Ich möchte noch einmal dieses spannende und wichtige Thema noch oben holen.
Die Etablierung dieses größten afrikanischen Schutzgebietsystems mit rund 440.000 qkm (und damit deutlich größer als Deutschland) auf dem Gebiet der Länder Namibia, Angola, Zambia, Zimbabwe und Botswana schreitet voran. Am 18. August 2011 ist der Staatsvertrag in Luanda von den fünf beteiligten Ländern unterzeichnet worden.
Der WWF berichtet in seinem aktuellen Magazin auf mehreren Seiten über Ziele und Fortschritte
http://www.wwf.de/und hier:
http://www.wwf.de/regionen/kavango-zambesi-kaza/Es soll die überwiegend isolierten Game Reserves und National Parks (darunter Khaudom, Mudumu, Mamili, Moremi, Chobe) ,zusammenführen und vernetzen. Danach ist es auch geplant, das System der Conservancies nach namibischem Vorbild in dem Kavango-Zambesi-Schutzgebiet zu etablieren. Es sollen also keineswegs Menschen ausgesiedelt werden (wie im Central Kalahari Game Reserve) sondern sie sollen dort weiter selbstbestimmt leben und an den Einnahmen durch den Tourismus teilhaben. Naturschutz nicht als Gegner der Einheimischen sondern als Einkommens- und Überlebensmöglichkeit. So wird der Schutz der Natur (deretwegen wir als Touris ja dort hinfahren) nicht erzwungen, sondern aus eigener Motivation heraus realisiert, eben weil es, ganz profan, Arbeitsplätze und Unterhalt sichert. Soweit die - aus meiner Sicht jedenfalls - sehr positive Theorie. Und dass so etwas funktionieren kann, zeigt, im deutlich kleineren Maßstab der KTP. Übrigens kann man das Ganze auch als Umsetzung der von Nelson Mandela initiierten Peace-Parks ansehen.
Dass darüber hinaus ein transnationales Schutzgebiet auf dem Gebiet von 5 Staaten auch deren Kooperation verbessert, finde ich ebenfalls sehr erfreulich. Und wenn das Geld, das wir Touristen hoffentlich
in der Region lassen, dort zu mehr Arbeitsplätzen führt, soll mir das recht sein. Es ist jedenfalls alle Unterstützung, auch von europäischen Staaten, wert.
Das Ganze wird sicherlich ein viele Jahre dauernder, schrittweiser Prozess sein und wenn's mal holpert, was zu erwarten ist, sollten wir Geduld haben und nicht verächtlich abwinken.
Ich finde: mal eine positive Entwicklung im südlichen Afrika, wo doch alle Welt über "Katastrophen-Afrika" klagt.
Gruß
Reinhard