erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200921. Nov. 2015 ·
Die Weiterfahrt zur Île Sainte-Marie ist noch mal ein ordentliches Stück Arbeit. Zuvor hatten wir wieder im Hotel Joffre in Toamasina übernachtet, diesmal aber im anderen Flügel mit noblen Luxus-Zimmern. Allerdings mussten wir morgens um 04:15 aufzustehen, um dann den Bus zu erwischen, der uns zur Fähre Cap Sainte-Marie nach Soanierana Ivongo bringt, welche dann wiederum zur Insel fahren würde.
Wir hatten gerade die Spiegeleier zum Frühstück verschlugen, da hupte schon der Bus draußen und holte uns ab. Wir fuhren noch an mehreren Hotels vorbei, bis wir dann auf einer mit alten Autoersatzteilen vermüllten Geröllhalde parkten, vor dem Büro von Cap Sainte-Marie.
Im weichen Licht der aufgehenden Sonne konnten wir dann dem emsigen Treiben auf der Straße und dem Umladen unseres Gepäcks auf den Langstrecken-Bus zuschauen:
Nachdem im Büro unsere Namen abgehakt wurden, konnten wir Richtung Soanierana Ivongo losfahren und brausten die abwechslungsreiche madagassische Riviera entlang. Der Fahrstil machte dem neuen Film-Genre Russische Dashcam alle Ehre, aber wir kamen nach etwa vier Stunden in einem Stück an. Unsere Fahrt endete in einem totalen Chaos aus Märkten, anderen geparkten Bussen und umherwuselden Menschenmassen. Nach zwei Anläufen begriffen wir, dass wir uns als nächstes am Gendarmerieposten melden müssten, damit die Polizei registrieren kann, wer alles von der Insel abgefahren ist. Danach mussten wir mit unseren Pässen in das Cap Sainte-Marie-Büro, damit wir uns als Passagiere identifizieren konnten. Unsere beiden Namen standen ganz oben auf der Liste, weil wir ja schon vor Ewigkeiten gebucht hatten.
Unser Gepäck wurde hinunter zum Hafen gebracht, wo das durchaus Vertrauen erweckende Boot schon auf uns wartete, aber... wie sollen diese ganzen Massen von Gepäck denn an Bord? 😮
Ich sah vor meinem inneren Auge schon eine Warnung auf der Seite des auswärtigen Amtes Touristenfähre wegen Übergepäck gekentert, aber irgendwie schafften die vielen helfenden Hände es, jeden Kubikzentimeter Volumen auszunutzen und auch wir passten noch hinein, einschließlich der vorschriftsmäßigen Schwimmweste.
Bei dem gemächlichen Tempo, mit dem wir losfuhren, hätte man das Boot aber besser Jacqueline taufen sollen!
Wahrscheinlich war der Kahn so überladen, dass er einfach nicht schneller konnte aber andere waren noch schwerer beladen:
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200921. Nov. 2015 ·
An der Anlegestelle wartete schon das Empfangskomitee auf uns, das mir den letzten Rest meiner spärlichen Französischkenntnisse abverlangte:
Trotz des Chaos am Hafen
fanden sich auch unsere Taschen rasch wieder. Mit diesem Döschwo wurden wir aber nicht chauffiert:
sondern mit einem stattlichen Geländewagen, der uns erst einmal zur Ravoraha Ecolodge brachte, in der wir aber erst zwei Tage später einkehren werden. Von dort aus tuckerten wir mit einem winzigen Motorbötchen die paar Meter hinüber zur südlich gelegenen Nachbarinsel Île aux Nattes (auch Nosy Nato genannt, was aber nichts mit NATO zu tun hat). Dort wartete das Hotel "Les Lémuriens" auf uns, wo wir nach diesem anstrengenden Tag endlich Entspannung fanden.
Hier könnten wir uns einkaufen, als Zufluchtsort vor Nieselregen und Raute:
Und das Beste daran: wir sind nicht allein!!! 🤩 🤩 🤩
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200929. Nov. 2015 ·
Zwar ist das hier nicht ihr angestammter Lebensraum, aber die beiden schwarzweißen Varis scheinen hier entspannt abhängen zu können, nachdem sie uns erst einmal mit ihrem charakteristischen lauten Brüllen empfangen haben und der Chef sie mit Bananen beruhigt hat:
Danach machten die beiden sich über eine aufgegebene Kokusnuss auf dem Restaurant-Tisch her...
Am Abend saßen wir dann auf überdachten Terrasse des Restaurants, die Varis turnten irgendwo auf dem Dach herum, und es gab ein köstliches Essen, das – alles frisch zubereitet – eine Ewigkeit dauerte.
Schließlich wurden wir von einem umwerfenden Sonnenuntergang für die Mühen des Tages belohnt:
und ein ebenso schöner Sternenhimmel wies uns den Weg in die erholsame Nacht:
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200910. Jan. 2016 ·
Beim Frühstück locken die prall gefüllten Obstteller die Varis an, die im Dach über der Veranda herumturnen. Dem Chef gelingt es nur mühselig, die hungrigen und quirligen Flauschbälle von den Tellern der Gäste wegzulocken. No banana, no friends.
Die Île aux Nattes ist ein schöner ruhiger Ort zum herunter kommen und kann ohne fahrbaren Untersatz problemlos in einem Tag umrundet werden.
Allerdings wurde uns empfohlen, den westlichen Strand zu meiden, wegen der schmerzhaft beißenden moukafou-Sandfliegen, die wir zum Glück nicht zu sehen bekommen haben.
Große Siedlungen gibt es hier nicht, aber immerhin auch eine kleine Kirche. Ein paar Eindrücke von den Dörfern auf der Insel:
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200910. Jan. 2016 ·
An der Nordspitze der Insel ist Île Sainte-Marie nur noch einen Steinwurf entfernt. Von dort aus kann man sich mit einem Auslegerboot zwischen beiden Inseln hin- und herfahren lassen:
Weiter auf unserem Weg...
... kommen wir an einer sehr rudimentären Hotelanlage vorbei, wo die Bungalows nach Philosophen benannt sind:
Hier klappt's vielleicht noch mit der Telefonkarte...
erdferkelThemenstarter414 Beiträge · seit 200911. Jan. 2016 ·
... doch hier nimmt niemand mehr ab:
Villa Buntstift:
Toaka Gasy - der madagassische Rum, mit lecker Fruchteinlage: 😮
Straßenszenen:
Wir laufen hoch zum ehemaligen Leuchtturm auf der Insel. Kostet stolze 5000 Ar pro Nase Eintritt, natürlich mit Registrierung im Gästebuch, damit man auch in 100 Jahren noch weiß, dass wir da waren 😏