Jagen - was haltet ihr davon ?

43 Antworten · 11,0k Aufrufe · gestartet 10. Aug. 2010 von Whiteflower
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1'680 Beiträge · seit 200710. Aug. 2010 ·
Olli Bö schrieb:
Es mag alles richtig sein, was ihr schreibt. Und beschimpfen muss man sich auch nicht.
Aber das Thema Jagd ist ein sehr emotionales Thema, und mir z.B. dreht sich beim Anblick der Trophäen-Bilder unwillkürlich der Magen um.
Deshalb würde ich persönlich nicht auf einer Jagdfarm übernachten wollen, ganz unabhängig von den Argumenten, die für die Jagd angeführt wurden.
dem kann ich nur zustimmen ... wobei ich denke, wir haben dabei ähnliche Bilder im Kopf ... Jagd-Touris, die ein- zweimal im Jahr ne Waffe in die Hand nehmen, kaum Schiesstraining haben und die Tiere nahezu martialisch "abschlachten" ... gegen einen gezielten, direkt tödlichen Schuss ist nichts einzuwenden und genau das macht einen guten Jäger aus, aber über dieses Können verfügen die wenigsten Jagd-Touris.
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 ·
Hi Marie,
aber über dieses Können verfügen die wenigsten Jagd-Touris.
das weißt Du genau woher? Etwa 50-60 % der namibischen Jagdtouristen kommen aus Deutschland, haben die deutsche Jägerprüfung, die nachweislich als eine der schwersten Prüfungen weltweit gilt, abgelegt und verfügen über weitreichende Kenntnisse die weit über das töten von Tieren hinaus gehen.

In der Tat sieht es bei den amerikanischen (Bogen)jägern anders aus. Da steht das reine töten häufiger im Vordergrund... aber mittlerweile gibt es ja zahlreiche Jagdfarmen in den USA wo Elefanten, Löwen etc. zur Jagd angesiedelt wurden. Die müssen dann ja nicht mehr nach Afrika reisen!

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
447 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 ·
Hi Christian,

nein, ich esse kein Fleisch.

Ich habe auch grundsätzlich kein Problem mit den Farmern, aber ich muss das einfach für mich im Urlaub nicht haben.
Deshalb verteufele ich weder Farmer noch Jäger noch Fleischesser, es ist halt einfach nur meine Einstellung zu dem Thema.

Viele Grüße,

Kathrin
Kathrin und Olli Manchmal wollen die Goetter, dass etwas nicht gelingt, damit die Menschen die Demut bewahren. Reisebericht Botswana Apr/Mai 08: http://www.namibia-forum.ch/download/olliboe08.pdf Reisebericht Botswana Jun 09: Feuertaufe im Regenwasser Norwegen 2010
2'349 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
@ M@rie:

Da muss ich widersprechen: Fast immer besitzen Jagdtouristen einen Jagdschein und haben jagdliche Erfahrung in ihren Heimatländern.

Jemand, der kein Jäger ist, nur 1-2mal im Jahr eine Waffe in der Hand hat und nicht schiessen kann, fährt normal nicht nach Afrika um dort zu jagen.

Außerdem wird in der Regel bevor es auf Jagd geht erst mal schiessen auf dem Schiesstand der Farm auf eine Zielscheibe geübt unter Aufsicht des gesetzlich zugelassenen Jagdführers.

Aber die Einstellung dürfen du und andere hier selbstverständlich haben, dass du bzw. ihr auf solchen Farmen keinen Urlaub machen möchtet. Das ist klar!

Jeder wie er mag! 😉
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 ·
Hi Katrin,
nein, ich esse kein Fleisch. Ich habe auch grundsätzlich kein Problem mit den Farmern, aber ich muss das einfach für mich im Urlaub nicht haben.
Dann ist Deine Einstellung für mich absolut nachvollziehbar 🙂 Man kann sich im Urlaub was schöneres vorstellen, da gebe ich Dir recht!

Sonnige Grüße
Christian
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1'680 Beiträge · seit 200710. Aug. 2010 ·
Hallo Christian,

travelNAMIBIA schrieb:
M@rie Schrieb:
aber über dieses Können verfügen die wenigsten Jagd-Touris.
das weißt Du genau woher? Etwa 50-60 % der namibischen Jagdtouristen kommen aus Deutschland, haben die deutsche Jägerprüfung, die nachweislich als eine der schwersten Prüfungen weltweit gilt, abgelegt und verfügen über weitreichende Kenntnisse die weit über das töten von Tieren hinaus gehen.
ich kenne die Dt. Jagdprüfung (komme aus einem (Pacht) Jagdhaushalt), nur sagt die nicht wirklich was über die Schiessqualitäten aus 😉

travelNAMIBIA schrieb:
In der Tat sieht es bei den amerikanischen (Bogen)jägern anders aus. Da steht das reine töten häufiger im Vordergrund... aber mittlerweile gibt es ja zahlreiche Jagdfarmen in den USA wo Elefanten, Löwen etc. zur Jagd angesiedelt wurden. Die müssen dann ja nicht mehr nach Afrika reisen!
und trotzdem tun sie's 😉 ...
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
579 Beiträge · seit 201010. Aug. 2010 ·
Hallo,

Otjikoko schrieb:
P.S. @ Lowflyer: Nix für ungut, aber das Gewicht eines Jägers (ob schlank oder übergewichtig) spielt in keiner Hinsicht eine Rolle. 🙂
Da habe ich mich wahrscheinlich schlecht ausgedrückt. Ich wollte keinesfalls Jäger oder Übergewichtige pauschal angreifen. Wenn sich jemand verunglimpft fühlt, entschuldige ich mich schon mal.

Wenn ein Jäger tagelang auf Pirsch war und nach Anstrengungen und mit List ein Tier erlegt hat, dann kann ich noch abstrakt nachvollziehen, dass er stolz auf seine jagdsportliche Leistung ist - auch wenn ich da selbst keine Freude dran hätte.

Wenn man einige Fotos im Internet sieht, dann sind die Jäger da so dick, dass sie wohl keine 100 Meter ohne Sauerstoffzelt zu Fuss gehen wollen und können. Die wurden dann mit dem Auto in ein abgezäuntes Areal gebracht, haben ein paar mal abgedrückt und brüsten sich dann mit ihrem Jagderfolg. Da ist mir völlig unverständlich, auf was man da Stolz sein könnte? Auf das pure Töten? Und zumindest auf diese Kategorie Jäger möchte ich im Urlaub nach Möglichkeit nicht treffen. Diese Art von Jägern meint wohl auch Tobias in seinem Kommentar.

Einige Jagdfarmen bebildern ihre Website vor allem mit Fotos von Jägern, die stolz vor den erschossenen Tieren posieren. Andere stellen in den Bildern die Schönheit der Natur in den Vordergrund. Das kann man als ein Indiz für die Atmosphäre auf der Farm werten. Freilich kann man da auch mal falsche Schlüsse ziehen.

Sonnige Grüße
2'349 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
@ Lowflyer:

Ich respektiere deine Meinung und möchte nicht länger den Jagdtourismus rechtfertigen.

Aber:

Was die Fotos auf solchen websites angeht: Sie sind eben dazu gedacht Jäger (und nicht normale Foto-Touristen) anzusprechen.

Und du hast recht! Für Nicht-Jäger sind das krasse Bilder.

Aber für die Jäger ist das eine schöne Erinnerung an einen unvergesslichen Jagdurlaub.

Man könnte das tote Tier natürlich auch einfach auf's Auto werfen ohne es zu fotografieren. Aber was wäre daran besser? Mit diesem letzten Foto erweist man dem Tier auch noch mal einen gewissen Respekt. Sicher, das können nun wieder wenige nachvollziehen, ich weiß...

Solche Fotos und Trophäen sind für Jäger halt einzigartige Erinnerungsstücke wie für normale Touris gekaufte Souvenirs.

Als Nicht-Jäger ist dies sicher schwer zu verstehen.

In der Regel findet man auf solchen websites aber auch Bilder von Landschaft und lebenden Tieren.

Und was die übergewichtigen Jäger angeht: Die sind oft fitter als man denkt! Und auch die Jagd vom Ansitz aus ist durchaus ethisch.

Und um es noch mal zu betonen: Vor die Flinte getrieben oder gar in kleinen Gattern zum Abschiuss frei gegeben wird in Namibia nichts! Die Jagdgesetze und ethischen Richtlinien sind in Namibia diesbezüglich sehr streng!

Auch darf vom Auto aus nicht gejagd werden.

Zum Abschluss: Ob auf Lodgen, Gästefarmen oder Jagdfarmen: Macht es alle so wie ihr es wollt! Hauptsache es gefällt euch!

Ich wünsche euch allen noch viele schöne Reisen nach Afrika, viel Spaß und viele unvergessliche Erlebnisse dort!

Lg, Otji!
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
4'142 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
Hallo Otji,
ich verstehe deine Argumentation voll und ganz. Und wenn du als Betreiber einer Jagdfarm dies alles so machst, ist das auch in Ordnung.
Auch völlig in Ordnung ist das Jagen zur Versorgung der Farmangestellten mit Fleisch. Dass dies in Namibia eine ganz andere Rolle spielt als hier in Deutschland musste ich auch erst lernen, respektiere dies auch inzwischen.
Leider muss ich aber einigen Stimmen in der Diskussion auch Recht geben, die eine bestimmte Art von Trophäenjagd abscheulich findet. Diese findet tatsächlich auch statt. Ich will hier niemanden namentlich anprangern, aber "vorgeführte" Tiere zum Abschuss und "Gattergagd" gibt es und es werden auch Katzen illegal geschossen. Das weiß ich.
Leider sind mir auch deutsche Jäger mehrfach über den Weg gelaufen, die den hier beschriebenen Amerikanern zum Verwechslen ähnlich sind. Töten von Tieren aus reiner Lust oder Gier auf die Trophäe habe ich leider schon erlebt. Dies aber verabscheue ich zutiefst und solche "Jäger" sind mir echt zuwider. Ich bin übrigens mit einem Jäger befreundet, der meine Meinung teilt.
Grüße:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
2'349 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
Hallo Burschi,

zum Glück sind mir solche Jäger in Namibia noch nicht begegnet. Schwarze Schafe gibt es aber sicher überall... Sicher nicht nur in Namibia bzw. Afrika 🙁

Aber die Abscheu gegenüber solchen Leuten teile ich auch mit dir und deinem jagenden Freund.

Lg, Otji!
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
5'483 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
Die Jagd zur Fleischbeschaffung finde ich vollkommen in Ornung. Der Mensch ist als Allesfresser ausgelegt und somit gehört auch Fleisch zu unserer natürlichen Nahrung. Fleisch muss nicht zwangsläufig aus der Stall, Zucht und Schlachthaus kommen. Geschossene Wildtiere hatten vor ihrem Tod sicherlich ein besseres Leben als anderes Schlachtvieh.

Womit ich aber erhebliche Probleme habe ist die Trophäen-Jagd. Es ist die innerer Einstellung dieser Jäger, die mich schaudern lässt. Diese Einstellung, die einen Lustgewinn aus dem Töten von Tieren zieht.

Wenn es nur um die jagdsportliche Leistung ginge, könnte man auch auf Fotopirsch gehen. Da sind die Herausforderungen die gleichen, die Trophae ist lediglich 2D anstatt 3D. Das schießen selbst ist jedenfalls keine Leistung, wer mal beim Bund war, weiss das.

Somit habe ich den Eindruck, dass diese Menschen das Töten für die Aufwertung Ihres Egos brauchen. Herr über Leben und Tod zu sein, scheint einen besonderen Reiz auszumachen.

Da ich weiss, dass ich mich mit Trophäen-Lägern innerhalb kürzester Zeit in den Haaren hätte, gehe ich diesen Menschen besonders im Urlaub aus dem Weg, um mir die schönsten Tage des Jahres nicht verderben zu lassen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
2'721 Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 ·
Dass das Thema Jagd ein sehr heikles und vielfältiges ist, kann man hier fühlen.
Ich möchte gerne meine wenigen Erfahrungen mit Jägern mitteilen.
Ich hatte einen Kollegen der Jäger war. Mehr wusste ich erst nicht und er war mir einfach unsympathisch. Bis es zu einer sehr langen, aufschlussreichen Unterhaltung kam. Ich wurde aufgeklärt über Jagd - Hege und – Pflege, über Krankheiten und Überstände usw. Er hat seine Aufgaben sehr ernst und gewissenhaft ausgeführt und diese mit mir diskutiert. Seit diesem Zeitpunkt sehe ich die Jagd mit etwas anderen Augen. Viele, natürlich gibt es auch Andere, kennen die Jagd vom Hörensagen, aus dem Fernsehen und der Presse. Was da geboten wird sollte teilweise verboten werden. Ich denke, diese Berichterstattungen tragen auch sehr viel zum Unverständnis der Jagd bei.
Ganz klar: Trophäenjagd verurteile ich auch. Vor allen Dingen wenn man - als Beispiel - Löwen mit den schönsten Mähnen im besten Alter abschiesst und nicht berücksichtigt, was das für die Population, bzw. nur die Familie dieses Prachtexemplars bedeutet. Löwinnen paaren sich nicht mit Youngstern und die Familie kann im schlimmsten Fall nicht überleben. Das könnte man fortsetzen für alle Tierarten. Die Aufzählung spar ich mir.
Wie überall gibt es in der Jagd schwarze, geldgierige Schafe, traurig aber wahr. Aber deswegen die Jagdfarmen generell zu verteufeln finde ich etwas zu mutig. Auch wir haben schon auf sog. Jagd- und Gästefarmen übernachtet (allerdings nicht auf reinen Jagdfarmen) und haben von der Jagd überhaupt nichts mitbekommen, trotzdem sie stattgefunden hat. Man kannte unsere Einstellung und die der anderen Gäste (Nichtjägern) zu Tieren und hat das sehr diskret behandelt. Auch die oft selbstgefälligen Gespräche über die Jagd blieben aus.
Solch eine Erfahrung musste ich trotzdem bei einer Sundowner – Fahrt machen. 2 Gäste waren Jäger und haben sich bei jedem Tier das wir sahen lautstark über den Wert bei einem Abschuss usw. unterhalten. Dies war echt widerlich. Ein kleiner Hinweis, dass wir keine Jäger sind hatte keine Wirkung. Aber eben: Jäger ist nicht gleich Jäger.
Gisela
2'349 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
Gisela schrieb:
Aber eben: Jäger ist nicht gleich Jäger.
Danke Gisela!

DAS ist genau die Quintessenz der Diskussion!
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
5'538 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 ·
Hallo Zusammen,

erst einmal ein herzliches Danke für die Sachlichkeit in diesem emotionalen Thema.

Ich möchte nur noch eine kleine Ergänzung zur Trophäenjagd anbringen. Die meisten Jäger gehen nicht auf Löwen, Elefanten, Hippos, weil das zum einen viel zu teuer ist und zum anderen ihrer eigenen Auffassung von Hege widerspricht. Die Tiere, die sie jagen, sind "essbar" und das Fleisch wird vom Jagdherrn entweder den Angestellten gegeben oder er behält es selbst zur weiteren Verarbeitung. Der Trophäenjäger behält nur das Geweih/Gehörn oder evtl. noch den Kopf und die Schulter. Und ich kenne einige Trophäenjäger, die grundsätzlich keine gesunden Tiere jagen. Sie gehen auf kranke Tiere oder auf solche, die nur ein unvollständiges oder verbogenes Geweih haben und die beim Kampf mit ihren Artgenossen durch diese Verunstaltung benachteiligt sind.

Natürlich gibt es auch die Anderen, die die Lust am Töten haben. Natürlich sind das auch nicht meine Freunde. Aber mal ganz brutal ausgedrückt - es ist mir lieber, sie lassen ihren Jagdtrieb dort aus als beim Menschen.

So, jetzt habe ich genug Unsinn geschrieben. Ich wünsche mir noch eine lebhafte, aber gute Diskussion (nicht nur zu diesem Thema).

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
1'097 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
Hallo Otji,

und wie passen deine ganzen Ausführungen hierzu?
http://www.namibia-forum.ch/forum/12-tiere-und-pflanzen/138702-wuestenloewen.html

DAS hätte es doch nach deinen Beschreibungen zu keiner Zeit geben dürfen?!

Vor allem frage ich mich, warum die betroffenen Jäger nicht umgehend verhaftet wurden, wo sie sich doch offensichtlich illegal verhalten haben.

Meine Meinung zur Trophäenjagd habe ich bereits in dem Thread geschrieben. Eine Wiederholung macht hier keinen Sinn.

Grüße


Otjikoko schrieb:
@ Lowflyer:

Ich respektiere deine Meinung und möchte nicht länger den Jagdtourismus rechtfertigen.

Aber:

Was die Fotos auf solchen websites angeht: Sie sind eben dazu gedacht Jäger (und nicht normale Foto-Touristen) anzusprechen.

Und du hast recht! Für Nicht-Jäger sind das krasse Bilder.

Aber für die Jäger ist das eine schöne Erinnerung an einen unvergesslichen Jagdurlaub.

Man könnte das tote Tier natürlich auch einfach auf's Auto werfen ohne es zu fotografieren. Aber was wäre daran besser? Mit diesem letzten Foto erweist man dem Tier auch noch mal einen gewissen Respekt. Sicher, das können nun wieder wenige nachvollziehen, ich weiß...

Solche Fotos und Trophäen sind für Jäger halt einzigartige Erinnerungsstücke wie für normale Touris gekaufte Souvenirs.

Als Nicht-Jäger ist dies sicher schwer zu verstehen.

In der Regel findet man auf solchen websites aber auch Bilder von Landschaft und lebenden Tieren.

Und was die übergewichtigen Jäger angeht: Die sind oft fitter als man denkt! Und auch die Jagd vom Ansitz aus ist durchaus ethisch.

Und um es noch mal zu betonen: Vor die Flinte getrieben oder gar in kleinen Gattern zum Abschiuss frei gegeben wird in Namibia nichts! Die Jagdgesetze und ethischen Richtlinien sind in Namibia diesbezüglich sehr streng!

Auch darf vom Auto aus nicht gejagd werden.

Zum Abschluss: Ob auf Lodgen, Gästefarmen oder Jagdfarmen: Macht es alle so wie ihr es wollt! Hauptsache es gefällt euch!

Ich wünsche euch allen noch viele schöne Reisen nach Afrika, viel Spaß und viele unvergessliche Erlebnisse dort!

Lg, Otji!
2'349 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 ·
Hallo Seyko!

Da hast du recht! Das war eine riesen Sauerei! Und es ist absolut nicht zu tolerieren!!!

Aber ich habe ja bereits geschrieben "Es gibt überall schwarze Schafe!" (Überall und in jedem Gewerbe auf der Welt!)

Hierbei handelt es sich zweifels ohne um eine Ausnahme. Warum in diesem Fall niemand verhaftet wurde, weiß ich nicht. Aber auch in D. kommen "böse Buben" oft ungeschoren davon. That's not fair... But that's life...

Normalerweise sind die Strafen für so etwas äußerst hart in NAM.

Von den vielen ethisch und gesetzlich korrekten Jagden gibt es halt leider keine solchen Berichte.

Zum Vergleich: Siehe die vielen Threads mit "Verbrechen in NAM oder SA... Reisen dort ist nicht mehr sicher." usw. Das ist ähnlich.

In Namibia ist es mittlerweile sehr schwer eine Abschusserlaubnis für Löwen zu bekommen. Die jagd man eher in Zimbabwe/Zambia und Ost- bzw. Westafrika.

Was da mit dem Wüstenlöwen passierte ist sicher ein Verbrechen und ist auch zu verurteilen. Die Hauptschuld liegt aber meiner Meinung nach bei Jagdführer, der den Löwen zum Abschuss frei gab!

Solche Taten tragen leider stark dazu bei den Jagdtourismus allgemein in den Schmutz zu ziehen, den Ruf zu schädigen und das Bild des "skrupellosen, blutrünstigen, trophäengeilen Großwildjägers" zu festigen.

Wie viele hier außer mir aber schon erwähnten: Der absolute Großteil der (europäischen) Jäger und ist hat ein sehr klares Bild von korrekter ethischen Jagd.

Wie schon oben erwähnt: Jäger ist nicht gleich Jäger!!!

Und Katzen und Großwild gehören - wie Gerd bereits schrieb - meist überhaupt nicht in das "Beuteschema" von Jägern in Namibia, auch wenn diese in sehr geringer Zahl woanders in NAM unter strengen Auflagen legal jagbar wären.


Lg, Otji!
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
4'132 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 ·
@ Seyko
Das was dort mit dem Wüstenlöwen Leonardo geschehen ist, gehört nicht mehr in den Bereich Jagd, noch nicht einmal mehr in den Bereich Trophäenjagd, das war einfach illegal und das nennt man Poaching, das ist nichts anderes als Wilderei.

Allgemein finde ich es gut, dass auch mal einfach so über die Jagd geredet wird, denn viel zu schnell spalten sich bei diesem Thema unnötig die Lager.
Ich habe, auch wenn es bei dem Einen oder Anderen bisher anders angekommen sein mag, nichts gegen DIE Jagd. Ich habe nur etwas gegen die Auswüchse, wie jeder hier. Früher habe ich meine Hühner selbst geschlachtet und wenn man Fleischesser ist und Lederschuhe trägt, kann man wohl schlecht etwas gegen das Töten von Tieren haben.
Entscheidend sind doch nur die Menschen, die das ausführen und ihre Ethik. Es ist wie in allen Bereichen: Das Problem ist der Mensch in seinen Unzulänglichkeiten.

Ansonsten schließ ich mich hier gerne den Ausführungen von Otji an.

Allerdings suche ich auch nicht unbedingt die Nähe von Trophäenjägern, da ich mit ihnen meist recht wenig gemeinsamen Gesprächsstoff finde. Es sind halt ganz verschiedene Welten, aber eines ist sicher: Das was so ein Trophäenjäger an Geld im Lande lässt, übersteigt unsere Camping-Touri-Ausgaben um ein Vielfaches.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
843 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 ·
Hallo!

Wenn die deutsche Jägerprüfung so schwierig ist, wie Christian hier sinngemäss schrieb, dann ist es mit der Jagd im Allgemeinen auf der Welt überall offenbar nicht weit her: Das sog. "grüne Abitur" ist in meinen Augen ein Witz und hat m. E. nicht mal das Niveau eines Biologie-Grundkurs der Oberstufe! Anm.: Ich kenne die Themen und den Fragenkatalog gut.
Wenn ich sehe, wer in meiner Wohnumgebung den Jagdschein hat, da lach' ich mich so was von kaputt! Mit Ach und Krach überhaupt einen Schulabschluss (autsch, das war jetzt aber gemein!), aber im Grünrock auf edel und einen auf Society machen. Da schmeiss ich mich weg 🤪! Davon kenne ich hier einige, die mit einer Waffe frei im Wald rumlaufen dürfen.
Tja, so ist das mittlerweile in Deutschland und anderswo: Jagd ist ein Sport für Herrn und Frau "Jedermann" mit Kohle geworden und ganz hipp.

Bzgl. Namibia und Co mag das alles recht sein, was hier geschildert wird.
Das Grundproblem liegt m. E. darin, dass die Jagd weltweit zu einem Freizeitsport verkommen ist, der mit dem hehrem Anspruch von "Hege und Pflege" nichts zu tun hat.

Eine Zusammenfassung der Forderungen bzgl. einer Reform des deutschen Jagdgesetzes, findet sich hier:

http://www.komitee.de/index.php?deutschland

Heißt für mich in etwa: Dieselben Leute, die nach Namibia zur Jagd fliegen, gehören zu dem "Verein", der in Deutschland aus meiner Sicht Lobbyismus vom Feinsten betreibt (eine allgemein bekannte Tatsache), wahrscheinlich Zeitungsartikel "kauft" (meine persönliche Interpretation), nach wie vor mit hochgiftigem Schrot und Blei jagt (damit Böden und Nahrungsketten verseucht; weil ihnen Stahl zu teuer ist), sich keiner Kontrolle durch Dritte unterzieht (das gibt's in fast keinem anderen EU-Staat), auch in Deutschland auf Zugvögel ballert, wohl auch Greifvögel lokal in größerem Stil verfolgt (eine satte Straftat) und sog. "Raubwild" mit Fallen verfolgt.
Solange diese weitverbreiteten, tagtäglichen Jagdpraxen hier offenbar von der grossen Masse der Jäger toleriert werden und kein Ende finden, kann ich die Jagd in ihrer heutigen Form heutzutage nicht für voll nehmen. Da spielt es für mich einfach keine Rolle, mit welchen Motiven der- oder diejenige (eine Form fehlgeleiteter Emanzipation?) zur Jagd ins Ausland reist und welchen tollen Jagdschein er oder sie hat.
Welche Initiativen gibt es aus der Jägerschaft, die o.g., offensichtlichen Missstände zu ändern? "Reiseinitiativen" nach Afrika oder nach Südamerika, z. B. um auf letztgenanntem Kontinent Vögel haufenweise (!!!) vom Himmel zu holen, und sich so vom "Stress" der (zunehmenden) Kritik im Heimatland zu erholen?

Jagen zur Ernährung oder als Geldquelle (für wen eigentlich???) sind für mich das eine, aber die Freizeitjagd im Allgemeinen ist in meinen Augen von "edlen Motiven" sowie von "Hege und Pflege", wie hier teilweise angeführt, leider Lichtjahre entfernt.

Zum Ausgangspunkt des threads (den gab's ja auch noch): Ich würde jede Farm, die mit Trophäenjagd wirbt, meiden.

By the way: Gatterjagd, z. B. auf Wildschweine, ist übrigens auch in Deutschland üblich.

Grüsse
Dirk
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zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2010
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2010 ·
OFF TOPIC
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Hi Matou,

das grüne Abitur ist wie das normale Abitur von Bundesland zu Bundesland verschieden. Ich kenne eine Prüfer der seit Jahrzehnten prüft (in Hamburg) und es fallen etwa 30-40 % durch. So leicht ist es dann wohl doch nicht... und es ist in der Tat ohne die Lehrgänge und viel lernen nicht zu bewerkstelligen. Übrigens gibt es eine solche Jägerprüfung in kaum einem Land der Erde in solchen Umfang.

Nicht ohne Grund sind mittlerweile fast alle (vielleicht sogar alle, bin ich mir nicht sicher) Jagdverbände in Deutschland (mind 1 pro Bundesland) auch anerkannte Naturschutzverbände und arbeiten z.B. eng mit Greenpeace, NABU etc. zusammen. Es geht mittlerweile eben um viel mehr als nur Jagen.

Ansonsten erübrigt sich ein Kommentar zu Deiner Ansicht - jeder hat seine Meinung, ob falsch oder richtig...

Sonnige Grüße
Christian

P.S. Ja, Gatterjagd gibt es in Deutschland. Läuft aber in aller Regel deutlich "humaner" als das Schlachten von Rindern auf einem Schlachthof ab.
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
843 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 ·
Hi Christian,

warum gibt es dann zu Hauf immer noch die von mir genannten Missstände, wenn doch die Prüfung so schwer ist?
Klar kann man genügend schwierige oder Fangfragen stellen, aber das Gesamtniveau halte ich für eher "mässig".
Das eine (Jagdprüfung) hat mit dem anderen (Missstände) leider nichts zu tun. Die Prüfung macht doch keinen anderen (oder "besseren") Menschen aus dem Prüfling. Es passiert halt viel zu viel Mist, der mich an der "Jägerschaft" sehr zweifeln lässt.

Grüsse
Dirk
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