die Dusche – schön, dass wir hier diese Möglichkeit haben.


14.03.2010 14.45 Uhr 43° C / 19.20 Uhr 34° C

Eine angenehm warme Nacht liegt hinter uns, erst zum Morgen hin müssen wir uns zudecken. Bis spät in die Nacht hinein, konnten wir aus dem Dorf auf der anderen Flussseite afrikanische Gesänge hören – wie ein Hauch vom Wind herübergeweht.

Irgendein Tier hat sich nachts neben dem Auto über die Gurkenschalen hergemacht und machte dabei einen Höllenspektakel. Noch später ziehen Elefanten durchs Camp – wir hören nur das Kollern, sonst nichts.

Wir schlafen bis 6.00 Uhr – allmorgendliches Zusammenräumen usw. Um 7.00 Uhr starten wir zur Pirschfahrt, zunächst in Richtung Khumaga Gate, dann entlang des Boteti-Flusses. Sehr schöner Galeriewald, tolle, alte Bäume, doch keinerlei Tiere gibt es hier zu sehen. Frische Elefantenbollen, viele Elefantenpads – wie frisch gefegte Straßen ziehen sie sich durch die Landschaft. Später erreichen wir den Tierzaun, der die Dorfbewohner und ihr Vieh vor den Wildtieren schützen soll.

Wir kehren um und fahren am Campplatz vorbei Richtung Hippopool. Die Piste ist äußerst sandig, aber sehr gut zu befahren. Am Hippopool haben wir endlich Glück – zwar sehen wir kein Hippo, dafür aber 6 Elefanten, die sich nach dem Trinken wieder in den Busch zurückziehen. Auf der anderen Flussseite ziehen ebenfalls Elefanten ab – ein dicker Bulle pudert sich noch mit Staub ein.

Die Landschaft hier am Fluss ist toll – es gibt auch sehr viele Vögel. Günter gelingt es einen Kingfischer im Flug zu fotografieren.

Tatsächlich nähern sich gerade 2 Fahrzeuge - Südafrikaner wahrscheinlich, die bei dieser Hitze im geschlossenen Fahrzeug mit Klimaanlage unterwegs sind. Lieber schwitzen, als in einer Konservendose fahren, ist unser Motto - wir fahren mit heruntergekurbelten Scheiben.

Gegen 10.30 Uhr fahren wir zurück im Camp - es ist schon viel zu heiss für Pirschfahrten, obwohl heute sogar ein leichter, erfrischender Wind weht bei einem wolkenlosem Himmel. Wir sehen noch einen sehr schönen Kudubullen mit einem beeindruckenden Geweih. (E. Hemingway hätte seine Freude daran gehabt)

Während wir unterwegs waren, haben die Meerkatzen unser Camp durchsucht. Die Stühle sind umgeworfen und auf dem Tisch haben sie uns ein „Geschenk“ hinterlassen.

Nachdem wir die Schweinerei beseitigt haben, setzten wir uns in den Schatten relaxen und beobachten Vögel. Ganz in unserer Nähe grasen Impalas. Sie nicht sehr scheu - gestern Abend, fast schon war es dunkel, grasten sie in nur ca. 10 m Abstand von uns.

In der Mittagsglut springen wir schnell unter die Dusche – eine tolle Erfrischung, die allerdings nur von kurzer Dauer ist. Später wasche ich noch einen Schub Wäsche durch – bei dieser Hitze ist es ein angenehmer Luxus, Wäsche und T-Shirts mehrfach am Tag wechseln zu können. Innerhalb 1 Std. sind sogar die Handtücher trocken.

2 der männlichen Impalas fechten einen Kampf aus - dabei schlagen sie immer wieder die Gehörnstangen aneinander, als wenn es bei dieser Hitze nicht etwas weniger anstrengendes zu tun gäbe.

Auch heute scheinen wieder keine anderen Camper einzutreffen. Einerseits sind wir natürlich froh, dass hier keine lärmenden Südafrikaner einfallen, andererseits vermissen wir nette Menschen mit denen wir Urlaubserlebnisse austauschen könnten.

Wir werden von einem Oryxbullen neugierig beobachtet, bevor er mit einem Blöken im Busch verschwindet.

Um 15.15 Uhr starten wir noch einmal eine Fahrt Richtung Hippopool. Ein Elefantenbulle flüchtet in den Busch und eine Herde Kudus zieht - bereits satt getrunken - wieder weg vom Wasser. Ein Reiher steht bewegungslos im Fluss – jederzeit bereit zuzuschlagen, wenn ein Fisch in seine Reichweite kommt.

Wir fahren die Pisten ´rauf und ´runter ohne weitere Tiere zu sichten. Zurück Richtung Camp. Am Aussichtspunkt noch ein kleiner Stopp – ausser ein schöner Ausblick gibt es auch nichts zu sehen. Ein kleiner Loop nicht weit entfernt zeigt uns frische Katzenspuren. Wir vermuten, dass es sich um die Fußabdrücke eines Leoparden handelt und schauen uns die Augen aus nach einem entspannt im Baum liegenden Tier. Leider ohne Erfolg – so einfach ist es dann doch nicht.

Zurück auf der Hauptpiste laufen 2 junge Elefantenbullen direkt vor uns über die Piste und suchen eilig das Weite. Schon sind wir wieder im Camp – Zelt aufklappen, Holzkohle anzünden. Ich koche Kartoffeln, bereite den Tomatensalat vor und eine Soße aus Frischkäse, einem Schuss Ketchup und Cayennepfeffer; jetzt noch die Koteletts auf den Grill und es schmeckt uns wieder fantastisch.

Um 18.00 Uhr wird es langsam angenehm: eine leichte Brise ist aufgekommen und bringt einen Hauch von Abkühlung. Günter ist schon wieder unter die Dusche verschwunden, die Sonne nähert sich dem Horizont. Noch sind weder Impalas, noch Meerkatzen aufgetaucht, dafür ruft der Graulärmvogel sein „Go-Away“ und ein Toko krächzt dazu.

Schnell springe auch noch unter die Dusche – der reinste Luxus. Ich habe für mich persönlich 6 Duschen und 4 Toiletten zur alleinigen Verfügung. Ausserdem sind wir in diesem riesigen Gebiet die einzigen Besucher.

Schon wieder neigt sich ein Tag dem Ende zu. Stets gleichförmig, aber nie langweilig - könnten wir sie doch festhalten die schöne Zeit, verdoppeln, verdreifachen. Aber wie alles Schöne geht sie viel zu schnell vorbei, verrinnt, wie Wasser im Sand.

Nach so viel Hitze kann es ja nicht ausbleiben, dass sich wieder Gewitter bilden. Gegen 19.00 Uhr wird der Himmel über der Centralkalahari nicht mehr dunkel. Blitz um Blitz entlädt sich über dem Horizont – ein faszinierendes, wie auch beängstigendes Schauspiel. Über uns leuchten die Sterne, doch der wolkenfreie Anteil des Himmels wird immer weniger. Vorsichtshalber räumen wir alles Unnötige ins Auto und beschließen, das Zelt wieder abzubauen. Wenn das Unwetter zu uns herüberzieht, dann Nacht zusammen.

Mit Hilfe unserer Stirnlampen und des großen Strahlers haben wir das Zelt im Nu zusammengepackt. Die beiden Fleecejacken und 1 Polardecke habe ich schon ins Auto geräumt für den Fall, dass wir länger dort abwarten müssen, bis es aufhört zu regnen. Wir sind noch nicht ganz fertig, als eine gewaltige Windbö den Sand aufwirbelt und das schon fast erloschene Holzkohlefeuer wieder aufglühen lässt. Den Sand haben wir überall: im Mund, in den Augen, in den Haaren. Nur noch schnell die Stühle ins Auto packen und schon sitzen wir im Auto.

Es ist heiß, heiß, heiß – wir schwitzen wieder, wie in einer Sauna - wenigstens einen Spalt das Fenster öffnen, damit wir nicht ersticken. Die Sitze werden zurückgeklappt, wir machen es uns möglichst bequem und schlafen tatsächlich gegen 20.15 Uhr fast sofort ein.

Zwischendurch werde ich immer wieder einmal wach, teils wegen der grellen Blitze und des heftigen Donners, teils, weil es immer noch so heiß ist. Es regnet nur leicht und es kühlt nur langsam ab. Gott sei Dank zieht das Haupt - Unwetter an uns vorbei, doch auch die Ausläufer reichen schon. Die starken Windböen hätten unser Überzelt sicher zerfetzt.

Um 23.00 Uhr ist alles vorbei und wir bauen das Zelt wieder auf – natürlich benötigen wir hierzu wieder die Stirnlampen und den Strahler. Nach insgesamt noch nicht einmal 10 Minuten liegen wir schon wieder im Schlafsack. Es hat wieder angefangen zu regnen, kaum dass wir es noch bemerken, schon sind wir fest eingeschlafen.


15.03.2010 10.00 Uhr 31° C/ 14.00 Uhr 41° C/19.00 Uhr 32° C
KM 334.925

Um 6.00 Uhr werden wir wach. Es ist bewölkt, die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Nur schnell das Zelt abbauen und als es hell geworden ist, geht es sofort los zur Pirschfahrt.

Am Fluss entlang führt uns unsere Fahrt- ohne auch nur ein einziges Tier gesichtet zu haben. Nichts, absolut nichts. Auf den 8 Kilometern bis zum Hippopool haben wir eine Menge frischer Spuren im Sand gefunden u.a. die eines Hippos, vielen Elefanten, doch wir sehen sie nicht. Wieder die 8 Kilometer zurück, vorbei am Camp zum Gate und weiter Richtung Süden. Ein einzelner Kudubulle mit schönem Gehörn und seinem Harem. Etwas weiter stehen 2 Giraffen neugierig an der Piste. Nach einigen Kilometern fahrt drehen wir wieder um und fahren zurück ins Camp. Eine kleine Zebramanguste wuselt im Unterholz herum.

Wir haben uns jetzt ein opulentes Frühstück verdient: Brot, Käse, Rührei, Kochschinken, Tomaten, Frischkäse, Tee und Kaffee.

Die Sonne ist auch wieder hervorgekommen und um 10.00 Uhr ist der Himmel schon wolkenfrei.

Auf dem Weg zum Waschhaus fallen mir Tatzenabdrücke auf – frisch, aus der letzten Nacht. Der Abstand zu unserem Zelt beträgt nur 8 m. Wir glauben, dass es sich um eine Leopardenspur handelt. Günter folgt ihr „Spur aufwärts“ und entdeckt, dass es sich um 2 Tiere gehandelt haben muss: Kleine Tatzen folgen einer großen. Schade, dass man der Spur nicht ins Gebüsch folgen kann.

Wir haben uns wieder einen Schattenplatz gesucht und beobachten Gaukler, die sich höher und höher schrauben.

Ein Rangerfahrzeug kommt angefahren – 1 Putzfrau, 1 Kontrolleur und 1 Ranger namens Max steigen aus. Max ist sehr freundlich und wir nutzen die Gelegenheit, ihn nach den Spuren zu befragen. Er bestätigt uns, dass es sich um Leopardenspuren handelt – wahrscheinlich Mutter mit Jungtier. Eine Spur zu finden ist das eine, aber den passenden Leoparden zu sehen, sei fast unmöglich meint er. Na, so unmöglich auch nicht, wir erzählen von unserem Erlebnis in der Centralkalahari.

Er fragt, ob wir die frische Spur des Breitmaulnashorns gesehen haben, die heute früh nicht weit vom Camp auf der Piste zu sehen war. Breitmaulnashorn? Hier gibt es Breitmaulnashörner? Ja, es gibt 3 – 2 weibliche und 1 männliches Exemplar. Die beiden Weiber seien immer zusammen unterwegs, gefolgt vom Männchen. Das Männchen ist noch nicht lange hier im Park, es wurde vor ein paar Monaten hierher gebracht und soll für Nachwuchs sorgen.

Sollte unsere Hippospur von heute früh gar eine Spur des Nashorns sein? Ein Hoch auf die Digitalfotografie – wir zeigen Max unsere Fotos und er bestätigt uns, dass es die eine White Rhinos ist. Selbst die Ranger haben die Nashörner nicht mehr gesehen, seit sie hier ausgesetzt wurden - sie finden auch nur ab und an Spuren von ihnen. Und wir haben das Glück, dass es fast direkt vor unserem Camp über die Piste gewechselt ist.

Max erzählt uns auch von den Löwen, die immer wieder Kühe aus dem nahegelegenen Dorf fressen. Es wurde deshalb ein Zaun gebaut, der unter Strom gesetzt werden soll. Allerdings verhindert der hohe Wasserstand des Boteti – Flusses, dass er auch angestellt wird. Und so holen die Löwen sich immer noch ab und an die eine oder andere Kuh. Außerdem erklärt er uns auf unsere Nachfrage, dass Puffotter, Black Mamba und die Mozambique-Speikobra die am häufigsten vorkommenden Schlangen hier im Park sind.

Demnächst wird auch eine Brücke zwischen Dorf und Gate gebaut, eine einfache Konstruktion ist vorgesehen, ähnlich der Brücke vom North Gate. Noch fehlen allerdings alle benötigten Unterschriften der Dorfchiefs.

Nachdem Max wieder abgefahren ist, machen wir es uns im Schatten bequem. Die Putzkolonne braucht sage und schreibe 3 Std. zum sauber machen. Sogar meine Mutter mit ihren fast 79 Jahren hätte es mindestens doppelt so schnell geschafft. Max holt die beiden „Schwerstarbeiter“ später mit dem Wagen ab.

Um 15.00 Uhr starten wir zum Gamedrive- heute haben wir eine gute Ausbeute: Elefanten, Kudus, Impalas, 1 Schakal und viele, viele Vögel, vor allen Dingen Bienenfresser.

Tatsächlich kommt uns sogar ein Lodgefahrzeug entgegen – 2 Touristen werden durch den Park gefahren. Im Camp sind keine weiteren Camper angekommen – 3 Tage Makgadigadi N.P. ganz für uns allein, er ist sein Geld wert.

Heute Abend gibt es unser letztes Frischfleisch – Hähnchenbrustfilet, dazu gibt es Spaghetti und Gurkensalat.

Nach dem Essen bauen wir unser Zelt auf, aber nicht bevor wir den Himmel nach verräterischen Spuren eines Gewitter abgesucht haben. Doch außer den üblichen Abendwolken ist nichts zu erkennen. Um 18.30 Uhr springe ich noch schnell unter die Dusche, Günter duscht später im Schein der Taschenlampe. Es sollte eigentlich Licht in den Waschräumen geben, doch die Solaranlage funktioniert noch nicht.


6.03.2010 13.00 Uhr 36°C/19.30 Uhr 31°C KM 334.975

Die Nacht hatte einiges zu bieten: zuerst frisst irgendein Tier direkt neben dem Auto ganz lautstark. Später hören wir eine helle, laute Stimme - schade, dass wir nicht feststellen können, wer zu der Stimme gehört. War es der letzte Hilfeschrei eines gejagten Tieres oder etwa die des Rhinos? Wir wissen schon, dass die großen Tiere eine kleine, helle Stimme besitzen - so gar nicht passend zu dem großen Körper.

Aufstehen um 6.00 Uhr – gerade erst geht die Sonne auf. Zelt abbauen, frühstücken – leider ohne Brot, alles ist schimmelig - dafür mit Müsli. Bevor wir um 7.15 Uhr losfahren, suchen wir noch den Platz nach frischen Tierspuren ab. Das fressende Tier ist ein Elefant gewesen, der Leopard ist auch diese Nacht in nur ein paar Meter Entfernung an uns vorbeigelaufen.

Am Hippopool ist nichts los, später sehen wir einen Elefanten direkt neben der Piste. Er ist etwas unwirsch, verschwindet aber schnell wieder. Wir sind unterwegs zum Gate und folgen wieder eine Zeitlang der Spur eines Löwen. Um 8.15 Uhr tragen wir uns bereits aus, aber es bleibt noch etwas Zeit für eine nette Unterhaltung mit den beiden Rangerinnen.

Auf dem kurzen Stück Teerstraße sehen wir noch eine tote Schlange – Kobra oder Schwarze Mamba.

Wir wollen versuchen schon 1 Tag früher in den Nxai Pan einzuchecken. Schon ist das Gate erreicht. Ein sehr netter junger Angestellter vom neuen privaten Campvermittler kommt uns entgegen und heißt uns willkommen. Ein weniger netter Ranger sitzt bereits im Office, begrüßt uns nicht, verlangt aber sehr unfreundlich von Günter, dass er die Knöpfe seines Hemdes schließt (der Präsident auf dem Foto im Büro könnte ja vielleicht Günters Brust sehen, oder was soll das?). Gut, dass er nicht zuständig ist für unsere Bitte früher einzuchecken – der nette junge Mann hat zu entscheiden, ob noch ein Platz frei ist. Es ist kein Problem und schnell haben wir den Schreibkram hinter uns gebracht.

Auf anfangs ganz ordentlicher Piste fahren wir Richtung Camp – 18 Giraffen, dabei noch mehrere ganz Kleine sind unsere ersten Tiere hier im Nxai Pan N.P. Auch ein paar Oryxantilopen sind mit dabei. Und dann auch noch 9 Strauße.

Die Piste wird wieder sehr sandig, so wie wir sie auch schon vom letzten Jahr kennen. Den Abzweig zu den Baines Baobabs lassen wir rechts liegen und rumpeln und schaukeln weiter Richtung Camp - Eingang. Hier werden wir von 2 netten Rangern empfangen und wir müssen noch nicht einmal unsere Buchungsunterlagen vorlegen.

Zum Camp selbst sind es jetzt nur noch 3 KM. Eine Tourunternehmerin mit 4 Gästen ist gerade dabei all ihre Utensilien zusammen zu packen. Sie zeigt uns auf der Karte, wo sie morgens Löwen gesehen hat. Im Laufe des Gesprächs stellt sich heraus, dass sie die Schwester von Joyce ist. Sie spricht sogar ein paar Worte deutsch, weil sie mit einem Deutschen verheiratet ist. Kurze Zeit später fährt sie mit Ihren Gästen davon und wir setzen uns auf einen sehr schönen, schattigen Platz. Wir haben Nr. 4 gebucht, wo aber Nr. ist lässt sich nicht sagen, lediglich Platz Nr. 2 hat eine Nummer. Die Hängematte können wir auch wieder problemlos zwischen 2 Bäumen spannen.

Jetzt um 10.00 Uhr fahren wir eine kurze Runde in Richtung „Löwenplatz“. Allerdings haben wir kein Glück – keine Löwen sind mehr zu sehen. Dafür sehen wir allerdings eine Menge Zebras und Springböcke. Einfach toll, wir können nicht widerstehen und machen schon ein paar Fotos, obwohl das Licht jetzt schon nicht mehr ideal ist.

Zurück am Platz wasche ich unsere schmutzige Wäsche durch, vor allen Dingen unsere Schlafanzüge haben es wieder einmal nötig. Zum Mittagessen gibt es etwas Käse und Joghurt. Wir erkunden den Platz – beide Waschhäuser sind geöffnet und so haben wir auch hier viele Toiletten und Duschen zur alleinigen Verfügung.

Ein paar Wolken haben sich vor die Sonne schoben und wir haben das Gefühl, dass es nicht mehr so heiß, wie in den letzten Tagen ist – allerdings zeigt uns das Thermometer 36° C.

Gelbschnabel-Tokos verkürzen uns die Zeit – wie Kobolde klettern sie auf dem Auto herum, hacken nach dem Scheibenwischer, betrachten sich im Spiegel. Am liebsten würden sie wohl ins Auto fliegen und auch dort alles in Augenschein nehmen.

Um 15.30 Uhr sind wir fertig für die abendliche Pirschfahrt. Zuerst zum Wasserloch, hier löschen Zebras gerade ihren Durst. Sie sind überall in der weiten Ebene verteilt, auch Springböcke und hier und da Giraffen. Weiter geht es auf dem Baobab-Loop – hier gibt es einige der schönen Bäume, alle im grünen Laubkleid.

Die Wolken werden wir mehr und wir rechnen damit, dass es heute noch regnet. Hoffentlich können wir noch im trocknen kochen und essen. Um 17.15 Uhr sind wir zurück im Camp und in Windeseile bereiten wir unser Essen zu – dabei immer wieder gegen Himmel blickend. Doch die dunkle Wand kommt nicht näher und wir bauen auch schon unser Zelt auf. Ein gemütliches Lagerfeuer und eine Weinschorle krönen den Tag.


17.03.2010 10.30 Uhr 31° C / 17.30 Uhr 32° C

Kein Regen - auch nicht in der Nacht. Aus einiger Entfernung Elefantentaröööt, später Brüllen die Löwen und zum Morgen kichern 2 Hyänen hinter dem Waschhaus.

Beim ersten Morgenrot um 5.50 Uhr sind wir auf und bauen das Zelt ab. Um 6.25 Uhr sind wir unterwegs – wir hätten lieber länger schlafen sollen: wir sehen zuerst einmal überhaupt keine Tiere. Wo sind die Zebras, Giraffen und Springböcke von gestern geblieben? Weg, einfach weg. Erst gegen Ende unserer Pirschfahrt entdecke ich weit entfernt 3 Löffelhunde auf Nahrungssuche.

Uns ist ziemlich kalt, die Sonne wird immer wieder von Wolken verdeckt und Günter stellt tatsächlich kurzfristig die Heizung an, ich wünsche mir eine Wolljacke (meine Fleecejacke ist leider im Dachzelt verpackt).

Am großen Wasserloch vor dem Gate stehen Zebras und löschen ihren Durst, 2 Nimmersatt putzen sich ihr Gefieder.

Zurück im Camp machen wir uns unser wohlverdientes Frühstück aus Eier mit Frühstücksfleisch, Käse, O-Saft, Kaffe + Tee. Die Wolken sind ganz verschwunden und es ist schon wieder richtig heiss.

Günter hat unseren Wasservorrat aus Maun ausgekippt und statt der braunen Brühe jetzt klares Wasser aufgefüllt. Da ich zum kochen und trinken nur Wasser aus den gekauften 5l Kanister verwende, ist bei mir bisher der Durchfall ausgeblieben. Ich musste noch nicht einmal „Prophylaxe-Schnaps“ kaufen.

Nach einer „Duschorgie“ haben wir es uns wieder bequem gemacht und beobachten riesige Schwärme Blutwebervögel, die vom Wasserloch kommen, ein Frankolin ruft einem anderen die Campnachrichten zu, in der Nähe des Wasseranschlusses schwirren Schmetterlinge auf der Suche nach Nektar.

Uns nerven die Fliegen, die urplötzlich aufgetaucht sind – wir wünschen uns einen echt afrikanischen Fliegenwedel oder eine ordinäre Fliegenklatsche.

Gegen 15.15 Uhr brechen wir nochmals auf zu einer Pirschfahrt. Direkt hinter unserem Camp treffen wir auf einige Elefanten, dann Giraffen, Zebras, Springböcke und wieder Zebras...... in jedem Eckchen stehen Tiere. Wo sind sie denn bloss vormittags????? Wir schießen Fotos in Mengen – Zebras, immer wieder Zebras.

Inzwischen sind die Wolken wieder dichter geworden und am Horizont sehen wir starke Regenschauer niedergehen. Das Licht mit den Wolkenformationen ist einfach toll.

Ein großer, dicker Elefant reagiert ziemlich unwirsch, als wir auf der Pad stehen bleiben und ihn fotografieren. Wir haben ihm wohl den Weg abgeschnitten – er schüttelt verärgert seinen Kopf, seine großen Ohren klappern und wir geben ihm den Weg frei.

In den Wasserlöchern ist kaum noch Wasser, nur eine unappetitliche Schlammbrühe wabbert herum. Der alte Elefant riecht nur an der Schlammbrühe - wir bilden uns ein, dass er angewidert das Gesicht verzieht – trinkt nicht und zieht weiter.

Die Pirschfahrt führt uns wieder in Richtung Camp. Eine große Herde Giraffen kreuzt noch unseren Weg und immer wieder Zebras. Die Wolken werden immer dichter und wir sind froh, dass das Camp so gut wie erreicht ist, damit wir unsere Stühle vor dem Regen ins Trockene bringen können.

Ein Elefant versperrt uns die Einfahrt ins Camp. Er will einfach nicht weichen und so fahren wir aussen herum zu unserem Platz. Von dort aus beobachten wir den Elefanten und er uns. Ein weiterer Elefant steht im Gebüsch. Umständlich frisst er von den saftigen Büschen und nascht von dem hohen Gras. Einen Moment haben wir nicht aufgepasst, schon sind die beiden lautlos verschwunden.

Donnergrollen aus der Ferne, hoffentlich können wir noch kochen, bevor das Gewitter losgeht. Heute gibt es „arme Leute Essen“: Spaghetti mit Ketchup und Ei. Der Wind ist stark aufgefrischt, wirbelt Sand und Blätter hoch – wir essen lieber im Auto, Sand zwischen den Zähnen ist doch nicht so prickelnd. Im Laufschritt schnell zum Waschhaus und spülen – wir schaffen es noch, bevor das Unwetter einsetzt. Wir sitzen wieder im Auto und warten, was noch kommen mag, rundherum ist alles dunkel zugezogen und es donnert aus einiger Entfernung.

Ein toller Sonnenuntergang färbt die Wolken violett, rot, blau. Ich mache gerade ein paar Fotos, als ich bemerke, dass sich seitlich von mir etwas im Busch bewegt. 3 Elefantenbullen kommen auf leisen Sohlen direkt auf mich zu. Schnell sitze ich wieder im Auto, versuche ein Foto von den 3en zu machen. Leider ist das Licht sehr schlecht und ich glaube nicht, dass ein vernünftiges Bild dabei heraus gekommen ist.

Während die beiden kleineren Tiere ein Stück weiterziehen, bleibt der Große in ca. 15 m Entfernung stehen und schlägt ich den Bauch mit saftigem Gras voll, dabei beobachtet er uns ununterbrochen. Es wird immer dunkler und bald können wir die Tiere nicht mehr sehen. Im letzten Licht sehen wir den Bullen vorbeiziehen – in ca. 8m Entfernung; wir hören das Brechen von Ästen und das Kollern seines Magens.

Am Horizont blitzt es jetzt gewaltig und wir machen uns auf eine Nacht im Auto gefasst. Immer näher kommen die Blitze, Günter macht uns noch schnell eine Weinschorle – hoffentlich können wir später das Zelt aufbauen.


18.03.2010 KM 335.158


Gegen 22.00 Uhr stand unser Zelt doch noch. Die Handgriffe können wir mittlerweile im Schlaf und wir benötigen lediglich unsere Stirnlampen. Es hat nur wenig geregnet und bis auf kurzzeitiges Löwengebrüll haben wir nichts gehört.

Aufstehen um 6.15 Uhr – während das Kaffee- bzw. Teewasser heiß wird, bauen wir schon das Dachzelt ab. Frühstück mit Müsli und zum Schluss noch eine Dusche.

Abfahrt 7.15 Uhr Richtung Ausgang. Nxai Pan hat uns auch dieses Jahr gut gefallen – wir würden gerne wieder zurück kommen.

Auf den 60 KM bis zum Gate sehen wir noch Strauße, Oryx und Zebras. Viele Buschböckchen springen vor uns auf der Pad.

Am Gate ist das Büro nicht besetzt – ich werfe den Beurteilungszettel in die Box und wir fahren los. An der Straße unterhält sich der unfreundliche Ranger mit einem anderen Angestellten. Ohne uns - wie üblich – auszutragen verlassen wir den Park. Von tiefer Sandpiste wechseln wir auf gute Teerstraße.

160 KM bis Nata - unsere 1. Etappe für heute – liegen vor uns. Ein verirrtes Zebra läuft vor uns auf die Straße, ein „toter“ Waran ist dann doch nicht tot, aber eine Puffotter und später eine Kobra sind es dann doch. Bei netten Verkäuferinnen erstehen wir einen Sack Holz und dürfen auch noch ein paar Fotos schießen.

Nata ist erreicht und weitere 308 KM bis Kasane liegen vor uns. Die Teerstraße ist repariert, allerdings gibt es immer noch genügend Löcher. Das Positive – es wird gleichzeitig eine neue Straße gebaut.

Kurz vor Kazungula stehen einige Elefanten an der Piste und dann haben wir für heute unser Ziel - Kasane – erreicht. Ohne Stopp fahren wir zunächst zum Eingangsgate zum Chobe N.P., welches wir um 15.15 Uhr erreichen.

Bei einer freundlichen Rangerin können wir unsere gebuchten Übernachtungen 2 Tage vorziehen. Dafür muss sie nur mit Maun telefonieren und nach 10 Minuten haben wir den Schreibkram erledigt. Schon morgen können wir in den Park einchecken, zusätzlich haben wir dadurch noch 1 Übernachtung im Mudumu N.P. und können 1 Tag länger bei Conni und Peter bleiben.

Kurzer Stopp am Supermarkt, schnell die Vorräte auffrischen und im Bottlestore erstehen wir 2 L Weisswein.

Mit Riesenschritten weiter zur Toro Lodge: bei einer nicht allzu hellen Angestellten checken wir für P 150 ein, schnell bezahlt und ab zum Campplatz. Heute werden wir nicht selbst kochen, sondern im Restaurant essen gehen. Platz Nr. 18 hat – wie alle hier - eigenes WC und 2 Duschen. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben springe ich unter die Dusche. Es ist heute drückend heiss, dicke Wolken verdecken die Sonne.

Wir sitzen auf unseren Stühlen und warten, dass es kühler wird und wer schleicht sich an? Die Hündin, die wir letztes Jahr 3 Tage verwöhnt haben. Heute ist sie nicht so abgemagert, aber immer noch ist sie lieb und verspielt. Günter holt ihr etwas zu fressen aus dem Wagen und sie lässt sich nicht zweimal bitten es zu fressen.

Kurz vor 19.00 Uhr gehen wir zum Restaurant, bestellen uns das Tagesmenü Steak, Reis (Günter Millipap) mit griechischem Salat, als Nachtisch Fruitcocktail mit einer süßen Soße. Wir sind richtig abgefüllt, als wir wieder zurück am Zelt sind.

Die Sterne sind wieder zu sehen, immer noch ist es schwül warm.

Nachts werden wir einmal wach und hören tatsächlich das Kichern einer Hyäne – kaum zu glauben!


19.03.2010 11.30 Uhr 38° C KM 335.668


Früh aufstehen – 6.00 Uhr. Die ersten goldenen Strahlen der Sonne berühren den Horizont. Zelt abbauen, frühstücken, duschen – alles inzwischen Routine. Die Hündin ist auch wieder zur Stelle und holt sich die Reste vom Steak ab und frisst anschließend Brötchen mit Margarine. Am liebsten würde ich sie mit nach Hause nehmen, wenigstens mit zur Conni, aber leider geht das ja nicht so einfach.

Um 7.15 Uhr starten wir Richtung Nationalpark. Auf der Straße turnt eine riesige Horde Paviane herum. Sie spielen und springen und lassen sich nicht stören, 1 liegt – wie ein Betrunkener – auf dem Mittelstreifen und schläft.

Am Eingangsgate haben wir noch einen Aufenthalt, weil der „Frühschichtsranger“ wirklich doof ist und nicht versteht, was seine Kollegin für ihn notiert hat. Er fragt uns tatsächlich, wo stehen würde, dass wir die beiden Tage auch bezahlt haben. 3 x muss ich ihm den Sachverhalt erklären – wir bleiben 3 Nächte im Park, genau wie wir auch gebucht haben, nur 2 Tage das Ganze früher. Ich kann mich kaum noch bremsen und hätte ihm am liebsten den blöden Kopf geschüttelt. Ob er es am Ende wirklich verstanden hat oder ob ich ihm einfach nur auf die Eier gegangen bin, auf jeden Fall können wir endlich durchfahren.

Als erstes sehen wir Impalas, eine große Herde sogar. Nicht viel später eine Herde Elefanten, die aus dem Wald Richtung Wasser streben. Elypsen–Wasserböcke liegen im Gras und dabei sogar einige Lechwe-Antilopen. Aus einem kleinen Tümpel schauen uns die Augen eines Hippos an; es ist mehr ein Schlamm- denn ein Wasserloch. Dem Hippos scheint es egal zu sein, es döst vor sich hin.

An der Serondela-Picknicksite sind Ranger der Anti-Wilderer-Behörde postiert. Eine nette Rangerin kontrolliert unsere Permits und auf Nachfrage erzählt sie uns, dass nachts Löwen und Elefanten durch ihr Camp gelaufen sind. Sie hätte richtig Angst gehabt, zur Toilette zu gehen.

Unsere Fahrt geht weiter Richtung Ihaha Camp. An einer Restpfütze Wasser liegt eine Tüpfelhyäne im Schlamm. Leider ist sie sehr scheu, kaum dass wir anhalten läuft sie auch schon weg – es gelingt mir gerade noch ein Foto zu schießen.

Mehrere Elefanten laufen uns über die Piste, bevor wir Ihaha erreichen. Kurz vor Erreichen des Gate entdecken wir eine Menge Geier in einem Baum und dann stehen wir vor dem Eingang zum Camp. Die Ranger schauen kurz in unsere Unterlagen und wir werden eingetragen – auf eine altmodische Tafel.

Es scheinen 3 der 10 Plätze belegt zu sein – richtig viel los! Unser gebuchter Platz Nr. 6 ist besetzt – von 2 Kaffernbüffel, die am Wasser stehen und sich am saftigen Gras satt fressen. Sie ziehen ab, als wir näher kommen. Ansonsten ist der Platz sehr schön: es gibt dicke Schattenbäume (leider keine Bäume für die Hängematte) eine gemauerte Feuerstelle und einen - ebenfalls gemauerten - Platz zum kochen und auch einen sauberen Abfallbehälter. Der Chobe – Fluss führt auch dieses Jahr enorm viel Wasser. Sämtliche Fahrspuren entlang des Ufers sind überschwemmt und das Wasser steht nicht weit von den Campplätzen. Allerdings schauen noch Inseln hervor, die letztes Jahr komplett verschwunden waren. Laut Parkangestellten ist der Fluss immer noch im Steigen begriffen.

Nachdem wir uns auf dem Platz umgeschaut haben, holen wir Tisch und Stühle hervor, stellen sie in den Schatten und gönnen uns ein 2. Frühstück. Die Sonne ist hinter den dicken Wolken von heute Morgen hervorgekommen und brennt sehr heiss (38° C).

Wir beobachten ein dickes Warzenschwein, das am Wasser entlang läuft, es nimmt reissaus als es uns bemerkt. (Gestern und heute in Kasane liefen ganze Familien Warzenschweine durch den Ort, fast wie Hunde, gar nicht scheu).

Als wir mit unseren Stühlen dem Schatten nachziehen, schrecken wir ein ca. 1,5 m langes Krokodil auf, das sich am Ufer gesonnt hat. Das Camp liegt etwas erhöht über dem Fluss und das Krokodil hat uns wohl kommen sehen. Etwas später erspäht Günter eine Schlange od. vielleicht auch einen Waran im Gras, halb im Wasser. Mit dem Fernglas versucht er auszumachen, um welches Tier es sich handelt, aber leider können wir es nicht erkennen; natürlich gehen wir auch nicht näher heran.

Um 14.15 Uhr machen wir uns fertig zur 1. Pirschfahrt. Nicht weit hinter dem Camp stehen Giraffen direkt auf der Piste. Immer wieder treffen wir auf weitere Familiengruppen. Dann Elefanten, Elefanten, Elefanten – große, kleine, winzige. Sie ziehen zum bzw. kommen vom Fluss, die einen durstig, die anderen satt getrunken. Die „Halbstarken“ wollen ihre Kraft demonstrieren und stehen trompetend da, mit den Ohren schlackernd. Nicht bereit so ohne weiteres die Piste frei zugeben. Fahren wir näher heran, laufen sie will trompetend davon.

Ein ganz „ Böser“ steht versteckt hinter einem Gebüsch und trompetet, wie wild in mein Ohr, als wir – wie immer mit geöffneten Fenstern – an ihm vorbeifahren. Er jagt mir einen gehörigen Schrecken ein.

Nach 1 ½ Std. drehen wir um und fahren zurück Richtung Camp. Eine große Familie Zebramangusten tollt und tobt durchs Unterholz. Ganz winzige, sicher erst weinige Wochen alte Babys sind mit dabei. Leider ist der Busch sehr dicht und es gelingt kein gutes Foto. Unter immer wieder Elefanten, Elefanten – dann noch eine Herde Lechwe-Antilopen, die ebenfalls zum Wasser zieht.

Nur noch 2 Kilometer bis zum Camp und 2 Elefantenbullen versperren uns den Weg. Sie sind in der „Musth“ und kämpfen (hormongesteuert) darum, wer von ihnen der Stärkere ist. Sie bewerfen sich mit Staub, werfen kleine Grasbüschel in die Luft, bepinkeln sich die Beine und treten auf der Stelle. Unsere Piste bildet die natürliche Grenze zwischen den beiden. Vor und zurück, vor und zurück – sie drohen einander, klappern mit den Ohren, doch näher als 2 m kommen sie sich nicht.

Auf alle erdenkliche Art, versuchen wir den Weg frei zu bekommen: hupen, Türen schlagen, still abwarten – nichts hilft. Ein weiteres Fahrzeug kommt angefahren, auch die beiden Insassen wollen zurück ins Camp. Sie stehen weit entfernt und warten ebenfalls, dass die beiden Bullen den Weg frei geben. Wir beratschlagen, was zu tun ist. Sie überlegen querfeldein um die beiden Bullen herum zu fahren- aber das Gebüsch scheint uns zu dicht und die Gefahr mindestens einen platten Reifen zu bekommen zu groß. Es gibt noch die Möglichkeit, zurück nach Serondela zu fahren und die Ranger zu fragen, ob wir für eine Nacht dort campen dürfen.

Ein letzter Versuch von uns – mittlerweile stehen wir 1 3/4 Std. hier und wollen nur noch ins Camp: wir fahren erneut, so nah als möglich an die beiden Bullen heran, die genau, wie am Anfang stehen und ihre Kraft abschätzen. Mit Hupe, Lichthupe, Türen auf und zuschlagen und mit der flachen Hand auf die Türe schlagend machen wir so viel Krach als möglich und siehe da, was uns bisher nicht gelang, gelingt jetzt. Die beiden Elefanten laufen, was das Zeug hält davon, dabei laut trompetend. Alle Büsche und Sträucher, die ihnen im Weg sind werden niedergewalzt – und wir zögern nicht, Gas geben und los, damit sie es sich nicht noch anders überlegen, die Namibier dicht hinter uns.

Kurz vor Erreichen des Gates tauchen die bereits von uns vermissten Kaffernbüffel auf - nichts da, wir wollen ins Camp, aufhalten unmöglich. Etwas weiter schon wieder Elefanten, Kühe mit ihren Jungen versperren uns den Weg. Wieder Türen schlagen, hupen – sie machen zwar unwirsch, aber immerhin ziemlich sofort den Weg frei. Dann ist das Gate und unser Camp erreicht – sofort fange ich an zu kochen – Hühnerfleisch mit Champignons in Chakalakasosse, Nudeln und Tomatensalat. Wir schaffen es gerade noch im Hellen, gespült wird schon im Dunkeln.

Über dem Chobefluss blitzt es mittlerweile gewaltig und wir beschließen, dass Zelt es später aufzustellen. Das geht so schnell, auch im Dunkeln mit Stirnlampe, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Mit lautem Radau legt ein Militärboot an, ein Soldat erkundigt sich, ob die beiden Büffel am Ufer uns stören. Natürlich nicht – womöglich würden sie die beiden noch erschießen!

Unsere all-abendliche Weinschorle steht vor uns, das Lagerfeuer brennt und die Sterne funkeln über uns. Frösche quaken, die Paviane in ihren Schlafbäumen geben auch bald Ruhe.

Das Gewitter scheint nicht zu uns herüber zu ziehen und schnell haben wir des Zelt aufgebaut.


20.03.2010 11.30 Uhr 35° C/ 18.15 Uhr 31° C/19.30 Uhr 28°C
KM 335.742

Da Gewitter blieb tatsächlich über Namibia hängen und wir können bis 6.00 Uhr ohne Störung durchschlafen. Ganz früh um 5.00 Uhr, es ist noch dunkle Nacht hören wir das Kichern einer Hyäne,

Nach dem üblichen Morgenprozedere füllen wir die 3 x 20l Reservekanister in den Tank und um 7.30 Uhr machen wir uns auf zu einer Pirschfahrt in Richtung Ngoma.

Nicht weit hinter dem Gate wuselt wieder eine Familie Zebramangusten – sicher 20 Tiere - am Pistenrand. Zuerst geht unsere Fahrt durch Tiefsand und dichtes Buschland, dann nach wenigen Kilometern öffnet sich der Busch zu einer schönen Flusslandschaft, die Piste wird steinig und führt direkt am Ufer entlang. Ein Vogelparadies- ich kenne ihre Namen nicht alle: Hammerkopf, Tokos, Gänse, Scharlachspinte, Blauracken, Marabus, Reiher, Weißkopfseeadler, Bienenfresser........ ein El Dorado für Vogelliebhaber.

Eine riesige Herde Kaffernbüffel zieht genau vor uns vom Wasser zurück in den Busch. Viele Kälbchen sind dabei – sicher erst wenige Tage oder Wochen alt. Sie haben noch kein schwarzes Fell, sondern sind braun in verschiedenen Schattierungen.

Wir biegen ab in eines der Valleys – nach ein paar hundert Metern sehen wir eine Menge Geier auf einem Baum, ein Stück weiter sitzen einige auf dem Boden und fressen an den Überresten eines Tierkadavers. Leider können wir nicht erkennen, um welches Tier es sich gehandelt hat. Es wurde vermutlich von Löwen in der Nacht erlegt, Gras ist hoch und wir sehen die Löwen leider nicht.

Ein kurzes Stück weiter kommt uns eine wirklich große Herde Impalas (mehr als 100) entgegen – ein Tier hinter dem anderen – ziehen sie Richtung Fluss.

Als der Pad uns immer tiefer in ein Waldgebiet führt, drehen wir um und fahren weiter am Fluss vorbei. Wir sehen noch Pfeiffgänse, Wasserböcke und ein richtig großes Krokodil bevor die Pirschfahrt abbrechen und zurück ins Camp fahren. Von der großen Herde Büffel ist nichts mehr zu sehen – wie schwarze Geister sind sie im Busch verschwunden. Um 10.30 Uhr sitzen wir wieder im Schatten unseres Camps.

Ich wasche wieder einmal einen Berg schmutziger Wäsche durch – den Luxus mehrfach frischer Wäsche am Tag gönnen wir uns - und anschließend genieße ich eine fast kalte Dusche.

Wir beobachten Vögel, die am Ufer oder auf dem Wasser nach Nahrung suchen. Nachdem es morgens noch wolkig war, lacht jetzt die Sonne wieder vom blauen Himmel mit vereinzelt weißen Wolken.

Die Wäsche trocknet beim Zusehen, der Wind ist herrlich – keine Schwüle. Nachdem wir unsere Sandalen geschrubbt haben, sitzen wir im Schatten und schauen den 3 Kaffernbüffel zu, die in 10 m Entfernung am Ufer vorbei ziehen. Büffel Nr. 1 entpuppt sich als „Möchte-Gern-Wasserbüffel“ und hat es sich ca. 20 m entfernt bequem gemacht. Nur sein mächtiger Schädel ragt noch aus dem Wasser hervor. Kingfisher versuchen ihr Glück ebenfalls in ca. 10 m Entfernung. Das Wasser des Flusses schlägt kleine Wellen ans Ufer und man könnte schon meinen, irgendwo an einem großen See zu sitzen. Schade nur, dass man wegen der Krokodile nicht baden kann.

14.45 Uhr – wir brechen auf zur Nachmittagspirsch; nochmals Richtung Ngoma, wir hoffen am Riss vielleicht noch Löwen zu oder Hyänen anzutreffen. Zuerst einmal treffen wir Giraffen, Impalas, viele Vögel, schöne Kudus. Vom Riss ist leider nichts mehr zu sehen. Schönes Licht zum fotografieren, die Büffel ziehen auch schon wieder zum Wasser, sind nachmittags sehr scheu im Gegensatz zum Morgen. Eine der Giraffen hat am Schwanzansatz eine böse Fleischwunde – von einem Löwen? Die Verletzung ist nicht frisch und sie läuft ganz normal, vielleicht kommt sie davon.

Bevor wir auf dem Rückweg das Camp erreichen, treffen wir auf einige Elefanten im Busch.

Heute haben wir sogar einige Camper mit Dachzelt gesehen, ZA-Kennzeichen. In Namibia und Südafrika sollen die Osterferien angefangen haben, vielleicht werden es jetzt mehr Touristen. So lange keine großen Gruppen Südafrikaner auftauchen, soll es uns egal sein.

Zurück im Camp zaubern wir uns ein ordentliches Abendessen: Wildgulasch (Kudu, Zwiebeln, Knoblauch, etwas Chakalaka), dazu Nudeln und Gurkensalat. Wir haben anschließend noch so viel über, dass wir morgen noch etwas zum aufwärmen zurück behalten.

Während wir essen, läuft ein Waran (1,20 m) in etwa 6 m an uns vorbei. Da lohnt es gar nicht aufzuspringen und den Fotoapparat zu holen, die sind einfach viel zu schnell. Im benachbarten Baum ist ein Weißkopfseeadler gelandet. Es ist toll hier, die Tiere kommen so nah, man muss sich nur ruhig verhalten.

Günter hat am Wasser noch einen weiteren Waran entdeckt, noch größer, als der von vorhin.

Langsam wird es Nacht und die Hitze des Tages ist gebrochen. Weit und breit sind keine Anzeichen von Gewitter zu sehen. Gerade noch hören wir das Trompeten eines Elefanten, wird wohl ein Jungtier gewesen sein, dass nach seiner Mama schreit. Klammheimlich sind die Paviane in ihren Schlafbaum geklettert. Ohne das kleinste Geräusch klettern sie einer nach dem anderen nach oben. Ein Hippo prustet nicht weit entfern im Fluss, am Himmel ziehen noch Gänse oder was auch immer in Formation vorbei im letzten Abendlicht. Unser Lagerfeuer brennt, die Milchstraße über uns, im Busch trompeten weitere Elefanten.

Es ist einfach schön, gigantisch, elefantastisch!!!!!!!!! Ich möchte im Moment mit Niemanden tauschen.





21.03.2010 11.30 Uhr 34° C/14.00 Uhr 38° C/19.20 Uhr 30° C
KM 335.789

Herrlich geschlafen, müssen zum Morgen hin sogar tief in den Schlafsack kriechen. Am frühen Morgen hören wir wieder Löwengebrüll aus der Ferne. Während ich mir die Zähne putze, beobachte ich einen Hammerkopf, eine Formation Ibisse fliegt tief vorbei, Meerkatzen suchen im Gebüsch nach Nahrung, die Paviane sind bereits im Morgengrauen verschwunden.

Nach dem üblichen Gerödel geht unsere Fahrt heute Richtung Serondela – keine Tiere lassen sich blicken. Als wenn alles Getier über Nacht ausgewandert wäre. Am Schlammloch wuselt eine Familie Perlhühner herum und ein paar Impalas stehen versteckt im Gebüsch. Wir drehen enttäuscht um und fahren wieder in Richtung Ngoma. Hier sind zwar auch nicht so viele Tiere, aber wir sehen hier doch so einiges: einen großen Schwarm Bienenfresser (mindestens 50 Stck.), die immer wieder, wie auf Kommando hochfliegen. Ein Pärchen Schreiseeadler, Wasserböcke, eine große Herde Impalas, Büffel, Gänse.

Gegen 9.30 Uhr drehen wir wieder um und es zurück zum Camp. Noch eine kleine Familie Wasserbock: Vater, Mutter, Kind und um 10.30 Uhr sind wir zurück.

In der Nähe von unserem Camp prustet ein Hippo und Günter entdeckt auch heute wieder einen Waran am Ufer. Auch ein Hammerkopf stolziert am Ufer vorbei. Der Fluss steigt immer noch stetig – Günter hat Markierungen angebracht, die jeden Tag aufs Neue überflutet sind.

Im Schatten ist es gut auszuhalten. Der Wind ist auch heute sehr angenehm, die Sonne brennt, der Himmel ist blau mit ein paar weißen Wolken.

Auch in der Mittagszeit wird es uns nie langweilig. Es gibt immer etwas zu sehen, zu beobachten: Schmetterlinge, Vögel, der größere Waran „stolziert“ immer wieder am Ufer entlang. Ein 2. Waran kommt auch hervor, kleiner als der 1. Er verharrt kurz und verschwindet schnell im Wasser. Ein Pärchen Nilgänse halt sich längere Zeit am Ufer auf. Jedes mal, wenn andere Nilgänse vorbeifliegen, fangen sie an zu schnattern, als ob sie sagen wollten: landet bloss nicht, das ist unser Platz.

Ein weiterer Waran schwimmt heran, dass ist der bisher größte mit seinen ca. 1,60 m Länge. Wir scheinen unser Camp an einem Warantreffpunkt zu haben.

Eine Raubwespe hat einen Heuhüpfer gefangen und schleppt ihn zu einem vorher ausgehobenen Loch. Ihr Opfer ist nur gelähmt und wird von ihr als lebendige Nahrung für ihren Nachwuchs dort vergraben. Inzwischen schwimmen 2 Warane gleichzeitig vorbei – der ganz Große und der Kleinste.

14.45 Uhr wir fahren auch heute noch einmal auf Pirschfahrt – Richtung Serondela: Elefanten, Elefanten, Elefanten, viele Giraffen, Büffel, Impalas. Es ist ein Kommen und Gehen, zum Fluss und wieder zurück in die Wälder. Oft müssen wir anhalten und Elefanten den Vortritt lassen. Viele Mütter mit ganz winzigen Elefantenkinder sind dabei, überqueren eilig die Piste. Sie, wie auch die Tanten sind besorgt, dass den Kleinen etwas geschieht. Die „Halbstarken“ machen oft ein Geschrei, bleiben mit wackelnden Ohren auf der Piste stehen und spielen „großer Mann“, doch wenn wir nah herankommen, laufen sie geschwinde in den Busch. Ich hoffe, dass meine Fotos aus dem Auto heraus gut geworden sind.

An der Serondela Picknicksite machen wir wieder kehrt und machen uns auf den Heimweg. Wieder vorbei an all den Elefanten und Büffeln, meist dauert es eine ganze Zeit, bis wir an einer Elefantenfamilie vorbei kommen. Eine Hyäne kommt uns auf der Piste entgegengelaufen- leider dreht sie um, als sie uns bemerkt. Es gelingt mir nur ein einziges Foto durch die Windschutzscheibe. Eine 2. Hyäne läuft schon in den Busch, kaum, dass wir sie gesehen haben.

Weiterhin viele Elefanten und auch Giraffen, sogar ein Hippo ist schon an Land unterwegs und grast nur ca. 3 m neben der Piste. Es frisst genüsslich die grünen Gräser und lässt sich von uns nicht stören.

Wir erreichen unser Camp. Hier haben es sich inzwischen Elefanten gemütlich gemacht - sie stehen im Wasser und baden und bespritzen lautstark sich mit Wasser bzw. fressen von den grünen Blättern der Büsche. Sie lassen sich durch uns nicht stören und ziehen nur langsam wieder zurück in den Busch. Noch lange hören wir sie trompeten und kollern.

Essen kochen, danach spülen, währenddessen baut Günter das Zelt auf. Es wird schon wieder Zeit die Stirnlampen hervorzuholen, das Lagerfeuer brennt und die Weinschorle stehen parat. Es ist naht schon wieder das Ende eines perfekten Tages mit wunderschönen Erlebnissen.

Der Mond ist schon aufgegangen, ½ voll spendet er schon wieder ordentlich Licht. Ein letzter Rest des Sonnenuntergangs, ein schwaches Licht färbt den Himmel violett.


22.03.2010 14.00 Uhr 38° C/18.00 Uhr 32° C/ 18.45 Uhr 31° C
KM 335.859


Mehrfach müssen wir nachts zum pinkeln (zu viele Weinschorle). Der Himmel ist jedes Mal sternenklar und kein Tier ist zu hören. Erst um 5.00 Uhr brüllen Löwen – wieder muss ich zum pinkeln ´raus. Die ganze Zeit habe ich versucht, es zu ignorieren, aber was muss, das muss. Das Löwengebrüll ist nicht so weit entfernt und so geht das kleine Geschäft ziemlich rasant direkt neben einem Autoreifen.

Wenn ich bedenke, dass wir noch gestern Abend im Schein der Stirnlampen zum Duschen zum Waschhaus gelaufen sind und auch weil ich dringend zur Toilette musste. Der Weg kam uns schon sehr lang vor im Dunkeln, im Gegensatz zu tagsüber.

Um 6.15 Uhr sind wir endgültig aus dem Schlafsack. Zelt zusammen legen, Frühstück, losfahren um 7.15 Uhr.

Am Gate noch ein letzter Schwatz mit einem Ranger und der obligatorische Austrag. Unsere Fahrt Richtung Grenze verbinden wir noch einmal mit einer Pirschfahrt entlang des Flusses. Büffel in Massen, Impalas, Lechweantilopen. Nach nur 1 Stunde Fahrt erreichen wir die Ngoma Bridge und es dauert nicht lange und wir reisen aus nach Namibia. Beide Grenzformalitäten verlaufen schnell und professionell.

Wir fahren Katima Mulilo (64 KM) entgegen. Schmucke Dörfer, sauber gefegte Höfe, gute Teerstraße. Wir halten Ausschau nach kleinen Holzbündeln. Schließlich kaufe ich 2 für 10 N$ bei einem streng riechenden jungen Mann. Katima ist bald erreicht und wir erfahren, dass wir wegen des gestrigen Independence Day kein Geld tauschen können -l die Banken haben auch heute noch geschlossen. Wir tanken für 300 N$ 40 l und im Supermarkt bekomme ich auch noch unsere Vorräte wieder aufgefüllt.

Weiter geht es auf guter Teerstraße Richtung Kongola (110 KM) um dann am Abzweig wieder auf die uns altbekannte Allwetterstraße zum Mudumu N.P. zu wechseln. Viele Dörfer – große, wie kleine – entlang der staubigen Piste und nach ¾ Std. Fahrt erreichen wir den Eingang zum Nationalpark.

Ein netter, junger Ranger erledigt die Formalitäten und wir erfahren, dass die Preise sich nicht geändert haben: 90 N$ für uns beide für den Eintritt, campen ist weiterhin umsonst. Er will wissen, was unser Familienname für eine Bedeutung hat – zuerst verstehe ich nicht, warum er das wissen will und erkläre, dass es lediglich ein Name ohne Bedeutung sei. Er erzählt uns, dass er demnächst Vater eines Mädchens wird und er Name hat für seine Ohren so nett geklungen, dass er schon dachte, er könne ihn für seine Tochter nehmen. Da soll er sie doch lieber „Malaika“ nennen – Suaheli = „Mein Engel“ schlage ich ihm vor und Günter singt das Lied dazu. Oh, er lacht, dass kennt er auch und singt mit Günter mit.

Campplatz Nr. 1 sieht jetzt nach der Regenzeit sehr grün aus. Die Büsche rundherum stehen im üppigen Blätterkleid und der Linyanti- Fluss ist auch hier sehr breit.

Wir stellen unser Auto in den Schatten und nachdem wir Tisch und Stühle ausgepackt haben, gönnen wir uns ein Mittagessen. Das Rosinenbrot ist noch ganz frisch und schmeckt köstlich, dazu Käse hmmmm!

Seit ein paar Tagen habe ich einen schönen Spitznamen für Günter gefunden „Senior Tarzan“ – hahaha, das „Senior“ vorneweg hört er gar nicht gerne, jedenfalls anfangs. Jetzt hat er sich schon daran gewöhnt und lacht selbst darüber.

Der Hippobulle gegenüber hat schon Laut gegeben und uns klar gemacht, dass er der Herrscher über diesen Flussabschnitt ist. Wir sitzen im Schatten und genießen den fantastischen Blick auf den Fluss. Anschließend bringt uns eine kurze Fahrt zu Platz Nr. 2 nicht viel - der Platz liegt gleich am Wasser, zu empfehlen für einen längeren Aufenthalt. Weiter kommen wir nicht, Schlamm versperrt uns die Weiterfahrt. Also geht es zurück ins Camp.

Vögel lärmen, Hippos prusten weit entfernt. Auf der anderen Flussseite beobachten wir eine Lechweantilope, auch Elefantentrompeten ist zu hören.

Zum Abendessen backen wir Pfannkuchen, bestrichen mit Erdbeermarmelade - köstlich. Anschließend kommt unsere Waschschüssel wieder zum Einsatz. Wir müssen mit Wasser nicht mehr sparen und können uns so verschwenderisch abwaschen und abduschen. Abschließend fühlen wir uns so richtig sauber und erfrischt.

Um 18.00 Uhr ist es zwar immer noch heiss, aber der leichte Wind ist angenehm. Immer noch sind es 32° C, aber diese Temperaturen können wir sehr gut ertragen. Die Sonne nähert sich schon wieder dem Horizont, ihre Strahlen werden golden, dazu hören wir den klagenden Ruf eines Weisskopfseeadlers, das Hippo prustet immer noch.

„Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukehren. Ich hatte es noch nicht verlassen, aber nachts lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach“ E.H.

Das Lagerfeuer verbreitet schönes Licht und Romantik. Unser selbstgebasteltes Windlicht wird leider immer wieder vom Wind ausgeblasen. Die Hippos prusten immer lauter und lauter, der Sternenhimmel steht gigantisch über uns.

Erst als wir in den Schlafsack kriechen kommen Wolken auf und für ca. 30 Minuten setzt ein heftiger Wind ein. So plötzlich, wie er gekommen ist hört er auch wieder auf.






23.03.2010 14.00 Uhr 38° C/18.45 Uhr 29° C KM 336.101

Die letzte Nacht in einem Nationalpark verlief ungestört. So, als ob sich alle Tiere noch einmal präsentieren wollen kichert zum Morgen zuerst eine Hyäne, dann trompeten Elefanten, Paviane kreischen, als sie massakriert würden und zum krönenden Abschluss brüllen Löwen. Die Hippos haben die ganze Nacht über geprustet.

Um 6.30 Uhr bauen wir das Zelt ab, frühstücken anschließend und um 7.30 Uhr fahren wir los. Der Abzweig nach Divundu (210 KM) ist nach 45 Minuten erreicht und zurück auf der guten Teerpiste (deutsche Wertarbeit) fahren wir Popa Falls entgegen.

Zuerst noch üppige Felder, danach ist Buschland entlang der Piste zu sehen. Große Schilder warnen vor Elefanten, wir sehen allerdings noch nicht einmal ein Schwanzhaar. Um 11.00 Uhr erreichen wir Divundu und die restlichen 5 KM bis zum Ressort sind schnell gefahren.

Der Platz steht dieses Jahr nicht komplett unter Wasser, nur die Plätze direkt am Wasser sind z.T. überflutet. 2 andere Camper stehen schon auf den trockenen Plätzen – der nette Platzwärter zeigt uns, dass wir wieder neben den Waschhäusern, genau gesagt auf den Picknickplätzen campen können. Das in der Trockenzeit träge fliessende Rinnsal, ist mächtig angeschwollen und überflutet einen Teil des Rasens. In gut 8 m fliesst es an unserem Camp vorbei.

Schnell wasche ich noch einen Teil unserer Wäsche durch – sie flattert im Wind. Hoffentlich wird sie noch trocken, es ziehen nämlich in der Zwischenzeit dunkle Wolken auf. Es ist trotzdem sehr warm, z.T. schon unangenehm schwül.

Es sind noch 2 weitere Fahrzeuge angekommen – Südafrikaner (Buren) wie man sie sich vorstellt (dicke Männer, fette Frauen), die auch nur grüßen, wenn man ihnen fast schon auf den Füßen steht. Sie haben ihre Bodenzelte direkt am Waschhaus aufgestellt, wahrscheinlich haben sie Angst, dass das Wasser noch bis zu ihren Zelten steigt. Während der 3 Std. seit wir hier sind, ist es sichtbar gestiegen. Der nette Angestellte hat uns bei der Ankunft erzählt, es werde damit gerechnet, dass bis Freitag die Flutwelle Divundu erreicht und das Camp wieder komplett überflutet wird.

Paulus – der Cousin von Peter – will uns eine Bootsfahrt aufschwatzen. Wir erklären ihm, dass wir die Fälle ja schon kennen und bei dem Wasserstand nicht interessiert sind. Er versucht sich vor dem Security Mann zu verstecken, denn vor Jahren waren die Kinder so aufdringlich mit ihrer Bettelei, dass die Camper sich belästigt fühlten. Jetzt darf von den Dorfbewohnern niemand mehr auf den Platz.

Noch mehr Camper kommen angefahren. Da nicht so viele Plätze zur Verfügung stehen, wird es langsam eng. Richtig nette Leute sind auch heute leider nicht dabei. Es sind wieder „weiße“ Namibier, arrogant bis zum geht nicht mehr. Einmal haben wir richtig Schadenfreude: da springt die Frau aus dem Auto und stolziert über das überflutete Gelände. Scheinbar hat sie angenommen, dass das Wasser nicht tief ist und sie auf dem hinteren etwas höher gelegenen, trockenen Teil campen können. Dabei verkalkuliert sie sich – das Wasser ist viel tiefer als gedacht und sie steht mit ihrem wadenlangen Höschen bis zum Oberschenkel im Wasser; gleichzeitig lässt sie ihre Jacke fallen und auch sie ist nass. Uns keines Blickes würdigend stolziert sie zurück zum Auto. Mann hat die sich lächerlich gemacht !!!!!!

Früh machen wir uns ans kochen: Impalasteaks mit Spaghetti und Tomatensalat. Super lecker - das Fleisch absolut zart.

Die Sonne ist schon untergegangen und langsam wird es uns kühl. Wir verbrennen unser letztes Holz und gehen früh schlafen. Um 21.00 Uhr kriechen wir in den Schlafsack, das Lagerfeuer ist fast heruntergebrannt, Wolken bedecken den Himmel.


24.03.2010 KM 336.348

6.15 Uhr heißt es wieder aufstehen. Zusammenpacken, frühstücken, duschen – um 7.30 Uhr starten wir Richtung Grootfontein (445 KM). Nachts hat es etwas geregnet und auch heute Morgen ist es noch bedeckt und kühl.

Immer noch ist es kalt und es regnet leicht. Ich ziehe mir sogar einen leichten Pulli über. Der Caprivi ist üppig grün und verschiedene Bäume blühen in rosa und violetten Blüten. Die Menschen frieren und laufen mit hoch gezogenen Schultern durch den Regen. Jeder, der nicht unbedingt muss, bleibt in der Hütte. Wasserlachen am Wegesrand. Endlich erreichen wir Rundu – wir tanken für 150 N$ 15 l Diesel. Es hat fast aufgehört zu regnen und wir hoffen, dass es bis Grootfontein wärmer wird.

Die Landschaft ist auch hier unglaublich grün; alle Haustiere sind wohlgenährt und viele haben auch Junge. Ca. 120 Km vor Grootfontein endet für uns das „echte“ Afrika. An der Desease – Kontrollstelle werden wir kurz aufgehalten und schon sind wir im Farmland. Zäune prägen das Bild. Wir zählen die Kilometer bis Grootfontein. Endlich - gegen 13.00 Uhr haben wir die ca. 465 KM geschafft.

Im Supermarkt decken wir uns noch einmal mit dem nötigsten für die restlichen Tage ein und im Take Away kaufe ich für uns Hawaii - Burger. Zuerst verstauen wir unsere Einkäufe im Kühlschrank und machen uns mit Heißhunger über die Burger her. 2 kleine Jungen sprechen uns an „Missis, please give me....“. Zuerst beachten wir sie nicht, aber sie lassen nicht locker: „please, give us something to eat, only something and we leave“. Da schmeckt mir der Hamburger nicht mehr - ich hole ein ¾ Brot und 1 KG Maismehl hervor und schenke es ihnen. Damit ziehen sie glücklich ab.

Gegen 13.40 Uhr laufen wir im Maori Camp ein. Es ist noch Mittagszeit und nur Peter sehen wir draussen am Tisch sitzen und Zeitung lesen. Eine Begrüßung herzlich, aber typisch Peter: „was wollt ihr denn hier“. Eine ganze Zeit unterhalten wir uns, er will Conni wecken, die vor der Glotze eingeschlafen ist, aber wir halten ihn zurück. Wir haben doch Zeit, bleiben noch 2 Nächte und können uns noch viel unterhalten. Alle Hunde sind noch gesund und munter und begrüßen uns freundlich: Otto, Klara, Emma, Maja und Shalaika.

Wir suchen uns einen Stellplatz und bauen unser Zelt auf. Ausser uns ist noch eine Camperin auf dem Platz - die Schweizerin Carmen, die aber in Südafrika lebt. Seit vielen Jahren ist sie alleine unterwegs und hat schon viel erlebt: z.B. ein Nashorn hat sie schwer verletzt bei einer Fußsafari im Tschad. Ihr eigenes Fahrzeug hat sie abgesichert. Ein Knopfdruck und es wird Tränengas versprüht. Außerdem besitzt sie einen Elektroschocker, nachdem sie bereits einmal überfallen wurde und nur mit knapper Not entkam. (Später erzählt sie, dass sie vor 30 Jahren an der Grenze Tansanias von 5 Schwarzen vergewaltigt wurde. Ihre grösste Sorge war damals, dass sie mit HIV infiziert worden sei). Trotzdem reist sie immer noch umher – hat sich halt nur abgesichert, so weit man das kann. Sie ist schwer einzuschätzen, was das Alter angeht- vielleicht zwischen 60 und 70 Jahren. Wir geben ihr Tipps für die Kalahari, die sie von Nord nach Süd durchfahren möchte. Ausserdem raten wir ihr, bei Joyce und Simon in Maun zu übernachten, die beiden können ihr bestimmt noch viele nützliche Tipps geben.

Das Wiedersehen später mit Conni ist sehr herzlich – nicht so, als ob wir uns 1 ganzes Jahr nicht gesehen hätten. Abends sitzen wir zusammen und unterhalten uns hervorragend. Wir haben uns warm angezogen, wissen wir doch, wie biestig kalt es nachts hier wird. Der Himmel hat sich zugezogen, und wie zu erwarten zieht ein kräftiges Gewitter auf. Schnell bauen Günter und ich unser Zelt wieder ab, denn auch der Wind hat schon ordentlich aufgefrischt. Nach noch nicht einmal 10 Minuten sitzen wir schon wieder bei Conni und Peter.

Nachmittags sehen wir uns den fast fertigen Kindergarten an – toll ist er geworden mit WC und sogar einer Dusche. Der Raum für die Kinder wurde von Conni liebevoll eingerichtet: kleine Stühle, niedrige Tische erinnern an das Haus der 7 Zwerge. Auch Spielzeug fehlt nicht und draussen gibt es Schaukeln, einen fast fertigen Sandkasten, 1 Wippe und sogar ein Trampolin. Nur noch die offizielle Genehmigung muss erteilt werden und dann kann er starten.

Peter schaut sich später das Fussballspiel Schalke gegen Bayern im Fernsehen an (er ist Bayern-Fan) und gibt uns immer wieder den aktuellen Spielstand nach draussen weiter. Bis 23.15 Uhr sitzen wir zusammen, bauen schnell unser Zelt auf und liegen in kürzester Zeit im Schlafsack.

Regentropfen klopfen jetzt auf das Dach, auch der Wind hat aufgefrischt und zerrt am Vorzelt.


25.03.2010 14.00 Uhr 31° C

In der Nacht haben Gewitter und Regen wieder aufgehört. Die Sterne funkeln vom frisch gewaschenen Himmel. Um 7.00 Uhr werden wir wach, leider sind wieder Wolken aufgezogen und noch ist es ziemlich kühl.

Trotzdem heisst es ´raus aus dem Schlafsack und zuerst die frisch renovierten heissen Duschen nutzen. Günter hat in der Zwischenzeit alles für das Frühstück fertig gestellt und wir geniessen das leckere, frische Brot vom deutschen Bäcker.

Carmen verabschiedet sich und mit Peter, der zusammen mit den Hunden den „Hof abschreitet“ unterhalten wir uns schon eine Weile. Die Hunde sind im Gelände verteilt und kommen nur ab und an, um sich ihre Streicheleinheiten abzuholen. Langsam setzt sich die Sonne gegen die dichten Wolken durch.

Cecilia und „Klein Conni“ werden um 10.00 Uhr vorbeikommen und wir sind schon gespannt, was sie zu unseren Mitbringseln sagen wird. Unsere Waschschüssel soll sie auch bekommen, als Badewanne für das „Möhrchen“.

Pünktlich erscheinen Mutter und Kind und es gibt eine herzliche Begrüßung. Das Möhrchen ist soooo süß, am liebsten würde ich es mitnehmen. Cecilia ist wirklich eine Nette, etwas schüchtern und so stolz auf ihre kleine Tochter, die sie – in Afrika oft üblich – scheinbar alleine groß zieht.

Später werden Conni und ich zum Supermarkt fahren und für den heutigen Grillabend einkaufen. Willi der Rentner ist gestern nicht erschienen und soll natürlich heute auch mit dabei sein.

Später im Supermarkt kaufen Conni und ich Koteletts, Kartoffelsalat, Brot, Tomaten, Gurken – eben alles für einen Grillabend.

Willi mit seiner Hündin Lady erscheint pünktlich und auch Carmen ist wieder aufgetaucht, sie muss einen Tag länger bleiben, da die Kreditkarte nicht, wie versprochen bei der Bank eingetroffen ist. Wir sind eine lustige Runde und oh Wunder, der Abend ist sogar angenehm warm.


26.03.2010 KM 336.793

Gegen 4.00 Uhr morgens hat es wieder angefangen zu regnen, dazu weht ein sehr heftiger Wind, ab und an blitzt es auch, Donner ist nicht zu hören. Das Zelt ist dicht und wir kuscheln uns tief in den Schlafsack und schlafen nach Günters Pinkelpause wieder ein. (Günter steht bis zu den Knöcheln im Wasser, als er draussen ist, der Platz ist komplett überflutet)

Aufstehen um 6.30 Uhr - gerade wird es hell. Alles aus dem Zelt packen wir zuerst einmal in einen Seesack- leider können wir nichts ordentlich verstauen, denn alles ist pitschenass. Wir werden erst in der Pension unsere Plünnen für den Rückflug ordentlich verpacken.

Der Boden gleicht einer Schlammschlacht und unsere Sandalen kleben im Matsch. Die heiße Dusche tut gut und anschließend können wir erst einmal die Sandalen abwaschen, zum Frühstück bei Conni gehen wir in Badeschlappen. Zwischenzeitlich regnet es wieder, wie aus Kübeln ausgegossen und wir sind froh, dass wir schon alles verpackt haben.

Wir können uns gar nicht trennen, doch nach dem reichhaltigen Frühstück müssen wir doch endlich los. Um 9.30 Uhr ist es dann soweit – wir reiten vom Hof (2x campen + 2x Frühstück = N$ 260).

Dicke, dunkle Regenwolken hängen über uns und es schüttet immer wieder. Unsere 1. Etappe ist schnell erreicht, wir tanken nochmals nach und weiter geht es. Gott sei Dank hat es kurze Zeit später aufgehört zu regnen und wir können zügig Richtung Windhoek weiter fahren. Für namibische Verhältnisse ist viel los auf der Straße, auch einige LKW überholen wir.

Okahandja ist erreicht – ein kurzer Stopp am Supermarkt. Im Take-Away kaufe ich unseren Mittagssnack, den wir kurz hinter dem Ort auf einem Picknickplatz verspeisen. Schon sind wir auf der B1 wieder unterwegs. Wir fahren den Western Bypass, dann in Richtung Flughafen. Fast auf Anhieb finden wir die Pension Christoph.

Bei Amanda, der netten Besitzerin checken wir ein und werden anschließend ins Zimmer begleitet. Hier gefällt es uns gut: der Raum ist sehr schön, es gibt sogar einen Safe, ein modernes Bad und eine Minibar mit ganz normalen Preisen. Alle Zimmer sind um einen Pool gruppiert, es gibt eine Rasenfläche mit Sonnenliegen und zu jedem Zimmer gehören 2 Stühle mit Tischchen vor der Tür.

Nachdem wir unsere ganzen Sachen eingeräumt haben, gönnen wir uns eine Flasche Bier und etwas zu essen und sind anschließend so müde, dass wir ins Bett gehen und schnell einschlafen. Günter schläft fast ohne Unterbrechung bis zum nächsten Morgen durch, ich stecke mir die Stopfen in die Ohren und schlafe auch bis um 6.30 Uhr.



27.03.2010 14.00 Uhr 35° C KM 337.243

Gut ausgeschlafen und bereit zu neuen Taten. Wir machen uns fertig und geniessen das Frühstück mit allem, was dazugehört.

Anschließend bringen wir das Auto zurück zu H.H.. Er ist bereits an der Hüfte operiert und humpelt an 2 Krücken. Seine Frau Lola ist heute auch da und wir unterhalten uns kurz. Sie erzählt, dass Botswana geplant habe, die Nationalparks für Selbstfahrer nicht mehr zuzulassen. Sie hatten eine Anfrage, wie viele ihrer Autos (30-40) monatlich nach Botswana fahren. Anschließend bekamen sie ein Fax, dass diese Pläne (vorerst) ad acta gelegt wurden.

Frau Lola fährt uns auch zurück in die Stadt – H.H. darf vorerst nicht Auto fahren. Sie gibt uns den Rat mit einem Funk-Taxi zurück in die Pension zu fahren, da diese im Gegensatz zu den „Nummerntaxen“ sicher seien.

Wir müssen uns beeilen mit unserer Shopping-Tour, obwohl es erst 9.30 Uhr ist, aber heute ist Samstag und die Geschäfte schließen bereits um 13.00 Uhr (man bedenke, Windhoek ist die Hauptstadt!).

Wir schlendern die Independence Ave. entlang, schauen uns die Geschäfte an. Die Stände an der Christuskirche haben bessere Angebote, als die an der Post Street und wir kaufen dort ein paar Mitbringsel. Zwischendurch stärken wir uns mit Eiskaffe und Eisschokolade.

Bei Weeke kaufen wir Stoff für Übergardinen und Sofakissen, in einer Wechselstube tausche ich noch etwas Geld, bei Bushman´s Art schauen wir uns die Ausstellung an und an einem der Stände an der Christuskirche treffen wir tatsächlich die Tochter von Marianna (Epupa Falls). Ich lasse ihr Grüße von der blonden Frau bestellen, die sie schon oft getroffen hat und ihr den Vortrag über Kondomis gehalten hat.

Wir nehmen ein Taxi – der Fahrer namens Harry bietet an, uns auch heute Abend zu Joe´s Beerhouse zu fahren. Wir einigen uns darauf, dass er um 18.30 Uhr erscheint.

Nachmittags liegen wir am Pool und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Heute ist es wieder wolkenlos und wir nutzen die Gelegenheit, Sonne zu tanken. Wir sind froh, dass wir uns für diese Pension entschieden haben.

Pünktlich steht Harry am Tor und bringt uns zu Joe´s. Obwohl wir nicht vorgebucht haben gibt es noch genügend Platz - es ist auffallend leer, man merkt gut, dass es wenig Touristen gibt. Das Essen: Oryxfilet, Folienkartoffel mit Rahmsoße, Salat – ist so gut, wie immer. Dazu noch Wein für Günter und für mich eine Weinschorle. Mit Harry haben wir vereinbart, dass wir ihn anrufen, wenn wir abgeholt werden möchten. Als der Angestellte ihn für uns anruft, stellt sich heraus, dass er die ganze Zeit vor dem Lokal gewartet hat. Es gibt so wenig Touristen in Windhoek, dass es sich für ihn nicht lohnte, irgendwo anders hinzufahren. Wir bedanken uns, für seine nette Art und Zuverlässigkeit mit einem guten Trinkgeld.

In der Pension räumen wir noch alles zusammen und gehen schlafen.


28.03.2010

Wir duschen und machen uns fertig, für die Fahrt zum Flughafen. H.H. wird uns um 11.00 Uhr ein Taxi schicken. Zunächst genießen wir noch das gute Frühstücksbuffet und anschließend sonnen wir uns noch kurz. Das Taxi ist dann pünktlich zur Stelle – es fährt uns derselbe Taxifahrer, wie auf der Hinfahrt. Das einchecken erfolgt ohne Probleme und wir erhalten – wie auch schon in Frankfurt – bereits die Bordkarten für Jo´burg. Im Restaurant essen wir noch gut zu Mittag und stöbern anschließend im Duty Free Shop.

Der Urlaub ist endgültig wieder vorbei - tolle Erlebnisse, leider war es wieder einmal viel zu kurz. Das Auto hat super gehalten, bis auf den 1 Aussetzer.

Gefahrene Kilometer: insgesamt 4.220
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
3'700 Beiträge · seit 200902. Jan. 2011 · #2
Hallo Jambotessy,

vielen Dank für diese kurzweiligen Bericht, der mir heute den Abend verschönt hat. Bin froh, dass wir im Juni in diese Gegend fahren. 46 Grad sind definitiv nicht mein Klima! Mal schauen, was wir dann noch an Tieren am Boteti sehen werden.

Alles gute für das neue Jahr und herzlichen Gruß
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter2'610 Beiträge · seit 200702. Jan. 2011 · #3
Hi Marina,

so schlimm war es nicht mit dem 45°C. Da es überall auf den Campplätzen schöne Schattenbäume gibt und im Kühlschrank genug kalte Getränke gebunkert waren, haben wir es gut überstehen können.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
236 Beiträge · seit 200702. Jan. 2011 · #4
Hallo,

grundsätzlich finde ich es echt bewundernswert, wenn sich jemand so viel Mühe macht, ein Tagebuch online zu stellen. Danke dafür!

Aber ich weiß ja nicht, wie es anderen Fomis geht, aber wenn ich einen soooooooooooooooo langen Text sehe, fange ich erst gar nicht an zu lesen.

Vielleicht wäre es geschickter gewesen, das Tagebuch mit Bildern anzureichern oder in verschiedenen Posts aufzugliedern.

Außerdem frage ich mich, was ein Tagebuch unter dem Thema Mietwagen zu suchen hat... 😉

Ich weiß, es klingt vielleicht etwas "klugscheißerisch", aber das ist nun mal meine Meinung und ich denke, dass die ganze Mühe, die wirklich sehr löblich ist, bei manchen Fomi ins Off verpufft, weil das Format etwas, na sagen wir mal, "benutzerunfreundlich" ist.

Aber zum Glück hat ja jeder da seine eigene Meinung und man braucht es ja nicht zu lesen! 😄

Gruß
criss
Tiefsandtaucher: Unser privater Reise- und Abenteuerblog für Individualreisende und Selbstfahrer mit vielen Reiseberichten aus dem südlichen und östlichen Afrika Blog: https://www.tiefsandtaucher.de Facebook: https://www.facebook.com/tiefsandtaucher/
3'383 Beiträge · seit 200902. Jan. 2011 · #5
Hallo Jambotessy,
hab Deinen Bericht auch grad gelesen. Wahnsinn, was Du Dir da für eine Mühe gemacht hast. Aber ich gebe auch zu, dass ich so ungefähr ab der Mitte einen schnelleren Gang eingelegt habe. Es ist schon sehr lang, Dein Bericht, aber nichts desto trotz sehr interessant.

Obwohl wir keine Camper sind und wahrscheinlich auch nie werden ist es für uns schon immer von Interesse, wie ihr das alles so meistert. Ganz ehrlich, ich hätte da manchmal schon ein wenig Angst, wenn mir da der Löwe grad mal 3 Meter hinter meinem Zelt vorbeischleicht. Ja und wenn ich mir dann vorstelle, auch noch raus zum pinkeln zum müssen ...

Schade, dass Du nicht ein paar Bilder eingefügt hast. Dann wäre das ein bisschen aufgelockerter geworden.

LG und auch Dir ein gutes neues Jahr
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
3'766 Beiträge · seit 200602. Jan. 2011 · #6
Hallo Jambotessy,

ich hab mir mal deinen Bericht als PDF runtergeladen und werde ihn portionenweise in den Mitagspausen durchlesen.

Das mit den Bildern ist so eine Sache, das braucht viel Zeit und hätte ich meine Reisegeschichten erst nach dem eingestellt wäre er heute noch nicht fertig 🙂

Aber ich erkenne an den Reaktionen das ich nächstes Mal meinen Bericht unbedingt kürzen muss 😄

Ich finde es immer Toll wenn sich jemand so viel Mühe macht, belebt es doch ein Forum.

Danke für deinen Bericht mit den besten Wünschen zum 2011, Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
1'117 Beiträge · seit 201002. Jan. 2011 · #7
Hallo Jambotessy,

danke für deinen tollen Reisebericht. Ich habe mir den verregneten Vormittag mit der Lektüre versüsst. 😁
Campen ist so gar nicht unser Ding, aber beim Lesen lockt es doch, den Tieren so anders begegnen zu können!
Bei der "Optik" muss ich den anderen Recht geben, allerdings kann man sich den Text zum Lesen ja auch einteilen. Wie Kurt es macht.
Bilder im Text sind eine schöne Auflockerung - im extra Album wären sie nicht so leicht zuzuordnen. Sie machen aber auch wirklich viel Arbeit. Ich habe gerade 100 Bilder für meinen Bericht auf das vorgegebene Format klein gerechnet. Puh, hätte ich das vorher gewusst…
Irgendwie wird es wohl ein Eiertanz bleiben, Aufwand und Resultat in ein gutes Verhältnis zu bekommen. 😕

Danke noch mal und einen guten Start ins Neue Jahr
Beate
3'766 Beiträge · seit 200602. Jan. 2011 · #8
Beate2 schrieb:
Ich habe gerade 100 Bilder für meinen Bericht auf das vorgegebene Format klein gerechnet. Puh, hätte ich das vorher gewusst…
Beate
Hallo,

IrfanView heisst die Option, da kannst du zB 100 Bilder auf einmal mit der Stapelverarbeitung Klein rechnen 🙂 gibt es umsonst im Netz. Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 02. Jan. 2011
1'117 Beiträge · seit 201002. Jan. 2011 · #9
Hallo Kurt,

hier nur eine kurze Antwort, in der Hoffnung, dass der Thread jetzt nicht zur Bildbearbeitung mutiert - das lasst uns bitte woanders weiter diskutieren.

Die meisten Bilder wurden aus Video Material herausgearbeitet. Da hilft erst mal nur Handarbeit und dann arbeiten wir mit dem MAC, da funktioniert dein genanntes Programm nicht.
Aber im nächsten Urlaub habe ich meine eigene Kamera, dann wird alles anders...

Noch einen schönen Sonntag
Beate
1'409 Beiträge · seit 201002. Jan. 2011 · #10
Hallo Jambotessy,

vielen lieben Dank für diesen schönen Reisebericht. Da hast Dir richtig Mühe gegeben und ich konnte mir schon einige Tipps für unsere Botswana-Reise Ende April "notieren". 😎

Schönen Sonntag noch
LG
Fleur
https://www.TickerFactory.com/ Bots Zim 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283181-auf-tuchfuehlung-mit-zimbabwe-die-zim-light-tour.html KTP 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/278551-ktp-ja-wo-sind-denn-alle-hin.html CKGR/KTP 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/236736-schee-waras-ckgr-a-ktp-april-2012.html Nam/Bots 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/195675-wie-alles-begannnambot-april-2011.html
137 Beiträge · seit 201002. Jan. 2011 · #11
Hallo Jambotessy,

Vielen Dank für dieses ausführliche, schön zu lesende Tagebuch.
Ihr scheint ja Einiges an Afrika-Erfahrung zu haben.
Daher jetzt eine Frage:
Mich wundert ein wenig, wie “flapsig“ ihr mit den Elefanten umgeht.
Ich würde wohl nie versuchen, diese Tiere mit Lärm und Lichtsignal vom Weg zu vertreiben.
Wir sind im Chobe Park mal einem Bullen offensichtlich zu nahe gekommen und der hat uns ein gutes Stück über die Piste gejagt......
Haben euch Elefanten nie angegriffen, wenn ihr versucht habt, den Weg irgendwie frei zu machen?

Viele Grüsse

Manfred
Themenstarter2'610 Beiträge · seit 200703. Jan. 2011 · #12
Hallo liebe Leser,

@ Mühe hat es mir nicht gemacht, das Tagebuch so zu schreiben. Im Urlaub schreibe ich jeden Abend ein paar Seiten (schön altmodisch per Hand ins Buch 😄 ) und zu Hause schreibe ich es nur noch ins Reine.

@ Das mit den Bildern habe ich noch nicht auf die Reihe bekommen - wir haben große Bilddateien und ich bin im Ganzen nicht so firm, dass ich sie verkleinern könnte 🙁

@ Manfred: wir haben ja auch fast 2 Std. gebraucht, um an den beiden Elefanten vobeizukommen. Sie haben mehrfach gemeinsame Sache gemacht und uns vertrieben, wenn wir ihnen zu nah kamen. Grundsätzlich haben wir für uns festgestellt, dass die Elefanten nur in gaaanz wenigen Fällen richtig Ernst machen. Zeichen dafür: Rüssel zusammengerollt, Ohren angelegt und dann laufen sie und laufen. Dann hilft nur noch Rückwärtsgang rein und weg. Die einheimischen Bauern vertreiben die Elefanten des nachts (und auch tagsüber) mit Geschrei, Flintenschüsse und klopfen auf Bratpfannen. Warum sollte es bei uns nicht auch klappen? 🙂

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
137 Beiträge · seit 201003. Jan. 2011 · #13
Hallo Jambotessy,

Vielen Dank für die umfassende und freundliche Antwort. Ich hoffe sehr, dass ihr auch in Zukunft das richtige Gespür für den Umgang mit den Rüsseltieren habt. Mir ist die “Gebärdensprache“ der Ellis zwar auch bekannt, habe aber nicht eure Erfahrung. Ausserdem habe ich eine ängstliche Frau, die den besagten Angriff noch nicht ganz verdaut hat. 😐
Somit werde ich mit diesen Tieren wohl auch weiterhin etwas vorsichtiger umgehen müssen als ihr. Ich wünsche euch und uns noch viele spannende und schadlose Elefanten-Begegnungen. 😄

Viele Grüsse
Manfred
1'312 Beiträge · seit 200603. Jan. 2011 · #14
Hallo Tessy,

habe mit Genuß dein Tagebuch gelesen. Mir war es nicht zu lange.
Ich habe so viele Gebiete, die ich auch kenne, noch einmal virtuell erleben dürfen. Da kommt Sehnsucht auf.

Liebe Grüße
Claudia
http://meine.flugstatistik.de/tk240 Meine Bilder auf flickr
1'003 Beiträge · seit 200804. Jan. 2011 · #15
stimmt, Claudia 😉
danke Tessy für den schönen Bericht - erinnert an unsere Trips - lustig fand ich die Stellen mit dem Zeltauf und -abbau 🤪
Die Zelte halten viel aus ... - hattet Ihr ein weisses oder ein blaues Auto ?
vielleicht solltest Du den Admin kontaktieren, dass der den Fred nach BW->Reiseberichte verschiebt ... 😊
Ich weiss nicht, was Ihr immer gegen CKPIP02 habt - ich fand's schön dort - wobei ich auch CKPAS02 als das schönste Site empfinde
Gruss
Christian
Themenstarter2'610 Beiträge · seit 200704. Jan. 2011 · #16
Hi Fordfahrer,

wir hatten ein weißes Fahrzeug (Diesel)- warum fragst du?????


Grüße Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
113 Beiträge · seit 201004. Jan. 2011 · #17
Jambotessy schrieb:
Hi Fordfahrer,

wir hatten ein weißes Fahrzeug (Diesel)- warum fragst du?????


Grüße Jambotessy
Hallo,

sehr schöner Reisebericht. Da steigt die Vorfreude auf Namibia. Zum Glück geht der Flieger schon nächste Woche. 🙂
Ich wundere mich über eine Sache mit dem Auto. Wir haben auch bei HH ein Fahrzeug gebucht.
Am Anfang des Reiseberichtes schreibst Du, ihr hättet eine zweite Batterie für den Kühlschrank.
Dann im Reisebericht schreibst Du irgendwo, die Lampe am Kühlschrank ging nicht an, obwohl der Wagen lief.
Ist der Sinn einer zweiten Batterie nicht der, daß der Kühlschrank auch bei ausgeschalteter Zündung läuft?
Aus diesem Grund haben wir nämlich den Wagen mit der zweiten Batterie gebucht.

Viele Grüße
Frank
Reisebericht. Regenzeit in Namibia
Themenstarter2'610 Beiträge · seit 200704. Jan. 2011 · #18
Hi Nanamibi,

wir haben uns nach der Aktion des "Mechanikers" nicht mehr getraut, den Kühlschrank laufen zu lassen, wenn wir nicht mehr gefahren sind. Wir sind beide absolute Nullen,was mit Automechanik oder noch schlimmer Elektonik zu tun hat. Deshalb hatten wir uns überlegt, das wir lieber den Kühlschrank ausstellen, wenn der Motor nicht läuft. Uns war das Risiko zu groß, dass evtl. beide Batterien leergesoffen werden. (trotz der hohen Temperaturen haben unsere Lebensmittel keinen Schaden genommen!)Das grüne Lämpchen hatte damit nichts zu tun - es hatte sich auch nur eine kurze "Auszeit" genommen.

Später wurde uns von H.H. bestätigt, dass wir gut daran getan hatten, dem "Mechaniker" nicht zu trauen - es wäre wirklich so gegangen, wie wir uns gedacht hatten: die Batterien wären beide leer gewesen.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
1'003 Beiträge · seit 200804. Jan. 2011 · #20
@tessy
nur damit ich Bescheid weiss, falls ich in 4 Wochen wieder den blauen Blitz bekomme oder ein weisses Auto mit flackerndem grünen Lich 😉 - ich glaub jedes seiner Fahrzeuge hat so seine Eigenheiten - macht Ihn aber auch sympatisch 😎

Gruss
Christian