Jagen - was haltet ihr davon ?

43 Antworten · 11,0k Aufrufe · gestartet 10. Aug. 2010 von Whiteflower
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Themenstarter3 Beiträge · seit 201010. Aug. 2010 · #1
Hallo Forum-Mitglieder,

beim Duchstöbern nach Lodges in Namibia bin ich jetzt vermehrt auf Seiten gelandet die dort Preislisten für Abschüsse anbieten. Das hat mich ehrlich gesagt leicht gschockt. Ich kann es gar nicht nachvollziehen, wie man Tiere als Urlaubsspaß schießen kann. Was haltet ihr davon? Werden die Tiere für den Abschuss gezüchtet?

Gruß Simone

P.S. Ich will niemanden mit dieser Anfrage angreifen sondern nur ehrliche Meinungen dazu hören.
4'141 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #2
Hallo Simone,
kann dich gut verstehen, mir ist es vor Jahren auch nicht anders gegangen, als ich diese Erfahrung machen musste. Wie alles, so hat auch dieses Ding seine zwei Seiten. Zum einen sind da die Gäste-Jagd-Farmen, auf denen du im Prinzip gegen "gutes" Geld alles schießen kannst. Hier wird zum Teil auch speziell für die Jagd gezüchtet. Sogar einen Nashornbullen kannst du dir vor die Flinte treiben lassen. Bei diesen gefährdeten Arten ist aber die Jagd ziemlich reglementiert. Will heißen, der Nashornbulle wird nur zum Abschuss freigegeben, wenn er für die Fortpflanzung nicht mehr taugt. Dann aber bringt sein Abschuss viel Geld, das man - das hoffe ich mal! - wieder in den Artenschutz stecken kann. Auch beim Abschuss sogenannter "Problemelefanten" fließt Geld in die Kassen der Naturschutzbehörde und das Fleisch wird meist an Dorfbewohner verteilt.
Manche Jagdfarmen züchten auch ganz gezielt Tiere, die dann nach "waidmännischem Aussortieren" zum Abschuss freigegeben werden. Das ist inzwischen eine nicht zu unterschätzende Geldquelle in Namibia. Etliche Farmen leben davon, das bringt mehr ein, als Rinder zu züchten!
In Deutschland werden ja auch Rehe und Hirsche für den Wirtshausteller gezüchtet.
Dann ist da noch die andere Seite der Geschichte, das sind die Trophäenjäger aus Europa und Übersee. Dafür habe ich nun überhaupt nichts übrig, dass sich diese Grünröcke mit ihren Schießprügeln nach Afrika aufmachen, um ihre lächerliche Potenz zu beweisen und dabei vorgeführte Tiere abknallen, um sich dann ausgestopfte Köpfe, Pfoten oider sonstige Trophäen an die Wand zu hängen. Das hat überhaupt nichts mit Hege, Pflege oder sonstigen Ausreden zu tun. Ernsthaften Jägern hierzulande ist übrigens solche Jagd auch zutiefst zuwider. Dazu mein Respekt!
Inzwischen akzeptiere ich - widerwillig, gebe ich zu! - dass Farmen in Namibia Jagd anbieten. Aber ich habe ja auch immer noch die Wahl, solche Lodges nicht aufzusuchen.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
1'250 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #3
Hallo zusammen,

Burschi, Du hast es sehr sachlich beschrieben, vielen Dank!
Dein letzter Satz ist dabei - für mich jedenfalls - der Wichtigste!!

Einen schönen Tag wünscht
Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
3'766 Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #4
Hallo,

ein Grund für die Bejagung von Wild auf Farmen ist die dass Wildfleisch ein Bestandteil des Lohnes für die Angestellten ist (ca. 2 Kg/Woche Angestellter), ist so wie wenn wir im Supermarkt Fleisch kaufen, das war auch mal lebend.

Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
2'048 Beiträge · seit 200710. Aug. 2010 · #5
Hallo Simone,

erstmal herzlich willkommen in diesem Forum,
wo du gleich zu Beginn eines der heftigen Reizthemen ansprichst.
Jagd ist in Namibia völlig selbstverständlich. Ich kenne praktisch keine Farm, auf der nicht gejagt wird. Früher war das Fleischkontingent für die Farmarbeiter üblicher Teil des Lohnes.
Tatsache ist, dass der Wildreichtum im Farmland in den letzten 10 Jahren beträchtlich zugenommen hat, weil mit Wild oft besser und sicherer verdient werden kann als mit Rindern oder Schafen.
Du kannst sicher sein, dass kein Oryx, Kudu, Eland, Zebra oder Springbock, dessen Fleisch du auf allen Speisekarten findest, sich tot gelacht hat. Der Verkauf von Wildfleisch oder die Fleischjagd (z.B. für Biltong) ist heute eine wesentliche Einnahmequelle für die Farmer. Diese Einnahmen werden aber unter Landwirtschaft und nicht unter Jagd in den Statistiken stehen.
Die hier so oft geschmähte Trophäenjagd ist aber ebenfalls einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktor für Namibia. Im Gegensatz zu den hier im Forum meist praktizierten Camping-Selbstfahrer-Reisen lassen diese Touristen nämlich wirklich viel Geld im Land. Welche Motive und in welcher Art und Weise diese Jagd dann durchgeführt wird unterscheidet sich sicher sehr und es gibt da auch einiges was mich sehr stört. Aber auch bei den Touris im Land sehe ich sehr viel, was mich aufregen kann. Trotz dieser schwarzen Scharfe werde ich aber nicht den Tourismus an sich angreifen.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
563 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #6
Hallo Simone,

auf Farmen, auf denen keine Raubtiere auf natürliche Art und Weise das kranke und schwache Wild reißen, muss m.E. die Jagd einsetzen. Auch auf den Lodges, die keine Jagd anbieten wird regelmäßig Wild zur Eigenversorgung erlegt. Es gibt auch die Möglichkeit diese Tiere zu fangen und dann zu schlachten.

Eine Überpopulation von Wild in einer Region kann zu Krankheiten führen, die das Wild dahinrafft. Zuletzt mir bekannte Krankheit war die Kudutollwut.

Persönlich esse ich gerne auch in Namibia ein Kudusteak, Springbock etc. . Diese Tiere springen aber nicht von selbst in Pfanne. Zum Schluss möchte ich hinzufügen, dass ich kein Jäger bin und noch kein Stück Wild mit der Büchse oder Bogen erlegt habe.

Gruß Mike
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
1'086 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #7
Hallo Simone,

man muss hier klar unterscheiden. Auf fast jeder Farm wird für den eigenen Bedarf das ein oder andere Tier geschossen. Einige Farmen bieten jedoch Trophäenjagden an. Das sind dann die sogenannten Jagdfarmen.

Gruß Klaus
Themenstarter3 Beiträge · seit 201010. Aug. 2010 · #8
Danke für die vielen Antworten.

In Südafrika habe ich gesehen wie die Touris in die Straußenfarmen rennen und dort ganz wild Fotos machen. Habe in Deutschland noch keinen Touri gesehen der in den Kuhstall rennt und davon Fotos macht. ;o)

Natürlich ist mir bewusst, dass der Springbock auf meinem Teller nicht freiwillig da gelandet ist, genauso wie die Kuh in Deutschland. Wobei ich aber auch hier kein Fleisch im Supermarkt kaufe sondern nur von unserem Metzger. Ich denke mal, dass in Afrika und auch hier eine ernsthafte Jadt ihren Sinn hat, wenn es um Überpopulationen oder die Vermeidung von Verbreitung von Krankenheiten geht.

Aber diese Trophäenjagd, da kann ich nichts sinnvolles drin sehen. Habe im Fernsehen mal einen Bericht gesehen, wie so ein möchtegern Jäger sich einen Löwen zum Abschuss gekauft hat. Bis das arme Tier dann endlich Tod war vergingen einige Schüsse.

Gruß Simone
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #9
Hi Simone,

ein beliebtest Streitthema hier im Forum 😉
Will mich auch nur ganz kurz dazu äußern, ausführlichere Meinungen von mir dazu findest Du über die Suche - wenn Interesse besteht..
Aber diese Trophäenjagd, da kann ich nichts sinnvolles drin sehen.
Vorausgesetzt ein Tier muss erlegt werden. Würdest Du als Besitzer dieses Tieres es selber schießen oder jemand anderen es schießen lassen der 1000 Euro dafür zahlt? Den Besitzer kann man meiner Meinung nach dafür nicht verurteilen, den Jäger kann man vielleicht maximal unmoralisches Verhalten vorwerfen. Nur so ein Gedankenanstoß...

Sonnige Grüße
Christgian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'048 Beiträge · seit 200710. Aug. 2010 · #10
Simone schrieb:
Wobei ich aber auch hier kein Fleisch im Supermarkt kaufe sondern nur von unserem Metzger.
also vertraust du dem Mann/Frau besonders, der das Tier persönlich getötet hat.

Ich persönlich bin mir sicher, dass ein Wildtier (egal ob mit oder ohne Trophäe), das frei gelebt hat und durch einen sicheren Schuß getötet wurde, weit weniger leiden muss als ein Stalltier in Massentierhaltung, das über hunderte Kilometer zum zentralen EU-Schlachthof transportiert wurde um dort dann "Tierschutzgerecht" getötet zu werden.

Du kannst in Deutschland auch bei einem Jäger oder Förster in deiner Region Wild kaufen, dessen Herkunft und Zustand du prüfen kannst. Im Handel und auch in der Gastronomie findest du in D auch viel Wildfleisch aus Farmhaltung z.B. in Neuseeland. Wild ist dabei eine zulässige Angabe - das kann dann auch z.B. Känguruh aus Australien sein. Sauer eingelegt ist das dann ohnehin nicht mehr so zu unterscheiden.

Viele Grüße
jaw
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zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
1'715 Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #11
Obschon ich kein Jäger bin, übernachte ich in Namibia immer wieder auf einer Jagd und Gästefarm. Da wird neben Rinder auch Wild gezüchtet.
Die Jäger mit denen ich dort gesprochen habe, sind nicht die hier als schiesswütige, potenzgeschwächte beschriebenen Menschen. Das liegt vielleicht auch am Farmer und seinem Personal welche die Kunden auf der Jagd begleiten und das aufgepürte Tier zum Abschuss frei geben.
Wenn es jemandem Spass macht eine Trophäe braucht um sein Heim zuverschönern, ist das nicht mein Problem. Ein Elefantenfuss als Hocker, oder eine Affenhand als Aschenbecheruntersatz gefallen mir auch nicht. Aber das ist halt Geschmackssache.

Ich bin nicht Vegetarier also kann ich mich nicht über Jäger aufregen.

Gruss
Emanuel
http://africanomads.wordpress.com/ www.nelson2africa.blogspot.com https://europenomads.travel.blog/ YouTube Kanal https://bit.ly/3uEEK59
579 Beiträge · seit 201010. Aug. 2010 · #12
Hallo,

ich würde da auch differenzieren. Ein Jagdbetrieb wäre für mich kein kategorisches Ausschlußkriterium. Aber Jagdfarmen, die im Internet primär mit Fotos werben, auf denen fettleibige Jäger vor der "erjagden" Trophäe posieren, würde ich meiden. Jagdfarmen, die für viel Geld die Jagd auf vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Geparden anbieten, würde ich auch meiden.

Sonnige Grüße
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
499 Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #13
Hallo,

es ist, wie überall im Leben: die Menschen und ihr Verhalten prägen unsere Meinung. Ich habe mal in Swakop in einem Restaurant neben 3 Ami's in Tarnkleidung gesessen, die sich sehr lautstark und alkohol trinkend über ihre Jagderfolge unterhalten haben. Wie schwierig und anstrengend, Kampf mit dem Tier und seinen Instinkten etc. Schlussendlich waren an ihren Taschen Sticker einer Jagdfarm, also wurde ihnen das Getier sicher vor die Flinte geschubst...
Das hat, so muss ich zugeben, meine Meinung zur Trophäenjagd sehr geprägt...
Tobias
2'349 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #14
Ich möchte hier nicht für die Jagd auf Katzen sprechen, aber ganz kurz zur Info:

Hierzu muss man sagen, dass z.B. für das Jahr 2010 die Trophäenjagd auf Katzen in Namibia verboten wurde.

Außerdem gelten in Namibia strenge Jagdgesetze, die nur eine begrenzte Zahl von Abschüssen der verschiedenen Species pro Jahr auf einer Farm erlauben.

Die erlaubten Zahlen werden individuel für jede Farm abhängig vom Wildbestand (der wird regelmäßig kontrollierrt), der Lage und Größe der Farm bestimmt.

Für Katzen haben Farmen in der regel 0-3 Tiere im Jahr zum Abschuss frei und die wenigsten Jäger kommen ins Land um Katzen zu schiessen.

Zumindest in Namibia gibt es noch sehr viele Geparde. Da es allerdings gesetzlich verboten ist diese lebend auszuführen, kann man diese nicht einfangen und in anderen afrikanischen Ländern ansiedeln. Auch finanziel wäre das nicht machbar. Geparden-Sperma wird allerdings von Schutzprojekte ausgeführt. Das ist legal.

Falls es euch freud oder beruhigt: Von den wenigen, die es versuchen erwischen SEHR, SEHR viele Jäger die scheuen und intelligenten Katzen eh nicht.

Trophäenjagd allerdings im allgemeinen hilft schon den Wildbestand zu erhalten und ist heutzutage schon sinnvoll.

Die kontrollierte Trophäenjagd gibt dem Wild einen finanziellen Wert, wodurch es gehegt und geschützt wird. Ohne Trophäenjagd würden Farmer und Einheimische schon einen großteil der Wildtiere außerhalb der Nationalparks abgeschossen haben oder durch intensive Viehzucht und Landwirtschaft zu Grunde gerichtet haben. Vor allem vielen seltenen Antilopenarten, die vor Jahren stark bedroht waren, kam die Trophäenjagd zu Gute, da diese sich so erhalten und vermehren konnten.

Außerdem wie schon gesagt - zur Vermeidung von Krankheiten (z.B. Kudu-Tollwut) und zur Reduzierung von Überbeständen ist sie durchaus sinnvoll, da die Farmen mit dem eingenommenen Geld Maßnahmen ergreifen können um ihren Wildbestand zu hegen und zu erhalten.

Da nur "reifes Wild" zum Abschuss frei gegeben werden darf, werden für die Trophäenjagd auch nur möglichst alte (in der Regel sehr alte) Tiere geschossen und ihr Fleisch verwertet. So wird Platz für neuere Generationen frei.

Bei reiner Fleischjagd ist das nicht immer der Fall.

Ohne die kommerzielle Jagd gäbe es (und ich weiß, dass das viele nicht glauben wollen) sicher bei weitem nicht mehr so viel Wild in Afrika!


Die meisten Jäger sind übrigens sehr nette, naturverbundene und tierliebe Menschen, die keineswegs alles niederschiessen und sich auch am Anblick von lebenden Tieren erfreuen können.

Das aber alles nur als Anmerkung! Zu dem Thema hat jeder eine eigene Meinung und darf sie gerne vertreten!

Lg, Otji!

P.S. @ Lowflyer: Nix für ungut, aber das Gewicht eines Jägers (ob schlank oder dick) spielt in keiner Hinsicht eine Rolle. 🙂

@Tobias: Ok, aber das waren halt Amis... 🙂 Die Ausnahme in NAM. Schau dagegen mal deutsche bzw. europäische Jäger (mit Jagdschein und Ausbildung) an! In Namibia wird sicher nichts vor die Flinte geschubst! Hier herrschen mit die ethischten und strengsten Jagdgesetze in Afrika!
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #15
Hi Otji,

100 % richtig dargelegt und absolute Zustimmung meinerseits!

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'349 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #16
Danke Christian! Freud mich!

😉

Auch wenn ich jetzt bestimmt mit viel "Schimpfe" aus dem Forum rechnen muss...

😐
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #17
Auch wenn ich jetzt bestimmt mit viel "Schimpfe" aus dem Forum rechnen muss...
Dann wird die "Schimpfe" ja jetzt auf uns beide verteilt 😉

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
7'294 Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #18
Tobias schrieb:
Schlussendlich waren an ihren Taschen Sticker einer Jagdfarm, also wurde ihnen das Getier sicher vor die Flinte geschubst...
Hallo

Mh, in Namibia wird meines Wissen hauptsächlich auf zwei Arten auf Trophäen gejagt. Einerseits durch die Pirsch, die auch sehr anstrengend und langwierig sein kann und andererseits durch den Ansitz z.B. in der Nähe eines Wasserlochs. Was ich für die Trophäenjagd noch nicht gehört habe ist die Treibjagd wie sie z.B. in Europa praktiziert wird.

Ohne dass ich selber jage, habe ich aber schon viele Stunden mit Jägern und auch schon auf der Jagd als Begleiter zugebracht.
Die Jäger die ich bisher kenengelernt habe, sind grösstenteils sehr vernünftige und nette Menschen mit denen ich auch gerne an ein Lagerfeuer sitze und den Abend geniessen. Es geht bei den meisten Themen auch keinesfals ums Jagen sondern häufig auch ums reisen, kochen oder wie schön es ist am Lagerfeuer zu sitzen und ein Bier zu trinken.
Viele der Jäger sind übrigens für einige Tage auf der Jagd und verbringen die restliche Zeit Ihres Namibia Urlaubs als ganz normale Touris.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
447 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 · #19
Es mag alles richtig sein, was ihr schreibt. Und beschimpfen muss man sich auch nicht.
Aber das Thema Jagd ist ein sehr emotionales Thema, und mir z.B. dreht sich beim Anblick der Trophäen-Bilder unwillkürlich der Magen um.
Deshalb würde ich persönlich nicht auf einer Jagdfarm übernachten wollen, ganz unabhängig von den Argumenten, die für die Jagd angeführt wurden.
Kathrin und Olli Manchmal wollen die Goetter, dass etwas nicht gelingt, damit die Menschen die Demut bewahren. Reisebericht Botswana Apr/Mai 08: http://www.namibia-forum.ch/download/olliboe08.pdf Reisebericht Botswana Jun 09: Feuertaufe im Regenwasser Norwegen 2010
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 · #20
Hi Oli,
Aber das Thema Jagd ist ein sehr emotionales Thema, und mir z.B. dreht sich beim Anblick der Trophäen-Bilder unwillkürlich der Magen um.
Nachvollziehbar... aber das Fleisch des Tieres ist Du dann doch auch, oder?

Ich verstehe da einfach grundsätzlich nicht so recht das Problem für jemanden neutralen außenstehenden. Der Farmer bekommt Geld dafür, ein anderer ist über die Trophäe glücklich und wir bekommen unser leckeres Fleisch 🙂 Alternativ gibt es die sogenannte "Biltonjagd" (@Chrigu: übrigens auch als Drück- bzw. Treibjagd durchgeführt) oder die Fleischjagd eines Farmes. Da wird das Fleisch auch gegessen, nur es freut sich keiner über die Trophäe und der Farmer hat Betrag X weniger in der Kasse.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!