KAZA

27 Antworten · 9'297 Aufrufe · gestartet 23. Mai 2010 von spediteur1
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728 Beiträge · seit 200601. Nov. 2011 · #21
Hallo Jörg,
habe diese Infos aus dem aktuellen WWF-Magazin, deutsche Print-Ausgabe 4/11. Der WWF schreibt von 444.000 qkm, auch auf seiner Internetseite. Aber da der Park noch nicht "steht", sind es ohnehin nur Planungen. In der Print-Ausgabe ist auch eine Karte, nach der Khaudum (und der gesamte Caprivistreifen) mit abgedeckt ist. Auch Otjikoko (2. post in diesem thread) berichtet, dass Kaudum dazu gehören soll. Aber wie gesagt: Planungen.
Mit den Umsiedlungen meinte ich die (Zwangs-)Umsiedlungen der San aus dem CKGR, die 2009 (?) von Botswanas Gerichtshof als unrechtmäßig erkannt wurden. Das größte Hindernis für Tierwanderungen stellen nach meiner Kenntnis die Vet-Fences dar, die wiederum der Maul und Klauenseuche vorbeugen sollen, damit Botswanas Rindfleisch u.a. in die EU exportiert werden kann. Wie man das Problem lösen kann weiß ich nicht.
Gruß
Reinhard
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66 Beiträge · seit 200902. Nov. 2011 · #22
Die Zeitung Zambezi Traveller berichtet regelmässig über KaZa. Tatsächlich war zu Beginn Kaudom zwar Bestandteil von KaZa, aber nicht direkt verbunden (s.a. Grafik Issue 01 oder die bereits gelinkten Karten), mittlerweile ist aber nicht nur eine Verbindung sondern eine Ausweitung von KaZa auf der Karte (s.a. Seite 56 Issue 06).

Gruss
Peter
1999 SA, Nam, Bot, Zim| seither 743 Tage in Süd- und Ostafrika unterwegs |
983 Beiträge · seit 201102. Nov. 2011 · #23
Hallo zusammen,
wir verfolgen auch schon einige Zeit das Thema KaZa. Mittlerweile gibt es viel WWF-Werbung zur Spenden-Aquise im Fernsehen. Nach dem Motto "Hilf dem kleinen Elefanten, hilf KaZa".
Irgendwelche Grundsatzerklärungen auf höchster politischer Ebene der 5 Präsidenten mögen zwar abgegeben worden sein, aber was passiert konkret vor Ort? Und wann spürt der Tourist Vorteile/Verbesserungen? Wann die lokalen Menschen, die Tiere?
Ich glaube, das wird noch sehr lange dauern, bis man als Tourist irgendetwas "Verbessertes" merkt. Ich werde meine langfristigen Reiseplanungen jedenfalls nicht von KaZa abhängig machen.
Beste Grüße
Ralf
Beste Grüße rhh64
zuletzt bearbeitet 02. Nov. 2011
3'175 Beiträge · seit 200602. Nov. 2011 · #24
Hallo Ralf!

Die Auswirkungen von KAZA merkt man schon seit geraumer Zeit.
Seit drei Jahren kommen wieder Elefanten nach Rundu, wo ueber 20 Jahre keine waren. In der Winterzeit sieht man im Bwanwata NP nicht mehr die grossen Herden mit 1000Elefanten. Die Population wird bereits weiter auseinandergezogen. Es kommen bereits wieder Tiere in Consevancies zwischen Rundu und Divundu wo auch Jahre lang hoechstens mal ein Steinboeckchen anzutreffen war. Also ich sehe hierin wirklich positive Effekte die sich weiterentwickeln werden.
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
69 Beiträge · seit 201002. Nov. 2011 · #25
Sehr spannende Diskussion- es ist interessant zu sehen wie der Park verschiedene Reaktionen auslöst.

Gerade die Diskussion um die gneauen Grenzen des Parks zeigen deutlich, dass der PArk bisher vorwiegend eine Vision ist welche stark von der Peace Park Foundation (gegründet von Anton Rupert und Prinz Bernhard von den Niederlanden) in Stellenbosch gefördert wurde. Wie oft in der Geschichte dieser Region wurden 'Grenzen' weit weg von einflussreichen Männern mal uaf Karten festgelegt und führten erst später auch 'on the ground' zu Veränderungen.

Auch die 'Verwendung' von Natur(schutz) als Mittel zur Gliederung und Definierung von Raum hat eine lange Geschichte im südlichen Afrika- nicht selten ging dies gar soweit, dass Naturschutz als Mittel zur Inbesitznahme von Raum 'missbraucht' wurde (Etosha, Krüger,...).

Der (europäische) Traum eines 'wilden', 'unberührten' Afrikas, fern ab der industrialisierten Städte und des 'hektischen' Alltags, war oft auch verbunden mit der Idee, den Raum zu teilen, Grenzen zu ziehen zwischen einem 'zivilisierten' Afrika und einem 'wilden'. Dazu eigneten sich Nationalpärke, aber auch Veterinärzäune wie z.B. die Rote Linie in Namibia. Gerade Caprivi wurde unter südafrikanischer BEsatzung oft als 'Speerspitze der Zivilisation' nicht nur gegen den angeblichen Kommunismus sondern auch in das 'echte' und 'wilde' Afrika gesehn.

Zuminsest die visuelle Vermarktung des KAZA Parks errinnert in weiten Teilen weiterhin an solche Ideen und Konzepte (Wilde Natur, Traditionell verkleidete Afrikaner,). Solche Ideen werden dann wiederum absolut unhinterfragt in der int. Presse weitergegeben, wo der Caprivi vor eineigen Monaten sogar wieder als Ort 'Fernab jeglichster Modernität' beschrieben wurde (leider find ich den Artikel nichtmehr, ich reich ihn nach, es war glaub die ZEIT).

Dies, kombiniert mit den starken Top-Down Aspekten des Parks und seiner direkten Einflussnahme auf die Ordnung und Strukturierung von Raum in einem sowieso schon sehr sensiblen Raumgeflächte im Fünfländereck hinterlässt die KAZA Vision bei mir durchaus auch einen fahlen Nachgeschmack.

Es ist ganz klar, viele Ansätze und Ziele von KAZA sind sehr zu begrüssen und seinen Nutzen aus konservatorischer und biologischer Sicht möcht ich nicht in Frage stellen (und kann ich auch nicht beurteilen). Auf eine sozial-historischen Ebene wirft der Park aber viele Fragen auf, die eine intensive Reflexion aller beteiligten erfordern.

Im Anhang noch zwei Artikel, die evt. interessant sein könnten.

Beste Grüsse,
Gion
📎 Spierenburg_2006.pdf


📎 Ameron_2005.pdf
1'457 Beiträge · seit 200602. Nov. 2011 · #26
er war in der Zeit. Sehr interessante Artikel, ich hoffe das hier keine Urheberrechte verletzt werden ...

Ich erkenne hier einen Schwerpunkt meines Studiums wieder, Gion, was machst du so wenn man fragen darf ? ( pm )