20.000 Elefanten für Deutschland

84 Antworten · 6’364 Aufrufe · gestartet 02. Apr. 2024 von Chris42
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1’721 Beiträge · seit 200704. Apr. 2024 ·
Wenn etwas dem Wildtierbestand in Namibia geschadet hat, dann war es die Schaffung der sog. "Conservancies" im Kommunal-Land. Wohlmeinende Absicht, die lokalen Bevölkerung an der Wildtiernutzung zu beteiligen, durch definierte "Entnahme". Stattdessen: Greed and Corruption. Im Damaraland und Kaokoveld fast alles weggeschossen. John Grobler (mit dem ich ansonsten bei vielem nicht übereinstimme) hat das überzeugend aus offiziellen Statistiken dokumentiert.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
281 Beiträge · seit 201804. Apr. 2024 ·
Was mich irritiert, ist die Fokusierung der botsw. Regierung ausgerechnet auf Elefanten in dem Zusammenhang mit Trophäeneinfuhr. Was nimmt der durchschnittliche deutsche Trophäenjäger denn vom Elefant mit nach Hause ? Stoßzähne darf er nicht, und Haut oder Schädel ? Und jetzt soll Botswana dadurch ein großer Verlust entstehen ? Es soll doch nicht die generelle Jagd oder Trophäenjagd auf Elefanten eingeschränkt werden, sondern nur den Import der Trophäen.
Meine Vermutung wäre, dass es eher um andere Trophäen wie Antilopenfell und -hörner oder Felle von Zebras oder auch Großkatzen geht. Da könnte der eine oder andere Jäger schon wegfallen, wenn er diese Dinge nicht mehr mitnehmen darf.
Dann sollte Herr Masisi das aber auch so kundtun und nicht mit 20000 Elefanten drohen (habe beim Lesen der Mitteilung tatsächlich gedacht, es wäre ein Aprilscherz).
569 Beiträge · seit 201304. Apr. 2024 ·
Rockshandy schrieb:Was mich irritiert, ist die Fokusierung der botsw. Regierung ausgerechnet auf Elefanten in dem Zusammenhang mit Trophäeneinfuhr.
Ich würde mal meinen, es geht hier nicht vordergründig um Elefanten, sondern es geht eher darum, dass - im Sinne postkolonialen Denkens - in Europa und USA Dinge beschlossen werden, welche unmittelbare Folgen für afrikanische Länder haben. Hier wäre es vermutlich aus Sicht der afrikanischen Ländern angebracht, sie bei solchen Entscheidungen einzubeziehen und nicht blind und aus purem Gutmenschentum irgendwelche Dinge zu beschließen, deren Auswirkungen nicht erfasst sind. Insoweit sind die Elefanten als "Symboltiere" natürlich ein guter Aufhänger, welcher die Problemlage auch durchaus plastisch darstellt.

LG Mogambo 🙂
33,3k Beiträge · seit 200604. Apr. 2024 ·
Stoßzähne darf er nicht, und Haut oder Schädel ?
Doch, als Jagdtrophäe sehr wohl. Hinzu z.B. Füsse als Schirmständer oder Tischauflage usw
Meine Vermutung wäre, dass es eher um andere Trophäen wie Antilopenfell und -hörner oder Felle von Zebras oder auch Großkatzen geht
nein, im Vereinigten Königreich geht es nur noch um CITES Annex 1 und 2, also streng geschützte Tiere wie Elefant, Nashorn, Eisbär und so.

Hier eine kleine Statistik aus 2021 zu Deutschland: https://www.zeit.de/2021/21/jagd-namibia-tierschutz-kolonialimus-eu-verbot-zebra/seite-4

Viele Grüße
Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
ThemenstarterGast05. Apr. 2024 ·
Hier werden ja wildeste Statistiken und wissenschaftlichen Untersuchungen gewälzt.
Als ob die grüne Steffi Lemke soweit gedacht hätte bei ihrem "Rat" an Botswana. Die hohle Nuß "weiß" einzig: die armen Elefanten werden von bösen alten weißen Männern geschossen. Dabei könnten die (Elefanten) doch so schön friedlich unter der afrikanischen Bullerbü-Sonne leben. Mehr nicht.
Gast05. Apr. 2024 ·
travelNAMIBIA schrieb:
generell der Anteil an Jagdtourismus an den Gesamteinnahmen durch den Tourismus in einem Land ist lächerlich gering. Trophäenjagd ist eindeutig nicht die zu präferierende Maßnahme für den Wildtierschutz in Afrika.
Wir kommen etwas vom Elefanten-Botswana-Deutschland-Thema ab, aber nun gut. Für Namibia gesprochen sind etwa 0,3 % der Touristen Trophäenjäger, die etwa 3 Prozent der touristische Einnahmen generieren. Also rein finanziell gesehen ist ein Trophäenjäger im Durchschnitt 10x wertvoller als ein normaler Tourist .
Der Trophäenjäger ist 10x mal wertvoller als der Durchschnittstourist? Aber 3% Anteil an den Tourismuseinnahmen bleiben 3% Anteil. Die Durchschnittstouristen generieren zusammen mehr als 30x so viel Umsatz wie die Trophäenjäger zusammen. Diese Fakten nennst Du ja selbst. Außerdem gibt es auch bei den Fototouristen einen Anteil, der auf das Ultra-Luxus-Segment entfällt (Kategorie Flugsafari mit Serra Cafema usw.). Damit lässt sich bei Bedarf ähnlich wie bei der Trophäenjagd auch ein Tourismus der Kategorie Low-Volume/Low Impact/High Value generieren, der locker die finanziellen Größenordnungen von Trophäenjägern erreicht. Auch das ist ein Fakt.

Bezüglich dem Kaokoveld entspricht es schon lange nicht der Realität, da nur von paar versprengten Campingtouristen auszugehen, die dann nur 5-10 Euro die Nacht abdrücken. Längst gibt es dort eine Reihe an Lodges der Kategorie Ultra-Luxus, die Wüstenelefanten, Wüstenlöwen und der einzigartigen Landschaft Wert geben: Hoanib Skeleton Camp, Hoanib Valley Camp, Shipwreck Lodge, Okahirongo Lodge, Schoemans Camp, ... Die NACSO Audits 2020 und 2021 (aktuellere gibt es nicht) berechnen den Wert, den die Purros Conservancy im ganzen Jahr bei voller Ausnutzung der Jagdquoten durch Trophäenjagd erzielen kann auf jeweils unter 3.000 Euro. Auf der anderen Seite des Hoanib in der Torra Conservancy sind es auch nur etwas über 3.000 Euro im Jahr. Allein das Hoanib Skeleton Camp dürfte mehr als 1 Mio. Euro Umsatz im Jahr machen. Es ist somit Fakt, dass auch im Kaokoveld Fototourismus ein Zigfaches der Umsätze generiert, die die Trophäenjagd generiert.
https://www.nacso.org.na/conservancies/puros

Und weil das jetzt vermutlich so kategorisch nach Anti-Trophäenjagd klingt, noch mal zur Erinnerung: Ich fordere überhaupt kein kategorisches Verbot der Trophäenjagd. Aber wir müssen uns doch an die Fakten und die Wissenschaft halten. Die Fakten haben Du und ich genannt und dann ist das Fazit, dass der wirtschaftliche Beitrag der Trophäenjagd und damit der Beitrag zum Wildtierschutz äußerst bescheiden ist. Punktuell ist der Beitrag der Trophäenjagd aber wichtig und deswegen kann man sie punktuell tolerieren. Alles andere ist Schönfärberei.

Grüße
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2024
Gast05. Apr. 2024 ·
Mogambo schrieb:Ich würde mal meinen, es geht hier nicht vordergründig um Elefanten, sondern es geht eher darum, dass - im Sinne postkolonialen Denkens - in Europa und USA Dinge beschlossen werden, welche unmittelbare Folgen für afrikanische Länder haben. Hier wäre es vermutlich aus Sicht der afrikanischen Ländern angebracht, sie bei solchen Entscheidungen einzubeziehen und nicht blind und aus purem Gutmenschentum irgendwelche Dinge zu beschließen, deren Auswirkungen nicht erfasst sind.
Viel von dem, was wir in Deutschland entscheiden, hat Auswirkungen auf andere Länder. Wenn wir entscheiden, keine Steinkohle mehr aus Russland zu beziehen und diese teilweise mit Steinkohle aus Südafrika substituieren, dann betrifft das Südafrika - in positiver Weise. Wenn wir dann aus der Kohleverstromung aussteigen wollen, betrifft das auch wieder Südafrika - in negativer Weise. Es sind souveräne Entscheidungen Deutschlands. Wenn Südafrika immer noch neu Kohlekraftwerke baut, fragen die uns auch nicht um Erlaubnis und würden das als innere Angelegenheit bezeichnen, bei der sie sich Einmischung verbieten.

Einerseits wird jetzt dauernd verächtlich von "Gutmenschen" gesprochen. Offenbar präferieren viele Schlechtmenschen. Und gleichzeitig wird der Vorwurf des Neokolonialismus und Rassismus erhoben. Das ist vollkommen absurd, weil es ja gerade Merkmal der Gutmenschen ist, geradezu verbissen auf politische Korrektheit zu achten und eben nicht rassistisch und neokolonial zu agieren. Wenn Politiker aus Namibia, Südafrika oder Botswana den Vorwurf des Neokolonialismus oder Rassismus gegen westliche Politiker erheben, dann ist das fast immer ein untrügliches Zeichen, dass ihnen Argumente in der Sache fehlen. Wie eben bei der Trophäenjagd.

Übrigens: Weißt Du, warum Frauen heute gleichberechtigt sind, wählen dürfen, Schwangerschaften abbrechen können, Homosexuelle straffrei sind, usw.? Es waren immer die heut gern verächtlich gemachten "Gutmenschen", die den gesellschaftlichen Fortschritt gebracht haben, den heute alle für selbstverständlich halten. Bevölkerungsgruppen, die man heute gern mit "alte weiße Männer" umschreibt, waren jedes Mal dagegen (Per Hautfarbe und Geburtsdatum falle ich selbst mittlerweile auch in die Kategorie "alte weiße Männer" 🤩 ) . Bei der Trophäenjagd ist es dasselbe Schema. Einige sind schon weiter. Andere noch nicht. Einige profitieren irrsinnig von der Trophäenjagd und verteidigen dieses Privileg.

Grüße
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2024
576 Beiträge · seit 201305. Apr. 2024 ·
mitglied19210 schrieb: Es waren immer die heut gern verächtlich gemachten "Gutmenschen", die den gesellschaftlichen Fortschritt gebracht haben, den heute alle für selbstverständlich halten. Bevölkerungsgruppen, die man heute gern mit "alte weiße Männer" umschreibt, waren jedes Mal dagegen (Per Hautfarbe und Geburtsdatum falle ich selbst mittlerweile auch in die Kategorie "alte weiße Männer" 🤩 ) . Bei der Trophäenjagd ist es dasselbe Schema. Einige sind schon weiter. Andere noch nicht. Einige profitieren irrsinnig von der Trophäenjagd und verteidigen dieses Privileg.

Grüße
Ich muss da jetzt doch noch was schreiben.

TravelNAMIBIA hat doch eindeutig geschrieben, dass der durchschnittliche Jagdtourist um ein Vielfaches mehr Umsatz generiert, als der durchschnittliche "Normal"- Tourist. Das ist nun mal so, das habe ich Dir vor geraumer Zeit auch schon einmal versucht zu erklären, aber Du willst das halt nicht so sehen. Nochmal, unsere Aussagen beziehen sich auf jeweils 1 Person, dabei ist die Gesamtanzahl unerheblich.
Weiterhin wirst Du nur in extremen Ausnahmefällen mit einem Fototouristen vergleichbare Umsätze generieren können, ich kann das aus eigener Erfahrung so sagen.

Dann noch ganz allgemein:

Wenn wir unserer (aus meiner Sicht) für unser Land katastrophalen Regierung folgen würden, insbesondere dem grünen Flügel, dürften wir eh keinen Urlaub mehr in Namibia verbringen. Oder wie ist das mit Klimaschutz zu vereinbaren, um die halbe Welt zu fliegen, um dann zu zweit tausende Kilometer in dicken Geländeautos durch die Gegend zu fahren? Also die Leute, die machmal als Gutmenschen bezeichnet werden, dürften eigentlich nur noch mit dem Lastenrad an den Baggersee in der Nähe fahren.

LG Marcus
1’250 Beiträge · seit 200905. Apr. 2024 ·
Hallo zusammen,

soeben im Netz folgende Lektüre (WELT von heute) entdeckt:
https://www.welt.de/reise/Fern/article250865838/Jagdtourismus-in-Afrika-Der-Abschuss-eines-Tiers-zum-Spass-ist-nicht-normal.html?source=puerto-reco-2_ABC-V38.1.B_sameplusquota

Gruß vom Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
1’721 Beiträge · seit 200705. Apr. 2024 ·
Die These, dass die "alten weißen Männer" an allem schuld sind, braucht hier vermutlich niemand. Ich jedenfalls nicht (alt, weiß, männlich).
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Gast05. Apr. 2024 ·
Maecs schrieb:TravelNAMIBIA hat doch eindeutig geschrieben, dass der durchschnittliche Jagdtourist um ein Vielfaches mehr Umsatz generiert, als der durchschnittliche "Normal"- Tourist. Das ist nun mal so, das habe ich Dir vor geraumer Zeit auch schon einmal versucht zu erklären, aber Du willst das halt nicht so sehen.
Hä? Dann zeig mir bitte die Stelle, an der ich das bestreite! Du unterstellst mir Dinge, die nicht stimmen. Gleich in meinem ersten Post in diesem Thread habe ich doch geschrieben "Pro Trophäenjäger erzielt man zwar hohe Umsätze". Natürlich ist der Umsatz pro durchschnittlichem Jagdtourist höher als pro durchschnittlichem Fototourist. Gleichwohl generiert Fototourismus ein Zigfaches der Umsätze von Jagdtourismus. Darauf kommt es doch an und nicht auf irgendeinen Einzelfall. Die Tiere sind doch nicht geschützt, wenn "Heinz Schießwütig" 3 mal so viel Geld in Namibia lässt wie "Marcel Knipser". Auf jeden "Heinz Schießwütig" kommen mehr als 30 Nichtjagdtouristen, die in Summe ein Zigfaches der Gelder dalassen, die "Heinz Schießwütig" bei der Jagd verteilt. Das ist unbestreitbar.

Und ich weiß nicht, ob Du eine selektive Wahrnehmung hast, aber TravelNamibia hat auch geschrieben, dass Jagdtourismus lediglich 3% der Tourismuseinnahmen in Nambia generiert. Und auch in den Nachbarländern bewegt sich das meist zwischen 3 und 5%. Ist das bei Dir auch angekommen?

Und noch mal: Im Gegensatz zu Peta und Co. fordere ich doch gar kein totales Verbot der Trophäenjagd. Aber wenn immer wieder suggeriert wird, dass die Trophäenjagd die wichtigste Maßnahme zum Wildtierschutz und unverzichtbar ist, dann hat das nichts mit den Fakten zu tun. Das lasse ich nicht unwidersprochen stehen. Wenn man den Fototourismus um weniger Prozentpunkte steigert, hat man rechnerisch die Einnahmen aus dem Jagdtourismus vollständig kompensiert. Weil es in der Praxis aber keine solidarische Geldverteilung gibt, funktioniert das nicht so einfach und kann Trophäenjagd punktuell sinnvoll sein. Das private Jagdfarmen nicht das Thema sind, hatte ich ebenfalls schon geschrieben. Also was ist dann Dein Punkt? Dass Du gegen alle Evidenz der Trophäenjagd eine übergroße Bedeutung zum Wildtierschutz zuschreiben willst?

Grüße
35 Beiträge · seit 201905. Apr. 2024 ·
Um mal zum Thema der Überpopulation von Elefanten in Botswana zurückzukommen: es gibt geschätzt 130000 Elefanten in Botswana. Die Folgen für die Umwelt sind schon seit langem bekannt. Gleichwohl die Mensch-Wildtier-Konflikte. Was soll Botswana jetzt mit den Elefanten tun? Dass sich nichtmal der Zuwachs um jährlich 6000 Tiere durch Trophäenjagd regulieren lässt, sollte klar sein. Umsiedeln? Wohin denn? Die Bestandsrückgänge resultieren doch überall in Afrika aus Verlust an Lebensraum. Also bleibt doch eigentlich nur Culling. Das Fleisch kann dann als Beitrag zur Ernährung der Bevölkerung dienen. Das ist natürlich nichts, was man als Naturliebhaber möchte, aber die Alternative wäre halt, das Bevölkerungswachstum einzudämmen......
576 Beiträge · seit 201305. Apr. 2024 ·
mitglied19210 schrieb:
Maecs schrieb:TravelNAMIBIA hat doch eindeutig geschrieben, dass der durchschnittliche Jagdtourist um ein Vielfaches mehr Umsatz generiert, als der durchschnittliche "Normal"- Tourist. Das ist nun mal so, das habe ich Dir vor geraumer Zeit auch schon einmal versucht zu erklären, aber Du willst das halt nicht so sehen.
Hä? Dann zeig mir bitte die Stelle, an der ich das bestreite! Du unterstellst mir Dinge, die nicht stimmen. Gleich in meinem ersten Post in diesem Thread habe ich doch geschrieben "Pro Trophäenjäger erzielt man zwar hohe Umsätze". Natürlich ist der Umsatz pro durchschnittlichem Jagdtourist höher als pro durchschnittlichem Fototourist. Gleichwohl generiert Fototourismus ein Zigfaches der Umsätze von Jagdtourismus. Darauf kommt es doch an und nicht auf irgendeinen Einzelfall. Die Tiere sind doch nicht geschützt, wenn "Heinz Schießwütig" 3 mal so viel Geld in Namibia lässt wie "Marcel Knipser". Auf jeden "Heinz Schießwütig" kommen mehr als 30 Nichtjagdtouristen, die in Summe ein Zigfaches der Gelder dalassen, die "Heinz Schießwütig" bei der Jagd verteilt. Das ist unbestreitbar.

Und ich weiß nicht, ob Du eine selektive Wahrnehmung hast, aber TravelNamibia hat auch geschrieben, dass Jagdtourismus lediglich 3% der Tourismuseinnahmen in Nambia generiert. Und auch in den Nachbarländern bewegt sich das meist zwischen 3 und 5%. Ist das bei Dir auch angekommen?

Und noch mal: Im Gegensatz zu Peta und Co. fordere ich doch gar kein totales Verbot der Trophäenjagd. Aber wenn immer wieder suggeriert wird, dass die Trophäenjagd die wichtigste Maßnahme zum Wildtierschutz und unverzichtbar ist, dann hat das nichts mit den Fakten zu tun. Das lasse ich nicht unwidersprochen stehen. Wenn man den Fototourismus um weniger Prozentpunkte steigert, hat man rechnerisch die Einnahmen aus dem Jagdtourismus vollständig kompensiert. Weil es in der Praxis aber keine solidarische Geldverteilung gibt, funktioniert das nicht so einfach und kann Trophäenjagd punktuell sinnvoll sein. Das private Jagdfarmen nicht das Thema sind, hatte ich ebenfalls schon geschrieben. Also was ist dann Dein Punkt? Dass Du gegen alle Evidenz der Trophäenjagd eine übergroße Bedeutung zum Wildtierschutz zuschreiben willst?

Grüße
...heute um 7.40 Uhr stellst Du die Aussage von Christian zumindest in Frage. Um dann wieder mit der Gesamtsumme anzufangen, die doch gar niemand bestreitet.

Mein Punkt: Ich finde den Begriff Trophäenjäger an sich schon irreführend, da ja immer, zumindest in Afrika, der gesamte Wildkörper verwertet wird. Vom Raubwild mal abgesehen. Die Trophäe ist halt ein Nebenprodukt. Und klar, wenn ich als deutscher Jäger schon einmal im Ausland jagern gehe, dann will ich mir auch eine Erinnerung in Form einer Trophäe mit nach Hause nehmen. Das muss ein Nichtjäger u.U. nicht verstehen, ist aber ja auch nicht schlimm. Andere finden es halt doof, ein Fotoalbum anzusehen.

Schutz und Erhalt des Wildbestandes:

Diejenigen Rinderfarmer in Namibia, zu denen ich Kontakt hatte, wollten im Grunde so wenige Antilopen wie möglich auf der Farm haben, da diese lediglich Nahrungskonkurenten fürs Vieh sind. Die Aussagen zum Raubwild schreibe ich hier nicht hin...
Diejenigen Farmer, die die Bejagung vermarkten, haben auf Ihren Farmen einen nachhaltig nutzbaren Wildbestand. Warum wohl?

Und wir sollten auch nicht immer die negativen Auswüchse wie der zumindest halbillegale Abschuß von Löwen an der Nationalparkgrenze oder so diskutieren, sondern sachlich bleiben.

Und dann verweise ich auf meine Eingansgfrage, die ja diese ganze Diskussion losgetreten hat. Was soll mit den zu vielen Elefanten geschehen? Siehe auch den Post von Wolfgang1956!

Warum beantwortest Du diese Frage nicht?
785 Beiträge · seit 200805. Apr. 2024 ·
Hi,


man bräuchte eigentlich nur die ganzen von Menschenhand geschaffenen Wasserstellen schließen, hierdurch würde sich das biologische Gleichgewicht in ein paar Jahren recht schnell einstellen.....was dies für die Elefanten bedeutet kann sich jeder vorstellen....und ob dies humaner ist wie ein geregelter Abschuss, zumindest nicht nach meiner Vorstellung!


Gruß Markus
35 Beiträge · seit 201905. Apr. 2024 ·
Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion um die Trophäenjagd etwas auf der Stelle tritt. Meine Meinung ist, dass die Trophäenjagd kein Allheilmittel, aber eben auch kein Teufelszeug ist. Wo ich in Namibia jage, kann man sich mit Fototourismus jedenfalls höchstens zwei Tage beschäftigen, dann hat man wirklich jeden Stein fotografiert. Um aber in Jahren mit gutem Regen ein Bergzebra zu bekommen, muss man mindestens eine Woche kalkulieren. Wenn der Farmer jetzt nachrechnet, könnte er mit mir als Fototouristen 2 Tage je 100 Euro = 200 Euro verdienen. Bin ich als Jäger dort verdient er 7 Tage je 200 Euro plus Erlegungsgebühr 900 Euro = 2300 Euro. Für den Betreiber einer Jagdfarm wäre der Fototourismus also sicherlich keine Alternative. Wasserlöcher kann man übrigens nur dort anlegen, wo es genügend Grundwasser gibt, womit der Fototourismus eben nicht überall möglich ist.
1’146 Beiträge · seit 202205. Apr. 2024 ·
Wow, ich sehe den Wald nicht mehr vor lauter Bäumen.
Folgend ein paar noch nicht erwähnte Facetten, warum Masisi so reagiert haben könnte, was ja das eigentliche Thema ist. Ob die „Trophäenjagd“ ethisch vertretbar ist, ist aus Sicht BWs ein Nischenthema.

Vorweg @Masisi: Die Erkennung von Ironie setzt immer auch Kenntnisse zum Kontext voraus. Wenn man die nicht hat oder dem Gegenüber überhaupt intellektuelle Fähigkeiten abspricht oder die Ironie noch dazu hart an der Grenze zu Sarkasmus ist, dann kann schon Empörung aufkommen.

Ja darf denn der Masisi das und muss man sich das bieten lassen?

Muss man mE schon, wenn man (sich PS dafür interessiert und) sich z. B. daran erinnert, wie man mit den südlich-afrikanischen Antragstellern bei deren CITES-Antrag in 2019 betr. Elefanten und Elfenbeinlagerbeständen umgegangen ist. Von Nichtanhörung bis Abqualifizierung und massive „Beeinflussung“ des Abstimmverhaltens Delegierter. Der Rest der Welt, der keine Elefanten hat, hat also entschieden, Elefanten unqualifiziert schützen zu müssen und den Staaten mit eklatanter Elefantenüberpopulation ausgerichtet, dass sie damit selber zurechtkommen müssen. Und ihr Problem wird exponentiell größer. 5 % iges Wachstum bedeutet eine Verdoppelung des Population alle 15 Jahre!! Irgendwelche Ideen?

Die Staaten haben obig sicher nicht vergessen. Die Antragsteller (oder SADC gesamt?) haben folglich „Reservations“ angemeldet. Ich glaube, dass das bei der nächsten Konferenz gleich nicht auf die Tagesordnung gelassen wurde, bin aber jetzt zu faul um nachzulesen.

Und es hat eine jahrelange Vorgeschichte. Die Erfolge im Natur- und Tierschutz und –Beständen seit den diversen „Wenden“ können sich sehen lassen. Alles ist besser als in der für Manche „guten alten Zeit“. Trotzdem werden sie ständig runtergemacht. Natürlich gibt es auch Fehlleistungen, Korruption usw., die zu thematisieren und kritisieren sind; aber der Saldo ist hoch positiv. Kein Mensch redet heute mehr davon, was z. B. die SADF betr. Elefanten und Nashörnern in NAM, AGO, ZMB aufgeführt hat .... danach ging es nur bergauf, so nebenbei 😉 .

Dass obig mit (Trophäen)jagd auf Elefanten NullkommaNullNix zu tun hat, versteht sich sowieso von selbst. Dass sie in unserer öffentlichen und veröffentlichen Meinung (auch dieser hier) trotzdem mit Artenschutz verquickt wird, ärgert die Leute dort natürlich.

Ein paar Gründe gibt es also schon für ein paar schnippische Repliken auf Belehrungen von Europäern zum „Elefantenschutz“ im südlichen Afrika.
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2024
1’146 Beiträge · seit 202205. Apr. 2024 ·
😕
Dr. We schrieb:" ... Man muss nicht Forstwirtschaft studiert haben, um die immensen Schäden der Elefanten an der dortigen Pflanzenwelt zu erkennen. Das erkenne ich (als Waldbesitzer) so. Dabei lasse ich nicht außer Acht, dass Elefanten dort bereits schon immer den Pflanzenbewuchs geprägt haben und Elefanten für den Erhalt der dortigen Vegetation notwendig sind. Für den Erhalt, nicht die Zerstörung.
Die „Flurschäden“ durch Elefanten sind wohl auch für Laien mit Hausverstand unübersehbar. Es störte die Leute aber nicht. Das große Elefantenkino an den künstlichen Tränken ist ihnen lieber und wertvoller. Wer braucht schon Bäume …. Außer für Schatten am Campingplatz. Trotzdem reflektiert niemand darüber, wie viele dort und unterwegs geschält sind, also nur mehr halbtote Bäume sind. Kürzlich habe ich hier über die tolle Landschaft am ...... gelesen .... die Bilder zeigten massenhafte Baumruinen.

Immer mehr und mehr künstliche Tränken für Touristen zu schaffen ist nur „more of the same“, mit bekanntem Ausgang (PS:20:40: Man kann nämlich öfters Wasser zur Verfügung stellen als Futter). Es ist nur eine (örtliche) Verlagerung des immer gleichen/alten Problems. Warum hat man wohl die „Wasserspiele“ im KNP rückgebaut?
Unten neuerer Lesestoff zum immer gleichen/alten Problem.
https://www.conservationfrontlines.org/2020/04/elephants-a-crisis-of-too-many-not-too-few/
von einem (auch) Wissenschaftler, der „am Chobe“ aufgewachsen ist, mit/unter Vater "vom Fach". Aber wahrscheinlich verstanden/verstehen sie auch nix davon. ............
denn PS: Wer braucht schon Bäume?

 
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2024
1’146 Beiträge · seit 202205. Apr. 2024 ·
gelöscht, war falscher Knopf 😊
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2024
1’721 Beiträge · seit 201605. Apr. 2024 ·
Hallo zusammen,
tacitus schrieb:Warum hat man wohl die „Wasserspiele“ im KNP rückgebaut?
die künstlichen Wasserlöcher waren geschaffen worden, um die Tiere während einer Dürreperiode zu unterstützen. Die Löwen hatten irgendwann herausgefunden, dass sie nicht mehr jagen, sondern sich einfach nur an den Wasserlöchern auf die Lauer legen mussten. Die Antilopenpopulation schwand im Zuge dessen beträchtlich und alles geriet aus dem Lot (wie es eben so gehen kann vor allem in umzäunten Parks, auch mit Elefanten). Also hat man die Löcher nach und nach wieder zugekippt. Zumindest ist es das, was uns beim Besuch im KNP berichtet wurde.

LG, Betti
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