20.000 Elefanten für Deutschland

84 Antworten · 6’363 Aufrufe · gestartet 02. Apr. 2024 von Chris42
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ThemenstarterGast05. Apr. 2024 ·
Lustig, was ich mit meinem Link hier ausgelöst habe 🙂 . Ich denke, wenn Präsident Masisi hier mitlesen würde, würde er sich in seiner Meinung bestärkt sehen: was für Klugscheißer, diese Deutschen! Wollen uns unser Land erklären.
Eines der Vorzeigeländer Afrikas, das z Z sehr viel richtig macht - Botswana. Und auf der anderen Seite ein Land in Europa (wer es nicht checkt: Deutschland), über das die ganze Welt lacht und das weltpolitischer Geisterfahrer ist. Und wir immer noch mit der Nase ganz oben und wissen immer und überall, was für andere das Beste ist...
Gast05. Apr. 2024 ·
tacitus schrieb:Die „Flurschäden“ durch Elefanten sind wohl auch für Laien mit Hausverstand unübersehbar. Es störte die Leute aber nicht. 
Gibt es am Chobe massive Schäden an Bäumen? Zweifellos. Die Frage ist, wie sah die Landschaft da früher aus? Was ist der Normalzustand? Du implizierst, dass die Bäume da "heil" sein müssten und die Schäden durch zu viele Elefanten verursacht werden.

Gegenthese: Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es 200.000-400.000 Elefanten in Botswana - wie heute primär im Norden von Botswana. Die vielen (heute häufig beschädigten/absterbenden) Bäume am Chobe gab es da früher gar nicht. Diese Bäume sind nicht der Normalzustand. Diese Bäume konnten in einer Zeit wachsen, als die Elefantenbestände durch übermäßige Trophäenjagd und andere Effekte drastisch reduziert waren. Jetzt stellt sich wieder der (bzw. ein) Normalzustand ein.

Die Elefantenpopulation in Botswana ist im Übrigen seit ca. 2 Jahrzehnten stabil. Die ökologische Katastrophe, die die Anhänger der These "zu viele Elefanten" seit 30 Jahren voraussagen, findet und findet einfach nicht statt.

Weil ich das hier noch rumliegen habe, hänge ich Dir ein Peer-Reviewed Paper an. Behandelt die Frage der Baumschäden am Chobe. Ist schon 20 Jahre alt, tausendfach zitiert, aber für den einen oder anderen ja noch neu.

Grüße
📎 chobe_baeume_elefanten.pdf
785 Beiträge · seit 200806. Apr. 2024 ·
Hi,

Mal ein paar kurze Fragen:

Die Baobabs müssen im Norden von Botswana mittlerweile vor Elefanten geschützt werden, man legt spitze Steine um die Bäume, damit die Elefanten die Rinde nicht fressen können und die Bäume so überleben können, diese Bäume sind viele Hundert Jahre alt, woran liegt es, dass dies jetzt nötig ist?
Wie konnten diese Bäume früher wachsen, wenn dort immer schon so viele Elefanten gab?

Ein Elefant braucht zum täglichen überleben Wasser und Nahrung, in der Trockenzeit muss er deshalb gewisse Gebiete verlassen da es dort kein offenes Wasser mehr gibt, wenn der Mensch jetzt aber Wasserstellen anlegt, zwingt dies den Elefanten nicht mehr zum Abwandern, er kann also so lange bleiben, bis die Vegetation um eine solche Wasserstelle völlig zerstört ist und er nichts mehr ausreichend Nahrung hat, erst dann muss er weiterziehen, die Bäume in einer solchen Gegend haben also keine Zeit zur Regeneration, das dies ein massiver Eingriff in die dortige Flora ist, ist doch eigentlich klar, oder?

Der Rückgang der Elefantenpopulation in Afrika ist nicht durch die Trophäenjagt erfolgt, dies geschah durch den kommerziellen Abschuss und dem Handel mit Elfenbein, sowie durch den illegalen Handel mit Elfenbein und die damit verbundene Wilderei!

Kein Trophäenjäger von heute verkauft seine Trophäen, oder treibt Handel damit!

Wenn jetzt hier ein paar Elefanten von so genannten Trophäenjäger geschossen werden und hiermit Einnehmen erzielt werden, wo ist da der Ökologische Schaden?

Und nein, es stimmt nicht, dass immer nur die größten Tiere geschossen werden, wenn man sich die Angebote anschaut, da werden auch Jagten auf Tuskless Elefanten und auch schwächere Elefanten angeboten und es gibt eine klare Preisstaffelung über Größe der Stoßzähne und dem entsprechenden Preis.

Ja, ich kann verstehen, dass man dies nicht unbedingt gut heißen muss und auch, dass ein Bild von einem geschossenen Elefanten viele Menschen abstoßend finden, dies ist aber ehr eine emotionale Beurteilung und hat mit sachlicher Bewertung nichts zu tun.

Persönlich sehe ich außer vielleicht emotionalen Gründen keine wirklich sachlichen Gründe die gegen eine jagdliche Nutzung der Elefanten in Botswana sprechen, diese zusätzlich Einnahmen sind sinnvoll und schaden dem Land nicht, sind sogar auch als Belohnung zu betrachten, das Botswana es geschafft hat, die Wilderei mit viel Aufwand zu unterdrücken und sich somit einen stabilen Bestand an Elefanten aufgebaut hat!

Witzig ist für mich persönlich immer auch, dass diese tollen Moralapelle aus Ländern kommen die nach wie vor den größten Teil ihres Fleischkonsum aus der Massentierhaltung beziehen.....,aber dies ist wieder eine andere Geschichte!

Viele Grüße

Markus
576 Beiträge · seit 201306. Apr. 2024 ·
mitglied19210 schrieb:Die vielen (heute häufig beschädigten/absterbenden) Bäume am Chobe gab es da früher gar nicht. Diese Bäume sind nicht der Normalzustand. Diese Bäume konnten in einer Zeit wachsen, als die Elefantenbestände durch übermäßige Trophäenjagd und andere Effekte drastisch reduziert waren. Jetzt stellt sich wieder der (bzw. ein) Normalzustand ein.

Die Elefantenpopulation in Botswana ist im Übrigen seit ca. 2 Jahrzehnten stabil. Die ökologische Katastrophe, die die Anhänger der These "zu viele Elefanten" seit 30 Jahren voraussagen, findet und findet einfach nicht statt.
Ok, wenn ich Dich richtig verstehe, gab es früher am Chobe gar keine Bäume, die sind dann gewachsen, als die Elefantenpopulation durch straffe Bejagung reduziert wurde. Jetzt, mit der wieder erstarkten Populationsdichte werden die Bäume von den Elefanten vernichtet. So weit, so gut.

In Deutschland, dem "Musterknaben", ist es nun so, dass die Forstverwaltung der Meinung ist, es sollten alle pflanzenfressenden Schalenwildarten (Rotwild, Rehwild etc.) auf einen extrem niedrigen Bestand heruntergeschossen werden, da diese den für den Klimaschutz so wichtigen Waldumbau behindern. Es müssen ja jetzt die Laubbäume richten, im Gegensatz zu den bislang von der Forstverwaltung propagierten Nadelholzmonokulturen. Kann man ja auch nachvollziehen.

Jetzt wieder nach Afrika. Sind denn dort die Bäume weniger wichtig, bzw könnten die Bäume am Chobe nicht auch einen Beitrag zum Klimaschutz liefern? Und müssten dann nicht nach deutscher Meinung diejenigen Arten stark reduziert werden, die diese Bäume schädigen?

LG und ein schönes sonniges Wochenende!

Marcus
576 Beiträge · seit 201306. Apr. 2024 ·
maggus schrieb:
Und nein, es stimmt nicht, dass immer nur die größten Tiere geschossen werden, wenn man sich die Angebote anschaut, da werden auch Jagten auf Tuskless Elefanten und auch schwächere Elefanten angeboten und es gibt eine klare Preisstaffelung über Größe der Stoßzähne und dem entsprechenden Preis.
Guten Morgen,

ich war immer der Meinung, in der Hierarchie einer Elefantenherde ist die Leitkuh wichtig. Einzeln ziehende alte Bullen dagegen haben da keinen Einfluß. Falls da so stimmt, ist der Abschuß eines alten Bullen für die Populationsstruktur nicht schlimm.

Ansonsten stimme ich Dir umfänglich zu!

LG Marcus
1’699 Beiträge · seit 200706. Apr. 2024 ·
Ich kenne die Chobe Riverfront seit 1994. Sie hat sich seither stark verändert bzgl. der Bäume. Ich bin gespannt auf Erklärungen.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
576 Beiträge · seit 201306. Apr. 2024 ·
Hier mal eine Sichtweise der zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz:
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33,2k Beiträge · seit 200606. Apr. 2024 ·
Hier mal eine Sichtweise der zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz:
das Schreiben ist genau das, was wir hier zur Mehrheit seit Tagen schreiben. Die Argumentation ist die Gleiche, wird aber einige (wohl v.a. die zuständige dt. Ministerin) inhaltlich weiterhin nicht erreichen können.

Viele Grüße
Christian
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785 Beiträge · seit 200806. Apr. 2024 ·
Maecs schrieb:
maggus schrieb:
Und nein, es stimmt nicht, dass immer nur die größten Tiere geschossen werden, wenn man sich die Angebote anschaut, da werden auch Jagten auf Tuskless Elefanten und auch schwächere Elefanten angeboten und es gibt eine klare Preisstaffelung über Größe der Stoßzähne und dem entsprechenden Preis.
Guten Morgen,

ich war immer der Meinung, in der Hierarchie einer Elefantenherde ist die Leitkuh wichtig. Einzeln ziehende alte Bullen dagegen haben da keinen Einfluß. Falls da so stimmt, ist der Abschuß eines alten Bullen für die Populationsstruktur nicht schlimm.

Ansonsten stimme ich Dir umfänglich zu!

LG Marcus
Hallo Marcus,

ich hatte diese Info gebracht da immer das Argument kommt, die Jagd verändert dauerhaft das Erbgut weil nur immer die größten und prächtigsten Tiere geschossen werden. Ja, es werden wohl hauptsächlich älter Bullen geschossen.

Und nochmal: nicht die geregelte Jagd hat die Elefanten in Afrika so weit dezimiert, es war die ungeregelte Wilderei und der illegale Handel mit Elfenbein!!

Wenn ein Jagdblock in Botswana verpachtet wird, ist natürlich auch der Pächter der viel Geld für so ein Gebiet zahlt sehr stark daran interessiert die Wilderei massiv einzudämmen!


Gruß

Markus
ThemenstarterGast06. Apr. 2024 ·
Fakt: Botswana hat einfach zu viele Elefanten. Und nicht, weil sie die so gerne haben. Sondern weil Touristen gerne viele Elefanten sehen möchten. Jetzt hat Herr Masisi immer noch zu viele Elefanten. Was tun? Einfach töten (so wie wir in D Tauben oder Ratten)? Nein, schreien die Gutmenschen. Oder lieber gegen Geld jagen lassen? Wieder, nein, schreien die Gutmenschen. Ok, dann verschenkt Herr Masisi die Elefanten. Auch wieder nicht recht. Also, was soll Herr Masisi konkret jetzt tun? Außer sich schlaue Sprüche anhören über fehlende Bäume am Chobe.
1’288 Beiträge · seit 200607. Apr. 2024 ·
Ogott, da werden sicher die Erdnussüberschüsse Deutschlands weggefressen, aber in den Staus entstehen vielleicht schneller Rettungsgassen, wenn ein Elefant antritt.

Für die Porzellanläden brauchen wir die ja nicht, in der Regierung sind genügend in Elfenbeintürmen.

Mit sonnigen Grüßen von Tour aus Feldatal
Carsten Möhle

Ich erinnere mich noch gerne an eine Zeit, in dem es im heutigen Biedermeier Deutschland noch so etwas wie Ironie gab.
1’142 Beiträge · seit 202207. Apr. 2024 ·
Guten Tag Chris42, weil ich auch einer „mit den Bäumen“ war: Die Vernichtung alter Baumbestände wird als Indikator für zu viele Elefanten angesehen. Ich dachte das wäre bekannt 😎 aber du hast sowieso deine eigene Schlussfolgerung gezogen 😁 .

Und wenn doch nicht nur rhetorisch gefragt 😎 :
Chris42 schrieb:Also, was soll Herr Masisi konkret jetzt tun?
Masisi weiß mE sehr wohl was er tun könnte/müsste und hat auch die Mittel dazu: Nämlich viele Wasserhähne zudrehen. Das wäre dann aber schlecht für das große Elefantenkino für Touristen, auf deren Geld er aber auch nicht verzichten will. Also muss er einem auch (noch) nicht leid tun. Außerdem müsste er verbleibende Wasserstellen vor durstigen Elefanten „schützen“, was ebenfalls internationale Empörung auslösen würde. Folglich lässt er bloß Frust ab und beugt mit seinem Sager vor, dass Kompensationseinnahmen durch die Jagd nicht gefährdet werden. Ein klassisches Dilemma: You can't have your cake and eat it.
Für andere „regulatorische Maßnahmen“ ist es sowieso zu spät. Also wird er einfach so weiter wurschtl‘n, die Touristen werden's ihm danken.

Sieh' also das Positive: Du erlebst gerade Geschichte und kannst die großen grauen „Landschaftgärtner“ bei ihrer unermüdlichen Arbeit bewundern 😎 .

Grüße

Eine Ironie der Geschichte (und dieser hier) blieb bisher unerwähnt. Leute, die Masisi jetzt für seinen Sager applaudieren, haben früher die maßgeblichen Architekten des Dilemmas, nämlich Ian Khama (Stichwort: Jagdverbot), seinen korrupten Clan und Partei, (PS 13:55: wo auch Masisi widerspruchloser Mitwirkender war) , in den höchsten Tönen für „vorbildlichen“ Artenschutz gelobt. Soll sich jeder seinen Teil dabei denken……………… 😮
zuletzt bearbeitet 07. Apr. 2024
Gast07. Apr. 2024 ·
Das Schreiben der ZGAP klingt ganz toll. Dumm nur, dass es in weiten Teilen nichts mit der Realität zu tun hat. Es wird suggeriert, dass selbst der NABU die (Trophäen)Jagd unterstützt. Wie dumm dass NABU, IFAW und andere seit Jahren eben genau ein Importverbot für Jagdtrophäen fordern, warum es ja aktuell geht.
https://www.nabu.de/news/2017/05/22451.html

WWF, IUCN, CITES usw. sind pro Trophäenjagd, aber nur unter strengen Bedingungen. Und genau diese Bedingungen werden in Afrika aber allzu oft nicht eingehalten, weil die Institutionen zu schwach und die Korruption zu hoch ist. Insofern ist es absurd, die pauschal als Advokaten pro Trophäenjagd anzuführen.

Safari Club International ist der größte und bedeutendste Jagdclub der Welt. Der führt immer noch Record Books. Awards gibt es dafür, die besten Gene wegzuschießen. Daneben gibt es den Big-Five-Award (selbsterklärend). Wer gleich 4 verschiedene Katzen schießt (z.B. Löwe, Leopard, Cheetah, Serval) bekommt den "Cats of the World"-Award. Wer 5 der 7 folgenden Tiere schießt, bekommt den "Dangerous Game of Africa®"-Award: Löwe, Nashorn, Elefant, Leopard, Büffel, Nilkrokodil, Hippo. All das setzt perverse Anreize und führt dann zu Trophäenjagden, die eben nicht mit einem Conservation-Anspruch vereinbar sind. Man nimmt als reicher Mensch einfach viel Geld in die Hand, knallt wehr- und chancenlose Tiere ab, kauft sich effektiv leistungslos einen Award, und fühlt sich dann als supergeiler Typ und Jäger. Und es wird so getan, als wenn es das alles nicht gibt.

Warum wurde Voortrecker erschossen? Wie war das mit Cecil, Terrace Male, Dorob Male? Es gibt nur noch ca. 40 Big Tusker in ganz Afrika. Warum wurden 2 davon 2022 in Botswana erschossen? Wieder und wieder Beleg, dass Institutionen nicht funktionieren und es mit der Jagdethik in der Praxis nicht weit her ist.

Nochmal zusammenfassend: Ich bin nicht pauschal für ein Verbot der Trophäenjagd. Es gibt (noch) Gebiete, in denen Trophäenjagd eine bedeutende Einnahmequelle ist. Trophäenjagd ist da besser als mangels Einnahmen keine Toleranz für die Tiere zu generieren. Private Jagdfarmen sind für den Erhalt bedrohter Arten in der Regel irrelevant. Die Trophäenjagd auf Löwen, Geparden usw. sollte meines Erachtens grundsätzlich verboten werden. Bei Elefanten haben wir noch 340.000 bis 400.000 und ein paar hundert durch Trophäenjäger erlegte Tiere sind für den Bestand theoretisch unbedeutend. Praktisch werden aber auch da immer wieder die besten Gene, die Ikonen, die Raritäten ("Wüstenelefanten") weggeschossen. Eine perfekte Lösung gibt es nicht, aber eventuell wäre es eine Verbesserung, wenn z.B. eine internationale Kommission bei der IUCN auf Antrag einzelne Tiere zum Abschuss freigibt und das nur in Ländern, die Verstöße gegen Jagdethik hart bestrafen?

Grüße
ThemenstarterGast07. Apr. 2024 ·
Hallo Tacitus,
ich machs kurz: natürlich habe ich meine "eigenen Schlussfolgerungen gezogen". Du ja auch. Und jeder hier.
Und Du schreibst ja: was immer Masisi macht, "viele Wasserhähne zudrehen" oder "verbleibende Wasserstellen vor durstigen Elefanten schützen“, würde "ebenfalls internationale Empörung auslösen". Also wieder keine Lösung von europäischen Klugscheißern, sondern nur Geschwafel. Wo wir wieder am Anfang (Steffi Lemke) wären: "Wenn man nichts zur Lösung beitragen kann, einfach mal die Fresse halten", um Dieter Nuhr abzuwandeln.
761 Beiträge · seit 201007. Apr. 2024 ·
😄

Hallo, Carsten,

schon als ich das erste Mal den Artikel las , da dachte ich ... Botswana hat echt eine feine Ironie, die uns fehlt.

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
33,2k Beiträge · seit 200607. Apr. 2024 ·
Nur am Rande erwähnt:
Und genau diese Bedingungen werden in Afrika aber allzu oft nicht eingehalten, weil die Institutionen zu schwach und die Korruption zu hoch ist. Insofern ist es absurd, die pauschal als Advokaten pro Trophäenjagd anzuführen.
Nein, das Trophäenimportverbot hat nichts mit Afrika und seinen "schlechten Strukturen" zu tun. Nichts! Denn es sollen ja auch die von Eisbär (aus Kanada) und Co verboten werden. Es geht also rein gar nicht um irgendwas afrikanisches sondern die 1. Welt ist genauso davon betroffen.... hat nur vielleicht kein so großes wirtschaftliches Interesse an der Nutzung der Tiere, wie vielleicht afrikanische Länder.

Viele Grüße
Christian

P.S. Wenn ich NABU lese....
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast08. Apr. 2024 ·
travelNAMIBIA schrieb:Nein, das Trophäenimportverbot hat nichts mit Afrika und seinen "schlechten Strukturen" zu tun. Nichts! Denn es sollen ja auch die von Eisbär (aus Kanada) und Co verboten werden. Es geht also rein gar nicht um irgendwas afrikanisches sondern die 1. Welt ist genauso davon betroffen....
Natürlich geht es um Afrika. Bei den Eisbären geht die Wissenschaft davon aus, dass die Bestände durch den Klimawandel zukünftig stark sinken werden und man hält zusätzliche Abschüsse durch Trophäenjäger in Kanada zukünftig per se für nicht mehr verkraftbar. Das kann man nicht in einen Topf mit Afrika werfen. Bei Elefanten, Löwen usw. geht es nicht um rapide zurückgehende Eismassen oder Klimawandel. Da geht es um dortige Institutionen, Policies und Korruption. Das Trophäenjagd auf Elefanten usw. ein Tool zum Arterhalt sein kann, bestätigen WWF, CITES und auch die Bundesregierung sowie EU ausdrücklich - aber eben nur, wenn strenge Standards eingehalten werden. Wenn man diese als nicht gegeben ansieht, diskutiert man ein Verbot von Trophäenimporten, um die Trophäenjagd unattraktiver zu machen.

Grüße
zuletzt bearbeitet 08. Apr. 2024
33,2k Beiträge · seit 200608. Apr. 2024 ·
Natürlich geht es um Afrika.
Und das weißt Du woher? Beim von der UK (seit Jahren) geplanten Trophäeneinfuhrverbot, geht es um alle Tierarten aus Anhang I und II. Da sind viele nicht in Afrika. Würde es um Afrika gehen, würde man konkret nur die Einfuhr von Elefant, Nashorn und Löwe verbieten. Der einzige Unterschied ist eben, dass für viele afrikanische Staaten die Einnahmen durch Tierarten aus den Bereichen wichtig ist (und sie deshalb ihre Stimme erheben), für andere Lände/Gebiete die Trophäenjagd keine so große Rolle spielt.

Viele Grüße
Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1’222 Beiträge · seit 201008. Apr. 2024 ·
Wir können alle schreiben so viel wir wollen, es dreht sich letztendlich darum, daß die afrikanischen Staaten längst wissen daß und wie die Europäer sie ausnutzen und ausplündern, und von ihnen gleichzeitig erwartet wird, lieb und brav zu sein und den gehorsamen Zoo für europäische Narreteien zu spielen.

Das Werkzeug dazu sind Zölle und Einfuhrerlaubnisse.
Besonders die EU spielt da ein ganz perfides Spiel. Sie sucht sich besonders Produkte aus von deren Export afrikanische Staaten abhängig sind, und droht mit Zöllen, wenn im Gegenzug besonders landwirtschaftliche Produkte nicht zollfrei auf deren Märkte abgeladen werden können. Und meistens sind das noch hoch von der EU subventionierte Exporte, mit denen man noch die afrikanischen Wirtschaften kaputt macht. Besonders schaue man sich das Dumping von Hähnchenfleisch oder Butter an, womit örtliche Produzenten systematisch kaputt gemacht werden.
Dafür landet dann bestes namibisches Rindfleisch in niederländischen Konservendosen statt auf den Tischen der Verbraucher.
Dafür erhöhen Großmärkte wie Metro den Preis von argentinischem Rindfleisch um mehr als 100% trotz Währungseinbrüchen.

Und nun gerät die ganze Welt in Aufregung wenn ein afrikanischer Regierungschef, durchaus berechtigt, den erpresserischen grünen Narren überspitzt mal den eigenen häßlichen Spiegel vorhält. Vergessen hat er den Spiegel der Kinderarbeit, die die Weltenretter gerne In Kauf nehmen solange sie Kobalt für ihre Handies und Elektroautos bekommen. Aber Lieferkettengesetze fabrizieren.
Und den Spiegel müssen sich in Europa auch viele Reiseforenmitglieder (nicht nur hier) mal vorhalten lassen. Die Empörungskultur gegen die Jagd paßt nicht zur ersten Suche nach "Game" bei Ankunft. Auch dieses Wildfleisch stammt von der Jagd, nicht von alleine umgefallenen Wildtieren, die sich am liebsten noch selbst zerlegt haben sollten.

Es funktioniert nur ein Nebeneinander, sonst können sich Safaristen sich in einigen Jahren nur noch triste Landschaften anschauen wie in Teilen vom Damaraland wo es mal gut entwickelte Farmen gab, denn Weltenretter wollen ja auch noch zusätzlich den Rinderbestand ausrotten. Menschen gibt es für die auch zu viele, aber das sind jeweils nur die Anderen. Und alle sollen nur noch Insektenmehl aus nicht verdaulichen Panzern und deren Innereien futtern.

Wir sollten uns alle mal bemühen zu verstehen was der botswanische Regierungschef damit tatsächlich meinte, und welchen hintergründigen Frust diese Aussage tatsächlich beinhaltete in dieser heute völlig aus den Fugen geratenen irren Welt. Er wagt das Kind nicht wirklich beim Namen zu benennen, daß es ihm nicht so ergeht wie manchem anderen afrikanischen Regierungschef, der in den vergangenen Jahren dann so plötzlich "verstarb". Für die Naiven dieser Welt sind das natürlich Verschwörungstheorien.
Grüße
Hajo
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 08. Apr. 2024
Gast08. Apr. 2024 ·
travelNAMIBIA schrieb:
Natürlich geht es um Afrika.
Und das weißt Du woher?
In dem ich lese, was offizielle Stellen dazu herausgebe? OK falls Du darauf aus bist: In offiziellen Dokumenten steht dann natürlich nicht "Alle korrupt und unfähig in Botswana" - das würde ja einen diplomatischen Eklat triggern. Aber wenn dann z.B. in bezug auf die Trophäenjagd auf Löwen von regulatorischen Ineffizienzen die Rede ist, weiß man, was gemeint ist.
travelNAMIBIA schrieb:Beim von der UK (seit Jahren) geplanten Trophäeneinfuhrverbot, geht es um alle Tierarten aus Anhang I und II. Da sind viele nicht in Afrika.
Ja natürlich. Anhang I und Anhang II sind ja auch keine speziellen Listen in bezug auf die Trophäenjagd, sondern listen weltweit alle besonders vom Aussterben bedrohten Tierarten. Darunter u.a. auch Korallen, Fledermäuse, Käfer, Kolibris, Eidechsen, auf die es eher keine Trophäenjagd gibt.

Grüße