Hi Tinochikas! Euer Bericht und eure Fotos sind soooooo schön!!! Vielen Dank fürs Mitreisen lassen, auch wenn das Fernweh davon nicht gerade besser wird... 😉 Freu mich schon auf weitere geniale Bilder! Viele Grüße, Kathrin
Liebe Ingrid und Hartwig, was sind das wieder für schöne Fotos. Die Kapfüchse habt ihr in Perfektion eingefangen. Fantastische Bilder von wunderhübschen Tieren. Ihr versteht es, Sehnsucht nach dem KTP zu schüren. Herzlich Sascha
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201421. März 2023 ·
Champagner schrieb:
Ich glaube zwar nicht, dass eure Reiseart etwas für mich wäre, ich brauche ein bisschen mehr Äktschn (also nicht sichtungstechnisch, sondern so allgemein) und Nomadentum
Hallo Bele, der KTP ist voller Äktschn, Kühlschrank ein und ausräumen, Koffer schleppen, grillen und Kartoffeln schälen, Tagebuch schreiben usw usw… Wir sind hier schon mal froh, wenn wir mal nichts machen müssen und einfach mal einen Nachmittag abhängen können.
Hier glaube ich übrigens, dass keine Riesen- sondern eine Ludwigstrappe durchs Flusstal läuft
Danke für die Korrektur, so kommt eine weitere Vogelart in diesem Urlaub dazu.
casimodo schrieb:
Der KTP ist einfach nur geil
Hallo Carsten,
dem können wir nur zustimmen.
und wir planen nach einem Jahr Auszeit auch gerade mal wieder in diese Richtung
viel Erfolg mit den Buchungen und dass Ihr alle Wunschunterkünfte bekommt.
tigris schrieb:
Eure Schilderungen und insbesondere die tollen Aufnahmen führen bei mir zu extremer Sehnsucht!Deshalb plane ich seit heute mal grob für 2024: Namibia und KTP Allerdings werden im Park wohl nur 8 Nächte möglich sein,
Wenn Du länger im Park bleiben willst dann sag Deinem Mann doch einfach mal:
„Happy wife, happy life“
Katma1722 schrieb:
Euer Bericht und eure Fotos sind soooooo schön!!! Vielen Dank fürs Mitreisen lassen, auch wenn das Fernweh davon nicht gerade besser wird... Freu mich schon auf weitere geniale Bilder!
Hallo Kathrin,
Danke für die Komplimente. du weist ja, gegen Fernweh gibt es ein Mittel. Wie schon Wilhelm Busch sagt: …“ Darum, Mensch sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s! Reise, reise!
H.Badger schrieb:
was sind das wieder für schöne Fotos. Die Kapfüchse habt ihr in Perfektion eingefangen. Fantastische Bilder von wunderhübschen Tieren.
Hallo Sascha,
es hat uns auch richtig Spaß gemacht die Kapfüchse beim Treiben zu beobachten. Danke für das Fotokompliment
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201421. März 2023 ·
23.11.2021
Urikaruus- Nossob
Um 05:32 Uhr sitzen wir schon im Auto. Unser letzter Gamedrive von Urikaruus beginnt. Zuerst wollen wir uns von den Kapfüchsen verabschieden und uns davon überzeugen, dass es ihnen noch gut geht. Als wir dort ankommen sind wir etwas überrascht. Der Youngster tobt wieder durchs hohe Gras. Aber heute ist es nicht nur die Frau Mama, die ihn behütet. Nein Papa Fuchs schaut auch seinem Treiben wohlwollend zu.
Kapfüchse leben monogam oder in kleinen Gruppen, bei denen sich meist zwei weibliche Tiere um den Nachwuchs kümmern. Da es sich hier aber nur um ein Jungtier handelt und die Gruppe nur aus drei Füchsen besteht, nehmen wir an, daß heute das männliche Tier die Kinderbetreuung mit übernimmt.
Heute haben wir eine große Strecke vor uns liegen. Wir fahren wieder in den Norden nach Nossob. Jetzt ist es jedoch noch früh und so haben wir keine Eile beim morgendlichen Gamedrive. Vielleicht sehen wir ja noch den einen oder anderen Vogel. Einige Rotbauchwürger picken am Boden im vertrockneten Gras. Wir bleiben einen Moment bei den Vögeln stehen. Sie sind sehr schnell unterwegs und es ist nicht einfach ein Foto von ihnen zu machen. Als uns von etlichen Versuchen endlich ein Foto gelingt, fahren wir weiter.
Wir sehen den nächsten Vogel. Ein Sekretär ist auch auf Nahrungssuche.
So kann es weiter gehen. Daraus wird aber nicht viel. Kurz hinter einer Kurve, die wir sehr langsam durchfahren eilt uns auch schon das Pech in Form eines Tanklasters entgegen. Er kommt mit erhöhter Geschwindigkeit näher. Schnell lenkt Hartwig unser Auto in die Böschung hinein und der Laster rast schon an uns vorbei. Schade, dass ausgerechnet die Parkangestellten oder auch die Zulieferer sich oft nicht an die Höchstgeschwindigkeit halten und durch die Gegend brettern.
Da jetzt alle Tiere am Straßenrand vom Tankwagen vertrieben worden sind, fahren wir nach Urikaruus zurück.
Wir packen unseren Krempel zusammen und frühstücken zwischendurch im Stehen. An langen Fahrtagen haben wir meistens keine große Lust auf ein ausgiebiges Frühstück und sind froh, wenn alles im Auto verstaut ist.
Um halb zehn ist es dann soweit. Wir verabschieden uns von Eric und fahren in Richtung Nossob los.
Bei Kamqua biegen wir links auf die Dünenstraße ab.
Es geht ständig auf und ab. Keine schöne Fahrerei und zu sehen gibt es auch nichts. Erst nach etwa 40 Kilometer Fahrstrecke sehen wir am Eland Wasserloch einen Schakal und ein sehr schönes Erdhörnchen.
Etwas Abwechslung auf der Strecke bringt die letzte Passage der Dünenstraße. In der Nähe des Rastplatzes Dikbaardskolk hat ein Mazda-Fahrer versucht samt Anhänger die Strecke nach Mata Mata hoch zu fahren. Zum Glück ist er schon an der ersten Steigung hängengeblieben.
Die Insassen, junge Franzosen, stehen etwas ratlos auf der Straße Hartwig hilft ihnen noch beim drehen des Hängers und empfiehlt ihnen lieber die längere Strecke über Twee Rivieren ins Auobtal zu nehmen.
Die Steigungen auf der oberen Querverbindung werden noch extremer und so würden sie mit ihrem Gefährt sicher nicht weit kommen. Wenn sie jetzt umkehren klappt es auch mit der Zeit um rechtzeitig in Mata Mata anzukommen.
Kurz vor der Abzweigung nach Marie se draii sehen wir unseren täglichen Habicht auf einem Baum sitzen.
In Nossob bekommen wir Waterfront Bungalow Nummer 20. Es ist der letzte in der Reihe und am weitesten vom Wasserloch entfernt.
Wenn man schon keinen vorderen Bungalow ergattern kann, würden wir alternativ immer wieder die Nummer 20 wählen. Von dort hat man keine Sichteinschränkung ins Tal und ist völlig ungestört. Nachdem wir unsere Sachen aus dem Auto geholt und den Kühlschrank eingeräumt haben, setzten wir uns noch etwas auf die Terrasse und überlegen uns welche Richtung wir zum Abendgamedrive wählen wollen. Hartwig setzt sich wieder durch und so fahren wir noch einmal zum Wasserloch von Marie se draii. Aber er muss versprechen, dass es morgen früh noch einmal nach Cubitje Quap zu den jagenden Schakalen geht. Auf der Fahrt nach Marie se draii sitzt im besten Licht ein Fiskalwürger auf einem abgestorbenen Ast.
Als wir am Wasserloch eintreffen, liegt dort die ausgemergelte, hinkende alte Braune Hyäne hinter einem Busch. Nur kurz kommt sie heraus, geht ein paar Schritte zum Wasserloch, bleibt erschöpft im Sonnenlicht stehen, kehrt wieder um ohne vorher Wasser zu trinken und legt sich tief in den Busch hinein.
Wieder einmal enttäuscht die Location Marie se draii, keine Leos weit und breit. Auf die ausgemergelte Hyäne hätte Ingrid gerne verzichtet. Nur eines hat die Sichtung nämlich die Gewissheit, dass das schwache Tier irgendwie die letzten Tage überlebt hat.
Danach fahren wir langsam zurück.
Im schönsten Abendlicht setzen wir uns auf unsere Terrasse und genießen erst einmal ein Gläschen Sedgwick‘s Old Brown Sherry und beobachten ein paar Erdhörnchen.
Wir schälen Kartoffeln und einen Butternut Kürbis.
Zum Abendessen gibt es Kürbis mit Kartoffeln. Dazu braten wir uns geräucherte Boerewürstchen. Ingrids Teller
Hartwigs Teller
Ein langer Fahrtag geht zu Ende und wir gehen früh schlafen.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201402. Apr. 2023 ·
24.11.21
Nossob - Grootkolk
Es ist 05:00 Uhr morgens und wir sind schon startklar. Heute gibt es keine Diskussionen welches Wasserloch wir ansteuern werden. Nach den vielen vergeblichen Versuchen in südlicher Richtung bei Marie se draii Leoparden zu finden, liegt unser Ziel nun in Richtung Norden. Aber bevor wir los können, muss erst der Laufzettel abgeholt werden. Hartwig geht zur Rezeption, wo schon zwei Personen warten. Bis er unser Permit bekommt dauert es heute Morgen etwas länger. Ein Mann hat Dienst und der läßt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Bei ihm geht es etwas gemächlicher zu, als bei den weiblichen Angestellten. An der Reihenfolge ändert sich dadurch nichts. Wir verlassen Nossob in Richtung Norden als drittes Fahrzeug. Alle haben sicher das gleiche Ziel. Als die ersten Sonnenstrahlen die Wasserstelle erreichen treffen wir bei Cubitje Quap ein.
Die zwei Fahrzeuge die vor uns losgefahren sind stehen schon dort. Glücklicherweise ist der von uns bevorzugte Beobachtungsplatz noch frei. Zufrieden legen wir unsere Bohnensäcke auf die Fensterrahmen vom Hilux und warten. Das tägliche Schauspiel kann beginnen. In den Baumwipfeln schütteln sich die Tauben die nächtliche Starre aus dem Gefieder, bevor sie zu ihrem Flugeinsatz kommen.
Die ersten starten und alle anderen folgen nach. Hunderte von Kapturteltauben belagern nun das Wasserloch.
Noch ist alles sehr friedlich, weit und breit keine Räuber zu sehen. Die Vögel können den Durst löschen und haben nichts zu befürchten. Es herrschen also ideale Bedingungen die Symbolik der Tauben für den Frieden ins richtige Bild zu setzen.
Der eigentliche Grund, warum sich hier früh morgens viele Gamedriver einfinden ist jedoch alles andere als eine friedliche Welt zu dokumentieren. Wir gestehen, dass auch wir noch auf die eigentlichen Hauptdarsteller warten und wir werden nicht enttäuscht. Es erscheinen drei, sie gehen abwechselnd zum Wasserloch um etwas zu trinken.
Anscheinend stand heute Täubchen nicht auf dem Speiseplan der Schakale und sie kommen daher erst zu einer anderen Mahlzeit. Es sieht tatsächlich so aus, als ob sie nur auf das Eintreffen der Flughühner gewartet hätten. Jetzt beginnt das eigentliche Schauspiel. Die Protagonisten nehmen ihre Positionen ein und Schwärme von Fleckenhühner fliegen in kurzen Intervallen auf das Wasserloch zu.
Wie die Bühne im Theater wird Cubitje Quap jetzt durch die Sonne ins richtige Licht gesetzt. Immer wieder landen einige Vögel am Wasserloch und erhaschen ein Tröpfchen von dem Nass.
Aber viele erkennen die Gefahr schon in der Luft und starten kurz vor der Wasserstelle einfach wieder durch.
Es ist schön, wie sie direkt auf uns zu fliegen. Der stahlblaue Himmel bietet die richtige Kulisse für schöne Flugaufnahmen.
Die Schakale finden dieses Verhalten weniger gut. Sie verteilen sich in alle Himmelsrichtungen um jeweils einen Angriff zu starten.
Heute bleiben aber ihre Mägen leer. Die Vögel sind schneller. Das ist genau nach unserem Geschmack, viel Aktion auf dem Boden und am Himmel und alles endet bisher unblutig.
Fleckenflughuhn
Am Rand des Wasserlochs reihen sich Blutschnabelweber und Schnurrbärtchen aneinander. Trotz ihrer Schlichtheit bieten sie ein wunderschönes Motiv, wie sie sich so im Wasser spiegeln.
Aber auch die kleinen Vögelchen werden von Fressfeinden genau beobachtet. Sie sind weder am Boden noch in den schützenden Blättern der Bäume sicher.
Ein juveniler Gabarhabicht lässt sie nicht aus den Augen und so kommt es wie es kommen muss. Der Habicht fliegt im Sturzflug auf die kleinen Vögel zu und schnappt sich einen von ihnen.
Wie ein Todesengel sitzt er anschließend mit seiner Beute im Geäst eines nahegelegenen Baumes.
Kaum hat er das Vögelchen verspeist, peilt er schon die nächste Mahlzeit an. Ein Schnurrbärtchen soll das nächste Opfer werden. Der kleine Vogel hat jedoch Glück und entkommt.
Es wird nun langsam Zeit wieder nach Nossob zurück zu kehren, wir wollen schließlich heute noch weiter nach Grootkolk fahren.
Im Chalet packen wir unsere Sachen. Während Ingrid den Kühlschrank ausräumt, toastet Hartwig für Ingrid zwei und für sich selber drei Toastbrote. Das muss bist Grootkolk reichen. Auf ein Frühstück verzichten wir und checken aus.
Im Shop holen wir noch einige Kanister Wasser und die letzten Kartoffeln im Regal können wir sicher auch noch gebrauchen. Danach nutzen wir noch einmal die Gelegenheit ins Internet zu gehen und sind froh, dass wir nicht in Deutschland sind, denn die Coronavirus Fallzahlen steigen und die nächsten Lockdowns drohen. Hier sind die Infektionszahlen sehr niedrig und von der südafrikanischen Omikron Variante haben wir bisher auch noch nichts gehört. Sie soll uns später bei der Rückreise aus Südafrika erst beschäftigen.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201402. Apr. 2023 ·
Die ersten Tiere die wir in der Mittagszeit sehen, sind drei Sekretäre die jetzt am Wasserloch von Cubitje Quap stehen.
Dazu gesellt sich ein ziemlich hell gefärbter Schakal. Das Licht ist um diese Zeit grottenschlecht und alle Fotos verlieren an Tiefe.
Eigentlich sollten wir uns an unsere Mittagslicht-Regel halten „kein Tier vor vier“ fotografieren! Eine Ausnahme bilden da nur Vögel Auf der Straße Richtung Grootkolk finden wir endlich wieder eine Eule. Wir dachten schon das anfängliche Eulenglück dieser Reise hätte uns verlassen. Der Bann scheint gebrochen.
Gegen 13:00 Uhr sind wir schon in Grootkolk und können in Chalet Nr. 3 einchecken. Die Ausstattung von Grootkolk empfinden wir von allen Camps am einfachsten. ( außer vielleicht Bitterpan, wo die Toilette und Dusche nicht im Raum sind ).
Lieber wäre uns Nummer 1 oder 2 gewesen, aber für nur eine Nacht ist das jetzt nicht so wichtig. Allerdings wollen wir, nachdem wir für 3 Nächte nach Gharab fahren, wieder hierher zurück um weitere vier Nächte hier zu verbringen. Nach einem kurzen Gespräch mit Tawed, der Campmanager Isaac momentan vertritt, sichert dieser uns zu, dass wir dann Chalet Nummer 2 bekommen können. Mit dieser Vereinbarung sind wir sehr zufrieden. Später am Nachmittag wollen wir noch einmal raus fahren. In der Zwischenzeit richten wir uns hier häuslich ein. Die Vogeltänken müssen aufgefüllt werden. Die Siedelweber warten schon sehnsüchtig auf das Wasser. Ein schöner Granarastrid hat auch Durst.
Eine Streifenmaus kommt zu Besuch und sondiert schon einmal die Lage.
Gegen 14:30 Uhr wirbelt ein starker Wind den Sand auf. Wir verziehen uns ins Chalet.
Die Gegend hier im Norden sieht bei diesem stürmischen Wetter trostlos aus. Das ist nicht immer so und eigentlich den großen Bränden vom September diesen Jahres zuzuschreiben. Die Polentswa Lodge ist dabei dem Feuer zum Opfer gefallen. Später sprechen wir noch mit Tawed darüber. Er erzählt uns, dass das Feuer kurz vor Chalet Nummer 4 hier in Grootkolk gerade noch gestoppt werden konnte. Alle Campgäste hätten ihre Fahrzeuge zum Wasserloch gefahren und dort im Auto auch die Nacht verbracht. Die Feuerwehr aus Nossob sei gerade noch rechtzeitig durchgekommen und hätte dadurch das Camp vor den Flammen gerettet.
Um 17:30 Uhr fahren wir zu unserem Abendgamedrive in Richtung Union’s End. Das ganze Ausmaß der Vernichtung ist zu sehen. Viele abgebrannte Bäume und Sträucher in der kargen Landschaft.
Es gibt nur wenige Tiere im Tal. Die Herden fehlen, weil es die ganze Zeit nichts zu fressen gab. Ganz zart zeigt sich jedoch an einigen Stellen schon wieder das erste Grün. Wir stehen am Anfang der Regenzeit und einige Niederschläge hat es hier wohl schon gegeben. Die Natur beginnt sich zu erholen. Wir entdecken nicht viel. Die einzigenTierchen denen wir begegnen sind einige Zebramangusten. Sie sind sehr scheu und verschwinden schnell im Gehölz neben der Straße. Trotzdem können wir noch das eine und andere Bild von ihnen machen.
Ein Kalahariheckensänger mit dekorativer Manguste im Hintergrund gefällt uns besonders gut.
Auf der Weiterfahrt kommen uns unsere zukünftigen südafrikanischen Nachbarn von Ghargab entgegen. Sie geben ein Zeichen zum Anhalten und fragen, ob wir auch die Löwen am Straßenrand im Gebüsch gesehen hätten. Wir verneinen. Wie so oft im KTP entstehen aus solchen zufälligen Begegnungen gute Kontakte. Wir mögen die Beiden sehr und führen später in Gharagab noch viele schöne Gespräche mit ihnen. Im KTP sind oft zur gleichen Jahreszeit die gleichen Leute unterwegs. Wenn man also länger und auch öfter dort ist, entstehen richtige Freundschaften oder es werden Verabredungen für ein Wiedersehen vereinbart. Ein internationaler und reger Austausch von den (neuesten) Erlebnissen und Sichtungen findet in verschiedenen Kgalagadi Transfrontier Park Foren statt. Ein guterTipp ist es, sich dort vor Abreise zu informieren, man weiß dann schon im Voraus wo sich momentan z.B. Löwenrudel, Jungtiere oder Leoparden bevorzugt aufhalten.
Die Südafrikaner wollen uns die Löwen zeigen und so drehen wir kurzerhand noch einmal um und folgen ihnen. Sie zeigen auf eine größere Hecke und verabschieden sich. Hier sollen also zwei Mähnenlöwen sein. Wir sehen außer einem Ufo am Himmel erst einmal nichts.
Gebannt schauen wir auf das Steppengras und tatsächlich dort im dichten Gestrüpp bewegt sich etwas. Das wackeln mit den Ohren verrät die Stelle wo die faulen Löwenmännchen ein Schläfchen halten. Es gibt nur ein Beweisfoto und man braucht schon viel Fantasie und Vorstellungskraft wie schön doch Kalahari Löwen sein könnten.
Um 19:30 Uhr sind wir wieder im Camp.
Zum Abendbrot gibt es die Reste vom Kürbiseintopf mit Kartoffeln. Hartwig ist noch nicht satt und gönnt sich eine kleine Dose Heinz Beanz in rich tomato sauce. Dazu ißt er ungetoastetes Toastbrot, weil es in Grootkolk leider keinen Toaster gibt. Der Elektro-Toaster war in Nossob schon Luxus. Hier wären wir schon froh über einen einfachen Campingtoaster, welchen man nur auf den Gasherd stellen braucht. In den anderen Wilderness Camps sind solche einfachen Geräte vorhanden. Da es hier in den Shops oftmals nur lappiges Weißbrot zu kaufen gibt, entpuppt sich ein Toaster auf die Dauer zum wichtigen Küchenutensil. Trotzdem sind wie satt geworden, daher geht es uns heute besser als den Schakalen von Cubitje Quap. Wir müssen nicht mit leeren Mägen schlafen gehen.
Nach unserem Abendessen bekommen wir noch Besuch von Tawed. Die Campmanager machen häufig noch einen letzten Rundgang und fragen ob alles in Ordnung ist.
Dieser Besuch sollte aber nicht der letzte sein. Ein leichtes Rascheln im Baum weckt unsere Aufmerksamkeit. Wir entdecken eine neugierige Akazienmaus ( oder Schwarzschwanz Baumratte ).
Der Schein unserer Terrassenlampe lockt viele Insekten an. Das entgeht einem Dickfingergecko nicht.
Die letzte Jagd des Tages beginnt.
Wir gehen in unser Chalet und überlassen unsere Terrasse den Gästen der Nacht.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201411. Apr. 2023 ·
25.11.23
Grootkolk - Gharagab
Gestern Abend haben wir beschlossen die heutige Weiterfahrt nach Gharagab mit einem Gamedrive zu verbinden. Schnell haben wir den Kühlschrank ausgeräumt und unsere Sachen wieder im Hilux verstaut.
Um 06:00 Uhr sitzen wir schon im Auto und fahren los.
Immer wieder sehen wir nach links und rechts und beobachten alles um uns herum. Es ist auch heute Morgen nicht viel los.
Ein paar Vögelchen sind in der kargen Landschaft zu sehen.
Weißflügeltrappe (f)
(m)
Für ein Steinböckchen halten wir auch kurz an.
Gegen 10 Uhr kommen wir schon in Gharagab an.
Vor Chalet 4 sehen wir ein Auto stehen. Es ist der einzige Bungalow der bewohnt ist.
Da wir niemanden sehen, drehen wir eine kleine Runde entlang der Bungalows.
Jetzt hat uns Eric, der Campmanager von Gharagab auch entdeckt. Er kommt uns von Chalet Nummer 1. entgegen. Wir sollen noch ein paar Minuten warten, dann ist er fertig und wir können in Chalet Nr. 1 einziehen. Da wir aber letztes Jahr bei unserem ersten Aufenthalt hier in Nummer1 übernachtet haben, möchten wir diesmal Chalet Nummer 2 testen, mal sehen wir von der die Sicht auf das Wasserloch ist. Für Eric ist dies kein Problem, wir sollen ihm halt nur noch etwas Zeit lassen, bis er Nummer 2 fertig hat. Wir holen uns daraufhin zwei Stühle und machen es uns im Schatten eines Baumes gemütlich.
Nachdem Eric fertig ist, räumen wir unsere Sachen ins Chalet.
Wir bereiten uns mal wieder ein tolles Frühstück mit allem was der Kühlschrank her gibt. Eier, Bohnen, Gurken, Frischkäse, Schnittkäse, gekochter Schinken, Erdbeermarmelade und Pflaumenmus. Dazu gibt es Vollkornbrot das wir schon in Upington eingekauft haben.
Da es hier in Gharagab auch keinen Campingtoaster gibt, kommt Hartwig auf die glorreiche Idee Toastbrot in der Pfanne zu tosten. Er schüttet etwas Öl in die Pfanne und schnell ist der Toast braun und knusprig.
Ingrid lehnt dankend ab und Hartwig ißt sein Marmeladentoast tapfer auf. Danach gönnt er sich einen guten Schluck Old Brown Sherry um den Nachgeschmack von dem im Öl gebratenen Toast los zu bekommen.
Den restlichen Tag machen wir es uns auf der Terrasse gemütlich.
Legen unsere Kameras bereit und warten darauf, dass die ersten Tiere zum Wasserloch kommen. Die Siedelweber begrüßen die Neuen in von Chalet Nummer 2. Sie sind während unseres gesamten Aufenthaltes hier unsere ständigen Gäste auf der Terrasse.
So viel sei verraten, einer von ihnen freundet sich mit Ingrid an, so dass ihr der Abschied von hier später noch schwerer fällt.
Im Gebüsch neben der Terrasse sehen wir immer wieder kleine Vögelchen.
Fiskalwürger (f)
Gelbbauchgirlitz
Am späten Nachmittag kommen dann die ersten Tiere.
Ein Oryx löscht seinen Durst und ein Schakal kühlt sich die Pfoten.
Danach fangen wir mit den Vorbereitungen fürs Grillen an.
Ingrid macht einen Gurkensalat. Hartwig schält Kartoffeln und würzt ein schönes Stück Rindfleisch, legt es auf einen tiefen Teller und übergießt es mit Öl.
Mit dem Feuer machen hat er weniger Glück. Die Holzscheite sind sehr dick und fangen nicht richtig Feuer. So verrinnt die Zeit und es wird immer später. Erst gegen 21:00 Uhr brennt das Holz richtig.
Genau zu diesem Zeitpunkt erscheint am Wasserloch eine Afrikanische Wildkatze und kurz darauf von der anderen Richtung ein Schakal. Schnell werden die Kräfte gemessen. Die Katze macht einen Katzenbuckel und funkelt den Schakal siegessicher an. Schnell zieht er seinen Schwanz ein und verschwindet in der Dunkelheit.
Leider beobachtet unser Nachbar aus Chalet Nr. 4 auch noch das Wasserloch. Wir bekommen eine Discobeleuchtung. Alles wird in Rotlicht getaucht. Die Katze, der Schakal und das Wasserloch.
Das mag für die Tierbeobachtung vielleicht ideal sein, aber für Fotos taugt es nichts. Die Tiere werden durch Rotlicht nicht so gestört, aber die Belichtung vom Wasserloch hätte auch ausgereicht. Diese ist schließlich jeden Abend an und die Tiere haben sich daran gewöhnt. Es geht noch eine Zeitlang mit dem Rotlicht weiter, an … aus… an …aus, fast so wie auf der Tanzfläche in einer Disco. Wir beschäftigen uns derweil mit anderen lebensnotwendigeren Dingen und die heißen „Essen zubereiten”. Während der Lightshow brennt mittlerweile unser Feuer ganz toll, es wird aber immer später.
Da alles im Leben irgendwie noch einen Sinn hat, erfahren wir ca. zwei Stunden später.
Endlich ist das Feuer soweit heruntergebrannt, dass wir die richtige Glut haben um das Fleisch zu grillen. Es ist jetzt aber schon so spät, das wir dazu einfach keine Lust mehr haben. Einfach eine Schnitte Brot mit etwas Wurst und Käse schmeckt schließlich auch ganz gut und mit vollem Magen soll man sowieso nicht schlafen gehen. Das Essen verschieben wir auf den nächsten Tag.
Chalet Nr. 4 hat die Leuchtsignale aufgegeben und dort ist jetzt alles dunkel.
Jetzt zeigt es sich, dass es ganz gut war so lange wach zu bleiben. Eine Horde Schakale hat sich am Wasserloch um eine Braune Hyäne versammelt. Nur im Schein des Wasserlochlichtes können wir sie beobachten. Da wir aber das Stativ schon abgebaut haben ist die Qualität durch die lange Belichtungszeit eher schlecht.
Als die Hyäne die Wasserstelle verlässt, entstehen noch zwei Fotos, mit dem wir sehr zufrieden sind.
Jetzt fahren wir gleich zum Flughafen und verabschieden uns von Euch bis Mitte Mai. Unseren Bericht von Gharagab mit den schönsten Tagen und Erlebnissen von der gesamten Reise setzten wir dann fort.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201420. Juni 2023 ·
Wir sind nun seit gut vier Wochen von einem erneuten 4-wöchigen Aufenthalt aus dem KTP zurück. Keine Angst, wir werden Euch nicht erneut mit einem Reisebericht von dort begeistern oder vielleicht auch nerven. Aber diesen Bericht werden wir natürlich ( wie ihr es von uns kennt ) noch zu Ende schreiben. Wie schon angekündigt, erlebten wir in Gharagab die schönsten Tage unserer auch sonst sehr erlebnisreichen Reise und wir lösen das Geheimnis unseres Intros vom:
One Hole Golfplatz in Gharagab
Die Pandemie hat auch vor dem KTP nicht haltgemacht. In Gharagab dachte man über den Bau eines Golfplatzes nach um international an zahlungskräftige Kunden zu kommen. National testet bereits ein Südafrikaner das Gelände.
Gott sei Dank wurde das Projekt während unseres Aufenthalts wieder verworfen. Übrig blieb nur noch das Putting-Loch was wieder seiner ehemaligen Bestimmung als Wasserloch übergeben wurde.
26.11.23
Wir werden nicht von Löwen geweckt, die gegen 02:30 Uhr zum Wasserloch gekommen sind. Unsere südafrikanischen Nachbarn erzählen uns heute Morgen nur davon.
Schon bei Sonnenaufgang um 05:30 Uhr stehen wir auf und sehen die Afrikanische Wildkatze von gestern Abend wieder. Heute morgen geht sie auf Vogeljagd. Was für ein geschickter Jäger. Sie hat kaum Fehlversuche.
Wenn der größte Hunger gestillt ist bleibt trotzdem noch der Jagdtrieb.
Solange die Beute sich bewegt und versucht zu fliehen, wird ihr nachgestellt. Dieses für die Katzen typische Spiel, mutet manchmal grausam an. Die Beute wird nicht gleich getötet, sondern herum getragen und auch schon mal losgelassen.
Dadurch hat der Vogel natürlich die Gelegenheit zu entkommen. Manchmal gelingt es ihm, manchmal aber auch nicht.
Als ein Schakal aufkreuzt, nimmt die Vogeljagd ein Ende.
Anscheinend hat er aber großen Respekt vor dem Kater.
Dieser macht einen Buckel, zieht es dann aber vor sein morgendliches Mahl zu beenden. Satt und zufrieden läuft er in unsere Richtung und schaut noch einmal äußerst fotogen in unsere Kamera.
Auf einen Busch neben unserer Terrasse hält sich im Morgenlicht eine Vierstreifenmaus auf und frißt die gelben Blüten.
Ein Maskenweber findet auch Gefallen an dem Busch.
Nach diesen tollen Beobachtungen am frühen Morgen haben wir uns dann unser Frühstück verdient. Anschließend wird natürlich gleich abgewaschen und aufgeräumt. Wir wollen ja keine Mitbewohner in unser Chalet locken. So richtig tragisch ist es zwar nicht mit den Mäusen, denn meistens kommen sie sowieso durch eine Öffnung an der Außenwand oder Decke ins Chalet, aber wenn sie nichts finden verschwinden sie auch schnell wieder. Als Ingrid einmal eine Ratte in einem Bootstouren-Office in Kasane entdeckte, sagte die Angestellte ganz gelassen :
„They come in and go out“.
Diesen Satz haben wir uns gemerkt und er hilft uns die ungebetenen Besucher einfach zu akzeptieren.
Die freie Zeit bis 13:00 Uhr nutzen wir dann zu einem kleinen Schläfchen, die Hitze setzt uns ganz schön zu. Wie sind schon vom Nichtstun kaputt. Die Sonne scheint erbarmungslos auf unsere Terrasse und ohne Sonnenschutz hält man es dort nicht lange aus. Wir denken die Temperatur steigt bis zu 40 Grad an. Ende November ist es wirklich schon sehr heiß hier. Jetzt müssen wir nur noch eine Stunde ausharren, bis es ein Bierchen gibt. Wir haben nämlich beschlossen, dass wir vor 14:00 Uhr keinen Alkohol trinken, wir wollen ja schließlich den Abend auch noch erleben.
Am Nachmittag kommen auch die Siedelweber wieder.
Weil wir wussten, dass die Webervögel hier in Gharagab immer auf der Terrasse herum hüpfen, haben wir in Upington Vogelfutter gekauft. Wir denken das kann nicht ganz falsch sein, obwohl man Wildtiere nicht füttern soll. Aber bevor sie uns die Krümel vom Tisch holen, doch lieber artgerechtes Futter. Natürlich fehlt auch die Vogeltränke nicht. Dort sind die Vögel in unserer Zeit nicht den Gefahren am Wasserloch ausgesetzt.
Der Feind ist nicht sehr weit weg. Ein Rotkopffalke hat schon seine Position am Wasserloch eingenommen.
Ingrid hat sich schon gestern beim Füttern mit einem Siedelweber angefreundet. Heute kommt er schon so nah, dass sie ihm über die Krallen am Bein streicheln darf und es dauert auch nicht mehr lange und er frisst ihr aus der Hand.
Erkennen können wir ihn an einem orangen Fleck auf seinem Kopf. Vielleicht ist es auch eine Milbe oder Zecke. Außerdem hat er einen unverwechselbaren Dreckschnabel. Er ist immer sofort als erster da, wenn Ingrid die Terrasse betritt und ist im Gegensatz zu seinen Artgenossen sehr zutraulich.
Am Abend essen wir noch von unserem Rinderfilet, welches wir gestern nicht alles geschafft haben. Wir braten das Reststück kurz in der Pfanne an, so dass das Fleisch immer noch medium bleibt. Dazu gibt es wieder frische Kartoffeln und einen Gurkensalat.
Beim Abwaschen werfen wir immer wieder einen Blick auf das Wasserloch
Nach Sonnenuntergang sehen wir für einen kurzen Moment die Braune Hyäne von gestern Abend. Leider verdeckt der Baum von der Beleuchtung des Wasserlochs einen Teil des schönen Tieres.
Sie löscht schnell ihren Durst und schon ist sie wieder verschwunden. Auch die Wildkatze zeigt sich noch einmal kurz.
Mit dem Gedanken dieses Mal in der Nacht wach zu werden wenn die Löwen brüllen, schlafen wir schließlich durch bis zum nächsten Morgen.
Wir sind nun seit gut vier Wochen von einem erneuten 4-wöchigen Aufenthalt aus dem KTP zurück. Keine Angst, wir werden Euch nicht erneut mit einem Reisebericht von dort begeistern oder vielleicht auch nerven.
Hallo ihr Zwei,
mir geht es wie Gabi - langweilig wird es bei euch doch nie! Ich würde mich jedenfalls tierisch über einen weiteren Bericht von euch freuen!
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201423. Juni 2023 ·
Hallo Gabi und Konni,
es freut uns, dass es euch bei unseren Reiseberichten nicht langweilig wird. Jetzt schreiben wir aber erst einmal diesen Bericht weiter und dann kommt ja noch unsere große Botswana und Namibia Tour vom April bis Mai 2022 und der nächste KTP Besuch steht schon wieder im November an.
Hi ihr Beiden, Ich habe gerade euren Reisebericht verschlungen. Ein Traum. Eure Fotos (auch von den kleinen Tierchen) einfach nur fantastisch. Ganz großes Lob und es weckt wieder Sehnsucht in den KTP zu reisen. Ich musste allerdings herzlich lachen über Hartwigs Versuche das Labbertoastbrot irgendwie genießbar zu machen. Als "alte" Camper haben wir immer Toastabags dabei. In die kommt entweder die einzelne labbrige Toastscheibe in die Pfanne (ohne Öl und die Pfanne bleibt sauber) oder man kann auch super lecker gefüllte Toasts mit Schinken, Käse, Zwiebeln....... reinpacken, drei mal in der Pfanne (nicht zu heiß) umdrehen und fertig ist ein super kurzes Essen. Die Tütchen sind sehr einfach auswaschbar und wiederverwendbar. LG und ich freue mich euch in Büsnau wieder zu sehen Claudia
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201424. Juni 2023 ·
Hallo Claudia,
als Nichtcamper garten wir auf Kubu schon Kartoffeln auf heißen Steinen. Zum Eier kochen und Fleischwürstchen heiß machen benutzen wir einen Wasserkocher. Aber von diesen Tütchen haben wir noch nie etwas gehört. Darüber müssen wir uns unbedingt in Büsnau bei einem Gläschen Old Brown Sherry unterhalten.
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201424. Juni 2023 ·
27.11.23
Täglich grüßt das Murmeltier
Der heutige Tag könnte die afrikanische Version des Films „ Täglich grüßt das Murmeltier“ sein. Wir stehen wieder mit Sonnenaufgang auf. Warum diese wie ein Ei aufgeht, obwohl, wir nicht zu Ostern hier sind, bleibt uns ein Rätsel.
Unser erster Walk führt uns auf die Terrasse. Unser Blick richtet sich aufs Wasserloch und genau, man kann es schon erraten, die Afrikanische Wildkatze ist auf der Jagd nach Vögeln.
Kaum gibt es Fehlversuche. Ein Vogel nach dem anderen wird verspeist.
Der größte Hunger ist gestillt und nun ist spielen angesagt.
Jetzt gibt es aber im Gegensatz zu gestern noch eine Ergänzung im Ablauf. Der Kater schnappt das kleine Schnurrbärtchen und schleppt es in unsere Richtung.
Unter einem Baum beginnt wieder das so typische Katzenspiel mit der Beute. In einem Augenblick der Unachtsamkeit kann das Schnurrbärtchen aber entkommen. Es fliegt auf den Baum und verschwindet im Geäst.
Total frustriert hechtet der Kater hinterher. Erwischen kann er den Vogel nicht mehr.
Er schnuppert an den Ästen, aber die Beute ist davon geflogen. Nur eine nicht ein nicht zu erreichende Mahlzeit sitzt auf einem Ast. Der Meisensänger sucht aber auch das Weite und fliegt ebenfalls davon.
„ Armer Kater“, schon wieder hat ein unvorhersehbares Ereignis sein morgendliches Mahl beendet. Für uns allerdings ein Glücksfall. Selten haben wir eine Wildkatze so schön und vor allem so nah im Baum fotografieren können.
…Und welch ein Glück für uns, dass ihr eure fantastische Katzenjagd Sequenz mit uns teilt! Sehr spannend und unterhaltsam, habe schon geglaubt dass Vögelchen sei tot….und siehe da, die Natur Dramaturgie meinte es anders. Danke euch sehr! Liebe Grüsse von Katrin
Tinochika schrieb: Aber von diesen Tütchen haben wir noch nie etwas gehört. Darüber müssen wir uns unbedingt in Büsnau bei einem Gläschen Old Brown Sherry unterhalten.
@ Clamat: Die interessieren uns auch! Bitte mitbringen nach Büsnau und Verwendung demonstrieren. Auch wenn wir nicht mehr nach Afrika reisen, wir sind eingefleischte Camper:innen 😉 .
Liebe Ingrid und lieber Hartwig, eure Foto-Kleinserien mit den Tierbeobachtungen gefallen mir außerordentlich gut. Das gefällt mir meist besser als kurze Videos. Köstlich die grotesken Verrenkungen der Wildkatze!
TinochikaThemenstarter1’656 Beiträge · seit 201424. Juni 2023 ·
27.11.21
Teil 2
Der Vormittag ist schnell zu Ende erzählt. Die Streifenmaus lässt sich die gelben Blüten im Busch wieder schmecken.
Protagonisten werden ausgetauscht und neue kommen hinzu. Der Maskenweber wird durch einen Gelbbauchgirltz ersetzt und ein Karasburg Baumskink erscheint auf unserer Terrasse.
Wir genießen ein ausgiebiges Frühstück vor herrlicher Kulisse . Noch ist es nicht zu heiß und es lässt sich hier, mitten in der Natur so ganz ohne Zäune, gut aushalten.
Mittags setzt uns dann die Hitze wieder zu und wir dämmern im Chalet so vor uns hin. So ein Müßiggang gefällt uns ganz gut. Nicht immer im Auto einen Gamedrive zu fahren ist auch einmal schön, zumal wir ja schon so viel gesehen haben. In keiner Weise schleicht sich das Gefühl ein etwas zu verpassen.
Ab 14:00 Uhr gibt es ein kühles Bierchen und wir setzen uns auf die Terrasse. Die Seiten des Tagebuches müssen auch noch gefüllt werden und das Wasserloch und die schöne Landschaft haben wir immer im direkten Blick.
Jetzt kommen auch die Siedelweber zur Tränke.
Ingrids Freund ist wieder als erster da.
Er ist nun so zutraulich, dass er ihr als einziger von der Vogelbande aus der Hand frisst.
Ein Kumpel von ihm fällt bei den noch immer hohen Temperaturen in einen Sekundenschlaf.
So neigt sich der Nachmittag seinem Ende zu. Die Schatten werden länger und der Sonnenstand immer tiefer Die Siedelweber machen sich so langsam auf den Heimweg und Hartwig hält Ausschau nach Löwen.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch die braune Hyäne der vergangenen Tage, am nächtlichen Wasserloch. Doch auch hier eine kleine Abwandlung, sie erscheint heute nicht und wird durch den Auftritt einer Tüpfelhyäne ersetzt.
Etwas später kommen noch Schleiereulen ans Wasserloch, die haben wir gestern wohl verpasst. Wir freuen uns sehr über diese Sichtung.
Plötzlich startet eine von den Eulen zum Flug. Bedingt durch das schwache Licht und die damit erforderliche lange Belichtungszeit entsteht ein völlig unscharfes Bild. Dieser Zufallstreffer gefällt uns gut, es könnte eine moderne, künstlerische Interpretation einer Eule sein. So ein Gemälde macht sich sicher an der Wand ganz gut.
Wir essen noch eine Kleinigkeit und sind vom Nichtstun total müde geworden. Zufrieden schlafen wir ein und träumen von brüllenden Löwen.