Bei uns war es auch der Kontrast, der das Service-Erlebnis in Dolomite und den anderen staatlichen Camps so deutlich machte: Nach Serra Cafema mit rundherum perfekt haben wir mehrere Nächte in den Flusstälern und auf den Hochebenen zwischen Hartmanstal und Etosha im Dachzelt gecampt und nur eine kurze Nacht auf Hobatere gehabt - spät angekommen, geführter Gamedrive, früh wieder los - bevor uns dann die ganze Härte der NWR-Realität traf. Nur gut, dass dann noch Okonjima auf dem Programm stand und mehr als Entschädigung dafür war.
ich find es schon erschreckend, wie schlecht der Service, Essen. im Dolomite Camp geworden ist. Wir waren 2013 dort und total begeistert. Total nette Leute und Service. Essen zwar kein Highlight, aber gut. Wir waren damals von Okaukeujo total enttäuscht. Da war das Essen richtig grauenhaft.
Eigentlich schade um das Dolomite Camp, denn die Lage ist klasse.
LG Uli, die am Donnerstag auch endlich wieder nach Namibia fliegt.
Big 5 Africa Tours
Reiseberichte:
Namibia's Süden 2017, Uganda's Norden 2016 , Uganda Juli 2015 , Namibia Mai 2013 ,Namibia Mai 2012
bayern schorschThemenstarter3’391 Beiträge · seit 200917. Mai 2017 ·
Hallo zusammen,
bei diesem (endlich) schönem Wetter dürfte man keinen RB schreiben. Aber noch ist ein wenig Zeit, der erste Kunene-Teil ist zeitlich grad noch drin, bevor es dann zum Baden geht.
Kori schrieb:
.....bevor uns dann die ganze Härte der NWR-Realität traf. Nur gut, dass dann noch Okonjima auf dem Programm stand und mehr als Entschädigung dafür war.
Oh ja, Onkonjima war WELTKLASSE. Das hat uns auch sehr gut gefallen und war zum Abschluss nochmal ein richtiges highlight.
Uli.S schrieb:
LG Uli, die am Donnerstag auch endlich wieder nach Namibia fliegt.
Na - da wünsch ich Dir dann schon heute einen schönen Urlaub! Genießt die Zeit und kommt wieder gesund nach Hause.
.....bevor uns dann die ganze Härte der NWR-Realität traf. Nur gut, dass dann noch Okonjima auf dem Programm stand und mehr als Entschädigung dafür war.
Oh ja, Onkonjima war WELTKLASSE. Das hat uns auch sehr gut gefallen und war zum Abschluss nochmal ein richtiges highlight. Bis gleich, der bayern schosch
Ja, in der Tat. Wir haben dummerweise nur den Fehler gemacht, die letzte Nacht auf Ondekaremba zu verbringen. Okonjima wäre der deutlich bessere Abschluss gewesen, war uns wegen des Rückflugs am Nachmittag aber zu knapp.
Kori
bayern schorschThemenstarter3’391 Beiträge · seit 200917. Mai 2017 ·
Tag 8, jetzt geht´s aber richtig in den Norden, wir steuern die Kunene River Lodge an, 20. April:
Wir haben gut geschlafen, die Betten waren bequemer als gedacht, und frühmorgens nimmt Schorschine eine Morgendusche, um fit und munter in den Tag zu starten. Im Gegensatz zu mir, der keinen Föhn mehr braucht (böse Leute sagen ich soll nur zwei mal ums Haus laufen, dann sind die Haare trocken), benützt sie den Haartrockner, der unter dem Handwaschbecken angebracht ist. Der Föhn funktioniert, aber den Stecker muss ich halten. Er hat einen Wackelkontakt, von allein hält er nicht, und bis Schorschine fertig ist mit Föhnen, tut mir mein Arm weh. Aber alles halb so schlimm, schließlich hab ich aus meiner gebückten Sitzposisition beste Sicht auf die Landschaft, und die ist ja nun wirklich super.
Das Frühstück bestand aus 1x scrambled eggs uund 1x Omelette. Das Omelette war gut, die scrambled eggs eiskalt. Auch hier fragen wir uns: ist es denn wirklich zu viel verlangt, warme Eier zum Frühstück zu bekommen? Ja - anscheinend ist es zu viel verlangt. Irgendwie passt das hier nicht. Einfach Rühreier, ohne irgendwas dazu – die bring ja sogar noch ich warm auf den Tisch. Na ja.
Aber auch in diesem Fall haben wir nichts gesagt, langsam aber sicher ist uns eh alles zu blöd und vor allem aber zu mühselig. Also halten wir die Klappe und knirschen max. mit den Zähnen.
Der Buggyfahrer ist ein ganz ein netter Kerl. 🙂 Er gibt mir noch den Tankzettel, den ich an der Rezeption bezahle und auch hier im Dolomite stellen wir fest, dass die Nebenkosten außerordentlich günstig sind. Wir verabschieden uns, fahren runter zum Wasserloch und machen noch schöne Bilder vom Dolomite-Camp. So schön könnt´s dort oben sein, wenn nur alles andere auch ein bisschen passen würde.
Über die Service-Damen haben wir noch gar nicht gesprochen. Unser Urteil: alle sehr nett und sehr „lasch“. Man könnte auch sagen "nice and lazy". Die Ladies waren mit allem möglichem beschäftigt, aber nicht mit den Gästen. Beim Dinner war ja zumindest eine Bedienung anwesend, immerhin. Doch beim Frühstück mussten wir bestimmt 10 oder 15 Minuten warten, bis sich eine der Damen überhaupt mal bequemte, die Bestellung aufzunehmen. Aber auch egal, nett waren sie alle.
Und dann fahren wir los, schließlich liegt auch heute wieder eine lange Strecke vor uns, um die 280 km brauchen bewältigen. Zunächst geht es gut 45 Kilometer durch den Etoshapark zum Ausgang, dem Galton Gate.
Unterwegs machen wir immer wieder einen kleinen Fotostop:
Am Galton Gate sind wir die einzigen Touristen, also haben die Beamten Zeit, und eine sehr dicke Frau und ein riesengroßer Mann bitten uns, doch mal auf die Seite zu fahren, dort wo ein Baum steht, da ist nämlich Schatten. Oh je – das hört sich nicht gut an, wir werden bestimmt genauestens unter die Lupe genommen.
Und tatsächlich, die Rücksitze wurden kontrolliert, unter den Sitzen wurde reingeschaut und alles abgetastet, den Kofferraum mussten wir aufmachen, zum Glück haben die Beiden nicht im Koffer rumgewühlt. Ganz wichtig, und das war nicht nur am Galton Gate so, war die Frage nach Drohnen. Das scheint hier im Etosha ein großes Thema zu sein, wir denken, dass es mit der Wilderei 🙁 🙁 🙁 zu tun hat und sind froh, dass die Beamten ihre Arbeit gewissenhaft erledigen.
Ich greif mal vor, damit ich´s nicht vergesse: im Camp Kiwe war ein junges französisches Paar, die hatten eine Drohne mit im Gepäck. In einem Schuhkarton, nicht auf den ersten Blick erkennbar. Weil ich aber ein ganz ein neugieriger Schorsch bin hab ich gefragt, ob das eine Drohne ist. Die Antwort war "oui, oui ...", und sie lachten über´s ganz Gesicht. Ich hab dann noch auf englisch verscucht zu erklären, dass dieses Ding ja nicht grad das Gelbe vom Ei ist, aber entweder wollten sie mich nicht verstehen oder mein Englisch war "too bad". Keine Ahnung.
Ich hab dann die beiden sehr netten und freundlichen Polizisten am Galton Gate noch gefragt ob ich vielleicht ein Bild von ihnen machen dürfte, das wurde aber energisch und gestenreich abgelehnt. Schade, die Beiden haben ein richtig nettes Paar abgegeben. 🙂
Übrigens brauchten wir vom Dolomite bis zum Galten Gate zwei Stunden incl. der „Ausreise“, eigentlich ganz schön lang.
Vom Galton Gate geht´s dann auf schnurgerader Teerstraße in Richtung Ruacana, die Straße ist einem sehr guten Zustand und nicht ein Schlagloch ist unterwegs zu sehen. Zwar ist die Strecke langweilig (die ersten 50 km geht´s entlang des Etosha-Parks), aber man kommt natürlich flott voran. Es sind auf der C35 bis Ruacana um die 220 km, dann geht´s links ab entlang des Kunene, zuerst noch 15 km auf Teer, die restlichen 45 km auf Gravel.
Überrascht sind wir, dass uns unser Navi unbedingt über Opuwo zur Kunene-River-Lodge leiten möchte, wir trauen dem Frieden nicht und rufen in der Lodge an, wie denn die Straßenverhältnisse von Ruacana zur Lodge sind. Beim ersten Anruf war die Auskunft, na ja, die Straße sei in einem schlechten Zustand, es wäre wohl besser, über Opuwo zu fahren.
Das wollten wir aber nun gar nicht, denn Opuwo stand ja erst in 5 Tagen auf dem Programm. Also sind wir an der Stelle, wo die C41 (dort wo es nach Opuwo abgeht) unsere C35 kreuzt, zunächst mal 10 oder 20 km geradeaus weitergefahren und haben eine kleine Mittagspause mit einem Windhoek Lager eingelegt. Ein zweiter Anruf in der Kunene-River-Lodge (da hatten wir dann Hillary, die Besitzerin der Lodge, an der Strippe) ergab, dass wir es unter Umständen und vielleicht und eventuell ja mal probieren könnten, es kommt halt auf unser Auto drauf an, ob das genügend Bodenfreiheit hat usw. usw. Und außerdem wüsste man nicht, ob nicht vielleicht irgendein Rivier übergelaufen ist und und und … Dass wir einen Duster haben, hab ich mal lieber nicht gesagt.
Also jetzt waren wir auch nicht viel schlauer, aber über Opuwo war für uns einfach keine Alternative - also düsen wir weiter, in Ruacana an der großen Straßenkreuzung sind wir bald, und vergessen dort vor lauter Anspannung, ob das doch hoffentlich mit der Straße alles klappt, in Ruacana vollzutanken und Bargeld abzuheben. Ein absoluter Anfängerfehler und war wohl dem ganzen Wirrwarr mit dem Navi, den beiden nichtssagenden Anrufen in der Lodge und letztendlich auch unserer eigenen Unsicherheit geschuldet. Anstatt die Ruhe zu bewahren, Geld abzuheben, dem "Städtchen" Ruacana einen Besuch abzustatten, das Auto vollzutanken, vielleicht noch einen Schlenker zu den Ruacana Wasserfällen zu machen (die aber wegen des Staudamms annähernd trocken waren), düsen wir schnell schnell in Richtung Kunene- River- Lodge, vor lauter "Angst", es könnt ja unterwegs irgendwas sein. 🙁 😈 😄
Letztendlich war die Strecke von Ruacana zur Kunene-River-Lodge bis auf ein paar Wasserlöcher recht passabel, und unterwegs stellen wir fest, dass dieser Kunene River schon ein recht mächtiger Fluss ist.
Und die Landschaft hier ist ein absoluter Traum, wir kommen an etlichen Himbadörfern vorbei, die Leute sind gut drauf und winken uns zu, das scheint eine ganz relaxte Region zu sein. Wir sehen auch zum ersten Mal in diesem Urlaub Himbafrauen, die mit Ihren Kindern unterwegs sind, uns gefällt das alles hier sehr gut. Und – wir werden nicht angebettelt! Wie oft denken wir an Casimodos und Esmeraldas Erlebnisse vor ein paar Jahren, als Ihnen halbwüchsige Kid´s einen Stein an die Windschutzscheibe geschmissen haben. Da schaut man schon manchmal genauer hin, was die Kinder in den Händen halten.
Und dann sind wir da: die Kunene-River-Lodge, hier haben wir uns für die nächsten 2 Nächte eingebucht:
Der Check in geht flott und reibungslos, die Besitzerin Hillary und ihr Mann Peter erklären uns dies und das, wir beziehen unser Zimmer und fühlen uns, obwohl die Zimmer relativ unpersönlich und ohne Charme sind, sofort wohl:
Es gibt beim Zimmer noch eine große und überdachte Terrasse, ein schöner Platz mit einem schönen Blick in den Bananengarten.
Jetzt sitzen wir hier am Fluss auf der schönen Aussichtsterrasse und checken unsere emails mit zu Hause. Ein Beer-Shandy, ein Windhoek-Draught, der Kunene gleitet friedlich dahin, hier ist es schön. Drüben am anderen Ufer ist Angola, ein Reiherjunges wartet auf Futter, das Dinner für heute abend, nämlich ein T-Bone-Steak, ist gewählt, und für morgen haben wir eine Himbatour und eine sundowner Tour bestellt.
Mit einem jungen Camper-Pärchen verbringen wir bestimmt zwei Stunden in angeregter Unterhaltung an bzw. auf der Terrasse. Wir haben viel zu erzählen, sie noch viel mehr. Sie erzählen von Opuwo, von wo sie vor ein paar Tagen hochgekommen sind und wir werden neidisch, weil die jungen Leute immerhin eine Auszeit von 6 (!!!) Monaten genommen haben. Unter anderem waren sie satte zwei Wochen in Swakopmund, jetzt dann folgt Etosha und in einem oder zwei Monaten fahren sie nach Malawi. Ist das nicht ein Wahnsinn? Irgendwas machen wir da falsch.
Das junge Paar ist aus London, die Mutter von der supersympatischen Frau ist eine gebürtige Würzburgerin. Sie reisen ohne Plan, einfach drauflos – das ist beneidenswert und bei jeden Wort, das sie uns erzählen merkt man, wie sehr sie diese Reise genießen. Einfach nur KLASSE!
Schade, dass unser Koch sehr unflexibel ist. 😈 Wir wollten das junge Paar zum Dinner einladen, aber das ist hier nicht möglich. Es war schon nach 17.00 Uhr, und nach 17.00 Uhr werden für das Abendessen keine Bestellungen mehr aufgenommen. Lächerlich - eigentlich wär ja das schon wieder so ein Ding, über das man sich aufregen könnte, wir aber nehmen´s so wie´s ist, geben den Beiden ein Bier aus und wundern uns über uns selbst, dass wir das so einfach schlucken. Anscheinend sind wir endlich in Afrika, wo halt alles ein bisschen langsamer und zäher geht, angekommen. Gott sei Dank, hat diesmal lang genug gedauert.
Das Dinner war eine ganz ausgezeichnete Nummer. Zur Vorspeise gab´s ein kleines Schälchen mit überbackenen Champignons, und das T-Bone-Steak war sensationell gut. Perfekt medium gebraten, man wurde schon bei der Bestellung am Nachmittag gefragt, wie man´s denn gern hätte, das war wirklich ein kulinarisches Erlebnis.
Todmüde fallen wir ins Bett. Es sind zwei große Betten, damit ist kuscheln schon mal vorprogrammiert. Und so beim Einschlafen denke ich mir dass ich eigentlich schon ein kleiner Feigling bin – ich bedauere es nämlich sehr, dass ich auf der Strecke am Kunene entlang diese hübsche Himbafrau, die uns lachend zugewunken hat nicht gefragt habe, ob ich ein Bild von ihr machen darf.
ich habe zwar gerade kaum Zeit, aber da musste ich doch schnell mal lesen, was du so erlebt hast. Jetzt wird es doch so langsam, scheint mir. Sehr schön, dass es dem Bayern Schorsch langsam gut gefällt 😎 . Das habt ihr euch auch verdient. Aber erkläre mir doch einmal, wie du es schaffst, deiner Schorschine in gebückter Haltung 😈 die Steckdose für den Föhn (komische Vorstellung!) zu halten und dann noch so tolle Fotos zu machen, und das natürlich alles mit einer Hand 😮 . Akrobatische Meisterleistung. Herzliche Grüße Beate
ich liebe diese Kontrastbilder mit Springböcken im Grünen 🙂
Dass ihr so genau kontrolliert wurdet, hört man ja auch eher selten, aber gut, dass es überhaupt gemacht wird. Genau, Drohnen sind im Etosha wegen der Wilderei verboten, mittlerweile sogar in ganz Namibia (das war irgendwann hier auch mal ein Thema vor Kurzem). Wir fuhren letztes Jahr durchs Anderson Gate und hatten hinten auf dem Backie eine riesige Holzkiste, die mal als Waffenkiste diente. Unser Koffer war darin. Der Beamte am Gate schaute nur merkwürdig und meine Mutter fragte, ob er denn mal einen Blick hinein werfen wöllte. Er nickte und sie öffnete sie für ihn. Also wenn man will, kann man schon so einiges mit reinbringen, was nicht unbedingt in den Park gehört... Aber Wilderer kommen ja ohnehin eher über Farmen durch den Grenzzaun, statt durchs Gate.
Zu Dolomite stimme ich dir übrigens in allen Punkten zu. Wir waren vor 3 Jahren dort und schon damals kam alles sehr heruntergewirtschaftet rüber. Leider! Denn es ist einfach eine tolle Lage und Idee, man könnte einiges mehr rausholen meiner Meinung nach.
Hallo, jetzt ärgere ich mich aber 🙁 wir haben uns nämlich nicht getraut über Ruacana zu fahren, da wir keine aktuellen Aussagen über die Strecke hatten 😣 , obwohl unser Navi uns über Ruacana schicken wollte! Verdammt s ist es manchmal. Die Kunene River Lodge fanden wir auch toll. Wir hatten glaub ich das gleiche Zimmer und am zweiten Abend auch das gleiche Essen. Es war bei uns auch spitzenmäßig.
Mach ruhig weiter so mit Deinem tollen Bericht, dann kann ich mich ganz kurz fassen ....... ich verweise dann einfach auf Dich 😗 LG Schlüsselkind
🙂 🙂 🙂 🙂 genau wie Beate musste ich gerade denken, der Schorsch bekommt gute Laune - es wird !!!! und dann kuschelt er mit seiner Schorschine und denkt an die die wunderschöne Himbafrau, der er vergessen hat zu fotografieren. Na, Na ............... 😉 😉 😉 😉 😉
Drohnen, wenn ich die Teile schon sehe und noch schlimmer höre, bekomme ich die Krise. Gut, dass so genau kontrolliert wird.
Wunderschöne Fotos, danke dafür 😘 Die Lodge scheint ein Träumchen zu sein. 🤩 Es hat uns schon sehr viel Überwindung gekostet, den Norden auszulassen.
Bin gespannt, wie es weitergeht ..................
halloSchorsch Das steck sieht ja toll aus aber für mein Geschmack hätte die scheibe gurke und Zitrone an Gemüse gereicht 😉 Gruß Toraf
Unterstütze Kids- soupkitchen in Windhoek
bayern schorschThemenstarter3’391 Beiträge · seit 200919. Mai 2017 ·
Guten Abend zusammen,
Beate schrieb:
Aber erkläre mir doch einmal, wie du es schaffst, deiner Schorschine in gebückter Haltung 😈 die Steckdose für den Föhn (komische Vorstellung!) zu halten und dann noch so tolle Fotos zu machen, und das natürlich alles mit einer Hand 😮 . Akrobatische Meisterleistung.
Gekonnt ist gekonnt, in meinem Alter ist es ein Leichtes - schließlich war ich vor unserem Namibia-Urlaub 3 Wochen auf Reha. 😉
Schlüsselkind schrieb: []jetzt ärgere ich mich aber 🙁 wir haben uns nämlich nicht getraut über Ruacana zu fahren, da wir keine aktuellen Aussagen über die Strecke hatten 😣 , obwohl unser Navi uns über Ruacana schicken wollte![/] []Verdammt s ist es manchmal[/]. Oh ja, manchmal läuft das nicht so, wie man sich das vorstellt. Im nächsten Teil gehe ich nochmal auf die D3700 ein. Außerdem schreibst Du:
Mach ruhig weiter so mit Deinem tollen Bericht, dann kann ich mich ganz kurz fassen ....... ich verweise dann einfach auf Dich
Ha, da machst Du Dir´s aber VIEL zu leicht. Wir warten unbedingt auf einen RB von Dir.
Netti schrieb:
Wunderschöne Fotos, danke dafür 😘 Die Lodge scheint ein Träumchen zu sein. 🤩 Es hat uns schon sehr viel Überwindung gekostet, den Norden auszulassen.
Danke für die "Blumen". Und was den Norden betrifft - den solltest Du nachholen, es rentiert sich.
Toralf - schön, dass Du immer noch mit dabei bist.
Heute wird das wohl nichts mehr mit einem weiteren Teil, aber dafür spätestens morgen vormittag, versprochen.
bayern schorschThemenstarter3’391 Beiträge · seit 200919. Mai 2017 ·
... ich nochmal ....
Laura-Flash, jetzt hätt ich Dich beinah vergessen!!! 🤨 Du schreibst:
Dass ihr so genau kontrolliert wurdet, hört man ja auch eher selten, aber gut, dass es überhaupt gemacht wird. Genau, Drohnen sind im Etosha wegen der Wilderei verboten, mittlerweile sogar in ganz Namibia (das war irgendwann hier auch mal ein Thema vor Kurzem).
Es ist traurig, dass man die Drohnen überhaupte verbieten muss. Allein der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass wir diese Art der Fotografie lieber bleiben lassen. Ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit!
bayern schorschThemenstarter3’391 Beiträge · seit 200920. Mai 2017 ·
Tag 9, der 21. April, Kunene-River-Lodge
Wir haben nicht besonders gut geschlafen. Das Bett ist viel zu weich und total – in Bayern sagen wir „durchg´flackt“, und in der Nacht hat es ergiebige Regenfälle gehabt. Wir wundern uns, dass es immer wieder mal regnet, denn die Regenzeit sollte längst vorbei sein.
Apropos Regen: Peter, der Besitzer der Kunene-River-Lodge hat uns erzählt, dass der Kunene dieses Jahr sehr wenig Wasser hat, denn in Angola hat es kaum geregnet. Wir können das kaum glauben, denn der Kunene ist ein breiter und wirklich mächtiger River, aber es wird schon stimmen, was man uns erzählt.
Hier in der Kunene-River-Lodge sind wir nicht die einzigen Gäste. Außer uns sind in der Lodge noch drei junge französiche Damen, dann ein älteres Ehepaar aus Österreich, auf dem Campingplatz sind einige Sites belegt, und außerdem haben wir auch noch zwei VIP´s als Nachbarn. Es sind, so stellt sich heraus, der ehemalige Betreiber der HARNAS Wildlife Foundation, ein gewisser Frikkie und seine Nachfolgerin, eine blonde Frau, den Namen hab ich leider vergessen. Ein unglaublich nettes und sympathisches Paar, wie sich im Laufe des Tages herausstellt.
Die Wildlife Foundation Harnas liegt bei Gogabis und hat sich zur Aufgabe gemacht, kranke, verletzte und verwaiste Wildtiere in Namibia aufzunehmen, zu pflegen und zu schützen. Und besonders dieser Frikkie ist schon ein richtiges „Urviech“: witzig, charmant derb, und seine Geschichten sorgen für den einen und anderen Lacher.
Nach dem Frühstück geht´s los – wir besuchen ein Himbadorf, das ganz in der Nähe, nur ein paar wenige Kilometer entfernt liegt. Mit dabei das österreichische Paar und die blonde Harnas-Frau. Die drei Französinnen kommen nicht mit, und auch Frikkie bleibt in der Lodge. Außer uns Fünf haben wir noch den Fahrer, das ist ein „modern“ Himba und schließlich noch einen gewissen Florian mit an Bord. Florian ist hier in der Lodge für die Aktivitäten verantwortlich. Himbatouren, Bootstouren, Waxbill-Touren und Kanufahrten. Was er sonst noch alles macht, wissen wir nicht. Er ist ein wirklich sympathischer Guide, groß und blond, er ist gebürtig in Fürstenfeldbruck hier in Bayern, und ist mit 12 Jahren mit seiner Mutter nach Namibia ausgewandert. Ein interessanter Typ, mit dem es ein Einfaches war, das Himbadorf zu besuchen.
Eine kurze Fahrt, und schon sind wir da:
Die ersten Eindrücke: die Familie muss eine „reiche“ Familie sein, denn schätzungsweise 20 – 30 Rinder und genauso viele Ziegen und Schafe laufen hier herum, eine recht ansehnliche Herde. Die Familie besteht aus Opa und Oma, einer Tante, drei oder vier Kleinkinder und einem 10-jährigem Mädchen. Die Eltern sind entweder in Opuwo beim Arbeiten oder draußen auf der Weide. Wir hatten kein einziges Mal das Gefühl von Peinlichkeit. Im Gegenteil: mit dem Guide Florian und unserem Fahrer war das eine ganz relaxte Angelegenheit.
Leider war das Wetter gar nicht so, wie wir das gerne gehabt hätten, es setzte leichter Nieselregen ein, und so wurden wir „in die gute Stube“ gebeten. Dort im Inneren der Lehmhütte war es schon arg stickig und unsere europäischen Nasen kamen mit dem „G´schmäckle“ nur so nach und nach klar. All unsere Fragen - und es waren viele Fragen - wurden ausführlich erklärt und besprochen, wir hatten den Eindruck, dass wir für die Himba-Familie eine willkommene Abwechslung in ihrem Alltag waren, man konnte nicht den Hauch von Berührungsängsten spüren, das war schon eine recht angenehme Tour. Ich denke aber auch rückblickend, dass wir mit Florian wirklich Glück hatten. Der junge Mann hat derart viel Sensibiltät walten lassen, das war regelrecht zu spüren und damit nahm er uns all unsere Bedenken, die wir noch vor dieser Tour hatten.
In der anderen Lehmhütte war die Schwester der Oma. Sie war ein bisschen krank und hat auf uns auch nicht den gesündesten Eindruck gemacht. In dieser Hütte war auch der „Kühlschrank“ untergebracht, wo Maisbrei, Buttermilch und dergl. gelagert sind.
Unsere dringlichste Frage war natürlich, ob denn nicht diese fast täglichen Besuche von Touristen bei dieser Himbafamilie entsprechende Spuren hinterlassen. Aber auch diese „Sorge“ wurde uns genommen. Erstens wird die Familie immer einen Tag vorher gefragt, ob es passt, wenn man mit Touristen vorbeikommt und zweitens wird nicht nur eine Familie angefahren, sondern viele andere Himbadörfer ebenso. Damit ist ein gewisser Zyklus vorgegeben, und die ganze Sache hält sich dadurch in Grenzen. Jetzt ist uns auch klar, wieso wir diesen Himba-Ausflug bereits von Deutschland aus vorbuchen mussten.
Hier nochmal ein letztes Abschiedsbild der Familie. Wir hatten den Eindruck, dass Oma und Opa mit uns durchaus ihren Spaß hatten:
Zurück in der Lodge genehmigen wir uns einen feinen Frühschoppen und ein Wolkenbruch vom Allerfeinsten geht runter.
Das ganz Spektakel dauert aber nicht lange, und bald darauf scheint die Sonne – welch ein Glück, der Pool lädt zum Relaxen ein
und auf der Terrasse kann man so richtig schön chillen. Das ist ein schöner und entspannter Nachmittag, und abends um 16.30 Uhr starten wir zu unserer gebuchten Sundowner-Tour. 🙂
Unser Kapitän ist Peter, der Besitzer der Lodge, und außer uns sind nur noch seine zwei Hunde mit an Bord. Vorher wird gefragt, ob die Hunde uns stören, denn sonst bleiben die zu Hause. Noch wichtiger aber war die Frage nach den sundowner Getränken, die wir wie immer mit GT beantworten. Die nächsten Bilder sind mit einer unserer Lieblingsbilder - bestes Licht, die Landschaft war ein absoluter Traum!!!
Die Fahrt war sehr schön, dauerte zwei Stunden, und zunächst sind wir den Strom flußaufwärts getuckert, bis zu einer kleinen Staustufe, die ein klein wenig so aussieht wie die Popa-Falls im Caprivi. Und dort gab es dann unseren ersten doppelten Gin Tonic, eine feine Sache.
Anschließend ließ Peter das Boot nur zurückgleiten. Er stellte den Motor ab, und so trieben wir langsam und gemächlich, immer mit der Sonne fast auf gleicher Höhe, den Kunene flußabwärts, das war schon sehr imposant. Die Ruhe, kein lärmender Bootsmotor, absolut klasse. Es gab noch einen zweiten doppelten GT, Peter ließ sich da nicht lumpen und wir hörten ihm gerne zu, warum und wieso und überhaupt er als ehemaliger Pilot in England vor 10 oder 12 Jahren den Gedanken fasste, nach Namibia auszuwandern. Eine interessante Geschichte, und so vergehen diese zwei Stunden Bootsfahrt schneller, als wir das gedacht haben. 🙂
Übrigens: Tiere haben wir keine gesehen – außer einem Reiher und einem kleinen Babykrokodil war nichts zu sehen. 🙁
Pünktlich um 18.30 Uhr sind wir wieder zurück. Frikkie, die blonde Harnas-Frau und die Österreicher sitzen beim sundowner, sie erzählen uns von Ruacana, dort haben sie nämlich den Staudamm im Inneren ansehen können, und wir erzählen von unserer Bootstour.
Irgendwann kommt dann die Sprache auf die morgige Weiterreise, und wir erzählen, dass wir mit unserem Duster selbstverständlich am Kunene entlang auf der D 3700 rüber zu den Epupa-Falls fahren, ist ja für uns mittlerweile alles ganz easy. Tja – und da hat uns dann der Frikkie ernsthaft und glaubhaft unbedingt davon abgeraten. 😈 Er hat nämlich gehört, dass vor ein paar Tagen auf dieser Strecke eine Brücke weggeschwemmt wurde und wir sollen das doch um Gottes Willen bleiben lassen, ja nicht einmal versuchen sollen wir das. Hmmm…. das war natürlich ganz und gar nicht das, was wir hören wollten und er setzte der story noch das I-Tüpfelchen auf indem er erzählte, dass ein Paar mit einem ToyotaHillux im Schlamm steckengeblieben ist und 17 (!!!) Stunden auf fremde Hilfe warten musste.
Wir waren überzeugt, die Warnungen waren eindeutig. 🙁 Also werden wir uns morgen eine bessere (sprich längere) Strecke raussuchen, wobei mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken ist, denn entgegen meiner Hoffnung, wir bekämen hier in der Lodge ein paar Liter Diesel, konnte man uns nicht weiterhelfen. 🤨
Das Essen war an diesem Abend fast noch besser als tags zuvor. Zur Vorspeise gab es einen Thunfischsalat, die Haupsspeise war ein Rinderfilet, aller-aller-erste Sahne! Auf das Dessert haben wir verzichtet und am nächsten Tag beim Zahlen der Rechnung haben wir festgestellt, dass hier tatsächlich unterschieden wird, ob das Dinner zwei Gänge oder drei Gänge hatte. Unseres hat ohne Dessert 205 ND gekostet, für die Qualität, die uns dort serviert wurde, ein mehr als günstiger Preis.
Anschließend ließ Peter das Boot nur zurückgleiten. Er stellte den Motor ab, und so trieben wir langsam und gemächlich, immer mit der Sonne fast auf gleicher Höhe, den Kunene flußabwärts, das war schon sehr imposant. Die Ruhe, kein lärmender Bootsmotor, absolut klasse. Es gab noch einen zweiten doppelten GT, Peter ließ sich da nicht lumpen und wir hörten ihm gerne zu, warum und wieso und überhaupt er als ehemaliger Pilot in England vor 10 oder 12 Jahren den Gedanken fasste, nach Namibia auszuwandern. Eine interessante Geschichte, und so vergehen diese zwei Stunden Bootsfahrt schneller, als wir das gedacht haben. 🙂
Lieber Schorsch,
das sind die Momente, das sind die Bilder, die uns Jahr für Jahr nach Afrika ziehen, die Kraft für die 11 Monate danach geben und die 11 Monate Vorfreude in uns auslösen.
Gruß, Kori
chamäleon20112’497 Beiträge · seit 201120. Mai 2017 ·
Genau so wie Kori es schreibt, geht´s uns auch. Da können wir dann auch gerne mal auf Tiere verzichten, 😉
Sehr, sehr schön, vielen Dank für´s Zeigen. Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
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bingobongo26229 Beiträge · seit 201420. Mai 2017 ·
Hallo Schorch,
die Sonnenuntergangsfotos sind so wunderwunderschön, dass ich direkt dorthin möchte! Auch die Landschaftsfotos am Kunene gefallen mir sehr.
Eure Reise mitzuverfolgen macht großen Spaß. Danke dafür, dass Ihr daran teilhaben lasst.
bayern schorschThemenstarter3’391 Beiträge · seit 200921. Mai 2017 ·
Guten Morgen zusammen,
Kori, Karin, Helga und Netti:
Ihr habt alle Viere Recht - die Landschaft dort oben am Kunene, dazu dieser schöne Sonnenuntergang, das war eine ganz besondere Stimmung. Ganz was Besonderes aber war, dass Peter den Motor ausgeschaltet hat und das Boot ist dann mit der Strömung langsam und gemütlich flußabwärts getrieben. Die Ruhe, die Stimmung - man kann´s in Worte schwer fassen.
Es wird aber an den Epupa-Fällen genau so schön werden, wir hatten eine gute Zeit dort oben. 🙂
Bis gleich, der bayern schorsch, der sich wie immer auch bei allen Danke-Button-Drückern bedankt. Danke!
bayern schorschThemenstarter3’391 Beiträge · seit 200921. Mai 2017 ·
Tag 10, der 22.April, wir fahren von der Kunene-River-Lodge zu den Epupa-Falls
Früh stehen wir wieder auf, um 6.30 Uhr gibt´s Frühstück, unsere Trollis liegen bereits im Auto und wir machen noch bei bestem Morgenlicht ein paar schöne Bilder:
Das Frühstück ist hervorragend, die Bedienungen sind wirklich sehr nett und auch sehr aufmerksam, man merkt, dass Hillary hier Regie führt, sie hat über alles ein wachsames Auge.
Was uns nicht nur hier auffällt – die Campsites liegen in allerbester Riverview-Lage direkt am Wasser, das ist sehr schön. Schade, dass die Bungalows bzw. Zimmer etwas nach hinten versetzt im Garten liegen. Das ist zwar auch nicht schlecht, aber vorne am Wasser wär´s natürlich besser. Ich glaube, hier könnte man es auf der Campsite gut aushalten
Nun, nachdem uns ja hier in der Kunene-River-Lodge unbedingt aberaten wurde, die D3700 zu fahren, und wir außerdem auch keinen Sprit bekommen haben, hat uns Peter erklärt, in Okongwati, da gibt´s Sprit, und zwar bei einem gewissen Owen. Er hat auch dort angerufen und unser Kommen avisiert, die Telefonnummer haben wir uns vorsichtshalber aufgebschrieben. Also stand der Plan, wir fahren leider nicht über die D3700, was zweifelsfrei die schönere Strecke wäre, sondern wir fahren den Umweg über Okongwati.
Damit man besser sieht, was ich meine, hier ein screenshot unsere Strecke:
ABER – wer den bayern schorsch kennt der weiß, dass wir nicht so schnell „klein bei geben“. Also sind wir sehr wohl zunächst mal die D3700 gefahren, wir passieren Swartbooisdrift und fahren noch für weitere 10 Kilometer weiter. Auf der „vielberüchtigten“ D 3700 !!! Von wegen viel Wasser und weggeschwemmte Brücken, wir konnten die Geschichte von Harnas-Frikkie gar nicht so recht glauben, denn es war alles trocken und ganz normal befahrbar. Aber zugegebenermaßen - der Mann hat uns letztlich derartig verunsichert, dass wir schließlich umkehrten und tatsächlich die etwas längere Schleife über Okongwati gefahren sind. Ganz schön feig von uns, und wir haben Tage später den Thread von Schlüsselkind hier aus dem Namibia-Forum gelesen, die zwei Tage nach uns, also am 24. April, die D3700 ohne irgendwelche Probleme entlang gefahren sind.
Wie ich das gelesen habe, hätte ich mich am allerliebsten in meinen Hintern gebissen. 😈 Wir haben uns auch ein bisschen über Harnas-Frikkie geärgert, denn man sollte keine Meldungen loslassen, die hinten und vorne nicht der Wahrheit entsprechen. Aber er hat´s sicher nicht bös gemeint, also Schwamm drüber, ist halt ein bisschen blöd gelaufen.
Die Fahrt bis Okongwati war langweilig, beim ersten Schild „DIESEL“ haben wir sofort angehalten und 25 Liter gekauft. Man muss wissen, dass das hier keine normale Tanke ist, sondern das Diesel ist abgefüllt in 5 Liter Plastikkanistern, irgendwo in einem schrägen Hinterhof, und wir haben uns 5 Kanister einfüllen lassen. Was wir nicht gemacht haben – wir haben nicht nach dem Preis gefragt, und der war am Schluss mehr als gesalzen. 400 ND hat der gute Mann verlangt, und Schuld waren wir selbst, wir hätten ja bloß vorher fragen brauchen. Also wieder was dazugelernt, man lernt eben nie aus. Die Kinder an der Tanke haben aber in jedem Fall ihren Spaß mit uns gehabt.
Im Supermarkt haben wir noch ein paar Flaschen Wasser gekauft, dazu noch einen Sixpack Windhouk Lager, ebenso viel zu teuer. Irgendwie haben wir geglaubt, bei den Epupa-Fällen gibt´s nicht mehr zu kaufen, denn dort ist die Welt zu Ende. 😉 Im Nachhinein wissen wir, dass wir wahrscheinlich in jeder Lodge günstiger hätten einkaufen können, aber wir reden hier wirklich über Kleinigkeiten, alles kein wirkliches Problem.
Unterwegs haben wir noch etliche Bilder gemacht, hier eine kleine Auswahl:
Und dann sind wir da, die Epupa-Fälle, ganz weit oben im Norden Namibias, das sind unsere ersten Eindrücke:
Eingenistet haben wir uns für zwei Nächte in der Epupa-Falls-Lodge, bei Buchung wurde uns empfohlen, das Baumhaus Nummer 1 zu reservieren, das hätte die schönste Lage. Na ja, die Lage war eine Sensation, denn die Fälle hatten wir fast zum Greifen nah vor der Nase. Nur hat man uns nicht gesagt, dass die Nummer 2 noch etwas näher zu den Fällen ist und dass man von Nummer 2 eine gute Sicht ins Innere unserer Nummer 1 hat. Uns macht das nicht so viel aus, schließlich sind unsere Nachbarn zwei italienische Männer, die an uns kein Interesse haben und außerdem richtig nette Burschen sind.
Aber wir fragen uns – denn ganz ohne Zweifel ist Nr 2 die bessere Variante: wenn wir schon so früh buchen, wie wir das getan haben, ja kann man denn dann nicht eine „vernünftige“ Auskunft bekommen. Man hat den Anschein, dass den Leuten alles einfach egal ist.
So sehen die Häuser in der Epupa-Falls-Lodge aus, unten ist die Garage, oben ist das Zimmer mit Bad und WC.
Und wenn man dann den Verschlag aufmacht, der übrigens immer auf ist, dann hat man vom Bett aus diesen Blick auf die Fälle:
Die Epupa-Falls-Lodge ist very basic. Das ist schon fast ein bisschen grenzwertig, aber es ist einigermaßen sauber. Wobei, wenn man die Dusche etwas genauer inspiziert – die Holzpaneelen sind wahrscheinlich schon seit Jahren nicht mehr richtig geputzt worden, es sieht alles recht abgegriffen und schimmelig aus. Die Betten stehen auseinander, über jedem Bett ist ein Fliegennetz installiert. Wir haben probiert, die Betten zusammenzuschieben. Das geht, aber dann passt das Moskitonetz nicht mehr. Also schieben wir die Betten wieder auseinander, denn ohne Moskitonetz ist das hier nicht so gut. Wobei „mein“ Netz noch recht gut aussieht, das von Schorschine ist viel zu weit oben an der Decke angebracht, und so hängt das Netz irgendwo im fast luftleeren Raum, aber so ist das halt.
Allerdings punktet die Lodge eindeutig mit der absolut tollen Lage direkt an den Fällen. Nicht nur das, auch die Ladies sind 100% nett, die Küche schmeckt hervorragend, und wir fühlen uns hier wohl, gar keine Frage.
Wir haben uns schnell installiert, gehen vor zu der einmaligen Aussichtsterrasse, wo auch das Dinner und das Frühstück serviert wird, und fragen nach unserem bereits von zu Haus aus gebuchten Sundowner-Drive. Ebenso erinnern wir an unsere Himba-Tour, die morgen stattfinden soll.
Natürlich hatten die Ladies keine Ahnung von irgendeiner Reservierung, aber es ist ja alles kein Problem, dann sollen wir uns noch ein Bierchen genehmigen, der Game-Drive-Wagen wird bald da sein. Und tatsächlich, der Wagen kam, und schon ging die Fahrt los.
Nun dachte ich mir eigentlich, dass das alles hier eine Bootstour wird und wir haben uns köstlich über uns selbst amüsiert. 😄 Von wegen Bootstour - der Game-Drive-Wagen fuhr mit uns nämlich grad mal einen Kilometer außerhalb des Ortes über einen steilen Feldweg nach oben zum sogenannten Sundowner-Hügel – ha, das hätten wir auch selbst hinbekommen. Aber was soll´s, unser Fahrer, Philip, ein gebürtiger Seesfonteiner, war ein ganz ein Lustiger, wir haben uns einige GT´s gegönnt, und haben von dort oben hammerstarke Fotos machen können:
Also haben wir´s bis zu den Epupa-Fällen geschafft. Unglaublich, wie weit wir in der Welt umherkommen. Wir würden jedem, der Namibia öfter als einmal bereist auf alle Fälle empfehlen, dieses Gebiet hier zu besuchen. Hier ist alles wunderschön. Wir glauben, wenn man in der Trockenzeit hierher fährt es einen schier umhaut, wenn man aus der staubigen Steinwüste plötzlich dieses Grün entlang des Kunenes erleben darf. Der Kontrast könnte in der Trockenzeit wohl nicht größer sein.
Das Abendessen bestand aus einer Gemüse-Ratatouille, sehr lecker, das Hauptgericht war Chicken mit Reis und Karotten, auch recht gut, aber das Chicken war arg wenig. Also nix mit „a halbes Göckerl“, aber das macht nichts. Geschmeckt hat´s gut, die Barchefin Selma verwöhnt uns mit Getränken, und Küchenchefin „kitchen-Christa“ ist die Frau vom Fahrer Philipp von heute Nachmittag. Hier geht das alles recht persönlich zu, uns gefällt das, und außer uns waren noch um die 10 Italiener da. Das waren alles sehr nette und freundliche Leute, und wenn´s dann mal ein bisschen lauter wurde, war´s keine Problem, das Rauschen der Epupa-Falls war in jedem Fall deutlich lauter. 😉